Das Geisterhaus

Das Geisterhaus

Softcover
4.1375
Beginn 20. JahrhundertPolitische GewaltSchicksalWelterfolg

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Description

Die Geschichte der alteingesessenen Familie del Valle setzt zu Beginn des 20. Jahrhunderts in Chiles scheinbar wohlgeordneter Welt ein und reißt uns mit in einem Strudel politischer Umbrüche und Gewalt, der die persönlichen Schicksale unaufhaltsam bestimmen wird.

Der Erfolg dieses Epos verdankt sich dem hinreißenden Erzähltemperament Isabel Allendes: Mit Phantasie, Witz und mit Zärtlichkeit malt die Autorin das bunte Tableau einer Familie über vier Generationen hinweg.

Ihr erster Roman hat Isabell Allende zu einer Schriftstellerin von Weltrang gemacht.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Generational Novels
Format
Softcover
Pages
501
Price
15.50 €

Author Description

Isabel Allende, geboren 1942 in Lima, ist eine der weltweit beliebtesten Autorinnen. Ihre Bücher haben sich millionenfach verkauft und sind in mehr als 40 Sprachen übersetzt worden. 2018 wurde sie – und damit erstmals jemand aus der spanischsprachigen Welt – für ihr Lebenswerk mit der National Book Award Medal for Distinguished Contribution to American Letters ausgezeichnet. Isabel Allendes gesamtes Werk ist im Suhrkamp Verlag erschienen.

Characteristics

2 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
43%
4%
17%
12%
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23%
62%
42%
45%
77%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
48%
57%
69%
52%

Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate50%
Variable50%

Writing Style

Simple100%
Complex0%
Moderate0%
Bildhaft (100%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

62
All
4

Das wohl bekannteste Buch von Isabel Allende aus dem Jahr 1982 und ein moderner Klassiker. Ein Mehr-Generationen-Familienroman mit den bei Allende typischen lateinamerikanischen übernatürlichen Elementen, der im Militärputsch von 1973 sein tragisches Finale findet. Gut geschrieben, ohne Frage, und man merkt, dass man hier ein monumentales, tiefgreifendes Werk liest. Dennoch empfand ich den berichthaft-distanzierten Erzählstil auf Dauer als anstrengend. Emotional hat das Buch wenig mit mir gemacht.

4.5

Dieses Buch ist zu recht ein Klassiker. Jede Seite zu lesen, war ein Genuss. Tolle Sprache. Man wird durch ein Jahrhundert chilenische Geschichte geführt. Dennoch keine leichte Kost. Den halben Stern Abzug gibt es, weil sehr keine Schrift und wenig Absätze es nicht leichter machen und man zwischendrin dann schon auch mal Durchhaltevermögen braucht. Definitiv ein Buch für das man Ruhe und auch mal mehr als eine halbe Stunde am Stück zu lesen braucht. Alles in allem eine tolle, epische Abwechslung im Thriller und Krimi-Alltag 🥳

5

Eine Familiensaga die spannend zu lesen ist. Teilweise grausam und schrecklich aber dann wieder wunderbar. Ich konnte es kaum aus der Hand legen.

4

Sehr interessante Familiengeschichte mit einem besonderen Protagonisten

Ich fand das Buch und die Geschichte sehr spannend. Manchmal war es schwierig weiterzulesen, weil ich den Protagonisten so unsympathisch fand aber manchmal war es auch so spannend dass ich es nicht aus der Hand legen konnte. Es war ein auf und ab aber ich weiß noch nicht so richtig was ich über das Buch denke und wie ich es wirklich fand.

4

Eine intensive Familiensaga, genial und vielschichtig erzählt!

Ich bin beeindruckt vom Erzählstil, Vielschichtigkeit, Dramaturgie und von den starken Charakteren dieser Familiensaga. Ich mag es auch sehr, dass man nebenher so viel über die politischen Konflikte und Umbrüche in Chile lernt. Auf der anderen Seite bin ich erschüttert durch die brutalen Bilder sexueller Gewalt und generell durch die Figur Esteban Trueba, der einen typischen Patriarchen darstellt. Ein starker literarischer Charakter, für mich aber definitiv der Gewinner in der Kategorie „Die verhassteste Romanfigur aller Zeiten". In der Ausgabe von 1984 werden rassistische Begriffe abgedruckt, was leider ein Merkmal der damaligen Zeit ist. Sie einfach so im Text zu sehen, hat mich sehr gestört.

3

Ein Klassiker der am Ende etwas anstrengend zu lesen war.

5

Mitreißend Monumental

4.5

Ein Buch mit Charakter und Wurzeln

'Das Geisterhaus' ist eines dieser Bücher, die irgendwie eine Chronik und ein Zeugnis von Geschichte sind, ohne das Schicksal und die Gefühlswelt des Einzelnen aus dem Blick zu verlieren. Ein Buch, in dem viel Blut und viele Tränen vergossen werden, das aber gleichzeitig sehr versöhnlich sein kann und in dem Liebe und Familie eine große Rolle spielen. Menschen machen viel Schlechtes und Menschen machen viel Gutes und alles davon hat irgendwie seinen Platz und Konsequenzen, die man nicht abschätzen kann, ohne dass die Verantwortung abgesprochen wird, die man für sein eigenes Handeln hat. Mir persönlich hat besonders die Art der Charakterdarstellung gefallen. Die Charaktere wurden sehr neutral eingeführt, die Erzählstimme ist überhaupt nicht tendenziös und versucht dem/der Leser*in eine Einstellung zu den Charakteren und ihren Handlungen aufzuschwatzen, sondern vertraut dem Leseverständnis und dem moralischen Kompass des/der Leser*in. Im Gegenteil, erst durch die Handlungen der Charaktere wird erst deutlich, welche "Art" Mensch diese sind. Das war eine sehr erfrischende Abwechslung zu vielen "moderneren" Büchern, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Plus: Die weiblichen Charaktere tragen die Geschichte als diejenigen, die den Großteil erzählen und von Mutter zur Tochter die Erblinie der Familie bilden. Mir persönlich gefällt Clara als Charakter sehr gut, deren Verbindung zur "Geisterwelt" südamerikanische Erzähltraditionen einbindet, eine Art "Magie", die erstaunlich handfest ist und eine Rolle spielt, ohne dass es sich hierbei um einen Fantasyroman handelt :D Für mich ein herrliches "Dazwischen". Auf jeden Fall zurecht ein Klassiker und eine Empfehlung!

4

Eine wahnsinnige Fülle an Familiengeschichte vor dem Hintergrund chilenischer Geschichte. Starke Frauen und brutale Männer. Erzählerisch bildgewaltig und detailliert. Ein Schmöker auf hohem Niveau.

4

Ein Klassiker, der nicht immer leicht zu ertragen ist.

"Das Geisterhaus" ist das Debüt von Isabel Allende, welches die Geschichte einer chilenischen Familie über mehrere Generationen erzählt. Im Mittelpunkt dieser Geschichte stehen Clara del Valle und Esteban Trueba: Clara del Valle war ein seltsames Kind, mit einem Hang zum Übersinnlichen und konnte zum Beispiel Dinge bewegen, ohne diese zu berühren oder besondere Ereignisse und sogar Todesfälle vorhersagen. So sagte sie eines Tages, nach jahrelangem Schweigen, ihren Eltern auch, dass sie alsbald Esteban Trueba heiraten werde. Und so kommt es dann auch. Esteban liebt Clara über alles, für ihn ist sie eine Sirene von einem anderen Stern und er weiß, dass Clara ihm nie ganz gehört... Isabel Allende hat hier einen wirklich spannenden Roman geschaffen, der sich sowohl mit den politischen Konflikten und Umbrüchen der damaligen Zeit befasst, als auch besonders mit den gesellschaftlichen Veränderungen. Der atmosphärische Schreibstil Allendes ließ mich wahrlich in diese Welt abtauchen. Schmerzvoll musste ich erleben wie es den Frauen und den Arbeitern auf den Gutshöfen damals erging. Die Ehefrau des Gutsherrn war kaum mehr wert als das Vieh im Stall und gleiches galt für die Arbeiter auf den Höfen. Die Charaktere sind sehr tiefgründig und vielschichtig dargestellt. Selbst Esteban Trueba, der wahrlich ein Riesena....loch und absolutes Schwein ist, skrupellos und jähzornig, bekommt im Zusammenspiel mit seiner Enkelin eine ganz andere Seite. Auch wenn ich Esteban nur das Schlechteste gewünscht hätte, zeigt die Autorin doch die innere Stärke und Größe der Frauen, die nicht im Hass vergehen und deren Herzen sich nicht gegen Esteban verhärten. Sondern die in ihrer Güte vergeben. Das Zusammenspiel zwischen politischen Konflikten, familiären Tragödien und Geheimnissen und den übernatürlichen Elementen ist perfekt gelungen und machte dieses Buch entgegen meiner Erwartung tatsächlich zu einer wundervollen Lektüre.

Ein Klassiker, der nicht immer leicht zu ertragen ist.
4

Am Anfang dachte ich, dass ich mich nicht mit dem Buch anfreunden kann. Es ist nicht einfach zu lesen, es zieht sich extrem. Das Buch wurde 1989 veroffentlicht, und die Geschichte spielt sich in der Zeit davor ab. Neben der Familiengeschichte, die man mehrere Generationen lang begleitet, wird der Aufstieg und Fall des Sozialismus in Chile erzählt, abgelöst durch den Militärputsch 1973. Besonders spannend, da die Autorin tatsächlich mit dem Ex-Präsidenten Salvador Allende verwandt ist, der sich während des Militärputsches das Leben genommen hat. Das Buch ist sehr spannend und traurig zu gleich (es geht aber auch um sehr viel Gewalt).

Post image
4

„Bei uns ist die Verrücktheit auf alle verteilt, und es ist nicht genug übriggeblieben, dass auch wir unseren Verrückten haben.“ Sehr spannendes Buch über eine Familie in Chile. Jedoch etwas langwierig und verwirrend, was aber doch eher der großen Familie und der Dauer der Erzählung über mehrere Jahrzehnte geschuldet ist.

4

In diesem Roman erzählt Isabel Allende vom auf und ab im Leben einer chilenischen Familie. Die drei Generationen durchleben die Zeit in Chile, von etwa 1900 bis in die Mitte der 70er. Die Geschichte entfaltet ihre Wirkung erst nach eine gewissen Zeit, denn die ersten 100 Seiten sind nicht ganz so spannend wie der Rest. Doch dann wird man von der phantasievoll und sehr lebendigen Erzählkunst in eine andere Welt entführt. Der Roman ist sehr angenehm zu lesen, keine zu großen Handlungssprünge. Die historischen Geschehnisse in Chile sind eingepackt in diverse, spannende Liebesgeschichten, ohne dabei schnulzig oder kitschig zu sein. Es ist kein reiner Liebesroman. Vielmehr ist es eine detailgenaue Dartellung verschiedener, sich treu bleibender Charaktere. Die Hauptfiguren des Buches haben nicht den oft gewohnten Heldencharakter sondern auch fehlerhafte Eigenschaften. Insgesamt hat mir der Roman sehr gut gefallen. Er fesselt, ist geistvoll geschrieben und macht ihn verdientermassen zu einem Bestseller. 1 Stern Abzug, da das Buch, meiner Meinung nach, auf seinen letzten 60 Seiten ein wenig in einen Groschenroman gerät, was schade ist, denn mit den Büchern verhält es sich wie mit einer Sinfonie – den letzten Akkord behält man am ehesten in der Erinnerung. Trotzdem bleibe ich dabei, dass das Buch, eine lohnende Lektüre für jeden darstellt, der sich für Chile interessiert.

4

Eine schöne Geschichte, die mich viel Durchhaltevermögen an der ein oder anderen Stelle kostete, nicht zuletzt wegen der kleinen Schriftgröße und des geringen Zeilenabstands. Ich mochte wie die interessanten Charaktere durch die chilenische Geschichte führten, ohne jede Jahres- oder Ortsangabe, die mich dazu veranlassten meine eigene Recherche über Chile 🇨🇱 zu beginnen. Streckenweise wurden Situationen sehr langatmig beschrieben, aber Allende zeigt in dem Buch ein gutes Gespür neue Ereignisse in dem Buch zu setzen, sodass der Spannungsbogen nie zu stark abflachte. 🩵

3

Die Wahrheit und Grausamkeiten einer chilenischen Familie

Sehr tragische und traurige Geschichte einer Familie in Chile mit starken historischen Ereignissen zur Zeiten der Aufstände und Revolutionen. Manchmal sehr grausam aber oft verknüpft mit der Stärke der tueba Frauen folgende Erzählungen, wie sie zum Schluss ohne Gräueln alles überstanden. Man muss das Genre mögen

3

Ich hatte ganz andere Vorstellungen von der Geschichte, auch aufgrund des Titels. Daher war ich sehr enttäuscht da es eine Aneinanderreihung von politischen und familiären Geschehnissen ist die mich leider nicht packen konnten. Es gab in der Handlung keinen Spannungsbogen und für mich nichts was mich irgendwie mitfiebern ließ. Daher zog sich das Buch endlos hin und bin froh, dass es jetzt endlich zu Ende ist.

3.5

In „Das Geisterhaus“ verfolgt man über mehrere Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts die Familiengeschichte del Valle / Trueba in Chile. Ich kannte bisher nur die Verfilmung mit Meryl Streep und Jeremy Irons und finde nun auch nach der Lektüre, dass beide Charaktere sehr hervorragend besetzt wurden. Ich habe das Buch gern gelesen, fand es jedoch teilweise sehr langatmig, da Allende sehr ausschweifend erzählt. Es ist wegen der ausufernden Beschreibungen auch ein Buch für das man Zeit braucht und bei dem man über längere Etappen lesen muss, um der Geschichte zu folgen. Neben der ausschweifenden Erzählweise hat mich auch die Wiederholung einiger Sätze und Beschreibungen gestört. Ich mochte den magischen Realismus, die Hellsichtigkeit Claras und einiger anderer Figuren. Warum ich wohl auch Schwierigkeiten hatte, ganz in das Buch einzutauchen war, dass keine der Frauen - weder Clara, Blanka oder Alba - wirklich glücklich ist. Esteban Trueba als brutaler Patriarch der Familie, der sich durch harte Arbeit ein Vermögen aufbaut aber sich nimmt was er will - insbesondere abhängige und hilflose Plantagenarbeiterinnen - scheint als Konterpart eingeführt worden zu sein, der die Elite des Landes repräsentiert, die den Status Quo erhalten wollen. Sympathie bringt man ihm jedoch nie entgegen, obwohl er als einziger des Buches als Ich-Erzähler zu Wort kommt. Das Ende des Buches fand ich heftig und weiß nicht, wie ich das lesen soll. Alba ist zum Ende schwanger, von einer Vergewaltigung oder ihrem Liebhaber weiß sie nicht. Sie weiß nur - hellsichtig wie ihre Mutter - dass sie eine Tochter erwartet, sodass die Linie an del Valle / Trueba Frauen weitergeht. Mir war das zu relativierend / verklärt und ich frage mich, warum Allende als Autorin starker Frauenfiguren gilt, wo diese doch in diesem Buch viel Leid und Gewalt erfahren mussten.

3.5

Eine große Erzählung, die viel will und viele Figuren und Generationen umspannt. So richtig andocken oder mitfühlen konnte ich bei keiner der Figuren so recht. Sprache und Stil ganz gut, teilweise originelle Ideen.

Bin nicht ganz sicher, was ich von diesem Werk halten soll. Viele Leute lieben diesen Roman, die unterschiedlichsten Bekannten und Freunde oder Kollegen raunten mir zu: tolles Buch! Es ist eine Familien- und Jahrhunderterzählung, in die vieles irgendwie etwas übervoll gestopft wird. Abstruser Spiritismus, Kommunismus, Idealismus, Narzissmus, Gewaltherrschaft, Rache und so weiter. Die Gesamtgeschichte ist rund, der Bogen am Ende gelingt, und trotzdem zucke ich jetzt nach der letzten Seite ein bisschen mit den Schultern. Leider wurden viele Figuren psychologisch nicht vertieft, viele spannende Dynamiken nicht befriedigend auserzählt. Zwischendurch ein paar Längen mit Aneinanderreihungen von irgendwelchen äußerlichen Geschehnissen. Das hat mich gegen Ende doch etwas erschöpft. Vielleicht ne realistische Darstellung weiblichen Leids und männlicher Gewalt, aber ja … irgendwie endet es mit einer seltsamen Note der Akzeptanz. So nach dem Motto: tja so ist es nun mal, hat alles seine Bewandnis, am Ende ist das doch alles gut, wie es ist. Hm.

4

Eine Bild- und Sprachgewaltige Familiengeschichte, die einen in die Geschichte Chiles eintauchen lässt. Wenn auch keine leichte Lektüre, sehr empfehlenswert.

4.5

Ein moderner Klassiker

"Wie in dem Augenblick, wo wir auf die Welt kommen, haben wir auch im Sterben Angst vor den Unbekannten. Aber die Angst ist etwas Inneres und hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Sterben ist wie geboren werden: nur eine Veränderung [...]." S. 337. Chile in den 1920er Jahren: Der aus ärmlichen Verhältnissen stammende Esteban Trueba erwartet mehr vom Leben. Verliebt in die wunderschöne Rosa, arbeitet er in einer Miene, um Geld für die Hochzeit zu sparen. Als Rosa stirbt, widmet er sich einem heruntergekommenen Stück Erbland, den Drei Marien. Indem er die Hintersassen vor Ort aus- und benutzt, wird er Stück für Stück zum angesehenen Patriarchen. Nach der Hochzeit mit Rosas Schwester, der hellsichtigen Clara, entfaltet sich auf den drei Marien eine Familiensaga, ein Epos das Chiles Geschichte des 20. Jahrhunderts umfasst. Dabei verwebt Allende politische Themen wie Klassenkampf und Kommunismus mit gesellschaftlichen Diskursen wie Misogynie und Machismo. Untermalt mit fantastischen Elementen, Allendes (manchmal bitterem) Witz und mitunter grausamer Ehrlichkeit und Brutalität, ist "Das Geisterhaus" ein berauschendes Leseerlebnis mit unfassbar vielen Erzähl- und Interpretationsebenen. Unserer Leserunde mangelte es wahrlich nicht an Gesprächsstoff... Allendes Debüt, das vor 40 Jahren erschien, war in den 1980er Jahren ein Welterfolg, der in über 40 Sprachen übersetzt wurde und wohl in keinem Bücherregal fehlte. Jetzt in einer Jubiläumsausgabe bei Suhrkamp neu erschienen, aus dem Spanischen von Anneliese Botond. Unser einziger Kritikpunkt war die sich durch das ganze Werk ziehende rassistische Sprache, die sich zwar im historischen Kontext gesehen nachvollziehen lässt und eventuell mitunter auch der Übersetzung geschuldet sein mag, vom Verlag jedoch zu keinem Zeitpunkt kontextualisiert oder eingeordnet wird. Es gibt weder Vor- noch Nachwort. Nicht nur zum Zwecke von Begriffserklärungen oder historischen Einordnungen hätte ich mir dies gewünscht, auch eine Würdigung der literarischen Leistung, Interpretationsansätze oder intertextuelle Verweise hätte man von mir aus gern in einem vorangestellten oder angehängten Text beleuchten können. Des Weiteren wäre ein Stammbaum hin und wieder hilfreich gewesen, um die Figuren visuell zueinander ins Verhältnis zu setzen. Abschließend kann ich sagen, dass ich aus irgendwelchen Gründen eine ganz andere Geschichte erwartet hatte, von dem was ich las jedoch durch und durch gefesselt war. Allendes Erzählkunst ist unvergleichlich und es verwundert nicht, dass sie zu den weltweit beliebtesten Autorinnen gehört. Trigger-Warnung für sexualisierte Gewalt und grafische Beschreibungen andere körperliche Grausamkeiten.

Ein moderner Klassiker
5

Das Geisterhaus von Isabel Allende stand schon eine ganze Weile auf meiner Leseliste. Es ist ein historischer Roman mit magischem Realismus und außerdem ein Familienepos. Wir begleiten in dem Buch 3 Generationen von chilenischen Frauen bzw. die Entstehung und Entwicklung der gesamten Familie Trueba in der Zeit von 1920 bis 1975. Die Geschichte wird aus zwei Erzählperspektiven geschildert. Eine davon von Esteban Trueba, einem kompromisslosen und gewalttätigen Patriarch, dessen Sichtweisen und Handlungen oft nicht leicht zu ertragen sind, und die andere aus Sicht von seiner Enkelin Alba. Die im Fokus stehenden Themen sind hierbei Politik, Familie und Liebe. Meine Meinung: Mir hat die Geschichte sowie der lebendige Schreibstil unglaublich gut gefallen. Trotz vieler Lesepausen war ich immer wieder sofort drin in der Geschichte. Die Schicksale der Familienmitglieder haben mich teilweise sehr berührt und zum Schluss empfand ich sogar Mitgefühl für einen Charakter, den ich fast das gesamte Buch über gehasst habe. Daran merkt man wie vielschichtig Isabel Allende ihre Figuren gezeichnet hat. Von mir eine ganz klare Leseempfehlung ✨

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4

Ein sehr gutes Buch. Allende nimmt kein Blatt vor den Mund. Schockierend ehrlich und brutal beschreibt sie die Zeit vor und während der Militärdiktatur Pinochets in Chile.

4

Isabel Allende - eine wichtige Autorin ihrer Zeit

Eine Familiensaga über drei Generationen in Chile die mich sehr gefesselt hat. Der Protagonist Esteban Trueba, der als Patriarch über seine Familie geherrscht und gerichtet hat. Gewaltätig, jähzornig und politisch engagiert, nimmt er starken Einfluss auf das Land und seiner Familie. Sowohl in der Familie als auch im Land wird der ständige Kampf von Allende gnadenlos aufgezeigt. In manchen Passagen waren mir ihre Ausschweifungen zu langatmig, aber empfehlen kann ich es. Violetta hat mir besser gefallen.

3

Der Anfang war sehr gut.

Mich interessierte das Spirituelle im Roman. Leider kommt auch eine Vergewaltigung vor. Später dann die Grausamkeiten der Pinochet Regierung in Chile. Das könnte ich nicht lesen. Ich mag auch weitere Bücher von Allende nicht. Ist einfach nicht "meine" Autorin.

5

Eine grandiose Geschichte, die sämtliche Emotionen in mir geweckt hat! Jetzt schon eines meiner Lese-Highlights in diesem Jahr! Ich kann absolut nachvollziehen, weshalb dieser Roman zur Weltliteratur zählt. Sehr empfehlenswert!

4

Epochales Familienepos, das insbesondere am Ende seine volle Wucht entfaltet und nonchalant Wissen über Chiles Geschichte vermittelt. Als Hörbuch kongenial gelesen von Tanja Fornaro und Walter Kreye.

5

Ein immer wieder gern gelesenes Buch. "Barrabas kam auf dem Seeweg in die Familie".......... ❤️🥰

Eine der einprägsamsten Sätze, um mit einem Buch zu beginnen. Seit ich das Buch Ende der 80er durch Zufall mal gelesen hatte, habe ich es seitdem immer wieder gelesen; und auch lesen müssen. Eine wunderbare Geschichte über Familie und die Entwicklung eines Landes. Und was mit Menschen über die Jahre passiert.

2.5

Anders als erwartet

Das Buch ist schwer in Worte zufassen. Es ist teilweise so brutal, womit ich nicht gerechnet habe. Die Schriftstellerin hat eine ganz grausame Art das Sterben bzw. Den Tod von Mensch oder auch Tieren (Barrabas) zu beschreiben. Zwischenzeitlich hasst man sogar den Hauptcharakter Esteban Trueba so sehr, dass man ihm den Tod wünscht, aber am Ende hat man eher Mitleid mit ihm. Mich hat die wechselnde Erzählweise gestört, ganz ohne Vorwarnung (neues Kapitel oder so) wird vom allwissenden Erzähler zum Ich-Erzähler geschwenkt. Am Anfang denkt man auch eher, dass es sich um Clara drehen soll und nicht Esteban die Hauptfigur ist. Es ist eine erschreckend brutale Geschichte, die fesselnd aber auch anstrengend ist. Zwischendurch werden immer schon Andeutungen auf das zukünftige Unheil gemacht, was mich irgendwann genervt hat. Fazit: Es ist auf jeden Fall lesenswert, bei mir gibt es aber Abzüge für die wechselnde Erzählweise und diese "Fortsetzung folgt"-Manier.

Nachdem ich vor ein paar Wochen „Violeta“ gesuchtet und geliebt habe, wurde mir auch „Das Geisterhaus“ empfohlen und das war absolut gerechtfertigt. Das Buch war richtig, richtig toll. Gegen Ende fiel es mir etwas schwer, die politischen Zusammenhänge zu verstehen, weil ich mich mit der chilenischen bzw. Südamerikanischen Geschichte und Politik tatsächlich gar nicht auskenne. Das hat mir gezeigt, dass ich mich damit noch ausgiebiger beschäftigen muss, weil ich diese Wissenslücken gerne schließen würde. Denn spannend finde ich es auf jeden Fall. Ich habe vor allem die Frauen dieser Geschichte geliebt. So unfassbar mutige Frauen. Vor allem Alba hat mich am Ende sehr durch ihren Mut beeindruckt dem standzuhalten, was ihr widerfährt. Der Schreibstil von Allende ist grandios. Sie schafft es so gut, die Atmosphäre rüberzubringen! Das Buch war definitiv ein Jahreshighlight! Eine sehr, sehr intensive und auch emotionale Geschichte! Allein schon die so krass unterschiedlichen Stimmungen der einzelnen Kapitel. Dann die vielen Erzählstränge und Personen und am Ende fügen sich alle losen Enden in ein großes Ganzes! So was liebe ich ja sehr. Eine wirklich großartige Autorin! Ich werde sicherlich noch weitere Werke von ihr lesen.

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4

Dieses Buch war definitiv einzigartig. Ich habe zwar ziemlich lange für das Buch gebraucht, aber nicht, weil es mich gelangweilt hat, sondern weil es 500 Seiten lang war und ein Buch ist das ich gerne langsam genießen wollte. Die Magie die sich durch die Geschichte und die vielen Generationen zieht hat mich von den ersten Seiten an fasziniert und gefesselt. Es werden Charaktere in einer Erzählung vereint die man entweder augenblicklich ins Herz schließt und aus vollster Seele verabscheut. Dadurch hat man immer wieder zwischen komplett gegensätzlichen Gefühlen wie Hass, Frust und Wut und Freude, Liebe und Mitgefühl geschwankt. Ein Leseerlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde.

Dieses Buch war definitiv einzigartig. Ich habe zwar ziemlich lange für das Buch gebraucht, aber nicht, weil es mich gelangweilt hat, sondern weil es 500 Seiten lang war und ein Buch ist das ich gerne langsam genießen wollte. Die Magie die sich durch die Geschichte und die vielen Generationen zieht hat mich von den ersten Seiten an fasziniert und gefesselt. Es werden Charaktere in einer Erzählung vereint die man entweder augenblicklich ins Herz schließt und aus vollster Seele verabscheut. Dadurch hat man immer wieder zwischen komplett gegensätzlichen Gefühlen wie Hass, Frust und Wut und Freude, Liebe und Mitgefühl geschwankt. Ein Leseerlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde.
5

Was für ein Buch, was für eine Geschichte! Unvergesslich und ein neues Lieblingsbuch! 😍📚❤️

Was für ein Buch, was für eine Geschichte! Unvergesslich und ein neues Lieblingsbuch! 😍📚❤️
4

Eine ausschweifende, wunderschöne Geschichte, Seifenoper, Fantasy, historische Fiktion und Saga. Der Umfang des Buches macht es nicht gerade zu einer leichten Lektüre, denn jedes Mal, wenn ich es in die Hand nahm, musste ich mich mental darauf vorbereiten. Es war schwierig anzufangen, weil es so viel Text und scheinbar viel Geschwafel ist. Doch nach den ersten 100 Seiten war ich wirklich gefesselt. Dieses Genre - der magische Realismus - erfordert eine völlig neue Sichtweise auf unsere Wahrnehmung der Realität. Sobald man seine Denkweise ändert und aufhört, nach der Handlung zu suchen, kann man die reichhaltigen Charaktere, den historischen Kontext, die Shakespeare-würdige Tragödie und die bittersüße Freude genießen. Die Details sind fabelhaft und lassen einen mit jeder Person mitfühlen, selbst wenn man sie hasst. Besonders gut gefiel mir, wie Allendes persönliche Geschichte und die chilenische Geschichte des 20. Jahrhunderts im letzten Drittel des Buches aufeinandertrafen. Selbst wenn man nichts über die militaristischen Regime Lateinamerikas und die Kämpfe um den Sozialismus weiß, bietet dieses Buch einen guten Hintergrund und erklärt alles, ohne zu sehr ins Detail zu gehen. Und im Gegensatz zu anderen seriösen Geschichtsbüchern fördert es eine persönliche Erfahrung, da wir bereits gut mit den Charakteren vertraut sind, so dass wir nicht betroffen sind, wenn die Politik sie zerstört. Die Charaktere sind vielschichtig, die Mischung aus Mystik und Realität ist wunderbar gelungen. Die Geschichte handelt von vier Generationen und von vier verschiedenen Frauen, die versuchen, unterschiedliche Ziele zu erreichen. Clara, die die respektierte, kluge und dem Schicksal folgende Frau symbolisiert. Alba, die Enkelin von Clara, steht ebenfalls für kluge, mutige und modernisierte Frauen. Sie setzt sich für die Rechte ein und steht für die Revolution. Alle diese Frauen sind in vier verschiedene Liebesgeschichten (wahr oder nicht wahr) verwickelt. Rosa starb, bevor sie heiraten konnte. Clara heiratete den Verlobten ihrer Schwester, weil sie an das glaubte, was sie vorhatte, und dem folgte, was für sie entschieden wurde. Blance, die ihrer wahren Liebe nachspürte, aber es lief nicht gut, aber sie kamen schließlich zusammen. Alba, die in Erwägung zieht, sich für ihre Liebe aufzugeben und ihre Liebe zu nutzen, um die Welt/Arme zu verändern. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass ich das Gefühl hatte, das Ende sei erzwungen: fast so, als wäre Allende sich nicht ganz sicher gewesen, wie er es beenden sollte, aber die Reise zum Ende des Romans ist es wert! Ein seltsames Buch, aber sehr, sehr gut!

1.5

Abgebrochen

Ich weiß nicht recht, was ich zu diesem Buch sagen soll. Ich habe 3/4 dieses Buchs gelesen und dann, nach langem inneren hin und her, abgebrochen. Ich habe mich durch jede einzelne Seite gequält. Viele gewaltvolle Schilderungen (besonders im Hinblick auf Tiere), waren völlig unnötig und irrelevant für die Geschichte, die ich auch alles andere als spannend fand. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, was an diesem Buch gefeiert wird, vielleicht verstehe ich diese Art von Literatur auch einfach nicht.

Abgebrochen
3

Leider nicht wie erwartet

Was vermutet man hinter einem Buch das "das Geisterhaus " heißt?! Tja - das bekommt man auf jeden Fall nicht. Es isteine Familiengeschichte, die sich über 4 Generationen spannt. Sie spielt in Chile und spielt sich grob in der ersten Hälfte des 20. Jhdt ab und wie sich die politischen umschwünge sich auf das Familienleben abfärben. Das klingt jetzt wenig spannend aber es ist grundsätzlich ein schönes Buch, auch wenn ich zwischendurch verzweifelt bin, weil ich dachte ich werde nie fertig.

4

Was ein Ritt. Das muss man erstmal verarbeiten! Hochkluge Sprache und Geschichte. Informiert euch über Triggerwarnungen.

Was ein Ritt. Das muss man erstmal verarbeiten! Hochkluge Sprache und Geschichte. Informiert euch über Triggerwarnungen.

„Es sei gut, wenn die Welt erführe, welche Gräuel parallel zu dem friedlichen und geordneten Dasein anderer geschahen, derer, die nicht wissen wollten, derer, die es fertig brachten, sich die Illusionen von einem normalen Leben zu bewahren, derer, die leugnen konnten, dass sie auf einem Floß über ein Meer von Klagen fuhren und die gegen alle Evidenz nicht sahen, dass ein paar Häuser weiter, neben ihrer glücklichen Welt, die anderen waren, die, die auf der dunklen Seite überlebten und starben.“ Das Geisterhaus ist ein 1982 veröffentlichter Roman, der zum Zeitpunkt der Veröffentlichung im venezolanischen Exil lebenden Chilenin Isabel Allende. Der Debütroman der Journalistin und Autorin wird dem magischen Realismus zugeordnet, einer Literaturströmung, die im lateinamerikanischen Raum vor allem Gabriel García Márquez wie kein anderer prägte. Sie beschreibt ein eigenes Verständnis dem Magischen eine alltägliche Ernsthaftigkeit zuzuschreiben. Dabei verwischen die Grenzen zwischen Klarheit und Fantastischem, das in Form von Volksglauben an das Übernatürliche oft seinen Ausdruck findet. Das ungreifbar Magische wird dabei so nüchtern in den Alltag der Figuren verflochten, dass es ein Fundament der bestehenden Realität wird und dadurch zur Selbstverständlichkeit der handelnden Charaktere. Dieses Motiv findet sich im Geisterhaus deutlich wieder, in dem es um einen Mann geht, der aus der Armut kommend, sich zu einem reichen Großgrundbesitzer und späterem konservativen Politiker entwickelt. Dabei ist der von Hass und der Besessenheit nach Macht zerfressene Esteban Trueba süchtig nach der Liebe der verstorbenen Rosa und ihrer Schwester Clara del Valle. Letztere wird durch ihre Gabe zum Übersinnlichen charakterisiert und besitzt durch ihre Voraussagen und magischen Kräfte eine feenhafte Gestalt, die ihr eine besondere Erhabenheit über den plumpen und brutalen Trueba verleiht, den sie aufgrund einer schicksalhaften Vorahnung einwilligt zu heiraten. Entlang des Buches wir nun ihre gemeinsame Geschichte, die sowohl auf dem Landgut der Truebas als auch deren Stadthaus, das später zum "Geisterhaus" werden wird, erzählt. Dabei spielen verschiedene Figuren zentrale Rollen, die trotz ihrer Charakterisierung als Nebenfiguren starken Einfluss auf die Geschichte der Truebas ausüben. Dazu zählen die Opfer Truebas, seine Schwester, die ihn aus Liebe zu der zarten Clara beginnt zu hassen und die Familie des Verwalters. Auch die drei Kinder Jaime, Nicolas und Blanca, die unterschiedlicher nicht sein könnten, spielen eine zentrale Rolle. Dabei verliebt sich Blanca in den Sohn des Verwalters, Pedro Tercero García, der sich als erwachsener zeitweise zum politischen Gegenspieler Truebas entwickelt, bis er die Bühne für schrecklichere Gegenspieler bereitwillig räumt. Die Geschichte führt verschlungen durch ein Leben, dass von Gewalt, Macht, Naturkatastrophen, heimlicher Liebe, Zorn, Aberglaube und politischen Mächten und Gegensätzen gezeichnet ist. Dabei zieht sie vorbei an wichtigen chilenischen Ereignissen des 20. Jh., wie dem Eintritt Chiles in den zweiten Weltkrieg, dem Erdbeben von 1960, dass Esteban Trueba zeichnen wird und den politischen Umstürzen. Allem voran dem Militärputsch von 1973, als der linke Präsident Salvador Allende, der 1970 als Kandidat des kommunistisch, sozialistischen Wahlbündnisses, das auch humanistische, linkschristliche und marxistische Parteien vereinte, Präsident wurde, in einem brutalen Vorgehen gestürzt wurde. Isabel Allende, die selbst mit dem gestürzten Präsidenten verwandt ist, macht die Anspielung ohne Namen zu nennen deutlich und lässt das Buch in den schrecklichen Höhepunkt der Diktatur von General Augusto Pinochet münden, in dem ihre Figuren einen brutalen Überlebenskampf antreten müssen. Diesem Buch kann ich kaum eine Bewertung geben, da eine persönliche Geschichte in einem unfassbaren Roman verwoben wurde. Das Buch findet seinen Einstieg mit einer nüchternen Brutalität und einem vulgären Bericht, der mich schockierte. Mehrfach musste ich das Buch aus Ekel weglegen und spürte die Emotionen aufkochen. Isabel Allende beschreibt mit einer ungreifbaren Nüchternheit brutalen Schrecken und schafft es ohne irgendeine Art von Bewertung das emotionale Ausmaß zu erfassen. In diesem Buch gibt es jede erdenkliche menschengemachte Gräueltat, die dem Leser schonungslos und ungeschönt entgegen geworfen wird. In ihrer Art den Leser nicht zu schonen, gibt Isabel Allende den Opfern eine Stimme und lässt sie mit den Tätern verschwimmen. Kaum etwas ist klar und die Figuren handeln in ihrer Unentschlossenheit und Wechselbarkeit erschreckend realistisch. Besonders zum Ende schlagen die Folterungen und Gewalt ihren Höhepunkt und beschreiben ungeschönt, was den einzelnen Opfern, darunter den Wehrlosesten angetan wird. Ich musste immer wieder Pausen mache, um die Mischung aus Trauer und Ekel zu verarbeiten, während Isabel Allende auch auf die jenigen zeigt, die weg gesehen haben. Sie beschreibt mit einer bemerkenswert nüchternen Klarheit, was die Folgen von generationenübergreifender Gewalt, Missbrauch und Wut verrichtet und ist dabei Gnadenlos. Immer wieder beschreibt sie einen Kreislauf aus Verzweiflung, Gewalt und Hoffnung, an Stellen, an denen man nicht mehr glauben kann, dass sie möglich ist und schlägt mit bestimmten Formulierungen mit einer Wucht zu, die erschaudern lässt. Sie beschreibt den „soliden Frieden eines Bewusstsein ohne Gedächtnisses“ auf der einen Seite und stellt trotz zahlreicher anschaulich dargestellter Kriegsverbrechen einen Hoffnungsschimmer, als eine der Figuren erkennt, dass „die Tage [...] Männer solchen Schlages gezählt waren, weil sie den Geist dieser Frauen nicht hatten brechen können.“ Ich könnte noch lange über diese schonungslose Geschichte sprechen und wüsste doch nicht, wie ich das Buch fand. Ich glaube es ist wichtig auf solche Schrecken mit dem Finger zu zeigen und ein Bewusstsein zu schaffen, was das menschengemachte Grauen in Wirklichkeit bedeuten kann. Also muss ich trotz einem sitzenden Schrecken, dieses Buch empfehlen und kann nur Respekt vor dieser Autorin und ihrem Werk haben.­

5

Wie der Buchrücken so schön sagt, handelt es sich bei "Das Geisterhaus" um eine Familiensaga, die auf 500 Seiten drei Generationen begleitet und dabei auch noch einen kleinen Abriss der chilenischen Geschichte liefert. Der Einstieg ins Buch ist nicht unbedingt sanft. Manche Charaktere sind zutiefst unsympathisch, andere total entrückt in ihre eigene Welt oder sie verschwinden sehr schnell wieder. Es gibt Geister, aber trotz des deutschen Titels stehen die gar nicht mal so im Fokus. Stattdessen gibt es viel Gewalt: sexualisierte Gewalt, Ausbeutung, Folter, ... Die Gewalt ist schwer auszuhalten und ist doch ein sehr wichtiger Teil der Geschichte. Denn neben der Familiengeschichte, die generationenübergreifend hauptsächlich eine Konstante hat, und das ist die des gewalttätigen Patriarchen, wird der Aufstieg und Fall des Sozialismus in Chile erzählt, abgelöst durch den Militärputsch 1973. Allende schildert den Beginn der Militärdiktatur in schonungsloser Detailliertheit und gibt damit Geschichtsunterricht, der mich sehr gefesselt hat. Besonders spannend, da sie die Nichte des tatsächlichen Ex-Präsidenten Salvador Allende ist, der sich während des Militärputsches das Leben genommen hat. Ich habe das Buch trotz der krassen Gewaltschilderungen gerne gelesen, habe aber auch Verständnis für all diejenigen, die nach dem ersten Drittel ausgestiegen sind. Was mir wirklich nicht gefallen hat, ist die häufige Verwendung des N-Worts und seltener auch des Z-Worts. Meine Ausgabe ist von 2019, da sollte man doch meinen, dass Verlage inzwischen einen besseren Umgang mit diskriminierender Sprache haben.

4

Muss man gelesen haben. Eine Familiensaga, die vor 40 Jahren geschrieben wurde. Warum der Titel "Das Geisterhaus" heisst, ist mir bis zum Ende unklar.

3.5

Dickes Ding

Auf irgendeine Art und Weise hat dieses Buch mich in seinen Bann gezogen. Auf der anderen Seite, würde ich nicht behaupten, dass es durchgehend spannend war. Unschlüssig…

5

Gewaltig, überraschend und voller Emotionen

Dieses Buch hat mich wirklich positiv überrascht. Auf rund fünfhundert Seiten wird hier die Geschichte einer Familie über mehrere Generationen erzählt. Allende schafft es dabei ausnahmslos eine spannend Atmosphäre zu erzeugen und einen nur so durch die Zeitgeschichte zu tragen. Absolute Leseempfehlung!

5

Ein großer Roman über eine große Geschichte. Vielschichtige Charaktere, bildhafte Sprache. Taucht wirklich ein in Land und Leute. Kleiner Kritikpunkt: der Wechsel zwischen 2. Und 3. Generation zieht sich ein bisschen und verliert an Spannung, die aber gegen Ende wieder aufgebaut wird. Dennoch absolute Empfehlung.

4

Zweitweise langatmig und nicht meins. Habe mir gewünscht, dass es entweder deutlich kürzer oder ausführlicher wäre in einer mehrteiligen Reihe… das Ende (ca. die letzten 80 Seiten) konnten mich nochmal überzeugen. Irgendwo zwischen 3 und 4 ⭐️ Welches Buch von Isabel Allende muss man gelesen haben?

5

Ein tolles Werk! Vielschichtig und komplex.

5

A beautiful book of a whole family and how their stories develop in almost a century.

5

Die ersten drei Viertel des Buches waren solide Familiengeschichte. Das letzte Viertel war heftig und der Grund, warum es fünf Sterne verdient hat. Hat mich echt sehr mitgenommen.

3

3,5 ⭐️ Hätte irgendwie mehr erwartet.

1

| Anmerkung: ~ Es war einfach nicht mein Buch, es hat mich nicht gefesselt und vor allem nicht „interessiert“ daher kann ich nur, 1/5 geben.~

3

Isabel Allende is a great storyteller. She creates and connects characters so well that you are never bored or can't follow even though the story evolves over a large timeframe. This story is about a special family and includes several generations. It leads us through political revolutions and economical changes while keeping the connection to the family and their relationships, loves and conflicts.

5

Bis jetzt konnte Allende mich mit keinem einzigen ihrer Bücher enttäuschen und ihr erstes Buch macht da keine Ausnahme. Es ist bildgewaltig, verrückt, ein bisschen magisch und berührend. Keine einfache Lektüre und auch keine, die immer leicht fällt, weil man das Unheil am Ende auf jeder Seite lauern spürt. Aber, typisch Allende, ich habe mit einem tröstlichen Gefühl die letzte Seite gelesen und dann einen langen Seufzer ausgestoßen (und vielleicht auch ein paar Tränen weggewischt, aber pssst). Es reicht ein Blick auf aktuelle Weltpolitik, und auch nach Chile, um zu wissen, dass das Buch nichts von seiner Aktualität verloren hat.

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