Lenz

Lenz

by
Hardback
5.01

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Description

»Den 20. ging Lenz durch’s Gebirg. Die Gipfel und hohen Bergflächen im Schnee, die Täler hinunter graues Gestein, grüne Flächen, Felsen und Tannen. Es war naßkalt, das Wasser rieselte die Felsen hinunter und sprang über den Weg. Die Äste der Tannen hingen schwer herab in die feuchte Luft. Am Himmel zogen graue Wolken, aber Alles so dicht, und dann dampfte der Nebel herauf und strich schwer und feucht durch das Gesträuch, so träg, so plump.« Der berühmte Beginn von Büchners »Lenz«, eines Textes, dem man seine Entstehungszeit kaum glaubt, so modern, so geistesnah ist diese fulminante kleine Novelle, die man gleich wieder von vorne anfangen möchte, kaum hat man sie zu Ende gelesen. Die liebevoll edierte Leinenausgabe trägt diesem Bedürfnis Rechnung. Den notwendigen Hintergrund für ein tieferes Verständnis des Textes liefert Joachim Bark, Experte für die Literatur des 19. Jahrhunderts, in seinem ausführlichen, gut lesbaren Nachwort. Texte zum Dichter Lenz von J.F. Oberlin, A. Stöber und J.W. Goethe, die Büchner als Quelle dienten, Anmerkungen und eine Zeittafel runden den Band ab.

Book Information

Main Genre
Poetry & Drama
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
120
Price
16.50 €

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5

Meisterwerk

„Es ist kein Fragment“. Ja, es ist kein Fragment, obwohl Büchner das Werk nicht zu Ende schreiben konnte, weil wir den Kontext und Büchners Weltansichten kennen.Ein Meisterwerk Büchners. Büchner orientiert sich, anti-idealistisch, an originalen „Biografien“ und schreibt die Geschichten und seine Charaktere nicht wie sie sein sollten, sondern wie sie sind und beleuchtet dies mit seinen Werken. Das macht ihn meiner Meinung nach zu dem wichtigsten Vertreter „modern denkender“ deutscher Literatur. Denn in Lenz zeigt Büchner sein Verständnis und seine Empathie durch seine psychologisch genauen Beobachtungen. Er beschreibt den Aufenthalt eines Dichters des Sturm und Drangs (Lenz) und dessen Verfall in schizophrene Verhaltensweisen. Wieder beleuchtet Büchner von der Gesellschaft verstoßene Menschen, Opfer, welche unter diesen Umständen leiden, weshalb einfach Parallelen zu Büchners Woyzeck gezogen werden können. Der Verlag hat ein sehr vielsagendes Nachwort und viele Erläuterungen und Kontextualisierungen im Anhang. Ausserdem schafft es Büchner eine außergewöhnliche Atmosphäre zu schaffen und den Leser durch die wunderbare Wortwahl und den Wechsel zwischen Normalität und Exzentrität zu schaffen. Ein Meisterwerk! Sehr zu empfehlen.

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