Von allem Anfang an
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Description
Keinem, auch nicht Lucie, der schönen Klassenbesten, darf der dreizehnjährige Daniel sagen, wohin sein Vater ihn gleich bringen wird: nach Westberlin. Dort soll er das Gymnasium besuchen, weil das zu Hause, in der mitteldeutschen Kleinstadt, nicht möglich ist. Der neue Schuldirektor und der Pfarrer warnen vor Besuchen in der Heimatstadt: »Es sei zu gefährlich, sagten sie, weil ich heimlich nach Westberlin gegangen sei. Ich hatte die Republik verraten und stand auf der Liste.« Mit den Mitteln einer fiktiven Autobiographie erzählt Christoph Hein von einer Jugend in der DDR der fünfziger Jahre.
Book Information
Author Description
Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf/Schlesien geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwuchs. Ab 1967 studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle Der fremde Freund / Drachenblut. Hein wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Uwe-Johnson-Preis und Stefan-Heym-Preis. Sein jüngster Roman Das Narrenschiff stand monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste.
Posts
Ein Trip in die DDR
Das Buch nimmt uns mit in die Jugendjahre des Protagonisten Dani, der zwischen 13 und 15 Jahre alt ist. In vielen kleinen Anekdoten erzählt der Autor von seinem Aufwachsen in der DDR, noch bevor die Mauer gebaut wurde. Gerade dieser Zeitraum hat mich besonders interessiert, da man selten so persönliche Einblicke in das alltägliche Leben vor dem Mauerbau bekommt, als Familien sich noch gegenseitig besuchen konnten und die Teilung Deutschlands noch nicht endgültig spürbar war. Im Mittelpunkt steht die Entscheidung von Danis Eltern, ihn auf ein Gymnasium im Westen zu schicken. Diese Entscheidung wirkt zunächst fast beiläufig, bekommt im Verlauf der Geschichte jedoch immer mehr Gewicht. Dani steht vor vielen Herausforderungen, Unsicherheiten und auch Ängsten, die er bewältigen muss, bevor dieser große Schritt überhaupt möglich wird. Das Buch beschreibt diesen Weg sehr ruhig und authentisch, ohne zu dramatisieren. Am Anfang wusste ich ehrlich gesagt nicht genau, wohin die Geschichte führen möchte. Der rote Faden war für mich zunächst nicht klar erkennbar. Doch mit jeder weiteren Seite wuchs mein Interesse an Dani und seinem Leben. Ich wollte immer mehr darüber erfahren, wie er denkt, fühlt und mit den Situationen umgeht, in die er gerät. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie deutlich man seine Naivität, aber auch seine persönliche Entwicklung miterleben kann. Man merkt, dass Dani langsam erwachsener wird und beginnt, seine Umwelt bewusster wahrzunehmen. Das Buch vermittelt insgesamt einen sehr persönlichen und ehrlichen Einblick in das Leben eines Jugendlichen in der DDR, der noch nichts von der späteren Unüberwindbarkeit der Grenze ahnt. Gerade diese Unbeschwertheit, gepaart mit den ersten großen Entscheidungen im Leben, macht die Geschichte glaubwürdig und berührend. Der Schreibstil ist einfach und klar, was das Lesen angenehm macht. Die kurzen Episoden lassen sich gut lesen und wirken fast wie Erinnerungen, die man gemeinsam mit dem Autor durchlebt. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, weil es keine große, spektakuläre Handlung braucht, um interessant zu sein. Es lebt von den kleinen Momenten, den Gedanken und Gefühlen eines Jugendlichen in einer besonderen Zeit der deutschen Geschichte.

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Keinem, auch nicht Lucie, der schönen Klassenbesten, darf der dreizehnjährige Daniel sagen, wohin sein Vater ihn gleich bringen wird: nach Westberlin. Dort soll er das Gymnasium besuchen, weil das zu Hause, in der mitteldeutschen Kleinstadt, nicht möglich ist. Der neue Schuldirektor und der Pfarrer warnen vor Besuchen in der Heimatstadt: »Es sei zu gefährlich, sagten sie, weil ich heimlich nach Westberlin gegangen sei. Ich hatte die Republik verraten und stand auf der Liste.« Mit den Mitteln einer fiktiven Autobiographie erzählt Christoph Hein von einer Jugend in der DDR der fünfziger Jahre.
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Author Description
Christoph Hein wurde am 8. April 1944 in Heinzendorf/Schlesien geboren. Nach Kriegsende zog die Familie nach Bad Düben bei Leipzig, wo Hein aufwuchs. Ab 1967 studierte er an der Universität Leipzig Philosophie und Logik und schloss sein Studium 1971 an der Humboldt Universität Berlin ab. Von 1974 bis 1979 arbeitete Hein als Hausautor an der Volksbühne Berlin. Der Durchbruch gelang ihm 1982/83 mit seiner Novelle Der fremde Freund / Drachenblut. Hein wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Uwe-Johnson-Preis und Stefan-Heym-Preis. Sein jüngster Roman Das Narrenschiff stand monatelang auf der Spiegel-Bestsellerliste.
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Ein Trip in die DDR
Das Buch nimmt uns mit in die Jugendjahre des Protagonisten Dani, der zwischen 13 und 15 Jahre alt ist. In vielen kleinen Anekdoten erzählt der Autor von seinem Aufwachsen in der DDR, noch bevor die Mauer gebaut wurde. Gerade dieser Zeitraum hat mich besonders interessiert, da man selten so persönliche Einblicke in das alltägliche Leben vor dem Mauerbau bekommt, als Familien sich noch gegenseitig besuchen konnten und die Teilung Deutschlands noch nicht endgültig spürbar war. Im Mittelpunkt steht die Entscheidung von Danis Eltern, ihn auf ein Gymnasium im Westen zu schicken. Diese Entscheidung wirkt zunächst fast beiläufig, bekommt im Verlauf der Geschichte jedoch immer mehr Gewicht. Dani steht vor vielen Herausforderungen, Unsicherheiten und auch Ängsten, die er bewältigen muss, bevor dieser große Schritt überhaupt möglich wird. Das Buch beschreibt diesen Weg sehr ruhig und authentisch, ohne zu dramatisieren. Am Anfang wusste ich ehrlich gesagt nicht genau, wohin die Geschichte führen möchte. Der rote Faden war für mich zunächst nicht klar erkennbar. Doch mit jeder weiteren Seite wuchs mein Interesse an Dani und seinem Leben. Ich wollte immer mehr darüber erfahren, wie er denkt, fühlt und mit den Situationen umgeht, in die er gerät. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie deutlich man seine Naivität, aber auch seine persönliche Entwicklung miterleben kann. Man merkt, dass Dani langsam erwachsener wird und beginnt, seine Umwelt bewusster wahrzunehmen. Das Buch vermittelt insgesamt einen sehr persönlichen und ehrlichen Einblick in das Leben eines Jugendlichen in der DDR, der noch nichts von der späteren Unüberwindbarkeit der Grenze ahnt. Gerade diese Unbeschwertheit, gepaart mit den ersten großen Entscheidungen im Leben, macht die Geschichte glaubwürdig und berührend. Der Schreibstil ist einfach und klar, was das Lesen angenehm macht. Die kurzen Episoden lassen sich gut lesen und wirken fast wie Erinnerungen, die man gemeinsam mit dem Autor durchlebt. Insgesamt hat mir das Buch gut gefallen, weil es keine große, spektakuläre Handlung braucht, um interessant zu sein. Es lebt von den kleinen Momenten, den Gedanken und Gefühlen eines Jugendlichen in einer besonderen Zeit der deutschen Geschichte.






