Hello Baby

Hello Baby

Hardback
3.8105

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Description

Sechs Frauen, ein Kampf: Der große Roman aus Südkorea über den sozialen Druck, der auf Frauen lastet, Mütter zu werden

Munjeong und ihre fünf Mitstreiterinnen lernen sich in der Baby-Angel-Fruchtbarkeitsklinik in Seoul kennen. Sie alle sind getrieben von dem Wunsch nach einem Baby, der sich auf natürliche Art nicht erfüllen will. »Hello Baby« heißt der Gruppenchat, in dem sie sich gegenseitig beistehen. Bis eine von ihnen, die 46-jährige Jeonghyo, plötzlich offline geht und spurlos verschwindet. Ein Jahr später taucht sie auf mysteriöse Weise mit einem Baby wieder auf ...

Sechs unfruchtbare Frauen finden sich im blinden Fleck der Gesellschaft wieder, ihr Kampf schweißt sie in einer Freundschaft wider Willen zusammen. Ein bewegendes Porträt darüber, was es bedeutet, heute Frau zu sein und sich Erwartungen in patriarchalen Gesellschaften zu widersetzen.

»Dieser Roman fängt Momente der Sehnsucht ein, die Enttäuschung, die darauf folgt, und die Freundschaft, die danach bleibt.« Seo Yoo-mi

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
223
Price
22.70 €

Author Description

Kim Eui-kyung, geboren 1978 in Südkorea, ist Romanautorin und Essayistin. Sie gewann den Korea Economic Daily Youth Literary Contest und den Soorim Literary Prize. »Hello Baby« ist ihr dritter Roman, der in Südkorea zu einem großen Erfolg wurde und international in sieben Sprachen übersetzt wird.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
40%
5%
10%
N/A
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35%
20%
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24%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
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49%
63%
48%

Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate100%
Variable0%

Writing Style

Simple100%
Complex0%
Moderate0%

Posts

32
All
4

Es ist die Beschreibung eines Weges vor einer Schwangerschaft

Dieser ist für viele Frauen steinig, kräftezehrend und mit vielen Tränen verbunden. Und doch ist er so individuell. Hier in diesem Buch erhalten wir viele verschiedene fiktive Einblicke von Frauen zu ihrem Kinderwunsch, ihren Lebensumständen und die Erwartungen, die an sie gestellt werden und die sie sich selbst stellen. Was die Frauen verbindet, ist die ungewollte Kinderlosigkeit und der Besuch der gleichen Kinderwunschklinik. Ich konnte die Namen schwer auseinanderhalten, jedoch hat mich es sehr berührt, was die Frauen ertragen und berichtet haben.

4.5

Sechs Frauen, die alle in derselben Kinderwunschklinik in Südkorea in Behandlung sind, stehen im Zentrum dieses Buches. Sie haben einen gemeinsamen Gruppenchat und stehen sich auch sonst in dieser Zeit bei. Jeonghyo, die bereits am längsten in erfolgloser Behandlung ist, zieht sich eines Tages aus der Gruppe zurück...nur um sich nach einem Jahr mit der Nachricht zurückzumelden, dass sie ein Baby bekommen hätte. Jede der Protagonistennen hat ihre eigenen Kapitel in dem Buch, in dem man mehr zu ihrer Lebensgeschichte und ihrer Perspektive erfährt. Denn auch wenn sie recht unterschiedliche Leben führen, steht doch für alle der unerfüllte Kinderwunsch im Zentrum und die Mühen, die sie auf sich nehmen, um ihn zu erfüllen. Mir hat das Buch gut gefallen, auch wenn das Thema vielleicht nicht jedermanns Sache ist. Allerdings war selbst mir recht schnell die Auflösung klar, aber da dies kein Krimi oder Thriller ist, bei dem die Spannung ein wichtiges Element ist, konnte ich darüber hinwegsehen.

4.5

Wie weit geht man für (s)einen Kinderwunsch?

Das Buch zeigt auf: manche Frauen gehen richtig weit. Ich fand es sehr interessant; es spielt in Korea und handelt von 6 Frauen, die einen sehr starken Kinderwunsch haben & sich daher in einer Klinik behandeln lassen. Ich finde es gut, dass das Thema - insbesondere auch die IVF - hier mal enttabuisiert wird. Und das besonders in der Hinsicht, dass hier die asiatische Kultur berücksichtigt wird. Es war aufklärend, spannend, aber auch traurig. Enttäuschend war aber zu sehen, wie wenig unterstützend die Männer & Schwiegereltern oft agiert haben. Einen halben Punkt Abzug gibt es für die Kürze des Buchs. Es hätte gern ausführlicher sein können & gerade das Ende, wo nochmal etwas Unvorhersehbares passiert, hätte gern noch detaillreicher sein können.

Wie weit geht man für (s)einen Kinderwunsch?
3.5

Ehrlich und berührend. Zwischendurch ein bisschen chaotisch.

5

Das Buch hat mich sehr betroffen gemacht, vielleicht weil ich selber eine IVF hatte. Auf jeden Fall beschreibt die Autorin das Leben und Leiden der Frauen sehr emotional. Ich habe es trotz dem Thema gerne gelesen.

Das Buch hat mich sehr betroffen gemacht, vielleicht weil ich selber eine IVF hatte. Auf jeden Fall beschreibt die Autorin das Leben und Leiden der Frauen sehr emotional. Ich habe es trotz dem Thema gerne gelesen.
4.5

Wir begleiten sechs Frauen jenseits der vierzig, die sich teils seit Jahren in der größten Kinderwunschklinik Koreas behandeln lassen und sich in einem gemeinsamen Chat gegenseitig Mut machen, ihr Wissen teilen und Trost spenden. Die Rahmenhandlung spielt an einem einzigen Tag und zieht sich wie ein roter Faden durch das Buch, während wir gleichzeitig in Rückblenden die einzelnen (Leidens-)Geschichten aller Frauen kennenlernen. Alle Frauen hegen einen Kinderwunsch, sind sonst aber ganz verschieden: da ist diejenige, die einen intrinsischen Wunsch nach einem Kind verspürt; diejenige, die den Forderungen ihrer (Schwieger-)Eltern gerecht werden will; diejenige, die sich wegen schlechter Kindheitserfahrungen ein eigenes Kind und eine stabile Familie wünscht und diejenige, die ihre Eizellen einfrieren lässt, weil sie gerade noch ihre Erwerbsarbeit priorisiert, später aber nicht unbedingt einen Mann, aber sehr wohl ein Kind haben möchte. Obwohl ich mich bislang wenig mit Kinderwunsch, künstlicher Befruchtung und In-Vitro-Fertilisation (IVF) auseinandergesetzt habe, fand ich das Thema sofort spannend. Eine Kinderwunschklinik in Seoul? Ist Südkorea nicht seit Jahren das Land mit der niedrigsten Geburtenrate der Welt? Das Land, das mit der feministischen 4B-Bewegung (u.a. Nein zur Ehe und zum Kinder bekommen mit Männern) Schlagzeilen macht? Wie geht man in dieser Kultur mit Frauen um, die einen (unerfüllten) Kinderwunsch hegen? „Ihr war auch der Gedanke gekommen, dass Heirat und Kinder womöglich die größten Hindernisse für weiblichen Erfolg darstellten.“ Mich haben schon „Kim Jiyoung, geboren 1982“ von Cho Nam-Joo und „Die Vegetarierin“ von Han Kang sehr beeindruckt. Beide Bücher beschäftigen sich ebenfalls mit Rollenverteilung und Erwartungen an Frauen und ich war neugierig auf eine weitere Perspektive. Tatsächlich fand ich gerade das kulturelle Umfeld spannender als die medizinischen Aspekte: die selbstverständliche und subtile Glorifizierung von Erwerbsarbeit, die Bedeutung der Schwiegereltern, der Erwartungs- und Rechtfertigungsdruck, der unabhängig von den Gründen der Unfruchtbarkeit nur auf den Frauen zu lasten scheint, die Rolle (aller) Frauen und das fehlende Engagement der Männer bei der Kinderbetreuung und nicht zuletzt die staatlichen Maßnahmen gegen die sinkende Geburtenrate wie beispielsweise IVF-Urlaubstage, die aufgrund der gefürchteten Kommentare der Kolleg:innen jedoch oft nicht genommen werden. Interessant fand ich auch, dass Katholizismus immer wieder eine Rolle spielt. Trotz des eher nüchternen Schreibstils konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und habe mit den Frauen gelitten, war mit ihnen traurig, wütend, es einfach nicht recht machen zu können, und habe mich mit ihnen gefreut. Während des Lesens erschien mir das ein oder andere doch etwas überzogen, doch im Nachwort erzählt Kim Eui-kyung von ihrer eigenen Erfahrungen mit einer Kinderwunschklinik - und es wird klar, wie nah ihr Roman an der Realität liegt und weshalb sie fachliche und emotionale Aspekte so hervorragend miteinander kombiniert. Das Buch lehrt sehr viel über Schwangerschaft, IVF und Kinderwunschbehandlung im Allgemeinen und obwohl ich das wirklich interessant fand, besteht in der Detailtiefe mein einziger Kritikpunkt: Es gibt so viele teils kleinteilige Erklärungen, dass ich mich zwischendrin gefühlt habe, als würde ich ein Sachbuch lesen. Das ist okay, ich mag Sachbücher, doch „Hello Baby“ ist ein Roman und bei einem solchen wünsche ich mir eher einen Figuren- oder Handlungsfokus. Beides kam stellenweise fast etwas zu kurz, auch wenn sachliche Erläuterungen, Rahmenhandlung und persönliche Geschichten insgesamt sehr gut miteinander verwoben werden. Wer sich wirklich gar nicht für Kinderwunschbehandlungen oder koreanische Kultur interessiert, dürfte sich bei diesem Buch etwas langweilen. Allen anderen würde ich „Hello Baby“ klar empfehlen - Offenheit für diese Themen lohnt sich!

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5

6 Frauen und ihre Geschichte über Schwangerschaft und IVF-Behandlung

Ich mag koreanische Bücher. Bisher waren die Bücher von koreanischen Frauen, die ich lesen durfte, sehr feministisch und haben mir einen guten Einblick in die Welt der Frau des modernen Korea gegeben. So auch dieses Buch. 6 Frauen berichten von ihrem persönlichen Weg zu einer Schwangerschaft und ihre IVF-Behandlungen. Alle sechs Frauen lernen sich in der Baby Angel-Klinik kennen und kommen über den Gruppenchat Hello Baby zusammen. In diesem Chat und den Treffen vor Ort wird viel über die Sorgen und Ängste im Zusammenhang mit Schwangerschaft und Mutterschaft geredet. Aber auch über ihre Männer und Schwiegermütter. Insgesamt fand ich den Roman kurzweilig, mit Thrilleranteil, der mir mal wieder eine neue Perspektive eröffnet hat. Ich durfte viel über den Wunsch des Mutterwerdens, Schwangerschaft, künstliche Befruchtung und den Wunsch Single-Mom-by-Choice erfahren. Wie ich auch von bei „Kim Jiyoung, geboren 1982“ geschrieben habe, dieses Buch ist nicht nur für Frauen (menstruierende Personen) oder Feminist*innen. Dieses Buch ist auch und insbesondere für Männer.

4

"Sie alle waren Frauen über 35, deren Eierstockfunktion rapide nachließ, Frauen, die auf Babys mit winzigen, tapsenden Füßen warteten, die nur sehr langsam vorankamen." ‘Hello Baby’ ist ein Roman, der sich einem sehr sensiblen Thema widmet: sechs südkoreanische Frauen lernen sich in einer Kinderwunschklinik kennen und begleiten sich gegenseitig bei dem zähen, emotionalen und oft dramatischen Prozess der Kinderwunschbehandlung. Die jüngste ist 37, die älteste ist 46, sie alle haben schon einige fehlgeschlagenen Versuche hinter sich. Während die Frauen sehr unterschiedliche Leben führen, haben sie oftmals die gleichen Probleme: Druck aus der Familie, wann denn nun endlich Nachwuchs kommt. Männer, die von den ambivalenten Gefühlen ihrer Partnerinnen überfordert sind. Dazu der Stress, die ständige Hoffnung und der tiefe Fall, wenn es mal wieder nicht geklappt hat. Als eine von ihnen nach einjähriger Abwesenheit plötzlich mit einem Baby auftaucht und die Freundinnen zu sich einlädt, ist die Irritation bei den anderen groß. Kim Eui-kyung öffnet mit ihrem Roman unterschiedliche Perspektiven auf ein Thema, das in der Öffentlichkeit oft noch tabuisiert wird, obwohl es so viele Menschen betrifft. Im Nachwort schildert die Autorin ihre eigenen Erfahrungen mit einer fehlgeschlagenen Kinderwunschbehandlung - und ihre Überraschung darüber, wie viele Menschen eine Kinderwunschklinik aufsuchen, obwohl noch nie jemand in ihrem Umfeld darüber gesprochen hat. Das Buch zeigt gut die Gleichzeitigkeit ambivalenter Gefühle während des Prozesses und spitzt diese dramatisch zu. Die Obsession, die einige Betroffene über den Wunsch entwickeln, ein Kind zu bekommen, spielt hier eine große Rolle, ohne dabei wertend zu sein. Mir hat das Buch gut gefallen, auch, wenn der Plottwist sehr vorhersehbar war. Übersetzt von Inwon Park. CN: F3hlgeburt, Kindesm1sshandlung, s3xualisierte und häusliche G3walt, Abtr3ibung

3

Sechs Frauen treffen in einer Kinderwunschklinik aufeinander und tauschen ihre Erfahrungen untereinander in einer Chatgruppe namens "Hello Baby" aus. Einerseits hab ich ganz gerne über diese Erfahrungen gelesen - fand das Thema und die Umsetzung interessant und aufschlussreich, andererseits haben mich die koreanischen Namen verwirrt und ich wusste manchmal nicht von wem ich da grad lese, da sich einige "Schicksale" sehr ähnelten und am Schluss hab ich das Ende scheinbar nicht begriffen.

3

Es war nicht ganz leicht das Buch zu lesen denn der Wechseln von den Namen, und das mit für mich so fremden Namen war schwierig. Es waren viele medizinische erklärungen drin. Für mich kein problem aber ich denke manche könnte es stören. Es behandelt ein Thema das uns immer mehr betrifft doch leider immer noch ein Tabu ist.

Der zusammenhalt der Frauen ist wunderbar. Es geht um Frauen die sich einer IVF behandlung unterziehen denn sie wollen entlich schwanger werden.

5

Klare Fakten über ein tabuisiertes Thema.

„Hello Baby“ klärt auf, zeigt Schwachstellen in der Gesellschaft und tröstet wahrscheinlich viele betroffene Frauen, die sich ein Kind wünschen und leider daran scheitern. Die Autorin hat selbst Erfahrungen gesammelt und ist in eine Babywunsch Klinik gegangen, da sie den Wunsch hegte, eine Familie zu gründen. Mit einer nüchternen, aber auch einfühlsamen und direkten Art, erklärt sie die Missstände zwischenmenschlicher Beziehung und gesellschaftlicher Konvention. Es ist ein aktuelles Thema und bietet einen interessanten Einblick in die verschiedenen Erfahrungen der Frauen auf ihrem Weg zur Schwangerschaft. Für viele ist dieser Werdegang sehr schmerzhaft, körperlich als auch mental. Ich kann es sehr empfehlen.

Klare Fakten über ein tabuisiertes Thema.
4

Authentisch und berührend

Als ich den Klappentext von Hello Baby las, war meine Erwartungshaltung klar. Ich rechnete mit einem spannenden Roman, vielleicht sogar einem psychologischen Thriller, der sich um das plötzliche Verschwinden von Jeonghyo dreht. Doch schon nach den ersten Seiten wurde mir klar, dass dieses Buch ganz andere Wege geht und ich wurde positiv überrascht. Denn statt eines Spannungsromans erhielt ich ein tiefgründiges, feinfühliges und berührendes Porträt von sechs Frauen, die sich in einer Fruchtbarkeitsklinik in Seoul begegnen und deren Leben auf unterschiedliche Weise vom Wunsch nach einem Kind geprägt ist. Die Autorin Kim Eui-kyung gelingt es auf beeindruckende Weise, die Geschichten der Frauen authentisch und nuanciert zu erzählen. Jede Figur bringt ihre eigene Realität mit. Da ist die Frau, die als Single Mutter werden möchte, eine andere, die in einer schwierigen Ehe lebt, und wieder eine, die mit der Ablehnung durch ihre angeheiratete Familie kämpft. Diese Vielfalt macht das Buch so besonders. Es zeigt, dass es nicht die eine weibliche Erfahrung gibt, sondern viele Facetten, die oft im Verborgenen bleiben. Im Mittelpunkt steht der enorme Druck, dem Frauen in Bezug auf Mutterschaft und gesellschaftliche Erwartungen ausgesetzt sind oder den sie sich selbst auferlegen. Kim Eui-kyung beleuchtet diesen Druck nicht nur individuell, sondern auch strukturell im Kontext der südkoreanischen Gesellschaft, in der Familie, Karriere und das Bild der „idealen Frau“ oft schwer vereinbar scheinen. Der kulturelle Einblick war für mich ebenso spannend wie bereichernd. Die Geschichten der Frauen haben mich sehr berührt – sie sind emotional, ehrlich und oft schmerzhaft. Besonders hervorzuheben ist das Nachwort der Autorin, in dem sie ihre eigenen Erfahrungen mit einer Kinderwunschklinik teilt. Dieses persönliche Bekenntnis rundet das Buch nicht nur perfekt ab, sondern erklärt auch, warum die Schilderungen der Figuren so lebensnah und eindringlich wirken.

4.5

Ein realistisches, schmerzhaftes und ehrliches Buch

Für mich zeigt dieses Buch die verschiedenen Facetten von Lebensgeschichten, welche sich in der Kinderwunschklinik begegnen. Der Anfang des Buches fand ich stärker, als das Ende. Trotzdem zeigt auch das Ende des Buches deutlich, wie weit die psychische Belastung durch das Thema „Kinderwunsch“ führen „könnte“ und warum es wichtig ist über das Thema zu sprechen. 🤍🍀

5

Sternebewertung fiktiv

Es gibt Bücher, die tun weh, nicht weil sie grausam sind, sondern weil sie ehrlich sind. Hello Baby ist so ein Buch. Es erzählt von Frauen, die sich für eine Kinderwunschklinik entscheiden, als letzter Ausweg, als leiser Ruf nach einem Leben, das endlich vollständig sein darf. Hello Baby erzählt von sechs Frauen in einer Kinderwunschklinik in Korea. Wir lernen ihre Geschichten kennen. Frauen, die sich verändern. Die hormonell, seelisch, körperlich an Grenzen geraten, die nicht jede Partnerschaft übersteht. Die sich allein fühlen auch wenn sie es nicht sein sollten. Frauen, die urteilsvolle Blicke spüren, unausgesprochene Erwartungen erfüllen sollen. Frauen, die zwischen Hoffnung und Erschöpfung schwanken. Frauen, die funktionieren und irgendwann verschwinden. Und wieder auftauchen. Mit einem Baby. Oder mit leerem Blick. Dieser Roman ist keine Wohlfühlliteratur. Er ist ein stiller Aufschrei. Ein Blick hinter die Kulissen der Kinderwunsch-Maschinerie, menschlich, medizinisch, gesellschaftlich. Zwischen Klinikroutinen, Frauenfreundschaften und koreanischen Rollenerwartungen wird sichtbar, wie sehr das Thema Kinderwunsch an Normen, Geld und Schmerz geknüpft ist. Hello Baby zeigt auch, nicht jede Entscheidung ist frei. Nicht jede Frau darf scheitern, ohne als defizitär zu gelten. Und nicht jede Hoffnung endet in Glück. Ein mutiges, direktes Buch. Hart, klar, notwendig. Wie viel Schmerz darf ein Wunsch kosten, bis er sich nicht mehr wie Hoffnung anfühlt? Kim Eui-kyung schreibt direkt, ohne Schnörkel über hormonellen Ausnahmezustand, gesellschaftlichen Druck, weibliche Einsamkeit und stille Stärke. Musste schwer schlucken. Hat mich sehr berührt.

5

Sechs südkoreanische Frauen und ein Wunsch: Mutter werden. In einem Gruppenchat tauschen sie sich über ihren bislang unerfüllten Kinderwunsch und die Behandlung in einer Fruchtbarkeitsklinik in der Stadt Seoul aus. Dabei erfährt man viel über die verschiedenen Frauen, was den Leser*innen auch einen Einblick in die südkoreanische Gesellschaft gibt. Ich fand es erschütternd, was die Frauen auf ihrer „Kinderwunschreise“ so alles erleben müssen. Ich habe schon bei Frauen aus meinem Freundeskreis mitbekommen, dass eine Kinderwunschbehandlung körperlich und psychisch hart ist, aber die Einblicke aus dem Roman haben mir noch einmal deutlich vor Augen geführt, wie hart dieser Weg tatsächlich ist. Die Autorin macht im Nachwort deutlich, dass sie persönliche Erfahrungen in diesem Bereich machen musste, weshalb ich die Schilderungen im Roman als sehr realistisch einschätze. Abgesehen von den Einblicken in die Kinderwunschbehandlung haben mich vor allem die Schilderungen der gesellschaftlichen Umstände sehr fasziniert. In Südkorea scheint das Paradoxon zu existieren, dass insbesondere die älteren Generationen die Frauen unter Druck setzen, doch bitte möglichst schnell Nachwuchs zur Welt zu bringen, während die Wirtschaft hofft, dass Frauen auf dem Arbeitsmarkt verfügbar bleiben und nicht durch Schwangerschaft und Eltern-Dasein ausfallen. Die Autorin Kim Eui-kyung verwebt diesen Widerspruch wunderbar in ihrem Roman und macht deutlich, was diese nicht miteinander vereinbaren Ansprüche auf emotionaler Ebene mit ihren Romanfiguren macht. Auch wenn der Erzählsstil recht nüchtern ist, werden die Emotionen sehr gut deutlich und man fühlt sich schnell in die verschiedenen Frauen hinein. Ich mochte die abwechselnden Erzählperspektiven sehr gern und habe mich durch diesen Roman insgesamt sehr gut unterhalten, aber auch informiert gefühlt. In der Zukunft werde ich definitiv anders auf IVF blicken. Für alle, die gesellschaftskritische Romane mögen und Interesse am Thema haben, kann ich diesen Roman nur wärmstens empfehlen!

4.5

Dass ich mal ein Buch über den Kinderwunsch lesen würde hätte ich nicht gedacht und ich hab auch tatsächlich nur aus Zufall angefangen hineinzublättern. Und ehe ich es überhaupt richtig bemerkt hatte, hat mich das Buch so gefangen genommen, dass ich schon bei der Hälfte angekommen war... In diesem Roman lernen wir verschiedene Frauen kennen, die alle das gleiche Ziel haben: Trotz vorangeschrittenem Alter noch ein Kind zu bekommen. Dass ein unerfüllter Kinderwunsch schmerzhaft sein kann, wird wohl allen bewusst sein, aber WIE schmerzhaft der Weg dieser Frauen ist, wird einem erst beim Lesen so richtig klar. Der Schreibstil ist schon fast nüchtern und trotzdem ist man so erschüttert von den Dingen, die die Frauen über sich ergehen lassen - die Erzählungen haben so eine Wucht, was bestimmt auch an den autobiographischen Einflüssen liegt. Auch, wenn ich keine persönlichen Berührungspunkte zu diesem Thema habe, ging mir das Buch so nah, dass ich mit all den Frauen mitgelitten habe. Diese Geschichten klären schonungslos über Kinderwunsch auf und gibt Einblicke in Situationen, über die sich Außenstehende keine Gedanken machen. Ich habe wahnsinnig viel dazu gelernt!

3.5

"Hello Baby" heißt der Gruppenchat, in der sich die sechs kinderlosen Frauen Munjeong, Hyekyoung, Unha, Sora, Jeonghyo und Jiun austauschen, die sich in der Baby-Angel Fruchtbarkeitsklinik in Südkorea kennengelernt haben. Bisher konnte keine von ihnen auf natürlichem Weg schwanger werden und so versuchen sie es nun mit den Möglichkeiten, die eine Kinderwunschklinik bietet. Im Gruppenchat tauschen sie sich über ihre schmerzhaften und kräftezehrenden Behandlungen aus, schimpfen über die Lebensgefährten und schildern ihre Eindrücke und den wachsenden Duck durch Eltern und Schwiegereltern - denn die Verzweiflung schweißt sie zusammen. Doch als Jeonghyo sich plötzlich mit einem Babyfoto meldet, schlägt diese Nachricht ein wie eine Bombe, hat sie doch vor einem Jahr ihre Behandlungen eingestellt. ➸ Der Autorin Kim Eui-kyung gelingt es in "Hello Baby" die emotionalen und gesellschaftlichen Herausforderungen, denen Frauen in patriarchalen Strukturen ausgeliefert sind, sensibel und eindringlich zu schildern. So erfahren wir in jedem Kapitel etwas mehr über das Leben der sechs verschiedenen Frauen und die Verfahren, die in der Kinderwunschklinik angewandt werden. Dabei legt sie jegliche Arten von körperlichen und seelischen Schmerzen offen und als Leser durchlebt man dadurch eine große Bandbreite an Gefühlen, wobei Angst, Hoffnung, Scham, Freude und Leid nah beieinander liegen. Aber auch Fehlgeburten, Ausschabungen und die erneute Entnahme von Eizellen sind Themen, die oft allein auf den Schultern der Frauen ruhen, während den Männer jegliches Versagen in Abrede gestellt wird. Dabei macht Autorin sowohl die individuellen Schicksale ihrer Figuren sichtbar, aber auch jene, durch die jede einzelne von ihnen zusehends den Mut verliert, jemals Mutter werden zu können. All das (und noch mehr) wird in einer respektvollen Art und Weise geschildert und die Frauen bekommen eine durchaus gute Charaktertiefe, dennoch hatte ich nie das Gefühl wirklich nahe dran zu sein - stattdessen blieb ich ein Beobachter aus der Ferne. Fazit: "Hello Baby" ist ein eindrucksvolles Plädoyer für Empathie und Selbstbestimmung und stellt die Frage, was es in der heutigen Zeit heißt eine Frau zu sein. Der Schreibstil war mir persönlich zwar etwas zu nüchtern, hat aber auch dafür gesorgt, dass man bei diesem doch recht intimen und tabuisierten Thema nicht komplett emotional überrollt wurde. Definitiv lesenswert!

4

Eine Mischung aus Sachbuch und Roman, welche zeigt, unter welchem Druck Frauen (mit Kind, mit Kinderwunsch, ohne Kinderwunsch - also generell Frauen) in Südkorea stehen, wenn es um das Thema Nachwuchs geht. Es ist nicht wie ein klassischer Roman geschrieben, wenn man lyrische Sprache sucht, ist dass nicht das richtige Buch. Wer sich für Themen wie IVF, unerfüllten Kinderwunsch und Ähnliches interessiert oder auch einfach mal ein bisschen in Rage geraten will, weil die Frauen in diesem Buch es teilweise echt nicht leicht haben, dem wird es (hoffentlich) gefallen.

4

Munjeong gründet mit fünf weitere Frauen, die sie in einer Fruchtbarkeitsklinik kennen gelernt hat, einen Gruppenchat. Eines Tages verschwindet eine von ihnen und taucht, ein ganzes Jahr später, mit einem Baby wieder auf und will ein Treffen. In ihrem Roman "Hello Baby" widmet sich Kim Eui-kyung auf eingehende Weise dem Thema künstliche Befruchtung in Korea und den damit verbundenen gesellschaftlichen Erwartungen. Abwechselnd werden die Geschichten der Mitglieder der Chatgruppe "Hello Baby" erzählt, die ganz unterschiedlich mit Kinderwunsch und IVF umgehen. Die Autorin vermittelt auf interessante Weise die verschiedenen Aspekte, wie beispielsweise Alter der Frauen oder der Wunsch nach einem Kind ohne Partner. Nicht nur das Geheimnis um Jeonghyo, auch die wechselnden Perspektiven der Frauen, die so unterschiedlich waren, haben es besonders interessant gemacht. Vieles wusste ich noch nicht und konnte so auch noch einiges über das Thema lernen. Der Schreibstil ist stimmig, passt zur Geschichte und war angenehm zu lesen. Eine gute Lektüre.

5

6 Frauen, 1 Wunsch

Eine wahnsinnig emotionale Geschichte. Die Autorin hat es geschafft, die Schicksale ihrer Protagonistinnen schmerzhaft real und ungeschönt in eine Erzählung zu verpacken, die mit jeder Seite Richtung Ende immer mehr Fahrt aufnimmt. Ich hatte schon zu Beginn ein ungutes Gefühl und gegen Ende war es fast unerträglich. Wenn es nach mir geht, sollte dieses Buch von viel mehr Menschen gelesen werden. Damit „das Leben vor der Schwangerschaft“, wie es die Autorin so treffend nennt, endlich mehr Beachtung findet und enttabuisiert wird. Für mehr Verständnis. Und viel weniger Verstecken.

3

Hello Baby von Kim Eui-kyung Dieses Buch wirft einen ungeschönten Blick hinter die Kulissen einer Fruchtbarkeitsklinik in Seoul und hat mich allein durch diese intensive Thematik direkt gepackt. Wir begleiten Munjeong und ihre Schicksalsgenossinnen, die im Gruppenchat „Hello Baby“ versuchen, die Gratwanderung zwischen Hoffnung, medizinischem Marathon und dem gesellschaftlichen Erwartungsdruck in Südkorea zu meistern. Dass die Geschichte eine mysteriöse Wendung nimmt, als eine der Frauen nach ihrem Verschwinden plötzlich mit einem Kind auftaucht, gibt dem Ganzen eine spannende Dynamik. Was mich wirklich beeindruckt hat, ist die Ehrlichkeit der Erzählung. Der Kinderwunsch wird als das porträtiert, was er für viele ist: Eine Zerreißprobe, die an die Substanz geht: finanziell, körperlich und vor allem psychisch. Besonders die Dynamik innerhalb der Frauengruppe ist meisterhaft eingefangen. Dieses fragile Geflecht aus echtem Beistand, einer Prise Neid und der tiefsitzenden Scham wirkt absolut authentisch. Es verdeutlicht schmerzhaft, wie isoliert man sich trotz einer Gemeinschaft fühlen kann, wenn der größte Lebenstraum auf der Kippe steht. Allerdings gab es für mich auch Momente, in denen die Verbindung etwas abriss. Bei sechs verschiedenen Protagonistinnen ist es eine Herausforderung, jeder Figur die nötige Tiefe zu verleihen, weshalb einige Profile für mich leider etwas schemenhaft blieben. Während mich manche Passagen tief bewegt haben, fühlten sich andere Kapitel eher wie eine nüchterne Bestandsaufnahme oder gar als Lückenfüller an. Insgesamt ist es eine kluge und gesellschaftskritische Lektüre, die wichtige Fragen stellt und zum Reflektieren anregt. Ein Werk mit enormer Relevanz, dem für mich lediglich die durchgehende emotionale Intensität fehlte, um mich restlos zu begeistern. ★★★☆☆ (3 von 5 Sternen)

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3

Konnte mich leider nicht überzeugen

Ich liebe nahbare Charaktere und authentische sowie emotionale Themen, die aus dem Leben gegriffen sind. Dieses Buch konnte mich auf der Gefühlsebene leider nicht abholen. Eine Kinderwunschklinik in Südkorea und mehrere Frauen, die den gleichen Wunsch hegen: Endlich ein eigenes Kind bekommen. Die Behandlung ist kräftezerrend, psychisch sowie physisch. Mittlerweile hat sich aus der Klinik heraus eine kleine Freundinnengruppe gebildet, bei der sich die Frauen gegenseitig motivieren und unterstützen, aber auch auf den neuesten Stand halten. Die Erzählung erfolgt anhand mehrerer Persepektiven, die das Leben jeder dieser Frauen beleuchtet. Schwierigkeiten bereiteten mir die unbekannten und ähnlich klingenden Namen. Die Frauen selbst wirkten auf mich emotional zurückhaltend, ich konnte ihre Gefühlslage, auch ihre vermeintliche Verzweiflung nicht richtig spüren. Ihre persönlichen Geschichten und sie selbst blieben eher auf Distanz. Den Plot-Twist am Ende habe ich nicht kommen sehen, der deutlich macht was ein unerfüllter Kinderwunsch bewirken kann. Alles in allem ein solides Buch, das einen passablen Einblick zum Thema Kinderwunschbehandlung gibt, jedoch nicht lange im Kopf bleibt, mich leider auch nicht überzeugen konnte.

5

Leseempfehlung!

Hello Baby ist ein großartiges Buch über den Kinderwunsch ab 30 und erzählt facettenreich, wenn auch binär, von Kinderwunschklinik und IVF-Behandlungen. Gestärkt durch ihren Zusammenhalt untereinander stehen die sechs Frauen Höhen und Tiefen, Hoffnung und Schmerzen der In-Vitro-Fertilisation durch, die sich oft über Jahren zieht. Daher ist es auch eine Überraschung, als die 46-jährige Jeonghyo plötzlich zur Babyparty einlädt, vor allem, da gerade ein Neugeborenes aus einer Krankenhausstation entführt wurde und noch schmerzlich vermisst wird. Hat Jeonghyo etwas damit zu tun oder ist alles bloß ein blöder Zufall? Spannungsgebend bestimmt diese Frage den Verlauf des Buches und ist, zumindest in meinen Augen, oft trotzdem nebensächlich. Ich habe es vor allem geliebt, den Frauen zuzuhören, auch wenn ich Spannung natürlich liebe (in Büchern! Nur in Büchern, Leute!). So wunderschön und authentisch erzählen die Figuren wohl vor allem, weil die Autorin aus eigener Erfahrung schreibt. Sie hat sich selbst mit über 40 für eine IVF-Behandlung entschieden und weiß um die Emotionen der Frauen. Kim Eui-kyung, Frühling 2023: Wenn mir jemand die Frage stellt, warum ich ein Baby zur Welt bringen möchte, finde ich keine Worte. Ich möchte es treffen. Mehr fällt mir nicht ein. Und sollten wir uns jemals treffen, möchte ich dem Baby einfach in die Augen schauen und es begrüßen. 💬 »Die Idee, dass Mutterliebe so groß ist, weil man sein Baby neun Monate lang in sich trägt, halte ich auch für Quatsch. Sollte jemand irgendwann eine perfekte künstliche Gebärmutter entwickeln, die sich vom weiblichen Körper abtrennen lässt, verdient diese Person den Nobelpreis. Ich würde das sofort machen und trotzdem jeden Tag zur künstlichen Gebärmutter fahren und das Wachstum meines Babys verfolgen.« 💬 »Sie empfand Schuldgefühle und Bedauern ihren Kindern gegenüber, die wegen ihrer unfruchtbaren Eltern schon vor ihrer Geburt solche Strapazen wie Einfrieren und Auftauen über sich ergehen lassen mussten.« 💬 »Mir geht es nicht so sehr darum, dass jemand an meiner Seite ist, wenn ich sterbe, sondern mit einer geliebten Person zusammen zu sein, solange ich noch gesund bin.«

3.5

Emotionales Thema nüchtern erzählt

„Hello Baby" von Kim Eui-kyung erzählt die Geschichte von sechs Frauen, die sich über ihren unerfüllten Kinderwunsch kennenlernen und darin Gemeinschaft finden. Anfangs fiel es mir etwas schwer, trotz Interesse in die Geschichte hineinzufinden. Das liegt zum Teil daran, dass die Erzählstimme eher nüchtern ist und zunächst viele technische Informationen und Abläufe der IVF-Behandlungen behandelt werden. Außerdem konnte ich mich ohne eigenen Kinderwunsch, und somit emotionale Nähe zum Thema, nicht ausreichend in die Perspektive einfühlen. Vielmehr habe ich mir die Emotionen aus den zum Teil schwerwiegenden Eingriffen, den Rückschlägen und dem schier endlosen Durchhaltevermögen der Frauen abgeleitet, für welches ich große Bewunderung habe. Und auch das letzte Drittel mit einem sich ankündigenden Twist hat noch an Spannung zugenommen und mich schlussendlich nachdenklich gemacht. Sehr gelungen fand ich auch die Beobachtungen der Autorin, inwieweit Frauen, im Gegensatz zu ihren Männern, schon lange vor einer möglichen Schwangerschaft die beinahe alleinige Verantwortung tragen, sowohl für das Scheitern des Kinderkriegens, als auch für die zum Teil schmerzhaften und kräftezehrenden Eingriffe, die sie wieder und wieder über sich ergehen lassen. Dabei haben mich besonders der gesellschaftliche, wie auch der (groß-) elterliche Druck auf die Frauen entsetzt. Zu den gesellschaftlichen Einflüssen Südkoreas zu dem Thema kann ich nicht mehr sagen, als ich selber durch das Buch erfahren habe. Insgesamt unterscheiden sich die Kernaspekte wie Misogynie oder die Diskriminierung von Müttern, beispielsweise am Arbeitsplatz, wohl wenig von dem, was ich auch hier erlebe und mitbekomme. Anmerkung: Das Buchcover wurde leider mithilfe von midjourney.ai erstellt, was ich erst nach Erhalt des Buches gesehen habe. Die Nutzung von KI beeinflusst für gewöhnlich meine Konsumentscheidungen, weswegen ich das hier zumindest nicht unerwähnt lassen möchte.

4

Wann ist eine Frau eine Frau?

Ein sehr schönes und emotionales Buch. 6 Frauen Ü30 die Mutter werden wollen und sich auf dem gemeinsamen Weg unterstützen. Man lernt viel über verschiedene Schicksale, Krankheiten in der Reproduktion & die gesellschaftliche Stellung (vorrangig aus Korea, wo das Buch spielt) Ich bin schnell reingekommen und fand es angenehmen dass es sich für mich eher anfühlte als würde ich von außen auf die Geschichte schauen und nicht ein Teil sein. Ich glaube das gibt Frauen die in ähnlichen Situationen sind den ausreichenden Abstand zum ganzen. Wichtig zu wissen ist für mich das es um die Themen: -Unfruchtbarkeit -Abort -Totgeburt Geht!!!! Ich kann es jedem nur empfehlen!

3.5

Ein Buch über ausgeprägten Kinderwunsch... Wieviel Frauen auf sich nehmen, um schwanger zu werden ist Wahnsinn. Es treibt sie teilweise dazu kriminelle Dinge zu tun. Das Buch ist sehr informativ, es werden viele Fachbegriffe genutzt.

3.5

„Hello Baby“ von Kim Eui-kyung betrachtet das Leben von sechs Frauen, die sich in einer Fruchtbarkeitsklinik in Seoul kennenlernen. Sie gründen eine Chatgruppe namens „Hello Baby“, um sich gegenseitig während der Kinderwunschbehandlung zu unterstützen und sich auszutauschen.. Die Geschichte thematisiert den gesellschaftlichen Druck auf Frauen in Südkorea, unbedingt Mutter zu werden, und die Herausforderungen, die mit einem unerfülltem Kinderwunsch einhergehen. Hervorzuheben ist die Vielfalt der Charaktere: Die Frauen sind zwischen 37 und 46 Jahren alt und decken ein breites gesellschaftliches Spektrum ab. Da wäre die Journalistin Munjeong, die ihre Karriere lange dem Kinderwunsch vorgezogen hat, die Anwältin Hye-gyeong, die trotz beruflichen Erfolgs mit Frustration über ihre Unfruchtbarkeit kämpft oder auch die alleinstehende Sora, die den Traum vom eigenen Kind durch Social Freezing am Leben halten will. Diese unterschiedlichen Perspektiven bieten einen umfassenden Einblick in die emotionalen und sozialen Herausforderungen, denen sich Frauen mit Kinderwunsch gegenübersehen. Einige Dinge haben mir nicht so zugesagt. Die Erzählstruktur wirkt durch die wechselnden Perspektiven etwas zerstückelt, dadurch bin ich nicht richtig in einen Lesefluss gekommen und fand es zusätzlich schwierig, eine tiefere Verbindung zu den einzelnen Charakteren aufzubauen. Der Schreibstil war sehr sachlich, wodurch mich das Buch trotz des eigentlich berührenden Themas emotional wenig berühren konnte. Außerdem war die Handlung Jeonghyo betreffend recht vorhersehbar und auch insgesamt hat es an überraschenden Wendungen gefehlt. Trotz dieser Kritikpunkte ist „Hello Baby“ meiner Meinung nach ein guter Beitrag zur Diskussion über gesellschaftliche Erwartungen und individuelle Lebensentscheidungen von Frauen. Der Roman zeigt, was viele bereit sind für den Traum der Mutterschaft körperlich und psychisch auf sich zu nehmen, regt dadurch zum Nachdenken an und bietet einen ehrlichen Blick auf ein immer noch wenig besprochenes Thema.

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3

Der Roman begleitet sechs Frauen in Seoul, die sich in einer Fruchtbarkeitsklinik kennenlernen und über einen Chat austauschen. Der Roman beleuchtet sensibel und realistisch den emotionalen und gesellschaftlichen Druck rund um das Thema Kinderwunsch.

3.5

»Hello Baby« ist ein stilles, ernstes Buch, das den Kinderwunsch in seiner Ambivalenz zeigt. Auch wenn mich der Roman nicht durchgehend überzeugt hat, öffnet er den Blick für ein Thema, über das noch immer viel zu selten offen gesprochen wird.

In »Hello Baby« von Kim Eui-kyung begleiten wir sechs Frauen zwischen Ende dreißig und Mitte vierzig, die sich in der Baby-Angel Kinderwunschklinik in Seoul kennenlernen. So unterschiedlich sie auch sind, verbindet sie der tiefe Wunsch nach einem eigenen Kind. Um sich gegenseitig zu unterstützen, gründen sie die Chatgruppe »Hello Baby«, die zu einem Ort des Austauschs und des Mitgefühls wird, aber auch Raum für Sorgen, Rückschläge und Erschöpfung bietet. Die Handlung setzt an einem einzigen Tag ein. Nach langer Funkstille meldet sich eine der Frauen überraschend in der Gruppe zurück und verkündet, dass sie Mutter geworden sei. Diese Nachricht setzt bei den anderen etwas in Bewegung. Zur Freude mischen sich Neid, Zweifel und Schmerz. In Rückblenden zeigt sich nach und nach, wie sehr der Kinderwunsch ihren Alltag bestimmt. Termine in der Klinik müssen zwischen Arbeit und Verpflichtungen untergebracht werden, die Körper werden schmerzhaften medizinischen Eingriffen ausgesetzt und auch Beziehungen zu Partnern und Familien werden durch die dauerhafte Belastung auf die Probe gestellt. 
Besonders eindrücklich ist, wie der Roman die gesellschaftlichen Bedingungen in Südkorea mitdenkt. Der Wunsch nach einem Kind ist hier nicht allein eine private Angelegenheit, sondern stark von Erwartungen geprägt. Familie, Partnerschaft und gesellschaftliche Normen verstärken den Druck, während Verständnis und Unterstützung oft ausbleiben. Gleichzeitig wird gezeigt, wie isolierend dieser Prozess sein kann, obwohl so viele Menschen Ähnliches erleben.
Kim Eui-kyung schreibt in einer zurückhaltenden, beinahe nüchternen Sprache. Gerade dadurch werden die psychische Erschöpfung, die Fixierung auf das Ziel und das langsame Verschwimmen anderer Lebensbereiche umso spürbarer. Zum Ende hin nimmt die Geschichte eine Wendung, die für mich inhaltlich nachvollziehbar, aber relativ vorhersehbar war. Das nimmt dem Roman etwas von seiner emotionalen Wucht. 
»Hello Baby« ist ein stilles, ernstes Buch, das den Kinderwunsch in seiner Ambivalenz zeigt. Auch wenn mich der Roman nicht durchgehend überzeugt hat, öffnet er den Blick für ein Thema, über das noch immer viel zu selten offen gesprochen wird.

4

Informativ, rührend und vor Allem: Augenöffnend. Als jemand der kein Interesse an Schwangerschaft, geschweige denn Kindern hat, zeigt es mir die harte realität eines unerfüllten Kinderwunsches. Es ist immer wieder bewundernswert, wie viel körperliche als auch mentale stärke benötigt wird, ein Kind in die Welt zu setzen- und es zeigt, wie weit Frauen gehen, sich ihren Traum zu erfüllen. Im positiven, als auch im negativen Sinne.

4.5

Was, wenn das ersehnte Glück zugleich zur Quelle tiefster Verzweiflung wird? Kim Eui-kyung schildert eindringlich den Druck und die gesellschaftlichen Erwartungen, denen Frauen von innen wie von außen ausgesetzt sind – untrennbar verknüpft mit dem eigenen unbändigen Kinderwunsch, inmitten traditioneller Rollenbilder und patriarchaler Strukturen. Am Ende verlangt es – wie so oft – die gegenseitige und nicht zuletzt bedingungslose Solidarität, die sechs Frauen untereinander finden, um den Wunsch Wirklichkeit werden zu lassen.

4

Dieses Buch hat mich aus vielen Gründen neugierig gemacht; zwei der Hauptgründe sind, dass ich feministische Geschichten super gerne lese und zum Thema Mutterschaft bisher noch sehr wenig gelesen habe, und dass "Hello Baby" in Korea spielt, was auch noch eine Kultur spiegelt, in die ich bisher ebenfalls wenig Einblick hatte. Es war auf jeden Fall ein besonderes Leseerlebnis! Die Story ist abwechselnd aus der Perspektive mehrerer Frauen erzählt, die in einer Whatsappgruppe durch ihre Kinderwunschbehandlung verbunden sind und sich gegenseitig unterstützen. Jede dieser Frauen erlebt den bisher unerfüllten Kinderwunsch einhergehend mit unterschiedlichen Erschwernissen; sozialer und familiärer Druck, ihr Alter, finanzielle Sorgen, die eigene Karriere, unsopportive Ehemänner. Als eine der Frauen unerwartet die Geburt ihres Babys verkündet, nimmt die Geschichte außerdem eine spannende Handlung, die eine weitere wichtige Ebene aufmacht... Was mir besonders gefallen hat, war, wie prägnant in einer verhältnismäßig kurzen Geschichte sämtliche Erwartungen an Frauen* gezeigt werden, und wie es unmöglich ist, sie alle zu erfüllen. Die Headline des Klappentextes, "Wann ist eine Frau eine Frau?" trifft das für mich perfekt: wenn sie heiratet, sich um Mann und (Schwieger-)Eltern kümmert, wenn sie früh/ spät Kinder bekommt, wenn sie trotzdem arbeitet bis zum Entbindungstermin, wenn sie eine/ keine Nanny anstellt, wenn sie Schmerzen/ Fehlgeburten erleidet/ direkt weitermacht, ohne zu jammern, wenn sie die Scham ihres Mannes mitträgt, wenn sie einen Sohn auf die Welt bringt... ich könnte noch sehr lange weitermachen. Einige dieser Punkte scheinen kulturell bedingt in Südkorea schwerer zu wiegen, aber insgesamt beschreibt Kim Eui-kyung einen patriarchalen Kollektivanspruch. Einzig der Schreibstil hat mich hier und da etwas irritiert, kam mir eher distanziert und "berichthaft" vor, das kann aber auch an der Übersetzung liegen. Alles in allem wirklich lesenswert!

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