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Historical Novels

Das Narrenschiff

4.0(127)
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About the book

Ein Staat wird – wie alle Staaten – gegründet für alle Ewigkeit und verschwindet nach vierzig Jahren nahezu spurlos. Sind die Menschen, die dort einmal lebten, dem Vergessen anheimgefallen und ihre Träume nur ein kurzer Hauch im epochalen Wind der Zeitläufte?

In seinem fulminanten Gesellschaftsroman lässt Christoph Hein Frauen und Männer aufeinandertreffen, denen bei der Gründung der DDR unterschiedlichste Rollen zuteilwerden, begleitet sie durch die dramatischen Entwicklungen einer im Werden befindlichen Gesellschaft, die das bessere Deutschland zu repräsentieren vermeint und doch von einem Scheitern zum nächsten eilt.

Überzeugte Kommunisten, ehemals begeisterte Nazis, in Intrigen verstrickte Funktionäre, ihre Bürgerlichkeit in den Realsozialismus hinüberrettende Intellektuelle, Schuhverkäufer, Kellner, Fabrikarbeiter, Hausmeister und selbst ein hoher Stasi-Mann erkennen auf die eine oder andere Art ihre Zugehörigkeit zu einer unfreiwilligen Mannschaft an Bord eines Gemeinwesens, das sie zunehmend als Narrenschiff wahrnehmen und dessen Kurs auf immer bedrohlichere historische Klippen ausgerichtet ist.

Editions (4)

ISBN9783518432266
PublisherSuhrkamp
Publication Date03/18/25
Pages750

Characteristics

3 reviews

MultifacetedVividCredibleThoughtfulInformativeExciting

Reviews & Ratings

127 ratings

29 reviews

4.0

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  • weinphilosoph
    weinphilosoph

    578 Followers

    3.0

    Dieses Werk von Christoph Hein lässt mich alles in allem ein wenig ratlos zurück. Die versprochene Geschichte der DDR aus Sicht der Bewohner:innen lässt sich im weitesten auf eine Handvoll Menschen herunterbrechen, kombiniert mit einigen Familienmitgliedern, Arbeitskolleg:innen und Liebhabern. Allgemein ist die Vielfalt der Charaktere jedoch nicht gegeben, da alle auf einer ähnlichen sozialen Schicht stammen oder in diese gekommen sind. Für mich werden auch wesentliche Aspekte der Geschichte ausgespart, gerade die der Sicherheitsbehörden in der Zeit der DDR. Auch das bedeutende Ereignis des Mauerfalls wird nur in gefühlt einem Kapitel als Randnotiz eines Telefonats erwähnt. Die recht triste Erzählung der Sozialleben der Charaktere in verschiedenen Stadien ihrer Leben ist dennoch streckenweise unterhaltsam bis interessant. Jedoch gibt es einige Zeitsprünge, in denen komplett offen ist, was in teilweise 10 Jahren passiert. Selbstverständlich ist es nicht einfach, diese 40 Jahre eines so eindrucksvollen wie erschreckenden Staates in ein Buch zu pressen, ohne menschliche Schicksale auszusparen. Auch wenn dieses Buch 750 Seiten umfasst, hätte man sich zwischen einem Roman oder Sachbuch entscheiden können und die Lektüre um die Hälfte kürzen können. So ist es ein eher zeitfressendes Gesamtwerk, was beide Welten nicht richtig in sich vereinen kann. Nichtsdestotrotz kann man unterhaltsame Stunden mit diesem Buch haben und dieses Thema ist aufgrund der innerdeutschen Politik weiterhin wichtig, da die Wiedervereinigung noch immer nicht vollständig in den Köpfen der Bevölkerung angekommen ist. Jedes Buch, welches dieses Thema ansatzweise neutral behandelt, ist ungeheuer wichtig!

    Jul 13, 2025

  • hansdampf
    hansdampf

    200 Followers

    5.0

    Auf 750 Seiten beschreibt der Autor das Schicksal dreier befreundeter Familien in der DDR, von der Gründung 1949 bis zu ihrem Ende 1990. Unterschiedlich involviert in den Machtapparat der von Moskau geführten Arbeiter- und Bauernrepublik, wurschteln sich die Protagonisten durch die Absurditäten und Zumutungen des realsozialistischen Alltags. Lesenswert

    Manche Leser beklagen den fehlenden Spannungsbogen, andererseits wird der Stil des Romans vermutlich dem DDR-Alltag am ehesten gerecht ohne ihn zu verkitschen. Der Sohn des Autors, Jakob Hein, schreibt auch schöne Bücher!

    Jun 9, 2025

  • therealmike
    therealmike

    145 Followers

    3.5

    Fiktive DDR-Chronik

    „Das Narrenschiff“ hat sich für mich weniger wie ein klassischer Roman angefühlt, sondern eher wie eine fiktive Chronik – fast schon wie ein Sachbuch in Romanform, nur eben mit Figuren, an denen man sich entlanghangelt. Gerade das macht das Buch ziemlich spannend, wenn man geschichtlich interessiert ist, besonders an der Lebenswirklichkeit in der DDR: Alltag, Denkweisen, dieses ständige Mitlaufen oder Anecken, die kleinen Kompromisse – das wird sehr greifbar und ohne viel Kitsch erzählt. Man merkt allerdings auch die Kehrseite: Weil die Geschichte über Jahrzehnte (gefühlt 40 Jahre und mehr) läuft, bleibt für eine wirklich tiefe Ausbildung und Ausreifung der Charaktere nicht immer genug Raum. Man wünscht sich stellenweise, dass das Buch mal länger bei einzelnen Figuren stehen bleibt. Trotzdem hat es für mich genau damit gepunktet, was es am besten kann: ein Panorama der Zeit liefern. Wer eine dichte, psychologische Figurenstudie erwartet, könnte ein bisschen enttäuscht sein– wer aber Lust hat auf ein Buch, das DDR-Geschichte in erzählerischer Form erlebbar macht, bekommt hier richtig viel Stoff und insgesamt ein lohnendes Leseerlebnis.

    Dec 25, 2025

3 of 29 reviews

SocialReads

Page-based comments

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tintenhain
tintenhainJun 6, 2025

Ich finde das Buch bisher historisch sehr interessant. Ein bisschen nerven die Wiederholungen (z. B. wurde mehrmals betont, dass es eine Vernunfsehe ist) und die sehr hölzernen Dialoge. Der dreijährige Heinrich redet wie ein Alter, nur das Wort Lade (Schokolade) soll wohl darauf hinweisen, wie klein er ist. Ich war völlig irritiert. Da es aber inhaltlich interessant ist, werde ich erst einmal weiterlesen.

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Author

About Christoph Hein

Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf/Schlesien geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwuchs. Ab 1967 studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle Der fremde Freund / Drachenblut. Hein wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Uwe-Johnson-Preis und Stefan-Heym-Preis. Sein jüngster Roman Das Narrenschiff stand monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste.

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