Weil wir längst woanders sind

Weil wir längst woanders sind

Paperback
3.948
MigrationTraditionRascha KajatIslam

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Description

Layla und Basil waren immer eine untrennbare Einheit, Geschwister, die zusammengehören, zwischen die nichts kommt. Bis Layla eine Entscheidung trifft, die alles verändert und die niemand versteht: Sie beschließt zu heiraten. Einen Mann in der alten Heimat, Saudi-Arabien. Keine Entscheidung aus Liebe, sondern aus Prinzip. ›Weil wir längst woanders sind‹ erzählt die Geschichte von Basils Reise nach Jeddah zur Hochzeit seiner Schwester. Er möchte ein letztes Mal die alte Nähe spüren. Zugleich führt ihn sein Besuch mitten hinein in die eigene Vergangenheit: in den liebevoll-skurrilen Kosmos der saudischen Verwandtschaft, die in seinem »deutschen Leben« nie anwesend war und doch immer da in der Erinnerung. Was treibt Layla – eine nicht religiöse, freiheitsliebende junge Frau – dazu, sich für ein Land zu entscheiden, in dem Frauen alles andere als frei sind? Wie soll man umgehen mit einem Gefühl von Fremdheit, das unauflösbar scheint? Rasha Khayat stellt schmerzhafte Fragen. Und sie findet Antworten, die ebenso irritieren wie im Innersten berühren.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Paperback
Pages
206
Price
14.40 €

Author Description

RASHA KHAYAT studierte Vergleichende Literaturwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Bonn. Seit 2005 arbeitet sie als freie Autorin, Übersetzerin und Dozentin. 2016 erschien ihr Debüt ›Weil wir längst woanders sind‹. Sie erhielt für ihre Arbeit zahlreiche Auszeichnungen, u. a. das Grenzgänger-Stipendium der Robert Bosch Stiftung und das Werkstipendium des Deutschen Literaturfonds. Seit 2022 hostet sie den feministischen Literaturpodcast ›Fempire – der Podcast über Frauen, die schreiben‹.

Posts

8
All
4

Besonders das Essay der Autorin am Ende, fand ich sehr stark und wichtig!

Es geht um Verortung und Identität und wie die Umwelt maßgeblich Einfluss nimmt. Zitat aus dem Essay: „Niemand deplatziert sich selbst. Es ist keine Entscheidung, kein autonomer Akt, sich deplatziert zu fühlen. Es muss seine Ursache also im Außen haben. Etwas, was dem sich deplatziert Fühlenden entgegengebracht wird, was ihn daran hindert, sich am richtigen Ort zu fühlen.“

5

Ich klappe die Buchdeckel zu und lehne mich mit einem warmen Gefühl zurück und denke, dass das eine wirklich schöne Geschichte war. Anders als ich erwatet hatte und doch kann ich nicht so richtig greifen, was ich erwartet hatte. Dem Klappentext nach geht es um Layla, eine junge Frau, die beschlossen hat nach Saudi-Arabien zurück zu gehen, zu heiraten und ihr Leben dort zu verbringen. Der Klappentext schockiert die deutsche, die europäische, die nicht muslimische Leserschaft. Welche in Europa aufgewachsene Frau geht freiwillig in ein Land, in dem Frauen keine Rechte haben, kein Auto fahren dürfen (heute schon) und in dem sie für alles einen männlichen Vormund brauchen, in dem oftmals ein minderjähriger Junge mehr darf als eine erwachsene Frau? Doch Layla ist halb-halb, mütterlicherseits deutsch und väterlicherseits saudi-arabisch. Sie wurde als junges Mädchen mit ihrem Bruder Basil bereits einmal entwurzelt und neu verpflanzt, nämlich von Saudi-Arabien nach Deutschland. Die Autorin erzählt in recht kurzen Kapiteln fragmentarisch aus dem Leben von Layla, ihrem Bruder Basil, der Mutter Barbara und dem Vater Tarek. Kleine Lichtblitze erhellen die Vergangenheit und das Leben der Familie und geben eine Ahnung, warum all die Charaktere so sind wie sie sind. Rasha Khayat beschreibt ganz wunderbar die Distanz, die in diesem Buch mal örtlich und mal zwischenmenschlich entsteht. Und doch gibt es auch Brücken, die trotz kultureller Unterschiede bereits überwunden wurden und die es gilt ein weiteres Mal zu überwinden. Ich spürte Basils Zerrissenheit, Laylas Entfremdung in Deutschland und Barbaras Ungläubigkeit und Enttäuschung. Das Schöne an dem Buch ist, dass es nie anklagend ist. Erzählend eröffnen sich der Leserschaft eine Welt zwischen den Stühlen und zwischen den Herzen. Meine einzige Kritik ist, dass das Buch so kurz ist. Ich hätte gerne noch etwas länger verweilt, die Charaktere besser kennengelernt. Und wenn ich jetzt einen Wunsch hätte, würde ich mir ein ähnliches Buch über und von Barbara wüschen. Gerne dann auch so fragmentarisch durch ihr Leben und ihre Gedankenwelt. Ein wunderbares Debüt! Ich freue mich jetzt umso mehr auf das nächste Buch der Autorin, das im August veröffentlich wird!

1.5

Viel gewollt, wenig geschafft. Die Geschichte wird nicht ausgefüllt und es werden Aussagwn aneinander gereiht, die bedeutungsschwanger sein sollen, aber nicht sind. Ich konnte dem Buch nur wenig abgewinnen.

4

Kurzweilig, leicht und schwermütig zugleich. Es geht um loslassen und festhalten, trauern und Entscheidungen treffen und akzeptieren.

3.5

🌷

es hat mir gut gefallen, jedoch finde ich es schade dass das Potenzial dieses Buches nicht völlig genutzt wurde

5

Wenn mir schon Was ist schon für immer gefallen hat, dann hat mich dieses Buch komplett abgeholt. Die Geschichte von Layla und Basil hat mich bereits durch den Klappentext unglaublich neugierig gemacht. Ich liebe es, durch Literatur andere Kulturen zu erkunden, und hier bekommen wir gleich zwei Perspektiven: eine Familie mit Wurzeln in Saudi-Arabien und gleichzeitig ein Leben in Deutschland. Diese kulturelle Spannung und Verbundenheit macht das Buch von Beginn an besonders. Wie schon der Vorgänger ist auch dieses Buch poetisch, tiefgründig und dennoch angenehm zugänglich geschrieben. Die Länge ist perfekt, um es in einem guten Lesefluss zu verschlingen. Besonders mochte ich, wie viele verschiedene Charaktere eigene Kapitel bekommen und wir tiefer in ihre Seelen schauen durften, nicht nur Layla und Basil, sondern auch die Mutter, der verstorbene Vater, der Bruder. Genau diese Vielstimmigkeit hat die Geschichte so lebendig gemacht. Manche Handlungen, wie etwa die Abwesenheit der Mutter bei der Hochzeit, wurden dadurch viel verständlicher. Mein größter Kritikpunkt und gleichzeitig das spannendste Thema des Buches: Ich hatte mir eine intensivere Auseinandersetzung damit gewünscht, warum Layla Deutschland verlässt, um in ein Land zu ziehen, in dem sie als Frau weniger Rechte hat. Diese Frage hat mich, aus europäischer Perspektive und als Frau, durchgehend begleitet. Layla erklärt, dass sie sich in Deutschland fremd fühlt. Das ist nachvollziehbar. Aber ich hätte so gern gewusst, wie sie emotional und rational damit umgeht, Rechte aufzugeben, die sie ihr Leben lang hatte. Der Roman streift dieses Thema, aber er geht nicht tief genug hinein. Besonders das Gespräch mit ihrem Bruder hätte meiner Meinung nach mehr Raum verdient. Auch Basil stellt genau diese Frage aber lässt sie dann merkwürdig schnell fallen. Da hätte so viel mehr Spannung, Konflikt und Tiefe liegen können. Etwas, das mich ebenfalls beschäftigt hat: Layla betont immer wieder, dass ihr Ehemann ein „okayer“ Mann sei, nett, solide. Doch es wirkte oft, als sei sie selbst nicht völlig überzeugt von ihrer Entscheidung. Dazu kommt die unerfüllte Liebe zum Mitbewohner von Basil, die wie ein leiser Schmerz durch die Kapitel weht. Dadurch hatte ich manchmal den Eindruck, dass Layla eher flieht, aus Frustration, Einsamkeit oder Entwurzelung, als aus echter Überzeugung. Gerade weil Layla so intelligent, reflektiert und sensibel gezeichnet ist, hätte ich mir gewünscht, tiefer zu verstehen, warum sie diesen Weg wirklich wählt und wie sie die Konsequenzen für ihr eigenes Leben bewertet. Was das Buch trotzdem großartig macht. Die Atmosphäre. Die vielen POVs. Die poetische Sprache. Die kulturelle Tiefe. Die Familienstrukturen, die gleichzeitig wunderschön und kompliziert sind. Ich habe so viel gelernt und so viele Gedanken mitgenommen, wie man Identität, Heimat und Zugehörigkeit empfinden kann. Für alle, die Geschichten über Migration, Heimat und kulturelle Identität lieben, ist es definitiv ein Lesetipp

3

Ich hatte mir mehr erhofft

Es handelt sich um eine (unerwartet) schöne Geschichte, die es aber leider nicht schafft, die erhofften Emotionen bei mir auszulösen. Der Plot verlief mir zu zügig und lies die nötige Tiefe nicht zu. Ich hätte mir tatsächlich einige Seiten mehr gewünscht.

3

Ruhige kurze Geschichte auf 187 Seiten. Ich hätte gern noch mehr erfahren über Tarek, Basil und Barbara und auch Leylas Verblendung blieb ein bisschen unklar. Trotzdem unterhaltend und realistisch. Am meisten stört mich irgendwie das Cover. Stilistisch unpassend.

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