Der Schrank

Der Schrank

Hardback
3.610
MeditationTodMythosTrauma

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Description

Ein junges Paar sucht Zuflucht in einem Schrank und findet eine Gegenwelt zur eintönigen Wirklichkeit. Während seineFrau sich der Meditation widmet und hin und wieder etwas Leichtes zu essen kocht, spielt D. am Computer Gott, erschafft und vernichtet Menschen, bis schließlich rings um ihn alles aus den Fugen gerät. Was die Unordnung eines verlassenen Hotelzimmers über einen Menschen erzählt, das weiß das Zimmermädchen mit der rosa-weißen Schürze im Hotel Capital. Chaos erfährt auch die kleine Bankangestellte Krystyna, die im Traum wiederholt den Liebesschwüren eines gewissen Amos lauscht, bis sie sich schließlich auf die Suche nach ihm macht.Liebe und Tod, Traum, Mythos und Wirklichkeit - die in diesem Band versammelten sieben Geschichten der polnischen Literaturnobelpreisträgerin erzählen von einer Welt, die uns in all ihrer Fremdheit doch immer vertraut ist: unser Unbewusstes.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
144
Price
18.50 €

Author Description

Olga Tokarczuk, 1962 im polnischen Sulechów geboren, studierte Psychologie in Warschau und lebt heute in Breslau. Ihr Werk (bislang zehn Romane, drei Erzählbände und zwei Kinderbücher) wurde in 37 Sprachen übersetzt. 2019 wurde sie mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Für Die Jakobsbücher, in Polen ein Bestseller, wurde sie 2015 (zum zweiten Mal in ihrer Laufbahn) mit dem wichtigsten polnischen Literaturpreis, dem Nike-Preis, geehrt und 2018 mit dem JanMichalski-Literaturpreis. Im selben Jahr gewann sie außerdem den Man Booker International Prize für Unrast. Zum Schreiben zieht Olga Tokarczuk sich in ein abgeschiedenes Berghäuschen an der polnisch-tschechischen Grenze zurück.

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Olga Tokarczuk vermag es nicht nur, umfangreiche Werke zu schreiben, sondern brilliert auch in der Kürze. "Der Schrank" versammelt sieben Geschichten der Literaturnobelpreisträgerin, in denen all die Züge zutage treten, weshalb ich diese Autorin so schätze. Es ist ein kleines, unscheinbares Büchlein - aber wir wissen ja, dass stille Wasser tief sind. Wenn Olga Tokarszuk sie schreibt, sogar umso mehr. Schon wenn man das Werk in die Hand nimmt (meine Version in Leinen gebunden), spürt mensch, dass mensch sich hier auf einen Tauchgang einlassen muss. Ruhig und besonnen erzählt die Autorin ihre Geschichten. Wer in die Tiefen der menschlichen Seele hinabsteigt, hat keine Eile. Die Texte kommen in unterschiedlichen Formen und Längen daher. Arbeiten mit den verschiedensten Symbolbildern und zeigen uns die vielfältigen Facetten unseres Daseins und unserer Gefühlswelt auf. Meine liebste Geschichte war jene aus dem Hotel und die letzte in der Sammlung. Aber jede einzelne berührte mich auf unterschiedliche Art und liess mich immer wieder an das Gelesene denken und in den Text zurückkehren. Wer die Autorin kennenlernen möchte, sich aber nicht gleich auf die Jakobsbücher stürzen möchte, kann sich hier einen kleinen Einblick in Tokarszuks Schreib- und Erzählstil verschaffen. Liebhaber erfreuen sich an der bibliophilen Aufmachung des Kampa Verlages und daran, die Lieblingsautorin auch mal auf diese Weise zu erleben.

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Sieben Erzählungen, die alle auf verschiedene Art und Weise doch sehr Tokarczuk-typisch sind. In fast allen Erzählungen begeben wir uns mit den verschiedenen Figuren an den Rand oder über den Rand des Fassbaren, des Realen hinaus - oder vielmehr hinein in eine Welt des Außergewöhnlichen und Mystischen. Zum Teil sind die Erzählungen nur kurze Einblicke, zum Teil aber auch gefühlte Kurzromane der polnischen Literaturnobelpreisträgerin, die hier beweist, dass sie auch die kurze Form mehr als nur beherrscht. Besonders hervorzuheben sind meines Erachtens die Erzählungen "Zimmernummern" und "Amos", die, wie ich finde, mit besonders poetischer Zärtlichkeit geschildert werden. Ein Zimmermädchen, das anhand verschiedener Hotelzimmer die Verschiedenheit der Menschen beschreibt. Und eine junge Bankangestellte, die immer wieder eine Stimme hört und sich auf die Suche nach dem Besitzer macht. Die Faszination des Fremden, der große Reiz am Anderen, manchmal auch Jenseitigem, durchzieht auch hier alle Texte. Tokarczuk versteht es auch in Erzählungen meisterhaft, das Reale, Alltägliche mit dem Mystischen und Geheimnisvollen zu kombinieren. So wird "Der Schrank" zu einem wundervollen kleinen Erzählband, der für seinen kleinen Umfang von 144 Seiten erstaunlich viel zu entdecken bereit hält. Leseempfehlung? Uneingeschränkt.

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