Das Buch der Schwestern

Das Buch der Schwestern

Hardback
3.984

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Description

Nora und Florent lieben sich so innig, dass sie in ihrem Herzen keinen Platz mehr übrighaben. Auch nicht für ihre erste Tochter. Das Mädchen muss schon früh allein zurechtkommen. Deshalb ist sie überglücklich, als ihre Schwester geboren wird. Die beiden geben sich, was die Eltern ihnen vorenthalten: Wärme und Geborgenheit. Als die Ältere beschließt, ihren eigenen Weg zu gehen, wird die Schwesternliebe auf die Probe gestellt.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
160
Price
23.70 €

Author Description

Amélie Nothomb, geboren 1967 in Kobe, Japan, hat ihre Kindheit und Jugend als Tochter eines belgischen Diplomaten hauptsächlich in Fernost verbracht. In Frankreich stürmt sie mit jedem neuen Buch die Bestsellerlisten und erreicht Millionenauflagen. Ihre Romane erscheinen in über 40 Sprachen. Für ›Mit Staunen und Zittern‹ erhielt sie den Grand Prix de l'Académie française, für ›Der belgische Konsul‹ den Prix Renaudot 2021 und den Premio Strega Europeo. Amélie Nothomb lebt in Paris und Brüssel.

Posts

21
All
5

Die bedingungslose Liebe zwischen zwei Schwestern

Nora und Florent verlieben sich unsterblich ineinander. Und diese leidenschaftliche Liebe wird durch nichts geschmälert. Weder durch eine Heirat, noch durch ein Kind. Tristane, die Erstgeborene bekommt jedoch von dieser Liebe nicht einmal ein kleines Stückchen ab. So leidenschaftlich wie die Liebe zwischen den Eltern ist so kühl und nicht vorhanden ist die Liebe zu Tristane. Nach fünf einsamen Jahren wird Laetitia geboren und Tristane gibt ihr alle Liebe die sie in sich hat. Dadurch wird das Leben der beiden nachhaltig geprägt. Der Roman ist typisch für Amélie Nothomb mit einer solchen Wortgewalt geschrieben, dass es mich umgehauen hat. Ich hatte unglaubliches Mitleid mit Tristane und hätte dem kleinen Mädchen gern ein klein wenig von meiner Liebe entgegengebracht. Ich habe selber eine Tochter und kann mir gar nicht vorstellen ihr mit einem solchen Desinteresse zu begegnen. Ich liebe den Schreibstil der Autorin und ihre kurzen durchdringenden Sätze. Ein Highlight für mich!

4.5

Narzistische Eltern Emotionale Vernachlässigung Schwesternliebe als rettender Anker

Komprimiert auf 160 Seiten schildert Nothomb die Auswirkungen von emotionaler Vernachlässigung zweier Kinder durch ihre lediglich auf ihre Zweierbeziehung fixierten, emotionslosen Eltern. Das grausame, gefühllose Verhalten gegenüber der kleinen Tristane zu Beginn der Geschichte ist schwer zu ertragen - dies ändert sich auch nicht in den ersten Lebensjahren des Mädchens, bis zur Geburt ihrer Schwester Laetitia (das Umfeld des Paares rät zum 2. Kind :(). Für diese übernimmt Tristane lt. Nothomb bereits im Kleinkindalter die Mutterrolle. Auch wenn die bedingungslose Liebe der älteren zur jüngeren Schwester emotional ergreift, sehe ich hier einen Mangel in der Glaubwürdigkeit der Geschichte. Wie kann Tristane mit 4 Jahren lesen und schreiben, den Säugling betreuen etc. ohne in irgendeiner Weise gefördert /stimuliert worden zu sein ? Dies ist doch weit von jeglicher Realität entfernt ! Nichtsdestotrotz gelingt es im Roman Tristane, die das Stigma der "grauen Maus" nie ganz los wird, Laetitia durch ihre bedingungslose Liebe eine Kindheit zu ermöglichen, die diese zu einem deutlich robusteren und kritischeren Teenager macht als sie es ist/war. Ein Schreckmoment war für mich, wie Cosette, Tristanes Cousine, zu Tode kommt....( Spoiler) Gefallen hat mir der Gegenentwurf von Nora. Ihre arbeitslose, alkohlkranke Schwester, die als Alleinerziehende mit 4 Kindern überfordert ist, hat dennoch das Herz auf dem rechten Fleck. Unsäglich fand ich den letzten "Coup" ( den Abschiedbrief) der Mutter - nicht einmal am Ende ihres Lebens schafft sie es, Verantwortung zu übernehmen und 'Größe zu zeigen'. Mein erster Roman der Autorin - klare Leseempfehlung trotz der o.a. Kritik. ,

Narzistische Eltern 
Emotionale Vernachlässigung 
Schwesternliebe als rettender Anker
5

Amélie Nothomb ist eine meiner absoluten Lieblingsschriftstellerinnen, ihre Bücher erweisen sich aber immer wieder als schwierig zu empfehlen. Ich persönlich liebe den provokanten, bitterbösen, übertriebenen und doch – stellenweise – sehr sensiblen Stil, der sich zuverlässig durch jedes Werk zieht. Eines ihrer Steckenpferde ist es, den Mikrokosmos einer Kindheit zu schildern, insbesondere einer solchen, die von Vernachlässigung geprägt ist. So auch hier, bei „Das Buch der Schwestern“. Tristane, die Protagonistin, wächst in einer Familie heran, die nur (scheinbar) vollkommene Liebe zwischen den Eltern und keine zu dem Kind kennt. Früh lernt sie, ihren Alltag selbstständig zu bestreiten und eignet sich Wissen und Fertigkeiten an, von dem die Eltern nichts ahnen. Hier fühlte ich mich oft an Roald Dahls „Matilda“ erinnert und habe eventuell auf einen Ausbruch telekinetischer Fähigkeiten gewartet. Mit der Geburt ihrer kleinen Schwester ändert sich für Tristane alles. Zwischen ihnen erwächst eine mächtige, nahezu erhabene Liebe, die sehr dramatisch und doch nachvollziehbar geschildert wird. Zwischendurch schwingt Nothomb allerdings den göttlichen Hammer der Schriftstellerin und lässt ihn auf unschuldige Figuren niedersausen, einfach weil sie es kann, und vielleicht für gesellschaftskritische Statements, und ich liebe sogar jeden kleinen Schrecken, der mir von dieser belgischen Marionettenspielerin eingejagt wird.

3.5

Hm? Das kommt mir doch bekannt vor

Zum einen ist dies bereits mein zehntes Buch von Nothomb gewesen a b e r Der Anfang der Geschichte erinnert wirklich frappierend an „Die Metaphysik der Röhren“. In beiden Büchern wird aus Sicht eines Kindes im ganz jungen Alter auf die Welt und die Bedeutung dieser für das eigene Ich geschaut. Mehr als ich jedem Kleinkind zutraue, können diese ihre Umwelt analysieren und sich selbst Sprache aneignen. In beiden Büchern entscheidet sich das Kind ganz bewusst, welches seine ersten Wörter sein sollen, um die Erwachsenen glücklich zu machen. Nothomb inszeniert die Kindheit als Schwellenzustand, der durch Sprache und Beziehung erst „Wirklichkeit“ wird. Das Buch geht dann doch etwas anders weiter, aber ebenjene Varianz des gleichen Motivs hat mich ein wenig verwirrt. Ansonsten liebe ich Nothombs Schreibstil, diese Art die Verbindung der zwei Schwestern zu beschreiben und entwickeln, nie kitschig und trotz einer sehr überraschenden Kühlschrankszene mit Happy End. „Laetitia […] ahnte jetzt, wie ihr Leben als Einzelkind wäre und schauderte vor Entsetzen.“

5

Kurzweilig, überraschend und tiefsinnig. Ich mag Amelie Nothomb und habe auch dieses Buch sehr gern gelesen.

4

DAS BUCH DER SCHWESTERN Amélie Nothomb Die Buchhalterin Nora lernt den Fahrer Florent kennen. Sie verlieben sich ineinander. Ihr Liebe ist stark und leidenschaftlich. Ihre Freunde stehen dem Liebespaar kritisch gegenüber und prophezeien deren Liebe ein baldiges Ende. Doch das Paar heiratet und auch nach einigen Jahren fühlt sich ihre Beziehung unverändert hingebungsvoll an. Sie genießen das Leben, gehen aus und konzentrieren sich nur aufeinander. Als Nora schwanger wird, weissagen die Freunde erneut, dass das Baby das Ende der leidenschaftlichen Beziehung sein wird. Sie sind davon überzeugt, dass die Müdigkeit und die durchwachten Nächte die Ehe zermürben wird. Doch das Glück der jungen Eltern hält auch nach der Geburt von Töchterchen Tristane an. Zu Beginn ist Tristane zwar ein Schreibaby, doch merkt diese schnell, dass sie mit Weinen nicht mehr Aufmerksamkeit erhält. Mit sechs Monaten wird Tristane der Krippe übergeben. Abends wird sie von dort abgeholt und direkt ins Bett gebracht. Sie erfährt weder Liebe noch Aufmerksamkeit und ist sich selbst überlassen. Dann schenken die Eltern vier Jahre später Tristane ein Geschwisterchen. Erst mit dieser Schwester findet Tristane heraus, was gegenseitige Liebe, Zuneigung und Achtsamkeit ist. Sie wechselt die Windeln ihrer Schwester und ist für die nächtliche Fütterung verantwortlich. Die Eltern kümmern sich nicht. Was das alles mit Tristane macht und wie sich die ganze familiäre Situation auf ihr späteres Leben auswirkt, müsst ihr selber herausfinden … Überspitzt, gesellschaftskritisch und provokant, wie wir es von der Autorin kennen, kommt der neue Nothomb daher und brennt sich gleich in meinem Kopf ein. Viele Male musste ich nach der Beendigung des Buches an die kleine Tristane denken, die nur geboren wurde, um der Gesellschaft gerecht zu werden. Zwischen den Zeilen lässt sich so einiges finden und interpretieren, was bei mir lange nachhallen wird. Große Leseempfehlung von mir. 4/ 5

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4

Ein Buch, dass zeigt, wie weit Schwesternliebe gehen kann und das wertvolle Denkimpulse zum Thema Einsamkeit gibt ❤️‍🩹

Zwei, die einander genug sind: Nora und Florent. Sie brauchen nur einander und doch bekommen sie ein Baby. Tristane wird ein Kind der Einsamkeit - fast zu erwarten bei der Konstellation. Am wichtigsten ist ihren Eltern, dass sie nicht stört - sie ist die Inkarnation eines ungeliebten Kindes. Das Umfeld drängt sie zu einem zweiten Kind und so wird Nora, man mag es kaum glauben, ein zweites Mal schwanger. Durch Laetita ist die mittlerweile fünfjährige nun endlich nicht mehr allein. „Tristanes Herz klopfte bis zum Hals, als sie die drei kostbarsten Kilogramm des Universums in die Arme nahm. Zwei Seelen erkannten sich und hallten ineinander wider. Zwei Planeten richteten sich aneinander aus, so exakt, dass eine nur für sie hörbare Musik erklang, die nie mehr verstummen sollte. Dieses Halb-Licht-halb-Ton-Phänomen pulsierte zwischen ihnen sechzigmal pro Minute und für alle Ewigkeit.“ Amélie Nothomb zeigt die Ambivalenzen der Schwestern auf - so ist Tristane die Traurige und ihr Gegenpart Laetitia, die Fröhliche. Die Schwestern sind ungleich, aber ihre Liebe zueinander ist genauso rein, wie die ihrer Eltern. Tristane kümmert sich aufopferungsvoll um ihre kleine Schwester, aber das wird auch regelrecht von ihr verlangt. So muss sie vier Monate lang der Vorschule fern bleiben, um das Neugeborene zu füttern, wickeln und co., denn Nora ging wieder ihrer Arbeit nach und so blieben die Kinder zu Hause allein auf sich gestellt. Kein Gedanke wurde seitens der Eltern daran verschwendet, dass ein Erwachsener da sein sollte, um für die Kinder zu sorgen. Wir verfolgen den Lebensweg der Schwestern bis ins Erwachsenenalter. Tristane erhält die ungewöhnliche Familienkonstellation jahrelang aufrecht - und schafft doch schließlich den Ausstieg, sie zieht nach dem Abitur zum Studieren nach Paris. Ihre beständige Einsamkeit nimmt sie jedoch mit, sie hat sich regelrecht eingefressen in ihre verletzte Seele. „Tristane ging zu vielen verschiedenen Psychotherapeuten. Meistens passierte gar nichts. Manche schadeten ihr trotz bester Absicht. Schließlich fand sie einen älteren Herrn, der sehr wenig redete. Da stimmte die Chemie. Selbstverständliches wurde entdeckt. Was ins Auge springt, bleibt stets verborgen. Tristane hatte qua Geburt den Titel der Zweiten erhalten, Platz und Rolle gleichermaßen.“ Immer wieder während des Lesens sind bei mir Bilder aufgeploppt von vernachlässigten Kindern, Misshandlung - denn „Das Buch der Schwestern“ macht klar, dass seelische Gewalt mindestens genauso grausam ist, wie körperliche Gewalt gegenüber Kindern. Amélie Nothomb stellt der Familie von Nora und Florent ein zweite Familie gegenüber, und zwar die von Noras Schwester. Selbige ist alleinerziehende Mutter von drei Söhnen und einer Tochter. Sie ist zwar voller Liebe für ihre Kinder, doch nicht in der Lage, für sie da zu sein. Denn der rund um die Uhr laufende Fernseher ist schon ihr bester Freund. Und so kommt es, dass ihre Söhne zum rechtsextremen Front National abdriften und ihre Tochter an Magersucht stirbt. Ich bin mir nicht sicher, ob es diese zweite Familie unbedingt gebraucht hat, um aus dem Buch eine „runde Sache“ zu machen. Vielleicht hätte mich eher ein Psychogramm der Figuren aus Noras Familie glücklicher gemacht. Ich habe mitgefühlt mit den beiden Schwestern - ihr Schicksal war mein Schicksal während des Lesens. So war es wieder mal eins der Bücher, die ich in einem Rutsch durchgelesen habe - denn ich musste ja wissen, wie es weitergeht mit Laetitia und Tristane. Ich möchte an der Stelle nicht spoilern, aber kann sagen, dass mich „Das Buch der Schwestern" nicht kalt gelassen hat, wenn ich mir doch auch an mancher Stelle etwas mehr Subtilität in der Narrative und Erzählweise gewünscht hätte. Ein Buch, dass zeigt, wie weit Schwesternliebe gehen kann und das mir wertvolle Denkimpulse zum Thema Einsamkeit gegeben hat, danke Amélie Nothomb.

5

Virtuos über die Existenz und das Fehlen von Liebe

**** Worum geht es? & Mein Eindruck **** Schon fast poetisch starte ich in ein Buch voller Liebe. Die Liebe zweier Liebenden und die Liebe zwischen zwei Schwestern, die aufgrund der fehlenden Liebe der Eltern zu etwas ganz Besonderen heranwuchs. Die Darstellung und sprachliche Ausstaffierung ist etwas ganz besonderes und klingt auch noch lange nach dem Lesen nach. Nothomb hat auf magische Weise die Jetztzeit begriffen und eine neue Liebe aufgrund eines Mangels entstehen lassen. Nuanciert erleben wir, wie Tristane in jungen Jahren erwachsen wird. Ihr Mut und ihre Fähigkeiten imponierten mir und gleichzeitig machten mich die Umstände traurig. Laetitia wurde zu einem Anker und Tristane zu einem Vorbild. Die Autorin spielt hier mit Nähe und Distanz wie keine Zweite und übermittelt damit kraftvoll zeitgenössische Probleme, sowie die Kraft anderer Lieben und ihre Raumforderung im menschlichen Sein. Das Buch ist keine leichte Kost, auch wenn es sich locker leicht von der Hand liest. Grade durch die Kürze des Buches wird das Nachdenken angeregt. In den Zwischentönen lässt sich noch so viel mehr erleben, eine gewisse Dichte an Emotionen und nicht gesagten Worten, die man in der Schnelle beiseite legen kann oder aber auch ganz hinein tauchen, wenn man dazu bereit ist. **** Empfehlung? **** Dieses Buch ist ein emotionales und sprachliches Kunstwerk, das tief in die Psyche des Menschen und dem Bedürfnis nach Liebe eindringt. Provokant aufgeführt. Aufgrund des leichten Stils ist es eine angenehm bereichernde Erfahrung.

5

Als Leser, der Amélie Nothomb liebt, ist dieses Buch zu meinem neuen Lieblingsbuch geworden. Wie immer hat mich Nothomb mit ihrem außergewöhnlichen Talent in den Roman hineingezogen und mich nie gelangweilt. Ihre Geschichte war für mich wie eine Klaviertaste, auf und ab, bunt und farblos. Das Buch enthielt viele Emotionen, und das ist etwas, dem ich nicht widerstehen kann. Ich war fast den Tränen nahe. Auch die Sprache, die sie verwendet, ist sehr klar und fließend, das Buch vermittelt Emotionen auf eine sehr professionelle Weise. Die emotionale Gleichgültigkeit von Müttern und Vätern wird professionell behandelt. Kurzum, die Autorin hat wieder einmal eine wunderbare Arbeit geleistet.

4

Das Buch erzählt von Tristane, die in der Vernachlässigung ihrer Eltern aufwächst und in ihrer jüngeren Schwester Laetitia jene Liebe findet, die ihr fehlt. In eleganter Sprache entsteht ein berührendes Bild von Geschwisterliebe als Rettung aus Einsamkeit.

4

Es war traurig für mich zu lesen ,dass die tiefe innige Liebe der Eltern es unmöglich für sie machte ,die Kinder zu lieben wie es sein sollte. Die Schwestern gerieten dadurch in eine gefühlsmäßige Abhängigkeit zueinander. Traurig und schön gleichzeitig.

4

Eltern, die nur einander lieben und zwei Schwestern die auch deshalb um so mehr zueinander stehen. Amélie Nothomb ist zwar etwas eigenwillig und dennoch sehr gut lesbar.

5

Ein typisches Buch der Autorin. Sehr gerne gelesen!

4.5

Überspitzt, gesellschaftskritisch und provokant, wie wir es von Nothomb kennen und lieben.

4

Tausend Fragezeichen nach einer Lektüre von Amelie Nothomb ist „normal“ und auch dafür mag ich ihre Bücher - aber das hier ist nochmal ne andere Nummer… Ganz viel ist für mich unvorstellbar, unrealistisch… Das war irgendwie nicht so meins… Obwohl ich mir gerade durch die Schwestern-Thematik ganz viel davon versprochen hatte…

3

Read around the World: Belgien

Die Geschichte von Tristane und Laetitia ist etwas wirr und doch aus dem Leben gegriffen. Tristane, die das Label "hochbegabt" tatsächlich Mal verdient hat, schlüpft ab ihren 5. Lebensjahr und die Rolle von großer Schwester und Mutter in einem — nicht etwa, weil die Eltern sich trennen oder sterben, sondern weil diese "keine große Lust" auf Kinder haben und das zweite Kind nur bekommen, dass das erste beschäftigt ist. Das Band zwischen den Schwestern ist so stark, nichts kann die beiden trennen. Nicht einmal räumliche Trennungen erschüttern ihre Liebe zueinander. Sehr flüssig und schnell gelesen, hätte ich diese beiden selbstverliebten Arschloch-Eltern gerne das ein oder andere Mal gegen die Wand geklatscht 🙈, während ich manche andere Stelle leider etwas langweilig fand. Alles in allem aber eine schnelle Lektüre für zwischendurch. Gut geeignet für sie Challenge ☺️.

5

Wieder mal ein Meisterwerk von Amélie Nothomb. Mit all ihrem Witz und Größenwahn, die die Figuren begleiten. Ebenso wie die unterschiedlichen Facetten von Liebe aufgegriffen werden mit ihren Schatten und Lichtern. Außerdem tolle Emanzipationsgeschichten der beiden Schwestern. Ich lieb‘s.

1.5

Der Anfang hat mich einfach zu sehr gestört bei diesem Buch. Auch wenn es dann besser wurde.... Das konnte ich nicht mehr nachsehen.

4.5

Typisch Amélie Nothomb

Die Geschichte beginnt mit Nora und Florent, die so sehr in ihrer eigenen Welt der Liebe gefangen sind, dass sie kaum Platz für ihre erste Tochter, Tristane, haben. Schon früh muss das Mädchen lernen, allein zurechtzukommen. Doch die Geburt ihrer Schwester Laetitia bringt ihr die ersehnte Wärme und Geborgenheit, die sie von ihren Eltern nie erhalten hat. Die Eltern, völlig in ihrer eigenen Welt lebend, bieten ihren Kindern keinen emotionalen Rückhalt. Ein wenig Zuflucht findet Tristane bei ihrer Tante Bobette, die vier Kinder hat und von Sozialhilfe lebt. Bobette kann ihre Kinder nicht ausreichend versorgen, hier findet ebenfalls Vernachlässigung statt, wenn auch auf ganz andere Weise. Nothomb begleitet die Schwestern von ihrer Geburt bis ins Erwachsenenalter und zeigt eindrucksvoll, wie ihre Beziehung ihnen hilft, ihren eigenen Weg im Leben zu finden. Die Verbindung zwischen Tristane und Laetitia ist tief und innig, sie geben sich gegenseitig die Liebe und Unterstützung, die ihnen von ihren Eltern verwehrt bleibt. Beim Lesen fühlte es sich oft an, als würde sich eine kalte Hand um mein Herz schließen, bin ich doch selbst eine große Schwester. Die emotionale Desinteresse der Eltern schafft eine bedrückende Atmosphäre, die Nothomb gekonnt einfängt. Trotz der schweren Themen wirkt die Erzählung sehr unaufgeregt und verstärkt dadurch nur noch mehr die Intensität. Nothomb findet immer wieder höchst sensible Punkte, die noch lange auf mich als Leserin wirken. Ich werde nicht müde, die Werke von Amélie Nothomb zu lesen, auch dieses hier hat mich gleichermaßen begeistert wie erschüttert.

4

Ein Buch über Geschwisterliebe, Loslassen und Vernachlässigung der Eltern. Ein Buch mit wichtigen und ernsten Themen. Das Buch lässt sich schön und flüssig lesen. Es ist in der Sie-Form geschrieben. Teilweise ist die Handlung ein wenig schockierend.

4

Dieses Buch las ich im Urlaub in Italien innerhalb von nur ein paar Stunden. So fesselnd war es. Es war ein wundervoller Roman über die Liebe und die Vernachlässigung der Liebe, über die Kraft von Worten, wie sie eine so junge Person prägen können und wie es ist, sich selbst zu vergessen, um anderen Personen zu gefallen. Eine klare Empfehlung meinerseits! Vielen Dank @diogenesverlag für dieses Rezensionsexemplar!

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