Hexen

Hexen

Paperback
4.039
#MetooSexismusSorcièresWeiblichkeit

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Description

Die Hexenverfolgungen waren ein Krieg gegen Frauen, dessen Auswirkungen bis heute spürbar sind. Frauen, die unabhängig lebten, keine Kinder hatten oder einfach alt geworden waren, liefen zur Zeit der Renaissance Gefahr, verfolgt und verbrannt zu werden. Unser Bild von Frauen ist noch heute von negativen Stereotypen geprägt – entstanden in einer Geschichte, die ohne und gegen sie geschrieben wurde. Mona Chollet macht die Hexerei zu einer großen feministischen Metapher und die Hexe zu einem begeisternden Vorbild selbstbestimmter Weiblichkeit. Mit über 180.000 verkauften Exemplaren wurde »Hexen« in Frankreich zum Bestseller.

Book Information

Main Genre
Specialized Books
Sub Genre
History & Archaeology
Format
Paperback
Pages
288
Price
22.70 €

Author Description

Mona Chollet, 1973 in Genf geboren, lebt in Paris. Sie hat Literatur in Genf und Journalismus in Lille studiert und bei »Charlie Hebdo« und für Arte Radio gearbeitet. Heute ist sie Redakteurin bei »Le Monde diplomatique«. Sie ist Verfasserin mehrerer Bücher, zuletzt erschien 2021 »Réinventer l'amour« (dt. »Wir müssen die Liebe neu erfinden«, DuMont 2023).

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Übersetzt von Birgit Althaler "Sie veranschaulichen vor allem, wie Gesellschaften beharrlich immer wieder einen Sündenbock für ihr Unglück suchen und sich in einem Kreislauf der Irrationalität festfahren, wie sie jedem vernünftigen Argument unzugänglich werden, bis die Häufung von Hassreden und eine obsessiv gewordene Feindschaft den Übergang zur physischen Gewalt rechtfertigen, die als legitime Verteidigung des Gesellschaftsorganismus wahrgenommen wird." S. 17 Ich lebe allein und das sogar gerne. Ich liebe die Natur, vor allem im Herbst, wenn das Licht nicht mehr so grell ist und alles im Einklang zu sein scheint. Ich habe vor Kurzem die irrationale Angst vor Spinnen abgelegt. Ich liebe Tiere, ich bin alleinstehend, kinderlos und lebe in einer Wohnung voller Bücher. Seien wir mal ehrlich: Hätte ich mehrere hundert Jahre vorher gelebt, hätte ich es wahrscheinlich nicht wirklich bis zu meinen Dreißigern geschafft und wäre wohl schon lange als Hexe auf dem Scheiterhaufen Geschichte geworden. Denn auch heute noch verfolgen uns die Spuren der Hexenverfolgung. Kritische Nachfragen zum Lebensstil: „Bist du denn wirklich glücklich so ganz alleine?“ „Du hast sicher noch nicht den Richtigen gefunden!“ „Das kann doch nicht alles sein, was du willst?“ Sich geschichtlich, gesellschaftlich und patriarchalisch tief eingegrabenen Lebensstilen zu widersetzen, scheint auch heute noch Menschen Unbehagen zu bereiten. Auch wenn ich nicht wirklich nachvollziehen kann, warum sich irgendjemand Gedanken um meinen Lebensstil machen sollte, kann ich immer mehr und deutlicher verstehen, woher dieses Unbehagen kommt. Mona Chollet beleuchtet genau dieses Unbehagen in ihrem hervorragenden Buch „Hexen. Die unbesiegte Macht der Frauen“ im Zusammenhang der jahrhundertelangen Hexenverfolgungen auf der ganzen Welt, die lange Zeit von männlichen Geschichtsleuten fast schon geleugnet, relativiert und höchstens am Rande erwähnt wurden und die doch immer nur einen Ursprung hatten, obwohl gefühlt tausend absurde Gründe vorgeschoben wurden: Kontrolle über den Körper und die Seele von Frauen. Die auch heute noch in zahlreichen Institutionen wie Politik, Medizin und Gesellschaft leider meist erfolgreich – wir leben schließlich im Patriarchat – ausgeübt wird. Das Schreckensbild „Hexe“ wurde erfunden, um diesen Irrsinn zu rechtfertigen, und dieses Schreckensbild finden wir noch heute in zahlreichen Medien wieder, ob Disney-Filme, Horrorfilme, Kinderbücher oder auch solche für Erwachsene: überall begegnet uns das Schreckensbild der Hexe, immer als alte, verbitterte und bösartige Frau inszeniert, die Rache nehmen will. Wie absurd und gleichzeitig tragisch die Vorstellung, dass dieses Bild seinen Ursprung im Tod von zahlreichen Menschen hat, vorwiegend Frauen, aber auch Männer, die ihre Frauen verteidigen wollten, und sogar Kindern, die Folter ertragen mussten, um dann unter grausamen Umständen zu sterben. In „Hexen. Die unbesiegte Macht der Frauen“ wird das Schreckensbild der Hexe komplett umgekehrt. Mona Chollet verwandelt die Hexe in etwas Kraftvolles, Wunderschönes und Starkes. Sie gibt Frauen das Recht, so zu leben, wie sie wollen, zurück und zeigt in vielen persönlichen Beispielen, wie ihr eigener Lebensentwurf sie zu einer starken Persönlichkeit hat werden lassen. Obwohl dieses Buch angesichts der unglaublich gut recherchierten Geschichte und der Realität, in der wir leben, unglaublich wütend macht, ist es auch hoffnungsvoll und unterstützend und bestärkt uns in dem, was uns ausmacht. Und außerdem ist es so wahnsinnig klug und auf den Punkt, dass es höchstwahrscheinlich die, die es lesen sollten, nicht erreichen wird. Aber mich hat es erreicht, in allen Bereichen. Und das schon zum zweiten Mal – nachdem ich es vor sechs Jahren zum ersten Mal gelesen habe, auch in einer Zeit, in der man mich fragte: „Bist du denn wirklich glücklich so ganz alleine?“ Ja, bin ich. Und wie. "Es sind auch schöpferisch tätige Frauen, die viel lesen und ein reiches Innenleben haben: 'Sie existieren außerhalb des männlichen Blicks und des Blicks der anderen, denn ihre Einsamkeit ist angereichert durch Werke und Personen, Lebende und Tote, Nahestehende oder Unbekannte, deren Anwesenheit- in Fleisch und Blut oder gedanklich über ihre Werke- die Grundlage ihrer Identität darstellt.' Sie verstehen sich als Persönlichkeiten und nicht als Vertreterinnen weiblicher Archetypen." S. 66

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Die Hexenverfolgungen waren ein Krieg gegen Frauen, dessen Auswirkungen bis heute spürbar sind. Frauen, die unabhängig lebten, keine Kinder hatten oder einfach alt geworden waren, liefen zur Zeit der Renaissance Gefahr, verfolgt und verbrannt zu werden. Unser Bild von Frauen ist noch heute von negativen Stereotypen geprägt – entstanden in einer Geschichte, die ohne und gegen sie geschrieben wurde. Mona Chollet macht die Hexerei zu einer großen feministischen Metapher und die Hexe zu einem begeisternden Vorbild selbstbestimmter Weiblichkeit.

2.5

Das war so gar nicht, was ich erwartet hatte, denn letztlich geht es nicht um Hexenverfolgung. Sondern um frauenfeindliche Stereotype. Um bewusste Kinderlosigkeit, Altersdiskriminierung, unabhängige Frauen und Benachteiligung von Frauen im Gesundheitswesen. Alles um vieles und das ist irgendwie auch das Problem, denn obwohl ich das inhaltlich alles an sich spannend und richtig fand, hat mir leider sehr der Zug bzw. ein roter Faden gefehlt.

3.5

Sehr lehrreich

Ich fand das Buch sehr lehrreich und interessant. Hab aber auch schon bessere Bücher im feministischen Bereich belesen.

Sehr lehrreich
2.5

Spannend, aber schweift sehr oft ab.

2

Leider eine Enttäuschung. Ich war so begeistert als ich den Klappentext durchlas weil ich davon ausging, dass das Buch wirklich auf die Hexenverfolgung eingehen wird. Doch das war nicht der Fall. Es ist mehr wie eine kleine Metapher, die ab und zu mal in verschiedenen Kapitel erwähnt wird. Zudem erfindet das Buch nicht das Rad neu. Es geht um Kinderlosigkeit, Alterdiskriminierung und unabhängige Frauen. Alles Gründe wofür man früher auf dem Scheiterhaufen verbrannt werden konnte. Die Autorin sprach so viele Aspekte an, dass ich im letzten Kapitel verwirrt dasaß und ihr Überthema nicht mehr verstand. Sie geht auf alles ein, nur nicht auf Hexen.

3.5

Ein gutes Buch über den Feminismus und seine Entwicklung seit der Zeit der Hexenverfolgung. Leider war mir der Anteil der Hexenverfolgung zu wenig. Der Titel und auch der Klappentext habe mir mehr versprochen, was den Vergleich des heutigen Feminismus mit der systematischen Kleinhaltung der Frauen im Mittelalter angeht. Dennoch waren einige Informationen für mich neu und es war eine wirklich interessante Lektüre.

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