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Der Antichrist

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Über das Buch

Die Kampfschrift Nietzsches in ihrer Originalfassung! Von den ihr durch Friedrich Nietzsches Schwester, Elisabeth Förster-Nietzsche, beigebrachten Entstellungen bereinigt und in vollständiger Ursprungsform wiederhergestellt. Eines der umstrittensten und wortgewaltigsten Werke deutscher Philosophie. Zuerst mit „Umwertung aller Werte“ untertitelt, ändert Nietzsche diesen Untertitel später in „Fluch auf das Christentum“ um und schlüpft in die Rolle des Antichrist, damit seinem Anspruch, das Ende des Christentums einzuläuten, angemessenen Nachdruck verleihend. „Der Antichrist“ ist elitär. Das Buch gehört den Wenigsten, sagt Nietzsche selbst – diese Behauptung trifft heute noch genauso wie 1888, als Nietzsche dieses Werk verfasste. Nietzsche nennt das Christentum dekadent und zerfetzt es mit wahrem Furor. Seine Anklage lautet: Alles, was dem Christen rein, heilig, tugendhaft und gut erscheint, ist widernatürlich, lebensfeindlich und zerstörerisch. Die vorliegende Ausgabe enthält auch Nietzsches „Gesetz wider das Christentum“ und zusätzlich erläuternde Beiträge von Thomas Jöchler und Andreas Urs Sommer zu philologischen, philosophischen und historischen Hintergründen des Werks. Friedrich Nietzsche, deutscher Philosoph, Philologe und Dichter, 15.10.1844 in Röcken geboren und 25.08.1900 in Weimar verstorben. Dieser wohl berühmteste und gleichzeitig unbestritten umstrittenste Philosoph Deutschlands legt mit „Der Antichrist“ sein letztes Werk vor. Zu seinen herausragenden Arbeiten gehören unter anderen: Zur Genealogie der Moral Der Fall Wagner Wissenschaft, Fröhliche Wissenschaft Ecce Homo Also sprach Zarathustra Sein kritischer Geist wirft auch heute noch, immerhin über einhundert Jahre nach seinem Tod, Fragen auf und leitet zu teilweise heftigen Diskussionen an. Für die einen ist er „Der Antichrist“, für die anderen ein überemotional überkritischer Geist, der in geistiger Umnachtung verstarb, wieder anderen liefert Nietzsche einen tiefen Einblick in eine Form selbst-, moral- und kulturübergreifender Kritik, die in ihrer Schönheit wohl immer noch ihresgleichen sucht. Nietzsches „Der Antichrist“ ist ein schwieriges Buch. Seine Schwester, Elisabeth Förster-Nietzsche, ‚überarbeitete’ es, verweichte Stellen und machte „Der Antichrist“ für Hitler und sein Naziregime populär – ein Umstand, der Nietzsche-Anhängern auch heute noch teilweise das Leben erschwert, da sie sich dem Vorwurf gegenüber sehen, faschistisches und vor allem arisch elitäres Gedankengut zu pflegen. Doch wer „Ecce Homo“ gelesen hat und „Also sprach Zarathustra“ zu genießen versteht, erkennt in Nietzsche einen Menschen, der gelernt hat, dass nur wer auf dem Berge lebt, den ganzen Überblick hat, auch über sich selbst. Insofern bieten Nietzsches Schriften nicht nur allgemeinphilosophische Ansätze, sondern auch Konzepte zur Selbsttranszendenz, was sie durchaus esoterisch anschlussfähig macht. Seine Sozialkritik, die in „Der Antichrist“ ihren Höhepunkt findet, bildet in Relation zu Gustave Le Bons Arbeit „Psychologie der Massen“ einen Grundstein zu politischem und soziologischem Denken, der heute vermutlich von noch größerer Bedeutung ist als vor einhundert Jahren. Wo Informationsüberflutung Wissen zerstört, kommt gründlichem Nachdenken und Analysieren sozialer Zusammenhänge immer höhere Relevanz zu. Thomas Jöchler Studium der Philosophie (neben Geschichte, Soziologie und Politikwissenschaft) in Innsbruck und Wien. Liefert pünktlich zur Jahrtausendwende seine Diplomarbeit "life is a highly overrated phenomenon – Zur Theorie des männlichen Weltuntergangs bei Ulrich Horstmann" ab. Wechselt danach in den Bereich der Informationsarchitektur und arbeitet als Projektleiter bei Internet-Medien in Wien. Webpräsenz: www.highlyoverrated.info PD Dr. habil. Andreas Urs Sommer Geb. 1972, Studium der Philosophie, Kirchen- und Dogmengeschichte und Deutschen Literaturwissenschaft in Basel, Göttingen und Freiburg im Breisgau, Lizentiat 1995, Promotion 1998 an der Universität Basel, 1998/99 Visiting Research Fellow an der Princeton University, 2000-2006 Wissenschaftlicher Assistent am Philosophischen Institut der Universität Greifswald, Visiting Fellow an der School for Advanced Study der University of London, Habilitation 2004 an der Universität Greifswald, Lehrstuhlvertretung an der Universität Mannheim, seit 2008 Wissenschaftlicher Kommentator der Werke Nietzsches an der Forschungsstelle „Nietzsche-Kommentar“ der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, umhabilitiert an das Philosophische Seminar der Universität Freiburg. Forschungsgebiete: Philosophiegeschichte der Spätantike, der frühen Neuzeit, Aufklärung und Moderne, Theorie der Philosophiegeschichtsschreibung, Skepsis und Stoa, Religionsphilosophie, Geschichtsphilosophie, Ethik. Nietzsche

Editionen (23)

ISBN9783940185082
VerlagRaBaKa-Publishing
Erscheinungsdatum31.12.09
Seitenzahl124

Rezensionen & Bewertungen

65 Bewertungen

4 Rezensionen

3,8

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  • cupcake_kathi
    cupcake_kathi

    130 Follower

    4,0

    ​In seinem Spätwerk „Der Antichrist“ zieht Friedrich Nietzsche mit einer beispiellosen intellektuellen Wucht gegen das Christentum und die etablierte Moral der westlichen Welt zu Felde. Wer hier jedoch eine reine, plumpe Provokation erwartet, unterschätzt den philosophischen Scharfsinn des Autors. Nietzsche geht es nicht um die historische Figur Jesus, den er eher als weltfremden Visionär beschreibt, sondern um die Machtstrukturen der Kirche und das, was er als „Sklavenmoral“ bezeichnet. Seine zentrale These: Das Christentum habe die gesunden, lebensbejahenden Instinkte des Menschen – wie Stolz, Stärke und Lebensfreude – in Sünden umgedeutet und stattdessen Schwäche, Mitleid und Selbstverleugnung idealisiert. Vor allem der Apostel Paulus gerät in sein Visier, da er die ursprüngliche Botschaft der Liebe in ein System aus Schuld und Jenseitsdrohungen verwandelt habe. ​Das Buch ist ein absoluter Pageturner der Philosophiegeschichte. Nietzsches Sprache ist hochexplosiv, voller Energie und sprachlicher Brillanz; jedes Kapitel fühlt sich an wie ein Hammerschlag gegen vermeintliche Gewissheiten. Seine psychologische Entlarvung von Motiven wie Neid und Ressentiment hinter moralischen Fassaden ist bis heute faszinierend und regt extrem zum Nachdenken an. Einen halben Stern Abzug gibt es von mir lediglich für die extreme Polemik: Manchmal verliert sich Nietzsche so sehr in seinem Furor, dass er jegliche Nuancen vermissen lässt und das Christentum stark verkürzt darstellt. Dennoch ist dieses Werk ein zeitloser, augenöffnender Klassiker, der rücksichtslos die Fundamente unserer Kultur hinterfragt. Ein absolutes Must-Read für alle, die sich auf unbequeme Denkanstöße einlassen wollen!

    25. Mai 2026

  • jaded_jan
    jaded_jan

    23 Follower

    3,5

    Und also verneint der Mensch das Christliche und nennt sich christlich.

    Nietzsches Antichrist ist kein theologisches Buch. Es ist ein provokantes Werk, ein polemisches Werk, ein idiotisches Werk (im alten Sinne: Idios. So wie er Jesus nannte). Ein Schlag gegen die Bequemlichkeit und die moralischen Gesetze, in denen wir uns eingerichtet haben. Ein Appell an die menschlichen Instinkte. Doch die Grundlage seiner Kritik ist erschreckend nachvollziehbar: Mit dem Antichrist zwingt er den Leser, die Maske des christlichen Idealismus zu zerbrechen, gar der Idealismus als solcher — eben weil dies den Menschen schwächt. Weniger die Religion ist das Ziel, als den Menschen selbst. Der Mensch der die Autorität Jesu missbraucht. Das „Christ-sein” nütze der Priester als Titel, als ein Mantel, um seine Machtlust auszukosten — in Form einer Institution: der Kirche. Geradezu sei die Kirche nicht die Fortsetzung Jesu, sondern dessen Gegenpol. Darum behauptet Nietzsche: „Im Grunde gab es nur einen Christen, und der starb am Kreuz.“ Eine solche Aussage erfordert nicht nur Mut, sondern auch geschickte Rhetorik. Nietzsche weitet seine Kritik aus: auf Gott, Moral, Schuld, Sünde; auf Kant, den letzten großen Gesetzgeber der Pflicht; auf den Idealismus, welches dasselbe Muster wie das Christentum aufweist. Alles, was Europa „erhöht“ hat, sei in Wahrheit eine raffinierte Form der Verneinung. Weniger dekadent hingegen sei der Buddhismus (zwar sei auch der nihilistisch und verfallen, da es die Welt mit ihr Leid als schlecht erklärt), aber hier erfindet er keine metaphysische Strafe, um Macht auszuüben. Kein moralischer Zeigefinger, kein Drama um Schuld. Der Antichrist ist unsympathisch und unversöhnlich — genau deshalb notwendig. Verständlich, wenn man solch ein Buch nicht als sein Lieblings nennt.

    Und also verneint der Mensch das Christliche und nennt sich christlich.

    2. Dez. 2025

  • melih
    melih

    30 Follower

    4,0

    Guter Einblick in Nietzsches Ablehnung gegenüber das Christentum

    Nachdem man seine grundlegenden Werke wie z.B. Zarathustra gelesen hat, bietet „Der Antichrist“ einen tieferen Einblick in die Gründe, wieso Nietzsche Religionen, und speziell das Christentum, verachtet. Es ist auch stets der zeitliche Kontext, in der er dieses Buch verfasst hat, zu beachten, denn da hat Religion noch eine größere Rolle in der Gesellschaft gespielt.

    2. Aug. 2025

3 von 4 Rezensionen

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