Mr. Loverman
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Description
Ein unverblümter, anrührender Roman über die späte Suche nach dem richtigen Leben – von der Autorin des preisgekrönten Bestsellers Mädchen, Frau etc .
Barrington Jedidiah Walker, geboren in Antigua, ist schon fast ein halbes Jahrhundert in London mit seiner Frau verheiratet. Barry liebt Retro-Anzüge, Rum und Shakespeare. Und er liebt heimlich seinen alten Jugendfreund Morris. Mit ihm will er auf seine alten Tage endlich offen zusammenleben. Doch ist dieser Schritt tatsächlich machbar für ihn? Mr. Loverman ist eine ebenso kluge wie witzige Abrechnung mit unseren Lebenswelten und den gesellschaftlichen Zwängen, denen wir unterliegen. Einmal mehr zeigt Bernardine Evaristo, warum sie zu den wichtigsten Stimmen der britischen Gegenwartsliteratur zählt.
Barrington Jedidiah Walker hat mit seiner Frau Carmel ein beschauliches Leben in Hackney: zwei erwachsene Kinder, ein heimeliges Haus, Ruhestand. Doch unter der perfekten Oberfläche führt Barry ein Doppelleben. Seit Kindertagen liebt er seinen Freund Morris, der wie er als junger Mann von Antigua nach England ausgewandert ist – und Morris liebt ihn. Die tief religiöse und von ihrer Ehe bitter enttäuschte Carmel ahnt, dass ihr Mann sie betrügt, allerdings hat sie keine Ahnung, mit wem. Während sich die Ehe der beiden auf den unvermeidlichen Abgrund zubewegt, entscheidet Barry, dass er sich endlich zu Morris bekennen will. Aber ist das möglich, nach all den Jahren im Verborgenen? Mit trockenem Humor und scharfem Blick entlarvt Bernardine Evaristo die Irrtümer, die unseren Entscheidungen oft zugrunde liegen. Mit welchen Konsequenzen müssen wir rechnen, wenn wir uns treu bleiben wollen? Und was, wenn die Angst vor diesen Konsequenzen einfach zu groß ist?
»Evaristo erzählt mit genauem Blick, pointiert und ironisch von den Dingen, die zu lange im Schatten standen und bis heute stehen.« ttt – titel, thesen, temperamente
»Wer Evaristos Bücher noch nicht kennt, sollte das unbedingt ändern – sie schreibt über das moderne Großbritannien wie keine Zweite.« The Guardian
»Eine brillante und – wie Mr. Barrington Walker, Esq. selbst zugegeben haben könnte – ausgesprochen kluge Charakterstudie des modernen London.« Independent on Sunday
»Das Schreckgespenst Homosexualität hat eine lange Tradition auf den Westindischen Inseln - Bernardine Evaristo widmet sich jedem Aspekt davon. Ein zarter, zukunftsweisender Roman.« The Spectator
»Ein tiefgründiger, humorvoller und vor allem anrührender Roman. Evaristo erzählt uns von Lebenswelten, die wir zu kennen glauben, und räumt mit unseren Vorstellungen auf.« Independent
»Ein wunderschön geschriebenes Buch, über das hinterher mit jedem reden möchte, den man kennt.« Bloggers Recommend
»Evaristo erzählt mit genauem, auch gnadenlosen Blick, pointiert und ironisch von den Dingen, die zu lange im Schatten standen und bis heute stehen.« ttt
Book Information
Author Description
Bernardine Evaristo, geboren 1959, wuchs als viertes von acht Kindern in London auf. Sie ist Professorin für Kreatives Schreiben an der Brunel University London und Präsidentin der Royal Society of Literature. Sie gewann als erste Schwarze Autorin den Booker-Preis für ihren Bestsellerroman Mädchen, Frau etc. (2021). Außerdem bei Tropen erschienen: Manifesto. Warum ich niemals aufgebe (2022), Mr. Loverman (2023) und Zuleika (2024).
Posts
Amüsant zu lesender, sozial- und gesellschaftskritischer Roman über eine "karibische Schwuppe", der sich aufgrund gesellschaftlicher Zwänge nicht outen kann. Sehr differenziertes Bild auf sowohl den Protagonisten als auch auf seine Frau, die nichts von seiner Homosexualität weiß. Der Schreibstil hat mir besonders gut gefallen, einerseits lockerflockig, andererseits poetisch. Zu empfehlen!
Mal eine ganz andere Story
Wir haben hier einen Rentner, der zu People of Color gehört, unglücklich in seiner Ehe ist und eigentlich ist er auch homosexuell. Eine Mischung die es in sich hat und Gesprächsstoff für viele tiefgründige Diskussionen gibt. Ich mochte die Storyline und das Setting sehr. Das Buch hat mich noch einige Tage lang beschäftigt.

Eine Interessante Geschichte, die mich aber leider nicht ganz gepackt hat😕
Seit ein paar Monaten habe ich begonnen fremde Menschen nach Büchern zu fragen die man deren Meinung nach gelesen haben muss. Mr. Loverman war die neuste Empfehlung für mich und tatsächlich ein Buch was ich mir so nicht gekauft hätte (ich bin leider ein Cover-Opfer😅) Die Geschichte hat mir vom Grundprinzip sehr gefallen, jedoch waren mir alle Charaktere im Buch nicht sonderlich sympathisch, weshalb ich keine richtige Bindung aufbauen konnte. Es gab allerdings durchaus Momente, wo ich mal schmunzeln musste. Der Schreibstile ist mir vom lesen teilweise nicht ganz so leicht gefallen. Gerade die Kapitel in denen es um die Stimme von Carmel ging, vielen mir zu Beginn schwerer. Irgendwann gewöhnt man sich aber daran und so konnte ich besser der Story folgen. Insgesamt ein Buch, welches ich aufgrund seiner Thematik jedoch trotzdem weiterempfehlen kann, Geschmäcker sind ja verschieden ☺️

Mr. Loverman von Bernardine Evaristo Wie man schon durch den Klappentext erfährt, liest man hier die Geschichte Barrington und seinem langjährigen Liebhaber Morris. Das Problem ist nur, das Barrington seit 60 Jahren mit einer Frau verheiratet ist. Und nun möchte er aus dieser Ehe ausbrechen und neu anfangen. Mitte 70 ist genau das richtige Alter um sein Leben neu zu formen. Barry war mir leider nicht sonderlich sympathisch. Er war eigentlich dauerhaft betrunken und die gute Laune war auch nur semigut vorhanden. Er war völlig unselbständige. Als seine Frau für 1 Woche nicht im Haus war, ist nach kurzer Zeit Chaos ausgebrochen. Seine Kleidung lies er direkt hinter der Haustür, großflächig verteilt liegen, damit sie nach ihrer Rückkehr nicht so weit bis zur Waschmaschine laufen muss. Er kann nicht kochen, nicht waschen, nicht einkaufen, gar nichts. Außer sie betrügen und schlecht behandeln und trinken. Am besten im Selbstmitleid ertrinken. Ich kann mir nicht vorstellen wie schwer es ist in einer Scheinehe gefangen zu sein. Aber hätte man nicht zumindest zum Partner ehrlich sein können? Carmel hätte ein so schönes Leben führen können, hätte die Welt genießen können. Anstatt immer verbitterter zu werden. Barry war definitiv nicht sympathisch, nur großkotzig und egoistisch. Wie der liebe Morris das ausgehalten hat, ist mir ein Rätsel. Trotzdem war es sehr informativ. Wie erleben karibische Einwanderer ihr Leben in England. Was fehlt ihnen? Die Entwicklung der Homofeindlichkeit, die Gefahren und die Freiheiten.

Ich schwanke extrem, wie ich diesen Roman finde. Barry fand ich meistens unsympathisch, rücksichtslos und stellenweise sexistisch und homophob, seine Frau war mir aber ebenfalls kaum sympathisch. 90% des Buches ist nur ein hin und her, ob Barry sich jetzt wirklich endlich scheiden lässt oder ob er es einfach nicht auf die Kette bekommt. Die englische Ausgabe hätte mir zudem wahrscheinlich mehr zugesagt, glaube da ging einiges bei der Übersetzung flöten.
Sozialkritische Lebensgeschichte von einen Ehepaar aus Antigua, die in den 70ern nach UK ausgewandert sind.
Barry ist schwul und Mitte 70. Genauso wie seine Frau ist er unglücklich in seiner Ehe gefangen. Bisher war an eine Scheidung oder gar ein Outing nicht zu denken. Nun soll sich alles ändern. Sprachlich hervorragend. Bei mir kam keine Langeweile auf. Und die Einblicke in die karibische Kultur haben mir sehr gefallen.
Zwischen Pflicht und Sehnsucht Für mich ein Roman der vor allem von Anpassung, verpassten Chancen und davon, wie lange gesellschaftliche Erwartungen ein Leben bestimmen können erzählt.
Wir folgen den Gedanken von Barry, einem Antiguaner Mitte siebzig, der den größten Teil seines Lebens in England verbracht hat. Immer wieder ringt er mit der Frage, ob er aus dem Gefängnis seiner Ehe ausbrechen und mit seiner Jugendliebe zusammenziehen soll. Das Problem: Es ist ein Mann. Für Barry war es nie eine echte Option, sich den gesellschaftlichen Erwartungen seines Herkunftslandes zu entziehen – und auch im vermeintlich progressiveren England bleibt er als Einwanderer mit starkem Anpassungsdruck konfrontiert. So verharren er und seine Frau bis zum Erzählzeitpunkt in einer Ehe, die beide unglücklich macht, während sie gemeinsam zwei Töchter großziehen. Die Perspektive wechselt zwischen Barry und Carmel. Während wir Barry im Hier und Jetzt folgen, erzählen Carmels Kapitel von der Vergangenheit. Formal ist das interessant gelöst: Jedes ihrer Kapitel besteht aus einem einzigen langen Satz. Erstaunlich, aber gut lesbar und eine besondere formale Entscheidung. Die langen Sätze wirken fast wie ein Gedankenstrom aus Erinnerungen und unausgesprochenen Verletzungen. Barry blieb mir über weite Strecken unsympathisch. Obwohl er selbst Erfahrungen mit Ausgrenzung macht – als Einwanderer und als homosexueller Mann – vertritt er häufig Ansichten, die stark an das Denken eines „alten weißen Mannes“ erinnern und wirkt dabei erstaunlich wenig reflektiert. Wäre nicht der trockene Humor des Buches gewesen, hätte ich es vielleicht irgendwann aus der Hand gelegt. Auch das Ende empfand ich als etwas hastig erzählt – fast ein wenig zu gut, um wahr zu sein.
Description
Ein unverblümter, anrührender Roman über die späte Suche nach dem richtigen Leben – von der Autorin des preisgekrönten Bestsellers Mädchen, Frau etc .
Barrington Jedidiah Walker, geboren in Antigua, ist schon fast ein halbes Jahrhundert in London mit seiner Frau verheiratet. Barry liebt Retro-Anzüge, Rum und Shakespeare. Und er liebt heimlich seinen alten Jugendfreund Morris. Mit ihm will er auf seine alten Tage endlich offen zusammenleben. Doch ist dieser Schritt tatsächlich machbar für ihn? Mr. Loverman ist eine ebenso kluge wie witzige Abrechnung mit unseren Lebenswelten und den gesellschaftlichen Zwängen, denen wir unterliegen. Einmal mehr zeigt Bernardine Evaristo, warum sie zu den wichtigsten Stimmen der britischen Gegenwartsliteratur zählt.
Barrington Jedidiah Walker hat mit seiner Frau Carmel ein beschauliches Leben in Hackney: zwei erwachsene Kinder, ein heimeliges Haus, Ruhestand. Doch unter der perfekten Oberfläche führt Barry ein Doppelleben. Seit Kindertagen liebt er seinen Freund Morris, der wie er als junger Mann von Antigua nach England ausgewandert ist – und Morris liebt ihn. Die tief religiöse und von ihrer Ehe bitter enttäuschte Carmel ahnt, dass ihr Mann sie betrügt, allerdings hat sie keine Ahnung, mit wem. Während sich die Ehe der beiden auf den unvermeidlichen Abgrund zubewegt, entscheidet Barry, dass er sich endlich zu Morris bekennen will. Aber ist das möglich, nach all den Jahren im Verborgenen? Mit trockenem Humor und scharfem Blick entlarvt Bernardine Evaristo die Irrtümer, die unseren Entscheidungen oft zugrunde liegen. Mit welchen Konsequenzen müssen wir rechnen, wenn wir uns treu bleiben wollen? Und was, wenn die Angst vor diesen Konsequenzen einfach zu groß ist?
»Evaristo erzählt mit genauem Blick, pointiert und ironisch von den Dingen, die zu lange im Schatten standen und bis heute stehen.« ttt – titel, thesen, temperamente
»Wer Evaristos Bücher noch nicht kennt, sollte das unbedingt ändern – sie schreibt über das moderne Großbritannien wie keine Zweite.« The Guardian
»Eine brillante und – wie Mr. Barrington Walker, Esq. selbst zugegeben haben könnte – ausgesprochen kluge Charakterstudie des modernen London.« Independent on Sunday
»Das Schreckgespenst Homosexualität hat eine lange Tradition auf den Westindischen Inseln - Bernardine Evaristo widmet sich jedem Aspekt davon. Ein zarter, zukunftsweisender Roman.« The Spectator
»Ein tiefgründiger, humorvoller und vor allem anrührender Roman. Evaristo erzählt uns von Lebenswelten, die wir zu kennen glauben, und räumt mit unseren Vorstellungen auf.« Independent
»Ein wunderschön geschriebenes Buch, über das hinterher mit jedem reden möchte, den man kennt.« Bloggers Recommend
»Evaristo erzählt mit genauem, auch gnadenlosen Blick, pointiert und ironisch von den Dingen, die zu lange im Schatten standen und bis heute stehen.« ttt
Book Information
Author Description
Bernardine Evaristo, geboren 1959, wuchs als viertes von acht Kindern in London auf. Sie ist Professorin für Kreatives Schreiben an der Brunel University London und Präsidentin der Royal Society of Literature. Sie gewann als erste Schwarze Autorin den Booker-Preis für ihren Bestsellerroman Mädchen, Frau etc. (2021). Außerdem bei Tropen erschienen: Manifesto. Warum ich niemals aufgebe (2022), Mr. Loverman (2023) und Zuleika (2024).
Posts
Amüsant zu lesender, sozial- und gesellschaftskritischer Roman über eine "karibische Schwuppe", der sich aufgrund gesellschaftlicher Zwänge nicht outen kann. Sehr differenziertes Bild auf sowohl den Protagonisten als auch auf seine Frau, die nichts von seiner Homosexualität weiß. Der Schreibstil hat mir besonders gut gefallen, einerseits lockerflockig, andererseits poetisch. Zu empfehlen!
Mal eine ganz andere Story
Wir haben hier einen Rentner, der zu People of Color gehört, unglücklich in seiner Ehe ist und eigentlich ist er auch homosexuell. Eine Mischung die es in sich hat und Gesprächsstoff für viele tiefgründige Diskussionen gibt. Ich mochte die Storyline und das Setting sehr. Das Buch hat mich noch einige Tage lang beschäftigt.

Eine Interessante Geschichte, die mich aber leider nicht ganz gepackt hat😕
Seit ein paar Monaten habe ich begonnen fremde Menschen nach Büchern zu fragen die man deren Meinung nach gelesen haben muss. Mr. Loverman war die neuste Empfehlung für mich und tatsächlich ein Buch was ich mir so nicht gekauft hätte (ich bin leider ein Cover-Opfer😅) Die Geschichte hat mir vom Grundprinzip sehr gefallen, jedoch waren mir alle Charaktere im Buch nicht sonderlich sympathisch, weshalb ich keine richtige Bindung aufbauen konnte. Es gab allerdings durchaus Momente, wo ich mal schmunzeln musste. Der Schreibstile ist mir vom lesen teilweise nicht ganz so leicht gefallen. Gerade die Kapitel in denen es um die Stimme von Carmel ging, vielen mir zu Beginn schwerer. Irgendwann gewöhnt man sich aber daran und so konnte ich besser der Story folgen. Insgesamt ein Buch, welches ich aufgrund seiner Thematik jedoch trotzdem weiterempfehlen kann, Geschmäcker sind ja verschieden ☺️

Mr. Loverman von Bernardine Evaristo Wie man schon durch den Klappentext erfährt, liest man hier die Geschichte Barrington und seinem langjährigen Liebhaber Morris. Das Problem ist nur, das Barrington seit 60 Jahren mit einer Frau verheiratet ist. Und nun möchte er aus dieser Ehe ausbrechen und neu anfangen. Mitte 70 ist genau das richtige Alter um sein Leben neu zu formen. Barry war mir leider nicht sonderlich sympathisch. Er war eigentlich dauerhaft betrunken und die gute Laune war auch nur semigut vorhanden. Er war völlig unselbständige. Als seine Frau für 1 Woche nicht im Haus war, ist nach kurzer Zeit Chaos ausgebrochen. Seine Kleidung lies er direkt hinter der Haustür, großflächig verteilt liegen, damit sie nach ihrer Rückkehr nicht so weit bis zur Waschmaschine laufen muss. Er kann nicht kochen, nicht waschen, nicht einkaufen, gar nichts. Außer sie betrügen und schlecht behandeln und trinken. Am besten im Selbstmitleid ertrinken. Ich kann mir nicht vorstellen wie schwer es ist in einer Scheinehe gefangen zu sein. Aber hätte man nicht zumindest zum Partner ehrlich sein können? Carmel hätte ein so schönes Leben führen können, hätte die Welt genießen können. Anstatt immer verbitterter zu werden. Barry war definitiv nicht sympathisch, nur großkotzig und egoistisch. Wie der liebe Morris das ausgehalten hat, ist mir ein Rätsel. Trotzdem war es sehr informativ. Wie erleben karibische Einwanderer ihr Leben in England. Was fehlt ihnen? Die Entwicklung der Homofeindlichkeit, die Gefahren und die Freiheiten.

Ich schwanke extrem, wie ich diesen Roman finde. Barry fand ich meistens unsympathisch, rücksichtslos und stellenweise sexistisch und homophob, seine Frau war mir aber ebenfalls kaum sympathisch. 90% des Buches ist nur ein hin und her, ob Barry sich jetzt wirklich endlich scheiden lässt oder ob er es einfach nicht auf die Kette bekommt. Die englische Ausgabe hätte mir zudem wahrscheinlich mehr zugesagt, glaube da ging einiges bei der Übersetzung flöten.
Sozialkritische Lebensgeschichte von einen Ehepaar aus Antigua, die in den 70ern nach UK ausgewandert sind.
Barry ist schwul und Mitte 70. Genauso wie seine Frau ist er unglücklich in seiner Ehe gefangen. Bisher war an eine Scheidung oder gar ein Outing nicht zu denken. Nun soll sich alles ändern. Sprachlich hervorragend. Bei mir kam keine Langeweile auf. Und die Einblicke in die karibische Kultur haben mir sehr gefallen.
Zwischen Pflicht und Sehnsucht Für mich ein Roman der vor allem von Anpassung, verpassten Chancen und davon, wie lange gesellschaftliche Erwartungen ein Leben bestimmen können erzählt.
Wir folgen den Gedanken von Barry, einem Antiguaner Mitte siebzig, der den größten Teil seines Lebens in England verbracht hat. Immer wieder ringt er mit der Frage, ob er aus dem Gefängnis seiner Ehe ausbrechen und mit seiner Jugendliebe zusammenziehen soll. Das Problem: Es ist ein Mann. Für Barry war es nie eine echte Option, sich den gesellschaftlichen Erwartungen seines Herkunftslandes zu entziehen – und auch im vermeintlich progressiveren England bleibt er als Einwanderer mit starkem Anpassungsdruck konfrontiert. So verharren er und seine Frau bis zum Erzählzeitpunkt in einer Ehe, die beide unglücklich macht, während sie gemeinsam zwei Töchter großziehen. Die Perspektive wechselt zwischen Barry und Carmel. Während wir Barry im Hier und Jetzt folgen, erzählen Carmels Kapitel von der Vergangenheit. Formal ist das interessant gelöst: Jedes ihrer Kapitel besteht aus einem einzigen langen Satz. Erstaunlich, aber gut lesbar und eine besondere formale Entscheidung. Die langen Sätze wirken fast wie ein Gedankenstrom aus Erinnerungen und unausgesprochenen Verletzungen. Barry blieb mir über weite Strecken unsympathisch. Obwohl er selbst Erfahrungen mit Ausgrenzung macht – als Einwanderer und als homosexueller Mann – vertritt er häufig Ansichten, die stark an das Denken eines „alten weißen Mannes“ erinnern und wirkt dabei erstaunlich wenig reflektiert. Wäre nicht der trockene Humor des Buches gewesen, hätte ich es vielleicht irgendwann aus der Hand gelegt. Auch das Ende empfand ich als etwas hastig erzählt – fast ein wenig zu gut, um wahr zu sein.



















