Die Holländerinnen
Buy Now
By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.
Description
Book Information
Author Description
Dorothee Elmiger, geboren 1985 in der Schweiz, lebt als freie Autorin und Übersetzerin in New York. Ihre Bücher »Einladung an die Waghalsigen« (2010), »Schlafgänger« (2014) und »Aus der Zuckerfabrik« (2020) wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, für die Bühne adaptiert und vielfach ausgezeichnet.
Posts
Einmal habe er [der Theatermacher] eine Passage aus Walter Benjamins "Betrachtungen zum Werk Nicolai Lesskows" zitiert, in der es heiße, die Figur des Erzählers sei "uns etwas bereits Entferntes und weiter noch sich Entfernendes", um danach zu fragen, ob man sich in diesem Sinne nicht die Holländerinnen als Erzählerinnen denken könne, die sich fortlaufend von ihnen entfernten, die weit vor ihnen gingen, deren Spuren sich im Dickicht des Urwaldes verlören. - Zitat, Seite 48, Einschub nicht im Originaltext Ein Roman der im vergangenen Jahr 2025 gleich mit drei renommierten Preisen bedacht wurde, kann doch eigentlich nur als literarische Sensation gefeiert werden, oder? - Vom Unerzählbaren soll dieses Werk lebhaft erzählen (was für ein Widerspruch insich!); aus großer, alter Literatur große neue Literatur machen (in anderen Worten: meisterhafte Texte werden recycelt?) und "wer diesen Text betritt, fällt in den Abgrund dieser Welt und blickt mit aufgerissenen Augen in die Finsternis." Kritische Stimmen dagegen sprechen von einem unzugänglichen Text, der mit dem durchgängigen Gebrauch des Konjunktiv künstlich und distanziert wirkt und dessen Handlung nicht greifbar ist. Wie steht es in schon in der "Unendlichen Geschichte": "Wir hatten beide Recht und haben uns beide geirrt." - Aber jetzt gehen wir der Sache auf den Grund: Worin geht es in "Die Holländerinnen"? Eines vorausgeschickt: es geht im Wesentlichen nicht um das Verschwinden der Holländerinnen, also um den mysteriösen Todesfall zweier Touristinnen im Amazonasgebiet. Vielmehr betritt eine fiktive Schriftstellerin, die als "bedeutende Erzählerin" vorgestellt wird, zu Beginn des Romans eine Bühne, um über ihr Schaffen zu sprechen. Anders als ursprünglich geplant, verlässt sie jedoch die Pfade ihres Skripts und betritt, bewaffnet mit einem Stapel wirrer Notizen, ihre Erinnerungen an ein Projekt eines namenlosen Theatermachers, an dem sie beteiligt war und der sie in der nun geschilderten Zeit nach Panama und in den Urwald führte. Dort schrieb sie nicht nur ihre Eindrücke auf, sondern sammelte auch die vielen Geschichten der am Projekt beteiligten Personen auf. Und natürlich folgt das Team auch dem Pfad der an diesem Ort verunglückten Holländerinnen, denn das Projekt soll der Tragödie nachspüren und sie künstlerisch interpretieren. Es zeichnet sich folgendes Bild vor dem geistigen Auge ab: wie eine Hauswinkelspinne wirft die Autorin Dorothee Elmiger Mithilfe ihrer Erzählerin am Rednerpult ihre Fäden aus: mit der mythischen Geschichte der Ziegen fängt sie Begeisterte Alter Kulturen, mit ihrer Referenz für all die Meister und Meisterinnen der Literatur und Philosophie umgarnt sie Literaturwissenschaftler und Philosophen gleichermaßen und mit feministischen Taktschlägen trommelt sie die aufmerksamen Freundinnen herbei. Dann gibt es noch ein wenig Apokalypse mit Hufgetrappel und ein paar "Zauberworte" aus dem alten Testament "du wirst den Schrecken der Nacht nicht fürchten" (Seite 140, Zitat aus Psalm 91) und natürlich die Hommage an die Filmkunst (Stichwort Werner Herzog). Na, wer klebt jetzt noch nicht an den Seiten fest wie an Spinnenseide und zappelt vor Begeisterung, vor Verwirrung, vor Langeweile oder auch aus Verzweiflung mit den noch freien Gliedmaßen? - Und fragt sich vielleicht: Wozu das ganze Spektakel? Ein wenig zu denken, gibt da bereits das vorangestellte Zitat von Werner Herzog aus "Eroberung des Nutzlosen". Geht es hier in Wirklichkeit um Belanglosigkeiten? Viel Lärm um nichts? Kunst oder Künstliches? Komplexität oder Konstruktion? Tiefsinniges oder bodenlose Frechheit? Abenteuer oder Absturz? Endliches oder Ewiges? - Aber wir wollen nicht abschweifen (auch wenn es die Erzählerin hier sehr gerne tut). Wie der Roman einzuschätzen ist, muss wohl jeder am Ende selbst entscheiden. FAZIT Vielleicht war dies das Merkmal der Postmoderne, dass man Gefühle nur benannte, aber nicht selbst empfand. So oder so ähnlich kann man den Satz in "Caledonian Road" von Andrew O'Hagan lesen und an diese Worte musste ich bei der Lektüre von "Die Holländerinnen" denken. Sollte dies der Maßstab zur Bewertung sein, kann man das Buch vielleicht als den perfekten Roman bezeichnen. Aber für mich reicht es nicht - ich will mehr! Mehr Substanz in der Handlung - statt Begrifflichkeiten will ich gelebte Emotionen sehen. Das Abstrakte muss sich zum Lebendigen wandeln und Gedanken wollen auf Reisen gehen. Aber dieser Roman bietet mir nichts Neues an und bleibt am Ende seltsam banal. Keine Inspiration für mich - leider keine persönliche Empfehlung!
Verloren im Urwald der Sprache
Selten hat mir ein Buch so wenig gefallen. Der Plot ist spannend, und der konsequente Konjunktiv ist schon interessant, denn man hört das Geschehen eher, als dass man es erlebt. Die Handlung ist jedoch zu diffus, vieles wirkt wie eine intellektuelle Spielwiese aus Anspielungen, Skurrilen und Meta-Reflexion statt wie eine Geschichte, die mich packt. Es verliert sich in ständigen, völlig bizarren Kurzgeschichten, die im Zusammenspiel mit der Schreibweise für mich fast unlesbar wurden. Für mich lese es sich wie ein Roman, der unbedingt einen Preis gewinnen wolle, nicht aber mein Herz.

Atmosphärischer und außergewöhnlicher Schreibstil
Die Protagonistin reist mit einer Gruppe von kreativschaffenden Menschen in den Dschungel von Panama. Angeleitet von einem Theatermacher soll das Verschwinden der zwei Holländerinnen im April 2014 rekonstruiert werden. Die Erzählerin berichtet von ihren Erlebnissen einem Auditorium einige Zeit nach der Reise. Sie hatte die Aufgabe als Protokollantin die Geschehnisse möglichst präzise darzustellen. Dazu gehören auch die Geschichten der anderen Teilnehmenden, die ihr während der Zeit im Lodge oder auf der Wanderung erzählt werden. Diese sind zum Teil skurril und ohne Zusammenhang zur eigentlichen Geschichte. Aufgrund des besonderen Schreibstils, der ohne jede wörtliche Rede in der dritten Person auskommt, und durch die plastischen Beschreibungen der Nacht sowie der letzten Stationen der verschwundenen Mädchen, wird eine unheimliche Atmosphäre geschaffen. Ich habe noch nie etwas vergleichbares gelesen. Wer Lust auf ein Experiment hat, dem sei dieses Buch empfohlen.
3,75⭐️ Man braucht definitiv einen Re-Read
✨Roman des Jahres 2025✨ Zitat: „Er wolle das Theater als die Totenbeschwörung verstehen, die es immer schon gewesen sei. Gehe man ins Theater, trete man ein in ein Gespräch mit den Toten.“ Davon handelt der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2025: Eine namenlose Schriftstellerin wird eingeladen im Dschungel einen verstörenden Fall in einer Art Theater zu rekonstruieren. Sie stimmt zu… Das Buch behandelt im Kern den Todesfall von Kris Kremers und Lisanne Froon, die am 1. April in 2014 auf dem El Pianista Wanderweg in Panama verschwanden und später auf mysteriöse Weise tot und nur noch stückweise (klingt so furchtbar) aufgefunden wurden. Der Fall gilt inoffiziell als nicht abschließend aufgeklärt, während Panama ihn als Unfall zu den Akten gelegt hat. Ich persönlich finde es sehr gut, dass die Autorin das Schicksal der jungen Frauen aufgegriffen und ihnen so weitere Aufmerksamkeit hat zukommen lassen. Gleichzeitig mag ich es nicht so gern, wenn solch ernste und echte Fälle mit zu viel künstlerischer / literarischer Freiheit umgesetzt werden. Denn es war das Leben von jemandem, die Familien sind noch da, es ist ein schreckliches Trauma und dann kommt man und nimmt sich das her und nutzt es auch ein Stück zum eigenen Vorteil, denn wie gesagt, die Geschichte geht nur im Kern um die Frauen. Das Buch leistet keine Aufklärungsarbeit oder Ähnliches. Aber der Fall ist nun mal das, was meiner Meinung nach die Aufmerksamkeit generiert und sicherlich auch zum Gewinn beigetragen hat. Im Gegensatz dazu hat Kaleb Erdmann „Die Ausweichschule“ autofiktional geschrieben, es war seine Geschichte, sorry, ich muss hier nochmal erwähnen, dass er hätte gewinnen sollen. Das Buch hat mir schon gefallen, ich werde es sicherlich mehrmals lesen - der Schreibstil ist extrem dicht, so dass ich davon ausgehe, dass ich bei Weitem noch nicht alle Nuancen erfassen konnte. Die Handlung wird extrem sprunghaft präsentiert und es fällt einem schon eher schwer, am Ball zu bleiben. Das heißt aber nicht, dass das Buch schlecht ist. Es ist nur meine persönliche Erfahrung damit. Den Fall kannte ich vorher schon recht gut, vom Klappentext her versteht man kaum, worum es geht. Ich selbst habe beim Lesen irgendwann gedacht, warte mal, das kommt mir so bekannt vor und erst dann hat eine kurze Recherche ergeben, dass hier tatsächlich die Geschichte aus 2014 literarisch verarbeitet wurde (als Kernmotiv / Aufhänger). Insgesamt war das Buch atmosphärisch und hat mich schon in seinen Bann gezogen. Ich bin gespannt wie ich mich nach einem re-read fühlen werde. Macht Euch unbedingt ein eigenes Bild! 3,75/5⭐️⭐️⭐️⭐️

Keinen Zugang gefunden
Ich wollte dieses Buch aufgrund des Deutschen Buchpreises lesen, aber nicht zum ersten Mal merke ich, dass das Gewinnerbuch nichts für mich ist. Vielleicht fehlt mir das Intellekt, vielleicht ist es Geschmackssache, vielleicht gewinnen oft ungewöhnliche Bücher.... Ich weiß nicht. Ich kam nicht in die Geschichte rein. Viele Wörter, die zusammen irgendwie unverständliche lange Sätze erheben, auf Distanz halten, klug klingen und mich dumm fühlen lassen. Will das Literatur? Ist der Deutsche Buchpreis für eine vermeintliche hoch intellektuelle Minderheit gedacht? Bis Seite 20 bin ich gekommen und mehr Zeit und Energie bin ich nicht bereit zu investieren.
Manchmal gewinnt ein Buch den wichtigsten Preis des Landes, und das Lesepublikum steht davor und fragt sich: "Ist das Kunst oder kann das weg?"
Also den Punkt einen Stern gibt es meinerseits, weil ich die Schreibart sehr kreativ finde und den anderen für das Cover. Es entsteht der Eindruck, dass der Preis vergeben wurde, weil es kompliziert ist und schwer durchschaubar, was eigentlich der Sinn der Erzählung sein soll und dies allein schon ein Qualitätsmerkmal darstellt, welchen es zu krönen gilt, statt einer Geschichte mit offensichtlichem Charakter und Nachvollziehbarkeit. Ich glaube, ich habe den Großteil des Buches überhaupt nicht verstanden, dazu fehlt mir der Intellekt. Aber ich hatte den Eindruck, dass hier viel mit Metaphern gespielt wird und ich fand es erschreckend, dass mit dem traurigen Schicksal der jungen Damen Geld gemacht werden soll im Sinne des Theaters. Der Theaterfuzi meinte irgendwas von "eigentlich aind wir auch nicht hier wegen dem Schicksal der Mädchen, sindern ..." (Den Teil kann ich nicht mehr wiedergeben). Da viele Tragödien zu Filmen gemacht werden, stellt sich schon zu recht die Frage, ob dies so "korrekt" ist, sich am Leid anderer zu bereichern. Zudem ging es kaum um die Holländerinnen selbst, was vermutlich Absicht war, mich aber sehr enttäuscht hat. Ich fand den Buchtitel eh schon nicht so spannend bzw den Klappentext, aber dachte daran, dass es einen Buchpreis gewonnen hat, dann muss ja was dran sein.. aber nicht für mich Mich hat es leider gar nicht abgeholt.
Kein Zugang
Irgendwie bin ich doch etwas enttäuscht. Das Buch klang vom Klappentext für mehr sehr interessant und ich hatte mir dann vorgenommen es für 2026 zu lese . Aber leider habe ich absolut keine Zugang zur Geschichte gefunden. Hat hab mich ständig gefragt fängt das Buch jetzt eigentlich schon richtig an oder ist das einfach nur eine Erklärung für das Buch. Nach 25 Seiten habe ich es dann leider immer noch nicht schaffen können mich ins das Buch zu finden. Das fand ich ausgesprochen schade und daher wundert es mich auch so das es literarisch so hoch gelobt wurde. Vielleicht habe ich für dieses Buch nicht den angemessenen intellekt.
Dschungel des Grauens
Ein sehr intellektuelles Buch, voller Referenzen an Film, Literatur und Kunst, an die Filme Werner Herzogs, an „Aguirre“ und „Fitzcarraldo“. Die Erzählung und „die Holländerinnen“ bleiben im nassen und wuchernden Grün des Dschungels verborgen. Nur Fragmente sind sichtbar. Mir hat das Buch gefallen, es ist wie ein literarisches Mosaik und es hat mich in positiver Weise als Leserin herausgefordert.
. Wenn du Lust hast auf ein Buch wie einen Arthouse-Film… still, eigenwillig und von eigentümlicher Sogkraft… dann könnte diese Geschichte für dich sein! Hast du Lust auf einen Roman voller Nebenwege, die sich als Hauptstraßen entpuppen. Voller Geschichten in Geschichten, die einander spiegeln, durchdringen und verwandeln. „Die Holländerinnen“ ist kein Buch für nebenbei. Es ist keine leichte Unterhaltungslektüre, sondern ein literarischer Raum, der Aufmerksamkeit fordert! 3/5 ⭐️ . Aber was erwartet dich genau… Eine namenlose Schriftstellerin erhält einen überraschenden Anruf eines gefeierten Theatermachers, der sie für ein tropisches Theaterprojekt gewinnen will. Kurz darauf schließt sie sich der Gruppe auf einer Expedition in den Urwald an, wo ein realer Fall rekonstruiert werden soll. . „Die Holländerinnen“ ist ohne Zweifel ein kühner, mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichneter Roman, ein Werk, das seinen literarischen Anspruch nicht nur behauptet, sondern mit bemerkenswerter Konsequenz einlöst. Elmiger entfaltet ein dicht gewobenes Geflecht aus Motiven, Perspektiven und gedanklichen Verästelungen, das intellektuell herausfordert und in seiner Konstruktion bestechend präzise wirkt. Gerade diese formale Strenge jedoch macht die Lektüre oder in meinem Fall das Hören, zu einer fordernden Erfahrung. Die verschachtelte Erzählung, eine Sie-Erzählerin innerhalb einer weiteren Sie-Erzählerin, eine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte, erzeugt eine kunstvolle, aber auch irritierende Tiefenstaffelung. Der wenig lineare Aufbau verlangt ungeteilte Aufmerksamkeit, Geduld und die Bereitschaft, sich immer wieder neu zu orientieren. Dieser Roman will nicht nur gelesen, sondern aktiv durchdrungen werden. Seine Themen sind vielschichtig und reflektiert, doch sie gönnen kaum Atempausen. Als Hörbuch intensivierte sich dieses Empfinden noch! Immer wieder beschlich mich das Gefühl, einen entscheidenden Faden verloren zu haben, sodass ich am liebsten zurückgesprungen wäre, um die Zusammenhänge neu zu knüpfen. Es war, als bewegte ich mich auf einer Feier rastlos von Gespräch zu Gespräch, angeregt, aber nie ganz angekommen. Ein entspanntes Eintauchen in die Erzählung wollte sich so kaum einstellen. Und doch gab es Momente der Nähe, Augenblicke, in denen ich mich plötzlich im Boot mit der Protagonistin wiederfand, als hätte mich der Text unmerklich in seine Strömung gezogen. Diese Passagen zeugen von einer poetischen Kraft, die das Werk zweifellos besitzt. Ich erkenne die literarische Kunstfertigkeit und den intellektuellen Ehrgeiz dieses Romans sehr an, jedoch fragte ich mich oftmals mitunter… Was ist noch einmal der Kern dieser Geschichte? Befinde ich mich noch im selben Buch? Als Kunstwerk ist „Die Holländerinnen“ beeindruckend und seiner Auszeichnung mehr als würdig. Für mich persönlich jedoch ist es kein literarisches Meisterwerk, das sich mühelos erschließt oder das jede Leserin und jeder Leser gleichermaßen genießen kann. Sondern eher ein anspruchsvolles, herausforderndes Werk, das Bewunderung weckt, ohne zwingend Nähe zu erzeugen.

Wenig Substanz und 2 Sterne für die Atmosphäre von Blair Witched Project. Nicht viel dran als meine Aufregung über elitäres Geschreibsel und Geschichten, die am Wegesrand liegen, hier aufgegabelt und eingeflochten in die Erzählung von einer Spurensuche im Dschungel. Ein bisschen dies, ein bisschen das und dann Passagen für die ein abgeschlossenes Literatur- oder Philosophiestudium von Vorteil ist. Ein kruder Mix im Konjunktiv, der dadurch klingt wie das Protokoll einer Gerichtsverhandlung. Auch wenn es Dorothee Elmiger gelingt fantastische Bilder heraufzubeschwören, reicht das noch lange nicht, um Begeisterung zu entfachen, jedenfalls bei mir nicht.
Sehr verwirrend! 🤨
Von diesem Buch hab ich mir ehrlich gesagt mehr erhofft, da es 2025 den deutschen Buchpreis erhalten hatt und sich der Klappentext sehr interessant angehört hat. Den Schreibstil fand ich sehr gewöhnungsbedürftig (Konjuktiv), es ist quasi eine Erzählung einer Erzählung. Ebenso wie der Satzbau der sehr verschachtelt und für mich teilweise sehr unverständlich war. Ich hab gedacht in diesem Buch wird die Geschichte der beiden Holländerinnen, die im Dschungel verschwanden, anhand einer Theaterguppe, die zum Ort des Geschehns reisen rekonstruiert. Den roten Faden der Handlung hab ich leider vergeblich gesucht. Es werden eher kleinere Geschichte der Mitglieder der Theatergruppe erzählt, sodass am Ende irgendwie gar nicht der Fall "Der Hollenderinnen" richtig aufgeklärt wird. Für mich persönlich war das Buch leider gar nichts. Vielleicht hab ich auch nicht Verstanden was uns die Autorin mit diesem Buch sagen will.
Ein Buch zum Preise Gewinnen, aber kein Lesevergnügen
Bis zum Schluss bin ich mit diesem Roman nicht warm geworden. Schnell entstand der Eindruck eines Textes, der von Buchmenschen für Buchmenschen geschrieben wurde - intelligent konstruiert, stilistisch ungewöhnlich, lauter literarische Bezüge, die eine Preisjury begeistern, mich persönlich allerdings nicht. Dazu war es mir dann zu gestelzt, zu wenig Atmosphäre, zu schwache Figuren. Es hatte durchaus gute Momente, aber die waren selten. Not my cup of tea.
Ein Text wie ein Dschungel - Eine Geschichtensammlung unter dem True-Crime-Deckmantel
„Jetzt komm doch mal zum Punkt!“ – wie oft habe ich die namenlose Erzählerin in Dorothee Elmigers Roman innerlich angeschrien. So frustrierend wirken die ständigen Abweichungen von der Rahmenhandlung, die dann auch noch kurz vor der Auflösung abbrechen. Diese Frustration und Provokation ist natürlich gewollt, und so bildet das Gewebe aus Erzählungen selbst die Handlung ab: Der Text ist ein Stochern im dunklen Dschungel, bei dem es keinen Ausweg gibt. Das Werk wurde nicht umsonst mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Gerade auf sprachlicher Ebene ist Die Holländerinnen herausfordernd, aber eine Bereicherung. Elmiger gelingt es, einen subtilen, zermürbenden Horror des Ungewissen in Worte zu kleiden („Sie selbst habe es in den Wochen und Monaten […] als das ›erratische, grundlose Wesen der Welt‹, als ›großen, leeren Gott‹, das ›klaftertiefe, abyssische Nichts‹ zu beschreiben versucht“). Die ungewöhnliche Entscheidung, fast die gesamte Handlung in indirekter Rede zu verfassen, ist überraschenderweise kaum ein Lesehindernis, sondern verstärkt das Gefühl der Entfremdung. Was Elmiger sprachlich erschafft, ist wirklich beeindruckend. Beim Verfolgen der Handlung selbst bin ich jedoch immer wieder im Dschungel des Werkes verloren gegangen. Ja, einige der Erzählungen sind in ihrer bedrückenden Art wirklich bemerkenswert – vor allem die Ziegenepisode und die griechische Passion bleiben in Erinnerung. Meistens aber waren die Geschichten wenig berührend, sodass ich nur darauf wartete, endlich wieder in die vordergründige Handlung zurückzukehren. Es ist ein gelungener Kniff, die Geschichte der verschollenen Kris Kremers und Lisanne Froon als Aufhänger zu wählen – sie böte schon für sich genommen genügend Erzählstoff. Gleichzeitig drängt sich mir jedoch der Verdacht auf, dass hier eine True-Crime-Geschichte eingebunden wurde, um dem breiteren Publikum mehr Anknüpfungspunkte zu bieten. Kurzum: Die Holländerinnen ist auf sprachlicher Ebene wirklich beeindruckend und eine Freude zu lesen. Der Inhalt selbst liefert jedoch zu wenig Substanz, um wirklich mit den Charakteren mitzufiebern.

Dorothee Elmingers „Die Holländerinnen“ ist ein sprachlich ambitionierter Roman, der mich gar nicht abgeholt hat. Die fragmentarische Struktur, die sich zwischen Erinnerungsfetzen, Reflexionen über Kolonialgeschichte, Kunstbetrieb und Familiengeschichte bewegt, wirkt schnell überfrachtet. Statt dem Sog, den die Jury des Deutschen Buchpreises gelobt hat, entsteht für mich oft Distanz: Wer auf emotionale Nähe, nachvollziehbare Handlung oder klar erkennbare Entwicklung hofft, wird enttäuscht. Für mich ist "Die Holländerinnen" ein kühles und wenig einladendes Leseerlebnis.
Vorweg: Ich kann verstehen, warum dieses Buch so schlecht bewertet ist. Der Schreibstil ist sicher nicht jedermanns Sache und erfordert viel Aufmerksamkeit und Konzentration. Der Plot ist gespickt von kurzen Erzählungen, die in der Tendenz verstörend sind und zum Teil nicht fertig erzählt werden. Das Ende lässt einen beabsichtigt ratlos zurück. Dennoch hat es mich sehr in seinen Bann gezogen. Ich persönlich bin mit dem Schreibstil relativ gut zurecht gekommen, musste vielleicht hier und da mal einen Satz zweimal lesen und fand es eher ein spannendes Experiment. Die Stimmung ist mysteriös bis spooky, insgesamt erinnert das Buch an einen Fiebertraum. Im Grunde die Geschichte einer Traumatisierung, gespickt mit Geschichten von Traumatisierungen. Ich habe es gerne gelesen, kann es aber definitiv nur eingeschränkt empfehlen.
Es ist eigentlich schon ne 4 von 5. Sehr außergewöhnlicher sprachlicher und inhaltlicher Zugang. Aber für soviel Lorbeeren hab ich dann doch noch ne Spur mehr erwartet. Vor allem das Ende fand ich sehr beliebig. Also klar, es ist ja hier 0 handlungsbetrieben (find ich auch geil), aber es ist schon sehr egal ob es da Ende oder 50 Seiten früher oder später. Vielleicht fand ich den Vorgänger sogar noch ein bisschen besser (aus der Zuckerfabrik). Aber es hat ja auch so sein Weg gemacht. Und bereut hab ich es wirklich nicht, es gelesen zu haben.
Ich muss sagen, dass mich das Buch enttäuscht hat. Ich will damit nicht sagen dass es ein schlechtes Buch ist, aber dass ich mir etwas ganz anderes davon erwartet hatte. Die Autorin schreibt auf eine Art, mit der ich über viele Zeiträume des Buches nichts anfangen konnte. Ich habe mich gefragt ob es nötig ist so überkandidelt zu schreiben, oder ob ich einfach nicht gebildet genug bin um diese Art zu schreiben wertzuschätzen. Aber ich wurde durchaus von den Beschreibungen der Autorin in das Buch reingezogen, auch wenn mir dies leider nur an zu wenigen Stellen so gegangen ist. Die Geschichte der Holländerinnen ist nur das Mittel zum Zweck, viele andere Geschichten zu erzählen und daran die Hybris des Menschen zu verdeutlichen. Wer sich für die Geschichte der verschollenen Mädchen interessiert und sich das Buch aus diesem Grund gekauft hat, wird sehr enttäuscht sein, da diese Geschichte zwar in Teilen wiedergegeben wird, aber nur der Rahmen für den Roman ist.
Atmosphärisch und anspruchsvoll - ein Hoch auf den Konjunktiv
„Die Holländerinnen“ besticht vordergründig durch die genutzte Sprache, denn es wird fast durchgehend Konjunktiv I genutzt. Teilweise tritt die Geschichte dafür in den Hintergrund - und wird dennoch immer weiter vorangetrieben und, das muss hervorgehoben werden, aufgefächert. Immer wieder kommt es zum Bruch innerhalb der Geschichte: Die Protagonistin hält einen Vortrag und berichtet über ihre Erlebnisse und die Menschen, die sie auf ihrer Reise getroffen hat. Diese Menschen besitzen Geschichten und teilen sie mit der namenlosen Protagonistin, die daraufhin die bestehende Erzählung unterbricht und die geteilte Geschichte (mutmaßlich) in ihrem Vortrag wiedergibt. Quasi wie eine Matrjoschka steigt eine Geschichte aus einer vorhergehenden Geschichte empor und fügt sich, ohne erkennbaren Grund oder Zusammenhang, in die Gesamterzählung ein. Zum Ende entsteht immer mehr ein Erzähltempo, das mich hat mit fiebern lassen, auch wenn ich nicht ganz beurteilen kann, worauf ich hingefiebert habe. Gerade auch das Ende hat mich teilweise verwirrt zurückgelassen. Nach der Lektüre hatte ich aber eher den Eindruck, dass das Buch eine Geschichte des Suchens erzählt. Alle suchen etwas: Gemeinschaft, Wahrheit, Liebe, den großen Durchbruch oder einfach nur den Weg durch den Urwald.
Leider hatte ich mir mehr erhofft
Die Holländerinnen ist ein literarisch anspruchsvoller Text, der sich weniger an einer klassischen Handlung orientiert als an Fragmenten, Gedanken und Beobachtungen. Dorothee Elminger verwebt historische Bezüge, literarische Verweise und essayhafte Passagen miteinander. Dabei stehen Frauenfiguren, Kunst, Schreiben und Erinnerung im Mittelpunkt. Das Buch bewegt sich zwischen Zeiten, Orten und Textformen und lädt dazu ein, Zusammenhänge selbst herzustellen, anstatt einer linearen Erzählung zu folgen. Das Buch zeichnet sich durch sehr dichte und atmosphärische Beschreibungen aus, die sprachlich überzeugen und stellenweise beeindruckend sind. Gleichzeitig erschweren die häufigen und wenig klar gekennzeichneten Zeitsprünge den Zugang zum Text. Vergangenheit, Gegenwart und gedankliche Exkurse verschwimmen stark, wodurch das Lesen anstrengend und schwer nachvollziehbar wird. Auffällig ist zudem die große Anzahl an genannten Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie literarischen Referenzen, die zwar Bildung und Tiefe vermitteln sollen, jedoch stellenweise überladen wirken. Trotz des vergleichsweise geringen Umfangs zieht sich das Buch in die Länge und vermittelt das Gefühl, deutlich länger zu sein, als es tatsächlich ist. Insgesamt bleibt der Eindruck eines sprachlich starken, aber strukturell fordernden Werkes zurück, das meine Erwartungen nicht erfüllen konnte und daher enttäuschend wirkte – trotz seiner durchaus gelungenen Beschreibungen und literarischen Ansätze.
Und dafür gabs den Buchpreis?
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten und bin super enttäuscht. Der Schreibstil hat sich angefühlt wie ein Aufsatz und gefühlt war das Buch ein einziger ellenlanger Satz. Diese Erzähl art ging gar nicht an mich. Immer dieses Sagte sie, sie sagt… auch der Inhalt ich dachte es geht mehr um die verschwundenen Holländerinnen in Panama, von wegen. Sie wurden zwar ab und an erwähnt aber war nichts ganzes. Gefühlt wurde von jedem Prota eine Story erzählt die so Irrelevant waren und auch nie zu Ende geführt wurden. Ich kann dieses Buch nicht empfehlen und bin geschockt darüber, dass dieses Buch den deutschen Buchpreis erhalten hat.
Das Buch ist nur zugänglich für jene, die in ihrer Freizeit u.a. Bachmann und Adorno lesen, da man sonst die Anspielungen und Referenzen nicht versteht. Das Verständnis ist aber Voraussetzung um nachzuvollziehen, was die Autorin erreichen wollte. Es wird sehr intensiv mit der Dialektik der Aufklärung gearbeitet, mit der Entfremdung des Menschen zur Natur und die daraus resultierende Angst vor ebendieser Natur. Für mich sind solche abstrakten Texte leider überhaupt nichts, daher habe ich es bei der Hälfte abgebrochen.
Das Buch wirkt, als wolle es zeigen, wie klug es ist – nicht, um etwas zu erzählen, sondern um sich selbst zu bestätigen. Es bleibt auf Distanz, baut keine Nähe auf und gibt mir als Leser nichts an die Hand, woran ich andocken kann.
Die Holländerinnen ist für mich ein Buch, das viel verlangt, aber wenig zurückgibt. Während des Lesens hatte ich oft das Gefühl, dass der Text mehr mit sich selbst beschäftigt ist als mit dem Leser. Statt mich mitzunehmen oder mir etwas zu erzählen, bleibt er auffallend distanziert. Ich habe keine wirkliche Verbindung aufgebaut – weder zu den Figuren noch zur Erzählweise. Es entsteht kein Sog, kein natürliches Weiterlesen-Wollen. Viele Passagen wirken sperrig und anstrengend, ohne dass sich daraus ein Gedanke oder ein emotionaler Nachhall ergibt. Was mir gefehlt hat, war Nähe. Ich lese auch schwere oder anspruchsvolle Bücher gern, wenn ich das Gefühl habe, dass sie mir etwas zeigen oder mich ernst nehmen. Hier hatte ich oft den Eindruck, dass das Buch vor allem zeigen will, wie reflektiert es ist, statt den Leser wirklich einzubinden. Am Ende habe ich weitergelesen, weil ich ungern abbreche – nicht aus Neugier. Rückblickend hätte ich früher aufhören sollen.
Brilliant geschrieben, aber nicht ohne
Also bis zu einem bestimmten Punkt kann ich die Auszeichnung mit dem deutschen Buchpreis nachvollziehen. Wie die Haupthandlung und die vielen Nebengeschichten miteinander verstrickt werden und wie auf so viel andere Literatur eingegangen wird ist brilliant. Auch die Handlung habe ich bis zu einem bestimmten grad interessant gefunden. Ich fand allerdings den Schreibstil extrem schwierig zu lesen und irgendwie hätte die Handlung etwas mehr Spannung vertragen können.
Ich wollte was Leichtes, Kurzes für Zwischendurch. Mit knapp 160 war die Seitenzahl wirklich überschaubar – im Gegensatz zum Inhalt. Ich bin relativ schnell in den Konjunktivschreibstil reingekommen, auch wenn ich immer mal überlegen musste, von welcher Person oder Perspektive gerade erzählt wird. Und es waren unzählige Hinweise/Bezüge, die ich nicht verstanden habe. Aber es hat mich dennoch in den Bann gezogen. Es sind viele kleine Geschichten umrahmt von einer großen. Jede einzelne hat ihre Abgründe und Schatten. Und nicht immer werden alle Schatten aufgelöst. Durch den Schreibstil hat sich bei mir dennoch eine emotionale Distanz zu den Figuren aufgebaut. Deswegen nur 3 Sterne.
Was hat sich die Jury dabei gedacht?
Da ich schon einige nominierte Werke für den Buchpreis gelesen und für gut und sehr gut empfunden habe, wollte ich natürlich auch den Sieger kennenlernen. Mein Favorit war ein anderes Werk. Eine Schriftstellerin wird von einem Theatermacher angerufen und gebeten, ihm bei seinem neuesten Stück behilflich zu sein. Es soll in diesem Stück um die Rekonstruktion eines Falles um zwei im Urwald verschwundene Holländerinnen gehen. Und so bricht die Erzählerin auf.... "Die Holländerinnen" von Dorothee Elmiger hat mich hier wirklich enttäuscht und konnte mich persönlich überhaupt nicht packen. Der Roman hat wenige Seiten, aber selten habe ich ein Buch so oft weggelegt, wieder weiter gelesen und erneut weggelegt. Grund dafür war eindeutig die Sprache der Autorin: Endlose Schachtelsätze und eine distanzierte Erzählweise, die ohne wörtliche Rede auskommt. Ich konnte keinerlei Beziehung zur Erzählerin aufbauen. Das passiert mir sehr selten. Mir hat auch der rote Faden irgendwie gefehlt. Ich hatte es hier mit einem (dazu noch preisgekrönten) Werk zu tun, das mich absolut nicht abgeholt hat. Für meinen Geschmack war es eine Enttäuschung und ich würde gerne wissen, was sich die Jury gedacht hat. Argumente habe ich im WWW dazu nicht gefunden. Ich kann dem Roman nur 1 Stern geben, weiter empfehlen werde ich den Roman nicht. Schade! Ich hatte mehr erhofft...Aber das ist meine persönliche Meinung, andere Lesende mögen das anders sehen...
Interessante Erfahrung... ich weiß nur nich ob gut interessant oder schlecht interessant ...
Das Lesen dieses Romans ist vergleichbar mit einer richtig effektiven deep cleaning Putzsession, bei der man alte Boxen wieder findet in der alte Konzerttickets drin liegen, irgendwelche alten Dinge, tausend Erinnerungen. Und mit jedem Gegenstand den man findet , erinnert man sich an eine alte Erinnerung. Genauso hat es sich angefühlt beim lesen, weil so viele Gedanken und Geschichten so verschachtelt sind, dass man schnell den roten Faden verliert, sich in einem ganz anderes Schicksal wieder findet! Hintergrund der Geschichte wurde super aufgegriffen und der Roman wird seiner Auszeichnung gerecht !!!

Anspruchsvoll, außergewöhnlich und anders…
Der Roman „Die Holländerinnen“ von Dorothee Elmiger (Roman des Jahres - Deutscher Buchpreis 2025) wird sicherlich nicht jedem gefallen und wird die Gemüter spalten, aber mich hat er nach einer kurzen Zeit doch in den Bann gezogen. Einen namenlose Schriftstellerin schließt sich einer Theatergruppe an auf einer gemeinsamen Expedition in den tropischen Urwald. Dort wollen Sie den selben Weg beschreiten, oder zumindest erahnen, den die zwei verschwundenen, Titel-gebenden Holländerinnen gegangen sind und so in den Abgrund der Natur und der Dunkelheit eintauchen. Ich denke, es wird vor allem der Schreibstil sein, der viele Leute abschreckt oder dieses Buch nicht beenden lassen wird. Konsequent im Konjunktiv geschrieben ist der Roman eine Erzählung in einer Erzählung und das kostet schon ein bisschen Kraft und Anpassung, um in den Sog der Geschichte einzutauchen. Es ist schon anspruchsvoll zu lesen, und mit sehr vielen literarischen und theaterrelevanten Verweisen, sehr langen und teils verschachtelten Sätzen und vielen anekdotisch Ausflüchten, ist es sicherlich nicht jedermanns Sache. Aber für mich hat gerade dieser Schreibstil, und dieses Hin und Her-springen in den Erzählungen und Anekdoten, dazu geführt, dass ich mich genauso verwirrt und schwindelig durch den Text bewegt habe, wie die Protagonistin zusammen mit der Theatergruppe durch den Urwald. Gerade das hat mich mit einem Gefühl zurückgelassen, das perfekt zu der Geschichte passt. Und das Eintauchen in diesen düsteren, morastigen, lauten, in der Nacht kreischenden und knackenden Urwald hat mich alles mitfühlen lassen. Ein mulmiges, düsteres Gefühl der Vorahnung, des Sich-Verlierens, der Verwirrung. Eine sprachliche, literarische, bedrohliche wirkende Erfahrung… mir hat es sehr gefallen!

Ich meine das Mysterium um den Konjunktiv entschlüsselt zu haben!
Die Holländerinnen ist ein Roman, der sich jeder klaren Einordnung entzieht und sich konsequent weigert, irgendwo anzukommen. Die Handlung im klassischen Sinn ist kaum greifbar. Der Text führt in den Dschungel, streift ein reales Verbrechen -das Verschwinden zweier Holländerinnen in Panama- und umkreist es, ohne je ernsthaft nach Antworten zu suchen. Statt Aufklärung geht es um Atmosphäre, um ein Gefühl von Nähe zu fremden Leben, vielleicht sogar zu ihren letzten Stunden. So zumindest meine Vermutung. Das Buch zeigt, statt zu erzählen, deutet an, statt festzulegen. Die Stimmung ist durchgehend mysteriös und bedrückend. Alles bleibt in der Schwebe, auch sprachlich: Der gesamte Roman ist im Konjunktiv verfasst. Anfangs wirkt das ungewohnt, doch bald wird klar, dass diese Schwebe kein Stilmittel nebenbei ist, sondern das eigentliche Prinzip des Buches - ja, dass hier eigentlich nichts behauptet, sondern alles nur vermutet, erinnert, weitergetragen wird! Immer wieder verzweigt sich der Text in Nebengeschichten, in Erzählungen vom Hörensagen, in kurze Blicke auf andere Leben. Diese Passagen sind oft stark, manchmal sogar fesselnd. Man ist kaum richtig in einer Szene angekommen, da entgleitet sie einem schon wieder. Ich hätte gerne länger auf dem verlassenen Bauernhof mit den Schafen verweilt, in diesen angedeuteten Biografien, in den Fragen, die sich mir auftaten. Aber das Buch verweigert diese Vertiefung konsequent. Ich glaube, genau darin liegt die zentrale Parallele zum realen Verschwinden der zwei Holländerinnen, auf das der Roman sich bezieht. Auch dort gibt es keine Antworten, keine Auflösung, keinen klaren Ausgang. Es ist die stetige Frage nach dem „was ist hier passiert?“ Du tauchst ein, verlierst dich in Vermutungen und bleibst am Ende mit einem offenen, schmerzhaften Nicht-Wissen zurück. Die Holländerinnen überträgt dieses Gefühl literarisch sehr konsequent. Ob das genügt, ist eine andere Frage. Für mich bleibt der Eindruck eines Romans, der Atmosphäre über Erkenntnis stellt, Andeutung über Entwicklung, Verzweigung über Ziel.

sie habe ein sinnloses theaterstück geschaffen, das die zuschauenden in die lager der vermeintlich verstehenden und der vermeintlich dummen teile.
okay, die motive des ungewissen, der nacht und der dunklen schlünder, der lauernden gefahr sind echt eindeutig. alles überlagert von der unangenehmen atmosphäre (auch wegen des konjunktivs), cool gemacht. ich musste allerdings ehrlicherweise die ganze zeit an die person denken, die zu anfang des buches einfach aus dem hörsaal geht. beste entscheidung.
Preisgekrönt, aber schwer zugänglich
Der Text wirkt über weite Strecken stark verworren, der rote Faden ist kaum erkennbar. Der Schreibstil ist anstrengend zu lesen und verlangt viel Konzentration, ohne dabei wirklich etwas zurückzugeben. Auch inhaltlich blieb für mich vieles unklar und fragmentarisch, sodass sich keine zusammenhängende, mitreißende Geschichte entfalten konnte. Dass das Buch 2025 gleich drei Preise gewonnen hat, überrascht mich persönlich eher – wenn, dann scheint es genau diese schwer zugängliche, bewusst unverständliche Erzählweise gewesen zu sein, die ausgezeichnet wurde. Wer hier eine klare Handlung, Tiefe durch Verständlichkeit oder eine inspirierende Story sucht, wird enttäuscht sein. Mich hat das Buch weder emotional noch gedanklich abgeholt. Positiv hervorzuheben ist lediglich die Kürze: Dadurch lässt es sich immerhin schnell lesen. Ein nachhaltiger Eindruck oder der Wunsch, länger über den Text nachzudenken, ist bei mir jedoch nicht geblieben.
»Seit dem Beginn ihrer Reise, sagt sie, habe sie damals eine Art Gefahr wahrzunehmen gemeint, ein Unbehagen, das sie in Wogen überspült habe«
Da dieses Buch nicht nur für den Bayerischen und den Schweizer Buchpreis nominiert ist, sondern auch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises steht, war ich sehr gespannt darauf, insbesondere da ich bereits einige negative Meinungen gelesen hatte, was den vielen Nominierungen zu widersprechen schien. Im Fokus steht eine namenlose Schriftstellerin, die einen Vortrag halten soll, dafür ihre bisherigen Ideen verwirft und von einem Auftrag vor drei Jahren erzählt: Ein Theatermacher hatte sie angefragt, ihn neben einigen anderen auf einer Expedition in den Dschungel zu begleiten und Autorin seines neuen Stücks zu sein, mit dem Ziel, den Geschehnissen der zwei Holländerinnen, welche die gleiche Route bestritten und plötzlich verschwanden, auf die Schliche zu kommen. Für diese Rekonstruktion des Falls als Theaterstück wurden die Teilnehmenden ganz bewusst ausgewählt, da alle ihre eigene Geschichte zu erzählen haben… Ja, dieser Roman ist anspruchsvoll und durchaus verwirrend. Manche der langen Sätze und Abschnitte muss man auch mehrmals lesen, um sie ansatzweise zu verstehen und den Faden nicht zu verlieren. Lässt man sich aber auf den Text ein, wird man schnell merken, wie dieser einen in den Bann der Geschichte und in die Abgründe unseres menschlichen Daseins zieht. Mit einer sprachlichen sowie bildlichen Wucht kommt er daher und knüpft dabei immer wieder intertextuell an Werke anderer Schriftsteller*innen an. Mich hat der Roman schon auf den ersten Seiten fasziniert, eben aufgrund seiner Komplexität und weil man als Leser*in in eine düstere, mystische Welt eintaucht und dazu angehalten wird, selbst die Umgebung nicht aus den Augen zu verlieren. Auch wenn ich schlussendlich nicht sagen kann, alles durchblickt zu haben – was wahrscheinlich auch unmöglich ist –, hat mich der besondere Roman begeistert und ist meiner Meinung nach zurecht für gleich drei Buchpreise nominiert!

"Das eigentliche Mysterium der Welt sei, mit Oscar Wilde gesprochen, das Sichtbare, nicht das Unsichtbare." (S. 104) Schon auf den ersten zehn Seiten war mir klar: Dieser Text übersteigt meinen Verstand – oder vielleicht einfach meine Geduld. Am Ende war es aber schlicht und einfach nicht mein Buch. Das macht mich nicht dümmer als jene, die es mit dem @Buchpreis ausgezeichnet haben. Aber ich muss ein für alle Mal festhalten: Die Buchpreis-Titel und ich – wir werden einfach keine Freunde. Dabei klang die Ausgangsidee vielversprechend. Zwei junge Frauen aus dem niederländischen Leiden brechen im Regenwald Mittelamerikas zu einer Wanderung auf. Bereits nach kurzer Zeit verliert sich ihre Spur und sie bleiben für immer verschwunden. Was nach Stoff für die große Kinoleinwand klingt, wird Jahre später von einem Theatermacher aufgegriffen. Er will die Ereignisse rekonstruieren und in einem Kunstprojekt verarbeiten. Er kontaktiert verschiedene Menschen, die er als Projektgruppe an den Ort des damaligen Geschehens zusammenruft. Unter ihnen eine namenlose Schriftstellerin, die als Chronistin der Expedition fungiert und die Beobachtungen verschriftlicht. Doch von einer linearen Handlung kann kaum die Rede sein. Schauplatz der Berichterstattung, von der wir im Folgenden lesen können, ist ein Auditorium. In den Aufzeichnungen geht es viel weniger um die verschollenen Frauen, als um eigene Geschichten, die die am Projekt Mitwirkenden zu erzählen haben. Mal sind es Traumsequenzen, mal tatsächlich Erlebtes; unterscheiden lässt es sich selten. Zig Erzählstränge, die eigentlich nichts mit der Kernhandlung zu tun haben, verzweigen sich wie das Geäst des Dschungels, bis der ursprüngliche Pfad unwiderruflich verloren ist. Dorothee Elmiger entwirft ein düsteres, fast gespenstisches Szenario, das permanent ein Gefühl der Beklemmung erzeugt. Das von der Erzählerin beschriebene Unbehagen kriecht auch mir von Anfang an den Rücken hinauf. Aber es ist keines, das mich packt. Es hat was von einem experimentellen Film - Lars von Trier in Romanform, könnte man sagen. Stilistisch ist das Buch ebenso radikal wie unnahbar. Fast durchgängig wird in der indirekten Rede erzählt, was die ohnehin kunstvolle Sprache zusätzlich abstrahiert. Elmiger spielt mit Fragmenten, Verschiebungen – und verlangt ihren Lesenden einiges ab. "[...] und es sei ihr spätestens in diesem Moment, als sie so ziellos durch den Wald geirrt seien, bewusst geworden, dass es hier keine Pointe geben, dass die ganze Geschichte auf keine Auflösung, kein Ende zulaufen würde." (S. 127) Die Ahnung hatte ich bereits auf Seite 10. So bleibt "Die Holländerinnen" für mich ein schwer zugängliches Experiment – ein literarischer Dschungel, in dem man sich verirren muss, um vielleicht zu verstehen, worum es Elmiger wirklich geht. Ich habe mich verirrt. Und vielleicht war genau das die Absicht.
Oh je. Das Buch hat mich sehr an Bücher in meinem Deutsch Unterricht erinnert. Das war leider gar nichts für mich. Ich finde die Idee spannend – zwei verschwundene Frauen, eine Autorin, ein Theaterprojekt im Dschungel – aber ich war so oft so verwirrt beim Lesen. Ich wusste nicht, wo wir gerade sind, wer spricht oder warum plötzlich neue Geschichten auftauchen. Irgendwann hatte ich das Gefühl, alle im Buch (inklusive mir) verlieren langsam den Verstand. Ich glaube, das ist sogar Absicht, aber dafür bin ich nicht intellektuell genug lol. Ich mag es nicht wenn ich mir erst 40 Rezensionen und Interpretationen durchlesen muss um den Sinn des Buches zu verstehen. Ich kann verstehen, warum man das literarisch interessant finden kann, aber für mich war’s eher anstrengend als interessant. Bin vielleicht auch nicht Zielgruppe. Vielen Dank an Netgalley für das Reziexemplar.
Die Verwirrung ist verwirrt
Ich weiß gar nicht ganz genau was ich von dem Buch halten soll, da ich es inhaltlich leider so gar nicht verstanden habe. Den roten Faden musste ich leider vergeblich suchen und manchmal musste ich mich echt kurz fragen ob ich die deutsche Sprache überhaupt beherrsche. Leider verstehe ich also auch nicht warum dieses Buch den deutschen Buch Preis 2025 gewonnen hat…
Massenhaft Konjunktiv zum Rosenmontag 🌹😆
Die Schreibweise war für mich sehr anspruchsvoll zu lesen. Der viele Konjunktiv hat mich manchmal echt rausgebracht – zum Glück hat das Buch nur 161 Seiten. 🙏🏻😹 Inhaltlich interessant, aber stilistisch sehr gewöhnungsbedürftig. Wer sich gerne in Konjunktiv-Spielereien vertiefen will, viel Spaß! 😉

Man muss sich darauf einlassen!
Das Buch „Die Holländerrinnen“ ist das zweite Buch von der Shortlist, das ich gelesen habe. Durch die Nominierung bin ich auf den Titel aufmerksam geworden. Der Roman basiert auf einer wahren Begebenheit, nämlich dem Verschwinden zweier niederländischer Touristinnen in Panama. Ein Theatermacher organisiert ein Theaterprojekt, bei dem er diesen mysteriösen Fall im Urwald rekonstruieren will. Hierzu lädt er u. a. die Erzählerin des Romans, eine Schriftstellerin ein. Sie soll das Theaterprojekt schriftlich dokumentieren. Über dieses Projekt und ihre oft nur fragmentarische und nicht lineare Dokumentation berichtet die Erzählerin im Rahmen einer Vorlesung. Im Vordergrund steht nicht - wie man ggf. vermuten könnte - die Rekonstruktion des realen Falls, sondern die Begebenheiten und Geschichten, von denen die Erzählerin während der Reise von anderen Teilnehmenden am Theaterprojekt oder Dritten erfährt. Diese haben durchweg Themen wie Angst, Reue, Gewalt u. ä. zum Thema. Es erschließt sich beim Lesen kein roter Faden, sondern vielmehr wird eine - zunehmend beklemmende - Atmosphäre geschaffen. Je tiefer die Teilnehmenden in den Urwald vordringen, desto mehr wird man auch als Leser in die Geschichten hinein- und auch hinuntergezogen. Aus meiner Sicht geht es genau darum, nicht zu erklären, sondern Erfahrungen zu teilen. Die Erzählungen gehen manchmal scheinbar nahtlos ineinander über, so dass man sich sehr konzentrieren muss, um den Faden nicht zu verlieren. Die zum Teil kritisierte durchgehende indirekte Rede ist sicher ungewöhnlich, hat mich persönlich jedoch nicht gestört. Vielmehr kam damit für mich das Verschwimmen zwischen Realität und Fiktion zum Ausdruck. Schwierig fand ich demgegenüber die Fülle an literarischen Querverweisen. Wenn man diesen - so wie ich - aus Unkenntnis nicht folgen kann, erschließt sich einem der Sinn der Aussage vielfach nicht. Das tut der Dichte der Erzählung und der Intensität der Atmosphäre jedoch keinen Abbruch. Eine klare Leseempfehlung!
Hatte mehr erwartet
Die wahre Geschichte hinter dem Buch und die Idee diese in ein Buch einzuarbeiten finde ich eigentlich ganz spannend. Allerdings bin ich nicht mit dem Schreibstiel klar gekommen und Inhaltlich fand ich das Buch auch eher schwächer. Von einem Gewinner des deutschen Buchpreises hatte ich etwas mehr erwartet.
3/5 Sterne Ich wollte mich mal wieder etwas aus meiner üblichen Komfortzone wagen und habe zu einem zweiten Buchpreis Nominierten aus diesem Jahr gegriffen und das hier hat ja sogar gewonnen...ich bin allerdings nicht wirklich sicher, was ich hier nun gelesen habe. 😅 Ich weiß nicht, ob ich es verstanden habe. Ich hatte irgendwie auf einen roten Faden gehofft, stattdessen schweift die Erzählerin von einer Story in die nächste ab und das alles auch noch in einem kontinuierlichen, fürchterlichen Konjunktiv. Das war für meinen Kopf irgendwie sehr anstrengend und ich bin auch nicht sicher, was ich daraus mitnehme, denn das Ende war noch weirder als alles zuvor. Dabei war das Erzählte gar nicht so uninteressant, man bekommt auch durchaus ein mulmiges Gefühl bei der seltsamen Atmosphäre, aber irgendwie... 😅 Ich bin so unschlüssig. Keine Ahnung, ob ich es gut fand, aber ich bin wohl trotzdem ganz froh, es gelesen zu haben, weil es so anders ist.
Für mich absolut schrecklich. Das gesamte Buch ist in indirekter Rede geschrieben, was ich fürchterlich finde. Mich erinnert es daran, wie eine an ADHS leidende Person Geschichten erzählt - sie schweift ab, kommt nicht zum Punkt und verliert sich, und das kann ich einfach nicht ertragen. Alles in allem war es für mich einfach nur wirr und sinnlos und hat mir 0% Spaß gemacht.
Eine Erzählung innerhalb einer Erzählung innerhalb einer Erzählung innerhalb...
Weil "Die Holländerinnen" den deutschen Buchpreis gewonnen hat, dachte ich mir, ich sollte es mal gelesen haben - auch wenn mich die Leseprobe so garnicht überzeugt hatte. Und leider muss ich sagen, dass mich mein erster Eindruck bestätigt hat. Ich bin absolut nicht die Audience, die dieses Buch erreichen (wollen) würde. In "Die Holländerinnen" schreibt Elminger über eine namenlose Schriftstellerin, die an eine Universität eingeladen wurde, um über ihr Schaffen zu erzählen. Leider befindet sie sich in so etwas wie in einem Writer's Block, fühlt sich nicht mehr fähig, über erfolgreiches Schreiben zu dozieren, wenn sie ja selbst gerade nicht schreibt. Und erzählt stattdessen von einem Auftrag, den sie ein paar Jahre zuvor erhalten hatte und der sie nach Südamerika geführt hat. Dort seien vor Jahren zwei "Holländerinnen" aus Leiden verschwunden - die nie gefunden wurden - und ein Theaterproduzent (?) wollte dieses Ereignis in ein Theaterwerk (?) verwandeln. Dafür hat er unterschiedliche Menschen zusammengetrommelt, um den Weg der beiden Verschwundenen nachzugehen und gemeinsam die Produktion zu gestalten. Die namenlose Autorin sollte dabei Protokoll führen und alles mitschreiben. Während ihrer Reise hat sie unterschiedliche Menschen getroffen, hat all ihre Geschichten in Einzelheiten erzählt, dadurch ist dieses Werk eine Art Patchwork verschiedener Erfahrungen und thematisiert von skurrilen Erlebnissen, zu gesellschaftsrelevanten Themen, wie Gewalt in Beziehungen, Wohnungslosigkeit und der Umgang damit, Tierleid, etc. Gefühlt ist das ganze Buch im Konjunktiv I geschrieben, also alles in allem ein herausforderndes Unterfangen - wo ich am Ende ehrlich gesagt absolut nicht wiedergeben kann, was der Sinn und Zweck dahinter ist? Ich habe mich leider komplett durch quälen müssen, und das, obwohl ich das Buch als Hörbuch "verarbeitet" habe. Bis zum Ende habe ich mich gefragt, was an diesem Werk tatsächlich dran sein soll - und habe für mich (noch einmal) beschlossen, dass ich einfach nicht die richtige Audience bin. Es war befriedigend, mal aus meinen üblichen Genres und Schreibstilen auszubrechen und etwas Neues zu "erleben", aber empfehlen kann ich dieses Buch leider nicht. Trotzdem vielen Dank an Netgalley und argon hörbuch für das digitale Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde nicht beeinflusst!
Da bin ich hin- und hergerissen. Dorothee Elmiger verstrickt in einer Geschichte etliche andere, die keinen offensichtlichen Zusammenhang haben. Einige davon haben mir sehr gut gefallen, andere weniger gut. Dabei schreibt Elmiger in indirekter Rede, was sehr gewöhnungsbedürftig ist. Ich konnte mich mit dieser Form nicht anfreunden. Mein Leseerlebnis war sehr anstrengend, und ich musste mich zwingen, nicht abzubrechen. Was mir half, waren andere Rezensionen, dank denen ich das grosse Ganze hinter den einzelnen Geschichten besser verstehe. Und das ist wiederum stark. Vielleicht nehme ich es in einer etwas ruhigeren Zeit nochmals zur Hand.
Wiedergabe einer Poetikvorlesung
Im Buch wird erzählt, wie eine berühmte Schriftstellerin eine Poetikvorlesung hält. Das hört sich recht langweilig an, und das ist es leider auch. Natürlich geht es irgendwie auch um die im Urwald verschollenen Holländerinnen, vor allem aber um Erinnerungen verschiedener Teilnehmer einer Expedition. Was macht dieser Urwald mit den Menschen? Woran erinnern sie sich? Das ist phasenweise auch mal spannend. Insgesamt bleibt aber ein ziemliches Bildungsgehubere, das zumindest mich nicht angesprochen hat. Das ist schade, aber jeder sollte es selbst ausprobieren.
Mein Gehirn möchte kurz auf die Bühne treten und sich bedanken, dass ich es nicht komplett überfordert habe. 😅📚
Nachdem Clemens Meyer bei der letztjährigen Buchpreis-Verleihung verbal komplett entgleist ist 🫢, habe ich mir geschworen: Ich lese jetzt jedes Gewinnerbuch. Besonders – aber nicht ausschließlich – wenn eine Autorin den Preis holt. Also, Bühne frei für „Die Holländerinnen“. Zum Inhalt: Eine Gruppe von Künstler:innen möchte für eine Theaterinszenierung den Fall zweier verschollener Holländerinnen im Dschungel von Panama rekonstruieren. So weit. So gut. Ich werde mir jetzt ganz sicher NICHT anmaßen zu behaupten, ich hätte den Inhalt dieses Buches wirklich verstanden. Ganz ehrlich: Für mich fühlte es sich eher an wie eine Aneinanderreihung von (wirklich guten!) Kurzgeschichten, in diesem Fall Lebensgeschichten der Protas. Die Gruppe will ja eigentlich versuchen den Fall der Holländerinnen zu inszenieren, aber währenddessen übernimmt einfach die Inszenierung oder das Leben (tiefgründig I know!) selber das Ruder. Und man lässt laufen. 🫣 Es war ein bisschen wie ein Gespräch, bei dem man irgendwann merkt: „Oh, wir sind ganz falsch abgebogen… egal, weiter.“ 😅 Die einzelnen Geschichten der Figuren fand ich total spannend und teilweise richtig unangenehm. Der Schreibstil? Gar nicht schlecht! Mein Gehirn kam erstaunlich gut mit… vielleicht, weil ich selbst so Chaos-Geschichten erzähle 🙃. Was mich etwas irritiert hat, war der hohe Grad an Verkünstelung. Da wimmelt es nur so von Anspielungen auf Autor:innen, Theater, Dramaturgie… Anfangs dachte ich, das sei eine überspitzte Kritik an dieser Szene von Menschen, die besonders viel Fachjargon benutzen, um maximal intellektuell zu wirken. Spoiler: Ich glaube, das war ernst gemeint. Mist. 😅🤯 Und der eigentliche Fall? Den hätte ich mir stärker ausgearbeitet gewünscht. Das hätte dem ganzen Projekt noch einen schönen, runden Rahmen gegeben. Habe ich irgendwas richtig verstanden? Keine Ahnung. Hatte ich Spaß? Auf irritierende Weise: ja. 🤷♀️✨ (✨Die Stelle oben kommt in Hörbuch bei 02:36 Stunden ✨)

Description
Book Information
Author Description
Dorothee Elmiger, geboren 1985 in der Schweiz, lebt als freie Autorin und Übersetzerin in New York. Ihre Bücher »Einladung an die Waghalsigen« (2010), »Schlafgänger« (2014) und »Aus der Zuckerfabrik« (2020) wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt, für die Bühne adaptiert und vielfach ausgezeichnet.
Posts
Einmal habe er [der Theatermacher] eine Passage aus Walter Benjamins "Betrachtungen zum Werk Nicolai Lesskows" zitiert, in der es heiße, die Figur des Erzählers sei "uns etwas bereits Entferntes und weiter noch sich Entfernendes", um danach zu fragen, ob man sich in diesem Sinne nicht die Holländerinnen als Erzählerinnen denken könne, die sich fortlaufend von ihnen entfernten, die weit vor ihnen gingen, deren Spuren sich im Dickicht des Urwaldes verlören. - Zitat, Seite 48, Einschub nicht im Originaltext Ein Roman der im vergangenen Jahr 2025 gleich mit drei renommierten Preisen bedacht wurde, kann doch eigentlich nur als literarische Sensation gefeiert werden, oder? - Vom Unerzählbaren soll dieses Werk lebhaft erzählen (was für ein Widerspruch insich!); aus großer, alter Literatur große neue Literatur machen (in anderen Worten: meisterhafte Texte werden recycelt?) und "wer diesen Text betritt, fällt in den Abgrund dieser Welt und blickt mit aufgerissenen Augen in die Finsternis." Kritische Stimmen dagegen sprechen von einem unzugänglichen Text, der mit dem durchgängigen Gebrauch des Konjunktiv künstlich und distanziert wirkt und dessen Handlung nicht greifbar ist. Wie steht es in schon in der "Unendlichen Geschichte": "Wir hatten beide Recht und haben uns beide geirrt." - Aber jetzt gehen wir der Sache auf den Grund: Worin geht es in "Die Holländerinnen"? Eines vorausgeschickt: es geht im Wesentlichen nicht um das Verschwinden der Holländerinnen, also um den mysteriösen Todesfall zweier Touristinnen im Amazonasgebiet. Vielmehr betritt eine fiktive Schriftstellerin, die als "bedeutende Erzählerin" vorgestellt wird, zu Beginn des Romans eine Bühne, um über ihr Schaffen zu sprechen. Anders als ursprünglich geplant, verlässt sie jedoch die Pfade ihres Skripts und betritt, bewaffnet mit einem Stapel wirrer Notizen, ihre Erinnerungen an ein Projekt eines namenlosen Theatermachers, an dem sie beteiligt war und der sie in der nun geschilderten Zeit nach Panama und in den Urwald führte. Dort schrieb sie nicht nur ihre Eindrücke auf, sondern sammelte auch die vielen Geschichten der am Projekt beteiligten Personen auf. Und natürlich folgt das Team auch dem Pfad der an diesem Ort verunglückten Holländerinnen, denn das Projekt soll der Tragödie nachspüren und sie künstlerisch interpretieren. Es zeichnet sich folgendes Bild vor dem geistigen Auge ab: wie eine Hauswinkelspinne wirft die Autorin Dorothee Elmiger Mithilfe ihrer Erzählerin am Rednerpult ihre Fäden aus: mit der mythischen Geschichte der Ziegen fängt sie Begeisterte Alter Kulturen, mit ihrer Referenz für all die Meister und Meisterinnen der Literatur und Philosophie umgarnt sie Literaturwissenschaftler und Philosophen gleichermaßen und mit feministischen Taktschlägen trommelt sie die aufmerksamen Freundinnen herbei. Dann gibt es noch ein wenig Apokalypse mit Hufgetrappel und ein paar "Zauberworte" aus dem alten Testament "du wirst den Schrecken der Nacht nicht fürchten" (Seite 140, Zitat aus Psalm 91) und natürlich die Hommage an die Filmkunst (Stichwort Werner Herzog). Na, wer klebt jetzt noch nicht an den Seiten fest wie an Spinnenseide und zappelt vor Begeisterung, vor Verwirrung, vor Langeweile oder auch aus Verzweiflung mit den noch freien Gliedmaßen? - Und fragt sich vielleicht: Wozu das ganze Spektakel? Ein wenig zu denken, gibt da bereits das vorangestellte Zitat von Werner Herzog aus "Eroberung des Nutzlosen". Geht es hier in Wirklichkeit um Belanglosigkeiten? Viel Lärm um nichts? Kunst oder Künstliches? Komplexität oder Konstruktion? Tiefsinniges oder bodenlose Frechheit? Abenteuer oder Absturz? Endliches oder Ewiges? - Aber wir wollen nicht abschweifen (auch wenn es die Erzählerin hier sehr gerne tut). Wie der Roman einzuschätzen ist, muss wohl jeder am Ende selbst entscheiden. FAZIT Vielleicht war dies das Merkmal der Postmoderne, dass man Gefühle nur benannte, aber nicht selbst empfand. So oder so ähnlich kann man den Satz in "Caledonian Road" von Andrew O'Hagan lesen und an diese Worte musste ich bei der Lektüre von "Die Holländerinnen" denken. Sollte dies der Maßstab zur Bewertung sein, kann man das Buch vielleicht als den perfekten Roman bezeichnen. Aber für mich reicht es nicht - ich will mehr! Mehr Substanz in der Handlung - statt Begrifflichkeiten will ich gelebte Emotionen sehen. Das Abstrakte muss sich zum Lebendigen wandeln und Gedanken wollen auf Reisen gehen. Aber dieser Roman bietet mir nichts Neues an und bleibt am Ende seltsam banal. Keine Inspiration für mich - leider keine persönliche Empfehlung!
Verloren im Urwald der Sprache
Selten hat mir ein Buch so wenig gefallen. Der Plot ist spannend, und der konsequente Konjunktiv ist schon interessant, denn man hört das Geschehen eher, als dass man es erlebt. Die Handlung ist jedoch zu diffus, vieles wirkt wie eine intellektuelle Spielwiese aus Anspielungen, Skurrilen und Meta-Reflexion statt wie eine Geschichte, die mich packt. Es verliert sich in ständigen, völlig bizarren Kurzgeschichten, die im Zusammenspiel mit der Schreibweise für mich fast unlesbar wurden. Für mich lese es sich wie ein Roman, der unbedingt einen Preis gewinnen wolle, nicht aber mein Herz.

Atmosphärischer und außergewöhnlicher Schreibstil
Die Protagonistin reist mit einer Gruppe von kreativschaffenden Menschen in den Dschungel von Panama. Angeleitet von einem Theatermacher soll das Verschwinden der zwei Holländerinnen im April 2014 rekonstruiert werden. Die Erzählerin berichtet von ihren Erlebnissen einem Auditorium einige Zeit nach der Reise. Sie hatte die Aufgabe als Protokollantin die Geschehnisse möglichst präzise darzustellen. Dazu gehören auch die Geschichten der anderen Teilnehmenden, die ihr während der Zeit im Lodge oder auf der Wanderung erzählt werden. Diese sind zum Teil skurril und ohne Zusammenhang zur eigentlichen Geschichte. Aufgrund des besonderen Schreibstils, der ohne jede wörtliche Rede in der dritten Person auskommt, und durch die plastischen Beschreibungen der Nacht sowie der letzten Stationen der verschwundenen Mädchen, wird eine unheimliche Atmosphäre geschaffen. Ich habe noch nie etwas vergleichbares gelesen. Wer Lust auf ein Experiment hat, dem sei dieses Buch empfohlen.
3,75⭐️ Man braucht definitiv einen Re-Read
✨Roman des Jahres 2025✨ Zitat: „Er wolle das Theater als die Totenbeschwörung verstehen, die es immer schon gewesen sei. Gehe man ins Theater, trete man ein in ein Gespräch mit den Toten.“ Davon handelt der Gewinner des Deutschen Buchpreises 2025: Eine namenlose Schriftstellerin wird eingeladen im Dschungel einen verstörenden Fall in einer Art Theater zu rekonstruieren. Sie stimmt zu… Das Buch behandelt im Kern den Todesfall von Kris Kremers und Lisanne Froon, die am 1. April in 2014 auf dem El Pianista Wanderweg in Panama verschwanden und später auf mysteriöse Weise tot und nur noch stückweise (klingt so furchtbar) aufgefunden wurden. Der Fall gilt inoffiziell als nicht abschließend aufgeklärt, während Panama ihn als Unfall zu den Akten gelegt hat. Ich persönlich finde es sehr gut, dass die Autorin das Schicksal der jungen Frauen aufgegriffen und ihnen so weitere Aufmerksamkeit hat zukommen lassen. Gleichzeitig mag ich es nicht so gern, wenn solch ernste und echte Fälle mit zu viel künstlerischer / literarischer Freiheit umgesetzt werden. Denn es war das Leben von jemandem, die Familien sind noch da, es ist ein schreckliches Trauma und dann kommt man und nimmt sich das her und nutzt es auch ein Stück zum eigenen Vorteil, denn wie gesagt, die Geschichte geht nur im Kern um die Frauen. Das Buch leistet keine Aufklärungsarbeit oder Ähnliches. Aber der Fall ist nun mal das, was meiner Meinung nach die Aufmerksamkeit generiert und sicherlich auch zum Gewinn beigetragen hat. Im Gegensatz dazu hat Kaleb Erdmann „Die Ausweichschule“ autofiktional geschrieben, es war seine Geschichte, sorry, ich muss hier nochmal erwähnen, dass er hätte gewinnen sollen. Das Buch hat mir schon gefallen, ich werde es sicherlich mehrmals lesen - der Schreibstil ist extrem dicht, so dass ich davon ausgehe, dass ich bei Weitem noch nicht alle Nuancen erfassen konnte. Die Handlung wird extrem sprunghaft präsentiert und es fällt einem schon eher schwer, am Ball zu bleiben. Das heißt aber nicht, dass das Buch schlecht ist. Es ist nur meine persönliche Erfahrung damit. Den Fall kannte ich vorher schon recht gut, vom Klappentext her versteht man kaum, worum es geht. Ich selbst habe beim Lesen irgendwann gedacht, warte mal, das kommt mir so bekannt vor und erst dann hat eine kurze Recherche ergeben, dass hier tatsächlich die Geschichte aus 2014 literarisch verarbeitet wurde (als Kernmotiv / Aufhänger). Insgesamt war das Buch atmosphärisch und hat mich schon in seinen Bann gezogen. Ich bin gespannt wie ich mich nach einem re-read fühlen werde. Macht Euch unbedingt ein eigenes Bild! 3,75/5⭐️⭐️⭐️⭐️

Keinen Zugang gefunden
Ich wollte dieses Buch aufgrund des Deutschen Buchpreises lesen, aber nicht zum ersten Mal merke ich, dass das Gewinnerbuch nichts für mich ist. Vielleicht fehlt mir das Intellekt, vielleicht ist es Geschmackssache, vielleicht gewinnen oft ungewöhnliche Bücher.... Ich weiß nicht. Ich kam nicht in die Geschichte rein. Viele Wörter, die zusammen irgendwie unverständliche lange Sätze erheben, auf Distanz halten, klug klingen und mich dumm fühlen lassen. Will das Literatur? Ist der Deutsche Buchpreis für eine vermeintliche hoch intellektuelle Minderheit gedacht? Bis Seite 20 bin ich gekommen und mehr Zeit und Energie bin ich nicht bereit zu investieren.
Manchmal gewinnt ein Buch den wichtigsten Preis des Landes, und das Lesepublikum steht davor und fragt sich: "Ist das Kunst oder kann das weg?"
Also den Punkt einen Stern gibt es meinerseits, weil ich die Schreibart sehr kreativ finde und den anderen für das Cover. Es entsteht der Eindruck, dass der Preis vergeben wurde, weil es kompliziert ist und schwer durchschaubar, was eigentlich der Sinn der Erzählung sein soll und dies allein schon ein Qualitätsmerkmal darstellt, welchen es zu krönen gilt, statt einer Geschichte mit offensichtlichem Charakter und Nachvollziehbarkeit. Ich glaube, ich habe den Großteil des Buches überhaupt nicht verstanden, dazu fehlt mir der Intellekt. Aber ich hatte den Eindruck, dass hier viel mit Metaphern gespielt wird und ich fand es erschreckend, dass mit dem traurigen Schicksal der jungen Damen Geld gemacht werden soll im Sinne des Theaters. Der Theaterfuzi meinte irgendwas von "eigentlich aind wir auch nicht hier wegen dem Schicksal der Mädchen, sindern ..." (Den Teil kann ich nicht mehr wiedergeben). Da viele Tragödien zu Filmen gemacht werden, stellt sich schon zu recht die Frage, ob dies so "korrekt" ist, sich am Leid anderer zu bereichern. Zudem ging es kaum um die Holländerinnen selbst, was vermutlich Absicht war, mich aber sehr enttäuscht hat. Ich fand den Buchtitel eh schon nicht so spannend bzw den Klappentext, aber dachte daran, dass es einen Buchpreis gewonnen hat, dann muss ja was dran sein.. aber nicht für mich Mich hat es leider gar nicht abgeholt.
Kein Zugang
Irgendwie bin ich doch etwas enttäuscht. Das Buch klang vom Klappentext für mehr sehr interessant und ich hatte mir dann vorgenommen es für 2026 zu lese . Aber leider habe ich absolut keine Zugang zur Geschichte gefunden. Hat hab mich ständig gefragt fängt das Buch jetzt eigentlich schon richtig an oder ist das einfach nur eine Erklärung für das Buch. Nach 25 Seiten habe ich es dann leider immer noch nicht schaffen können mich ins das Buch zu finden. Das fand ich ausgesprochen schade und daher wundert es mich auch so das es literarisch so hoch gelobt wurde. Vielleicht habe ich für dieses Buch nicht den angemessenen intellekt.
Dschungel des Grauens
Ein sehr intellektuelles Buch, voller Referenzen an Film, Literatur und Kunst, an die Filme Werner Herzogs, an „Aguirre“ und „Fitzcarraldo“. Die Erzählung und „die Holländerinnen“ bleiben im nassen und wuchernden Grün des Dschungels verborgen. Nur Fragmente sind sichtbar. Mir hat das Buch gefallen, es ist wie ein literarisches Mosaik und es hat mich in positiver Weise als Leserin herausgefordert.
. Wenn du Lust hast auf ein Buch wie einen Arthouse-Film… still, eigenwillig und von eigentümlicher Sogkraft… dann könnte diese Geschichte für dich sein! Hast du Lust auf einen Roman voller Nebenwege, die sich als Hauptstraßen entpuppen. Voller Geschichten in Geschichten, die einander spiegeln, durchdringen und verwandeln. „Die Holländerinnen“ ist kein Buch für nebenbei. Es ist keine leichte Unterhaltungslektüre, sondern ein literarischer Raum, der Aufmerksamkeit fordert! 3/5 ⭐️ . Aber was erwartet dich genau… Eine namenlose Schriftstellerin erhält einen überraschenden Anruf eines gefeierten Theatermachers, der sie für ein tropisches Theaterprojekt gewinnen will. Kurz darauf schließt sie sich der Gruppe auf einer Expedition in den Urwald an, wo ein realer Fall rekonstruiert werden soll. . „Die Holländerinnen“ ist ohne Zweifel ein kühner, mit dem deutschen Buchpreis ausgezeichneter Roman, ein Werk, das seinen literarischen Anspruch nicht nur behauptet, sondern mit bemerkenswerter Konsequenz einlöst. Elmiger entfaltet ein dicht gewobenes Geflecht aus Motiven, Perspektiven und gedanklichen Verästelungen, das intellektuell herausfordert und in seiner Konstruktion bestechend präzise wirkt. Gerade diese formale Strenge jedoch macht die Lektüre oder in meinem Fall das Hören, zu einer fordernden Erfahrung. Die verschachtelte Erzählung, eine Sie-Erzählerin innerhalb einer weiteren Sie-Erzählerin, eine Geschichte in der Geschichte in der Geschichte, erzeugt eine kunstvolle, aber auch irritierende Tiefenstaffelung. Der wenig lineare Aufbau verlangt ungeteilte Aufmerksamkeit, Geduld und die Bereitschaft, sich immer wieder neu zu orientieren. Dieser Roman will nicht nur gelesen, sondern aktiv durchdrungen werden. Seine Themen sind vielschichtig und reflektiert, doch sie gönnen kaum Atempausen. Als Hörbuch intensivierte sich dieses Empfinden noch! Immer wieder beschlich mich das Gefühl, einen entscheidenden Faden verloren zu haben, sodass ich am liebsten zurückgesprungen wäre, um die Zusammenhänge neu zu knüpfen. Es war, als bewegte ich mich auf einer Feier rastlos von Gespräch zu Gespräch, angeregt, aber nie ganz angekommen. Ein entspanntes Eintauchen in die Erzählung wollte sich so kaum einstellen. Und doch gab es Momente der Nähe, Augenblicke, in denen ich mich plötzlich im Boot mit der Protagonistin wiederfand, als hätte mich der Text unmerklich in seine Strömung gezogen. Diese Passagen zeugen von einer poetischen Kraft, die das Werk zweifellos besitzt. Ich erkenne die literarische Kunstfertigkeit und den intellektuellen Ehrgeiz dieses Romans sehr an, jedoch fragte ich mich oftmals mitunter… Was ist noch einmal der Kern dieser Geschichte? Befinde ich mich noch im selben Buch? Als Kunstwerk ist „Die Holländerinnen“ beeindruckend und seiner Auszeichnung mehr als würdig. Für mich persönlich jedoch ist es kein literarisches Meisterwerk, das sich mühelos erschließt oder das jede Leserin und jeder Leser gleichermaßen genießen kann. Sondern eher ein anspruchsvolles, herausforderndes Werk, das Bewunderung weckt, ohne zwingend Nähe zu erzeugen.

Wenig Substanz und 2 Sterne für die Atmosphäre von Blair Witched Project. Nicht viel dran als meine Aufregung über elitäres Geschreibsel und Geschichten, die am Wegesrand liegen, hier aufgegabelt und eingeflochten in die Erzählung von einer Spurensuche im Dschungel. Ein bisschen dies, ein bisschen das und dann Passagen für die ein abgeschlossenes Literatur- oder Philosophiestudium von Vorteil ist. Ein kruder Mix im Konjunktiv, der dadurch klingt wie das Protokoll einer Gerichtsverhandlung. Auch wenn es Dorothee Elmiger gelingt fantastische Bilder heraufzubeschwören, reicht das noch lange nicht, um Begeisterung zu entfachen, jedenfalls bei mir nicht.
Sehr verwirrend! 🤨
Von diesem Buch hab ich mir ehrlich gesagt mehr erhofft, da es 2025 den deutschen Buchpreis erhalten hatt und sich der Klappentext sehr interessant angehört hat. Den Schreibstil fand ich sehr gewöhnungsbedürftig (Konjuktiv), es ist quasi eine Erzählung einer Erzählung. Ebenso wie der Satzbau der sehr verschachtelt und für mich teilweise sehr unverständlich war. Ich hab gedacht in diesem Buch wird die Geschichte der beiden Holländerinnen, die im Dschungel verschwanden, anhand einer Theaterguppe, die zum Ort des Geschehns reisen rekonstruiert. Den roten Faden der Handlung hab ich leider vergeblich gesucht. Es werden eher kleinere Geschichte der Mitglieder der Theatergruppe erzählt, sodass am Ende irgendwie gar nicht der Fall "Der Hollenderinnen" richtig aufgeklärt wird. Für mich persönlich war das Buch leider gar nichts. Vielleicht hab ich auch nicht Verstanden was uns die Autorin mit diesem Buch sagen will.
Ein Buch zum Preise Gewinnen, aber kein Lesevergnügen
Bis zum Schluss bin ich mit diesem Roman nicht warm geworden. Schnell entstand der Eindruck eines Textes, der von Buchmenschen für Buchmenschen geschrieben wurde - intelligent konstruiert, stilistisch ungewöhnlich, lauter literarische Bezüge, die eine Preisjury begeistern, mich persönlich allerdings nicht. Dazu war es mir dann zu gestelzt, zu wenig Atmosphäre, zu schwache Figuren. Es hatte durchaus gute Momente, aber die waren selten. Not my cup of tea.
Ein Text wie ein Dschungel - Eine Geschichtensammlung unter dem True-Crime-Deckmantel
„Jetzt komm doch mal zum Punkt!“ – wie oft habe ich die namenlose Erzählerin in Dorothee Elmigers Roman innerlich angeschrien. So frustrierend wirken die ständigen Abweichungen von der Rahmenhandlung, die dann auch noch kurz vor der Auflösung abbrechen. Diese Frustration und Provokation ist natürlich gewollt, und so bildet das Gewebe aus Erzählungen selbst die Handlung ab: Der Text ist ein Stochern im dunklen Dschungel, bei dem es keinen Ausweg gibt. Das Werk wurde nicht umsonst mit dem Deutschen Buchpreis ausgezeichnet. Gerade auf sprachlicher Ebene ist Die Holländerinnen herausfordernd, aber eine Bereicherung. Elmiger gelingt es, einen subtilen, zermürbenden Horror des Ungewissen in Worte zu kleiden („Sie selbst habe es in den Wochen und Monaten […] als das ›erratische, grundlose Wesen der Welt‹, als ›großen, leeren Gott‹, das ›klaftertiefe, abyssische Nichts‹ zu beschreiben versucht“). Die ungewöhnliche Entscheidung, fast die gesamte Handlung in indirekter Rede zu verfassen, ist überraschenderweise kaum ein Lesehindernis, sondern verstärkt das Gefühl der Entfremdung. Was Elmiger sprachlich erschafft, ist wirklich beeindruckend. Beim Verfolgen der Handlung selbst bin ich jedoch immer wieder im Dschungel des Werkes verloren gegangen. Ja, einige der Erzählungen sind in ihrer bedrückenden Art wirklich bemerkenswert – vor allem die Ziegenepisode und die griechische Passion bleiben in Erinnerung. Meistens aber waren die Geschichten wenig berührend, sodass ich nur darauf wartete, endlich wieder in die vordergründige Handlung zurückzukehren. Es ist ein gelungener Kniff, die Geschichte der verschollenen Kris Kremers und Lisanne Froon als Aufhänger zu wählen – sie böte schon für sich genommen genügend Erzählstoff. Gleichzeitig drängt sich mir jedoch der Verdacht auf, dass hier eine True-Crime-Geschichte eingebunden wurde, um dem breiteren Publikum mehr Anknüpfungspunkte zu bieten. Kurzum: Die Holländerinnen ist auf sprachlicher Ebene wirklich beeindruckend und eine Freude zu lesen. Der Inhalt selbst liefert jedoch zu wenig Substanz, um wirklich mit den Charakteren mitzufiebern.

Dorothee Elmingers „Die Holländerinnen“ ist ein sprachlich ambitionierter Roman, der mich gar nicht abgeholt hat. Die fragmentarische Struktur, die sich zwischen Erinnerungsfetzen, Reflexionen über Kolonialgeschichte, Kunstbetrieb und Familiengeschichte bewegt, wirkt schnell überfrachtet. Statt dem Sog, den die Jury des Deutschen Buchpreises gelobt hat, entsteht für mich oft Distanz: Wer auf emotionale Nähe, nachvollziehbare Handlung oder klar erkennbare Entwicklung hofft, wird enttäuscht. Für mich ist "Die Holländerinnen" ein kühles und wenig einladendes Leseerlebnis.
Vorweg: Ich kann verstehen, warum dieses Buch so schlecht bewertet ist. Der Schreibstil ist sicher nicht jedermanns Sache und erfordert viel Aufmerksamkeit und Konzentration. Der Plot ist gespickt von kurzen Erzählungen, die in der Tendenz verstörend sind und zum Teil nicht fertig erzählt werden. Das Ende lässt einen beabsichtigt ratlos zurück. Dennoch hat es mich sehr in seinen Bann gezogen. Ich persönlich bin mit dem Schreibstil relativ gut zurecht gekommen, musste vielleicht hier und da mal einen Satz zweimal lesen und fand es eher ein spannendes Experiment. Die Stimmung ist mysteriös bis spooky, insgesamt erinnert das Buch an einen Fiebertraum. Im Grunde die Geschichte einer Traumatisierung, gespickt mit Geschichten von Traumatisierungen. Ich habe es gerne gelesen, kann es aber definitiv nur eingeschränkt empfehlen.
Es ist eigentlich schon ne 4 von 5. Sehr außergewöhnlicher sprachlicher und inhaltlicher Zugang. Aber für soviel Lorbeeren hab ich dann doch noch ne Spur mehr erwartet. Vor allem das Ende fand ich sehr beliebig. Also klar, es ist ja hier 0 handlungsbetrieben (find ich auch geil), aber es ist schon sehr egal ob es da Ende oder 50 Seiten früher oder später. Vielleicht fand ich den Vorgänger sogar noch ein bisschen besser (aus der Zuckerfabrik). Aber es hat ja auch so sein Weg gemacht. Und bereut hab ich es wirklich nicht, es gelesen zu haben.
Ich muss sagen, dass mich das Buch enttäuscht hat. Ich will damit nicht sagen dass es ein schlechtes Buch ist, aber dass ich mir etwas ganz anderes davon erwartet hatte. Die Autorin schreibt auf eine Art, mit der ich über viele Zeiträume des Buches nichts anfangen konnte. Ich habe mich gefragt ob es nötig ist so überkandidelt zu schreiben, oder ob ich einfach nicht gebildet genug bin um diese Art zu schreiben wertzuschätzen. Aber ich wurde durchaus von den Beschreibungen der Autorin in das Buch reingezogen, auch wenn mir dies leider nur an zu wenigen Stellen so gegangen ist. Die Geschichte der Holländerinnen ist nur das Mittel zum Zweck, viele andere Geschichten zu erzählen und daran die Hybris des Menschen zu verdeutlichen. Wer sich für die Geschichte der verschollenen Mädchen interessiert und sich das Buch aus diesem Grund gekauft hat, wird sehr enttäuscht sein, da diese Geschichte zwar in Teilen wiedergegeben wird, aber nur der Rahmen für den Roman ist.
Atmosphärisch und anspruchsvoll - ein Hoch auf den Konjunktiv
„Die Holländerinnen“ besticht vordergründig durch die genutzte Sprache, denn es wird fast durchgehend Konjunktiv I genutzt. Teilweise tritt die Geschichte dafür in den Hintergrund - und wird dennoch immer weiter vorangetrieben und, das muss hervorgehoben werden, aufgefächert. Immer wieder kommt es zum Bruch innerhalb der Geschichte: Die Protagonistin hält einen Vortrag und berichtet über ihre Erlebnisse und die Menschen, die sie auf ihrer Reise getroffen hat. Diese Menschen besitzen Geschichten und teilen sie mit der namenlosen Protagonistin, die daraufhin die bestehende Erzählung unterbricht und die geteilte Geschichte (mutmaßlich) in ihrem Vortrag wiedergibt. Quasi wie eine Matrjoschka steigt eine Geschichte aus einer vorhergehenden Geschichte empor und fügt sich, ohne erkennbaren Grund oder Zusammenhang, in die Gesamterzählung ein. Zum Ende entsteht immer mehr ein Erzähltempo, das mich hat mit fiebern lassen, auch wenn ich nicht ganz beurteilen kann, worauf ich hingefiebert habe. Gerade auch das Ende hat mich teilweise verwirrt zurückgelassen. Nach der Lektüre hatte ich aber eher den Eindruck, dass das Buch eine Geschichte des Suchens erzählt. Alle suchen etwas: Gemeinschaft, Wahrheit, Liebe, den großen Durchbruch oder einfach nur den Weg durch den Urwald.
Leider hatte ich mir mehr erhofft
Die Holländerinnen ist ein literarisch anspruchsvoller Text, der sich weniger an einer klassischen Handlung orientiert als an Fragmenten, Gedanken und Beobachtungen. Dorothee Elminger verwebt historische Bezüge, literarische Verweise und essayhafte Passagen miteinander. Dabei stehen Frauenfiguren, Kunst, Schreiben und Erinnerung im Mittelpunkt. Das Buch bewegt sich zwischen Zeiten, Orten und Textformen und lädt dazu ein, Zusammenhänge selbst herzustellen, anstatt einer linearen Erzählung zu folgen. Das Buch zeichnet sich durch sehr dichte und atmosphärische Beschreibungen aus, die sprachlich überzeugen und stellenweise beeindruckend sind. Gleichzeitig erschweren die häufigen und wenig klar gekennzeichneten Zeitsprünge den Zugang zum Text. Vergangenheit, Gegenwart und gedankliche Exkurse verschwimmen stark, wodurch das Lesen anstrengend und schwer nachvollziehbar wird. Auffällig ist zudem die große Anzahl an genannten Schriftstellerinnen und Schriftstellern sowie literarischen Referenzen, die zwar Bildung und Tiefe vermitteln sollen, jedoch stellenweise überladen wirken. Trotz des vergleichsweise geringen Umfangs zieht sich das Buch in die Länge und vermittelt das Gefühl, deutlich länger zu sein, als es tatsächlich ist. Insgesamt bleibt der Eindruck eines sprachlich starken, aber strukturell fordernden Werkes zurück, das meine Erwartungen nicht erfüllen konnte und daher enttäuschend wirkte – trotz seiner durchaus gelungenen Beschreibungen und literarischen Ansätze.
Und dafür gabs den Buchpreis?
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar erhalten und bin super enttäuscht. Der Schreibstil hat sich angefühlt wie ein Aufsatz und gefühlt war das Buch ein einziger ellenlanger Satz. Diese Erzähl art ging gar nicht an mich. Immer dieses Sagte sie, sie sagt… auch der Inhalt ich dachte es geht mehr um die verschwundenen Holländerinnen in Panama, von wegen. Sie wurden zwar ab und an erwähnt aber war nichts ganzes. Gefühlt wurde von jedem Prota eine Story erzählt die so Irrelevant waren und auch nie zu Ende geführt wurden. Ich kann dieses Buch nicht empfehlen und bin geschockt darüber, dass dieses Buch den deutschen Buchpreis erhalten hat.
Das Buch ist nur zugänglich für jene, die in ihrer Freizeit u.a. Bachmann und Adorno lesen, da man sonst die Anspielungen und Referenzen nicht versteht. Das Verständnis ist aber Voraussetzung um nachzuvollziehen, was die Autorin erreichen wollte. Es wird sehr intensiv mit der Dialektik der Aufklärung gearbeitet, mit der Entfremdung des Menschen zur Natur und die daraus resultierende Angst vor ebendieser Natur. Für mich sind solche abstrakten Texte leider überhaupt nichts, daher habe ich es bei der Hälfte abgebrochen.
Das Buch wirkt, als wolle es zeigen, wie klug es ist – nicht, um etwas zu erzählen, sondern um sich selbst zu bestätigen. Es bleibt auf Distanz, baut keine Nähe auf und gibt mir als Leser nichts an die Hand, woran ich andocken kann.
Die Holländerinnen ist für mich ein Buch, das viel verlangt, aber wenig zurückgibt. Während des Lesens hatte ich oft das Gefühl, dass der Text mehr mit sich selbst beschäftigt ist als mit dem Leser. Statt mich mitzunehmen oder mir etwas zu erzählen, bleibt er auffallend distanziert. Ich habe keine wirkliche Verbindung aufgebaut – weder zu den Figuren noch zur Erzählweise. Es entsteht kein Sog, kein natürliches Weiterlesen-Wollen. Viele Passagen wirken sperrig und anstrengend, ohne dass sich daraus ein Gedanke oder ein emotionaler Nachhall ergibt. Was mir gefehlt hat, war Nähe. Ich lese auch schwere oder anspruchsvolle Bücher gern, wenn ich das Gefühl habe, dass sie mir etwas zeigen oder mich ernst nehmen. Hier hatte ich oft den Eindruck, dass das Buch vor allem zeigen will, wie reflektiert es ist, statt den Leser wirklich einzubinden. Am Ende habe ich weitergelesen, weil ich ungern abbreche – nicht aus Neugier. Rückblickend hätte ich früher aufhören sollen.
Brilliant geschrieben, aber nicht ohne
Also bis zu einem bestimmten Punkt kann ich die Auszeichnung mit dem deutschen Buchpreis nachvollziehen. Wie die Haupthandlung und die vielen Nebengeschichten miteinander verstrickt werden und wie auf so viel andere Literatur eingegangen wird ist brilliant. Auch die Handlung habe ich bis zu einem bestimmten grad interessant gefunden. Ich fand allerdings den Schreibstil extrem schwierig zu lesen und irgendwie hätte die Handlung etwas mehr Spannung vertragen können.
Ich wollte was Leichtes, Kurzes für Zwischendurch. Mit knapp 160 war die Seitenzahl wirklich überschaubar – im Gegensatz zum Inhalt. Ich bin relativ schnell in den Konjunktivschreibstil reingekommen, auch wenn ich immer mal überlegen musste, von welcher Person oder Perspektive gerade erzählt wird. Und es waren unzählige Hinweise/Bezüge, die ich nicht verstanden habe. Aber es hat mich dennoch in den Bann gezogen. Es sind viele kleine Geschichten umrahmt von einer großen. Jede einzelne hat ihre Abgründe und Schatten. Und nicht immer werden alle Schatten aufgelöst. Durch den Schreibstil hat sich bei mir dennoch eine emotionale Distanz zu den Figuren aufgebaut. Deswegen nur 3 Sterne.
Was hat sich die Jury dabei gedacht?
Da ich schon einige nominierte Werke für den Buchpreis gelesen und für gut und sehr gut empfunden habe, wollte ich natürlich auch den Sieger kennenlernen. Mein Favorit war ein anderes Werk. Eine Schriftstellerin wird von einem Theatermacher angerufen und gebeten, ihm bei seinem neuesten Stück behilflich zu sein. Es soll in diesem Stück um die Rekonstruktion eines Falles um zwei im Urwald verschwundene Holländerinnen gehen. Und so bricht die Erzählerin auf.... "Die Holländerinnen" von Dorothee Elmiger hat mich hier wirklich enttäuscht und konnte mich persönlich überhaupt nicht packen. Der Roman hat wenige Seiten, aber selten habe ich ein Buch so oft weggelegt, wieder weiter gelesen und erneut weggelegt. Grund dafür war eindeutig die Sprache der Autorin: Endlose Schachtelsätze und eine distanzierte Erzählweise, die ohne wörtliche Rede auskommt. Ich konnte keinerlei Beziehung zur Erzählerin aufbauen. Das passiert mir sehr selten. Mir hat auch der rote Faden irgendwie gefehlt. Ich hatte es hier mit einem (dazu noch preisgekrönten) Werk zu tun, das mich absolut nicht abgeholt hat. Für meinen Geschmack war es eine Enttäuschung und ich würde gerne wissen, was sich die Jury gedacht hat. Argumente habe ich im WWW dazu nicht gefunden. Ich kann dem Roman nur 1 Stern geben, weiter empfehlen werde ich den Roman nicht. Schade! Ich hatte mehr erhofft...Aber das ist meine persönliche Meinung, andere Lesende mögen das anders sehen...
Interessante Erfahrung... ich weiß nur nich ob gut interessant oder schlecht interessant ...
Das Lesen dieses Romans ist vergleichbar mit einer richtig effektiven deep cleaning Putzsession, bei der man alte Boxen wieder findet in der alte Konzerttickets drin liegen, irgendwelche alten Dinge, tausend Erinnerungen. Und mit jedem Gegenstand den man findet , erinnert man sich an eine alte Erinnerung. Genauso hat es sich angefühlt beim lesen, weil so viele Gedanken und Geschichten so verschachtelt sind, dass man schnell den roten Faden verliert, sich in einem ganz anderes Schicksal wieder findet! Hintergrund der Geschichte wurde super aufgegriffen und der Roman wird seiner Auszeichnung gerecht !!!

Anspruchsvoll, außergewöhnlich und anders…
Der Roman „Die Holländerinnen“ von Dorothee Elmiger (Roman des Jahres - Deutscher Buchpreis 2025) wird sicherlich nicht jedem gefallen und wird die Gemüter spalten, aber mich hat er nach einer kurzen Zeit doch in den Bann gezogen. Einen namenlose Schriftstellerin schließt sich einer Theatergruppe an auf einer gemeinsamen Expedition in den tropischen Urwald. Dort wollen Sie den selben Weg beschreiten, oder zumindest erahnen, den die zwei verschwundenen, Titel-gebenden Holländerinnen gegangen sind und so in den Abgrund der Natur und der Dunkelheit eintauchen. Ich denke, es wird vor allem der Schreibstil sein, der viele Leute abschreckt oder dieses Buch nicht beenden lassen wird. Konsequent im Konjunktiv geschrieben ist der Roman eine Erzählung in einer Erzählung und das kostet schon ein bisschen Kraft und Anpassung, um in den Sog der Geschichte einzutauchen. Es ist schon anspruchsvoll zu lesen, und mit sehr vielen literarischen und theaterrelevanten Verweisen, sehr langen und teils verschachtelten Sätzen und vielen anekdotisch Ausflüchten, ist es sicherlich nicht jedermanns Sache. Aber für mich hat gerade dieser Schreibstil, und dieses Hin und Her-springen in den Erzählungen und Anekdoten, dazu geführt, dass ich mich genauso verwirrt und schwindelig durch den Text bewegt habe, wie die Protagonistin zusammen mit der Theatergruppe durch den Urwald. Gerade das hat mich mit einem Gefühl zurückgelassen, das perfekt zu der Geschichte passt. Und das Eintauchen in diesen düsteren, morastigen, lauten, in der Nacht kreischenden und knackenden Urwald hat mich alles mitfühlen lassen. Ein mulmiges, düsteres Gefühl der Vorahnung, des Sich-Verlierens, der Verwirrung. Eine sprachliche, literarische, bedrohliche wirkende Erfahrung… mir hat es sehr gefallen!

Ich meine das Mysterium um den Konjunktiv entschlüsselt zu haben!
Die Holländerinnen ist ein Roman, der sich jeder klaren Einordnung entzieht und sich konsequent weigert, irgendwo anzukommen. Die Handlung im klassischen Sinn ist kaum greifbar. Der Text führt in den Dschungel, streift ein reales Verbrechen -das Verschwinden zweier Holländerinnen in Panama- und umkreist es, ohne je ernsthaft nach Antworten zu suchen. Statt Aufklärung geht es um Atmosphäre, um ein Gefühl von Nähe zu fremden Leben, vielleicht sogar zu ihren letzten Stunden. So zumindest meine Vermutung. Das Buch zeigt, statt zu erzählen, deutet an, statt festzulegen. Die Stimmung ist durchgehend mysteriös und bedrückend. Alles bleibt in der Schwebe, auch sprachlich: Der gesamte Roman ist im Konjunktiv verfasst. Anfangs wirkt das ungewohnt, doch bald wird klar, dass diese Schwebe kein Stilmittel nebenbei ist, sondern das eigentliche Prinzip des Buches - ja, dass hier eigentlich nichts behauptet, sondern alles nur vermutet, erinnert, weitergetragen wird! Immer wieder verzweigt sich der Text in Nebengeschichten, in Erzählungen vom Hörensagen, in kurze Blicke auf andere Leben. Diese Passagen sind oft stark, manchmal sogar fesselnd. Man ist kaum richtig in einer Szene angekommen, da entgleitet sie einem schon wieder. Ich hätte gerne länger auf dem verlassenen Bauernhof mit den Schafen verweilt, in diesen angedeuteten Biografien, in den Fragen, die sich mir auftaten. Aber das Buch verweigert diese Vertiefung konsequent. Ich glaube, genau darin liegt die zentrale Parallele zum realen Verschwinden der zwei Holländerinnen, auf das der Roman sich bezieht. Auch dort gibt es keine Antworten, keine Auflösung, keinen klaren Ausgang. Es ist die stetige Frage nach dem „was ist hier passiert?“ Du tauchst ein, verlierst dich in Vermutungen und bleibst am Ende mit einem offenen, schmerzhaften Nicht-Wissen zurück. Die Holländerinnen überträgt dieses Gefühl literarisch sehr konsequent. Ob das genügt, ist eine andere Frage. Für mich bleibt der Eindruck eines Romans, der Atmosphäre über Erkenntnis stellt, Andeutung über Entwicklung, Verzweigung über Ziel.

sie habe ein sinnloses theaterstück geschaffen, das die zuschauenden in die lager der vermeintlich verstehenden und der vermeintlich dummen teile.
okay, die motive des ungewissen, der nacht und der dunklen schlünder, der lauernden gefahr sind echt eindeutig. alles überlagert von der unangenehmen atmosphäre (auch wegen des konjunktivs), cool gemacht. ich musste allerdings ehrlicherweise die ganze zeit an die person denken, die zu anfang des buches einfach aus dem hörsaal geht. beste entscheidung.
Preisgekrönt, aber schwer zugänglich
Der Text wirkt über weite Strecken stark verworren, der rote Faden ist kaum erkennbar. Der Schreibstil ist anstrengend zu lesen und verlangt viel Konzentration, ohne dabei wirklich etwas zurückzugeben. Auch inhaltlich blieb für mich vieles unklar und fragmentarisch, sodass sich keine zusammenhängende, mitreißende Geschichte entfalten konnte. Dass das Buch 2025 gleich drei Preise gewonnen hat, überrascht mich persönlich eher – wenn, dann scheint es genau diese schwer zugängliche, bewusst unverständliche Erzählweise gewesen zu sein, die ausgezeichnet wurde. Wer hier eine klare Handlung, Tiefe durch Verständlichkeit oder eine inspirierende Story sucht, wird enttäuscht sein. Mich hat das Buch weder emotional noch gedanklich abgeholt. Positiv hervorzuheben ist lediglich die Kürze: Dadurch lässt es sich immerhin schnell lesen. Ein nachhaltiger Eindruck oder der Wunsch, länger über den Text nachzudenken, ist bei mir jedoch nicht geblieben.
»Seit dem Beginn ihrer Reise, sagt sie, habe sie damals eine Art Gefahr wahrzunehmen gemeint, ein Unbehagen, das sie in Wogen überspült habe«
Da dieses Buch nicht nur für den Bayerischen und den Schweizer Buchpreis nominiert ist, sondern auch auf der Shortlist des Deutschen Buchpreises steht, war ich sehr gespannt darauf, insbesondere da ich bereits einige negative Meinungen gelesen hatte, was den vielen Nominierungen zu widersprechen schien. Im Fokus steht eine namenlose Schriftstellerin, die einen Vortrag halten soll, dafür ihre bisherigen Ideen verwirft und von einem Auftrag vor drei Jahren erzählt: Ein Theatermacher hatte sie angefragt, ihn neben einigen anderen auf einer Expedition in den Dschungel zu begleiten und Autorin seines neuen Stücks zu sein, mit dem Ziel, den Geschehnissen der zwei Holländerinnen, welche die gleiche Route bestritten und plötzlich verschwanden, auf die Schliche zu kommen. Für diese Rekonstruktion des Falls als Theaterstück wurden die Teilnehmenden ganz bewusst ausgewählt, da alle ihre eigene Geschichte zu erzählen haben… Ja, dieser Roman ist anspruchsvoll und durchaus verwirrend. Manche der langen Sätze und Abschnitte muss man auch mehrmals lesen, um sie ansatzweise zu verstehen und den Faden nicht zu verlieren. Lässt man sich aber auf den Text ein, wird man schnell merken, wie dieser einen in den Bann der Geschichte und in die Abgründe unseres menschlichen Daseins zieht. Mit einer sprachlichen sowie bildlichen Wucht kommt er daher und knüpft dabei immer wieder intertextuell an Werke anderer Schriftsteller*innen an. Mich hat der Roman schon auf den ersten Seiten fasziniert, eben aufgrund seiner Komplexität und weil man als Leser*in in eine düstere, mystische Welt eintaucht und dazu angehalten wird, selbst die Umgebung nicht aus den Augen zu verlieren. Auch wenn ich schlussendlich nicht sagen kann, alles durchblickt zu haben – was wahrscheinlich auch unmöglich ist –, hat mich der besondere Roman begeistert und ist meiner Meinung nach zurecht für gleich drei Buchpreise nominiert!

"Das eigentliche Mysterium der Welt sei, mit Oscar Wilde gesprochen, das Sichtbare, nicht das Unsichtbare." (S. 104) Schon auf den ersten zehn Seiten war mir klar: Dieser Text übersteigt meinen Verstand – oder vielleicht einfach meine Geduld. Am Ende war es aber schlicht und einfach nicht mein Buch. Das macht mich nicht dümmer als jene, die es mit dem @Buchpreis ausgezeichnet haben. Aber ich muss ein für alle Mal festhalten: Die Buchpreis-Titel und ich – wir werden einfach keine Freunde. Dabei klang die Ausgangsidee vielversprechend. Zwei junge Frauen aus dem niederländischen Leiden brechen im Regenwald Mittelamerikas zu einer Wanderung auf. Bereits nach kurzer Zeit verliert sich ihre Spur und sie bleiben für immer verschwunden. Was nach Stoff für die große Kinoleinwand klingt, wird Jahre später von einem Theatermacher aufgegriffen. Er will die Ereignisse rekonstruieren und in einem Kunstprojekt verarbeiten. Er kontaktiert verschiedene Menschen, die er als Projektgruppe an den Ort des damaligen Geschehens zusammenruft. Unter ihnen eine namenlose Schriftstellerin, die als Chronistin der Expedition fungiert und die Beobachtungen verschriftlicht. Doch von einer linearen Handlung kann kaum die Rede sein. Schauplatz der Berichterstattung, von der wir im Folgenden lesen können, ist ein Auditorium. In den Aufzeichnungen geht es viel weniger um die verschollenen Frauen, als um eigene Geschichten, die die am Projekt Mitwirkenden zu erzählen haben. Mal sind es Traumsequenzen, mal tatsächlich Erlebtes; unterscheiden lässt es sich selten. Zig Erzählstränge, die eigentlich nichts mit der Kernhandlung zu tun haben, verzweigen sich wie das Geäst des Dschungels, bis der ursprüngliche Pfad unwiderruflich verloren ist. Dorothee Elmiger entwirft ein düsteres, fast gespenstisches Szenario, das permanent ein Gefühl der Beklemmung erzeugt. Das von der Erzählerin beschriebene Unbehagen kriecht auch mir von Anfang an den Rücken hinauf. Aber es ist keines, das mich packt. Es hat was von einem experimentellen Film - Lars von Trier in Romanform, könnte man sagen. Stilistisch ist das Buch ebenso radikal wie unnahbar. Fast durchgängig wird in der indirekten Rede erzählt, was die ohnehin kunstvolle Sprache zusätzlich abstrahiert. Elmiger spielt mit Fragmenten, Verschiebungen – und verlangt ihren Lesenden einiges ab. "[...] und es sei ihr spätestens in diesem Moment, als sie so ziellos durch den Wald geirrt seien, bewusst geworden, dass es hier keine Pointe geben, dass die ganze Geschichte auf keine Auflösung, kein Ende zulaufen würde." (S. 127) Die Ahnung hatte ich bereits auf Seite 10. So bleibt "Die Holländerinnen" für mich ein schwer zugängliches Experiment – ein literarischer Dschungel, in dem man sich verirren muss, um vielleicht zu verstehen, worum es Elmiger wirklich geht. Ich habe mich verirrt. Und vielleicht war genau das die Absicht.
Oh je. Das Buch hat mich sehr an Bücher in meinem Deutsch Unterricht erinnert. Das war leider gar nichts für mich. Ich finde die Idee spannend – zwei verschwundene Frauen, eine Autorin, ein Theaterprojekt im Dschungel – aber ich war so oft so verwirrt beim Lesen. Ich wusste nicht, wo wir gerade sind, wer spricht oder warum plötzlich neue Geschichten auftauchen. Irgendwann hatte ich das Gefühl, alle im Buch (inklusive mir) verlieren langsam den Verstand. Ich glaube, das ist sogar Absicht, aber dafür bin ich nicht intellektuell genug lol. Ich mag es nicht wenn ich mir erst 40 Rezensionen und Interpretationen durchlesen muss um den Sinn des Buches zu verstehen. Ich kann verstehen, warum man das literarisch interessant finden kann, aber für mich war’s eher anstrengend als interessant. Bin vielleicht auch nicht Zielgruppe. Vielen Dank an Netgalley für das Reziexemplar.
Die Verwirrung ist verwirrt
Ich weiß gar nicht ganz genau was ich von dem Buch halten soll, da ich es inhaltlich leider so gar nicht verstanden habe. Den roten Faden musste ich leider vergeblich suchen und manchmal musste ich mich echt kurz fragen ob ich die deutsche Sprache überhaupt beherrsche. Leider verstehe ich also auch nicht warum dieses Buch den deutschen Buch Preis 2025 gewonnen hat…
Massenhaft Konjunktiv zum Rosenmontag 🌹😆
Die Schreibweise war für mich sehr anspruchsvoll zu lesen. Der viele Konjunktiv hat mich manchmal echt rausgebracht – zum Glück hat das Buch nur 161 Seiten. 🙏🏻😹 Inhaltlich interessant, aber stilistisch sehr gewöhnungsbedürftig. Wer sich gerne in Konjunktiv-Spielereien vertiefen will, viel Spaß! 😉

Man muss sich darauf einlassen!
Das Buch „Die Holländerrinnen“ ist das zweite Buch von der Shortlist, das ich gelesen habe. Durch die Nominierung bin ich auf den Titel aufmerksam geworden. Der Roman basiert auf einer wahren Begebenheit, nämlich dem Verschwinden zweier niederländischer Touristinnen in Panama. Ein Theatermacher organisiert ein Theaterprojekt, bei dem er diesen mysteriösen Fall im Urwald rekonstruieren will. Hierzu lädt er u. a. die Erzählerin des Romans, eine Schriftstellerin ein. Sie soll das Theaterprojekt schriftlich dokumentieren. Über dieses Projekt und ihre oft nur fragmentarische und nicht lineare Dokumentation berichtet die Erzählerin im Rahmen einer Vorlesung. Im Vordergrund steht nicht - wie man ggf. vermuten könnte - die Rekonstruktion des realen Falls, sondern die Begebenheiten und Geschichten, von denen die Erzählerin während der Reise von anderen Teilnehmenden am Theaterprojekt oder Dritten erfährt. Diese haben durchweg Themen wie Angst, Reue, Gewalt u. ä. zum Thema. Es erschließt sich beim Lesen kein roter Faden, sondern vielmehr wird eine - zunehmend beklemmende - Atmosphäre geschaffen. Je tiefer die Teilnehmenden in den Urwald vordringen, desto mehr wird man auch als Leser in die Geschichten hinein- und auch hinuntergezogen. Aus meiner Sicht geht es genau darum, nicht zu erklären, sondern Erfahrungen zu teilen. Die Erzählungen gehen manchmal scheinbar nahtlos ineinander über, so dass man sich sehr konzentrieren muss, um den Faden nicht zu verlieren. Die zum Teil kritisierte durchgehende indirekte Rede ist sicher ungewöhnlich, hat mich persönlich jedoch nicht gestört. Vielmehr kam damit für mich das Verschwimmen zwischen Realität und Fiktion zum Ausdruck. Schwierig fand ich demgegenüber die Fülle an literarischen Querverweisen. Wenn man diesen - so wie ich - aus Unkenntnis nicht folgen kann, erschließt sich einem der Sinn der Aussage vielfach nicht. Das tut der Dichte der Erzählung und der Intensität der Atmosphäre jedoch keinen Abbruch. Eine klare Leseempfehlung!
Hatte mehr erwartet
Die wahre Geschichte hinter dem Buch und die Idee diese in ein Buch einzuarbeiten finde ich eigentlich ganz spannend. Allerdings bin ich nicht mit dem Schreibstiel klar gekommen und Inhaltlich fand ich das Buch auch eher schwächer. Von einem Gewinner des deutschen Buchpreises hatte ich etwas mehr erwartet.
3/5 Sterne Ich wollte mich mal wieder etwas aus meiner üblichen Komfortzone wagen und habe zu einem zweiten Buchpreis Nominierten aus diesem Jahr gegriffen und das hier hat ja sogar gewonnen...ich bin allerdings nicht wirklich sicher, was ich hier nun gelesen habe. 😅 Ich weiß nicht, ob ich es verstanden habe. Ich hatte irgendwie auf einen roten Faden gehofft, stattdessen schweift die Erzählerin von einer Story in die nächste ab und das alles auch noch in einem kontinuierlichen, fürchterlichen Konjunktiv. Das war für meinen Kopf irgendwie sehr anstrengend und ich bin auch nicht sicher, was ich daraus mitnehme, denn das Ende war noch weirder als alles zuvor. Dabei war das Erzählte gar nicht so uninteressant, man bekommt auch durchaus ein mulmiges Gefühl bei der seltsamen Atmosphäre, aber irgendwie... 😅 Ich bin so unschlüssig. Keine Ahnung, ob ich es gut fand, aber ich bin wohl trotzdem ganz froh, es gelesen zu haben, weil es so anders ist.
Für mich absolut schrecklich. Das gesamte Buch ist in indirekter Rede geschrieben, was ich fürchterlich finde. Mich erinnert es daran, wie eine an ADHS leidende Person Geschichten erzählt - sie schweift ab, kommt nicht zum Punkt und verliert sich, und das kann ich einfach nicht ertragen. Alles in allem war es für mich einfach nur wirr und sinnlos und hat mir 0% Spaß gemacht.
Eine Erzählung innerhalb einer Erzählung innerhalb einer Erzählung innerhalb...
Weil "Die Holländerinnen" den deutschen Buchpreis gewonnen hat, dachte ich mir, ich sollte es mal gelesen haben - auch wenn mich die Leseprobe so garnicht überzeugt hatte. Und leider muss ich sagen, dass mich mein erster Eindruck bestätigt hat. Ich bin absolut nicht die Audience, die dieses Buch erreichen (wollen) würde. In "Die Holländerinnen" schreibt Elminger über eine namenlose Schriftstellerin, die an eine Universität eingeladen wurde, um über ihr Schaffen zu erzählen. Leider befindet sie sich in so etwas wie in einem Writer's Block, fühlt sich nicht mehr fähig, über erfolgreiches Schreiben zu dozieren, wenn sie ja selbst gerade nicht schreibt. Und erzählt stattdessen von einem Auftrag, den sie ein paar Jahre zuvor erhalten hatte und der sie nach Südamerika geführt hat. Dort seien vor Jahren zwei "Holländerinnen" aus Leiden verschwunden - die nie gefunden wurden - und ein Theaterproduzent (?) wollte dieses Ereignis in ein Theaterwerk (?) verwandeln. Dafür hat er unterschiedliche Menschen zusammengetrommelt, um den Weg der beiden Verschwundenen nachzugehen und gemeinsam die Produktion zu gestalten. Die namenlose Autorin sollte dabei Protokoll führen und alles mitschreiben. Während ihrer Reise hat sie unterschiedliche Menschen getroffen, hat all ihre Geschichten in Einzelheiten erzählt, dadurch ist dieses Werk eine Art Patchwork verschiedener Erfahrungen und thematisiert von skurrilen Erlebnissen, zu gesellschaftsrelevanten Themen, wie Gewalt in Beziehungen, Wohnungslosigkeit und der Umgang damit, Tierleid, etc. Gefühlt ist das ganze Buch im Konjunktiv I geschrieben, also alles in allem ein herausforderndes Unterfangen - wo ich am Ende ehrlich gesagt absolut nicht wiedergeben kann, was der Sinn und Zweck dahinter ist? Ich habe mich leider komplett durch quälen müssen, und das, obwohl ich das Buch als Hörbuch "verarbeitet" habe. Bis zum Ende habe ich mich gefragt, was an diesem Werk tatsächlich dran sein soll - und habe für mich (noch einmal) beschlossen, dass ich einfach nicht die richtige Audience bin. Es war befriedigend, mal aus meinen üblichen Genres und Schreibstilen auszubrechen und etwas Neues zu "erleben", aber empfehlen kann ich dieses Buch leider nicht. Trotzdem vielen Dank an Netgalley und argon hörbuch für das digitale Rezensionsexemplar. Meine Meinung wurde nicht beeinflusst!
Da bin ich hin- und hergerissen. Dorothee Elmiger verstrickt in einer Geschichte etliche andere, die keinen offensichtlichen Zusammenhang haben. Einige davon haben mir sehr gut gefallen, andere weniger gut. Dabei schreibt Elmiger in indirekter Rede, was sehr gewöhnungsbedürftig ist. Ich konnte mich mit dieser Form nicht anfreunden. Mein Leseerlebnis war sehr anstrengend, und ich musste mich zwingen, nicht abzubrechen. Was mir half, waren andere Rezensionen, dank denen ich das grosse Ganze hinter den einzelnen Geschichten besser verstehe. Und das ist wiederum stark. Vielleicht nehme ich es in einer etwas ruhigeren Zeit nochmals zur Hand.
Wiedergabe einer Poetikvorlesung
Im Buch wird erzählt, wie eine berühmte Schriftstellerin eine Poetikvorlesung hält. Das hört sich recht langweilig an, und das ist es leider auch. Natürlich geht es irgendwie auch um die im Urwald verschollenen Holländerinnen, vor allem aber um Erinnerungen verschiedener Teilnehmer einer Expedition. Was macht dieser Urwald mit den Menschen? Woran erinnern sie sich? Das ist phasenweise auch mal spannend. Insgesamt bleibt aber ein ziemliches Bildungsgehubere, das zumindest mich nicht angesprochen hat. Das ist schade, aber jeder sollte es selbst ausprobieren.
Mein Gehirn möchte kurz auf die Bühne treten und sich bedanken, dass ich es nicht komplett überfordert habe. 😅📚
Nachdem Clemens Meyer bei der letztjährigen Buchpreis-Verleihung verbal komplett entgleist ist 🫢, habe ich mir geschworen: Ich lese jetzt jedes Gewinnerbuch. Besonders – aber nicht ausschließlich – wenn eine Autorin den Preis holt. Also, Bühne frei für „Die Holländerinnen“. Zum Inhalt: Eine Gruppe von Künstler:innen möchte für eine Theaterinszenierung den Fall zweier verschollener Holländerinnen im Dschungel von Panama rekonstruieren. So weit. So gut. Ich werde mir jetzt ganz sicher NICHT anmaßen zu behaupten, ich hätte den Inhalt dieses Buches wirklich verstanden. Ganz ehrlich: Für mich fühlte es sich eher an wie eine Aneinanderreihung von (wirklich guten!) Kurzgeschichten, in diesem Fall Lebensgeschichten der Protas. Die Gruppe will ja eigentlich versuchen den Fall der Holländerinnen zu inszenieren, aber währenddessen übernimmt einfach die Inszenierung oder das Leben (tiefgründig I know!) selber das Ruder. Und man lässt laufen. 🫣 Es war ein bisschen wie ein Gespräch, bei dem man irgendwann merkt: „Oh, wir sind ganz falsch abgebogen… egal, weiter.“ 😅 Die einzelnen Geschichten der Figuren fand ich total spannend und teilweise richtig unangenehm. Der Schreibstil? Gar nicht schlecht! Mein Gehirn kam erstaunlich gut mit… vielleicht, weil ich selbst so Chaos-Geschichten erzähle 🙃. Was mich etwas irritiert hat, war der hohe Grad an Verkünstelung. Da wimmelt es nur so von Anspielungen auf Autor:innen, Theater, Dramaturgie… Anfangs dachte ich, das sei eine überspitzte Kritik an dieser Szene von Menschen, die besonders viel Fachjargon benutzen, um maximal intellektuell zu wirken. Spoiler: Ich glaube, das war ernst gemeint. Mist. 😅🤯 Und der eigentliche Fall? Den hätte ich mir stärker ausgearbeitet gewünscht. Das hätte dem ganzen Projekt noch einen schönen, runden Rahmen gegeben. Habe ich irgendwas richtig verstanden? Keine Ahnung. Hatte ich Spaß? Auf irritierende Weise: ja. 🤷♀️✨ (✨Die Stelle oben kommt in Hörbuch bei 02:36 Stunden ✨)






















































