Die Würde ist antastbar
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Der SPIEGEL nannte ihn einen »großartigen Erzähler«, die NEW YORK TIMES einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der INDEPENDENT verglich ihn mit Kafka und Kleist, der DAILY TELEGRAPH schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Ferdinand von Schirachs Erzählungsbände »Verbrechen« und »Schuld« und seine Romane »Der Fall Collini« und »Tabu« wurden zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern, die bisher in mehr als 40 Ländern erschienen sind. Sein erstes Theaterstück »Terror« wurde parallel am Deutschen Theater Berlin und am Schauspiel Frankfurt uraufgeführt. Schirach wurde mit mehreren – auch internationalen – Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kleist-Preis. Seinen Erfolg erklärt die französische LIBÉRATION so: »Schirachs Meisterleistung ist, uns zu zeigen, dass – egal wie monströs dessen Taten zunächst scheinen mögen – ein Mensch doch immer ein Mensch ist.« Ferdinand von Schirach lebt in Berlin.
Posts
Inwieweit ist die Wahrung unserer Würde durch das Gesetz geschützt?
Das dürfte so ziemlich mein erster Essay gewesen sein. Ich persönlich finde es echt interessant den Gedankengängen von Schirach zu folgen. Konkret ging es darum, dass der Artikel 1 GG, der wichtigste Artikel unseres Grundgesetzes im Bezug auf den Menschen, der da lautet "Die Würde des Menschen ist unantastbar.", in seiner Aussagekraft nicht unbedingt das darstellt, was die absolute Gegebenheit ist. Von Schirach zeigt in verschiedenen Beispielen auf, inwiefern die Würde des Menschen in vielen Situationen sehr wohl angetastet wird. In Situationen, in denen die Folter eines vermeintlichen Täters durch die Polizei in Ordnung wäre, damit sie an Informationen kommen können. Ich finde das Thema höchst spannend. Kann man die Unantastbarkeit seiner Würde verwirken, weil man die Würde anderer Menschen angetastet hat? Es bringt einen sehr zum nachdenken und überdenken. Außerdem ist es mal wieder wirklich gut geschrieben. Ich kann das Buch wirklich empfehlen.
Unnachahmlich
Beeindruckend, wie Ferdinand von Schirach es in jedem seiner Werke schafft, die großen Fragen der Menschheit in einem kleinen Kosmos seiner selbst unterzubringen. In mehreren kurzen Essays wird der Ansatz der, im Grundgesetz geschützten, Menschenwürde in Frage gestellt und pointiert durch reale Begebenheiten und juristische Fälle der Leserschaft leicht serviert. Die Schilderungen aus dem Alltag der deutschen Justiz, gepaart mit Kindheitserinnerungen, lassen einen nur so durch dieses Buch fliegen und sich mit der Tiefe von moralischer Schuld auseinandersetzen. Eine absolute Leseempfehlung für diejenigen, die es mit dem deutschen System der Justiziaren Verwaltung halten, aber auch über den gesellschaftlichen justiziablen Anstand, die Grenzen des Zusammenlebens und der Freiheit der staatlichen Ordnung den Kopf zerbrechen wollen.

Nachdenklich, pointiert und unbequem ehrlich
„Die Würde des Menschen ist (un)antastbar“ – Schirach nimmt diesen Verfassungsgrundsatz auseinander, ohne ihn zu entehren. Im Gegenteil: Er zeigt, wie oft und wie stillschweigend wir ihn missachten – im Namen der Sicherheit, der Moral oder der Bequemlichkeit. Seine Essays sind präzise, klug und berührend. Ein schmales Buch, das lange nachhallt. Man schlägt das Buch auf, will einfach nur lesen – und ertappt sich plötzlich beim Grübeln über Recht, Schuld und die Menschheit. Kann dieses auch wieder sehr empfehlen.
„Die Würde ist antastbar“ versammelt erstmals alle von ihm im Spiegel veröffentlichten Essays in einem Band.
Es ist schade, dass die Essays von so ganz unterschiedlicher Qualität sind. Manche haben mir richtig gut gefallen, andere so mittel, und einige sagten mir gar nicht zu. Sehr schade auch, dass er teilweise der eigenen Meinung eine oberlehrerhafte Wichtigkeit aufsetzt ohne andere Sichtweisen abzuwägen und einzubeziehen. Hab schon wesentlich bessere Bücher des Autors gelesen.
Sehr interessante teilweise auch persönliche Essays vom Autor. Wie immer sachlich, objektiv und ohne jegliche Wertung. Die verschiedenen Themen sind sehr breit gefächert aber jedes für sich sehr interessant. Und wie jedes seiner Bücher regt es zum Nachdenken an und der Leser hinterfragt einmal mehr diverse Sachen und betrachtet aus einem neuen Blickwinkel.
Essays zum Nachdenken
In dieser Essaysammlung geht es hauptsächlich um Gerichte, Gerichtsverhandlungen, Anwälte und dessen Ablauf und Entscheidungen, gespickt mit Erfahrungen aus seinem Leben (ein typischer Schirach eben). Ich habe dieses Buch auf einer 4h Zugfahrt gelesen und fand es so genau richtig. Mit sticky notes dazu, war es noch besser. Ich konnte in Ruhe jedes Essay lesen, mir (bei Bedarf) noch länger darüber Gedanken machen und wenn nicht einfach weiter lesen. Trotzdem würde ich sagen, dass mir so richtig nur 2/3 Essays wirklich langzeitig im Gedächtnis bleiben. Für den Moment war das Buch genau richtig, aber das Buch wird bei mir im Regal stehen und nur selten nochmal rausgezogen werden. Trotzdem empfehlenswert!✨ 4⭐️
Ich fand das Buch okay. Manche Essays fand ich interessant, bei anderen könnte ich mir vorstellen, dass mehr Hintergrundwissen nicht schlecht gewesen wäre, um alles besser nachvollziehen zu können. Etwas ganz anderes als Tabu oder der Fall Collini - und reicht meiner Meinung nach auch lange nicht an diese heran.

Es gab manche Essays, die ich sehr interessant fand. Sie regen einen zum Denken an und die eigene Moral zu hinterfragen. Das hat auch mich erschüttert. Es gab auch andere Texte die ich jetzt nicht so interessant fand und die in dem Buch jetzt auch nicht unbedingt was zu tun haben, meiner Meinung nach. Aber alles in allem ein sehr gutes Buch!
spannend - brandaktuell - erschreckend ehrlich
Ein wahnsinnig gut recherchiertes Buch, gestützt auf Fakten. Es viel mir schwer dieses Buch aus der Hand zu legen. Zudem konnte ich sehr viel aus diesem Buch lernen. Durch direkte Fragen, die an die Leserschaft gestellt werden, beginnt man, wenn man nicht sowieso schon angefangen hat, über die ganzen Thematiken nachzudenken, spätestens jetzt sich das Gehirn über Fragen zu zermürben, für die man leider nicht so leicht eine Antwort finden kann. Dieses Buch gibt so wichtige Denkanstöße und thematisiert alle Themen alles andere als oberflächlich. Eine ganz große Empfehlung und ein Jahreshighlight von mir!!!
Mir ist erst im letzten Drittel aufgefallen, dass das Buch bereits 2014 erschienen ist und das iPad gerade in der ersten Generation veröffentlicht wurde. So erschreckend finde ich, dass das Buch so aktuell ist wie nie, die Inhalte so wichtig zu diskutieren wie nie. Sei es Feminismus, Terrorismus oder die Frage ob man das Leben weniger für viele opfern kann. So bewegend und klar strukturiert ich sehr viele Essays fand, so sauer aufgestoßen ist mir das Kapitel über das iPad, welches weniger Kritik, sondern mehr Werbeplattform geboten hat. Nichtsdestotrotz finde ich es sehr lesenswert!
3,5 Sterne Abzüge gibt es definitiv für die Kapitel "Reine Menschen, reine Luft" und "Die Kunst des Weglassens". Im allgemeinen hätte ich mir die zeitliche Einordnung der Essays direkt unter dem Titel gewünscht und nicht fast ganz hinten. Trotzdem viele gute Denkanstöße, besonders zum (medialen) Stand der Staatsanwaltschaft und dem Umgang mit Dienstverletzungen.
Aktueller denn je
Auch wenn das Buch schon etwas älter ist, sind die Aussagen aktueller denn je. Die Freiheit und die Menschenwürde ist bedrohter, als sie jemals war. Von Schirach referiert über Sicherheitsverwahrung, Prozessen und das eigene Schicksal mit der NS Vergangenheit. Absolute Empfehlung Ich habe es sehr genossen zu lesen und freue mich auf das nächste Buch!

Nachdenklich und irreführend
Das Thema, welches in diesem Buch behandelt wird, ist unglaublich interessant. Schirach erklärt auf sehr schlaue Weise, inwiefern die Würde des Menschen angetastet wird. Allerdings ist dieses Buch eine Sammlung von Essays, welche nicht alle dieses Thema behandeln. Aus diesem Grund fühlt sich das Buch nicht sehr gradlinig an, und springt viel von Thema zu Thema. Wenn Schirach allerdings über die Würde des Menschen spricht regt er sehr zum Nachdenken an. Neben dem Thema geht es auch viel um ihn selbst. Ich persönlich finde das ziemlich uninteressant und habe mir wegen dem Titel des Buches mehr Inhalt zu der Würde des Menschen gewünscht.
Verschiedene kurze Essays zu unterschiedlichen juristischen Themen. Ferdinand von Schirach beschäftigt sich mit vielen Fragen - vom Grundgesetz, über Volksentscheide bis hin zu Sicherungsverwahrung und den ethischen Fragen, die dahinter stehen. Darf man jemandem seiner Freiheit berauben, ohne dass er eine Straftat begangen hat? Weil man glaubt, dass man damit andere schützt? Volksentscheide wirkten auf mich immer total toll, doch wenn man die Nachteile erklärt bekommt, dann hinterfragt man seine Meinung gerne. Er erklärt die Nachteile einer repräsentativen Demokratie, hinterfragt wer Subjekt und wer Objekt ist und ob ein Leben gegen ein anderes aufgewogen werden kann und ob es auch unter anderen Bedingungen als Notwehr, moralisch "in Ordnung" sein kann, jemanden zu töten. Definitiv keine leichte Kost, aber sehr interessant.

Ich habe es schon vor ein paar Tagen beendet und tue mich ganz schwierig mit der Bewertung. Ich habe bereits "Verbrechen" von Schirach gelesen und fand es richtig gut. Manche Kapitel hier in diesem Buch ( z.B. das Kapitel über Rauchen bzw. das Rauchverbot) fand ich einfach nicht gut. Teilweise habe ich mich auch durch dieses Buch geschleppt. Nichts desto trotz gab es viele gute Gedankengänge und Themen, mit denen ich mich sonst nie befasst hätte. Ich könnte für mich einen Mehrwert draus ziehen, aber wirklich nochmal lesen oder weiterempfehlen würde ich es zumindest nicht.
Ein Muss und der wichtigste Satz unseres Grundgesetzes!
Hallihallo ihr Lieben, “Die Würde des Menschen ist unantastbar “ Ferdinand von Schirach zeigt hier in verschiedenen Kapiteln auf, wie dieser Satz jeden Tag verbogen oder sogar missachtet wird. Ohne jemals eine Konsequenz nach sich zu ziehen. Wie immer brilliert hier die schriftliche Darstellung des Autors. Ferdinand v. Schirach zeigt mal wieder warum er ein toller Schriftsteller und ein brillanter Jurist ist. Absolute Buchempfehlung!
Ferdinand von Schirach ist ein Autor, der Klarheit liebt – und Klarheit fordert. In seinem Essayband Die Würde des Menschen ist antastbar zeigt er einmal mehr, wie präzise Sprache zum Denkwerkzeug wird. Mit lakonischer Schärfe und juristischer Nüchternheit seziert er zentrale Fragen unserer Gegenwart: Was darf ein Staat im Namen der Sicherheit? Was bedeutet Schuld in einer komplexen Welt? Und was bleibt vom Ideal der Menschenwürde, wenn Angst und Populismus regieren? Der Band versammelt 26 Essays, die ursprünglich in verschiedenen Zeitungen erschienen sind – lose verbunden, aber thematisch verwandt. Von Schirach spricht über Folter, Terrorismus, über Vorratsdatenspeicherung und das Recht auf Vergessen. Er blickt auf spektakuläre Gerichtsprozesse, äußert sich zur Sicherheitsverwahrung und wirft zugleich einen ganz persönlichen Blick auf das Schreiben, das Rauchen, das Lesen auf dem iPad. Diese Mischung aus politisch-juristischer Analyse und autobiografischer Reflexion verleiht dem Buch eine überraschende Intimität. Was von Schirachs Texte so besonders macht, ist ihre Haltung: Er urteilt nicht, er stellt infrage. Oft sind es kleine Geschichten, Einzelfälle, die seine Essays eröffnen – wie Fallakten, aus denen sich große Gedanken ableiten. Immer wieder kehrt er zurück zur Idee der Verantwortung des Einzelnen und zur Fragilität der Menschenwürde. Seine Sprache ist ruhig, sachlich, fast spröde – und gerade darin so eindringlich. Zugleich liegt in diesem Buch eine leise Melancholie. Von Schirach scheint skeptisch gegenüber unserer Zeit, in der moralische Debatten oft von Lautstärke und Empörung dominiert werden. Seine Essays wirken dagegen wie stille Mahnungen. Sie rufen zur Besonnenheit auf, zur Differenzierung – und zur Verteidigung jener Werte, die eine offene Gesellschaft ausmachen. Die Würde des Menschen ist antastbar ist kein juristisches Fachbuch, kein moralphilosophischer Traktat. Es ist ein schmaler, aber gewichtiger Band, der sich ideal zum wiederholten Lesen eignet – weil jeder Essay eine neue Perspektive eröffnet, eine neue Frage aufwirft, einen anderen Zweifel sät. Wer Ferdinand von Schirachs Werk kennt, wird in diesen Texten viele vertraute Themen wiederfinden. Wer ihn neu entdeckt, wird vielleicht verstehen, warum seine Stimme in unserer Gegenwart so wichtig ist.
Starker Anfang, schwächeres Ende
Gestern Abend habe ich das Buch noch spontan zu Ende gelesen. Den Beginn des Buches fand ich wieder richtig stark, zum Ende hin waren ein paar Essays, die ich eher schwächer fand (da hing dann der Boomer an manchen Stellen doch sehr heraus), aber das ist ja auch fast logisch bei Sammelbänden. Das ist also nicht mein Lieblingsbuch des Autoren, aber war trotzdem mal nett zu lesen. 💛

Mein Liebling des Monats, definitiv
Ein faszinierendes Buch mit der großen Frage, wie wichtig uns die Würde des Menschen eigentlich ist, was sie bedeutet und ob sie es wert ist, zu Gunsten unserer Sicherheit geopfert zu werden. Schirach schreibt fesselnd, komplex und doch gut verständlich diesen absoluten Banger über ein philophisches Thema, das uns viel näher ist als wir meist denken.
Mehrere Essays zum Thema "Würde"
Auch dieses Buch hatte es wieder in sich. Und das vor allem aufgrund der Klarheit, Direktheit und dem konkreten Ansprechen und Schildern von Situationen und Themen. Kein langes Drumherum, keine ewig vielen Erklärungen - Nein, man ist direkt drin und wird auch direkt zum Nachdenken gebracht. Dankbar für dieses Buch - was ich gewiss nicht zum letzten Mal gelesen haben werde - konnte ich auch vieles zum Nachdenken daraus mitnehmen.
Dieses Buch enthält 13 kurze Essays zu sehr unterschiedlichen Themen, die allesamt lesenswert sind. Da ich alle Bücher von Ferdinand von Schirach lesen möchte und die meisten auch bereits gelesen habe, hab ich an jedes seiner Werke hohe Erwartungen. Bei diesen Essays ist mir aber öfter aufgefallen, dass seine sonst so zeitlosen Texte eher weniger aktuell gewirkt haben. Die meisten Texte konnten mich einfach nicht umhauen, bzw. konnte ich nicht wirklich was neues für mich mitnehmen. Alles, was Schirach schreibt, bleibt für mich lesenswert, allerdings hat dieses kurze Büchlein mich bisher von allen Werken am wenigsten überzeugen können.
Ich bin zwar ein großer Fan vom Autor, diese Essay-Sammlung war für mich aber leider eher ein Flop. Die Essays sind alle in den Jahren 2010-2013 erschieden und vor allem wegen der zahlreichen politischen Bezüge dementsprechend veraltet, teilweise nicht nachvollziehbar und leider alles andere als zeitlos. Normalerweise regt FvS die LeserInnen zum Nachdenken an, in dieser Sammlung dominiert meiner Ansicht nach Ferdinand von Schirachs persönliche Meinung. Die IPad-Werbung empfand ich als deplatziert und mir entgeht der Mehrwert für den Leser.
„Die Würde ist antastbar“ enthält kluge, pointierte Texte mit starkem gesellschaftlichem Anspruch, hat mich diesmal aber weniger erreicht als andere Bücher von Schirach. Trotz einzelner sehr gelungener Stücke fiel mir der Zugang schwer, weil mir zu vielen Texten der persönliche Bezug fehlte. Empfehlenswert bleibt es dennoch vor allem für Leser*innen, die gerne über Recht, Moral und Öffentlichkeit nachdenken.
„Die Würde ist antastbar“ versammelt zahlreiche kurze Texte, die sich häufig um Gerichte, Rechtsprechung und gesellschaftliche Fragen drehen. Ein thematisches Feld, das Ferdinand von Schirach wie kaum ein anderer literarisch zugänglich machen kann. Schon der titelgebende Text „Die Würde ist antastbar“ zeigt dies: Er kreist um das Verhältnis von richtig und falsch und stellt grundlegende Fragen nach Moral, Dilemma und Würde. Gibt es Würde überhaupt? Und wenn ja, wessen Würde zählt mehr, wenn Werte miteinander kollidieren? Gerade diese Zuspitzung macht den Text so gut, zugleich aber auch unbequem, weil er keine einfachen Antworten liefert. Grundsätzlich bin ich großer Fan von Schirach, gerade weil seine Texte nicht nur erzählen, sondern zum Nachdenken zwingen: über Schuld, Verantwortung, Gerechtigkeit und darüber, wie brüchig Moral eigentlich sind. Dieses Mal hatte ich allerdings überraschend große Schwierigkeiten, in das Buch hineinzufinden. Obwohl (oder vielleicht gerade weil?) es sich um viele kurze Texte handelt, blieb ich bei vielen von ihnen emotional außen vor. Die Texte wirkten stellenweise eher wie gedankliche Skizzen als wie Erzählungen, die mich beschäftigen. Dennoch gibt es einige sehr starke Momente. Besonders drei Texte sind mir nachhaltig in Erinnerung geblieben: 1) In „Du bist, wer du bist“ beschreibt Schirach das Verhältnis zu seinem bekannten Großvater. Hier hat mir vor allem die persönliche Ebene gefallen. Der Text wirkt ehrlich und berührend, ohne übertrieben zu werden. 2) „Verfahren als Strafe“ fand ich inhaltlich besonders relevant. Schirach zeigt hier eindrücklich, wie sehr öffentliche Meinung und mediale Vorverurteilung Menschen bereits bestrafen, bevor ein Gericht überhaupt entschieden hat; und wie dieses Urteil oft bestehen bleibt, unabhängig vom tatsächlichen Ausgang eines Verfahrens. 3) Am lustigsten fand ich „Die Kunst des Weglassens“, in dem es um die Anfänge des iPads und seine möglichen Auswirkungen auf das Lesen geht. Seine Faszination für das Medium und die Idee, dass es die Zukunft des Lesens sein könnte, fand ich gleichermaßen amüsant wie anregend: nicht zuletzt, weil ich den Text ganz klassisch analog gelesen habe. Insgesamt zeigt „Die Würde ist antastbar“ seine Stärke im gedanklichen Zuspitzen, aber auch die Grenze dieses Stils, wenn Texte eher distanziert als berührend bleiben. Somit ein ambivalentes Buch für mich.
Ferdinand von Schirach entfaltet in seinen Essays eine beeindruckende Analyse der zentralen Themen unserer Zeit. Mit scharfsinnigem Blick beleuchtet er, wie Terrorismus die Grundlagen unserer Demokratie herausfordert, und reflektiert über persönliche Gedanken zum Schreiben und Lesen in der digitalen Ära. Seine Überlegungen zu Gut und Böse sowie die moralischen Fragen unserer Gesellschaft machen diese Essays zu einem fesselnden Leseerlebnis. Schirach gelingt es, komplexe Themen verständlich und eindringlich zu präsentieren, was seine Werke zu einem unverzichtbaren Bestandteil der aktuellen Debatte macht. Ein überzeugendes und nachdenklich stimmendes Buch!

Keine Geschichten sondern Gedanken des Autors. Sehr lesenswert. Sehr interessant. Ich bleibe dabei - jeder sollte Herrn von Schirach lesen. *** Essays von einem meiner Lieblingsautoren - Herr von Schirach weiß wie man schreibt. Und er weiß von der moralischen Achillesferse seiner Leser. Das Buch habe ich in der Preisreduzierten Abteilung einer Buchhandlung gefunden und musste es einfach mitnehmen. *** 'Die Würde ist antastbar' unterscheidet sich von den bisherigen Büchern da es nicht um fiktive Figuren geht. In diesem Buch schreibt der Autor über diverse Themen die ihn beschäftigen. *** Wie ist das zum Beispiel mit der Abschuss-Frage? Darf ein entführtes Flugzeug abgeschossen werden auch wenn 'Unschuldige' an Board sind? Herr von Schirach beleuchtet nicht nur die juristische Seite, sondern ebenfalls die 'Gesellschaftliche-Moral'. *** Ein Kapitel besteht ausschließlich aus Fragen. Die ein oder andere, so simpel sie sein mag, haben wir uns alle schon mal gestellt. Das Buch ist 2015 erschienen und dementsprechend nicht brandaktuell, dennoch fehlt es den Worten nicht an Aktualität.
Die kleine Sammlung von Essays lesen sich ganz gut weg. Gut gefallen hat mir wie immer der minimalistisch trockene Schreibstil von Schirach. Er greift viele aktuell relevante Themen auf. Bei einigen nehme ich interessante Impulse mit, andere haben 7 Jahre später deutlich an Relevanz und Interessantheit verloren - wie z.B. die seitenlange Werbung, in der Schirach den Lesern die neue Sensation „iPad“ erklärt.
Nachdenklich...
Tolle Aufstellung. Die einzelnen Geschichten (Beispiele usw.) sind gut erklärt worden und bringen einem wirklich zum Nachdenken... Die würde eines Menschen ist antastbar. " Die würde eines Menschen ist unantastbar, falsch... und dieses Buch erklärt einem wieso und warum dieses Grundgesetz nicht so stimmt.. Sehr empfehlenswert.
Ich liebe Schirachs Schreibstil und seine Erzählungen über Verbrechen. Aber dieses Buch enthält Essays die er geschrieben hat und es waren auch welche darunter die ich nicht mochte. Z.B. stimme ich nicht mit seiner Meinung über das Rauchen überein und auch der Text über das iPad musste meiner Meinung nach nicht sein. Seine anderen Erzählungen kann ich wirklich jedem empfehlen, aber diese Essays muss man nicht kennen.
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Book Information
Author Description
Der SPIEGEL nannte ihn einen »großartigen Erzähler«, die NEW YORK TIMES einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der INDEPENDENT verglich ihn mit Kafka und Kleist, der DAILY TELEGRAPH schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Ferdinand von Schirachs Erzählungsbände »Verbrechen« und »Schuld« und seine Romane »Der Fall Collini« und »Tabu« wurden zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern, die bisher in mehr als 40 Ländern erschienen sind. Sein erstes Theaterstück »Terror« wurde parallel am Deutschen Theater Berlin und am Schauspiel Frankfurt uraufgeführt. Schirach wurde mit mehreren – auch internationalen – Literaturpreisen ausgezeichnet, unter anderem mit dem Kleist-Preis. Seinen Erfolg erklärt die französische LIBÉRATION so: »Schirachs Meisterleistung ist, uns zu zeigen, dass – egal wie monströs dessen Taten zunächst scheinen mögen – ein Mensch doch immer ein Mensch ist.« Ferdinand von Schirach lebt in Berlin.
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Inwieweit ist die Wahrung unserer Würde durch das Gesetz geschützt?
Das dürfte so ziemlich mein erster Essay gewesen sein. Ich persönlich finde es echt interessant den Gedankengängen von Schirach zu folgen. Konkret ging es darum, dass der Artikel 1 GG, der wichtigste Artikel unseres Grundgesetzes im Bezug auf den Menschen, der da lautet "Die Würde des Menschen ist unantastbar.", in seiner Aussagekraft nicht unbedingt das darstellt, was die absolute Gegebenheit ist. Von Schirach zeigt in verschiedenen Beispielen auf, inwiefern die Würde des Menschen in vielen Situationen sehr wohl angetastet wird. In Situationen, in denen die Folter eines vermeintlichen Täters durch die Polizei in Ordnung wäre, damit sie an Informationen kommen können. Ich finde das Thema höchst spannend. Kann man die Unantastbarkeit seiner Würde verwirken, weil man die Würde anderer Menschen angetastet hat? Es bringt einen sehr zum nachdenken und überdenken. Außerdem ist es mal wieder wirklich gut geschrieben. Ich kann das Buch wirklich empfehlen.
Unnachahmlich
Beeindruckend, wie Ferdinand von Schirach es in jedem seiner Werke schafft, die großen Fragen der Menschheit in einem kleinen Kosmos seiner selbst unterzubringen. In mehreren kurzen Essays wird der Ansatz der, im Grundgesetz geschützten, Menschenwürde in Frage gestellt und pointiert durch reale Begebenheiten und juristische Fälle der Leserschaft leicht serviert. Die Schilderungen aus dem Alltag der deutschen Justiz, gepaart mit Kindheitserinnerungen, lassen einen nur so durch dieses Buch fliegen und sich mit der Tiefe von moralischer Schuld auseinandersetzen. Eine absolute Leseempfehlung für diejenigen, die es mit dem deutschen System der Justiziaren Verwaltung halten, aber auch über den gesellschaftlichen justiziablen Anstand, die Grenzen des Zusammenlebens und der Freiheit der staatlichen Ordnung den Kopf zerbrechen wollen.

Nachdenklich, pointiert und unbequem ehrlich
„Die Würde des Menschen ist (un)antastbar“ – Schirach nimmt diesen Verfassungsgrundsatz auseinander, ohne ihn zu entehren. Im Gegenteil: Er zeigt, wie oft und wie stillschweigend wir ihn missachten – im Namen der Sicherheit, der Moral oder der Bequemlichkeit. Seine Essays sind präzise, klug und berührend. Ein schmales Buch, das lange nachhallt. Man schlägt das Buch auf, will einfach nur lesen – und ertappt sich plötzlich beim Grübeln über Recht, Schuld und die Menschheit. Kann dieses auch wieder sehr empfehlen.
„Die Würde ist antastbar“ versammelt erstmals alle von ihm im Spiegel veröffentlichten Essays in einem Band.
Es ist schade, dass die Essays von so ganz unterschiedlicher Qualität sind. Manche haben mir richtig gut gefallen, andere so mittel, und einige sagten mir gar nicht zu. Sehr schade auch, dass er teilweise der eigenen Meinung eine oberlehrerhafte Wichtigkeit aufsetzt ohne andere Sichtweisen abzuwägen und einzubeziehen. Hab schon wesentlich bessere Bücher des Autors gelesen.
Sehr interessante teilweise auch persönliche Essays vom Autor. Wie immer sachlich, objektiv und ohne jegliche Wertung. Die verschiedenen Themen sind sehr breit gefächert aber jedes für sich sehr interessant. Und wie jedes seiner Bücher regt es zum Nachdenken an und der Leser hinterfragt einmal mehr diverse Sachen und betrachtet aus einem neuen Blickwinkel.
Essays zum Nachdenken
In dieser Essaysammlung geht es hauptsächlich um Gerichte, Gerichtsverhandlungen, Anwälte und dessen Ablauf und Entscheidungen, gespickt mit Erfahrungen aus seinem Leben (ein typischer Schirach eben). Ich habe dieses Buch auf einer 4h Zugfahrt gelesen und fand es so genau richtig. Mit sticky notes dazu, war es noch besser. Ich konnte in Ruhe jedes Essay lesen, mir (bei Bedarf) noch länger darüber Gedanken machen und wenn nicht einfach weiter lesen. Trotzdem würde ich sagen, dass mir so richtig nur 2/3 Essays wirklich langzeitig im Gedächtnis bleiben. Für den Moment war das Buch genau richtig, aber das Buch wird bei mir im Regal stehen und nur selten nochmal rausgezogen werden. Trotzdem empfehlenswert!✨ 4⭐️
Ich fand das Buch okay. Manche Essays fand ich interessant, bei anderen könnte ich mir vorstellen, dass mehr Hintergrundwissen nicht schlecht gewesen wäre, um alles besser nachvollziehen zu können. Etwas ganz anderes als Tabu oder der Fall Collini - und reicht meiner Meinung nach auch lange nicht an diese heran.

Es gab manche Essays, die ich sehr interessant fand. Sie regen einen zum Denken an und die eigene Moral zu hinterfragen. Das hat auch mich erschüttert. Es gab auch andere Texte die ich jetzt nicht so interessant fand und die in dem Buch jetzt auch nicht unbedingt was zu tun haben, meiner Meinung nach. Aber alles in allem ein sehr gutes Buch!
spannend - brandaktuell - erschreckend ehrlich
Ein wahnsinnig gut recherchiertes Buch, gestützt auf Fakten. Es viel mir schwer dieses Buch aus der Hand zu legen. Zudem konnte ich sehr viel aus diesem Buch lernen. Durch direkte Fragen, die an die Leserschaft gestellt werden, beginnt man, wenn man nicht sowieso schon angefangen hat, über die ganzen Thematiken nachzudenken, spätestens jetzt sich das Gehirn über Fragen zu zermürben, für die man leider nicht so leicht eine Antwort finden kann. Dieses Buch gibt so wichtige Denkanstöße und thematisiert alle Themen alles andere als oberflächlich. Eine ganz große Empfehlung und ein Jahreshighlight von mir!!!
Mir ist erst im letzten Drittel aufgefallen, dass das Buch bereits 2014 erschienen ist und das iPad gerade in der ersten Generation veröffentlicht wurde. So erschreckend finde ich, dass das Buch so aktuell ist wie nie, die Inhalte so wichtig zu diskutieren wie nie. Sei es Feminismus, Terrorismus oder die Frage ob man das Leben weniger für viele opfern kann. So bewegend und klar strukturiert ich sehr viele Essays fand, so sauer aufgestoßen ist mir das Kapitel über das iPad, welches weniger Kritik, sondern mehr Werbeplattform geboten hat. Nichtsdestotrotz finde ich es sehr lesenswert!
3,5 Sterne Abzüge gibt es definitiv für die Kapitel "Reine Menschen, reine Luft" und "Die Kunst des Weglassens". Im allgemeinen hätte ich mir die zeitliche Einordnung der Essays direkt unter dem Titel gewünscht und nicht fast ganz hinten. Trotzdem viele gute Denkanstöße, besonders zum (medialen) Stand der Staatsanwaltschaft und dem Umgang mit Dienstverletzungen.
Aktueller denn je
Auch wenn das Buch schon etwas älter ist, sind die Aussagen aktueller denn je. Die Freiheit und die Menschenwürde ist bedrohter, als sie jemals war. Von Schirach referiert über Sicherheitsverwahrung, Prozessen und das eigene Schicksal mit der NS Vergangenheit. Absolute Empfehlung Ich habe es sehr genossen zu lesen und freue mich auf das nächste Buch!

Nachdenklich und irreführend
Das Thema, welches in diesem Buch behandelt wird, ist unglaublich interessant. Schirach erklärt auf sehr schlaue Weise, inwiefern die Würde des Menschen angetastet wird. Allerdings ist dieses Buch eine Sammlung von Essays, welche nicht alle dieses Thema behandeln. Aus diesem Grund fühlt sich das Buch nicht sehr gradlinig an, und springt viel von Thema zu Thema. Wenn Schirach allerdings über die Würde des Menschen spricht regt er sehr zum Nachdenken an. Neben dem Thema geht es auch viel um ihn selbst. Ich persönlich finde das ziemlich uninteressant und habe mir wegen dem Titel des Buches mehr Inhalt zu der Würde des Menschen gewünscht.
Verschiedene kurze Essays zu unterschiedlichen juristischen Themen. Ferdinand von Schirach beschäftigt sich mit vielen Fragen - vom Grundgesetz, über Volksentscheide bis hin zu Sicherungsverwahrung und den ethischen Fragen, die dahinter stehen. Darf man jemandem seiner Freiheit berauben, ohne dass er eine Straftat begangen hat? Weil man glaubt, dass man damit andere schützt? Volksentscheide wirkten auf mich immer total toll, doch wenn man die Nachteile erklärt bekommt, dann hinterfragt man seine Meinung gerne. Er erklärt die Nachteile einer repräsentativen Demokratie, hinterfragt wer Subjekt und wer Objekt ist und ob ein Leben gegen ein anderes aufgewogen werden kann und ob es auch unter anderen Bedingungen als Notwehr, moralisch "in Ordnung" sein kann, jemanden zu töten. Definitiv keine leichte Kost, aber sehr interessant.

Ich habe es schon vor ein paar Tagen beendet und tue mich ganz schwierig mit der Bewertung. Ich habe bereits "Verbrechen" von Schirach gelesen und fand es richtig gut. Manche Kapitel hier in diesem Buch ( z.B. das Kapitel über Rauchen bzw. das Rauchverbot) fand ich einfach nicht gut. Teilweise habe ich mich auch durch dieses Buch geschleppt. Nichts desto trotz gab es viele gute Gedankengänge und Themen, mit denen ich mich sonst nie befasst hätte. Ich könnte für mich einen Mehrwert draus ziehen, aber wirklich nochmal lesen oder weiterempfehlen würde ich es zumindest nicht.
Ein Muss und der wichtigste Satz unseres Grundgesetzes!
Hallihallo ihr Lieben, “Die Würde des Menschen ist unantastbar “ Ferdinand von Schirach zeigt hier in verschiedenen Kapiteln auf, wie dieser Satz jeden Tag verbogen oder sogar missachtet wird. Ohne jemals eine Konsequenz nach sich zu ziehen. Wie immer brilliert hier die schriftliche Darstellung des Autors. Ferdinand v. Schirach zeigt mal wieder warum er ein toller Schriftsteller und ein brillanter Jurist ist. Absolute Buchempfehlung!
Ferdinand von Schirach ist ein Autor, der Klarheit liebt – und Klarheit fordert. In seinem Essayband Die Würde des Menschen ist antastbar zeigt er einmal mehr, wie präzise Sprache zum Denkwerkzeug wird. Mit lakonischer Schärfe und juristischer Nüchternheit seziert er zentrale Fragen unserer Gegenwart: Was darf ein Staat im Namen der Sicherheit? Was bedeutet Schuld in einer komplexen Welt? Und was bleibt vom Ideal der Menschenwürde, wenn Angst und Populismus regieren? Der Band versammelt 26 Essays, die ursprünglich in verschiedenen Zeitungen erschienen sind – lose verbunden, aber thematisch verwandt. Von Schirach spricht über Folter, Terrorismus, über Vorratsdatenspeicherung und das Recht auf Vergessen. Er blickt auf spektakuläre Gerichtsprozesse, äußert sich zur Sicherheitsverwahrung und wirft zugleich einen ganz persönlichen Blick auf das Schreiben, das Rauchen, das Lesen auf dem iPad. Diese Mischung aus politisch-juristischer Analyse und autobiografischer Reflexion verleiht dem Buch eine überraschende Intimität. Was von Schirachs Texte so besonders macht, ist ihre Haltung: Er urteilt nicht, er stellt infrage. Oft sind es kleine Geschichten, Einzelfälle, die seine Essays eröffnen – wie Fallakten, aus denen sich große Gedanken ableiten. Immer wieder kehrt er zurück zur Idee der Verantwortung des Einzelnen und zur Fragilität der Menschenwürde. Seine Sprache ist ruhig, sachlich, fast spröde – und gerade darin so eindringlich. Zugleich liegt in diesem Buch eine leise Melancholie. Von Schirach scheint skeptisch gegenüber unserer Zeit, in der moralische Debatten oft von Lautstärke und Empörung dominiert werden. Seine Essays wirken dagegen wie stille Mahnungen. Sie rufen zur Besonnenheit auf, zur Differenzierung – und zur Verteidigung jener Werte, die eine offene Gesellschaft ausmachen. Die Würde des Menschen ist antastbar ist kein juristisches Fachbuch, kein moralphilosophischer Traktat. Es ist ein schmaler, aber gewichtiger Band, der sich ideal zum wiederholten Lesen eignet – weil jeder Essay eine neue Perspektive eröffnet, eine neue Frage aufwirft, einen anderen Zweifel sät. Wer Ferdinand von Schirachs Werk kennt, wird in diesen Texten viele vertraute Themen wiederfinden. Wer ihn neu entdeckt, wird vielleicht verstehen, warum seine Stimme in unserer Gegenwart so wichtig ist.
Starker Anfang, schwächeres Ende
Gestern Abend habe ich das Buch noch spontan zu Ende gelesen. Den Beginn des Buches fand ich wieder richtig stark, zum Ende hin waren ein paar Essays, die ich eher schwächer fand (da hing dann der Boomer an manchen Stellen doch sehr heraus), aber das ist ja auch fast logisch bei Sammelbänden. Das ist also nicht mein Lieblingsbuch des Autoren, aber war trotzdem mal nett zu lesen. 💛

Mein Liebling des Monats, definitiv
Ein faszinierendes Buch mit der großen Frage, wie wichtig uns die Würde des Menschen eigentlich ist, was sie bedeutet und ob sie es wert ist, zu Gunsten unserer Sicherheit geopfert zu werden. Schirach schreibt fesselnd, komplex und doch gut verständlich diesen absoluten Banger über ein philophisches Thema, das uns viel näher ist als wir meist denken.
Mehrere Essays zum Thema "Würde"
Auch dieses Buch hatte es wieder in sich. Und das vor allem aufgrund der Klarheit, Direktheit und dem konkreten Ansprechen und Schildern von Situationen und Themen. Kein langes Drumherum, keine ewig vielen Erklärungen - Nein, man ist direkt drin und wird auch direkt zum Nachdenken gebracht. Dankbar für dieses Buch - was ich gewiss nicht zum letzten Mal gelesen haben werde - konnte ich auch vieles zum Nachdenken daraus mitnehmen.
Dieses Buch enthält 13 kurze Essays zu sehr unterschiedlichen Themen, die allesamt lesenswert sind. Da ich alle Bücher von Ferdinand von Schirach lesen möchte und die meisten auch bereits gelesen habe, hab ich an jedes seiner Werke hohe Erwartungen. Bei diesen Essays ist mir aber öfter aufgefallen, dass seine sonst so zeitlosen Texte eher weniger aktuell gewirkt haben. Die meisten Texte konnten mich einfach nicht umhauen, bzw. konnte ich nicht wirklich was neues für mich mitnehmen. Alles, was Schirach schreibt, bleibt für mich lesenswert, allerdings hat dieses kurze Büchlein mich bisher von allen Werken am wenigsten überzeugen können.
Ich bin zwar ein großer Fan vom Autor, diese Essay-Sammlung war für mich aber leider eher ein Flop. Die Essays sind alle in den Jahren 2010-2013 erschieden und vor allem wegen der zahlreichen politischen Bezüge dementsprechend veraltet, teilweise nicht nachvollziehbar und leider alles andere als zeitlos. Normalerweise regt FvS die LeserInnen zum Nachdenken an, in dieser Sammlung dominiert meiner Ansicht nach Ferdinand von Schirachs persönliche Meinung. Die IPad-Werbung empfand ich als deplatziert und mir entgeht der Mehrwert für den Leser.
„Die Würde ist antastbar“ enthält kluge, pointierte Texte mit starkem gesellschaftlichem Anspruch, hat mich diesmal aber weniger erreicht als andere Bücher von Schirach. Trotz einzelner sehr gelungener Stücke fiel mir der Zugang schwer, weil mir zu vielen Texten der persönliche Bezug fehlte. Empfehlenswert bleibt es dennoch vor allem für Leser*innen, die gerne über Recht, Moral und Öffentlichkeit nachdenken.
„Die Würde ist antastbar“ versammelt zahlreiche kurze Texte, die sich häufig um Gerichte, Rechtsprechung und gesellschaftliche Fragen drehen. Ein thematisches Feld, das Ferdinand von Schirach wie kaum ein anderer literarisch zugänglich machen kann. Schon der titelgebende Text „Die Würde ist antastbar“ zeigt dies: Er kreist um das Verhältnis von richtig und falsch und stellt grundlegende Fragen nach Moral, Dilemma und Würde. Gibt es Würde überhaupt? Und wenn ja, wessen Würde zählt mehr, wenn Werte miteinander kollidieren? Gerade diese Zuspitzung macht den Text so gut, zugleich aber auch unbequem, weil er keine einfachen Antworten liefert. Grundsätzlich bin ich großer Fan von Schirach, gerade weil seine Texte nicht nur erzählen, sondern zum Nachdenken zwingen: über Schuld, Verantwortung, Gerechtigkeit und darüber, wie brüchig Moral eigentlich sind. Dieses Mal hatte ich allerdings überraschend große Schwierigkeiten, in das Buch hineinzufinden. Obwohl (oder vielleicht gerade weil?) es sich um viele kurze Texte handelt, blieb ich bei vielen von ihnen emotional außen vor. Die Texte wirkten stellenweise eher wie gedankliche Skizzen als wie Erzählungen, die mich beschäftigen. Dennoch gibt es einige sehr starke Momente. Besonders drei Texte sind mir nachhaltig in Erinnerung geblieben: 1) In „Du bist, wer du bist“ beschreibt Schirach das Verhältnis zu seinem bekannten Großvater. Hier hat mir vor allem die persönliche Ebene gefallen. Der Text wirkt ehrlich und berührend, ohne übertrieben zu werden. 2) „Verfahren als Strafe“ fand ich inhaltlich besonders relevant. Schirach zeigt hier eindrücklich, wie sehr öffentliche Meinung und mediale Vorverurteilung Menschen bereits bestrafen, bevor ein Gericht überhaupt entschieden hat; und wie dieses Urteil oft bestehen bleibt, unabhängig vom tatsächlichen Ausgang eines Verfahrens. 3) Am lustigsten fand ich „Die Kunst des Weglassens“, in dem es um die Anfänge des iPads und seine möglichen Auswirkungen auf das Lesen geht. Seine Faszination für das Medium und die Idee, dass es die Zukunft des Lesens sein könnte, fand ich gleichermaßen amüsant wie anregend: nicht zuletzt, weil ich den Text ganz klassisch analog gelesen habe. Insgesamt zeigt „Die Würde ist antastbar“ seine Stärke im gedanklichen Zuspitzen, aber auch die Grenze dieses Stils, wenn Texte eher distanziert als berührend bleiben. Somit ein ambivalentes Buch für mich.
Ferdinand von Schirach entfaltet in seinen Essays eine beeindruckende Analyse der zentralen Themen unserer Zeit. Mit scharfsinnigem Blick beleuchtet er, wie Terrorismus die Grundlagen unserer Demokratie herausfordert, und reflektiert über persönliche Gedanken zum Schreiben und Lesen in der digitalen Ära. Seine Überlegungen zu Gut und Böse sowie die moralischen Fragen unserer Gesellschaft machen diese Essays zu einem fesselnden Leseerlebnis. Schirach gelingt es, komplexe Themen verständlich und eindringlich zu präsentieren, was seine Werke zu einem unverzichtbaren Bestandteil der aktuellen Debatte macht. Ein überzeugendes und nachdenklich stimmendes Buch!

Keine Geschichten sondern Gedanken des Autors. Sehr lesenswert. Sehr interessant. Ich bleibe dabei - jeder sollte Herrn von Schirach lesen. *** Essays von einem meiner Lieblingsautoren - Herr von Schirach weiß wie man schreibt. Und er weiß von der moralischen Achillesferse seiner Leser. Das Buch habe ich in der Preisreduzierten Abteilung einer Buchhandlung gefunden und musste es einfach mitnehmen. *** 'Die Würde ist antastbar' unterscheidet sich von den bisherigen Büchern da es nicht um fiktive Figuren geht. In diesem Buch schreibt der Autor über diverse Themen die ihn beschäftigen. *** Wie ist das zum Beispiel mit der Abschuss-Frage? Darf ein entführtes Flugzeug abgeschossen werden auch wenn 'Unschuldige' an Board sind? Herr von Schirach beleuchtet nicht nur die juristische Seite, sondern ebenfalls die 'Gesellschaftliche-Moral'. *** Ein Kapitel besteht ausschließlich aus Fragen. Die ein oder andere, so simpel sie sein mag, haben wir uns alle schon mal gestellt. Das Buch ist 2015 erschienen und dementsprechend nicht brandaktuell, dennoch fehlt es den Worten nicht an Aktualität.
Die kleine Sammlung von Essays lesen sich ganz gut weg. Gut gefallen hat mir wie immer der minimalistisch trockene Schreibstil von Schirach. Er greift viele aktuell relevante Themen auf. Bei einigen nehme ich interessante Impulse mit, andere haben 7 Jahre später deutlich an Relevanz und Interessantheit verloren - wie z.B. die seitenlange Werbung, in der Schirach den Lesern die neue Sensation „iPad“ erklärt.
Nachdenklich...
Tolle Aufstellung. Die einzelnen Geschichten (Beispiele usw.) sind gut erklärt worden und bringen einem wirklich zum Nachdenken... Die würde eines Menschen ist antastbar. " Die würde eines Menschen ist unantastbar, falsch... und dieses Buch erklärt einem wieso und warum dieses Grundgesetz nicht so stimmt.. Sehr empfehlenswert.
Ich liebe Schirachs Schreibstil und seine Erzählungen über Verbrechen. Aber dieses Buch enthält Essays die er geschrieben hat und es waren auch welche darunter die ich nicht mochte. Z.B. stimme ich nicht mit seiner Meinung über das Rauchen überein und auch der Text über das iPad musste meiner Meinung nach nicht sein. Seine anderen Erzählungen kann ich wirklich jedem empfehlen, aber diese Essays muss man nicht kennen.



























































