Gott. Ein Theaterstück
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Description
Eine Frage von Leben und Tod
Wem gehört unser Leben? Wer entscheidet über unseren Tod? – Richard Gärtner ist schon 78 Jahre alt, körperlich und geistig aber völlig gesund. Doch seit dem Tod seiner Frau möchte er nicht mehr leben. Er verlangt nach einem Medikament, das ihn tötet. Mediziner, Juristen, Pfarrer, Ethiker, Politiker und Teile der Gesellschaft zweifeln, ob Ärzte ihm bei seinem Suizid helfen dürfen. Die Ethikkommission diskutiert den Fall. Das Urteil ist den Zuschauerinnen und Zuschauern überlassen.
Mit einem Nachwort und Anmerkungen.
»Die Diskussion über diese schwierige Frage hat gerade erst begonnen, ... aber ich weiß sicher, dass es unser Staat ist, unsere Gesellschaft und unsere Zukunft, über die wir hier streiten.« (aus: Gott )
Book Information
Author Description
Ferdinand von Schirach, geb. 1964, ist Schriftsteller und Jurist. Nach seinem Jurastudium in Bonn und anschließendem Referendariat ließ er sich als Rechtsanwalt, spezialisiert auf Strafrecht, in Berlin nieder. Besondere Bekanntheit erlangte er u. a. als Strafverteidiger in den Berliner Mauerschutzenprozessen von 1991 bis 2004.Im Jahr 2009, im Alter von 45 Jahren, veröffentlichte er einen ersten Erzählband Verbrechen – der Beginn einer beispiellosen internationalen Schriftstellerkarriere: Der Spiegel nannte Ferdinand von Schirach einen »großartigen Erzähler«, die New York Times einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der Independent verglich ihn mit Kafka und Kleist, der Daily Telegraph schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Seine Bücher wurden vielfach verfilmt und erschienen in mehr als vierzig Ländern. Die Theaterstücke Terror und Gott zählen zu den erfolgreichsten Dramen unserer Zeit, und Essaybände wie Die Würde des Menschen ist antastbar sowie die Gespräche mit Alexander Kluge Die Herzlichkeit der Vernunft und Trotzdem standen monatelang auf den deutschen Bestsellerlisten. Ferdinand von Schirach wurde vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Zuletzt erschienen von ihm u. a. das Theaterstück Sie sagt, er sagt sowie der Theatermonolog Regen.
Posts
Unangenehm allerdings wichtig sich auch mit der Thematik zu beschäftigen.
In diesem Buch wird das Thema aktive Sterbehilfe diskutiert, in Form eines Theaterstück. Was spricht dafür und was dagegen, wer hat das Recht darüber zu entscheiden und wem gehört unser Leben. Ich habe es sehr gerne gelesen auch wenn mir schon das meiste bekannt war. Ich finde der Autor schafft es hier verschiedene Meinungen und Ansichten zu beleuchtet ohne dem Leser etwas aufzuzwingen, man kommt ins Denken und hinterfragen und bildet sich schließlich selbst eine Meinung. Das hat mir hier besonders gut gefallen. Den Anhang habe ich eher überflogen, fand ich zu trocken, könnte mir aber vorstellen ihn noch mal zu lesen, wenn die richtige Zeit dafür kommt. Alles in allem ein gutes Buch.

Darf man selbstbestimmt sterben?
Hierbei handelt es sich um ein Theaterstück, in welchem das Thema der Sterbehilfe behandelt wird. Konkret geht es hierbei um das Anliegen des 78 Jährigen Herrn Gärtner, der einfach nicht mehr leben möchte. Er empfindet keine Lebensfreude mehr, seit dem Ableben seiner Ehefrau. Er meint, dass er sein Leben gelebt hat und nun es an der Zeit wäre für ihn ebenfalls von der Welt zu gehen. Dabei hat er Hilfe dafür angefragt. Er möchte ein Medikament verschrieben bekommen, welches dafür sorgen würde, dass er stirbt. Doch das Rezept wird ihm verwehrt. Und dafür gibt es wohl viele Gründe. Diese werden in einer Ethikimmission behandelt. Dafür wird die rechtliche, die gesundheitliche und die religiöse Seite beleuchtet. Und die große Frage ist: Hat Herr Gärtner überhaupt das Recht zu sterben und inwieweit darf ihm geholfen werden? Ich muss sagen, dass ich mich schon länger mit dieser Thematik befasse. Ich habe mir oft Gedanke darüber gemacht, was ich machen wollen würde, wenn es soweit ist. Inwieweit ich die Durchführung lebenserhaltende Maßnahmen möchte etc. Aufgrund dessen bin ich froh dieses Buch gelesen zu haben. Ich finde, dass es nochmal zum Denken anregt. Nicht nur darüber, was man sich selbst in seinem Leben diesbezüglich wünscht. Aber auch, was es grundsätzlich bedeuten mag. Ich halte viel von Selbstbestimmung. Ich fand es höchst interessant, inwiefern dieser Punkt in diesem Buch thematisiert wird. Letztendlich hat mich dieses Buch in vielen Aspekten nochmal in meiner Meinung gefestigt. Es gab auch Aussagen, die mir schon ziemlich unter die Haut gegangen sind. Ich möchte mich künftig mehr auf dem Laufenden halten, was dieses Thema angeht. Der Schreibstil ist wie immer einfach hervorragend. Ich finde es, wie immer, echt gut wie präzise und nüchtern von Schirach diese Geschichte übergibt. Ich bin mal wieder einfach so über die Seiten geglitten. Es lässt sich wirklich wunderbar lesen. Auch trotz der doch nicht wirklich leichten Thematik. Ich kann dieses wirklich empfehlen. Ich glaube, dass es so ziemlich bis jetzt mein liebstes Buch von ihm ist.
Selbstbestimmt. Bewegend. Hochaktuell.
Auch wenn Gott schon fünf Jahre alt ist, wirkt das Thema aktueller denn je: Darf ein Mensch selbst entscheiden, wann und wie er stirbt – auch wenn er nicht todkrank ist? In dem Buch bittet ein gesunder, älterer Mann nach dem Tod seiner Frau um ein Medikament, um sein Leben zu beenden. Ein Ethikrat diskutiert darüber – viele Perspektiven prallen aufeinander: juristisch, medizinisch, religiös und menschlich. Mich lässt das Thema nicht los. Ich habe durch die Tode meiner Großeltern erlebt, wie schwer so eine Entscheidung sein kann. Und auch wegen meiner psychischen Erkrankung denke ich oft über Lebenssinn und Selbstbestimmung nach. Das Buch gibt keine klaren Antworten, aber es bringt einen zum Nachdenken – genau das macht es so stark. Wer sich weiter mit dem Thema befassen will, dem kann ich nur den Podcast Justizias Wille empfehlen.
Ernste Themen mit respektvoller Behandlung, einem realistischen nicht künstlerisch beschönigenden Schreibstil, so kennt man Ferdinand von Schirach.
Wie bei den anderen Büchern hat es mir der Stil einfach angetan und regte, wie andere Werke von von Schirach, zum Nachdenken und Diskutieren an. Klare Empfehlung für alle! Etwas Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Suizid als heikles Thema gilt, dann vielleicht eher die Finger von „Gott“ lassen.
Wem gehört unser Leben? Wer entscheidet über unseren Tod?
Ich habe "Gott" von Ferdinand von Schirach nun zum zweiten Mal gelesen und wieder hat es mich zum Nachdenken angeregt. Worum geht es? Es geht um die komplexe Frage, ob ein Mensch entscheiden darf, wie er sterben will und inwiefern andere ihn dabei unterstützen dürfen bzw. sollen. Das Theaterstück beleuchtet diese Frage aus unterschiedlichen Perspektiven. Was sagt der Betroffene selbst dazu? Wie ist die medizinische Grundhaltung? Ist es ethisch oder aus religiöser Sicht vertretbar einem Menschen beim Sterben zu helfen? Ein unglaublich wichtiges Buch, das mit seiner ungeschönten, klaren Sprache den Leser dazu ermutigt, diese Frage für sich zu beantworten.
Ein Buch, das bleibt und einem echt zum Nachdenken anregt. Absolute leseempfehlung
Klappentext: Ein 78-jähriger Mann, körperlich gesund, geistig klar und dennoch lebensmüde, möchte sterben. Er fordert Zugang zu einem tödlichen Medikament, um sein Leben selbstbestimmt beenden zu können. Vor einem Ethikrat treffen unterschiedliche Stimmen aufeinander: ein Bischof, ein Arzt, eine Juristin und weitere Beteiligte, die alle dieselbe Frage umkreisen – darf ein Mensch über seinen eigenen Tod entscheiden? Und wenn ja, wer muss ihm dabei helfen? Ferdinand von Schirach hat mit Gott ein Buch geschrieben, das mich nicht einfach nur beschäftigt hat, sondern regelrecht erschüttert zurückließ. 📖 Es war mein zweites Buch aus dem Schirach-Universum und ich merke immer mehr, warum seine Geschichten Menschen so tief treffen, denn er schreibt nicht laut, nicht dramatisch überzogen und nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern still, präzise und erschreckend menschlich. Wir begleiten hier einen 78-jährigen Mann, der die Lust am Leben verloren hat und sterben möchte, und allein dieser Gedanke hat mich schon unglaublich mitgenommen, weil Schirach es schafft, diesen Wunsch weder sensationsgierig noch kalt wirken zu lassen. Stattdessen sitzt man beim Lesen da und merkt, wie sich plötzlich Fragen im eigenen Kopf breitmachen, denen man vielleicht sonst ausweicht. Fragen über Würde. Über Freiheit. Über Verantwortung. Und darüber, ob Liebe manchmal vielleicht auch bedeutet, jemanden gehen zu lassen. Die Diskussionen innerhalb dieses Buches haben mich emotional wirklich an meine Grenzen gebracht, weil jede einzelne Figur nachvollziehbar wirkt und jeder Gedanke irgendwie verständlich erscheint. Der Bischof mit seiner moralischen Haltung. Der Arzt mit seiner Verantwortung. Die Frage, wie man weiterlebt, wenn man am Ende tatsächlich dieses Rezept unterschreibt. Und genau das hat mich so fertiggemacht, weil es hier eben kein klares Schwarz oder Weiß gibt. Schirach erschafft Figuren, die einem nicht wie Romanfiguren vorkommen, sondern wie Menschen, denen man tatsächlich auf der Straße begegnen könnte. Menschen mit Zweifeln. Mit Angst. Mit Überzeugungen. Und während man liest, merkt man plötzlich, dass viele dieser Gedanken eigentlich die eigenen sind. Genau darin liegt für mich die unglaubliche Stärke dieses Buches. 🕯️ Ich selbst bin am Ende zu keiner klaren Antwort gekommen und vielleicht ist genau das die eigentliche Aussage dieses Werkes. Dass manche Fragen keine endgültige Lösung besitzen und dass Moral, Ethik und Menschlichkeit oft viel komplizierter sind, als wir es gerne hätten. Dieses Buch hat mich emotional unglaublich viel Kraft gekostet, aber auf eine Weise, die ich bei Literatur liebe, denn manche Geschichten unterhalten nicht einfach nur, sondern bleiben im Kopf, sitzen im Herzen fest und verfolgen einen noch lange nach der letzten Seite. Für mich ist Gott deshalb nicht einfach nur ein Theaterstück oder ein Roman, sondern ein Gedankenraum, in dem man sich selbst begegnet. Und genau deshalb gibt es hier eine absolute Leseempfehlung. 📚 Ich werde mich definitiv weiter durch das Schirach-Universum bewegen, weil seine Bücher etwas schaffen, das nur wenige Autoren schaffen: Sie hören nicht auf, sobald man das Buch zuklappt.
"Take my money!" sobald es als Theaterstück aufgeführt wird
Schirach gehört für zu einem der wenigen Autoren, der mich nicht los lässt und sehr bereichert. Sein Buch "GOTT" kann ich nur jedem empfehlen, der sich mit dem Thema Tod beschäftigt. Sei es aus persönlichem Interesse oder durch seinen Beruf wie in der Klinik oder Pflege wo man beinahe tagtäglich mit dem Tod konfrontiert ist. Was mir dabei ständig durch den Kopf herumschwirrte war ein Satz von Moritz Holl aus Juli Zeh's "Corpus Delicti": ,,Das Leben ist ein Angebot das man auch ablehnen kann"

Eigentlich dachte ich, ich könnte die Frage, ob ärztliche Beihilfe zum Suizid in Deutschland erlaubt werden sollte, für mich klar beantworten. Nach einem weiteren großartigen Werk von Ferdinand von Schirach bin ich mir da nicht mehr so sicher. Schirach bringt mich jedes mal ins Grübeln.
Das Theaterstück und Buch thematisiert eine hochaktuelle ethische Frage: Darf ein Mensch selbstbestimmt über sein Lebensende entscheiden – auch wenn er nicht unheilbar krank ist? In Form einer fiktiven Gerichtsverhandlung diskutieren ein älterer Mann, seine Anwälte, Vertreter:innen der Kirche, der Medizin, der Ethik und die Gesellschaft über diese Frage. Am Ende steht die Entscheidung: Hat der Mensch ein Recht auf einen selbstbestimmten Tod – oder gibt es Grenzen, die überindividuell gesetzt werden?
Ein Theaterstpck über das Thema Sterbehilfe. Hier werden immer wieder Punkte aufgegriffen die für oder gegen die Sterbehilfe sind. Sehr theologisch aufgebaut (was der Titel ja auch schon sagt) aber dennoch sehr informativ. Mit fast jeder Seite im Buch hat sich meine Meinung zum Thema geändert und auch jetzt bin ich unschlüssig wie ich zu diesem Thema stehe. Aber ein Buch was jeder mal gelesen haben muss.

Das Theaterstück „Gott“ von Ferdinand von Schirach habe ich in der Hörspiel‑Fassung gehört – welche sehr gut gelungen ist. Das Stück inszeniert eine Verhandlung vor der Ethikkommission, in der ein 78‑jähriger Mann nach dem Tod seiner Frau den Wunsch nach einem ärztlich assistierten Suizid äußert. Was folgt ist ein vielstimmiger Diskursraum. Aus medizinischer, medizin‑ethischer, juristischer, religiöser und persönlicher Perspektive werden Pro‑ und Kontra‑Argumente sorgfältig entfaltet. Gerade die dialogische Form des Hörspiels macht es leicht, die unterschiedlichen Positionen wirklich zu hören – nicht nur inhaltlich, sondern auch emotional. Die Schlussplädoyers bündeln die zuvor aufgeworfenen Fragen prägnant , ohne eine einfache Antwort zu liefern. Genau darin liegt die Stärke des Stücks: Es zwingt nicht zur Positionierung, sondern eröffnet einen Raum für eigenes Nachdenken. Für mich ist Gott eine sehr gelungene, differenzierte Aufarbeitung der Abwägungsprozesse rund um das Thema Sterbehilfe.
Regt zum Nachdenken an, aber es steckt immer noch etwas ungenutztes Potential darin 💫
Zunächst hatte ich etwas Angst, dass mich das Dasein als Theaterstück am Lesen hindern würde. Diese Befürchtung war jedoch keineswegs gerechtfertigt, da das Innenleben der Personen gar nicht fehlen kann und Regieanweisungen kaum stören können, da die Essenz des Buches in den Redebeiträgen der einzelnen Personen liegt. Diese Redebeiträge von den unterschiedlichsten Parteien waren auch so divers, dass ich am Ende nicht klar sagen konnte wie ich zu dem Thema stehe. Aus meiner Sicht hätten einzelne Redebeiträge bzw. einzelne Themen noch ausführlicher sein dürfen. Trotzdem ein wunderbares Werk für jeden, der Lust auf Diskussionen hat.
Guter Denkanstoß
*Gott* ist das erste Buch, was ich von Ferdinand von Schirach gelesen habe. Bisher bin ich davor zurückgeschreckt, da ich 1. durch meine Ausbildung genug mit juristischen Themen zu tun habe und 2. Angst vor zu hochgestochener Sprache hatte. Aber beides hat sich als unnötig herausgestellt. Auch wenn der juristische Bezug natürlich da ist, wird hier nicht lediglich gefachsimpelt. Und die Sprach ist gut verständlich. Sehr interessant, regt zum Denken an und gibt doch keine Meinung vor, wenn vielleicht auch eine gewissen Tendenz des Autors zu erkennen ist.
In meiner momentanen Schirach-Phase bin ich wohl beim ultimativen Thema angekommen: das Recht auf Sterbehilfe, wem gehört mein Leben? Was sagt die Ethik, die Religion, das Strafrecht? Es ist schon eine Gabe vom Autoren, auf so wenigen Seiten so komplexe Dinge greifbarer zu machen. Er gibt auch keine endgültige Antwort, aber das ist ja das tolle an ihm. Man wirft Gedanken, Positionen hin und her und fragt sich, wie man selbst entscheiden würde. Im Anhang gibt es noch drei Texte von Ethik- und Rechtsexperten. Sehr interessant.
Es war für mich wieder ein überwältigendes Buch, welches ich an einem Tag verschlungen habe. Noch nie wurde das Thema für mich so offen in einem Buch/Theaterstück thematisiert. Dabei wurde sowohl auf die rechtliche, medizinische, religiöse und soziale Perspektive eingegangen. Dieses Stück ist für mich eine klare Empfehlung für alle, die sich auch mit einem recht komplexen Thema wie den Suizid auseinander setzten wollen.
Höchst interessant
Ich bin seit Tag eins ein großer Fan dieses Schriftstellers/Juristen. Hier habe ich viel nachgedacht. Ein sehr sensibles Thema. Leben und Tod. Wer darf darüber bestimmen? Wer hat das Reicht über mein Leben zu bestimmen? Ich bin sehr begeistert und empfehle dieses Buch ganz klar weiter.
Beeindruckend!
GOTT ✨ ••••••••••••••••••••••••••••• Ferdinand von Schirach hat hier ein fesselndes und bewegendes Theaterstück geschrieben. Aber worum geht es eigentlich? Richard Gärtner ist alt, Witwer, aber gesund. Dennoch hat er den Wunsch zu sterben. Daher möchte er von den Ärzten ein Medikament verabreicht bekommen, welches ihm hilft sein Leben zu beenden. Dieser Fall wird vor dem Ethikrat erläutert, besprochen und verhandelt - doch wer entscheidet letztendlich über unser Leben und über unser Sterben? Das Buch ist als Theaterstück in zwei Akten geschrieben. Die Vorsitzende des Ethikrats moderiert diese Sitzung. Richard Gärtner trägt sein Anliegen vor und wird dabei von einem Rechtsanwalt untersetzt. Nach und nach werden verschiedene Experten gehört, die ihre Meinung zu dieser Frage vertreten. Rechtlich, ärztlich und theologisch. Die Entscheidung fällt am Ende, aber diese kann der Leser nur für sich selbst treffen. Mich hat dieses Buch unfassbar gefesselt und zum nachdenken angeregt. Die Frage über unser Leben und unser sterben würde ich aus dem Affekt mit „Ich alleine habe die Entscheidung“ beantworten. Aber durch die verschiedenen erläuterten Sichtweisen, bin ich am Ende sprachlos und fast meinungslos zurückgeblieben. Jeder Vertreter hat seine Ansichten so klar, verständlich und nachvollziehbar dargelegt, dass man jeden in diesem Ethikrat vollkommen verstehe kann. Dies macht einem die schlussendlich Entscheidung wirklich schwer, wenn nicht unmöglich. Und so bleibt diese Frage weiter im Raum stehen. Wie würdet ihr euch entscheiden? ••••••••••••••••••••••••••••• Bewertung: 5/5 Sterne ⭐️

Dieses Buch entält, neben dem Theaterstück von Ferdinand von Schirach, noch drei Essays, die sich ebenfalls kritisch mit dem Thema Suizidbeihilfe auseinandersetzen. Ferdinand von Schirach hat dieses Theaterstück auf Grundlage der deutschen Gesetzeslage geschrieben und lässt hier verschiedene Stimmen zu Wort kommen, beleuchtet das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigt, dass die Frage: "Darf ein Mensch entscheiden, wie er sterben will?" eigentlich nur mit einem "Es kommt drauf an" beantwortet werden kann. Denn auch wenn wir für ein selbstbestimmtes Leben plädieren, birgt die Möglichkeit eines selbstbestimmten Todes auch Risiken. Das zu erkennen, dabei hat mir dieses Buch geholfen. Mochte ich sehr!
Liefert viele Denkanstöße!
Ferdinand von Schirach gelingt es einfach immer Wieder, den Leser dazu zu bringen, sich über moralische und ethische Fragen den Kopf zu zerbrechen. Auch in diesem Theaterstück steht wieder ein äußerst sensibles und interessantes Thema zur Diskussion: Sterbehilfe / Beihilfe zum Suizid. Ich konnte mich nicht festlegen, ob ich das Ganze eher befürworte oder nicht. Einerseits habe ich nichts dagegen einen leidenden und sterbenskranken Menschen vom Leid erlösen zu lassen oder einem alten Menschen die Selbstbestimmung in Sachen Tod zu gewähren, wenn der Wunsch nach einem würdevollen Tod da ist, andererseits stellt sich mir die Frage: Wie weit kann die Sterbehilfe gehen? Ist es wirklich noch annehmbar, kerngesunden, jungen Menschen den Suizid als Möglichkeit offen zu halten? Könnte auf die Tötung auf Verlangen (bei körperlich eingeschränkten Menschen) nicht irgendwann auch die Tötung ohne Verlangen durch Fremdbestimmung (bei geistig stark eingeschränkten Menschen) zur Diskussion stehen? Eine Gratwanderung. Wie weit kann das gehen? Erschreckend. Beide Seiten bringen überzeugende Argumente hervor. Ich hab die Diskussion der Ethikkommission Wirklich gerne mitverfolgt. Das Ende bleibt offen. Besonders interessant fand ich die Heranziehung folgender Aspekte bei der Diskussion: Euthanasie im Nationalsozialismus und der Vergleich zu früheren Arzteprotesten bezüglich der Antibabypille. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Das Buch liefert so viele Denkanstöße und motiviert zur Auseinandersetzung mit dem Thema Sterbehilfe.
Genau das was ich mir erhofft habe!
Ich belege momentan ein Seminar an meiner Uni zur Thematik Suizidalität und das habe ich gleich mal als Anlass genommen, dieses Buch von meinem want to read Stapel zu befreien. Es ist ein Theaterstück was in 2 Akte aufgebaut ist und im Nachgang gibt es noch 3 Auseinandersetzungen zur Thematik mit medizinisch-ethischer, strafrechtlicher und theologischer Sichtweise. Dadurch bekommt man einen sehr tiefen Einblick. Ich finde das es ein ganz wichtiges Buch ist, mit einer Thematik mit der man sich definitiv mal auseinandersetzen sollte.
Ein Thema zu dem wahrscheinlich jeder eine individuelle Meinung hat. Tod, Sterbehilfe, Suizid. Ferdinand von Schirach beleuchtet den Fall von einem alten Mann, welcher vor Gericht versucht die aktive Sterbehilfe zu rechtfertigen und dies auch bei gesunden Menschen. Der Fall wird von diversen, beteiligten Personen aus medizinischer, philosophischer und juristischer Sichtweise beleuchtet und regt sehr stark zum Nachdenken an. Mir hat es gut gefallen, dass der Leser am Ende selbst entscheiden darf, wie das persönliche Urteil aussieht und keine feste Form vorgegeben wird, wie etwas zu sein hat. Um diese Entscheidung zu erleichtern befinden sich am Ende des Theaterstückes drei wissenschaftliche Beiträge/Essays. Dies war das erste Werk, welches ich von Ferdinand von Schirach gelesen habe und nun bin ich super gespannt auf seine anderen Werke. Wer also gerne einmal „Gott“ spielen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen und sich auf das Gedankenexperiment einlassen. Von mir gibt es 4/5 ⭐️
Ferdinand von Schirachs „Gott“ ist grundsätzlich ein gelungenes Werk, das sich einem wichtigen und sehr aktuellen Thema widmet: der Frage nach der Selbstbestimmung am Lebensende und den ethischen Grenzen medizinischen Handelns. Besonders überzeugend ist dabei die Form des Stücks, das ursprünglich als Theatertext konzipiert wurde. Durch die klare, reduzierte Sprache und die strukturierte Darstellung der verschiedenen Positionen gelingt es Schirach, ein komplexes ethisches Dilemma für ein breites Publikum zugänglich zu machen. Positiv hervorzuheben ist vor allem die Multiperspektivität des Werkes. Unterschiedliche gesellschaftliche, medizinische und juristische Standpunkte werden relativ ausgewogen dargestellt, sodass Leserinnen und Leser angeregt werden, sich selbst eine Meinung zu bilden. Gerade die Einfachheit der Sprache und die klare Dramaturgie tragen dazu bei, dass die philosophische Fragestellung nicht überfrachtet wirkt, sondern nachvollziehbar bleibt. Trotz dieser Stärken hat mich das Werk persönlich jedoch nicht vollständig überzeugt. Aus meiner Sicht – auch vor dem Hintergrund meines Studiums und der intensiveren Auseinandersetzung mit ethischen und philosophischen Fragestellungen – werden hier vor allem bereits bekannte Argumentationslinien aufgegriffen und an einem konkreten Beispiel veranschaulicht, ohne dass wirklich neue Perspektiven eröffnet werden. Vieles wirkt eher wie eine verständliche Zusammenfassung bereits etablierter Diskurse als wie ein originärer Denkanstoß. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass das Werk in der öffentlichen Wahrnehmung etwas überhöht bewertet wird. Es ist zweifellos gut gemacht und didaktisch stark reduziert, aber inhaltlich bleibt es für mich eher im Rahmen dessen, was man in ähnlicher Form bereits kennt.
"Wir sollten »Suizid« sagen, nicht »Selbstmord«. Sich selbst zu töten ist kein Mord."
Packend geschrieben, gute Argumente beider Seiten. Meiner Meinung nach liegt der Fokus auf der Beantwortung aus religiöser Sicht, wobei mir zu teilen die Facetten fehlen. Es wird leider nicht erwähnt, wie absurd es teils ist, diese lebensentscheidende Frage damit zu beantworten, dass das Leben ein Geschenk Gottes ist. Auch, wenn die betreffende Person gar nicht an Gott glaubt...
Hat mich tief bewegt.
Ich habe den Film dazu im Fernsehen gesehen und anschließend das Buch gelesen. Absolute Empfehlung hierbei auch an den Film!! Beides hat mich unglaublich bewegt und nachdenklich gemacht. Zuvor hatte ich den assistierten Suizid/selbstbestimmten Tod immer ohne nachzudenken bejaht. Doch während des Films und auch danach musste ich wirklich drüber nachdenken. Ich bin immer noch pro selbstbestimmtem Tod, dennoch hat es meine Sichtweise verändert. Und dass nicht alles so leicht zu beantworten ist, wie es manchmal scheint.
Dieses Buch spricht für sich: Wer entscheidet Schlussendlich über den Tod?
Wieder einmal ein geniales Werk von "Ferdinand von Schirach". Obwohl es mit ca. 160 Seiten eher ein kurzes Werk sein mag, geht es mit dem Inhalt umso tiefer. Das Theaterstück ist gut geschrieben und lädt den Leser selbst direkt mit zum Nachdenken ein. Welche Meinung hat man selbst zu dieser Thematik? Und ändert man diese, nachdem man das Buch zu Ende gelesen hat. Ein Werk, das zu dieser Debatte nicht fehlen darf!
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Eine Frage von Leben und Tod
Wem gehört unser Leben? Wer entscheidet über unseren Tod? – Richard Gärtner ist schon 78 Jahre alt, körperlich und geistig aber völlig gesund. Doch seit dem Tod seiner Frau möchte er nicht mehr leben. Er verlangt nach einem Medikament, das ihn tötet. Mediziner, Juristen, Pfarrer, Ethiker, Politiker und Teile der Gesellschaft zweifeln, ob Ärzte ihm bei seinem Suizid helfen dürfen. Die Ethikkommission diskutiert den Fall. Das Urteil ist den Zuschauerinnen und Zuschauern überlassen.
Mit einem Nachwort und Anmerkungen.
»Die Diskussion über diese schwierige Frage hat gerade erst begonnen, ... aber ich weiß sicher, dass es unser Staat ist, unsere Gesellschaft und unsere Zukunft, über die wir hier streiten.« (aus: Gott )
Book Information
Author Description
Ferdinand von Schirach, geb. 1964, ist Schriftsteller und Jurist. Nach seinem Jurastudium in Bonn und anschließendem Referendariat ließ er sich als Rechtsanwalt, spezialisiert auf Strafrecht, in Berlin nieder. Besondere Bekanntheit erlangte er u. a. als Strafverteidiger in den Berliner Mauerschutzenprozessen von 1991 bis 2004.Im Jahr 2009, im Alter von 45 Jahren, veröffentlichte er einen ersten Erzählband Verbrechen – der Beginn einer beispiellosen internationalen Schriftstellerkarriere: Der Spiegel nannte Ferdinand von Schirach einen »großartigen Erzähler«, die New York Times einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der Independent verglich ihn mit Kafka und Kleist, der Daily Telegraph schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Seine Bücher wurden vielfach verfilmt und erschienen in mehr als vierzig Ländern. Die Theaterstücke Terror und Gott zählen zu den erfolgreichsten Dramen unserer Zeit, und Essaybände wie Die Würde des Menschen ist antastbar sowie die Gespräche mit Alexander Kluge Die Herzlichkeit der Vernunft und Trotzdem standen monatelang auf den deutschen Bestsellerlisten. Ferdinand von Schirach wurde vielfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Zuletzt erschienen von ihm u. a. das Theaterstück Sie sagt, er sagt sowie der Theatermonolog Regen.
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Unangenehm allerdings wichtig sich auch mit der Thematik zu beschäftigen.
In diesem Buch wird das Thema aktive Sterbehilfe diskutiert, in Form eines Theaterstück. Was spricht dafür und was dagegen, wer hat das Recht darüber zu entscheiden und wem gehört unser Leben. Ich habe es sehr gerne gelesen auch wenn mir schon das meiste bekannt war. Ich finde der Autor schafft es hier verschiedene Meinungen und Ansichten zu beleuchtet ohne dem Leser etwas aufzuzwingen, man kommt ins Denken und hinterfragen und bildet sich schließlich selbst eine Meinung. Das hat mir hier besonders gut gefallen. Den Anhang habe ich eher überflogen, fand ich zu trocken, könnte mir aber vorstellen ihn noch mal zu lesen, wenn die richtige Zeit dafür kommt. Alles in allem ein gutes Buch.

Darf man selbstbestimmt sterben?
Hierbei handelt es sich um ein Theaterstück, in welchem das Thema der Sterbehilfe behandelt wird. Konkret geht es hierbei um das Anliegen des 78 Jährigen Herrn Gärtner, der einfach nicht mehr leben möchte. Er empfindet keine Lebensfreude mehr, seit dem Ableben seiner Ehefrau. Er meint, dass er sein Leben gelebt hat und nun es an der Zeit wäre für ihn ebenfalls von der Welt zu gehen. Dabei hat er Hilfe dafür angefragt. Er möchte ein Medikament verschrieben bekommen, welches dafür sorgen würde, dass er stirbt. Doch das Rezept wird ihm verwehrt. Und dafür gibt es wohl viele Gründe. Diese werden in einer Ethikimmission behandelt. Dafür wird die rechtliche, die gesundheitliche und die religiöse Seite beleuchtet. Und die große Frage ist: Hat Herr Gärtner überhaupt das Recht zu sterben und inwieweit darf ihm geholfen werden? Ich muss sagen, dass ich mich schon länger mit dieser Thematik befasse. Ich habe mir oft Gedanke darüber gemacht, was ich machen wollen würde, wenn es soweit ist. Inwieweit ich die Durchführung lebenserhaltende Maßnahmen möchte etc. Aufgrund dessen bin ich froh dieses Buch gelesen zu haben. Ich finde, dass es nochmal zum Denken anregt. Nicht nur darüber, was man sich selbst in seinem Leben diesbezüglich wünscht. Aber auch, was es grundsätzlich bedeuten mag. Ich halte viel von Selbstbestimmung. Ich fand es höchst interessant, inwiefern dieser Punkt in diesem Buch thematisiert wird. Letztendlich hat mich dieses Buch in vielen Aspekten nochmal in meiner Meinung gefestigt. Es gab auch Aussagen, die mir schon ziemlich unter die Haut gegangen sind. Ich möchte mich künftig mehr auf dem Laufenden halten, was dieses Thema angeht. Der Schreibstil ist wie immer einfach hervorragend. Ich finde es, wie immer, echt gut wie präzise und nüchtern von Schirach diese Geschichte übergibt. Ich bin mal wieder einfach so über die Seiten geglitten. Es lässt sich wirklich wunderbar lesen. Auch trotz der doch nicht wirklich leichten Thematik. Ich kann dieses wirklich empfehlen. Ich glaube, dass es so ziemlich bis jetzt mein liebstes Buch von ihm ist.
Selbstbestimmt. Bewegend. Hochaktuell.
Auch wenn Gott schon fünf Jahre alt ist, wirkt das Thema aktueller denn je: Darf ein Mensch selbst entscheiden, wann und wie er stirbt – auch wenn er nicht todkrank ist? In dem Buch bittet ein gesunder, älterer Mann nach dem Tod seiner Frau um ein Medikament, um sein Leben zu beenden. Ein Ethikrat diskutiert darüber – viele Perspektiven prallen aufeinander: juristisch, medizinisch, religiös und menschlich. Mich lässt das Thema nicht los. Ich habe durch die Tode meiner Großeltern erlebt, wie schwer so eine Entscheidung sein kann. Und auch wegen meiner psychischen Erkrankung denke ich oft über Lebenssinn und Selbstbestimmung nach. Das Buch gibt keine klaren Antworten, aber es bringt einen zum Nachdenken – genau das macht es so stark. Wer sich weiter mit dem Thema befassen will, dem kann ich nur den Podcast Justizias Wille empfehlen.
Ernste Themen mit respektvoller Behandlung, einem realistischen nicht künstlerisch beschönigenden Schreibstil, so kennt man Ferdinand von Schirach.
Wie bei den anderen Büchern hat es mir der Stil einfach angetan und regte, wie andere Werke von von Schirach, zum Nachdenken und Diskutieren an. Klare Empfehlung für alle! Etwas Vorsicht ist jedoch geboten, wenn Suizid als heikles Thema gilt, dann vielleicht eher die Finger von „Gott“ lassen.
Wem gehört unser Leben? Wer entscheidet über unseren Tod?
Ich habe "Gott" von Ferdinand von Schirach nun zum zweiten Mal gelesen und wieder hat es mich zum Nachdenken angeregt. Worum geht es? Es geht um die komplexe Frage, ob ein Mensch entscheiden darf, wie er sterben will und inwiefern andere ihn dabei unterstützen dürfen bzw. sollen. Das Theaterstück beleuchtet diese Frage aus unterschiedlichen Perspektiven. Was sagt der Betroffene selbst dazu? Wie ist die medizinische Grundhaltung? Ist es ethisch oder aus religiöser Sicht vertretbar einem Menschen beim Sterben zu helfen? Ein unglaublich wichtiges Buch, das mit seiner ungeschönten, klaren Sprache den Leser dazu ermutigt, diese Frage für sich zu beantworten.
Ein Buch, das bleibt und einem echt zum Nachdenken anregt. Absolute leseempfehlung
Klappentext: Ein 78-jähriger Mann, körperlich gesund, geistig klar und dennoch lebensmüde, möchte sterben. Er fordert Zugang zu einem tödlichen Medikament, um sein Leben selbstbestimmt beenden zu können. Vor einem Ethikrat treffen unterschiedliche Stimmen aufeinander: ein Bischof, ein Arzt, eine Juristin und weitere Beteiligte, die alle dieselbe Frage umkreisen – darf ein Mensch über seinen eigenen Tod entscheiden? Und wenn ja, wer muss ihm dabei helfen? Ferdinand von Schirach hat mit Gott ein Buch geschrieben, das mich nicht einfach nur beschäftigt hat, sondern regelrecht erschüttert zurückließ. 📖 Es war mein zweites Buch aus dem Schirach-Universum und ich merke immer mehr, warum seine Geschichten Menschen so tief treffen, denn er schreibt nicht laut, nicht dramatisch überzogen und nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern still, präzise und erschreckend menschlich. Wir begleiten hier einen 78-jährigen Mann, der die Lust am Leben verloren hat und sterben möchte, und allein dieser Gedanke hat mich schon unglaublich mitgenommen, weil Schirach es schafft, diesen Wunsch weder sensationsgierig noch kalt wirken zu lassen. Stattdessen sitzt man beim Lesen da und merkt, wie sich plötzlich Fragen im eigenen Kopf breitmachen, denen man vielleicht sonst ausweicht. Fragen über Würde. Über Freiheit. Über Verantwortung. Und darüber, ob Liebe manchmal vielleicht auch bedeutet, jemanden gehen zu lassen. Die Diskussionen innerhalb dieses Buches haben mich emotional wirklich an meine Grenzen gebracht, weil jede einzelne Figur nachvollziehbar wirkt und jeder Gedanke irgendwie verständlich erscheint. Der Bischof mit seiner moralischen Haltung. Der Arzt mit seiner Verantwortung. Die Frage, wie man weiterlebt, wenn man am Ende tatsächlich dieses Rezept unterschreibt. Und genau das hat mich so fertiggemacht, weil es hier eben kein klares Schwarz oder Weiß gibt. Schirach erschafft Figuren, die einem nicht wie Romanfiguren vorkommen, sondern wie Menschen, denen man tatsächlich auf der Straße begegnen könnte. Menschen mit Zweifeln. Mit Angst. Mit Überzeugungen. Und während man liest, merkt man plötzlich, dass viele dieser Gedanken eigentlich die eigenen sind. Genau darin liegt für mich die unglaubliche Stärke dieses Buches. 🕯️ Ich selbst bin am Ende zu keiner klaren Antwort gekommen und vielleicht ist genau das die eigentliche Aussage dieses Werkes. Dass manche Fragen keine endgültige Lösung besitzen und dass Moral, Ethik und Menschlichkeit oft viel komplizierter sind, als wir es gerne hätten. Dieses Buch hat mich emotional unglaublich viel Kraft gekostet, aber auf eine Weise, die ich bei Literatur liebe, denn manche Geschichten unterhalten nicht einfach nur, sondern bleiben im Kopf, sitzen im Herzen fest und verfolgen einen noch lange nach der letzten Seite. Für mich ist Gott deshalb nicht einfach nur ein Theaterstück oder ein Roman, sondern ein Gedankenraum, in dem man sich selbst begegnet. Und genau deshalb gibt es hier eine absolute Leseempfehlung. 📚 Ich werde mich definitiv weiter durch das Schirach-Universum bewegen, weil seine Bücher etwas schaffen, das nur wenige Autoren schaffen: Sie hören nicht auf, sobald man das Buch zuklappt.
"Take my money!" sobald es als Theaterstück aufgeführt wird
Schirach gehört für zu einem der wenigen Autoren, der mich nicht los lässt und sehr bereichert. Sein Buch "GOTT" kann ich nur jedem empfehlen, der sich mit dem Thema Tod beschäftigt. Sei es aus persönlichem Interesse oder durch seinen Beruf wie in der Klinik oder Pflege wo man beinahe tagtäglich mit dem Tod konfrontiert ist. Was mir dabei ständig durch den Kopf herumschwirrte war ein Satz von Moritz Holl aus Juli Zeh's "Corpus Delicti": ,,Das Leben ist ein Angebot das man auch ablehnen kann"

Eigentlich dachte ich, ich könnte die Frage, ob ärztliche Beihilfe zum Suizid in Deutschland erlaubt werden sollte, für mich klar beantworten. Nach einem weiteren großartigen Werk von Ferdinand von Schirach bin ich mir da nicht mehr so sicher. Schirach bringt mich jedes mal ins Grübeln.
Das Theaterstück und Buch thematisiert eine hochaktuelle ethische Frage: Darf ein Mensch selbstbestimmt über sein Lebensende entscheiden – auch wenn er nicht unheilbar krank ist? In Form einer fiktiven Gerichtsverhandlung diskutieren ein älterer Mann, seine Anwälte, Vertreter:innen der Kirche, der Medizin, der Ethik und die Gesellschaft über diese Frage. Am Ende steht die Entscheidung: Hat der Mensch ein Recht auf einen selbstbestimmten Tod – oder gibt es Grenzen, die überindividuell gesetzt werden?
Ein Theaterstpck über das Thema Sterbehilfe. Hier werden immer wieder Punkte aufgegriffen die für oder gegen die Sterbehilfe sind. Sehr theologisch aufgebaut (was der Titel ja auch schon sagt) aber dennoch sehr informativ. Mit fast jeder Seite im Buch hat sich meine Meinung zum Thema geändert und auch jetzt bin ich unschlüssig wie ich zu diesem Thema stehe. Aber ein Buch was jeder mal gelesen haben muss.

Das Theaterstück „Gott“ von Ferdinand von Schirach habe ich in der Hörspiel‑Fassung gehört – welche sehr gut gelungen ist. Das Stück inszeniert eine Verhandlung vor der Ethikkommission, in der ein 78‑jähriger Mann nach dem Tod seiner Frau den Wunsch nach einem ärztlich assistierten Suizid äußert. Was folgt ist ein vielstimmiger Diskursraum. Aus medizinischer, medizin‑ethischer, juristischer, religiöser und persönlicher Perspektive werden Pro‑ und Kontra‑Argumente sorgfältig entfaltet. Gerade die dialogische Form des Hörspiels macht es leicht, die unterschiedlichen Positionen wirklich zu hören – nicht nur inhaltlich, sondern auch emotional. Die Schlussplädoyers bündeln die zuvor aufgeworfenen Fragen prägnant , ohne eine einfache Antwort zu liefern. Genau darin liegt die Stärke des Stücks: Es zwingt nicht zur Positionierung, sondern eröffnet einen Raum für eigenes Nachdenken. Für mich ist Gott eine sehr gelungene, differenzierte Aufarbeitung der Abwägungsprozesse rund um das Thema Sterbehilfe.
Regt zum Nachdenken an, aber es steckt immer noch etwas ungenutztes Potential darin 💫
Zunächst hatte ich etwas Angst, dass mich das Dasein als Theaterstück am Lesen hindern würde. Diese Befürchtung war jedoch keineswegs gerechtfertigt, da das Innenleben der Personen gar nicht fehlen kann und Regieanweisungen kaum stören können, da die Essenz des Buches in den Redebeiträgen der einzelnen Personen liegt. Diese Redebeiträge von den unterschiedlichsten Parteien waren auch so divers, dass ich am Ende nicht klar sagen konnte wie ich zu dem Thema stehe. Aus meiner Sicht hätten einzelne Redebeiträge bzw. einzelne Themen noch ausführlicher sein dürfen. Trotzdem ein wunderbares Werk für jeden, der Lust auf Diskussionen hat.
Guter Denkanstoß
*Gott* ist das erste Buch, was ich von Ferdinand von Schirach gelesen habe. Bisher bin ich davor zurückgeschreckt, da ich 1. durch meine Ausbildung genug mit juristischen Themen zu tun habe und 2. Angst vor zu hochgestochener Sprache hatte. Aber beides hat sich als unnötig herausgestellt. Auch wenn der juristische Bezug natürlich da ist, wird hier nicht lediglich gefachsimpelt. Und die Sprach ist gut verständlich. Sehr interessant, regt zum Denken an und gibt doch keine Meinung vor, wenn vielleicht auch eine gewissen Tendenz des Autors zu erkennen ist.
In meiner momentanen Schirach-Phase bin ich wohl beim ultimativen Thema angekommen: das Recht auf Sterbehilfe, wem gehört mein Leben? Was sagt die Ethik, die Religion, das Strafrecht? Es ist schon eine Gabe vom Autoren, auf so wenigen Seiten so komplexe Dinge greifbarer zu machen. Er gibt auch keine endgültige Antwort, aber das ist ja das tolle an ihm. Man wirft Gedanken, Positionen hin und her und fragt sich, wie man selbst entscheiden würde. Im Anhang gibt es noch drei Texte von Ethik- und Rechtsexperten. Sehr interessant.
Es war für mich wieder ein überwältigendes Buch, welches ich an einem Tag verschlungen habe. Noch nie wurde das Thema für mich so offen in einem Buch/Theaterstück thematisiert. Dabei wurde sowohl auf die rechtliche, medizinische, religiöse und soziale Perspektive eingegangen. Dieses Stück ist für mich eine klare Empfehlung für alle, die sich auch mit einem recht komplexen Thema wie den Suizid auseinander setzten wollen.
Höchst interessant
Ich bin seit Tag eins ein großer Fan dieses Schriftstellers/Juristen. Hier habe ich viel nachgedacht. Ein sehr sensibles Thema. Leben und Tod. Wer darf darüber bestimmen? Wer hat das Reicht über mein Leben zu bestimmen? Ich bin sehr begeistert und empfehle dieses Buch ganz klar weiter.
Beeindruckend!
GOTT ✨ ••••••••••••••••••••••••••••• Ferdinand von Schirach hat hier ein fesselndes und bewegendes Theaterstück geschrieben. Aber worum geht es eigentlich? Richard Gärtner ist alt, Witwer, aber gesund. Dennoch hat er den Wunsch zu sterben. Daher möchte er von den Ärzten ein Medikament verabreicht bekommen, welches ihm hilft sein Leben zu beenden. Dieser Fall wird vor dem Ethikrat erläutert, besprochen und verhandelt - doch wer entscheidet letztendlich über unser Leben und über unser Sterben? Das Buch ist als Theaterstück in zwei Akten geschrieben. Die Vorsitzende des Ethikrats moderiert diese Sitzung. Richard Gärtner trägt sein Anliegen vor und wird dabei von einem Rechtsanwalt untersetzt. Nach und nach werden verschiedene Experten gehört, die ihre Meinung zu dieser Frage vertreten. Rechtlich, ärztlich und theologisch. Die Entscheidung fällt am Ende, aber diese kann der Leser nur für sich selbst treffen. Mich hat dieses Buch unfassbar gefesselt und zum nachdenken angeregt. Die Frage über unser Leben und unser sterben würde ich aus dem Affekt mit „Ich alleine habe die Entscheidung“ beantworten. Aber durch die verschiedenen erläuterten Sichtweisen, bin ich am Ende sprachlos und fast meinungslos zurückgeblieben. Jeder Vertreter hat seine Ansichten so klar, verständlich und nachvollziehbar dargelegt, dass man jeden in diesem Ethikrat vollkommen verstehe kann. Dies macht einem die schlussendlich Entscheidung wirklich schwer, wenn nicht unmöglich. Und so bleibt diese Frage weiter im Raum stehen. Wie würdet ihr euch entscheiden? ••••••••••••••••••••••••••••• Bewertung: 5/5 Sterne ⭐️

Dieses Buch entält, neben dem Theaterstück von Ferdinand von Schirach, noch drei Essays, die sich ebenfalls kritisch mit dem Thema Suizidbeihilfe auseinandersetzen. Ferdinand von Schirach hat dieses Theaterstück auf Grundlage der deutschen Gesetzeslage geschrieben und lässt hier verschiedene Stimmen zu Wort kommen, beleuchtet das Thema aus unterschiedlichen Perspektiven und zeigt, dass die Frage: "Darf ein Mensch entscheiden, wie er sterben will?" eigentlich nur mit einem "Es kommt drauf an" beantwortet werden kann. Denn auch wenn wir für ein selbstbestimmtes Leben plädieren, birgt die Möglichkeit eines selbstbestimmten Todes auch Risiken. Das zu erkennen, dabei hat mir dieses Buch geholfen. Mochte ich sehr!
Liefert viele Denkanstöße!
Ferdinand von Schirach gelingt es einfach immer Wieder, den Leser dazu zu bringen, sich über moralische und ethische Fragen den Kopf zu zerbrechen. Auch in diesem Theaterstück steht wieder ein äußerst sensibles und interessantes Thema zur Diskussion: Sterbehilfe / Beihilfe zum Suizid. Ich konnte mich nicht festlegen, ob ich das Ganze eher befürworte oder nicht. Einerseits habe ich nichts dagegen einen leidenden und sterbenskranken Menschen vom Leid erlösen zu lassen oder einem alten Menschen die Selbstbestimmung in Sachen Tod zu gewähren, wenn der Wunsch nach einem würdevollen Tod da ist, andererseits stellt sich mir die Frage: Wie weit kann die Sterbehilfe gehen? Ist es wirklich noch annehmbar, kerngesunden, jungen Menschen den Suizid als Möglichkeit offen zu halten? Könnte auf die Tötung auf Verlangen (bei körperlich eingeschränkten Menschen) nicht irgendwann auch die Tötung ohne Verlangen durch Fremdbestimmung (bei geistig stark eingeschränkten Menschen) zur Diskussion stehen? Eine Gratwanderung. Wie weit kann das gehen? Erschreckend. Beide Seiten bringen überzeugende Argumente hervor. Ich hab die Diskussion der Ethikkommission Wirklich gerne mitverfolgt. Das Ende bleibt offen. Besonders interessant fand ich die Heranziehung folgender Aspekte bei der Diskussion: Euthanasie im Nationalsozialismus und der Vergleich zu früheren Arzteprotesten bezüglich der Antibabypille. Von mir gibt es eine klare Leseempfehlung. Das Buch liefert so viele Denkanstöße und motiviert zur Auseinandersetzung mit dem Thema Sterbehilfe.
Genau das was ich mir erhofft habe!
Ich belege momentan ein Seminar an meiner Uni zur Thematik Suizidalität und das habe ich gleich mal als Anlass genommen, dieses Buch von meinem want to read Stapel zu befreien. Es ist ein Theaterstück was in 2 Akte aufgebaut ist und im Nachgang gibt es noch 3 Auseinandersetzungen zur Thematik mit medizinisch-ethischer, strafrechtlicher und theologischer Sichtweise. Dadurch bekommt man einen sehr tiefen Einblick. Ich finde das es ein ganz wichtiges Buch ist, mit einer Thematik mit der man sich definitiv mal auseinandersetzen sollte.
Ein Thema zu dem wahrscheinlich jeder eine individuelle Meinung hat. Tod, Sterbehilfe, Suizid. Ferdinand von Schirach beleuchtet den Fall von einem alten Mann, welcher vor Gericht versucht die aktive Sterbehilfe zu rechtfertigen und dies auch bei gesunden Menschen. Der Fall wird von diversen, beteiligten Personen aus medizinischer, philosophischer und juristischer Sichtweise beleuchtet und regt sehr stark zum Nachdenken an. Mir hat es gut gefallen, dass der Leser am Ende selbst entscheiden darf, wie das persönliche Urteil aussieht und keine feste Form vorgegeben wird, wie etwas zu sein hat. Um diese Entscheidung zu erleichtern befinden sich am Ende des Theaterstückes drei wissenschaftliche Beiträge/Essays. Dies war das erste Werk, welches ich von Ferdinand von Schirach gelesen habe und nun bin ich super gespannt auf seine anderen Werke. Wer also gerne einmal „Gott“ spielen möchte, sollte dieses Buch unbedingt lesen und sich auf das Gedankenexperiment einlassen. Von mir gibt es 4/5 ⭐️
Ferdinand von Schirachs „Gott“ ist grundsätzlich ein gelungenes Werk, das sich einem wichtigen und sehr aktuellen Thema widmet: der Frage nach der Selbstbestimmung am Lebensende und den ethischen Grenzen medizinischen Handelns. Besonders überzeugend ist dabei die Form des Stücks, das ursprünglich als Theatertext konzipiert wurde. Durch die klare, reduzierte Sprache und die strukturierte Darstellung der verschiedenen Positionen gelingt es Schirach, ein komplexes ethisches Dilemma für ein breites Publikum zugänglich zu machen. Positiv hervorzuheben ist vor allem die Multiperspektivität des Werkes. Unterschiedliche gesellschaftliche, medizinische und juristische Standpunkte werden relativ ausgewogen dargestellt, sodass Leserinnen und Leser angeregt werden, sich selbst eine Meinung zu bilden. Gerade die Einfachheit der Sprache und die klare Dramaturgie tragen dazu bei, dass die philosophische Fragestellung nicht überfrachtet wirkt, sondern nachvollziehbar bleibt. Trotz dieser Stärken hat mich das Werk persönlich jedoch nicht vollständig überzeugt. Aus meiner Sicht – auch vor dem Hintergrund meines Studiums und der intensiveren Auseinandersetzung mit ethischen und philosophischen Fragestellungen – werden hier vor allem bereits bekannte Argumentationslinien aufgegriffen und an einem konkreten Beispiel veranschaulicht, ohne dass wirklich neue Perspektiven eröffnet werden. Vieles wirkt eher wie eine verständliche Zusammenfassung bereits etablierter Diskurse als wie ein originärer Denkanstoß. Insgesamt habe ich den Eindruck, dass das Werk in der öffentlichen Wahrnehmung etwas überhöht bewertet wird. Es ist zweifellos gut gemacht und didaktisch stark reduziert, aber inhaltlich bleibt es für mich eher im Rahmen dessen, was man in ähnlicher Form bereits kennt.
"Wir sollten »Suizid« sagen, nicht »Selbstmord«. Sich selbst zu töten ist kein Mord."
Packend geschrieben, gute Argumente beider Seiten. Meiner Meinung nach liegt der Fokus auf der Beantwortung aus religiöser Sicht, wobei mir zu teilen die Facetten fehlen. Es wird leider nicht erwähnt, wie absurd es teils ist, diese lebensentscheidende Frage damit zu beantworten, dass das Leben ein Geschenk Gottes ist. Auch, wenn die betreffende Person gar nicht an Gott glaubt...
Hat mich tief bewegt.
Ich habe den Film dazu im Fernsehen gesehen und anschließend das Buch gelesen. Absolute Empfehlung hierbei auch an den Film!! Beides hat mich unglaublich bewegt und nachdenklich gemacht. Zuvor hatte ich den assistierten Suizid/selbstbestimmten Tod immer ohne nachzudenken bejaht. Doch während des Films und auch danach musste ich wirklich drüber nachdenken. Ich bin immer noch pro selbstbestimmtem Tod, dennoch hat es meine Sichtweise verändert. Und dass nicht alles so leicht zu beantworten ist, wie es manchmal scheint.
Dieses Buch spricht für sich: Wer entscheidet Schlussendlich über den Tod?
Wieder einmal ein geniales Werk von "Ferdinand von Schirach". Obwohl es mit ca. 160 Seiten eher ein kurzes Werk sein mag, geht es mit dem Inhalt umso tiefer. Das Theaterstück ist gut geschrieben und lädt den Leser selbst direkt mit zum Nachdenken ein. Welche Meinung hat man selbst zu dieser Thematik? Und ändert man diese, nachdem man das Buch zu Ende gelesen hat. Ein Werk, das zu dieser Debatte nicht fehlen darf!



























































