Die Knochen-Schiffe
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Book Information
Author Description
RJ BARKER ist der preisgekrönte Autor zahlreicher Fantasy-Romane. Für Die Knochenschiffe erhielt er 2020 den Robert-Holdstock-Award der British Fantasy Society für den besten Roman. RJ lebt in Leeds, zusammen mit seiner Frau, seinem Sohn und einer Sammlung fragwürdiger Präparate, seltsamer Kunst, gruseliger Musik und mehr Büchern, als er unterbringen kann. Nach einem kurzen, aber fruchtlosen Exkurs in die Rockmusik, kehrte RJ zu seiner wahren Liebe zurück: der Belletristik.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
»Auf eure Positionen. Holt die Topflügel ein und haltet eure Augen offen, denn ein Meeresdrache wartet auf uns, und einen Meeresdrachen werden wir auch finden.« Joron Twiner ist dem Tode geweiht, so wie alle in der Mannschaft des schwarzen Knochenschiffes Gezeitenkind. Während er alles daransetzt sich zu Tode zu trinken und die anderen Mitglieder seiner Mannschaft zu ignorieren, taucht plötzlich die berühmte und berüchtigte Schiffsfrau Meas Gilbryn auf, um kurzerhand das Kommando über die Gezeitenkind zu übernehmen. Denn was Niemand ahnt, in den Gewässern des Zertrümmerten Archipels ist ein Keyshan aufgetaucht, ein Meeresdrache und eine Spezies die als ausgestorben galt, da sie aufgrund ihrer Knochen, die für den Bau der Knochenschiffe benötigt werden, unerbittlich gejagt wurden. Zusammen mit ihrer neuen Mannschaft aus Mördern, Dieben und Verrätern, soll die Glückliche Meas den Keyshan beschützen und damit vielleicht sogar einen jahrhundertealten Krieg beenden... Endlich habe ich es gewagt die Segel zu setzten und volle Fahrt vorraus in die Geschichte der Knochenschiffe und die Welt des Zertrümmerten Archipels abzutauchen und, was soll ich sagen, es war wirklich grandios! Die Geschichte, die Atmosphäre und die Charaktere - ein Fest und ein tolles und fesselndes Leseerlebnis. Doch zunächst muss ich sagen, dass ich am Anfang ein bisschen zu kämpfen hatten. Denn man wird zu Beginn buchstäblich ins kalte Wasser geworfen und muss sich in dieser urzeitlichen und tropischen Welt ersteinmal zurechtzufinden. Es gibt viele Begriffe mit denen man zunächst nichts anfangen kann und das hat meinen Lesefluss am Anfang immer mal wieder gestört. Aber hat man sich erstmal ein bisschen eingewöhnt, kann man bald gar nicht mehr aufhören zu lesen. Denn diese ganz besondere Welt bietet viel Neues und Außergewöhnliches, wie zum Beispiel die Gullaime (ein vogelartiges, magiebegabtes Volk), und auch die riesigen Keyshan. Die Protagonisten Joron und Meas fand ich toll geschrieben und sehr gelungen, auch wenn ich gern noch viel mehr an Hintergrundinformationen über die beiden bekommen hätte und manches noch ein wenig im Dunkeln bleibt. Generell waren es aber nicht nur die Protagonisten, sondern eigentlich die ganze Crew, die stetig zusammenwächst und, verbunden durch ein gemeinsames Ziel, über sich hinaus wächst und damit für eine tolle Atmosphäre sorgt. Auch das Ende hat mir gut gefallen, ich hatte gehofft, dass passieren würde, was passiert und hatte daher ein breites Grinsen im Gesicht und auch die Seeschlacht davor fand ich spannend und sehr intensiv geschrieben. Alles in allem eine absolute Leseempfehlung von meiner Seite und zwar für alle die außergewöhnliche Welten, Abenteuer und die Weite des Meeres nicht schrecken! »Ich werde der Hexe meine Liebe nicht versagen, voller Stolz wollen wir zu ihr streben. Ich werde der Hexe meine Liebe nicht versagen, denn für die Pflicht gab ich mein Leben.«
Eine außergewöhnliche Welt, Meeresdrachen, Windmagie, Knochenschiffe - was braucht ein Fantasyherz mehr?
"Zweihundert Schiffe unter vollem Segel, An Bord harrten fünftausend Mann. Mit dem Speer in der Hand, zu allem bereit, Und Cassia führte die Flotte an. ..." Einen wirklich großartigen Auftakt der Gezeitenkind-Trilogie durfte ich mit RJ Barkers "Die Knochenschiffe" erleben. Ins Deutsche übersetzt von Kerstin Fricke. Wir befinden uns auf den Hundertinseln, einer tropisch anmutenden Welt, die etwas urzeitliches an sich hat. Schon seit vielen Generationen bauten die Bewohner der Inseln ihre strahlend weißen, eindrucksvollen und furchterregenden Schiffe aus den Knochen der alten Meeresdrachen. Doch die Drachen sind längst verschwunden und allmählich werden auch die Schiffe weniger - denn auch Knochen werden über die Jahre spröde und müssen ersetzt werden. Zudem führen die Kriege zwischen den Nationen zusätzlich zur Dezimierung der Schiffe. Doch dann bekommt Meas Gilbryn einen ganz speziellen Aufrag: Ein Drache soll gesichtet worden sein und es obliegt ihr und ihrer neuen Mannschaft, allen voran Joron, diesen Drachen ohne viel Aufhebens in den Norden zu begleiten und ihn dort zu töten ... Das war wirklich ein grandioser Auftakt, der mir richtig gut gefallen hat! Barker hat hier eine ganz besondere Welt erschaffen. Eine tropische Welt aus vielen Inseln, die mit ganz besonderen Pflanzen und Tieren aufwartet. Eine Welt, die ganz besondere Magie und wundersame Wesen bereithält. Eine besondere Rolle spielen zum Beispiel die Windflüsterer, die Gullaime, ein flugfähiges, magiebegabtes Volk, das vogelartig aussieht und die Winde beeinflussen kann. Was ihn unverzichtbar für ein Knochenschiff macht. Doch auch sonst gibt es ganz besondere Tiere, die sehr urzeitlich anmuten und glaubt mir: Bei den Hundertinseln geht ihr nicht gern im Meer baden. Es ist auch eine Welt, die von besonderen Frauen, den sogenannten Bern, beherrscht wird, in der Männer und Frauen aber sonst gleichberechtigt zu sein scheinen. Neben den schneeweißen Knochenschiffen der Flotte, gibt es noch die schwarzen Knochenschiffe. Diese werden auch Schiffe der Toten genannt. Wer auf den Hundertinseln ein Verbrechen begeht, wird mit Pech auf eines dieser Schiffe verbannt und gilt fortan als Toter. Auch die Charaktere haben mir gut gefallen. Im Zentrum der Geschichte steht Joron, der auf einem der schwarzen Knochenschiffe, der "Gezeitenkind" die Schiffsfrau ist (die Schiffsfrau ist der Kapitän des Schiffes und wird unabhängig vom Geschlecht immer Schiffsfrau genannt). Joron ist ein antriebsloser Trinker, der genau weiß, dass die Toten sowieso nicht auf ihn hören und überlässt sie mehr oder weniger sich selbst. Als Meas auftaucht und seinen Hut fordert, ist klar, dass dieser Trunkenbold den Hut an sie verlieren wird. Die Entwicklung der Charaktere, auch die Beziehung untereinander, hat mir wirklich gut gefallen. Es geht um Kamaradschaft und Loyalität, aber auch darum sich durchzusetzen und an seiner Menschlichkeit festzuhalten - auch, oder erst recht, wenn man zu den Toten gehört. Von mir ist das auf jeden Fall eine Leseempfehlung für all jene, die gern in besondere Welten abtauchen, sich von der Magie gefangen nehmen lassen und ein gewisses Maß an Seetüchtigkeit mitbringen. Denn bei den Seeschlachten solltet ihr eure Übelkeit überwunden haben, sonst seid ihr nur unnützer Ballast. Also "Aye, ihr Toten!"

Knochenschiffe von R.J. Barker ist ein fesselnder Fantasy-Roman, der Fans von Seekriegsführung und einzigartigen Welten begeistern wird. Barker erschafft eine dunkle, brutale Welt, in der Schiffe aus Drachenknochen gebaut werden und die Besatzungen um ihr Überleben kämpfen. Die Geschichte konzentriert sich auf Joron Twiner, einen gefallenen Kapitän, der sich in der chaotischen Crew der Tide Child wiederfindet. Die Charaktere sind komplex und glaubwürdig, besonders der langsame Aufbau der Beziehung zwischen Joron und der neuen Kapitänin Lucky Meas. Barker nimmt sich Zeit, die Dynamik der Mannschaft und ihre individuellen Macken zu entwickeln, was die Leser tief in die Geschichte zieht. Obwohl die anfängliche Weltbeschreibung etwas Zeit braucht, um sich zu entfalten, wird man mit einer packenden Erzählung und einem erfrischend originellen Fantasy-Setting belohnt. Ein Muss für alle, die epische Seefahrtabenteuer mit einem Hauch von dunkler Fantasie lieben!
Schiffe, Schlachten, Wind und Meer....
Ein großartiges Buch und ganz anders als alles andere, was ich bisher gelesen habe. Viel spielt sich auf offener See ab und man bekommt einen Eindruck davon, wie viel Arbeit das Steuern eines großen Segelschiffs früher war... 🙂 RJ Barker hat einen nicht zu geringen Sinn für Humor und ich musste einige Male laut auflachen, weil er dermaßen trocken daherkommt 😁. "Die Knochenschiffe" liest sich flüssig und hat eine durchgehend hohe Spannungsquote, was sich bis zum offenen Finale durchzieht. Ich bin sehr gespannt auf die beiden weiteren Teile!! 👍👍

4,5 von 5 Sternen. Die Knochenschiffe von RJ. Barker sind das erste Buch in der Gezeitenkindtrilogie. Diese Maritime Fantasygeschichte ist mal etwas ganz anderes. Alles spielt in einer Archipelwelt und die meiste Zeit befinden wir uns an Board der sogenannten Knochenschiffe, die man von jeher aus Drachengebein gefertigt hat. Aber da die Meeresdrachen lange ausgestorben sind, führen zwei Nationen einen grausamen Krieg um das Gebein. Diese Welt ist anders. Das merken wir anhand vieler alternativer Begriffe. Flora und Fauna sind speziell als auch die Kultur der Menschen. In dieser Welt wird die Mutter verehrt, aber nur, wenn sie gesunde Kinder gebärt. Es wird uns also eine matriarchale Auslesewelt präsentiert. Und hier verfolgen wir die Reise eines schwarzen Knochenschiffes und erleben die Entwicklung einer ganz besonderen Mannschaft. Besonders gelungen waren für mich die mystischen Elemente. So erfahren wir, dass es eben doch noch einen Meeresdrachen gibt. Und welche Verbindung hat der Windmagier, eine Art Vogelwesen, welcher auf unserem Knochenschiffe anboard ist, zu dieser gigantischen Meereskreatur? All das erfahrt ihr, wenn ihr die Hundertinseln bereist. Ich habe es letzte Woche getan und ich möchte dringend weitersegeln.

Idee und Worldbuilding gelungen, Umsetzung eher mangelhaft.
Den ersten Band der Gezeitenkind-Triologie habe ich auf der Leipziger Buchmesse 2024 gekauft, weil mich das Setting und die Idee sehr angesprochen haben. Leider hat mir die Umsetzung der Idee weniger gefallen. Die Geschichte spielt in einer matriachalischen Welt, wo Männer eine untergeordnete Rolle spielen und sich ihren Rang und Titel schwer erarbeiten müssen, während Frauen hohe Ämter in der Seefahrt, Politik und im Militär bekleiden. Erzählt wird aus der Perspektive eines Mannes, der sich seinen Platz in der Welt erarbeiten muss. Die Idee mit den Drachenknochen aus denen Schiffe gebaut werden ist neuartig und wird von RJ Barker detailliert beschrieben, unter anderem welche Knochen welche Funktion für das Schiff haben. Der Leser merkt, dass sich der Autor hierüber viele Gedanken gemacht hat und die Beschreibungen haben mir gut gefallen. Was jedoch weniger gut gelungen ist, ist die Charakterzeichnung. Die Figuren wirken blass und eindimensional. Außerdem haben manche Figuren keine weiteren Charaktereigenschaften als dass sie non binär oder homose*uell sind. Es wirkte auf mich so, als ob der Autor unbedingt zeigen wollte, wie woke und modern er ist. Dabei wird die se*uelle Orientierung aber nicht subtil im Kontext der Geschichte erwähnt, sondern mit dem Presslufthammer ins Gehirn des Lesers eingraviert. Figuren werden beispielsweise wie folgt eingeführt: "Aelerin war weder Frau noch Mann und rief bei Joron, abergläubische Furcht hervor". "Kanvey [ ... ] fürchtete Joron am meisten, denn er war ein lüsterner Kerl und er hatte schon mehr als einmal mitbekommen, wie Kanveys Blick an seinem Schenkel hinaufwanderte". Ich habe das Buch letztendlich abgebrochen, weil es meines Erachtens handwerklich einfach nicht gut umgesetzt ist. Es gibt diesen relativ einfachen Grundsatz "Show don't tell". RJ Barker hat hier aber leider mehr erzählt als gezeigt, obwohl diese Geschichte wirklich gutes Potential hätte.
Raue Geschichte mit fantastischem Weltenbau, die Zeit braucht, sich zu entwickeln
„Die Knochenschiffe“ von RJ Barker (übersetzt von Kerstin Fricke) habe ich im Rahmen einer Leserunde bei LovelyBooks gelesen. Vielen Dank an Panini Phantastik für das Rezensionsexemplar. Seit Generationen bauen die Bewohner der Hundertinseln und der Hageren Inseln, die miteinander in endlosem Krieg liegen, mächtige Schiffe aus den Knochen von legendären Meeresdrachen, den Keyshan. Diese gelten mittlerweile als ausgestorben, doch die Kämpfe um die Vorherrschaft dauern an. Die Sichtung des ersten Keyshan seit Jahrhunderten droht, den Krieg neu anzufachen – bietet aber auch die Chance, den Zwist zu beenden. Das Schwarze Schiff „Gezeitenkind“, dessen Crew aus in Ungnade Gefallenen und Verbrechern besteht, liefert sich ein Rennen mit den Schiffen der Flotte und der Hageren Inseln. Denn nur, wer den Keyshan fängt, gewinnt den Krieg und den Ruhm. Eins vorweg: Die Meinungen zu dem Buch waren in der Leserunde gespalten. Einige konnten nicht viel damit anfangen, andere fanden es richtig gut. Das Buch ist also nicht für jeden Geschmack das Richtige. Mich konnte die Geschichte zum Glück begeistern. Die Handlung beginnt eher langsam und auch mit den Charakteren muss man erst warmwerden. Sobald ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, fand ich das Buch auch sprachlich sehr gelungen. Wer nicht auf einfache Sprache und kurze Sätze besteht, wird seine Freude haben. Auch das Worldbuilding lässt kaum Wünsche offen: Barker hat sich eine sehr lebendige Welt ausgedacht. So komplex, dass man sich zuerst darin zurechtfinden muss, was den Einstieg nicht ganz leichtgemacht hat. Aber sobald man „angekommen“ ist und die Geschichte (zusammen mit der „Gezeitenkind“) Fahrt aufnimmt, entwickelt das Buch eine Sogwirkung. Hervorheben möchte ich beim Worldbuilding unbedingt die gelungene Umsetzung einer matriarchalen Gesellschaft. Diese besteht nicht nur dem Namen nach, sondern ist überall spürbar. So wird der Kapitän eines Schiffes „Schiffsfrau“ (im Original „shipwife“) genannt – unabhängig vom Geschlecht. Die Männer sind da mitgemeint. ;-) Der Mord an einer Frau gilt als das abscheulichste Verbrechen schlechthin, die Täter werden zutiefst verachtet. Die Nachkommen einer Frau, die viele gesunde Kinder bekommen hat, genießen großen Respekt – ebenso die Mutter selbst. Jedoch wird Schwäche in dieser Gesellschaft nicht toleriert. Die Regeln sind brutal, grausam und mitleidlos. Das Matriarchat in Barkers Welt ist also keineswegs eine friedliche Utopie. Wer aufgrund des Covers und des Klappentextes hofft, dass die Drachen eine große Rolle spielen, wird – zumindest bei Band 1 – enttäuscht werden. Ich vermute aber, dass die Meeresdrachen ab Band 2 präsenter sein werden. Aber auch wenn wir zum Auftakt der Trilogie nur wenig vom Keyshan zu sehen bekommen, wartet das Buch mit einer Vielzahl von Kreaturen auf, die mich begeistern konnten, allen voran der Gullaime. Dieser vogelähnliche Windbeschwörer hat sich von Anfang an in mein Leserherz geschlichen. Und auch die anderen Charaktere haben im Laufe der Geschichte sehr viel meiner Sympathie gewonnen. Joron Twiner, aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist, macht eine glaubwürdige Entwicklung durch. Ich bin gespannt, wie die Geschichte im nächsten Band weitergehen wird.

Große Fantasiewelt, der nicht nicht folgen konnte..
Der Autor liegt viel wert auf Beschreibungen. Leider konnte ich keine Bindungen zu den Charakteren aufbauen. Das Thema und das Setting haben mich besonders interessiert, jedoch kamen beim Lesen viele Fragezeichen auf, was ich aus der Geschichte nicht verstanden hatte. Vllt ist Buch aber auch einfach nicht für Leser*innen geeignet, die neu mit High Fantasie anfangen möchten. Da war mir der Schreibstil von Brandon Sanderson lieber.
Ich liebe es!
wow, was ein großartiges Buch! Seefahrtsfantasy vom feinsten, ich bin begeistert! Besonders die Beziehung vom Joron zu den Guillaume fand ich sehr berührend. auch gefallen hat mir die Repräsentativität, die mit einer Selbstverständlichkeit daherkommt, dass sie ganz nebensächlich erscheint. Band 2, ich komme!
Eine Crew mit so viel Charakter wird mir so bald nicht wieder unterkommen! Weltenbau und Charakterentwicklung vom allerfeinsten.
Wie ein großes starkes Knochenschiff hat das Buch den Hafen gemächlich verlassen um dann in exakt dem richtigen Tempo Geschwindigkeit aufzunehmen. Die Charaktere und ihr Leben an Deck werden liebevoll und vielschichtig beschrieben und Barker lässt sich an keiner Stelle zu sehr hetzen. Das Schiff, die Crew, die Welt und natürlich auch die Geschichte. Alles wird wundervoll und in Ruhe beschrieben während gleichzeitig ein Abenteuer Fahrt aufnimmt das ich nicht verpasst haben will. Verdammt oder nicht, ich würde anheuern!
Ich liiiiebe Bücher mit Schiff-Setting also war das eigentlich ein Must-Read für mich. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Am Anfang wusste ich noch nicht so recht, wo es hin soll und brauchte eine Weile zum Reinkommen, aber dann hat es mich gepackt. Ich mochte die Figuren und die Dynamiken zwischen ihnen und wie ich als Leserin zusammen mit der Crew immer mehr verstanden habe, wie es auf der Gezeitenkind abzulaufen hat. Manche Figuren sind mir leider etwas zu blass geblieben, aber immerhin war das der Auftaktband einer Trilogie, da kann also noch was kommen. Das Ende war mir auch ein wenig zu überhastet, allerdings habe ich selber immer Schwierigkeiten, ein Ende zu schreiben, das auch noch ins Seitenlimit passt ... :D

"Die Knochenschiffe" wäre beinahe auf dem Stapel meiner abgebrochenen Bücher gelandet. Irgendwo habe ich sogar Textstellen am Anfang markiert, bei denen ich mich besonders gesträubt habe. Das liegt vor allem am Stil, der unglaublich sperrig, voller überflüssiger Wiederholungen und Verschachtelungen ist. Das gepaart mit einem sehr einzigartigen Weltenbau und neuen phantastischen Begriffen (die Bern, die Dreizehnbern etc) macht den Einstieg sehr schwer. Ich hatte lange Zeit mehr Lust, mit dem Rotstift rumzustreichen, um einen lesbaren Text draus zu machen, als der Handlung zu folgen. Kurz bevor ich abgebrochen habe, hat es mich dann aber doch gepackt. Das ist vor allem dem Weltenbau zu verdanken. Wie der Titel schon verrät, geht es sehr nautisch zu. Joron Twiner, zu Anfang absolut unsympathischer Säufer und Kapitän ("Schiffsfrau") eines totgeweihten Schiffes, läutert sich nach und nach, während er unter der Glücklichen Meas neue Ziele und neuen Sinn im Leben findet. Vor allem wenn er hier und da erste zaghafte Freundschaften knüpft, macht das Lesen plötzlich viel mehr Spaß. Dennoch blieben die Figuren ziemlich distanziert zum Leser. Ich habe kein Problem mit moralisch grauen Figuren, bei denen einige dennoch meine Lieblinge werden. Joron und Meas bleiben aber immer ein bisschen entrückt, als wäre man nur ein weiteres Crewmitglied, das mit ihnen auf die Reise genommen wird, aber Schiffsfrau und Offizieren nicht zu nahe kommen darf. Da ich zu großen Teilen aber eine Weltenbauleserin bin, konnte mich "Knochenschiffe" irgendwann von sich einnehmen und ich möchte noch die weiteren Bände der Reihe lesen. Was Barker da geschaffen hat, ist wirklich einzigartig, wenn auch schwer zugänglich. Die Welt ist ziemlich karg und hart, die matriachalische Gesellschaft ebenso. Es gibt phantastische Geschöpfe, Magie, aber vor allem Inselbewohner, die viel mit Seefahrt und Schiffen zu tun haben. Vom Setting hat es mich eher etwas nordisch erinnert, wenn auch keine direkten Anlehnungen an sonst bekannte nordische Mythologie. Da kann ich mich nur wiederholen, aber bei dem Weltenbau wurde eine wirklich einzigartige Welt geschaffen, der der Klappentext mit den Plattitüden von Krieg und Drachen nicht gerecht wird. Wer so etwas mag und sich auch schon mal durch den Anfang durchbeißen kann, für den ist "Gezeitenkind" vielleicht auch etwas.
Alle Landratten an Bord
🗡️INHALT 🗡️ Schon immer bauen die Bewohner der Hundertinseln ihre Schiffe aus Drachenknochen, um gegenüber den Bewohnern der Hageren Inseln, ihren Erzfeinden, im ewigen Kampf der Völker einen Vorsprung zu erlangen. Entsprechend groß ist die Aufregung als der erste Drache seit Generationen gesichtet wird. Doch während die Mehrheit die ewige Fehde mit dieser Chance neu aufflammen lassen will, gibt es auch wenige, die dem Schlachten ein Ende bereiten will. dazu müssen sie den letzten Drachen vor seinen Feinden bewahren. Bühne frei für die "Gezeitenkind" und ihre Schiffsfrau, die "Glückliche Meas". 🗡️BEWERTUNG🗡️ Wer auf der Suche nach einem Seemannsabenteuer ist, der muss nicht weitersuchen, sondern bei "Die Knochenschiffe" zuschlagen. R.J. Baker baut vor den Augen des Lesers eine unnachgiebige und wettergegerbte Landschaft auf, die den Eindruck erweckt, als hätte sie schon immer existiert. Der Detailreichtum, den der Autor in die Gesellschaft und ihre natürliche Umgebung einfließen lässt, ist phänomenal. Die Hundertinseln haben ihre eigene soziale Ordnung mit Bürgern erster und zweiter Klasse und ihrer tiefen Verbindung zum Meer. Während sie handfeste Erfolge eigener Arbeit bevorzugen, sind sie zugleich auch ein abergläubisches und zutiefst religiöses Volk. Sie glauben an vier Gottheiten: Skearith, den Schöpfer, der auch Sonne, Mond und Sterne brachte und die Dreifaltigkeit aus Mutter, Tochter und Hexe. Insbesondere letztere ist von entscheidender Bedeutung für die Seefahrer. Die Hexe herrscht über die Tiefen und zieht die Todgeweihten zu sich herab. Die mit Fantasyelementen gemischte Umgebung bringt einige kuriose Tiere und Pflanzen mit sich. Dazu gehören z.B. die Gulllaime - Vogelwesen, die sprechen können und den Wind beherrschen - eine essenzielle Fertigkeit für die Schifffrauen und ihre Mannschaften. Apropos die Mannschaften - die Schiffe haben ihre eigene soziale Ordnung, in die man über den Verlauf des Buches immer weiter eingeführt wird. Was am Anfang noch verwirrend wirken kann, geht bald in Fleisch und Blut über und trägt sein eigenes zur Unterhaltung bei. Protagonist ist Joron Twiner, der ursprünglich Schiffsfrau der "Gezeitenkind" (eines schwarzen Schiffes auf dem zum Tode verurteilte Verbrecher dienen) war und durch die "Glückliche Meas" ersetzt wurde. Letztere ist eine legendenumwehte Frau, die in kurzer Zeit aus dem vernachlässigten Schiff eine wahre Seemacht erschafft. Allein dieser Prozess (und Jorons Aufstieg im besonderen) ist so befriedigend zu erleben und die Emotionen spielen bei dem Aufbau tiefer Verbindungen selbstverständlich eine große Rolle. Das alles beschreibt der Autor so anschaulich und bildhaft, dass man nicht anders kann, als mit zu fiebern. Jede Schlacht und jede Herausforderung ist auch eine für den Leser und man fühlt sich involviert. Nahezu jedes Mitglied der Mannschaft wächst einem ans Herz. Die individuellen Stärken und Schwächen kommen gut zur Geltung und der Leser muss zwangsweise jubeln, wenn jemand über sich hinauswächst. Die verwendete Sprache ist sehr bildhaft und stets verständlich. Mit abgekürzten Wörtern wird ein gewisser Slang der Besatzung aufgebaut, der gut zur Umgebung passt. Alles in allem einfach ein grandioses Buch, welches Lust auf mehr macht! 🗡️FAZIT 🗡️ Auch die größte Landratte muss mitmachen - ein zutiefst befriedigendes und spannendes Meisterwerk! Gesamt: 5/5

⭐⭐⭐✨/5 “Die Knochenschiffe” von R.J. Barker (übersetzt von Kerstin Fricke) ist der erste Teil der Gezeitenkind-Trilogie, einer High Fantasy auf hoher See. Die Geschichte wird aus der Perspektive des ehemaligen Fischers Joron Twiner erzählt, der unter der neuen Kapitänin Meas auf einem “Knochenschiff” in See sticht, um den letzten Drachen zu finden. Anders, als der Klappentext impliziert, geht es weniger um die Metaebene des Krieges zwischen zwei Nationen; die Geschichte ist nämlich auf Joron und sein Schiff zentriert, von dem großen Ganzen des Krieges kriegt man gar nicht so viel mit. Auch das Setting ist konzentriert auf das Schiff. Für mich hatte das Buch großartige Stärken, aber auch einige Schwächen. Fangen wir mit meinen als Negativ empfundenen Punkten an:
Für Fantasy und Seemanns Fans
Ich habe eine Fantasy Roman im Seemanns Stil gesucht und genau das gefunden! Sehr spannende Welt und gut erzählte Story. Nicht mein Buch des Jahres, aber ein Buch mit viel Potenzial und Vorfreude auf den zweiten Teil. Die Charaktere sind relativ einfach und wenig tiefgründig, aber das fand ich überhaupt nicht schlimm. Die Atmosphere und Dialoge sind das Highlight und sehr glaubhaft geschrieben, so, wie man es sich auf einem Flottenschiff vorstellt. Die erfundenen Worte (an denen sich anscheinend viele den Kopf zerbrechen) und Ränge empfand ich als sehr passend und originell. Man gewöhnt sich schnell daran.
Da es keine anderen Materialien gibt, um stabile Schiffe zu bauen, sind die Einwohner der Hundertinseln darauf angewiesen, die Knochen von Meeresdrachen zu nutzen. Seit Jahrhunderten wurde jedoch keines dieser Wesen gesehen und der immer noch andauernde Krieg hat die Flotte dezimiert. Als plötzlich ein Drache gesichtet wird, wittern verschiedene Seiten ihre Chance. Mittendrin ist Joron, der als Offizier auf einem Schiff voller Verbrecher dient. Ihre Mission ist gefährlich und könnte ihrer aller Tod bedeuten. Der Einstieg in dieses Buch fiel mir doch ziemlich schwer. Dies lag vor allem am Schreibstil, der zwar sehr schön aber gleichzeitig auch ungewöhnlich war. Mein Lesefluss war dadurch öfter stockend. Ich konnte mich allerdings nach etwa 50 Seiten daran gewöhnen. Ein weiterer Grund für meinen erschwerten Einstieg war, dass es sich hier um eine komplett andere Welt als die unsere handelt. Dort leben völlig andere Kreaturen, von denen zu Beginn oft nur die Namen genannt wurden, wodurch nicht klar ist, um was genau es sich handelt. Auch Objekte, die es in der realen Welt gibt, wurden manchmal unter anderem Namen geführt, wodurch manchmal auch Verwirrung über die Funktion besteht. So wurden die Segel der Schiffe etwa als „Flügel“ bezeichnet und die Schiffe „fliegen“ über das Meer. Tatsächlich segeln sie aber so wie normale Schiffe auch und die Ausdrücke wurden nur so verwendet, weil die Schiffe eben aus Drachen hergestellt sind. Nach meiner anfänglichen Verwirrung habe ich die Welt aber doch schnell zu schätzen und dann sogar zu lieben gelernt. Selbst im High Fantasy Bereich habe ich bisher selten eine so gut durchdachte und realisierte Welt erlebt, wie diese. Alle Aspekte, von der Ökologie, bis zu den gesellschaftlichen Normen und religiösen Praktiken fließen hier zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Besonders spannend fand ich, dass das Gesellschaftssystem eher ein Matriarchat ist, in welchem die Menge an überlebten Geburten die eigene Stellung und die der Kinder hebt. Dieser Aspekt findet sich in vielen kulturellen Normen und sogar Seemannsliedern wieder. Die Geschichte hat mir sehr gefallen, auch wenn das Buch eher in die größere Geschichte rundherum einführte. Von dem im Klappentext erwähnten Krieg hört man eigentlich nur am Rande etwas und auch das politische System der Hundertinseln wurde nur kurz angeschnitten. Das Buch ist stärker auf Joron, seine Kapitänin Meas und die Crew fokussiert. Etwas gestört hat mich hierbei allerdings, dass zwischenzeitlich eher gesagt wird, dass die Bande sich zwischen diesen Gruppen gefestigt haben, als dass es gezeigt wird. Gerade weil der Fokus eher darauf lag, hätte ich mir hier mehr gewünscht. Leider war mir das Ende des Buches etwas zu gehetzt. Auch wenn dieses Lust auf den nächsten Band gemacht hat, indem es viele neue Fragen aufgeworfen hat, ging hier doch vor allem eine Konfrontation, welche seit Beginn des Buches feststand, viel zu schnell. Besonders gespart wurde hier am emotionalen Aspekt, der gerade bei einem Charakter aber zumindest in irgendeiner Form hätte vorhanden sein müssen. Das fand ich leider ein wenig enttäuschend. Fazit: Auch wenn die Ausführung etwas holpert, hat mich dieser Roman doch begeistern können. Das Worldbuilding ist unvergleichlich und ich habe mich in diese Welt so sehr verliebt, dass ich unbedingt weiterlesen will.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
RJ BARKER ist der preisgekrönte Autor zahlreicher Fantasy-Romane. Für Die Knochenschiffe erhielt er 2020 den Robert-Holdstock-Award der British Fantasy Society für den besten Roman. RJ lebt in Leeds, zusammen mit seiner Frau, seinem Sohn und einer Sammlung fragwürdiger Präparate, seltsamer Kunst, gruseliger Musik und mehr Büchern, als er unterbringen kann. Nach einem kurzen, aber fruchtlosen Exkurs in die Rockmusik, kehrte RJ zu seiner wahren Liebe zurück: der Belletristik.
Posts
»Auf eure Positionen. Holt die Topflügel ein und haltet eure Augen offen, denn ein Meeresdrache wartet auf uns, und einen Meeresdrachen werden wir auch finden.« Joron Twiner ist dem Tode geweiht, so wie alle in der Mannschaft des schwarzen Knochenschiffes Gezeitenkind. Während er alles daransetzt sich zu Tode zu trinken und die anderen Mitglieder seiner Mannschaft zu ignorieren, taucht plötzlich die berühmte und berüchtigte Schiffsfrau Meas Gilbryn auf, um kurzerhand das Kommando über die Gezeitenkind zu übernehmen. Denn was Niemand ahnt, in den Gewässern des Zertrümmerten Archipels ist ein Keyshan aufgetaucht, ein Meeresdrache und eine Spezies die als ausgestorben galt, da sie aufgrund ihrer Knochen, die für den Bau der Knochenschiffe benötigt werden, unerbittlich gejagt wurden. Zusammen mit ihrer neuen Mannschaft aus Mördern, Dieben und Verrätern, soll die Glückliche Meas den Keyshan beschützen und damit vielleicht sogar einen jahrhundertealten Krieg beenden... Endlich habe ich es gewagt die Segel zu setzten und volle Fahrt vorraus in die Geschichte der Knochenschiffe und die Welt des Zertrümmerten Archipels abzutauchen und, was soll ich sagen, es war wirklich grandios! Die Geschichte, die Atmosphäre und die Charaktere - ein Fest und ein tolles und fesselndes Leseerlebnis. Doch zunächst muss ich sagen, dass ich am Anfang ein bisschen zu kämpfen hatten. Denn man wird zu Beginn buchstäblich ins kalte Wasser geworfen und muss sich in dieser urzeitlichen und tropischen Welt ersteinmal zurechtzufinden. Es gibt viele Begriffe mit denen man zunächst nichts anfangen kann und das hat meinen Lesefluss am Anfang immer mal wieder gestört. Aber hat man sich erstmal ein bisschen eingewöhnt, kann man bald gar nicht mehr aufhören zu lesen. Denn diese ganz besondere Welt bietet viel Neues und Außergewöhnliches, wie zum Beispiel die Gullaime (ein vogelartiges, magiebegabtes Volk), und auch die riesigen Keyshan. Die Protagonisten Joron und Meas fand ich toll geschrieben und sehr gelungen, auch wenn ich gern noch viel mehr an Hintergrundinformationen über die beiden bekommen hätte und manches noch ein wenig im Dunkeln bleibt. Generell waren es aber nicht nur die Protagonisten, sondern eigentlich die ganze Crew, die stetig zusammenwächst und, verbunden durch ein gemeinsames Ziel, über sich hinaus wächst und damit für eine tolle Atmosphäre sorgt. Auch das Ende hat mir gut gefallen, ich hatte gehofft, dass passieren würde, was passiert und hatte daher ein breites Grinsen im Gesicht und auch die Seeschlacht davor fand ich spannend und sehr intensiv geschrieben. Alles in allem eine absolute Leseempfehlung von meiner Seite und zwar für alle die außergewöhnliche Welten, Abenteuer und die Weite des Meeres nicht schrecken! »Ich werde der Hexe meine Liebe nicht versagen, voller Stolz wollen wir zu ihr streben. Ich werde der Hexe meine Liebe nicht versagen, denn für die Pflicht gab ich mein Leben.«
Eine außergewöhnliche Welt, Meeresdrachen, Windmagie, Knochenschiffe - was braucht ein Fantasyherz mehr?
"Zweihundert Schiffe unter vollem Segel, An Bord harrten fünftausend Mann. Mit dem Speer in der Hand, zu allem bereit, Und Cassia führte die Flotte an. ..." Einen wirklich großartigen Auftakt der Gezeitenkind-Trilogie durfte ich mit RJ Barkers "Die Knochenschiffe" erleben. Ins Deutsche übersetzt von Kerstin Fricke. Wir befinden uns auf den Hundertinseln, einer tropisch anmutenden Welt, die etwas urzeitliches an sich hat. Schon seit vielen Generationen bauten die Bewohner der Inseln ihre strahlend weißen, eindrucksvollen und furchterregenden Schiffe aus den Knochen der alten Meeresdrachen. Doch die Drachen sind längst verschwunden und allmählich werden auch die Schiffe weniger - denn auch Knochen werden über die Jahre spröde und müssen ersetzt werden. Zudem führen die Kriege zwischen den Nationen zusätzlich zur Dezimierung der Schiffe. Doch dann bekommt Meas Gilbryn einen ganz speziellen Aufrag: Ein Drache soll gesichtet worden sein und es obliegt ihr und ihrer neuen Mannschaft, allen voran Joron, diesen Drachen ohne viel Aufhebens in den Norden zu begleiten und ihn dort zu töten ... Das war wirklich ein grandioser Auftakt, der mir richtig gut gefallen hat! Barker hat hier eine ganz besondere Welt erschaffen. Eine tropische Welt aus vielen Inseln, die mit ganz besonderen Pflanzen und Tieren aufwartet. Eine Welt, die ganz besondere Magie und wundersame Wesen bereithält. Eine besondere Rolle spielen zum Beispiel die Windflüsterer, die Gullaime, ein flugfähiges, magiebegabtes Volk, das vogelartig aussieht und die Winde beeinflussen kann. Was ihn unverzichtbar für ein Knochenschiff macht. Doch auch sonst gibt es ganz besondere Tiere, die sehr urzeitlich anmuten und glaubt mir: Bei den Hundertinseln geht ihr nicht gern im Meer baden. Es ist auch eine Welt, die von besonderen Frauen, den sogenannten Bern, beherrscht wird, in der Männer und Frauen aber sonst gleichberechtigt zu sein scheinen. Neben den schneeweißen Knochenschiffen der Flotte, gibt es noch die schwarzen Knochenschiffe. Diese werden auch Schiffe der Toten genannt. Wer auf den Hundertinseln ein Verbrechen begeht, wird mit Pech auf eines dieser Schiffe verbannt und gilt fortan als Toter. Auch die Charaktere haben mir gut gefallen. Im Zentrum der Geschichte steht Joron, der auf einem der schwarzen Knochenschiffe, der "Gezeitenkind" die Schiffsfrau ist (die Schiffsfrau ist der Kapitän des Schiffes und wird unabhängig vom Geschlecht immer Schiffsfrau genannt). Joron ist ein antriebsloser Trinker, der genau weiß, dass die Toten sowieso nicht auf ihn hören und überlässt sie mehr oder weniger sich selbst. Als Meas auftaucht und seinen Hut fordert, ist klar, dass dieser Trunkenbold den Hut an sie verlieren wird. Die Entwicklung der Charaktere, auch die Beziehung untereinander, hat mir wirklich gut gefallen. Es geht um Kamaradschaft und Loyalität, aber auch darum sich durchzusetzen und an seiner Menschlichkeit festzuhalten - auch, oder erst recht, wenn man zu den Toten gehört. Von mir ist das auf jeden Fall eine Leseempfehlung für all jene, die gern in besondere Welten abtauchen, sich von der Magie gefangen nehmen lassen und ein gewisses Maß an Seetüchtigkeit mitbringen. Denn bei den Seeschlachten solltet ihr eure Übelkeit überwunden haben, sonst seid ihr nur unnützer Ballast. Also "Aye, ihr Toten!"

Knochenschiffe von R.J. Barker ist ein fesselnder Fantasy-Roman, der Fans von Seekriegsführung und einzigartigen Welten begeistern wird. Barker erschafft eine dunkle, brutale Welt, in der Schiffe aus Drachenknochen gebaut werden und die Besatzungen um ihr Überleben kämpfen. Die Geschichte konzentriert sich auf Joron Twiner, einen gefallenen Kapitän, der sich in der chaotischen Crew der Tide Child wiederfindet. Die Charaktere sind komplex und glaubwürdig, besonders der langsame Aufbau der Beziehung zwischen Joron und der neuen Kapitänin Lucky Meas. Barker nimmt sich Zeit, die Dynamik der Mannschaft und ihre individuellen Macken zu entwickeln, was die Leser tief in die Geschichte zieht. Obwohl die anfängliche Weltbeschreibung etwas Zeit braucht, um sich zu entfalten, wird man mit einer packenden Erzählung und einem erfrischend originellen Fantasy-Setting belohnt. Ein Muss für alle, die epische Seefahrtabenteuer mit einem Hauch von dunkler Fantasie lieben!
Schiffe, Schlachten, Wind und Meer....
Ein großartiges Buch und ganz anders als alles andere, was ich bisher gelesen habe. Viel spielt sich auf offener See ab und man bekommt einen Eindruck davon, wie viel Arbeit das Steuern eines großen Segelschiffs früher war... 🙂 RJ Barker hat einen nicht zu geringen Sinn für Humor und ich musste einige Male laut auflachen, weil er dermaßen trocken daherkommt 😁. "Die Knochenschiffe" liest sich flüssig und hat eine durchgehend hohe Spannungsquote, was sich bis zum offenen Finale durchzieht. Ich bin sehr gespannt auf die beiden weiteren Teile!! 👍👍

4,5 von 5 Sternen. Die Knochenschiffe von RJ. Barker sind das erste Buch in der Gezeitenkindtrilogie. Diese Maritime Fantasygeschichte ist mal etwas ganz anderes. Alles spielt in einer Archipelwelt und die meiste Zeit befinden wir uns an Board der sogenannten Knochenschiffe, die man von jeher aus Drachengebein gefertigt hat. Aber da die Meeresdrachen lange ausgestorben sind, führen zwei Nationen einen grausamen Krieg um das Gebein. Diese Welt ist anders. Das merken wir anhand vieler alternativer Begriffe. Flora und Fauna sind speziell als auch die Kultur der Menschen. In dieser Welt wird die Mutter verehrt, aber nur, wenn sie gesunde Kinder gebärt. Es wird uns also eine matriarchale Auslesewelt präsentiert. Und hier verfolgen wir die Reise eines schwarzen Knochenschiffes und erleben die Entwicklung einer ganz besonderen Mannschaft. Besonders gelungen waren für mich die mystischen Elemente. So erfahren wir, dass es eben doch noch einen Meeresdrachen gibt. Und welche Verbindung hat der Windmagier, eine Art Vogelwesen, welcher auf unserem Knochenschiffe anboard ist, zu dieser gigantischen Meereskreatur? All das erfahrt ihr, wenn ihr die Hundertinseln bereist. Ich habe es letzte Woche getan und ich möchte dringend weitersegeln.

Idee und Worldbuilding gelungen, Umsetzung eher mangelhaft.
Den ersten Band der Gezeitenkind-Triologie habe ich auf der Leipziger Buchmesse 2024 gekauft, weil mich das Setting und die Idee sehr angesprochen haben. Leider hat mir die Umsetzung der Idee weniger gefallen. Die Geschichte spielt in einer matriachalischen Welt, wo Männer eine untergeordnete Rolle spielen und sich ihren Rang und Titel schwer erarbeiten müssen, während Frauen hohe Ämter in der Seefahrt, Politik und im Militär bekleiden. Erzählt wird aus der Perspektive eines Mannes, der sich seinen Platz in der Welt erarbeiten muss. Die Idee mit den Drachenknochen aus denen Schiffe gebaut werden ist neuartig und wird von RJ Barker detailliert beschrieben, unter anderem welche Knochen welche Funktion für das Schiff haben. Der Leser merkt, dass sich der Autor hierüber viele Gedanken gemacht hat und die Beschreibungen haben mir gut gefallen. Was jedoch weniger gut gelungen ist, ist die Charakterzeichnung. Die Figuren wirken blass und eindimensional. Außerdem haben manche Figuren keine weiteren Charaktereigenschaften als dass sie non binär oder homose*uell sind. Es wirkte auf mich so, als ob der Autor unbedingt zeigen wollte, wie woke und modern er ist. Dabei wird die se*uelle Orientierung aber nicht subtil im Kontext der Geschichte erwähnt, sondern mit dem Presslufthammer ins Gehirn des Lesers eingraviert. Figuren werden beispielsweise wie folgt eingeführt: "Aelerin war weder Frau noch Mann und rief bei Joron, abergläubische Furcht hervor". "Kanvey [ ... ] fürchtete Joron am meisten, denn er war ein lüsterner Kerl und er hatte schon mehr als einmal mitbekommen, wie Kanveys Blick an seinem Schenkel hinaufwanderte". Ich habe das Buch letztendlich abgebrochen, weil es meines Erachtens handwerklich einfach nicht gut umgesetzt ist. Es gibt diesen relativ einfachen Grundsatz "Show don't tell". RJ Barker hat hier aber leider mehr erzählt als gezeigt, obwohl diese Geschichte wirklich gutes Potential hätte.
Raue Geschichte mit fantastischem Weltenbau, die Zeit braucht, sich zu entwickeln
„Die Knochenschiffe“ von RJ Barker (übersetzt von Kerstin Fricke) habe ich im Rahmen einer Leserunde bei LovelyBooks gelesen. Vielen Dank an Panini Phantastik für das Rezensionsexemplar. Seit Generationen bauen die Bewohner der Hundertinseln und der Hageren Inseln, die miteinander in endlosem Krieg liegen, mächtige Schiffe aus den Knochen von legendären Meeresdrachen, den Keyshan. Diese gelten mittlerweile als ausgestorben, doch die Kämpfe um die Vorherrschaft dauern an. Die Sichtung des ersten Keyshan seit Jahrhunderten droht, den Krieg neu anzufachen – bietet aber auch die Chance, den Zwist zu beenden. Das Schwarze Schiff „Gezeitenkind“, dessen Crew aus in Ungnade Gefallenen und Verbrechern besteht, liefert sich ein Rennen mit den Schiffen der Flotte und der Hageren Inseln. Denn nur, wer den Keyshan fängt, gewinnt den Krieg und den Ruhm. Eins vorweg: Die Meinungen zu dem Buch waren in der Leserunde gespalten. Einige konnten nicht viel damit anfangen, andere fanden es richtig gut. Das Buch ist also nicht für jeden Geschmack das Richtige. Mich konnte die Geschichte zum Glück begeistern. Die Handlung beginnt eher langsam und auch mit den Charakteren muss man erst warmwerden. Sobald ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, fand ich das Buch auch sprachlich sehr gelungen. Wer nicht auf einfache Sprache und kurze Sätze besteht, wird seine Freude haben. Auch das Worldbuilding lässt kaum Wünsche offen: Barker hat sich eine sehr lebendige Welt ausgedacht. So komplex, dass man sich zuerst darin zurechtfinden muss, was den Einstieg nicht ganz leichtgemacht hat. Aber sobald man „angekommen“ ist und die Geschichte (zusammen mit der „Gezeitenkind“) Fahrt aufnimmt, entwickelt das Buch eine Sogwirkung. Hervorheben möchte ich beim Worldbuilding unbedingt die gelungene Umsetzung einer matriarchalen Gesellschaft. Diese besteht nicht nur dem Namen nach, sondern ist überall spürbar. So wird der Kapitän eines Schiffes „Schiffsfrau“ (im Original „shipwife“) genannt – unabhängig vom Geschlecht. Die Männer sind da mitgemeint. ;-) Der Mord an einer Frau gilt als das abscheulichste Verbrechen schlechthin, die Täter werden zutiefst verachtet. Die Nachkommen einer Frau, die viele gesunde Kinder bekommen hat, genießen großen Respekt – ebenso die Mutter selbst. Jedoch wird Schwäche in dieser Gesellschaft nicht toleriert. Die Regeln sind brutal, grausam und mitleidlos. Das Matriarchat in Barkers Welt ist also keineswegs eine friedliche Utopie. Wer aufgrund des Covers und des Klappentextes hofft, dass die Drachen eine große Rolle spielen, wird – zumindest bei Band 1 – enttäuscht werden. Ich vermute aber, dass die Meeresdrachen ab Band 2 präsenter sein werden. Aber auch wenn wir zum Auftakt der Trilogie nur wenig vom Keyshan zu sehen bekommen, wartet das Buch mit einer Vielzahl von Kreaturen auf, die mich begeistern konnten, allen voran der Gullaime. Dieser vogelähnliche Windbeschwörer hat sich von Anfang an in mein Leserherz geschlichen. Und auch die anderen Charaktere haben im Laufe der Geschichte sehr viel meiner Sympathie gewonnen. Joron Twiner, aus dessen Sicht das Buch geschrieben ist, macht eine glaubwürdige Entwicklung durch. Ich bin gespannt, wie die Geschichte im nächsten Band weitergehen wird.

Große Fantasiewelt, der nicht nicht folgen konnte..
Der Autor liegt viel wert auf Beschreibungen. Leider konnte ich keine Bindungen zu den Charakteren aufbauen. Das Thema und das Setting haben mich besonders interessiert, jedoch kamen beim Lesen viele Fragezeichen auf, was ich aus der Geschichte nicht verstanden hatte. Vllt ist Buch aber auch einfach nicht für Leser*innen geeignet, die neu mit High Fantasie anfangen möchten. Da war mir der Schreibstil von Brandon Sanderson lieber.
Ich liebe es!
wow, was ein großartiges Buch! Seefahrtsfantasy vom feinsten, ich bin begeistert! Besonders die Beziehung vom Joron zu den Guillaume fand ich sehr berührend. auch gefallen hat mir die Repräsentativität, die mit einer Selbstverständlichkeit daherkommt, dass sie ganz nebensächlich erscheint. Band 2, ich komme!
Eine Crew mit so viel Charakter wird mir so bald nicht wieder unterkommen! Weltenbau und Charakterentwicklung vom allerfeinsten.
Wie ein großes starkes Knochenschiff hat das Buch den Hafen gemächlich verlassen um dann in exakt dem richtigen Tempo Geschwindigkeit aufzunehmen. Die Charaktere und ihr Leben an Deck werden liebevoll und vielschichtig beschrieben und Barker lässt sich an keiner Stelle zu sehr hetzen. Das Schiff, die Crew, die Welt und natürlich auch die Geschichte. Alles wird wundervoll und in Ruhe beschrieben während gleichzeitig ein Abenteuer Fahrt aufnimmt das ich nicht verpasst haben will. Verdammt oder nicht, ich würde anheuern!
Ich liiiiebe Bücher mit Schiff-Setting also war das eigentlich ein Must-Read für mich. Und ich bin nicht enttäuscht worden. Am Anfang wusste ich noch nicht so recht, wo es hin soll und brauchte eine Weile zum Reinkommen, aber dann hat es mich gepackt. Ich mochte die Figuren und die Dynamiken zwischen ihnen und wie ich als Leserin zusammen mit der Crew immer mehr verstanden habe, wie es auf der Gezeitenkind abzulaufen hat. Manche Figuren sind mir leider etwas zu blass geblieben, aber immerhin war das der Auftaktband einer Trilogie, da kann also noch was kommen. Das Ende war mir auch ein wenig zu überhastet, allerdings habe ich selber immer Schwierigkeiten, ein Ende zu schreiben, das auch noch ins Seitenlimit passt ... :D

"Die Knochenschiffe" wäre beinahe auf dem Stapel meiner abgebrochenen Bücher gelandet. Irgendwo habe ich sogar Textstellen am Anfang markiert, bei denen ich mich besonders gesträubt habe. Das liegt vor allem am Stil, der unglaublich sperrig, voller überflüssiger Wiederholungen und Verschachtelungen ist. Das gepaart mit einem sehr einzigartigen Weltenbau und neuen phantastischen Begriffen (die Bern, die Dreizehnbern etc) macht den Einstieg sehr schwer. Ich hatte lange Zeit mehr Lust, mit dem Rotstift rumzustreichen, um einen lesbaren Text draus zu machen, als der Handlung zu folgen. Kurz bevor ich abgebrochen habe, hat es mich dann aber doch gepackt. Das ist vor allem dem Weltenbau zu verdanken. Wie der Titel schon verrät, geht es sehr nautisch zu. Joron Twiner, zu Anfang absolut unsympathischer Säufer und Kapitän ("Schiffsfrau") eines totgeweihten Schiffes, läutert sich nach und nach, während er unter der Glücklichen Meas neue Ziele und neuen Sinn im Leben findet. Vor allem wenn er hier und da erste zaghafte Freundschaften knüpft, macht das Lesen plötzlich viel mehr Spaß. Dennoch blieben die Figuren ziemlich distanziert zum Leser. Ich habe kein Problem mit moralisch grauen Figuren, bei denen einige dennoch meine Lieblinge werden. Joron und Meas bleiben aber immer ein bisschen entrückt, als wäre man nur ein weiteres Crewmitglied, das mit ihnen auf die Reise genommen wird, aber Schiffsfrau und Offizieren nicht zu nahe kommen darf. Da ich zu großen Teilen aber eine Weltenbauleserin bin, konnte mich "Knochenschiffe" irgendwann von sich einnehmen und ich möchte noch die weiteren Bände der Reihe lesen. Was Barker da geschaffen hat, ist wirklich einzigartig, wenn auch schwer zugänglich. Die Welt ist ziemlich karg und hart, die matriachalische Gesellschaft ebenso. Es gibt phantastische Geschöpfe, Magie, aber vor allem Inselbewohner, die viel mit Seefahrt und Schiffen zu tun haben. Vom Setting hat es mich eher etwas nordisch erinnert, wenn auch keine direkten Anlehnungen an sonst bekannte nordische Mythologie. Da kann ich mich nur wiederholen, aber bei dem Weltenbau wurde eine wirklich einzigartige Welt geschaffen, der der Klappentext mit den Plattitüden von Krieg und Drachen nicht gerecht wird. Wer so etwas mag und sich auch schon mal durch den Anfang durchbeißen kann, für den ist "Gezeitenkind" vielleicht auch etwas.
Alle Landratten an Bord
🗡️INHALT 🗡️ Schon immer bauen die Bewohner der Hundertinseln ihre Schiffe aus Drachenknochen, um gegenüber den Bewohnern der Hageren Inseln, ihren Erzfeinden, im ewigen Kampf der Völker einen Vorsprung zu erlangen. Entsprechend groß ist die Aufregung als der erste Drache seit Generationen gesichtet wird. Doch während die Mehrheit die ewige Fehde mit dieser Chance neu aufflammen lassen will, gibt es auch wenige, die dem Schlachten ein Ende bereiten will. dazu müssen sie den letzten Drachen vor seinen Feinden bewahren. Bühne frei für die "Gezeitenkind" und ihre Schiffsfrau, die "Glückliche Meas". 🗡️BEWERTUNG🗡️ Wer auf der Suche nach einem Seemannsabenteuer ist, der muss nicht weitersuchen, sondern bei "Die Knochenschiffe" zuschlagen. R.J. Baker baut vor den Augen des Lesers eine unnachgiebige und wettergegerbte Landschaft auf, die den Eindruck erweckt, als hätte sie schon immer existiert. Der Detailreichtum, den der Autor in die Gesellschaft und ihre natürliche Umgebung einfließen lässt, ist phänomenal. Die Hundertinseln haben ihre eigene soziale Ordnung mit Bürgern erster und zweiter Klasse und ihrer tiefen Verbindung zum Meer. Während sie handfeste Erfolge eigener Arbeit bevorzugen, sind sie zugleich auch ein abergläubisches und zutiefst religiöses Volk. Sie glauben an vier Gottheiten: Skearith, den Schöpfer, der auch Sonne, Mond und Sterne brachte und die Dreifaltigkeit aus Mutter, Tochter und Hexe. Insbesondere letztere ist von entscheidender Bedeutung für die Seefahrer. Die Hexe herrscht über die Tiefen und zieht die Todgeweihten zu sich herab. Die mit Fantasyelementen gemischte Umgebung bringt einige kuriose Tiere und Pflanzen mit sich. Dazu gehören z.B. die Gulllaime - Vogelwesen, die sprechen können und den Wind beherrschen - eine essenzielle Fertigkeit für die Schifffrauen und ihre Mannschaften. Apropos die Mannschaften - die Schiffe haben ihre eigene soziale Ordnung, in die man über den Verlauf des Buches immer weiter eingeführt wird. Was am Anfang noch verwirrend wirken kann, geht bald in Fleisch und Blut über und trägt sein eigenes zur Unterhaltung bei. Protagonist ist Joron Twiner, der ursprünglich Schiffsfrau der "Gezeitenkind" (eines schwarzen Schiffes auf dem zum Tode verurteilte Verbrecher dienen) war und durch die "Glückliche Meas" ersetzt wurde. Letztere ist eine legendenumwehte Frau, die in kurzer Zeit aus dem vernachlässigten Schiff eine wahre Seemacht erschafft. Allein dieser Prozess (und Jorons Aufstieg im besonderen) ist so befriedigend zu erleben und die Emotionen spielen bei dem Aufbau tiefer Verbindungen selbstverständlich eine große Rolle. Das alles beschreibt der Autor so anschaulich und bildhaft, dass man nicht anders kann, als mit zu fiebern. Jede Schlacht und jede Herausforderung ist auch eine für den Leser und man fühlt sich involviert. Nahezu jedes Mitglied der Mannschaft wächst einem ans Herz. Die individuellen Stärken und Schwächen kommen gut zur Geltung und der Leser muss zwangsweise jubeln, wenn jemand über sich hinauswächst. Die verwendete Sprache ist sehr bildhaft und stets verständlich. Mit abgekürzten Wörtern wird ein gewisser Slang der Besatzung aufgebaut, der gut zur Umgebung passt. Alles in allem einfach ein grandioses Buch, welches Lust auf mehr macht! 🗡️FAZIT 🗡️ Auch die größte Landratte muss mitmachen - ein zutiefst befriedigendes und spannendes Meisterwerk! Gesamt: 5/5

⭐⭐⭐✨/5 “Die Knochenschiffe” von R.J. Barker (übersetzt von Kerstin Fricke) ist der erste Teil der Gezeitenkind-Trilogie, einer High Fantasy auf hoher See. Die Geschichte wird aus der Perspektive des ehemaligen Fischers Joron Twiner erzählt, der unter der neuen Kapitänin Meas auf einem “Knochenschiff” in See sticht, um den letzten Drachen zu finden. Anders, als der Klappentext impliziert, geht es weniger um die Metaebene des Krieges zwischen zwei Nationen; die Geschichte ist nämlich auf Joron und sein Schiff zentriert, von dem großen Ganzen des Krieges kriegt man gar nicht so viel mit. Auch das Setting ist konzentriert auf das Schiff. Für mich hatte das Buch großartige Stärken, aber auch einige Schwächen. Fangen wir mit meinen als Negativ empfundenen Punkten an:
Für Fantasy und Seemanns Fans
Ich habe eine Fantasy Roman im Seemanns Stil gesucht und genau das gefunden! Sehr spannende Welt und gut erzählte Story. Nicht mein Buch des Jahres, aber ein Buch mit viel Potenzial und Vorfreude auf den zweiten Teil. Die Charaktere sind relativ einfach und wenig tiefgründig, aber das fand ich überhaupt nicht schlimm. Die Atmosphere und Dialoge sind das Highlight und sehr glaubhaft geschrieben, so, wie man es sich auf einem Flottenschiff vorstellt. Die erfundenen Worte (an denen sich anscheinend viele den Kopf zerbrechen) und Ränge empfand ich als sehr passend und originell. Man gewöhnt sich schnell daran.
Da es keine anderen Materialien gibt, um stabile Schiffe zu bauen, sind die Einwohner der Hundertinseln darauf angewiesen, die Knochen von Meeresdrachen zu nutzen. Seit Jahrhunderten wurde jedoch keines dieser Wesen gesehen und der immer noch andauernde Krieg hat die Flotte dezimiert. Als plötzlich ein Drache gesichtet wird, wittern verschiedene Seiten ihre Chance. Mittendrin ist Joron, der als Offizier auf einem Schiff voller Verbrecher dient. Ihre Mission ist gefährlich und könnte ihrer aller Tod bedeuten. Der Einstieg in dieses Buch fiel mir doch ziemlich schwer. Dies lag vor allem am Schreibstil, der zwar sehr schön aber gleichzeitig auch ungewöhnlich war. Mein Lesefluss war dadurch öfter stockend. Ich konnte mich allerdings nach etwa 50 Seiten daran gewöhnen. Ein weiterer Grund für meinen erschwerten Einstieg war, dass es sich hier um eine komplett andere Welt als die unsere handelt. Dort leben völlig andere Kreaturen, von denen zu Beginn oft nur die Namen genannt wurden, wodurch nicht klar ist, um was genau es sich handelt. Auch Objekte, die es in der realen Welt gibt, wurden manchmal unter anderem Namen geführt, wodurch manchmal auch Verwirrung über die Funktion besteht. So wurden die Segel der Schiffe etwa als „Flügel“ bezeichnet und die Schiffe „fliegen“ über das Meer. Tatsächlich segeln sie aber so wie normale Schiffe auch und die Ausdrücke wurden nur so verwendet, weil die Schiffe eben aus Drachen hergestellt sind. Nach meiner anfänglichen Verwirrung habe ich die Welt aber doch schnell zu schätzen und dann sogar zu lieben gelernt. Selbst im High Fantasy Bereich habe ich bisher selten eine so gut durchdachte und realisierte Welt erlebt, wie diese. Alle Aspekte, von der Ökologie, bis zu den gesellschaftlichen Normen und religiösen Praktiken fließen hier zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Besonders spannend fand ich, dass das Gesellschaftssystem eher ein Matriarchat ist, in welchem die Menge an überlebten Geburten die eigene Stellung und die der Kinder hebt. Dieser Aspekt findet sich in vielen kulturellen Normen und sogar Seemannsliedern wieder. Die Geschichte hat mir sehr gefallen, auch wenn das Buch eher in die größere Geschichte rundherum einführte. Von dem im Klappentext erwähnten Krieg hört man eigentlich nur am Rande etwas und auch das politische System der Hundertinseln wurde nur kurz angeschnitten. Das Buch ist stärker auf Joron, seine Kapitänin Meas und die Crew fokussiert. Etwas gestört hat mich hierbei allerdings, dass zwischenzeitlich eher gesagt wird, dass die Bande sich zwischen diesen Gruppen gefestigt haben, als dass es gezeigt wird. Gerade weil der Fokus eher darauf lag, hätte ich mir hier mehr gewünscht. Leider war mir das Ende des Buches etwas zu gehetzt. Auch wenn dieses Lust auf den nächsten Band gemacht hat, indem es viele neue Fragen aufgeworfen hat, ging hier doch vor allem eine Konfrontation, welche seit Beginn des Buches feststand, viel zu schnell. Besonders gespart wurde hier am emotionalen Aspekt, der gerade bei einem Charakter aber zumindest in irgendeiner Form hätte vorhanden sein müssen. Das fand ich leider ein wenig enttäuschend. Fazit: Auch wenn die Ausführung etwas holpert, hat mich dieser Roman doch begeistern können. Das Worldbuilding ist unvergleichlich und ich habe mich in diese Welt so sehr verliebt, dass ich unbedingt weiterlesen will.


























