Der Antichrist

Der Antichrist

Hardback
3.859
PolemikAntikeIslamReligion

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Description

»Diese ewige Anklage des Christentums will ich an alle Wände schreiben, wo es nur Wände gibt – ich habe Buchstaben, um auch Blinde sehend zu machen …«, so Friedrich Nietzsche (1844–1900) am Ende dieses Buches. Polemisch, streitbar und sprachgewaltig formuliert er in 62 Abschnitten die Kernthesen seiner fundamentalen Kritik des Christentums. Auf unnachahmliche Weise bündelt der große Philosoph hier die Argumente seiner früheren Werke zu einer letzten vehementen Abrechnung mit der mächtigsten Wurzel europäischer Kultur. »Der Antichrist« erschien erstmals 1895, entstand jedoch schon 1888. Nur wenige Monate nach dessen Fertigstellung fiel Nietzsche in die geistige Umnachtung.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Classics
Format
Hardback
Pages
96
Price
4.95 €

Author Description

Friedrich Nietzsche (1844–1900) stammt aus einer pietistischen Pfarrersfamilie. Nach dem frühen Tod des Vaters wurden ihm Mutter und Schwester zu Hauptadressaten daheim in Naumburg. So sehr er sich in Denken und Fühlen auch von allen Ursprüngen entfernte, bis zu seiner geistigen Umnachtung 1888 und der damit einhergehenden Heimkehr in den Schoß der Familie hielt er den Briefverkehr mit Franziska Nietzsche aufrecht.

Posts

3
All
3.5

Und also verneint der Mensch das Christliche und nennt sich christlich.

Nietzsches Antichrist ist kein theologisches Buch. Es ist ein provokantes Werk, ein polemisches Werk, ein idiotisches Werk (im alten Sinne: Idios. So wie er Jesus nannte). Ein Schlag gegen die Bequemlichkeit und die moralischen Gesetze, in denen wir uns eingerichtet haben. Ein Appell an die menschlichen Instinkte. Doch die Grundlage seiner Kritik ist erschreckend nachvollziehbar: Mit dem Antichrist zwingt er den Leser, die Maske des christlichen Idealismus zu zerbrechen, gar der Idealismus als solcher — eben weil dies den Menschen schwächt. Weniger die Religion ist das Ziel, als den Menschen selbst. Der Mensch der die Autorität Jesu missbraucht. Das „Christ-sein” nütze der Priester als Titel, als ein Mantel, um seine Machtlust auszukosten — in Form einer Institution: der Kirche. Geradezu sei die Kirche nicht die Fortsetzung Jesu, sondern dessen Gegenpol. Darum behauptet Nietzsche: „Im Grunde gab es nur einen Christen, und der starb am Kreuz.“ Eine solche Aussage erfordert nicht nur Mut, sondern auch geschickte Rhetorik. Nietzsche weitet seine Kritik aus: auf Gott, Moral, Schuld, Sünde; auf Kant, den letzten großen Gesetzgeber der Pflicht; auf den Idealismus, welches dasselbe Muster wie das Christentum aufweist. Alles, was Europa „erhöht“ hat, sei in Wahrheit eine raffinierte Form der Verneinung. Weniger dekadent hingegen sei der Buddhismus (zwar sei auch der nihilistisch und verfallen, da es die Welt mit ihr Leid als schlecht erklärt), aber hier erfindet er keine metaphysische Strafe, um Macht auszuüben. Kein moralischer Zeigefinger, kein Drama um Schuld. Der Antichrist ist unsympathisch und unversöhnlich — genau deshalb notwendig. Verständlich, wenn man solch ein Buch nicht als sein Lieblings nennt.

Und also verneint der Mensch das Christliche und nennt sich christlich.
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Guter Einblick in Nietzsches Ablehnung gegenüber das Christentum

Nachdem man seine grundlegenden Werke wie z.B. Zarathustra gelesen hat, bietet „Der Antichrist“ einen tieferen Einblick in die Gründe, wieso Nietzsche Religionen, und speziell das Christentum, verachtet. Es ist auch stets der zeitliche Kontext, in der er dieses Buch verfasst hat, zu beachten, denn da hat Religion noch eine größere Rolle in der Gesellschaft gespielt.

3

„Der Antichrist“ – Nietzsches unausgewogene Abrechnung mit dem Christentum

Der Antichrist ist ein spätes Werk des Philosophen und Autoren Friedrich Nietzsche und ist seine persönliche Kritik am Christentum. Es ist kein Prosawerk sondern die reine Meinung und Abrechnung des Autors mit der Weltreligion. Der Schreibstil ist in Ordnung und für das Alter des Werkes recht einfach zu verstehen. Die Einteilung in Kapitel gefiel mir persönlich nicht. Zum einen finde ich sie viel zu kurz (z. T. umfassen Kapitel nur zwei Seiten), zum anderen erscheinen sie mir inhaltlich sehr willkürlich und nicht unbedingt als Beginn oder Ende eines Teilthemas. Auch inhaltlich hat mir das Buch nicht sonderlich gut gefallen. Es ist eine persönliche Hasstirade auf das Christentum und in den weitesten Teilen ohne schlagfertige, subjektive und beweisbare Argumente. Es mag sicherlich streitbare Punkte im Christentum und dessen Auslegung geben, jedoch würde ich sagen, das diese zu großen Teilen grundsätzliche Probleme von monotheistischen Religionen sind und nicht alleine des Christentums. Die Argumentationsebene und Sprache finde ich meist kindisch und einem Gelehrten wie Nietzsche nicht angemessen. So nennt er Jesus beispielsweise einen „Idioten“. Prinzipiell würde ich keine Leseempfehlung geben, wenn man es jedoch trotzdem auf Grund seines Statutes als Weltliteratur lesen will, dann kann ich nur sagen, dass es sich immerhin schnell lesen lässt.

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