Octavia E. Butler erzählt von einer nahen Zukunft, die unsere Gegenwart ist. (Süddeutsche Zeitung)
Octavia Butlers Meisterwerk in neuer Übersetzung und mit einem Vorwort von N. K. Jemisin
Wir schreiben das Jahr 2024. Klimawandel, Wirtschaftskrisen und ein politischer Rechtsruck haben das Leben in den USA von Grund auf verändert. Lauren Olamina lebt mit ihrer Familie in Kalifornien, relativ sicher vor Plünderern hinter hohen Mauern. Wer überleben will, muss Stärke zeigen, deswegen hütet Lauren ihr Geheimnis sorgfältig: Sie leidet an Hyperempathie – sie empfindet die Emotionen eines anderen Menschen so tief, als wären es ihre eigenen. Doch wenn sie will, dass ihre Stimme gehört wird, darf sie sich nicht länger hinter den Mauern verstecken. Also macht sich Lauren auf die Reise nach Norden, wo es noch Sicherheit und Jobs gibt. Was als Kampf ums Überleben beginnt, wird schnell zu sehr viel mehr: Der Geburt einer neuen Religion – und einer atemberaubenden Vision für die Zukunft der Menschheit.
Lauren wächst in einer Gemeinschaft hinter Mauern im Jahr 2024 auf (der Roman ist von 1993). Klimakatastrophen haben zu einem Zerfall des Staates und der öffentlichen Sicherheit geführt. Auf den Strassen herrscht Armut, Elend, Gewalt und Drogenhandel - nur innerhalb bewaffneter Mauern ist es sicher.
Als ihre Gemeinschaft von Plünderern und Brandstiftern überrollt wird, flieht sie Richtung Norden...
Das Buch ist irrsinnig spannend und packend allerdings oft drastisch und brutal.
Oct 3, 2025
5.0
Krasser und beeindruckender Dystopie - Klassiker
Lauren wächst in einer Gemeinschaft hinter Mauern im Jahr 2024 auf (der Roman ist von 1993). Klimakatastrophen haben zu einem Zerfall des Staates und der öffentlichen Sicherheit geführt. Auf den Strassen herrscht Armut, Elend, Gewalt und Drogenhandel - nur innerhalb bewaffneter Mauern ist es sicher.
Als ihre Gemeinschaft von Plünderern und Brandstiftern überrollt wird, flieht sie Richtung Norden...
Das Buch ist irrsinnig spannend und packend allerdings oft drastisch und brutal.
Kalifornien brennt, die Inflation galoppiert nur so vor sich hin und die USA werden von einem Populisten regiert.
Dies sind nicht nur Schlagzeilen der Tagesschau, sondern auch die Umstände, in denen Lauren Olamina aufwächst. Abgeschottet von dem brutalen Leben auf der Straße, wächst sie hinter Mauern in einer kleinen Gemeinde im Großraum Los Angeles auf. Das besondere an ihr, sie hat das Hypersensibilitätssyndrom. Sie spürt die Gefühle anderer Menschen, als wären es ihre eigenen. Dies wird zum Problem, als sie gezwungen ist, ihre Gemeinde zu verlassen.
Dieser Roman ist eine Wucht. Nicht nur, dass Olivia Butler es vor 30 Jahren geschafft hat, unsere Gegenwart zu prognostizieren, sondern auch, wie sie es stilistisch umgesetzt hat. Klar, ganz so schlimm wie in ihrer Dystopie ist es noch nicht, aber wenn man dem ganzen noch zehn Jahre gibt, wäre ich nicht überrascht, wenn es sich dahingehend entwickelt.
Olivia Butler hat mit Lauren eine starke Hauptfigur erschaffen, die sich, getragen von ihrem Glauben, durch die Endzeit schlägt und dabei so inspirierend ist. Ich bin kein sehr gläubiger Mensch und meist, wenn dieses Thema in Büchern überhand nimmt, nehme ich reißaus. Die Autorin hat es jedoch fabelhaft geschafft, das alles dynamisch in diese Welt einzubauen und wachsen zu lassen, so dass es für mich perfekt gepasst hat.
Sie hat Science-Fiction geschaffen, die von der Realität eingeholt wurde, was eine wirklich beachtliche Leistung ist. Mit der Eigenschaft der Hypersensibilität hat sie Lauren zu einer spannenden Protagonistin gemacht, der wir gerne folgen und bei der wir ständig Angst haben, was als Nächstes passiert.
Dieses Buch ist ein Appell an die Menschlichkeit und Vielfalt. Jeder hat verschiedene Stärken und nur wenn wir ganz unterschiedliche Menschen zusammenbringen, können wir zusammen etwas erreichen. Diese Botschaft ist heutzutage wichtiger denn je.
Ich hatte vor dem Lesen des Buches Angst, dass vielleicht zu hochgestochen geschrieben ist und dadurch anstrengend zu lesen, da es ja viele als modernen Klassiker betiteln. Diese Angst kann ich jedem nehmen. Es liest sich wirklich flüssig und ist dennoch grandios geschrieben.
Eine absolute Leseempfehlung, auch wenn es vielleicht nichts für schwache Nerven ist. Also nehmt euch jetzt zum Black History Month die Zeit und lest dieses Buch.
Feb 2, 2025
4.5
Gott ist Veränderung
Kalifornien brennt, die Inflation galoppiert nur so vor sich hin und die USA werden von einem Populisten regiert.
Dies sind nicht nur Schlagzeilen der Tagesschau, sondern auch die Umstände, in denen Lauren Olamina aufwächst. Abgeschottet von dem brutalen Leben auf der Straße, wächst sie hinter Mauern in einer kleinen Gemeinde im Großraum Los Angeles auf. Das besondere an ihr, sie hat das Hypersensibilitätssyndrom. Sie spürt die Gefühle anderer Menschen, als wären es ihre eigenen. Dies wird zum Problem, als sie gezwungen ist, ihre Gemeinde zu verlassen.
Dieser Roman ist eine Wucht. Nicht nur, dass Olivia Butler es vor 30 Jahren geschafft hat, unsere Gegenwart zu prognostizieren, sondern auch, wie sie es stilistisch umgesetzt hat. Klar, ganz so schlimm wie in ihrer Dystopie ist es noch nicht, aber wenn man dem ganzen noch zehn Jahre gibt, wäre ich nicht überrascht, wenn es sich dahingehend entwickelt.
Olivia Butler hat mit Lauren eine starke Hauptfigur erschaffen, die sich, getragen von ihrem Glauben, durch die Endzeit schlägt und dabei so inspirierend ist. Ich bin kein sehr gläubiger Mensch und meist, wenn dieses Thema in Büchern überhand nimmt, nehme ich reißaus. Die Autorin hat es jedoch fabelhaft geschafft, das alles dynamisch in diese Welt einzubauen und wachsen zu lassen, so dass es für mich perfekt gepasst hat.
Sie hat Science-Fiction geschaffen, die von der Realität eingeholt wurde, was eine wirklich beachtliche Leistung ist. Mit der Eigenschaft der Hypersensibilität hat sie Lauren zu einer spannenden Protagonistin gemacht, der wir gerne folgen und bei der wir ständig Angst haben, was als Nächstes passiert.
Dieses Buch ist ein Appell an die Menschlichkeit und Vielfalt. Jeder hat verschiedene Stärken und nur wenn wir ganz unterschiedliche Menschen zusammenbringen, können wir zusammen etwas erreichen. Diese Botschaft ist heutzutage wichtiger denn je.
Ich hatte vor dem Lesen des Buches Angst, dass vielleicht zu hochgestochen geschrieben ist und dadurch anstrengend zu lesen, da es ja viele als modernen Klassiker betiteln. Diese Angst kann ich jedem nehmen. Es liest sich wirklich flüssig und ist dennoch grandios geschrieben.
Eine absolute Leseempfehlung, auch wenn es vielleicht nichts für schwache Nerven ist. Also nehmt euch jetzt zum Black History Month die Zeit und lest dieses Buch.
Dieses Buch hat mich tief beeindruckt.
Es ist schockierend, wie nah ihre dystopische Zukunftsvision unserer heutigen Welt kommt – viele der beschriebenen Entwicklungen sehen wir bereits jetzt.
Diese Weitsicht macht Butler für mich zu einer außergewöhnlich klugen Autorin. Ihre klare, zugängliche Sprache steht in faszinierendem Kontrast zur Tiefe und Komplexität der Geschichte, die mich von Anfang an gefesselt hat.
Besonders die Protagonistin ist unglaublich gut geschrieben, und ich konnte mich in vielen ihrer Gedanken wiederfinden.
Das Buch ist ein Meisterwerk, das jeder lesen und verstehen kann, unabhängig von Vorwissen oder Leseerfahrung.
Jan 5, 2025
5.0
Wenn Dystopie zur Realität wird
Dieses Buch hat mich tief beeindruckt.
Es ist schockierend, wie nah ihre dystopische Zukunftsvision unserer heutigen Welt kommt – viele der beschriebenen Entwicklungen sehen wir bereits jetzt.
Diese Weitsicht macht Butler für mich zu einer außergewöhnlich klugen Autorin. Ihre klare, zugängliche Sprache steht in faszinierendem Kontrast zur Tiefe und Komplexität der Geschichte, die mich von Anfang an gefesselt hat.
Besonders die Protagonistin ist unglaublich gut geschrieben, und ich konnte mich in vielen ihrer Gedanken wiederfinden.
Das Buch ist ein Meisterwerk, das jeder lesen und verstehen kann, unabhängig von Vorwissen oder Leseerfahrung.
Jan 5, 2025
3 of 39 reviews
Author
About Octavia E. Butler
Octavia Estelle Butler (22. Juni 1947 – 24. Februar 2006) kam in Pasadena, Kalifornien zur Welt. Obwohl bei ihr als Kind Dyslexie festgestellt wurde, machte sie einen Abschluss am Pasadena City College und schrieb sich an der California State University in Los Angeles ein. Schon als Kind verfasste sie erste Kurzgeschichten, und 1969/70 besuchte sie zwei Autoren-Workshops, bei denen sie unter anderem mit Harlan Ellison in Kontakt kam, der ihr half, 1976 ihren ersten Roman bei einem Verlag unterzubringen. In ihrem mehrfach mit dem Hugo und dem Nebula Award ausgezeichneten Werk geht es immer wieder um Genderfragen und kulturelle Identität. Sie lebte und arbeitete bis zu ihrem Tod in Seattle, Washington.