Frau Shibatas geniale Idee

Frau Shibatas geniale Idee

Paperback
3.7170
FamiliendramaSelbstmordJapanische LiteraturGeburt

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Description

Frau Shibatas geniale Idee ist eine kluge, moderne und feministische Antwort auf tief verankerte patriarchalische Strukturen in der japanischen Gesellschaft – und zugleich ein fulminantes Lesevergnügen!

Frau Shibata ist vierunddreißig und arbeitet als Angestellte in einer Firma in Tokyo, in der Männer das Sagen haben. Ständig wird sie herumgeschubst, schlecht behandelt und soll Kaffee kochen. Doch dann hat sie eine geniale Idee: Sie behauptet, schwanger zu sein – und plötzlich wird sie rücksichtsvoll behandelt. Doch wie weit lässt sich dieses Spiel treiben? Frau Shibata geht aufs Ganze, stopft sich die Kleidung aus und ‚erlebt‘ die gesamte Schwangerschaft. Bis schließlich unausweichlich der Moment der Wahrheit naht – und die sieht anders aus, als gedacht .

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Adventure
Format
Paperback
Pages
208
Price
14.40 €

Author Description

Emi Yagi wurde 1988 geboren und Frau Shibates geniale Idee ist ihr erster Roman. Sie hat bereits vor der Veröffentlichung in Japan den wichtigen Dazai Osamu Prize mit dem Titel gewonnen.

Posts

31
All
4.5

Feministische Rebellion japanische Art 4,75 ⭐️

Welchen Wert hat eine Frau in der Gesellschaft und welchen Wert hat eine Mutter? Und wer jetzt denkt, eine Mutter hat mehr Wert, den kann dieses Buch nicht bestätigen. Eine (werdende) Mutter wird anders allein gelassen, aber, alleingelassen bleibt… vor der Mutterschaft zuständig fürs Kaffee kochen, ab der Schwangerschaft zuständig für das werdende Kind… unverändertes Attribut beider Tätigkeiten; allein! Die Männer sind mit der „echten“ Arbeit beschäftigt…. (Ganz wichtig: wir reden von gesellschaftlichen Klischees, da gibt es ganz viele männliche Ausnahmen davon, es gilt nicht für jedes männliche Individuum). Ich denke hier hat sich in der traditionellen japanischen Gesellschaft (die für mich in einigen Punkten sehr der Deutschen ähnelt) weibliche Wut aufgestaut. Und diese muss raus, sollte laut werden, damit sich was ändern kann. Das könnte dieses Buch bewirken wollen. Der Wechsel ins eher Surreale stört mich nicht. Es geht mE nicht darum die Geschichte Schritt für Schritt realistisch nachzuvollziehen. Es geht um die Kernaussage, um den (imaginären) Kinderwunsch oder Wunsch von Frauen sichtbar zu sein, als „ernst“ genommen zu werden. Vielleicht geht das am Besten über die klassische Mutterrolle… ob echt oder eingebildet ist egal, denn die Gesellschaft reagiert auf „ihre Vorstellung“ einer (werdenden) Mutter unabhängig von der Realität der Einzelperson. Ps: eine Bitte an die Leseer des Buches: warum steht als Schlagwort „Selbstmord“ bei diesem Buch? Ich versteh es nicht?!

3.5

Die Story klingt klasse, ein Frau gibt vor schwanger zu sein, um nicht mehr das Mädchen für alles in der Firma sein zu müssen.. doch am Ende war ich verwirrt und hab das Gefühl unterwegs falsch abgebogen zu sein..

4

Frau Shibata hat die Nase voll, immer alles für ihre Kollegen zu tun, was diese eigentlich selbst erledigen könnten – wie beispielsweise ihre Kaffeetassen aufzuräumen. Spontan kommt ihr über die Lippen, sie sei schwanger. Klingt unterhaltsam? Ist es auch. Denn durch ihre Lüge entdeckt Frau Shibata so manchen schönen Aspekt des Lebens. Mir hat es Spaß gemacht, Frau Shibata dabei zu begleiten, wie sie ein neues Lebensgefühl entdeckt: Bewegung, frische Lebensmittel, selbst kochen etc. Gelöst von manchem Zwang wird ihr Leben dadurch auf den Kopf gestellt. Langweilig wird es dabei allerdings nie, denn natürlich ist nun jeder neugierig auf das Baby. Dabei werden so manche Grenzen überschritten und sie gerät in Situationen, die unglaublich und zugleich unwirklich erscheinen. So stellte sich mir zunehmend die Frage: Glaubt sie es mittlerweile selbst? Und wie weit will sie damit noch gehen? Kurzum: Es ist äußerst unterhaltsam. Auch sprachlich liest sich das Buch sehr gut – Stil und Sprache sind flüssig, die Kapitel kurz und übersichtlich. Wer japanische Literatur mag, sollte zugreifen – und wer Abstruses schätzt, erst recht.

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3.5

Was ein Ritt. Die Grenzen von Realität und Lüge verschwimmen immer mehr. Zwischendurch war es mir etwas konfus. Der Schreibstil war aber toll.

Was ein Ritt. Die Grenzen von Realität und Lüge verschwimmen immer mehr. Zwischendurch war es mir etwas konfus. Der Schreibstil war aber toll.
4

Regt zum Nachdenken an 💭

5

Die vierunddreißigjährige Frau Shibata arbeitet als einzige weibliche Angestellte in einer Firma in Tokyo, wo ihre männlichen Kollegen das Sagen haben und diese Frau Shibata täglich zum Kaffeekochen und Aufräumen herumkommandieren. Eines Tages hat sie die geniale Idee und behauptet, dass sie schwanger sei. Der Leser taucht auf 205 Seiten in die Welt von Frau Shibata und ihrer Inszenierung einer Schwangerschaft ein. Wunderbar zu lesen war für mich persönlich der Umgang ihrer männlichen Kollegen mit Frau Shibata seit Verkündung ihrer genialen Idee. Was bedeutet es für die Frau in der patriarchalen Struktur in Japan ein Kind zu erwarten?! Tiefgründig, modern und humorvoll beschrieben stellt sich dieser kluge Roman der Kernfrage und schafft es den Leser in Bezug auf den Ausgang des Romans in eine Situation zu bringen, die zum Nachdenken animieren soll. Seite für Seite habe ich genoßen und würde behaupten, dass beim erneuten Lesen weitere interessante Aspekte mir erschließen würden. Ein modernes, kluges und tiefgründiges Debüt von einer Autorin, von der ich zukünftig noch hoffentlich viel lesen darf. Absolute Leseempfehlung meinerseits.

3

Zu Beginn richtig gut

Am Anfang fand ich es richtig gut aber am Ende war ich super verwirrt, ich habe es als Hörbuch gehört und frage mich gerade, ob ich irgendwas hinsichtlich eines Wendepunkts verpasst habe. Insgesamt kann ich nur Durchschnitt sagen, weil ich einfach im Hinblick auf das Ende zu verwirrt war.

3

Die Story fängt sehr gut an, hat mich dann aber irgendwie abgehängt & einfach nur noch verwirrt. 🤔 Sehr angenehm gelesen von Maren Ulrich. 😊

3.5

Die Idee hinter dem Roman finde ich klasse und hat mir ausgesprochen gut gefallen - allerdings bleiben für mich zu viele Fragen offen. Hier hätte ich deutlich mehr erwartet.

3

Das Buch war ein absoluter Cover-Kauf, aber auch die Prämisse klingt spannend und neuartig: eine junge Frau Mitte dreissig beschliesst eine Schwangerschaft zu fingieren, um dem Stress und den Schikanen am Arbeitsplatz zu entgehen. Da ich zur Zeit der Lektüre selbst schwanger war und in Japan lebe, hat es mich umso mehr interessiert zu sehen, wie eine japanische Frau das Leben als Schwangere in Japan beschreibt. Ich habe mir eine beissende mit Humor gespickte Sozialkritik versprochen. Bekommen habe ich eine nörgelnde Protagonistin mit einem sehr simplen Blick auf die japanische Gesellschaft. Selbst die kurzen Kapitel mochten nicht über die Schwere der plumpen Metaphern hinwegtäuschen. Am meisten vor den Kopf gestossen haben mich jedoch Logik-Fehler. Denn in Japan meldet man die Schwangerschaft auf der Stadt an, um so ein Mutter-Kind-Büchlein zu erhalten, das man bei allen Untersuchungen mitnimmt. Natürlich möchte die Protagonistin das nicht machen, weil sie ihre Schwangerschaft nur vorgibt. Aber um von verkürzten Arbeitszeiten, zahlreichen Vergünstigungen und Mutterschaftsurlaub profitieren zu können, wäre eine nicht registrierte Schwangerschaft den mit Sperberblick arbeitenden japanischen Behörden aufgefallen... Mehr zum Buch erfahrt Ihr in meiner Video-Rezi: https://youtu.be/v8zyH-AQjgE

4

Ich war verwirrt aber auf ne gute Art :)

Frau Shibata arbeitet in Tokyo in einer Firma, die unfassbar langweilig Papierrollen herstellt. Ihre Kollegen behandeln sie wie eine Assistentin, bis sie eine geniale Idee hat, die sie vorschiebt um nicht mehr benutzte Kaffeebecher nach Meetings abräumen zu müssen. Sie ist schwanger und leidet unter Morgenübelkeit. Naja zumindest erzählt sie das ihrem Chef, ihren Kollegen und sie zieht es tatsächlich durch . Es ist eine Geschichte, die entlarvt: wir sehen, dass wir in besonderen Umständen sein müssen um Zeit und gesellschaftlichen Raum fürs Mensch-sein zu bekommen. Keine Überstunden, ein Spaziergang einfach weil es gut tut, frisch gekochtes Essen, dafür ist nur Raum entstanden, weil Shibata schwanger ist. Aber es gibt einen Haken: die Doppelbelastung von Familie und Beruf wird kommen, wenn es wirklich ein Kind gibt. Ich fands clever, es war kurz und angenehm zu lesen. Und das Ende hat mich schmunzelnd und skeptisch zurückgelassen.

2

Eine geniale Idee macht noch kein geniales Buch

Frau Shibata hat keinen Bock mehr. Und das ist auch mehr als verständlich. Als einzige Frau in ihrer Abteilung eines Papierrollenherstellers wird sie von allen ausgenutzt. Kaffee kochen, aufräumen, Snacks verteilen und Büromaterialien in Ordnung halten - alles eigentlich nicht Teil ihres Jobs aber trotzdem für ihre rein männlichen Kollegen eine Selbstverständlichkeit, dass sie es erledigt. Und deshalb entschließt sich Frau Shibata eines Tages zu behaupten sie sei schwanger und könne deshalb nun wirklich nicht mehr diese ganzen Dinge erledigen - schließlich muss sie ihren eigentlichen Aufgaben nachkommen. Was zweifelsohne eine Geschichte weiblicher Selbstermächtigung ist und durchaus zum Nachdenken anregt, verliert sich leider in so ziemlich allen Stereotypen zum Thema Schwangerschaft im Patriarchat. Allzu oft hat man den Eindruck, dass die Autorin selbst nicht so ganz weiß wo sie mit der Geschichte hin will. In nur 200 Seiten reißt die Erzählung die Themen Unfruchtbarkeit, Postnatale Depression, Sexismus, Alleinerziehende Frauen, Körperideale, Mental Load und Gender Care Gap an. Aber wird irgendwie keinem so richtig gerecht. Fazit: ein interessanter Ansatz, der durchaus schnell lesbar ist, aber leider hinter den Erwartungen zurückbleibt.

4.5

Mitreissend geschrieben

Frau Shibatas ist es leid, als einzige Frau der Firma für Kaffee kochen, Teller spülen und Süßigkeiten verteilen zuständig zu sein. Kurzerhand erfindet sie eine Schwangerschaft und schnell verselbständigt sich diese Lüge. Ein ruhiges, leises Buch, an dessen Ende man sich gar nicht mehr sicher ist, ob wirklich alles erfunden ist. Leseempfehlung!

4

📚 Inhalt Frau Shibata arbeitet als Angestellte in einer Firma in Tokio. In der Firma haben die Männer das Sagen und sie wird ständig herumgeschubst, schlecht behandelt und soll Kaffee kochen. Doch dann fällt ihr eine geniale Idee ein: Sie behauptet schwanger zu sein. Und auf einmal wird sie rücksichtsvollbehandelt. Aber wie lange kann sie ihr Lügenkonstrukt aufrecht halten? Irgendwann wird der Moment der Wahrheit kommen. 📖 Meinung Ist es eine geniale Idee, eine Schwangerschaft für seinen eigenen Vorteil zu erfinden und zu erleben? Meiner Meinung nach ein klares "nein". Eines Tages, während der Arbeit, ärgert sich die Protagonistin über alltägliche Aufgaben und weigert sich schlussendlich, die Tätigkeiten durchzuführen. Ihr Chef ist überrascht - so schiebt sie die Notlüge mit der Schwangerschaft vor. Und nun beginnt der Lügen-Schneeball zu rollen und wird grösser und grösser. Für mich war es super spannend, ihr Konstrukt der Lügen zu verfolgen. Frau Shibata informiert sich über die verschiedenen Trimester, findet neue Freundinnen in Schwangerschaftskursen und baut sich eine Fantasiewelt auf. Mit der Zeit verschwimmen auch die Grenzen zwischen der tatsächlichen Wahrheit und den Lügen, sodass ich teilweise nicht recht auseinanderhalten konnte, was stimmte und was nicht. Alles in allem gefiel mir die Geschichte gut, ich war drin und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht. Allerdings waren für mich einige Passagen zu unrealistisch. Das Ende hat mir dafür wieder sehr gut gefallen und es macht mich neugierig, mir zu überlegen, wie die Zukunft von Frau Shibata aussehen wird.

4

Ich check goanix mehr

Schön verwirrend, leichte Gesellschaftskritik, könnte tiefer sein. Hörbuch sehr angenehm, mir war nicht langweilig.

5

Ein kluges, humorvolles und feministisches Buch, welches mich sprachlich überzeugen konnte und mit dem Verstand der Leser:innen spielt. Die Ich-Erzählerin Shibata bricht mit ihrer vorgetäuschten Schwangerschaft aus den Strukturen der dominierten Männerwelt aus, auch wenn sie sich selbst an den Klischee der schwangeren Frau/der werdenden Mutter bedient. Aber vielleicht macht auch gerade das dieses Buch so lesenswert.

Ein kluges, humorvolles und feministisches Buch, welches mich sprachlich überzeugen konnte und mit dem Verstand der Leser:innen spielt. Die Ich-Erzählerin Shibata bricht mit ihrer vorgetäuschten Schwangerschaft aus den Strukturen der dominierten Männerwelt aus, auch wenn sie sich selbst an den Klischee der schwangeren Frau/der werdenden Mutter bedient. Aber vielleicht macht auch gerade das dieses Buch so lesenswert.
4.5

Sehr gelungen

Mir hat das Buch sehr zugesagt, insbesondere der Schreibstil und das angenehme Erzähltempo. Die Idee und auch die Umsetzung der Geschichte fand ich sehr gelungen. Die Einordnung in den japanischen Gesamtkontext ist für das Verständnis förderlich, aber nicht zwingend notwendig. Im letzten Drittel des Buches gibt es eine Passage, die mir zu abgedreht war. Das Ende wiederum war rund und gelungen. Wichtig: wie in solchen Romanen üblich wird einiges nur angedeutet und der Leser zum Denken angeregt. Wer eine Auflösung jedes Details erwartet, wird enttäuscht werden. 

5

Was für ein genial geschriebenes Buch, was für ein toller Schreibstil. Emi Yagi lässt den Leser am Ende etwas ratlos zurück, das macht den Reiz für mich aber aus :)

5

Kritisch, feministisch, schön geschrieben

3

Auf „Frau Shibatas geniale Idee“ bin ich kürzlich auf Instagram aufmerksam geworden. Der Klappentext klang interessant und witzig aber mit gerade einmal 200 Seiten war es mir zu dünn zum Lesen. Als ich es als Hörbuch entdeckte, entschied ich mich für diese Variante. Maren Ulrich liest mit klarer, angenehmer Stimme. Sie transportiert die unterschiedlichen Stimmungen und Charaktere sehr gut und haucht insbesondere der Ich-Erzählerin Frau Shibata Leben ein. Die Geschichte beginnt komödiantisch, denn Frau Shibata erfindet eine Schwangerschaft um nicht mehr ständig ihre männlichen Kollegen bedienen zu müssen. Obwohl es immer wieder Momente gab, die mich auflachen ließen, kristallisiert sich schnell heraus, dass dies keineswegs ein seichter Roman ist. Stellvertretend am Beispiel Shibata erzählt Emi Yagi von den Missständen, mit denen Frauen in der Berufswelt konfrontiert werden. Allen voran die fehlende Wertschätzung der männlichen Kollegen, Ausbeutung durch den Arbeitgeber bis hin zu verbaler und sexueller Belästigung sowie auch Diskriminierung im Privatleben, wenn man sich nicht dem gängigen Familienkonzept unterwirft. Die erste Hälfte dieses Buches hat mir wirklich gut gefallen und ich empfand es als gute Mischung zwischen Humor und Gesellschaftskritik. Shibata ist eine eher einsame Frau und ich habe mich über ihre Alltagserfolge und ihre neuen Freundinnen, zu denen ihr die „Schwangerschaft“ verholfen hat, gefreut. Auf der anderen Seite hat es mich richtig wütend gemacht, wie sie von ihren Kollegen ausgenutzt wurde (zum Beispiel um Instantkaffee! zu kochen), dass ich mit Genugtuung verfolgt habe, wie sie den eingebildeten Herren ein Schnippchen schlägt. In der zweiten Hälfte konnte mich die Geschichte leider kaum noch zum lachen bringen und ich fand sie trotz der Kürze etwas langweilig. Zudem wurde die Handlung zunehmend verwirrend und ich habe zwischendurch nicht mehr richtig durchgeblickt. Zum Glück löst die Autorin am Ende alles Gut auf, so dass sich ein Aha-Effekt einstellt.

Eine frische, feministische Stimme aus Japan gibt tiefe, gesellschaftliche Einblicke.

Der Debutroman von Emi Yagi hat in Japan wichtige Preise gewonnen und auch in Deutschland wird er aktuell mit guten Kritiken belohnt. Ich musste mich natürlich erstmal selbst überzeugen lassen und gebe gern zu - ich bin begeistert. Der Roman ist recht schlank und die Kapitel in die einzelnen Wochen von Frau Shibatas Schwangerschaft unterteilt. Die Umsetzung mochte ich sehr, der Schreibstil ist angenehm und die Geschichte ist gleichzeitig zum Lachen und zum Grübeln geeignet. Typisch japanisch wird der Roman jedoch im letzten Drittel schon, was man wissen sollte bevor man dazu greift. Er bewegt sich ein bisschen auf der Schwelle zwischen dem Surrealen und der Möglichkeit eigener Interpretation. Auch das Ende lässt Spiel für Diskussionen. Spannend fand ich auch die tiefen Einblicke in die japanische Gesellschaft aus der Sicht von Frauen. Emi Yagis erstes Roman war vielversprechend und stark - von mir gibt es 4 🌟

Eine frische, feministische Stimme aus Japan gibt tiefe, gesellschaftliche Einblicke.
4

3.5/4 War teils sehr spannend aber auch ein bisschen verwirrend und irgendwie etwas ausgefranst, daher weiß ich nicht so recht was ich daraus machen kann… Liebte aber den gelegentlichen sehr trockenen Humor!

4

Frau Shibata hat es satt, dass ihre männlichen Arbeitskollegen ihr nicht auf Augenhöhe begegnen, sie nicht ernst nehmen, sie rücksichtslos als Mädchen für alles ausbeuten und sie gedenkt dies zu ändern. Nur wie? Immerhin ist das Verhalten der Kollegen (nicht nur) in Japan durchaus üblich, die Männer haben eben das Sagen, sind den Frauen immer voraus, immer überlegen. Also beschließt Frau Shibata eine Geheimwaffe einzusetzen, die eine Möglichkeit, die ihr Aufmerksamkeit, Rücksichtnahme und endlich eine Verschnaufpause im harten Arbeitsalltag sichern wird: sie täuscht eine Schwangerschaft vor. Kann sie anfangs die neue Arbeitssituation noch genießen, erlebt sie diese erdachte Schwangerschaft immer bewusster und intensiver und die Grenzen zwischen Realität und Fantasie verschwimmen… Emi Yagi hat einen außergewöhnlichen, tragisch-komischen Roman geschrieben und zeigt darin auf, wie patriarchalisch die japanische Gesellschaft immer noch ist und wie sehr sie noch an längst überholten Geschlechterrollen festhält. Dennoch ist es ein leichtes Buch, typisch japanisch nüchtern, dabei oft witzig und schräg und, vor allem gegen das Ende hin, fast ein bisschen ins Surreale gehend, was ich ja sehr liebe. Hat mir sehr gefallen! Vielen Dank an Hoffmann und Campe für das via NetGalley zur Verfügung gestellte eBook!

3.5

Frau Shibata ist vierunddreißig und arbeitet als Angestellte in einer Papierfabrik in Tokyo, in der Männer das Sagen haben. Sie ist als Frau zum Mädchen für alles geworden und irgendwann reicht es ihr und sie hat eine Idee: Sie behauptet, schwanger zu sein – und plötzlich wird sie rücksichtsvoll behandelt. Dieses Buch hat ganz merkwürdige Stellen in mir erreicht. Nach der Notlüge darf Frau Shibata pünktlich Feierabend machen, ihren Kollegen wird bewusst, dass sie Dinge auch einfach selbst erledigen können, Arbeit wird anders verteilt, ... Doch als die Schwangerschaftswochen voranschreiten und sie mit anderen Schwangeren zusammenkommt, wird die Lüge immer mehr zu ihrem Leben. Die Geschichte wird mich noch eine Weile begleiten und die Gedanken über den Wert von Frauen, Frauen ohne Kinder, Müttern,...

3.5

Ist es eine geniale Idee, eine Schwangerschaft für seinen eigenen Vorteil zu erfinden und zu erleben? Meiner Meinung nach ein klares "nein". Eines Tages, während der Arbeit, ärgert sich die Protagonistin über alltägliche Aufgaben und weigert sich schlussendlich, die Tätigkeiten durchzuführen. Ihr Chef ist überrascht - so schiebt sie die Notlüge mit der Schwangerschaft vor. Und nun beginnt der Lügen-Schneeball zu rollen und wird grösser und grösser. Für mich war es super spannend, ihr Konstrukt der Lügen zu verfolgen. Frau Shibata informiert sich über die verschiedenen Trimester, findet neue Freundinnen und baut sich ein Fantasieleben auf. Mit der Zeit verschwimmen auch ein wenig die Grenzen zwischen der tatsächlichen Wahrheit und den Lügen, sodass ich teilweise nicht recht auseinanderhalten konnte, was stimmte und was nicht. Alles in allem gefiel mir die Geschichte gut, ich war drin und wollte unbedingt wissen, wie es weiter geht. Allerdings waren für mich einige Passagen zu unrealistisch. Das Ende hat mir dafür wieder sehr gut gefallen und es macht mich neugierig, mir zu überlegen, wie die Zukunft von Frau Shibata aussehen wird.

4

Frau Shibata wird in ihrem Betrieb als einzige Frau von ihren männlichen Kollegen nicht respektiert. Sie ist in ihren Augen für alle Aufgaben zuständig, die nicht direkt etwas mit ihren eigentlichen Zuständigkeiten zu tun haben. Wer organisiert die Getränke bei einer Konferenz? Frau Shibata. Wer räumt danach auf? Frau Shibata. Wenn es mal Süßigkeiten gibt, läuft Frau Shibata herum und bietet jedem Kollegen ein Stück an. Die Mülltonnen sind bis oben hin voll? Kein Problem, Frau Shibata leert sie. Und Instantkaffee kann auch nur sie kochen. Doch irgendwann reicht es ihr. Aus dem Nichts heraus verkündet sie schwanger zu sein. Und plötzlich wendet sich das Blatt. Die Männer nehmen mehr Rücksicht und fangen an, die Aufgaben auch selbst zu übernehmen. Frau Shibata spielt das Spiel immer weiter und erkämpft sich somit Gleichberechtigung und Freiheiten, die für ihre männlichen Kollegen von Anfang an selbstverständlich waren. Nun hat Frau Shibata all die Aufgaben nicht mehr zu erledigen, darf auch früher gehen und hat generell mehr Zeit für sich. Eine geniale Idee, die in einem ruhigen, sehr persönlichen Ton erzählt wird. Wir begleiten die Protagonistin von Anfang bis Ende ihre „Schwangerschaft“ und erleben dabei eine eigentümliche Persönlichkeitsentwicklung in einer patriarchalen Arbeitswelt. Die Themen, die angesprochen werden, gehen um die Geschlechtergerechtigkeit, die Position von Frauen in der Welt und die japanische Gesellschaft. Obwohl es sich nur um eine fiktive Schwangerschaft handelt, zeigt sie klar und deutlich, was für Männer Priorität hat und wann eine Frau scheinbar eine wirkliche Bedeutung hat. Für mich war es ein sehr interessantes, wenn auch manchmal suspektes Gedankenspiel, dass mich oftmals nicken ließ. Leider sind die Handlungen der männlichen Charaktere nicht aus vergangenen Zeiten und heutzutage immer noch aktuell. Ein wichtiges Buch, was den Finger auf die Wunde legt.

3

Inhalt: Frau Shibata ist es leid. In ihrer Firma ist immer sie es, die Kaffee kochen, die Post verteilen oder die Besprechungsräume aufräumen muss. Eines Tages hat sie eine Kurzschlussidee und behauptet einfach, sie sei schwanger. Damit haben sich die vermeintlichen Pflichten im Büro erledigt. Aber ewig wird Frau Shibata das mit der Schwangerschaft natürlich nicht behaupten können - oder doch? Meine Meinung: Cover: Schlicht und schön. Mir gefällt die unauffällige Silhouette, die doch schon das Grundsätzliche verrät und die Powerfarbe pink. Geschichte: Zusammengefasst ist die Geschichte einfach so herrlich japanisch. Die Idee hätte auch jeder Anderen kommen können, aber die Sturheit, mit der es durchgezogen wird, ist wunderbar seltsam. Es hat viel Freude gemacht, Frau Shibata auf ihrem selbst gebastelten Abenteuer zu begleiten und der Schluss war super.

4

Mal ein völlig anderes Buch. Es liest sich flüssig und wird nicht langweilig. Am Ende glaubt man schon selbst, dass die Protagonistin doch schwanger ist. Ich kann dieses Buch nur empfehlen.

3.5

Eine ungewöhnliche, frische Story über eine alleinstehende junge Frau, die nicht mehr nach den Spielregeln des Patriarchats leben will und zu diesem Zweck eine Schwangerschaft erfindet. Es liest sich jedoch gar nicht so vordergründig feministisch, wie man vielleicht glauben mag. Es geht auch um Einsamkeit und Identitätssuche einer Person, die mit Anfang Dreißig ohne Partner und Kind ihren Wert in der Gesellschaft auszuloten versucht. Den Roman durchzieht eine melancholische Grundstimmung (Diary of a Void), weshalb ich die deutsche Vermarktung mit dem Cover + Titel für völligen Bockmist halte.

4

Das Buch lässt sich sehr schnell lesen was auch an den relativ kurzen Kapiteln liegt. Man fiebert von Anfang an dem Ende entgegen und fragt sich wie das Buch bloß enden könnte.

5

Sehr gut

Ich mag japanische Romane. Deren Dynamik und Erzählweise ist eine ganz andere, weniger dramatisch und aufgeregt (im Gegensatz zu meinen Vorgänger-Hörbuch Beneath Broken Skies 😉). Zeitweise hatte ich wirklich das Gefühl, die Protagonistin sei schwanger. Zugegeben, ein bisschen realitätsfern ist es schon, keinen Nachweis beim Arbeitgeber zu erbringen, dass man schwanger ist. Es bleibt ein Roman, aber ein sehr interessanter, der auch wichtige Seiten der Mutterschaft beleuchtet. Ganz besonders den Ausbruch Ihrer Freundin (ich habe mir leider nicht den Namen gemerkt, aber ihr Neugeborenes hieß Yuri 😆) hat mich sehr nachdenklich gestimmt.

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