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Wow! Was für ein Banger. Ich geb zu, ich hätte dieses Buch nie ohne den Buchclub gelesen und ich kann auch nicht sagen, warum. Cover war für mich so „okay“, Buchbeschreibung interessant, aber es hat mich einfach nicht angezogen. Vielleicht war es der Schreibstil - kurz reingelesen, dachte ich: „Ne, irgendwie zu gewollt für mich.“ Tja, manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden, denn ich hätte definitiv was verpasst, wenn ich diese Geschichte nicht gelesen hätte. Und der wunderbare Schreibstil entfaltet sich erst nach ein paar Seiten. Ich hab ihn geliebt! Jeanne Patou ist eine gefeierte französische Filmikone, die gerade in Barcelona in einer Bar sitzt und im Fernsehen erfährt, dass sie für tot gehalten wird. Der Flug 4U9525 ab Barcelona ist in den südfranzösischen Alpen abgestürzt. Und Jeanne war in diesem Flugzeug - nein, nicht wirklich, weil sie kurz vor dem Einsteigen umgedreht ist. Sie erkennt ihre Chance, endlich aus ihrem Leben auszubrechen. Ihrem dominanten Mann Bernard zu entkommen, ihren Liebhaber Luc zu verlassen, aber auch ihre erwachsenen Kinder Mathilde und Katja. Sie kommt in ein Haus unter, in dem nur Frauen leben, alles Frauen, die untergetaucht sind, die außen nicht mehr existieren wollen. Doch viereinhalb Jahre später streift Jeanne über die La Rambla, als Passantin und begegnet Bernard. Stellt sie sich ihm? Diese Geschichte hat mich gleich gepackt! Ich konnte einfach nicht aufhören weiterzulesen. Rasant, lebendig und voller Kraft reißt es mich mit. Ich bin mit Jeanne erst mal verwirrt durch die Gassen gelaufen, um auf das Haus zu stoßen, in dem all die besonderen Frauen leben. Was für eine Gemeinschaft, was für ein Zusammenhalt! Welche Schicksale hier alles verborgen sind. Und so langsam beobachte ich, wie Jeanne zu sich selbst findet, ihrem Inneren. Gespickt mit Wut und Energie erkennen, welche Macht die patriarchalen Strukturen auf das Leben der Frauen haben. Und dabei so viele Fragen aufkommen, die ich fühle, mitnehme, nachdenke. Aufgeteilt in drei Abschnitte wechselt auch die Perspektive und das macht es für mich noch spannender. Interessant fand ich auch die Geschichte Barcelonas und den Wunsch nach Unabhängigkeit. Für mich eins meiner Highlights in diesem Monat. Ich kann es nur empfehlen. S.32 „Am Ende stirbt immer die Frau in den Dramen, die von Männern geschrieben, von anderen Männern finanziert, von ihren Männerfreunden konzipiert und dirigiert und von Frauen angesehen werden, die glauben, die wahre Liebe erkenne man daran, dass sie wehtut. S.55 „Was, wenn Facebook, deren Gesichtserkennung besser war als die des FBI, mich verriete? Jedes Jahr verschwanden Menschen, weil sie es so wollten. Was, wenn diese Künstliche Intelligenz, von der alle immer öfter sprachen, all die Verschwundenen auffand?“ S.153 „Wer wusste es schon, ob deswegen Väter nicht duldeten, dass Töchter Bücher läsen und Frauen Dinge aufschrieben; denn da, in den gefährlichen Büchern, erführen sie, dass es all das gab: das Wollen, die Kraft, den Hass und die Welt der Frauen, unsichtbar hinter der sichtbaren Welt der Männer.“ S.230 „Bernard hat mich angeschrien, später, dass ich seine Töchter gegen ihn aufhetzte, dass Mathildes Überreaktion mit ihrem Dachbodenexil ihn wie einen Psycho dastehen lasse, auch vor Katja, und dass er es satthabe, dass wir drei Weiber uns daran gewöhnt hätten, dass er ein nützlicher Idiot für uns sei. Weiber. Die Kinder waren acht und fünf. Ich war dreißig.“ S.238 „ „Pornografie ist die Ausbildung der Jungen, auf Frauen zu schauen, und Märchen die Ausbildung der Mädchen, auf Männer zu schauen“, schrieb Sella da. „Die beliebtesten Märchen in dem Teil der Welt, den wir den Westen nennen, erzählen dem Mädchen, dass sich Frauen immer nur vor anderen Frauen fürchten sollten. Vor der bösen Hexe, die einen im Ofen backen will, bis die Haut schön kross ist, vor der bösen Königin, die vergiftete Äpfel serviert, weil sie neidisch ist auf die Jugend und Anmut, vor der bösen Fee, weil sie nicht zum Geburtstag eingeladen wurde, vor der bösen Stiefmutter, die einem die verfaulten Hülsenfrüchte zum Sortieren hinschmeißt, vor den Stiefschwestern, die bereit wären, sich die Zehen abzuhacken, um dir den Kerl auszuspannen.“
Feb 22, 2026
Wow! Was für ein Banger. Ich geb zu, ich hätte dieses Buch nie ohne den Buchclub gelesen und ich kann auch nicht sagen, warum. Cover war für mich so „okay“, Buchbeschreibung interessant, aber es hat mich einfach nicht angezogen. Vielleicht war es der Schreibstil - kurz reingelesen, dachte ich: „Ne, irgendwie zu gewollt für mich.“ Tja, manchmal muss man zu seinem Glück gezwungen werden, denn ich hätte definitiv was verpasst, wenn ich diese Geschichte nicht gelesen hätte. Und der wunderbare Schreibstil entfaltet sich erst nach ein paar Seiten. Ich hab ihn geliebt! Jeanne Patou ist eine gefeierte französische Filmikone, die gerade in Barcelona in einer Bar sitzt und im Fernsehen erfährt, dass sie für tot gehalten wird. Der Flug 4U9525 ab Barcelona ist in den südfranzösischen Alpen abgestürzt. Und Jeanne war in diesem Flugzeug - nein, nicht wirklich, weil sie kurz vor dem Einsteigen umgedreht ist. Sie erkennt ihre Chance, endlich aus ihrem Leben auszubrechen. Ihrem dominanten Mann Bernard zu entkommen, ihren Liebhaber Luc zu verlassen, aber auch ihre erwachsenen Kinder Mathilde und Katja. Sie kommt in ein Haus unter, in dem nur Frauen leben, alles Frauen, die untergetaucht sind, die außen nicht mehr existieren wollen. Doch viereinhalb Jahre später streift Jeanne über die La Rambla, als Passantin und begegnet Bernard. Stellt sie sich ihm? Diese Geschichte hat mich gleich gepackt! Ich konnte einfach nicht aufhören weiterzulesen. Rasant, lebendig und voller Kraft reißt es mich mit. Ich bin mit Jeanne erst mal verwirrt durch die Gassen gelaufen, um auf das Haus zu stoßen, in dem all die besonderen Frauen leben. Was für eine Gemeinschaft, was für ein Zusammenhalt! Welche Schicksale hier alles verborgen sind. Und so langsam beobachte ich, wie Jeanne zu sich selbst findet, ihrem Inneren. Gespickt mit Wut und Energie erkennen, welche Macht die patriarchalen Strukturen auf das Leben der Frauen haben. Und dabei so viele Fragen aufkommen, die ich fühle, mitnehme, nachdenke. Aufgeteilt in drei Abschnitte wechselt auch die Perspektive und das macht es für mich noch spannender. Interessant fand ich auch die Geschichte Barcelonas und den Wunsch nach Unabhängigkeit. Für mich eins meiner Highlights in diesem Monat. Ich kann es nur empfehlen. S.32 „Am Ende stirbt immer die Frau in den Dramen, die von Männern geschrieben, von anderen Männern finanziert, von ihren Männerfreunden konzipiert und dirigiert und von Frauen angesehen werden, die glauben, die wahre Liebe erkenne man daran, dass sie wehtut. S.55 „Was, wenn Facebook, deren Gesichtserkennung besser war als die des FBI, mich verriete? Jedes Jahr verschwanden Menschen, weil sie es so wollten. Was, wenn diese Künstliche Intelligenz, von der alle immer öfter sprachen, all die Verschwundenen auffand?“ S.153 „Wer wusste es schon, ob deswegen Väter nicht duldeten, dass Töchter Bücher läsen und Frauen Dinge aufschrieben; denn da, in den gefährlichen Büchern, erführen sie, dass es all das gab: das Wollen, die Kraft, den Hass und die Welt der Frauen, unsichtbar hinter der sichtbaren Welt der Männer.“ S.230 „Bernard hat mich angeschrien, später, dass ich seine Töchter gegen ihn aufhetzte, dass Mathildes Überreaktion mit ihrem Dachbodenexil ihn wie einen Psycho dastehen lasse, auch vor Katja, und dass er es satthabe, dass wir drei Weiber uns daran gewöhnt hätten, dass er ein nützlicher Idiot für uns sei. Weiber. Die Kinder waren acht und fünf. Ich war dreißig.“ S.238 „ „Pornografie ist die Ausbildung der Jungen, auf Frauen zu schauen, und Märchen die Ausbildung der Mädchen, auf Männer zu schauen“, schrieb Sella da. „Die beliebtesten Märchen in dem Teil der Welt, den wir den Westen nennen, erzählen dem Mädchen, dass sich Frauen immer nur vor anderen Frauen fürchten sollten. Vor der bösen Hexe, die einen im Ofen backen will, bis die Haut schön kross ist, vor der bösen Königin, die vergiftete Äpfel serviert, weil sie neidisch ist auf die Jugend und Anmut, vor der bösen Fee, weil sie nicht zum Geburtstag eingeladen wurde, vor der bösen Stiefmutter, die einem die verfaulten Hülsenfrüchte zum Sortieren hinschmeißt, vor den Stiefschwestern, die bereit wären, sich die Zehen abzuhacken, um dir den Kerl auszuspannen.“
Feb 22, 2026







