Das Geheimnis von Shadowbrook

Das Geheimnis von Shadowbrook

Hardback
3.797
FrauenromanGeheimnisMarie HermansonSchmöker

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

Im Sommer 1914 wird die junge Botanikerin Clara Waterfield von London nach Gloucestershire gerufen: Sie soll auf einem Landsitz namens Shadowbrook den Aufbau eines Gewächshauses mit exotischen Pflanzen aus den Kew Gardens betreuen. Der Garten, in dem das Gewächshaus stehen soll, ist überwältigend, üppige Hortensien, Fingerhut und Rosen drängen sich um gepflegte Rasenflächen, auf den Teichen schwimmen Seerosen, alles scheint vor Leben geradezu zu sprühen. Doch das alte, mit Glyzinien bewachsene Wohnhaus wirkt seltsam abweisend, die meisten Räume stehen leer oder sind verschlossen, der Eigentümer Mr. Fox ist viel auf Reisen. Haushälterin und Dienstmädchen wirken verängstigt – denn nachts scheint es im Haus zu spuken. Doch Clara ist unerschrocken und glaubt nicht an Geister, und so macht sie sich daran, die Geheimnisse des Hauses zu ergründen. Und während sie sich immer tiefer in die Geschichte Shadowbrooks verstrickt, muss sie feststellen, dass dort nichts so ist, wie es scheint …
Ein fesselnder Roman um eine unerschrockene junge Frau, die ihrer Zeit weit voraus ist, ein atmosphärischer, bildreicher Pageturner am Vorabend des Ersten Weltkriegs – aber auch ein Roman über das, was von uns bleibt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
N/A
Format
Hardback
Pages
445
Price
25.70 €

Author Description

Susan Fletcher wurde 1979 in Birmingham geboren und lebt in Stratford-upon-Avon. Sie hat mehrere Romane geschrieben, gleich für ihren ersten, Eve Green, erhielt sie den Whitbread First Novel Award.

Posts

18
All
4

Anders als erwartet

Das Buch hat mich gut unterhalten, war jedoch ganz anders als erwartet. Der Inhalt war "schwerer", als es das Geheimnis um ein Herrenhaus vermuten ließ. Clara als junge, widerspenstige Frau mit Handicap hat mir sehr gut gefallen. Ihre Gedanken, Zweifel, Emanzipation konnte ich gut nachvollziehen. Ich konnte sie mir bildlich vorstellen. Das Buch ist, trotz Geister, immer auf dem Boden der Tatsachen geblieben. Nach 3/4 hat es für mich eine nicht vorhersehbare Wendung genommen und endete in einer Tragödie. SF's Schreibe fand ich realistisch, bildhaft und flüssig zu lesen. Das Buch hat mich gut unterhalten, auch wenn ich das Ende etwas deprimierend fand.

4

„If there are any creaks tonight, or on any night... Well, it is simply Shadowbrook's nature.“ Die Gothic Novel hat sich als mitreißender historischer Roman entpuppt.

3

Das Buch hat sich anders entwickelt als ich gedacht habe. Man begleitet die Protagonistin auf einem Weg der Wandlung und dieser ist sowohl steinig als auch schön. Für mich wurde gut dargestellt, das Menschen oft nicht so sind wie man glaubt und das sie weit vielschichtiger sind als man es ihnen zutraut. Was gefestigte Gerüchte anrichten und wie sie die Wahrheit verdrängen weil sie besser ins Bild passen und das es einfacher ist ihnen zu glauben als sich selbst ein Bild zu machen ist ein zentraler Bestandteil des Buchs. Das Buch spielt 1914 und es zeigt gut auf, mit welchen Vorurteilen und gesellschaftlichen Erwartungen Frauen zu kämpfen hatten. Manche davon bestehen bis heute und es lohnt sich dagegen anzugehen. Darüber hinaus geht es allerdings auch viel um die Hoffnung, dass man auch genügt, wenn man man selbst ist und das von jedem Menschen auch über den Tod hinaus etwas bleibt das den Lebenden hilft.

4

Inhalt: Clara leidet an der Glasknochenkrankheit. Sie verbringt ihre Kindheit im Haus, damit ihre Knochen, die sie sich häufig gebrochen hat, geschont werden. Sie liest viel und lässt sich von ihrer Mutter von der Welt draußen erzählen. Als sie ausgewachsen ist, darf sie in Begleitung ihrer Mutter London kennenlernen. Nach dem Tod ihrer Mutter streift sie allein durch London und landet in Kew Gardens, wo sie ihr botanisches Wissen vertieft. Später wird sie als Botanikerin nach Shadowbrook gesandt, um dort für den mysteriösen Hausherren, den kaum jemand zu Gesicht bekommt, ein Gewächshaus mit besonderen Pflanzen zu bestücken und zu pflegen. Doch das alte Haus mit den wunderschönen Gärten birgt ein Geheimnis. Ein Geist soll dort sein Unwesen treiben. Clara glaubt nur an Dinge, die auch beweisen lassen, und versucht, das Geheimnis von Shadowbrook zu lösen … Meine Meinung: Das Buch hat mir gut gefallen. Der Schreibstil ist gut zu lesen. Mir waren die Kapitel allerdings etwas zu lang. Susan Fletcher ist es gelungen, eine tolle Grundstimmung aufkommen zu lassen. Clara ist eine sympathische Protagonistin, die klug und mutig ist und sich nicht unterkriegen lässt. Das Geheimnis von Shadowbrook war für mich nicht vorhersehbar, erschloss sich für mich erst während der Auflösung und hat mich überraschen können. Ich kann das Buch allen empfehlen, die gern mit einem Schaueraspekt gespickte Familien(geheimnis)geschichten in historischem Kontext lesen.

4

"Was nützte es, nur von den Dingen zu lesen und sie nicht selbst zu erleben? Den Verlauf des Ganges zu kennen war nicht dasselbe wie darin zu stehen." Super atmosphärisch, leicht gruselig, spannende Protagonistin - mir war das Ende nur etwas zu offen.

3

Leider hat mich die Story zur Mitte hin völlig losgelassen, auch der Schreibstil, Wörter und Satzbau sowie Gedanken der Protagonistin wirkten flacher. Schade!

4

Historischer Roman voller greifbarer Naturbeschreibungen und vielschichtiger Figuren - über die Bedeutung von Familie und Freiheit, Sexismus und die Macht von Gerüchten. Übersetzung von Marieke Heimburger.

2

Ich habe mich da echt durch gequält, es war langatmig und dadurch langweilig und die Betonung der Sprecherin bei einigen Wörtern einfach unmöglich (z.B. Krocket klingt wie kokett).

4

Eine junge Frau mit einer besonderen Krankheit soll im England kurz vor dem 1. Weltkrieg ein Gewächshaus bepflanzen. In dem alten Herrenhaus soll es spuken, und Clara macht sich daran, dem Geheimnis dahinter auf die Spur zu kommen. Spannend, ein bisschen im Stile von Poe, liest sich dieser Roman fast in einem Rutsch weg. Gute Charaktere, interessante Wendungen und ein detailgetreues Bild des England zu Beginn des 20. Jahrhunderts sorgen für gute Unterhaltung.

2

Das Geheimnis von Shadowbrook ist ein wunderbarer Schmöker für Fans von Gothic Novels und starken Frauenfiguren. Wer jedoch eine tiefgehende oder intensive Romanze erwartet, könnte die zwischenmenschliche Tiefe etwas vermissen.

1.5

Ich hatte mich wirklich sehr auf das Hörbuch gefreut. Die Hörprobe hat mir wirklich gut gefallen und die Sprecherin hat eine wirklich angenehme Stimme. Zu Beginn ging es um Clara und ihr Leiden. Sie leidet nämlich an der Glasknochenkrankheit. Ich habe mich darauf gefreut zu erfahren, wie sie es schafft damit als Botanikerin anfangen zu können und wie sie ihr Leben weiterhin meistern wird. Auch auf das Geheimnis, das in Shadowbrook verborgen sein soll, war ich sehr gespannt. Als ich das Hörbuch dann weitergehört habe, wurde es mit Minute zu Minute zäher. Meine Gedanken sind dann oft abgeschweift und ich musste die Sequenzen dann immer noch einmal hören. Außerdem fand ich die Geschichte auch etwas verwirrend. Ich war mir immer nie ganz sicher, ob nun aus der Vergangenheit erzählt wird oder aus der Gegenwart. Mir viel es zunehmend schwerer dem Ganzen zu folgen. Ich fand die Geschichte hat sich etwas im Kreis gedreht und auch die Gespräche, die Clara mit den verschiedenen Personen geführt hat, waren oft einfach zu lang und haben es wurden zu viele belanglose Details besprochen, sodass ich wieder ganz oft mit meinen Gedanken abgedriftet bin. Das andere Problem daran war, dass ich nie genau wusste, wer gerade was sagt. Ich konnte das leider nicht heraushören, was wirklich schade war. Das habe bei anderen Hörbücher schon besser erlebt. Anfangs war ich noch gespannt auf Clara und ihre Geschichte, jedoch im Laufe dieser wurde mir Clara immer gleichgültiger und ich habe das Interesse daran verloren. Auch was das Geheimnis angeht, das habe ich mir auch interessanter vorgestellt. Vor allem den Weg dahin empfand ich als recht langweilig und zäh. Ich habe mir einfach etwas anderes vorgestellt, als das was ich bekommen habe. Hat leider gar nicht meinen Geschmack getroffen. Lediglich den Anfang fand ich interessant und die Stimme der Sprecherin war auch angenehm, sodass ich das Hörbuch beendet habe und 1,5 Sterne vergebe.

2

Das Cover von „Das Geheimnis von Shadowbrook“ ist sehr liebevoll und aufwendig gestaltet. Es gibt so viele kleine Dinge zu entdecken und das Motiv verbreitet bereits eine mystische Stimmung. Der Klappentext erinnerte mich ein wenig an „Jane Eyre“ und so ging ich mit ziemlich hohen Erwartungen an das Buch heran. Der Einstieg gelang mir dann auch wirklich leicht. Clara leidet an der Glasknochenkrankheit. Aus Sicherheitsgründen darf sie das Haus nicht verlassen und verbringt ihre komplette Kindheit im geschlossenen Raum. Als Clara 18 Jahre alt ist, stirbt ihre Mutter und das junge Mädchen wagt einen Schritt in das Leben vor der Tür. Alles ist ungewohnt. Bus fahren, einkaufen, jegliche Alltagsaktivitäten sind böhmische Dörfer für sie. Aber Clara ist tough, sie beißt sich durch und versucht ihr Leben in etwas normalere Bahnen zu lenken. Ich mochte Clara zunächst einmal recht gerne. Sie ist ernst und begegnet ihren Mitmenschen mit einer Unverblümtheit, die so machen vor den Kopf stößt. Da sie bisher mit anderen Leuten keinen Kontakt hatte, ist es nicht weiter verwunderlich, dass sie keine Meisterin der gepflegten Konversation ist. Die Arbeit mit Pflanzen scheint wie für sie gemacht zu sein und so kommt es, dass sie eine Stelle annimmt um auf dem herrschaftlichen Anwesen Shadowbrook ein Gewächshaus einzurichten. So schnell, wie ich in das Buch hineingekommen bin, genauso schnell kam ich auch wieder heraus. Die Handlung war nicht langweilig per so, sie bewegt sich nur einem sehr gemächlichen Tempo vorwärts. Jede Nacht wird das Haus von merkwürdigen Geräuschen heimgesucht. Während die Haushälterin überzeugt ist, dass es sich um einen Geist handelt, ist Clara zu pragmatisch, um dies zu glauben. Sie befragt verschiedene kauzige Leute, um mehr zu erfahren. Der Schreibstil ist in jedem Fall sehr atmosphärisch und beschreibt Haus und Garten sehr bildhaft. Ich war neugierig, was hier vorgeht, gleichzeitig fiel es mir schwer, längere Zeit konzentriert bei der Stange zu bleiben, da die beschriebenen Unterhaltungen wirklich sehr ausführlich sind und nicht viel Informationen liefern. Auch der Hausbesucher, der wie ein Phantom hinter verschlossenen Türen haust, war mir zu mysteriös und abwesend um interessant zu sein. Claras entwickelt sich im Laufe der Handlung immer mehr in eine Richtung, die mir auf die Nerven ging. Sie ist nahezu besessen von jedem Menschen der ihren Weg kreuzt und verbringt viel Zeit damit, über diese nachzudenken. Auf den letzten 100 Seiten lösen sich die Geheimnisse auf. Auf zwei davon war ich schon von selbst gekommen, andere kamen als Überraschung. Auf jeden Fall gewann der Roman zum Ende hin wieder etwas an Spannung. Ich fand diese Buch okay, konnte aber irgendwie keinen rechten Zugang dazu finden. Die beiden Themen, die für mich am interessantesten klangen, das Gewächshaus mit all den seltenen Pflanzenarten und Claras Glasknochenkrankheit waren letztendlich für das Buch vollkommen irrelevant und kamen auch nur am Rande vor. Im Grunde handelt es sich hier um eine Familiengeschichte, die aber erst auf den letzten Seiten richtig in die Gänge kommt.

2

Das wunderbar golden glänzende, in Blumen gebettete „S“ auf dem Cover ist ein Traum, man will sich diesen Schatz sofort ins Regal stellen. Eine Geschichte über eine junge Frau, die Anfang des 20. Jahrhunderts mit den gesellschaftlichen Gegebenheiten und dem schaurigen Geheimnis eines alten Landsitzes zu kämpfen hat, passt perfekt in den Herbst, daher bewarb ich mich um ein Lese-Exemplar und war glücklich, das schöne Stück lesen zu dürfen. Auf den ersten Seiten erfahren wir, dass die Protagonistin Clara Waterfield an der Glasknochenkrankheit leidet und aufgrund der massiven Einschränkungen, die damit einhergehen, bis zu Ihrer Volljährigkeit kaum am öffentlichen Leben teilnehmen konnte. Nach dem Tod ihrer Mutter, die sehr abenteuerlustig und Claras Vorbild war, ergreift sie die erste Chance auf ihr eigenes Abenteuer und tritt eine Arbeitsstelle als Botanikerin auf dem Anwesen Shadowbrook an. Zu Beginn war ich noch sehr fasziniert von Clara und ihrer Familiengeschichte, doch leider erwies sich das Buch nicht gerade als Page-Turner. Clara ist sehr direkt und stellt pausenlos Fragen, woran ihre Umgebung Anstoß nimmt. Die forsche Art von Clara wird durch ihre mangelnde Erfahrung mit gesellschaftlichen Gepflogenheiten zwar nachvollziehbar, sympathisch ist sie mir aber nicht. Ich empfinde sie schlicht als unhöflich und anstrengend. Zudem wird oft betont, wie intelligent sie sei, tatsächlich aber durchschaut sie die Vorfälle auf Shadowbrook zu keinem Zeitpunkt selbst und streitet die Wahrheit sogar bis kurz vor Schluss ab. Die Auflösung des ganzen Geheimnisses geschieht nur dadurch, dass eine Nebenfigur ihr Wissen nicht mehr für sich behalten kann und sich bereitwillig Clara offenbart. Gute Ermittlungsarbeit leistet sie nicht. Aus ihrer Charakterentwicklung kann ich keinen persönlichen Gewinn ziehen, obwohl ihre Situation so viel Potential geboten hätte. Auch die weiteren Personen in ihrem Umfeld kamen mir nicht sonderlich nah, obwohl sich Mühe gegeben wird, ihnen ein Gesicht zu geben. Die Handlung braucht über 200 Seiten, um in Gang zu kommen und bleibt durchgehend ohne Spannung. Die meiste Zeit erfährt man nichts Neues und es werden einem nur ab und an kleine Handlungshäppchen gereicht, um den Leser bei der Stange zu halten. Mir ist bis zum Schluss nicht klar geworden, warum diese Geschichte erzählt wird und welche Lehre ich daraus ziehen soll. Loben möchte ich den anschaulichen, atmosphärischen Schreibstil, der mir ein gutes Gefühl für das Setting vermittelte. Ich nahm mir etwas Zeit für meine Bewertung, nachdem ich zu Ende gelesen hatte. Es war eine schwere Aufgabe, mich auf eine Sternebewertung für dieses Werk festzulegen, denn die Erzählweise und die grundsätzlichen Ideen bezüglich der Geschichte und der Thematiken, die darin verarbeitet wurden, sagen mir wirklich sehr zu. Spuk, Krankheit, Botanik, Familiendramen und Dorftratsch in historischem Setting, wie hätte das schiefgehen sollen? Leider hat sich mein negatives Bild auch mit etwas Abstand nicht gewandelt. Die Frage, die sich mir stellt, ist: würde ich dieses Buch weiterempfehlen? Nach einigen Überlegungen würde ich sagen – eher nicht. Daher vergebe ich zwei Sterne. Vielleicht stört sich der ein oder andere Freund von historischen Romanen und Schauergeschichten nicht an sehr ruhigen Erzählungen und kann einer Figur wie Clara mehr abgewinnen. Bei mir wird „Das Geheimnis von Shadowbrook“ leider wieder ausziehen.

2

Lehrreich und verstörend… Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich mir anderes von diesem Buch erhofft habe. Am Ende ist es jedoch ein ganz normaler historischer Roman an dem nur die Protagonistin besonders ist. Clara hat mich ehrlich fasziniert. Sie hat es so wahnsinnig schwer gehabt und doch ist sie so mutig und weltoffen, wie manch einer heutzutage nicht einmal. Ihre Neugier ist sehr erfrischend und hat auch meine eigene geweckt, so dass ich unbedingt wissen wollte, was da vor sich geht. Kein Mensch kann sich was unter „Unruhen“ in einem Haus vorstellen. Dennoch hat mich die Geschichte erschüttert. Die Abgebrühtheit, die Lügen, das Theater. Und die Gerüchte sind die allerschlimmsten. Aber leider ist es ja heute immer noch so, dass besondere Menschen ausgegrenzt werden. Hat sich also nicht allzu viel verändert in den letzten 100 Jahren. Schade eigentlich… Ich hätte mir tatsächlich mehr von Clara und Kit erhofft. Vielleicht auch mit dem Pfarrer, aber Kit ist ein einschlägiger Charakter, der hängen bleibt. Er ist eben ein „richtiger Mann“, wie man ihn sich früher vorgestellt hat. Haarig, muskulös und grobmotorisch. Das Idealbild des damaligen Mannes. Dazu die zerbrechliche Clara, die so besonders und gleichzeitig temperamentvoll und unschuldig ist. Das hätte echt was Tolles werden können. Leider kommen zu viele Überraschungen dazwischen. Alles in allem ein interessanter Roman, bei dem ich aber tatsächlich erst beim letzten Viertel richtig reinkam und ich gefesselt wurde, das hat das Ganze nochmal ein wenig gerettet, aber eben auch nicht weltbewegend.

5

Historischer Mystery/Suspense-Roman mit Tiefgang "Es ist der Geist, der sich den Körper baut" hat der von vielen Krankheiten geplagte Friedrich Schiller seinem Wallenstein in den Mund gelegt. Man könnte sagen, dieser Spruch hätte auch von Clara Waterfield, der 20-jährigen Ich-Erzählerin des Romans "Das Geheimnis von Shadowbrook" stammen können. Trotz ihrer Glasknochenkrankheit macht sie sich auf eine Reise ins Ungewisse. Die Protagonistin bleibt psychisch stark, als sie sich mit der Sterblichkeit - auch ihrer eigenen - konfrontiert sieht und konzentriert sich mit einem klaren Geist auf die Wärme, die so nur das Leben mit sich bringt. Nicht umsonst und ganz und gar symbolisch findet ihr Aufenthalt während der heißesten Tage des Jahres des sonst meist milden und nicht zu Extremwetterlagen neigenden englischen Klimas statt. Es ist die Zeit kurz vor dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges, als sie durch die botanischen Gärten in London den Auftrag eines gewissen Mr. Fox erhält, das Gewächshaus auf seinem Landsitz in den Cotswolds - Shadowbrook - üppig und exotisch auszustatten. Doch als sie auf Shadowbrook ankommt, wo plötzlich all ihre Sinne angesprochen werden, wird ihre Vernunft auf die Probe gestellt. Der Vergleich zu Charlotte Brontë und ihrer “Jane Eyre” drängt sich natürlich förmlich auf. Auch Clara kommt in ein mysteriöses Herrenhaus, bei dem sich schnell zeigt, dass irgendetwas mit diesem Ort nicht stimmt, er ein Geheimnis in sich trägt. Obwohl die Anleihen zu literarischen Vorbildern da sind - auch an Daphne du Mauriers “Rebecca” mag man sich v.a. durch die Figur der Haushälterin erinnert fühlen - ist “Das Geheimnis von Shadowbrook” kein billiger Abklatsch. Clara ist trotz der Vorliebe zu Büchern keine Jane Eyre und der vermeintliche Geist keine (Vorsicht “Jane Eyre”-Spoiler) “mad woman in the attic”. Clara Waterfield ist ein Instrument der Aufklärung, eine Verfechterin der Wissenschaft und Advokatin des gesunden Menschenverstands. Ich habe sie sofort ins Herz geschlossen, diese junge Frau, die gegen veraltete Moralvorstellungen, verkrustete Normen und platten Aberglauben aufsteht - und das obwohl sie "kaputte" Knochen hat und am Stock geht. Eine sympathischere Antiheldin ist mir selten begegnet. Im Laufe der Handlung wird sie eine Entwicklung durchmachen - und doch sie selbst bleiben. Auch die anderen Charaktere sind lebensecht beschrieben und wirken auf eine seltsame Weise real. Susan Fletcher ist eine hervorragende Autorin, die es schafft, eine unvergleichliche Atmosphäre zu erschaffen. Man kann Shadowbrook förmlich spüren, so wie es Clara immer mehr in ihren Bann zieht. Die Unwirklichkeit dieses heißen Sommers, der unterschiedliche Einfall des Lichts, die Üppigkeit der Vegetation - ein Buch wie ein Trompe-l’œil-Gemälde (diese Maltechnik wird übrigens auch im Buch erwähnt). Hier wird durch Sprache Dreidimensionalität erzeugt, der Leser wird förmlich hineingezogen ins Geschehen. "Das Geheimnis von Shadowbrook" ist ohne Zweifel auch ein feministischer Roman. Er ist durchtränkt von modernen Vorstellungen der Unterdrückung der Frau. Clara lebt den Feminismus, den ihre Mutter ebenfalls gelebt hat, nur auf andere Weise. Für sie ist es bereits selbstverständlich, dass Frauen Männern ebenbürtig sind, für die anderen, vor allem die Älteren, aber leider noch nicht. Claras Mutter wurde für ihre selbstbestimmten Entscheidungen aus ihrer Heimat vertrieben und kämpfte in der Frauenbewegung als Suffragette für ihre Rechte. Das Geheimnis, das Shadowbrook in sich trägt, ist auch das einer Frau, die in einer unemanzipierten Welt leben und sich behaupten musste. "Shadowbrook" ist damit auch eine Parabel über den Wunsch nach weiblicher Selbstbestimmung in einer von Männern dominierten Welt. Sich selbst "zu gehören", Bildung selbstverständlich zu erlangen, alleine zu reisen, Männer ohne feste Absichten zu "treffen" und wählen zu dürfen, sind Errungenschaften, die die Frauen der damaligen Zeit noch nicht für sich beanspruchen konnten - es war erst der Anfang von einer Entwicklung, die bis weit ins 20. Jahrhundert reichen sollte. Shadowbrook ist ebenfalls die Metapher für den Aberglauben, der das Licht der Vernunft zu verwischen sucht. Was ist real und was ein Hirngespinst? Diese Frage wird im Laufe der Handlung beantwortet werden. Die Frage nach der Existenz der Seele, die im Buch auch oft gestellt wird, bleibt trotzdem ein Mysterium, das jeder für sich selbst ergründen muss. Und das ist auch gut so. Selten hat mich in letzter Zeit ein historischer Roman so fesseln und begeistern können. Er hat einfach alles, was man sich von einem vollkommenen Buch wünscht: eine einzigartige Protagonistin und Ich-Erzählerin; Tiefgang; es ist sinnlich und gleichzeitig intellektuell; Dreidimensionalität; eine spannende Story mit überraschender Auflösung; vielschichtige Charaktere; eine unterschwellige, fast nicht vorhandene Liebesgeschichte; ein traumhaftes geheimnisvolles Setting - das alles erzählt in einer wunderbar bildhaften, aber niemals überladenen Prosa. Ich bin begeistert und dankbar, dass ich dieses Buch lesen durfte! Chapeau, Susan Fletcher (die in Stratford-upon-Avon wohnt, dem Geburtsort Shakespeares - wie passend)!

2.5

Die Protagonistin Clara hat mir sehr gut gefallen. Aufgrund ihrer Glasknochenkrankheit, die im Buch respektvoll und umfangreich dargestellt wurde, lebte sie den Großteil ihres Lebens behütet abgeschottet von der Außenwelt. Über Bücher lernt sie sich ihr Wissen an. Sie findet einen Job und wird darüber als Botanikerin nach Shadowbrook geschickt, ein Anwesen auf dem es spuken soll. Doch Clara glaubt nicht an Geister und geht dem Geheimnis auf die Spur. Die Jagd nach dem wahren Grund des Spuks zieht sich extrem. Clara unterhält sich mit vielen Angestellten des Anwesens und Ortsbewohnern, kommt dabei aber nicht weiter, weil die meisten nicht sonderlich redselig sind. Auch durch ihre zahlreichen Nachfragen, die sich mit der Zeit wiederholen und dadurch auch nerven, kommt sie nicht wirklich voran. Sie erfährt lediglich von Gerüchten, die sich um das Anwesen ranken. Dieser Aspekt des Buchs ist auch heute noch relevant, durch Social Media und Co wahrscheinlich so sehr wie noch nie. Es wird viel darauf eingegangen, wie schädlich solche Gerüchte sein können. Für mich ein Pluspunkt. Schließlich glaubt Clara selbst so felsenfest an einen Geist, dass sie die Wahrheit erst gar nicht wahrhaben will. Das passt nicht zu ihren sonst so unabänderlichen Meinungen. Der Twist am Ende war irgendwie nicht gut genug auserzählt. Nachdem sich das Buch bis dahin gezogen hat, wirkte dieser Teil wirr und überstürzt, wenn auch von der Grundidee solide. Das Ende ist größtenteils zufriedenstellend, die sich anbahnende Verbindung zwischen Clara und einer weiteren Figur hatte mir mehr erhoffen lassen, der Ausgang passt aber zur Tragik des Ersten Weltkrieges, der während der Handlung ausbricht.

5

A wonderful book about how everyone manages grief differently. I loved how Clara’s journey with her otherness is described, I think it really relatable especially when you suffer from a chronic illness. All this heavy topics are wonderfully wrapped in a little detective/ ghostly story that is fascinating and well written, I didn’t see the plot twist coming.

Create Post