Die Harzreise
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Description
Book Information
Author Description
Heine, Heinrich (bis zur Taufe 1825: Harry H.), 13. 12. 1797 Düsseldorf – 17. 2. 1856 Paris. Sohn des jüd. Textilkaufmanns Samson H. und der Peire (gen. Betty) van Geldern; Ostern 1810–14 Lyzeum Düsseldorf, Anfang 1815 kaufmänn. Lehrling in Frankfurt/M., ab Sommer 1816 im Bankhaus s. Onkels Salomon H. in Hamburg, der ihm 1818 ein Manufakturwarengeschäft Harry H. & Co. einrichtete, das Frühjahr 1819 liquidiert wurde. Unerwiderte Liebe zu s. Kusine Amalie H. 1819 Beginn des Jurastud. mit Hilfe s. Onkels in Bonn; Burschenschafter; hörte Vorlesungen bei Arndt und A. W. Schlegel. Sept. 1820 nach Göttingen, dort wegen e. Duellvergehens 23. 1. 1821 relegiert. April 1821 – Mai 1823 Fortsetzung des Stud. in Berlin, doch mehr Philos. (bei Hegel) und Lit. als Jura. Verkehr im Salon Rahel Varnhagens. 1822 Polenreise. Mai 1823 zu den Eltern nach Lüneburg, Aufenthalte in Cuxhaven, Helgoland und Hamburg. Jan. 1824 nach Göttingen, Sept. 1824 Fußreise durch den Harz nach Thüringen, Besuch bei Goethe. 3. 5. 1825 jurist. Examen in Göttingen. 28. 6. 1825 in Heiligenstadt Übertritt zum protestant. Christentum. 20. 7. 1825 Promotion zum Dr. iur. in Göttingen. Lebte in Lüneburg und Hamburg, Unglückl. Liebe zu s. Kusine Therese H. April 1827 Reise nach London. Herbst 1827 nach München, dort Nov. 1827/28 mit F. Lindner, Mitredakteur von Cottas ›Neuen allg. polit. Annalen‹, vergebl. Bemühungen um e. Professur. Juli – Nov. 1828 in Italien, Hamburg, 1829 Berlin und Potsdam, wieder Hamburg, Wandsbek und Helgoland. 1. 4. 1831 Reise nach Paris zu endgültigem Aufenthalt ebda. Dort Korrespondent der Augsburger ›Allg. Zeitung‹. Bemühte sich als Mittler zwischen Dtl. und Frankreich. Verkehr mit Meyerbeer, V. Hugo, Dumas, Börne, Béranger, G. Sand und Balzac; Anschluß an die Saint-Simonisten. Verbot s. Schriften in Dtl. durch den Bundestagsbeschluß gegen das Junge Dtl. 1835. Seit 1834 Beziehungen zu Augustine Cre´scence Mirat (Mathilde), die er am 31. 8. 1841 heiratete. 1843 und 1844 Besuche in Dtl. Seit 1837 Augenleiden, seit 1848 durch e. langsam tötende Rükkenmarksdarre dauernd ans Krankenlager gefesselt. Letzte Liebe zu der jungen Elise Krinitz (›Mouche‹). Grab auf dem Montmartre-Friedhof.
Posts
„Auf die Berge will ich steigen“
„Wenn frohe Jugend und schöne Natur zusammenkommen, so freuen sie sich wechselseitig.“ Ich muss sagen, ich bin sehr überrascht, wie sehr mir dieser Reisebericht gefallen hat. Dass Heine schreiben kann, ist mir schon untergekommen. Aber, dass er so gut schreibt, damit habe ich nicht gerechnet. Ich muss einmal kurz flexen, wie gut ich den Lesezeitpunkt gesetzt habe. Ich bin grade das erste Mal im Harz und Heine hat diesen Text vor genau 200 Jahren veröffentlicht (auch wenn die Reise 1824 war. Egal). Deshalb wollte ich es auch lesen, hatte aber keine hohen Erwartungen. Was ich jedoch geboten bekommen habe, war pure Schreibkunst. Heine war ein unglaublich guter Beobachter. Er hat seine Umgebung und die damalige Zeit so messerscharf erfasst und niedergeschrieben, ich war hin und weg. Ich habe sogar oftmals laut aufgelacht. Ich habe in letzter Zeit einen Podcast über die Entstehung der Sprache gehört und da wurde die Beobachtung geteilt, dass früher schöner geschrieben wurde. Und danach diesem Buch kann ich das vollends unterschreiben. Dieses Buch hat natürlich grade einen besonderen Zauber, da ich auf seinen Spuren wandel. Ich weiß nicht, ob es mich zuhause auch so gecatcht hätte. Also mein Tipp an alle: macht euch ein schönes Wochenende im Harz, schnürt eure Wanderstiefel, packt euch Heine ein und genießt seine Worte, während ihr euren Blick über diese schöne, wenn auch teils karge Natur schweifen lasst. Ein wirklich schöner Reisebericht und ein wunderbares Dokument seiner Zeit. Die tollen Beobachtungen wechseln sich immer wieder mit Gedichten von Heine ab, was für mich das i-Tüpfelchen an diesem Buch war. Zum Schluss noch mein Lieblingszitat aus diesem Buch. Heine zu den von ihm entdeckten Hirschen: „Wenn ich solch ein liebes, edles Tier sehe, so kann ich nicht begreifen, wie gebildete Leute Vergnüge daran finden, es zu hetzen und zu töten.“ Den halben Stern ziehe ich nur ab, weil ab und zu Anspielungen kamen, die ich nicht verstehe und die mich dann etwas rausgebracht haben.

saugeil
super viele pointen und anspielungen von denen ich trotz vereinzelter erklärungen in den anmerkungennur ein teil verstanden habe aber musste vor lauter sprachwitz oft schmunzeln, kichern, grinsen. die gedichte sind auch beeindruckend vor allem wenn heine ie wirklich auf lock beim durchqueren von nörten verfasst hat, konnte aber auch nicht mit allen was anfangen. insgesamt sehr schön wieviel einem so ein alter text noch geben kann, vor allem humoristisch.
3,7 Sterne Ich hatte nicht erwartet, dass dieser Reisebericht so humorvoll ist. Heinrich Heine schreibt poetisch und gleichzeitig komisch, ich musste wirklich an einigen Stellen sehr lachen. Eine Schnullerbacke war Heine allerdings schon, er vergleicht so ziemlich alles (Berge, Blumen, ganze Landschaften) mit schönen Frauen und erzählt generell einige schöne Damen auf, denen er auf seiner Reise begegnet ist. Auf deren Schönheit singt er dann Loblieder, die etwas schmalzig, aber irgendwie auch wieder komisch sind. Abgesehen von den leicht schwülstigen Gedichten, war der poetische Schreibstil wunderschön, ebenso wie die Beschreibung von Land und Leuten. Es gab sogar eine Szene die fast schon etwas homoerotisch war. Ich mag Reiseberichte im Allgemeinen, Heine schreibt jedoch fast mehr über persönliche Erfahrungen in der Vergangenheit als über seine Reise. Insgesamt hat mir dieser Reisebericht jedoch sehr gut gefallen und wird nicht mein letztes Buch von Heine gewesen sein.
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Heine, Heinrich (bis zur Taufe 1825: Harry H.), 13. 12. 1797 Düsseldorf – 17. 2. 1856 Paris. Sohn des jüd. Textilkaufmanns Samson H. und der Peire (gen. Betty) van Geldern; Ostern 1810–14 Lyzeum Düsseldorf, Anfang 1815 kaufmänn. Lehrling in Frankfurt/M., ab Sommer 1816 im Bankhaus s. Onkels Salomon H. in Hamburg, der ihm 1818 ein Manufakturwarengeschäft Harry H. & Co. einrichtete, das Frühjahr 1819 liquidiert wurde. Unerwiderte Liebe zu s. Kusine Amalie H. 1819 Beginn des Jurastud. mit Hilfe s. Onkels in Bonn; Burschenschafter; hörte Vorlesungen bei Arndt und A. W. Schlegel. Sept. 1820 nach Göttingen, dort wegen e. Duellvergehens 23. 1. 1821 relegiert. April 1821 – Mai 1823 Fortsetzung des Stud. in Berlin, doch mehr Philos. (bei Hegel) und Lit. als Jura. Verkehr im Salon Rahel Varnhagens. 1822 Polenreise. Mai 1823 zu den Eltern nach Lüneburg, Aufenthalte in Cuxhaven, Helgoland und Hamburg. Jan. 1824 nach Göttingen, Sept. 1824 Fußreise durch den Harz nach Thüringen, Besuch bei Goethe. 3. 5. 1825 jurist. Examen in Göttingen. 28. 6. 1825 in Heiligenstadt Übertritt zum protestant. Christentum. 20. 7. 1825 Promotion zum Dr. iur. in Göttingen. Lebte in Lüneburg und Hamburg, Unglückl. Liebe zu s. Kusine Therese H. April 1827 Reise nach London. Herbst 1827 nach München, dort Nov. 1827/28 mit F. Lindner, Mitredakteur von Cottas ›Neuen allg. polit. Annalen‹, vergebl. Bemühungen um e. Professur. Juli – Nov. 1828 in Italien, Hamburg, 1829 Berlin und Potsdam, wieder Hamburg, Wandsbek und Helgoland. 1. 4. 1831 Reise nach Paris zu endgültigem Aufenthalt ebda. Dort Korrespondent der Augsburger ›Allg. Zeitung‹. Bemühte sich als Mittler zwischen Dtl. und Frankreich. Verkehr mit Meyerbeer, V. Hugo, Dumas, Börne, Béranger, G. Sand und Balzac; Anschluß an die Saint-Simonisten. Verbot s. Schriften in Dtl. durch den Bundestagsbeschluß gegen das Junge Dtl. 1835. Seit 1834 Beziehungen zu Augustine Cre´scence Mirat (Mathilde), die er am 31. 8. 1841 heiratete. 1843 und 1844 Besuche in Dtl. Seit 1837 Augenleiden, seit 1848 durch e. langsam tötende Rükkenmarksdarre dauernd ans Krankenlager gefesselt. Letzte Liebe zu der jungen Elise Krinitz (›Mouche‹). Grab auf dem Montmartre-Friedhof.
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„Auf die Berge will ich steigen“
„Wenn frohe Jugend und schöne Natur zusammenkommen, so freuen sie sich wechselseitig.“ Ich muss sagen, ich bin sehr überrascht, wie sehr mir dieser Reisebericht gefallen hat. Dass Heine schreiben kann, ist mir schon untergekommen. Aber, dass er so gut schreibt, damit habe ich nicht gerechnet. Ich muss einmal kurz flexen, wie gut ich den Lesezeitpunkt gesetzt habe. Ich bin grade das erste Mal im Harz und Heine hat diesen Text vor genau 200 Jahren veröffentlicht (auch wenn die Reise 1824 war. Egal). Deshalb wollte ich es auch lesen, hatte aber keine hohen Erwartungen. Was ich jedoch geboten bekommen habe, war pure Schreibkunst. Heine war ein unglaublich guter Beobachter. Er hat seine Umgebung und die damalige Zeit so messerscharf erfasst und niedergeschrieben, ich war hin und weg. Ich habe sogar oftmals laut aufgelacht. Ich habe in letzter Zeit einen Podcast über die Entstehung der Sprache gehört und da wurde die Beobachtung geteilt, dass früher schöner geschrieben wurde. Und danach diesem Buch kann ich das vollends unterschreiben. Dieses Buch hat natürlich grade einen besonderen Zauber, da ich auf seinen Spuren wandel. Ich weiß nicht, ob es mich zuhause auch so gecatcht hätte. Also mein Tipp an alle: macht euch ein schönes Wochenende im Harz, schnürt eure Wanderstiefel, packt euch Heine ein und genießt seine Worte, während ihr euren Blick über diese schöne, wenn auch teils karge Natur schweifen lasst. Ein wirklich schöner Reisebericht und ein wunderbares Dokument seiner Zeit. Die tollen Beobachtungen wechseln sich immer wieder mit Gedichten von Heine ab, was für mich das i-Tüpfelchen an diesem Buch war. Zum Schluss noch mein Lieblingszitat aus diesem Buch. Heine zu den von ihm entdeckten Hirschen: „Wenn ich solch ein liebes, edles Tier sehe, so kann ich nicht begreifen, wie gebildete Leute Vergnüge daran finden, es zu hetzen und zu töten.“ Den halben Stern ziehe ich nur ab, weil ab und zu Anspielungen kamen, die ich nicht verstehe und die mich dann etwas rausgebracht haben.

saugeil
super viele pointen und anspielungen von denen ich trotz vereinzelter erklärungen in den anmerkungennur ein teil verstanden habe aber musste vor lauter sprachwitz oft schmunzeln, kichern, grinsen. die gedichte sind auch beeindruckend vor allem wenn heine ie wirklich auf lock beim durchqueren von nörten verfasst hat, konnte aber auch nicht mit allen was anfangen. insgesamt sehr schön wieviel einem so ein alter text noch geben kann, vor allem humoristisch.
3,7 Sterne Ich hatte nicht erwartet, dass dieser Reisebericht so humorvoll ist. Heinrich Heine schreibt poetisch und gleichzeitig komisch, ich musste wirklich an einigen Stellen sehr lachen. Eine Schnullerbacke war Heine allerdings schon, er vergleicht so ziemlich alles (Berge, Blumen, ganze Landschaften) mit schönen Frauen und erzählt generell einige schöne Damen auf, denen er auf seiner Reise begegnet ist. Auf deren Schönheit singt er dann Loblieder, die etwas schmalzig, aber irgendwie auch wieder komisch sind. Abgesehen von den leicht schwülstigen Gedichten, war der poetische Schreibstil wunderschön, ebenso wie die Beschreibung von Land und Leuten. Es gab sogar eine Szene die fast schon etwas homoerotisch war. Ich mag Reiseberichte im Allgemeinen, Heine schreibt jedoch fast mehr über persönliche Erfahrungen in der Vergangenheit als über seine Reise. Insgesamt hat mir dieser Reisebericht jedoch sehr gut gefallen und wird nicht mein letztes Buch von Heine gewesen sein.








