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»Bomben fielen vom Nachthimmel, als der Junge sein Gefängnis verließ, den Raum ohne Fenster, den Raum voller Bücher. Er war zehn Jahre alt und ebenso lange eingesperrt gewesen. An den Wänden seines Zimmers reichten die Regale bis zur Decke, die Bücher standen Rücken an Rücken, viele in dichten Doppelreihen. Mit fünf hatte man ihm das Lesen beigebracht, seitdem war seine Welt aus Papier.«
Das Buch erzählt die Geschichte von Robert Steinfeld und seiner Familie. Robert kauft und verkauft seltene Bücher. Bei einem Besuch einer alten Bibliothek, entdeckt er Bücher, die sein Vater einst gebunden hat. Einige Exemplare scheinen weit nach dem Tod des bekannten Buchbinders entstanden zu sein. Doch wie ist das möglich? Auf der Suche nach Antworten, muss Robert in die Vergangenheit reisen. In seine eigene und die seines Vaters. Was er dort entdeckt, verändert sein Leben. Kai Meyer lässt sein Buch auf drei Zeiteben spielen: > 1933, kurz nach der nationalsozialistischen Machtübernahme > 1943, nachdem die Royal Air Force das Graphische Viertel in Leipzig bombadierte > 1971, als eine Mauer Deutschland bereits seit 10 Jahren teilte Er nutzt nicht nur wichtige zeitgenössische Ereignisse, um seiner Geschichte die nötige Tiefe und Atmosphäre zu geben, die Geschichte spielt außerdem an historischen Orten wie Leipzig, Wien und Oberstdorf. Allen voran lässt er das Graphische Viertel wieder auferstehen. Ein Ort an dem große Verlage (z.B. Brockhaus und Reclam), ihre Bücher drucken ließen und Buchhändler das Stadtbild prägten. Nach der Bombadierung von Leipzig, wurde es zwar wieder aufgebaut, doch die Buchverlage kehrten nicht zurück. Kai Meyer erstellt mit seiner Geschichte einen engen Zusammenhang zu bekannter klassischer Literatur. Vor allem Anspielungen auf Goethe und dessen Hang zu der Verbindung von Wissenschaft und Magie und seiner Annahme, dass Kunst als etwas, das Wirklichkeit nicht nur abbildet, sondern gestaltet, konnte ich in der Geschichte wiederfinden. Der Autor hat Charaktere mit Tiefgang aufs Papier gebannt und er schafft es auf allen Zeitebenen ein lebendiges Bild, der jeweiligen Epoche, entstehen zu lassen. Man wandelt mit Jakob durch die Gassen von Leipzig, erklimmt mit Robert die Trümmerlandschaft des 2. Weltkrieges, und begleitet ihn fast 30 Jahre später durch die Wälder des Harzes. Ich habe den Roman als Hörbuch gehört und die drei Sprecher/ Sprecherin haben einen super Job gemacht und ich konnte der Geschichte gut folgen. Die Entscheidung, jede Zeitebene von einem anderen Sprecher/einer Sprecherin lesen zu lassen, fand ich für die Handlung sehr zuträglich. Ich konnte die Liebe zur Literatur und Büchern zwischen den Seiten dieser Geschichte spüren. Und trotzdem fehlte mir noch ein kleines Mehr zu einem Highlight. Ich kann nicht genau sagen, was dieses Mehr ist, doch vielleicht finde ich es im nächsten Band der Reihe.
Mar 25, 2026
»Bomben fielen vom Nachthimmel, als der Junge sein Gefängnis verließ, den Raum ohne Fenster, den Raum voller Bücher. Er war zehn Jahre alt und ebenso lange eingesperrt gewesen. An den Wänden seines Zimmers reichten die Regale bis zur Decke, die Bücher standen Rücken an Rücken, viele in dichten Doppelreihen. Mit fünf hatte man ihm das Lesen beigebracht, seitdem war seine Welt aus Papier.«
Das Buch erzählt die Geschichte von Robert Steinfeld und seiner Familie. Robert kauft und verkauft seltene Bücher. Bei einem Besuch einer alten Bibliothek, entdeckt er Bücher, die sein Vater einst gebunden hat. Einige Exemplare scheinen weit nach dem Tod des bekannten Buchbinders entstanden zu sein. Doch wie ist das möglich? Auf der Suche nach Antworten, muss Robert in die Vergangenheit reisen. In seine eigene und die seines Vaters. Was er dort entdeckt, verändert sein Leben. Kai Meyer lässt sein Buch auf drei Zeiteben spielen: > 1933, kurz nach der nationalsozialistischen Machtübernahme > 1943, nachdem die Royal Air Force das Graphische Viertel in Leipzig bombadierte > 1971, als eine Mauer Deutschland bereits seit 10 Jahren teilte Er nutzt nicht nur wichtige zeitgenössische Ereignisse, um seiner Geschichte die nötige Tiefe und Atmosphäre zu geben, die Geschichte spielt außerdem an historischen Orten wie Leipzig, Wien und Oberstdorf. Allen voran lässt er das Graphische Viertel wieder auferstehen. Ein Ort an dem große Verlage (z.B. Brockhaus und Reclam), ihre Bücher drucken ließen und Buchhändler das Stadtbild prägten. Nach der Bombadierung von Leipzig, wurde es zwar wieder aufgebaut, doch die Buchverlage kehrten nicht zurück. Kai Meyer erstellt mit seiner Geschichte einen engen Zusammenhang zu bekannter klassischer Literatur. Vor allem Anspielungen auf Goethe und dessen Hang zu der Verbindung von Wissenschaft und Magie und seiner Annahme, dass Kunst als etwas, das Wirklichkeit nicht nur abbildet, sondern gestaltet, konnte ich in der Geschichte wiederfinden. Der Autor hat Charaktere mit Tiefgang aufs Papier gebannt und er schafft es auf allen Zeitebenen ein lebendiges Bild, der jeweiligen Epoche, entstehen zu lassen. Man wandelt mit Jakob durch die Gassen von Leipzig, erklimmt mit Robert die Trümmerlandschaft des 2. Weltkrieges, und begleitet ihn fast 30 Jahre später durch die Wälder des Harzes. Ich habe den Roman als Hörbuch gehört und die drei Sprecher/ Sprecherin haben einen super Job gemacht und ich konnte der Geschichte gut folgen. Die Entscheidung, jede Zeitebene von einem anderen Sprecher/einer Sprecherin lesen zu lassen, fand ich für die Handlung sehr zuträglich. Ich konnte die Liebe zur Literatur und Büchern zwischen den Seiten dieser Geschichte spüren. Und trotzdem fehlte mir noch ein kleines Mehr zu einem Highlight. Ich kann nicht genau sagen, was dieses Mehr ist, doch vielleicht finde ich es im nächsten Band der Reihe.
Mar 25, 2026








