Der stille Freund

Der stille Freund

Hardback
4.0320

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Description

Nach »Kaffee und Zigaretten« und »Nachmittage« - neue Erzählungen von Bestsellerautor Ferdinand von Schirach.

Ferdinand von Schirach schreibt über die Verletzlichkeit des Menschen, über seine Triumphe und sein Scheitern. Seine Geschichten erzählen von der Gesellschaft, vom Tod und von Verbrechen, von Musik, Film, Malerei und Philosophie. Sie spielen in Berlin, Kapstadt, Rom, Wien und an der Côte d´Azur. Sie berichten von privaten Begegnungen, von historischen Ereignissen und von Persönlichkeiten wie dem Tennisspieler Gottfried von Cramm, dem Architekten Adolf Loos oder dem Wiener Schriftsteller, Schauspieler und Kulturphilosophen Egon Friedell. Und immer wieder erzählt sein neues Buch »Der stille Freund« von Zufällen, die ein Leben unaufhaltsam verändern, von der Unbegreiflichkeit und Großartigkeit des Menschen, von der Unsicherheit des Daseins und der Sehnsucht nach Schutz, Sicherheit und Freiheit.

Das neue Buch bildet zugleich die Grundlage für Ferdinand von Schirachs großes Bühnenprogramm »Der stille Freund«, mit dem er ab Herbst 2026 durch Deutschland, Österreich und die Schweiz auf Tournee geht.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
176
Price
22.70 €

Author Description

Der SPIEGEL nannte Ferdinand von Schirach einen »großartigen Erzähler«, die New York Times einen »außergewöhnlichen Stilisten«, der Independent verglich ihn mit Kafka und Kleist, der Daily Telegraph schrieb, er sei »eine der markantesten Stimmen der europäischen Literatur«. Seine Erzählungsbände und Romane wurden vielfach verfilmt und zu millionenfach verkauften internationalen Bestsellern. Sie erschienen in mehr als vierzig Ländern. Die Theaterstücke Terror und Gott zählen zu den erfolgreichsten Dramen unserer Zeit, und mit seinem Theatermonolog Regen trat Ferdinand von Schirach nahezu 18 Monate lang vor ausverkauften Sälen auf. Seine Essaybände wie Die Würde des Menschen ist antastbar sowie die Gespräche mit Alexander Kluge Die Herzlichkeit der Vernunft und Trotzdem standen monatelang auf den Bestsellerlisten. Zuletzt erschienen von ihm u.a. die Erzählsammlung Nachmittage, der Theatermonolog Regen und das Theaterstück Sie sagt. Er sagt. Ferdinand von Schirach wurde vielfach mit Literatur- und Filmpreisen ausgezeichnet. Er lebt in Berlin.

Characteristics

4 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
58%
6%
33%
N/A
72%
25%
71%
82%
68%
16%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
46%
71%
29%
62%

Pace

Fast25%
Slow0%
Moderate75%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex25%
Moderate75%
Bildhaft (33%)Minimalistisch (67%)

Posts

70
All
4

Krasses Buch

Das Buch wurde mir in meiner Buchhandlung empfohlen. Sie sagte nur, dass die Bücher von Ferdinand von Schirach immer etwas nachhallen. Ich hatte keine Erwartungen an das Buch. Ich habe vom Autor noch kein Buch gelesen. Es ist mir in der Buchhandlung schon mal aufgefallen. Das Cover gefällt mir ganz gut, aber der Klappentext verrät nichts. Als ich anfing zu lesen, war ich zuerst etwas verwundert, weil ich keinen Zusammenhang sah. Da fiel mir auf, dass es eine Sammlung von Kurzgeschichten ist. Das Thema TOD zieht sich durch alle Kurzgeschichten. Einige Geschichten sind, für zarte Seelen, wie mich, doch verstörend. Jede Kurzgeschichte hallt extrem nach. Ich habe sogar geträumt, dass ich in einem Hotel mit Toten eingesperrt bin und nicht entkommen kann. Es war ein furchtbarer Alptraum. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Man sollte das Buch nur lesen, wenn man mental stabil ist. Wer von euch kennt den Autor und hat schon einiges von ihm gelesen? Schreibt er immer so düster?

5

Nachdem mich mein letztes Buch von Ferdinand von Schirach (Kaffee und Zigaretten) etwas enttäuscht hat, hat mich „Der stille Freund“ wieder total abgeholt. Dieses Mal habe ich mich an ein Hörbuch gewagt und habe mir quasi das Buch vom Autor persönlich vorlesen lassen. Jede Kurzgeschichte hat mich zum nachdenken und innehalten bewegt. Der Tod ist in diesem Buch allgegenwärtig. Mal brutal und mal sanft. Manche der Geschichten sind nicht für zarte Gemüter geeignet und lassen einen dicken Klos im Hals zurück. Ich werde mir das Buch zum Hörbuch auf alle Fälle holen und noch einmal für mich lesen.

5

Stille Geschichten mit großer Wucht

Mit „Der stille Freund“ beweist Ferdinand von Schirach einmal mehr seine unverwechselbare erzählerische klare, reduzierte und beinahe kühle Handschrift, die gerade deshalb von umso größerer emotionaler Wucht ist. In diesem schmalen Band entfalten sich Geschichten, die wirken, als trügen sie ganze Biografien in sich. Schirach nähert sich seinen Figuren mit der Präzision eines Strafverteidigers und der Sensibilität eines Literaten. Der Tod ist dabei kein bloßes Motiv, sondern ein stiller Begleiter, der manchmal unausweichlich, manchmal abrupt und oft erschütternd beiläufig kommt. Doch gerade im Angesicht des Endes gewinnen die Figuren eine besondere Lebendigkeit. Ihre Entscheidungen, ihre Brüche und ihre Abgründe treten umso schärfer hervor. Die Erzählungen bewegen sich zwischen historischen Persönlichkeiten, persönlichen Begegnungen und einer reflektierenden Ich-Perspektive. Diese Mischung verleiht dem Buch eine eigentümliche Authentizität. Man liest nicht nur Geschichten, sondern spürt, dass sie aus einer tiefen Kenntnis menschlicher Grenzsituationen heraus geschrieben sind. Schirach gelingt es, mit wenigen Worten ganze Seelenzustände oft in Momenten offenzulegen, die kaum mehr als eine Seite umfassen, aber lange nachhallen. Besonders eindrucksvoll ist, wie der Autor moralische Fragen stellt, ohne sie je eindeutig zu beantworten. Schuld, Zufall, Verantwortung – all das bleibt in der Schwebe und fordert die Leserinnen und Leser heraus, eigene Positionen zu entwickeln. Gerade diese Offenheit macht die Lektüre so intensiv und nachhaltig. Die gelegentliche Brutalität mancher Szenen ist dabei kein Selbstzweck, sondern Teil einer literarischen Wahrhaftigkeit. Sie kann verstören, ja, stellenweise sogar erschöpfen und genau darin liegt ihre Kraft. Dieses Buch verlangt Aufmerksamkeit und Bereitschaft, sich auf Unbequemes einzulassen. Es ist keine Lektüre für zwischendurch, sondern eine, die innehalten lässt und manchmal danach fordert, das Buch aus der Hand zu legen und tief durchzuatmen. „Der stille Freund“ ist ein eindringliches, stilles und zugleich tief bewegendes Werk. Ein Buch, das zeigt, wie viel in der Reduktion liegen kann und wie nah Literatur dem echten Leben kommen darf.

5

Die Erzählweise des Ferdinand von Schirach ist und bleibt auf seine Art unvergleichlich. In diesem kurzen Band voller Geschichten steckt nicht minder als mehrere ganze Leben drin. Getreu dem Werk des Autoren ist der Tod und der Weg in den Tod ein treuer Begleiter vieler Geschichten, die bewegten Leben können uns als Leserschaft aber noch lange im Gedächtnis bleiben. Eine Mischung aus historischen Persönlichkeiten, privaten Begegnungen und einer Ich-Perspektive in der Erzählung macht die Figuren, ob ihres Todes, so unglaublich lebendig, dass man in Abschnitten eine eigene Betroffenheit spüren kann. Gerade wegen einer gewissen Brutalität in Geschichten lässt einen dieses Buch auch stellenweise gezeichnet zurück und es kann aus der Hand gelegt werden. Aber die Verbindung dessen in die Literatur macht es zu einem mehr als lesenswerten Buch.

5

Eine Achterbahn 🎢 der Gefühle

Ist es schlimm wenn ich sage, dass es mein erstes Buch 📖 von Ferdinand von Schirach war? Aber es ist sicherlich nicht mein letztes Buch 📕von ihm. Ich bin regelrecht eingetaucht in eine fremde Welt, aber auch eine so aktuelle Welt.. und jetzt tauche ich wieder aus dem Buch auf.. was soll ich jetzt machen? Es wirkt noch so nach.. ich bin von mir selbst überrascht 🥰 und kann es einfach nicht erklären, mir fehlen die Worte… Und doch kann ich sagen: Klare Leseempfehlung 🥰

3

Zwischen Genie und Wahnsinn ⭐️⭐️⭐️

Das Buch besteht aus mehreren Kurzgeschichten, die keine Verbindung zueinander haben. Sie handeln von Personen und Ereignissen, die der Protagonist erlebt, kennen gelernt oder gehört hat. Die einzelnen Geschichten sind zwar interessant, aber mich holt das nicht ab, weil sie nicht zusammenhängend sind und es mir dadurch schwer fällt mich zu erinnern, worum es in dem Buch eigentlich geht. Den Buchtitel kann ich nicht zum Inhalt zuordnen.

4

Schirachs Kurzgeschichten - auch dieses Mal ein wahrer Lesegenuss

In seinem Buch Der stille Freund berichtet Schirach über einige Begegnungen von Menschen, die teilweise schon lange Freunde sind, sich aber oft nur unregelmäßig sehen und aber dennoch tief miteinander verbunden sind. Besonders berührt hat mich die erste Kurzgeschichte, die auch der Namensgeber für das Buch ist. Hier geht es um einen Schulfreund des Autors Massimo, der auf einer Farm in Namibia lebt, der sich aber sein ganzes Leben mit philosophischen Problemen auseinandersetzt und bei einem Flugzeugabsturz stirbt. Schirachs Geschichten sind oft wie ein psychologisches Kaleidoskop für mich - sie haben Tiefgang und machen nachdenklich auch über das eigene Leben. Man spürt in diesen Geschichten, wie wichtig Schirach tiefe Freundschaften sind, denn wie einige Intellektuelle und Schriftsteller hat er sein Zuhause viel zu früh verlassen müssen und hat einen Großteil seiner Kindheit/Jugend in einem Internat verbracht.

4

Mehrere Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen. Der prägnante und nüchterne Schreibstil überzeugt mich jedes Mal aufs neue.

Mehrere Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen. Der prägnante und nüchterne Schreibstil überzeugt mich jedes Mal aufs neue.
3.5

Ein typischer Schirach

Der stille Freund ist für mich wieder ein ganz typischer Schirach. Ich mag seinen klaren, ruhigen Stil – man fliegt einfach durch die Seiten, ohne dass es an Tiefe fehlt. Seine Texte haben immer etwas Nachdenkliches, manchmal auch Verstörendes, und genau das gefällt mir so an ihm. Trotzdem muss ich sagen, dass dieser Band für mich nicht zu seinen stärksten gehört. Irgendwie hat mir diesmal ein bisschen die Wucht gefehlt, die manche seiner anderen Bücher haben. Ein paar Texte fand ich aber richtig stark – besonders Unfälle und Fehler. Die beiden haben mich sehr berührt und sind mir im Gedächtnis geblieben. Insgesamt also ein schönes Buch.

5

Nachdem mir Regen nicht besonders vorkam, schaffen es diese Erzählungen wieder mich zu begeistern. Unterschiedlichste Themen werden hier in gewohnt nüchternem, wie schönem Ton verhandelt. Ohne Wertung bringt Schirach einen dazu über die Welt, den Sinn oder Unsinn nachzudenken. Wieder eine Empfehlung.

5

Ein Buch das meine Persönlichkeit schärft

Mein schönster Schirach, bis jetzt. Ich weiß nicht warum, aber dieses Buch bewirkt was in mir. Viele kleine Lebensgeschichten die nicht belehren, aber zum Nachdenken anregen. Das Buch werde ich wohl mehrmals lesen und ich weiß, jedesmal wird mich eine andere Geschichte ansprechen. Ich mag die Bezeichnung „der stille Freund“ sehr. WOW! Danke!!

4

Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen

"Und dann, ganz plötzlich, wurde ihm klar, dass nur das Lebendige wahr ist, nur das Staunen, nur die Schönheit unserer Welt, dieser eine Moment." "Der stille Freund" ist ein neuer Kurzgeschichtenband von Ferdinand von Schirach, der hier wieder viele moralische, ethische und auch philosophische Fragen aufwirft. Fragen, die das Leben, die uns als Mensch, betreffen. "Aber den Tod darf man nicht so ernst nehmen. Wenn man verzweifelt ist, stirbt man. Wenn man nicht verzweifelt ist, stirbt man auch. Besser also, man ist nicht verzweifelt." Was mir bei Schirach immer ganz besonders gefällt ist, dass er seinen Lesern ausreichend Raum gibt ihre eigene Meinung zu einem Thema zu finden. Er betet nichts vor, sondern gibt Anregungen und Ideen für Gespräche. Dieses Mal sind die Geschichten weniger rechtsrethorisch sondern vielmehr Einblicke in das Leben im Allgemeinen. Was uns Menschen bewegt und wie das Leben manchmal spielt. Es geht um Recht und Unrecht und darum, was man als Mensch zum Teil bereit ist zu tun. Für mich ist "Der stille Freund" der bisher beste Kurzgeschichtenband Schirachs. Meine Lieblingsbücher bleiben aber "Terror" und "Gott". "Das Gegenteil der Wahrheit wird geglaubt, wenn es oft genug behauptet wird. Vergangenheit lässt sich verändern, Tatsachen gelten nichts. George Orwell hatte recht."

Kurzgeschichten, die zum Nachdenken anregen
5

Ein typischer Schirach.

Mittlerweile weniger rechtstheoretisch und (noch) flüssiger erzählt als noch in seinen ersten Büchern, ist dies wieder ein wirklich guter, neuer Schirach. Man denkt sich bei fast jeder Geschichte „puh, da muss ich jetzt kurz innehalten und drüber nachdenken“ - und kann dann doch nicht anders, als sofort weiter zu lesen. Das ist wie ein Sog - eine unglaubliche Kunst mit einem unglaublich tollen, verbindlichen und präzisen Schreibstil - ganz Schirach eben. Und wie immer, kommt auch die Bildung nicht zu kurz. Schirach entführt in scheinbar einfache, alltägliche Welten, die sich aber doch oft als elitär entpuppen und dadurch ihre Faszination entwickeln. Von der Upper Class zur High Society, über Scheinamputationen bis hin zu „Mozart ist tot“ - ein Ritt durch philosophische, ethische und moralische Fragen des alltäglichen Lebens. Absolute Leseempfehlung!

Ein typischer Schirach.
5

Der stille Freund versammelt kurze Texte, die lose miteinander verbunden sind. Ein Ich-Erzähler führt durch die Stücke: mal als Beobachter, mal als Beteiligter, immer mit einem kühlen, präzisen Blick auf Menschen in Grenzsituationen. Die Erzählungen spielen in unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten: in Gerichtssälen, Hotels, Wohnungen, auf Reisen, in bürgerlichen Milieus. Oft begegnen wir Figuren aus gebildeten, wohlhabenden Kontexten—Richter, Anwälte, Intellektuelle, kultivierte Paare—deren scheinbar kontrolliertes Leben Risse bekommt: eine alte Schuld taucht auf, eine Beziehung zerbricht, ein Unfall oder ein Verbrechen stellt alles infrage. Immer wieder geht es um Schuld, Verantwortung, Verletzlichkeit und Gerechtigkeit: Fälle und Episoden zeigen, wie brüchig moralische Urteile sind und wie begrenzt das Rechtssystem bleibt, wenn es mit komplexen Biografien konfrontiert ist. Innere Monologe und Reflexionen des Erzählers kreisen um die Frage, was ein „gutes Leben“ sein könnte, wenn jeder Mensch Fehler, Versäumnisse und Verstrickungen mit sich trägt. Der „stille Freund“ ist dabei weniger eine konkrete Figur als eine Metapher: die innere Stimme, das Gewissen, das einen Menschen begleitet, wenn er über sein Handeln nachdenkt—oft leise, manchmal quälend, nie ganz verstummend. Die Texte enden selten mit klaren Lösungen; sie lassen Ambivalenzen stehen und überlassen die letzte Deutung den Lesenden.

5

»Wirklich, es kommt alles, was Du Dir wünschst.« Sie machte eine Pause. Dann sagte sie leiser und zu sich selbst: »Es kommt nur immer zu spät.«

Ferdinand von Schirachs neuer Erzählungsband kommt ernst daher und gleicht einer kulturellen sowie geografischen Reise um die Welt. Von Text zu Text fliegen wir gelotst von einem großartigen Stilisten durch die Weltgeschichte, erfahren hier und da Anekdoten und besondere Geschichten, wie sie das Leben schreibt. Es geht um Entscheidungen, die das ganze weitere Leben prägen, um Verletzbarkeit, den sehnsüchtigen Wunsch nach Freiheit und um unsere eigenen, oft zu intensiven Gedanken, die uns manchmal mehr beeinflussen als gewünscht. Manche der Geschichten waren schön zu lesen, stilistisch zwar perfekt, aber berührten mich nicht wirklich. Dann gab es noch die anderen Texte, die plötzlich und unerwartet, wie ein Schlag in die Magengrube daherkamen und einen tief mit sich zogen. Diese können keine Leser*innen kalt lassen. Sie erzählen von der Gegenwart, der Vergangenheit unserer Vorfahren, von großem Leid, tief sitzendem, nie zu entschädigenden Schmerz und der Konfrontation damit im Hier und Jetzt. Auch philosophische Streifzüge über das was wir sind, sein wollen und zu glauben wissen – zwischen Wahrheit und Wirklichkeit – schreibt Schirach eindrücklich. Darüberhinaus unterhalten seine neuen Texte nicht nur, sondern informieren über manche historische Ereignisse und Persönlichkeiten und geben den Leser*innen Anstoß zum Nachdenken, um sich eben nicht nur berieseln zu lassen. Wer das erwartet, ist bei Schirach falsch.

»Wirklich, es kommt alles, was Du Dir wünschst.« 
Sie machte eine Pause. Dann sagte sie leiser und zu sich selbst: »Es kommt nur immer zu spät.«
5

Beeindruckende Geschichten, die lange nachwirken

Ferdinand von Schirach schreibt über Menschen, deren Leben durch zufällige oder schicksalhafte Ereignisse unvorhergesehene Wendungen nehmen, über ihre Erkenntnisse, manchmal erst im Sterben oder nach ihrem Tod für uns Nachlebende. Teilweise geht es um Recht, Unrecht und Gerechtigkeit, wie so oft bei ihm, manchmal sind die Protagonisten bekannte Persönlichkeiten, umso erschütternder ist es, wenn sich hinter Begabung und Genialität menschliche Abgründe auftun (so ging es mir z.B. mit der Geschichte zu dem Architekten Adolf Loos). Alle diese Geschichten sind verknüpft mit privaten Begegnungen, immer geht es letztendlich um die großen Themen des Lebens und das in der gewohnt ruhigen, präzisen Sprache. Ein kluges, lesenswertes Buch – von mir eine große Leseempfehlung!

3.5

Ein schmaler Band, keine 200 Seiten, kostet aber soviel wie ein normales Hardcover. Die Schriftgröße kurz vor Großdruck. Die Geschichten im Buch wie immer von Schirach: elegant, perfekt abgeschliffen wie kostbare Edelsteine, von feiner Melancholie durchwoben, mit überraschend brutalen Sequenzen und nachdenklichem Ansinnen. Eigentlich hätte ich darauf verzichten können, in aller Ausführlichkeit den Unterschied zwischen "upper class" und " high society" erklärt zu bekommen. Feine Villen in Italien interessieren mich auch nicht so richtig. Es ist die elitäre Welt des Herrn von Schirach, die so ganz anders als meine ist. Auf die ich nicht neidisch bin, nö. Aber die mich abstößt, in der ich mich sehr unwohl fühle. Weil man sehr genau spürt, daß man da nicht hingehört. Ach, was habe ich die Bände " Strafe", " Verbrechen" oder " Schuld" geliebt. Davon ist im neuen Buch nur wenig zu spüren. Literarisch und stilistisch ist "Der stille Freund" sicher brillant, aber mich haben die Storys nur wenig berührt.

5

Erzählkunst, wie man es von Ferdinand von Schirach gewohnt ist - 5/5 Sterne! 👌🏻

5

Eines der besten Bücher , die ich von Ferdinand von Schirach gelesen habe

Die vielen Geschichten, zum Teil selbst erlebt oder mit seinem scharfen Verstand analysiert , klingen noch lange nach. Auch hat dieses Buch viele aktuelle politische Themen, die sich Personen, die mit dem rechten politischen Lager sympathisieren, gerne einmal lesen sollten! Besonders berührt hat mich die Geschichte von Gottfried von Cramm! Für mich ein sehr interessantes und nachdenkliches Buch!

5

Für mich sind die Geschichten, die Ferdinand von Schirach schreibt immer wieder ein Lesegenuss. Mit Liebe zum Detail regt er zum Denken an.

4.5

In Schirachs neuem Werk "Der stille Freund" sind wirklich sehr unterschiedliche Erzählungen in einem Band vereint. Besonders stark fand ich "Spiegelstrafe" und "Tony". Beide Geschichten drehen sich mal wieder um Schirachs Leib- und Magen-Themen Schuld, Kränkung, Strafe. Mal wieder schaut man fasziniert in den Abgrund menschlicher Beziehungen. Die Geschichten haben mich bis zur letzten Zeile gefesselt und am Ende überrascht. Die lakonische Erzählweise in Kombination mit einer extrem gut konstruierten Geschichte sind so typisch für diesen Autor, der auch politisch etwas zu sagen hat, etwa in der Kurzgeschichte "Rechnungen", die die perfide Mordmaschine der NS-Diktatur behandelt oder in "Wirklichkeit und Wahrheit", einer Art Abrechnung mit den sogenannten sozialen Medien, die lt. Schirach weitaus mächtiger sind, als es ein Wahrheitsministerium (siehe "1984" von George Orwell) je sein könnte: "Zu den Massakern am 7. Oktober 2023 in Israel gibt es über 1.500 Zeugenaussagen, über 60.000 Videos - unter anderem von den beschlagnahmten Körperkameras der Terroristen - und zahllose Fotos der Morde, Folterungen und Vergewaltigungen. Trotzdem glauben 90 Prozent der Palästinenser im Gazastreifen und Westjordanland, die Hamas habe in Israel keine Greueltaten verübt." Ein starkes Statement, über das es sich m.E. lohnt, weiter nachzudenken. Auch die wahre Anekdote über die Tennislegende Gottfried von Cramm, einem echten Vorbild für Fairness und Anstand werde ich nicht vergessen. Ein paar der Erzählungen fallen für meinen Geschmack gegen diese Highlights allerdings ein wenig ab, aber vielleicht sind es die eher leisen Töne von Schirach, die mich nicht ganz so mitgerissen haben.

4

DER STILLE FREUND Ferdinand von Schirach ET: 27.8.25 In vierzehn Geschichten bleibt sich Ferdinand von Schirach treu. Er schreibt über Moral, Schuld, Rache und Gerechtigkeit – aber auch über menschliche Existenz und Vergänglichkeit. Wir begegnen Menschen, die einst mitten im Leben standen, Berühmten ebenso wie Stillen, vielleicht auch einem Freund des Autors. Jede Geschichte ist anders: Manche haben mich sofort berührt, andere weniger. Eine erschien mir bizarr, andere wiederum faszinierend und tiefgründig. Doch immer gelingt es von Schirach mit seinem präzisen, minimalistischen Stil, Begegnungen so zu schildern, dass sie nachhallen – ohne zu urteilen. Er verbindet, wie so oft, Realität und Fiktion auf meisterhafte Weise. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass die vielen bedeutenden Persönlichkeiten etwas zu präsent waren, und besonders die zweite Geschichte war mir fast zu intellektuell. Dafür gab es aber viele Dialoge und Szenen, die ich unglaublich schön fand. Und ich liebe es, wenn von Schirach plötzlich die Richtung ändert und ein Ende völlig unerwartet kommt. Lasst euch entführen – nach Afrika, an die Côte d’Azur oder nach Berlin – und begegnet seinen Freunden. Bildet euch selbst eine Meinung. Fazit: Ein weiterer von Schirach mit großen Themen, klugen Gedanken und feinen Zwischentönen. Ich habe ihn sehr gerne gelesen. 4/5

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4.5

Kurzgeschichtensammlung Eine leichte Melancholie durchzieht dieses Büchlein, die Themen Rache, Tod, Liebe, Musik und Malerei werden gestreift. Geschichten und Erinnerungen, die zum Nachdenken anregen. Man erfährt was über die pädophile Neigung von berühmten Wiener Architekten oder bekannten Dirigenten, von Selbstmorden bekannter österreichischer Kolumnisten und vom Leben abenteuerlustigen Frauen. Außerdem wird anschaulich dargelegt, was wahren Adel von Neureichtum unterscheidet und was echte sportliche Haltung bei Tennisspielern ist. Anregend

4

Wahrheit ist heute nur noch eine Meinung - und man darf ja wohl auch anderer Meinung sein. Die Wirklichkeit scheint nicht mehr zu existieren, selbst bei den schrecklichsten Verbrechen.

4

Kurzgeschichten mit Pfiff

Freue mich auf seine Tournee

4

Krasse Geschichten

•Buchrezi• 🤔 Zum Inhalt: Es sind Begegnungen im Leben, die einen nicht mehr loslassen. Freund*innen, die ihre ganz persönlichen Geschichten erzählen. Geschichten, die zu Beginn unscheinbar und völlig normal wirken und sich dann zu etwas entwickeln, womit der/die Zuhörende niemals gerechnet hätte… Es geht ums Erinnern und um Wahrheit und Lüge. Da ist zum Beispiel Cynthia, die die Liebe ihres Lebens trifft und sich in eine leidenschaftliche Beziehung stürzt. Doch sie heiratet jemand völlig anderen, denn es ist etwas passiert, etwas, das ihre einst große Liebe ein Leben lang verfolgen wird … „Der Tod, der Tod, der Tod.“ Damit begann jedes tägliche Telefonat von Astrid Lindgren und ihren Schwestern und damit war das Thema abgehakt. Mein Fazit: Ferdinand von Schirach ist ein begnadeter Autor. Punkt. Ich habe schon einige seiner Bücher geradezu verschlungen, keins davon hat mich enttäuscht. Das Buch beinhaltet mehrere Kurzgeschichten. Manche haben mich direkt ins Geschehen gestürzt, andere haben sich langsam aufgebaut und dann etwas offenbart, womit ich nicht gerechnet habe. Das ist meiner Meinung nach auch Schirachs großes Talent: Ich kann nie voraussehen, wie die einzelnen Geschichten enden werden, und bin jedes Mal wieder überrascht und verblüfft. Gerade die erste Geschichte, „Spiegelstrafe“, die so philosophisch beginnt und dann mit einem Knall endet, hat mir wahnsinnig gut gefallen. Einen Stern ziehe ich ab, weil mir bis heute die Geschichten aus dem Buch „Verbrechen“ nicht aus dem Kopf gehen. Das bleibt mein unangefochtenes Highlight von Schirach. ⭐️⭐️⭐️⭐️ von fünf ⭐️nen!

Krasse Geschichten
3.5

Ich habe gemischte Gefühle beim Lesen dieses Buches. Manche Geschichten finde ist sagenhaft, andere sind mir zu grausam.

5

Auf Schirach ist Verlass. Er ist ein Meister der Erzählkunst! Dies in Verbindung mit Respekt vor Menschen und einem guten Gespürt für Situationen und Inhalten vereinen sich in diesem Buch zu Geschichten die unterhalten und mich auch zum Nachdenken angeregt haben. Sehr lesenswert!

5

Ich lese einfach gerne von ihm. Ich liebe seinen Schreibstil und seine Erzählart.

3.5

Ein ruhiges, nachdenkliches Buch über Schuld, Erinnerung und die Frage, wie gut man einen Menschen wirklich kennt. Ferdinand von Schirach schreibt wie gewohnt klar und nüchtern, wodurch die Geschichte gleichzeitig distanziert und bedrückend wirkt. Manche Stellen haben mich sehr zum Nachdenken gebracht, auch wenn mir emotional etwas Tiefe gefehlt hat. Insgesamt ein interessantes, philosophisches Buch, das eher durch seine Gedanken als durch Spannung überzeugt.

3

Ja, das kann man sich schonmal geben. Ganz nett, vor allem wenn dir die melancholische Art Schirachs zusagt. Dieses Buch ist allerdings, noch viel weniger als die zuvor, kein Roman, sondern mehr eine Sammlung an Gleichungen und Metaphern, die jeweils verschiedene Themen wie Gewalt, Verbrechen und menschlichen Eigennutz aufgreifen. Der Tod spielt dabei eine zentrale Rolle und taucht immer wieder auf. Die Figuren der jeweiligen Geschichten begegnen diesem allerdings mit stoischer Gelassenheit, appellieren an den Genuss des Lebens und die Gelassenheit, mit der dieser erwartet werden soll. Stellenweise ein wenig zu aufgedunsen für meinen Geschmack, nichtsdestotrotz unterhaltsam. Allerdings spielen hier nicht nur wie üblich Gewalt und Mord eine Rolle, sondern auch durchaus graphisch beschriebene sexuelle Gewalt, auch an Kindern. Zwar dient diese nicht nur dem Ekel des Lesers, sondern veranschaulicht die eigentliche Aussage von Schirachs Parabel, ist deshalb aber nicht weniger hart verdaulich. Dieser Aspekt wird wohl leider auch am stärksten bei mir in Erinnerung bleiben. Leider ein Buch, das ich Zukunft nicht noch einmal in die Hand nehmen werde.

3

Klarer, nüchterner, oftmals melancholischer Schreibstil der mir gut gefallen hat. Inhaltlich gelegentlich verstörend und abstoßend. Kurzgeschichten sind auch nicht mein favorisiertes Genre. Leider kein Highlight für mich 🤔📖✨

3.5

Joa, kann man lesen, muss man aber nicht. Eine Aneinanderreihung von intellektuellen Themen, Zusammenkünften und Fragen. Da finde ich seine Romane besser.

Mit „Der stille Freund“ legt Ferdinand von Schirach einen neuen Band mit 14 Erzählungen und Reflexionen vor und bleibt dabei seiner klaren, schnörkellosen Sprache treu. Wieder geht es um die großen Themen des Lebens: Schuld und Gerechtigkeit, Zufall und Schicksal, Verlust und Hoffnung, aber auch um Kunst, Philosophie und die Frage, wie wir als Menschen mit unserer eigenen Verletzlichkeit umgehen. Die Texte führen uns von Berlin nach Rom, von Wien bis an die Côte d’Azur und nach Kapstadt. Wir begegnen Persönlichkeiten wie dem Tennisspieler Gottfried von Cramm oder dem Architekten Adolf Loos, aber auch namenlosen Figuren, deren Lebenswege durch eine einzige Entscheidung oder einen Zufall radikal verändert werden. Gerade diese Mischung aus historischer Anekdote und scheinbar alltäglichem Schicksal macht die Lektüre so fesselnd. Schirach schreibt lakonisch und zugleich mit einer Eleganz, die berührt. Er verzichtet auf Pathos, und gerade dadurch entfaltet sich eine tiefe Melancholie. Manche Geschichten fließen eher wie kühle Beobachtungen vorbei, andere treffen wie ein Schlag in die Magengrube – sie lassen keine*n Leser*in unberührt. Besonders eindringlich ist die titelgebende Erzählung, in der ein alter Schulfreund den „stillen Freund“ entdeckt: einen Moment der Schönheit und des Staunens, zu dem man immer zurückkehren kann. Thematisch spannt Schirach den Bogen von existenziellen Fragen über das Wesen des Menschen bis hin zu Reflexionen über Wahrheit und Wirklichkeit. Er zeigt, dass es keine einfachen Antworten gibt, dass das Leben ein unberechenbares Aneinanderketten von Ereignissen ist. Seine Stärke liegt darin, diese Unsicherheit nicht zu kaschieren, sondern sie in eine Literatur zu übersetzen, die zum Nachdenken zwingt. „Der stille Freund“ ist ein stilistisch brillanter, inhaltlich vielschichtiger Erzählband. Mal leise, mal schonungslos, immer eindringlich – Schirach trifft mit seinen Geschichten genau den Nerv, der uns als Leser*innen berührt. Wer Literatur sucht, die gleichermaßen unterhält, aufrüttelt und zum Innehalten bringt, sollte zu diesem Buch greifen.

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5

Wieder einmal ist es Ferdinand von Schirach gelungen mich zu begeistern .Die ruhige Stille Schreibweise des Autors ist einfach beeindruckend .

4

Wieder einmal mäandert von Schirrach mit seinen Erzählungen durch das Leben. Mal kurz mal lang, mal durch seines, mal durch das anderer. Immer aber bleibt etwas hängen, was zu denken gibt. Leseempfehlung!

5

Eine bunte Mischung an ergreifenden Geschichten

Ferdinand von Schirach ist ein Meister seines Fachs. Er präsentiert uns wieder Kurzgeschichten, die er auf seine bekannt stilvolle Weise schlicht, objektiv und nüchtern erzählt - für mich in diesem Band auch das ein oder andere Mal mit abrupten Ende. Für meinen Geschmack empfand ich die Geschichte dadurch noch extremer. Bemerkenswert ist in allen seinen Büchern, seine einfache, plausible Art, die Sachlage ohne Subjektivität zu präsentieren und den Leser so extrem emotional zu fordern. Die einzelnen Figuren, Handlungen oder Gegebenheiten beschäftigen einen noch lange danach. Jedes mal wieder eine tolle Leseerfahrung.

4.5

Ich brauchte einen kurzen Moment, um wieder in Schirachs Erzählstil hineinzufinden – doch dann kam der Lesefluss ganz von selbst. Die Geschichten sind gut geschrieben, berührend und haben mir sehr gefallen. Besonders mag ich, dass man bei Ferdinand von Schirach immer wieder neue Dinge erfährt und Denkanstöße bekommt. Ein lesenswertes Buch.

4

Wien, Kapstadt, Berlin oder Rom. Dort spielen die Kurzgeschichten. Jede Geschichte ein anderes Thema u.a. berichten sie über Liebe, Kunst, Musik oder Tod. Berühmte Persönlichkeiten lernen die Lesenden kennen. Wie verändert sich das Leben über die Jahre? Ein Schirach nach langer Zeit wieder gelesen. Wer ist der stille Freund? Diese Frage hat mich beim Lesen lange beschäftigt. Ich war auf der falschen Fährte. Zufälligerweise oder bewusst heißt das 1.Kapitel, wie der Titel des Buches. Somit war ich irritiert. Lange dachte ich, der stille Freund ist ein Mensch, wir begleiten ihn durch den Roman & lernen sein Leben/Begegnungen kennen. Jedoch wird der stille Freund in jeder Geschichte neu erfunden. Ist er beobachtend? Ist er passiv aktiv? Ist Schirach selbst der stille Freund, er erzählt von seinen Begegnungen/Zufällen & ist ein guter Zuhörer, der oft im Hintergrund sich aufhält. In dem Buch & durch die Kurzgeschichten & Erzählungen erfahren die Lesenden viele Informationen über seine Vergangenheit/Studienzeit, aber auch über die Gegenwart. Er begegnet berühmte Menschen u.a. Adolf Loos, Egon Friedell oder Gottfried von Cramm. Über alle 3 habe ich neue Informationen erhalten & fand seine Geschichten interessant. Auffallend ist, dass Frauen in den Episoden eine wesentliche Rolle spielen. Sie werden oft wie Göttinnen verehrt. Jedoch wird auch deren Schattenseite dargestellt. Auf Marcel Proust wird öfters referenziert & deren Stil angepasst. Schirach ist Strafverteidiger, aber auch ein Kunstliebhaber, daher ist es nicht weit, dass u.a. Musik, Geschichte, Jura thematisiert wird. Er hat kurzweilige & in sich abgeschlossene Storys geschrieben. Jede Erzählung stellt eine Verbindung zum Buch & dem stillen Freund her. Sie laden aufgrund des nüchternen Schreibstils ein zum Nachdenken & gehen mitunter unter die Haut.

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5

Alte Schirach Manier mit aktuellen Themen

Ich muss sagen Ferdinand von Schirach begeisterte mich wieder sehr. Mit seinem grandiosen Schreibstil beschreibt er gesellschaftliche Problematiken auf den Punkt und legt den Finger in genau die richtigen, zum Teil aktuell politischen, Wunden. Die Kurzgeschichten lassen das Buch kurzweilig wirken und fesselten mich ungemein, sodass es mir schwer fiel es aus der Hand zu legen. Der Roman lässt mich kritisch zurück und beherbergt einige Themen, die aktuell auch in der Belletristik immer wieder aufkommen. Fazit: Absolute Empfehlung meinerseits für alle Gesellschaftskritischen, die Freude an kurzweiliger Literatur haben.

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Wo von Schirach drauf steht, ist (meistens) auch von Schirach drin

„Ich bin Schriftsteller, ich schreibe nur Geschichten“, sagt Ferdinand von Schirach mit einer subtil gesetzten Note eines süffizienten Understatements. Mehr als 10 Millionen verkaufte Bücher zeigen, dass seine Geschichten ankommen. Sie haben ihn reich und zur Cashcow seiner drei Verlage gemacht (Luchterhand, btb, Penguin). Übersetzt in mehr als 30 Sprachen ist er zu einem globalen Erfolgsautor geworden. Verdientermassen? Das kann man wohl guten Gewissens bejahen. Neben Romanen und Theaterstücken sind es vor allem seine Kurzgeschichten, die zu seinem Erfolg beigetragen haben. Diesem bewährten Rezept folgt er nun auch in „Der stille Freund“. Wie in früheren Bänden erzählen seine Geschichten von kleinen und großen gesellschaftlichen Ereignissen und Wendungen, vom Tod und von Verbrechen, von persönlichen Erlebnissen. Sehr oft fragt man sich: Sind diese Plots fiktiv oder entstammen sie wirklich dem reichhaltigen Füllhorn des von Schirachschen Lebens? Lag ihm beim Schreiben ein Thema am Herzen und er erfand eine Story dazu oder gab es die Story wirklich und er pointierte die ihm wichtige Message? Es ist nicht festzumachen und spielt im Grunde auch überhaupt keine Rolle. Genauso unmöglich ist es, den Geschichten einen gemeinsamen Nenner, ein verbindendes Element zuordnen zu wollen. Zu vielfältig sind die Themen, die Handlungen, die Schauplätze und die Protagonisten. Nur eines zieht sich durch alle Erzählungen - sie sind durchweg exzellent recherchiert und sind von Ferdinand von Schirachs breitem Wissen und seinen vielfältigen Leidenschaften durchdrungen. Während sein Schreibstil manchmal - der nüchterne Jurist wirft seine Schatten – eher sachlich und sehr stringent imponiert und das Szenenbild gelegentlich eher spröde rüberkommt, führen die Exkurse und Interludien zu einem literarischen Niveausprung. Der Autor brilliert mit Details zu Literatur und Musik, Architektur und Kunst, ohne üppig-schwülstig zu werden, aber ausreichend, um eine ganz spezifische Atmosphäre zu schaffen. Unverkennbar auch die Liebe von Schirachs zur Philosophie, die immer und überall aufblitzt, aber gerade in der ersten Geschichte, die dem Buch den Namen gab, in geballter Form kontrovers ausgemalt wird. Die Protagonisten der Kurzgeschichte werden zu Stellvertretern in einer Grundsatzdiskussion über Religionen und Mythen, über philosophische Dispute von Platon bis Kant im Abgleich zu rationalen Naturwissenschaften, bei denen in letzter Konsequenz aber Glaube dann doch auch wieder eine Rolle spielen kann. Gerade diese Episoden sind es, derer wegen sich von Schirach manchmal den Vorwurf gefallen lassen muss, er sei zu moralisierend. Natürlich ist er schon von Berufs wegen gewohnt, darüber zu entscheiden, was er für richtig und was für falsch hält (imponierend in diesem Zusammenhang seine Fakten zum Hamas-Überfall). Allerdings muss man ihm ehrlicherweise zugestehen, dass er in all seinen Geschichten eher Denkanstöße setzt, Impulse adressiert. Was sie selbst dann daraus machen, welche Meinung sie zum einen oder anderen haben, müssen die Leser selbst entscheiden. Deshalb ist es ein lesenswertes Buch, das unterhält, aber vor allem oft nachdenklich macht. Bis zu einem gewissen Grad, denn wie von Schirach selbst schreibt: „Fragen nach dem Sinn sind Kinderfragen. Es gibt keine Regeln. Nur Staunen und Geschichten“. Ob auch das wieder Understatement ist, muss jeder Leser ebenfalls selbst entscheide

4

Toll wie eh und je

Was soll ich sagen, klassischer Schirach, wie immer kurzweilig, spannend und tiefgründig. Die Geschichten von unterschiedlicher Länge sind wie kleine Reisen ins Leben anderer, von denen man sonst nie erfahren hätte. Wirklich nett und nicht ganz so viel Mord, Totschlag und Recht wie in vorherigen Kurzgeschichtsbänden. Regt zum Nachdenken an und lässt verwundert, teils gegruselt zurück.

3

War in Ordnung… mehr aber auch nicht

5

Ferdinand von Schirach schreibt Mal wieder mit einer Präzision eines Skalpells. Die Geschichten regen immer wieder zum denken und unterhalten an.

4.5

Mein erster Schirach

Das Buch war mein erstes Buch von Schirach. Ich bin komplett ohne Erwartungen ran gegangen und es hat mir gut gefallen. Definitiv werde ich noch andere Bücher von ihm lesen!

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Ferdinand von Schirach enttäuscht einfach nie!

4

Normalerweise greife ich nicht zu Kurzgeschichten. Zu knapp, zu schnell vorbei, zu wenig Raum, um in Figuren und Welten einzutauchen, dachte ich zumindest. Aber Ferdinand von Schirach beweist mir mit Der Stille Freund einmal mehr das Gegenteil. • Seine Erzählungen sind nicht das, was man „klassisch spannend“ nennen würde. Keine ausschweifenden Gefühle, keine überbordenden Metaphern, kein Versuch, das Drama künstlich aufzublasen. Stattdessen: ein nüchterner, klarer, fast schon karger Stil. Schirach beschreibt Tatsachen, als wären sie Aktennotizen. Und genau diese Kühle macht seine Texte so erschütternd. Denn während man liest, breitet sich eine leise, aber intensive Gänsehaut aus. Zwischen den Sätzen lauert das, was unausgesprochen bleibt und das wirkt stärker als jede blumige Sprache es könnte. • Ich habe beim Lesen oft innegehalten, weil mich dieser Minimalismus härter getroffen hat, als es eine emotionale Ausschmückung je geschafft hätte. Vielleicht ist er auch der Einzige, der mich wirklich für Kurzgeschichten gewinnt. Es fühlt sich an, als ob man beobachtet statt liest, als ob man selbst Teil der Gerichtsakte ist und trotzdem spürt man eine Wucht, die weit über das Papier hinausgeht. • Danke an das @team.bloggerportal für das Rezensionexemplar. Meine Meinung wurde dadurch nicht beeinflusst.

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Sein Bestes seit langem...

Das neue Buch von Schirach ist meiner Meinung nach sein Bestes seit Langem! Jeder Text glänzt mit historischer Präzision, erschreckenden Schicksalen und unheimlich realen Fakten. Es geht wieder um Recht und Unrecht, um Selbstjustiz und die Frage, was wir Menschen imstande sind zu tun. Jede Story hat mich auf eine gewisse Art bewegt—was mir einzig und allein bei "Terror" zuletzt passiert ist.

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Ferdinand von Schirach besitzt das Talent, den Leser durch seinen brillanten Schreibstil in jede seiner kurzen Geschichten hineinzuziehen. Jede einzelne Geschichte regt zum Nachdenken und philosophieren an. Nebenbei wird auch noch die eigene Allgemeinbildung erweitert.

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Schirach zwischen Kunsthistorie und Stephen King

In zahlreichen Kurzgeschichten schaffst es Schirach mit seiner einzigartigen Schreibweise auf wenigen Seiten Tiefe und emotionale Verbundenheit in seine Erzählungen zu packen. Mehrmals habe ich das Buch beiseite legen müssen um das Gelesene zu verarbeiten und moralische Fragen für mich selber zu beantworten. Dies gelingt dem Autor mehrmals eindrucksvoll und hat mir sehr imponiert. Einen roten Faden wie in seinen anderen Werken wie „Schuld“ und „Strafe“ lässt sich für mich jedoch schwer finden. Zu häufig springen die Schwerpunkte und Stimmungen im Buch hin und her. Hier ein sadistischer Rachefeldzug mit viel Horror, dort ein fragwürdiger Denkanstoß zum Nahost-Konflikt und mittendrin ganz viele Anekdoten zu Literatur, Musik und Kunst. Schirach bleibt weiterhin einer meiner Lieblingsautoren aus dem deutschsprachigen Raum, auch wenn er mit diesem Werk ein wenig zu viel will und nicht an das Niveau vorheriger Bücher anknüpfen kann.

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