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Polizeigewalt, Struktur und die Grenzen von Reformen
In „Alles nur Einzelfälle?” setzt sich Mohamed Amjahid mit der Frage auseinander, ob Polizeigewalt tatsächlich aus individuellem Fehlverhalten entsteht oder ob sie strukturell im System verankert ist. Er zeigt nachvollziehbar auf, wie institutionelle Mechanismen, fehlende Kontrolle und gesellschaftliche Machtverhältnisse dazu beitragen, dass Gewalt durch Polizei immer wieder als Ausnahme dargestellt wird. Das Buch bietet einen gut verständlichen Überblick über die Strukturen hinter Polizeigewalt und ordnet aktuelle wie historische Fälle ein. Besonders überzeugend ist die Analyse der institutionellen Logiken, die Aufarbeitung erschweren und Verantwortlichkeiten verschleiern. Amjahid macht deutlich, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein systemisches Problem. Ergänzt wird diese Perspektive durch die Kapitel zur Popkultur, in denen er zeigt, wie Filme, Serien und mediale Erzählungen das Bild der Polizei prägen und Gewalt normalisieren oder legitimieren. Diese Verbindung von institutioneller Analyse und kultureller Einordnung eröffnet neue Zugänge zum Thema. Weniger gelungen ist der Schlussteil mit den Reformansätzen. Diese bleiben eher konventionell und wirken umso schwächer, da der Autor selbst einordnet, dass viele dieser Maßnahmen kaum nachhaltige Wirkung entfalten. Hier hätte der Text zugunsten einer vertieften Auseinandersetzung mit radikaleren Perspektiven gekürzt werden können. Insbesondere das Kapitel zur Abschaffung der Polizei hätte deutlich mehr Raum verdient. Insgesamt ist „Alles nur Einzelfälle?” ein solides und informatives Buch, das einen wichtigen Beitrag zur Debatte um Polizeigewalt und institutionelle Verantwortung leistet. Mit einer Bewertung von 4/5 überzeugt es vor allem durch seine klare Analyse, auch wenn es an einigen Stellen hinter seinen eigenen Möglichkeiten zurückbleibt.
Dec 19, 2025
Polizeigewalt, Struktur und die Grenzen von Reformen
In „Alles nur Einzelfälle?” setzt sich Mohamed Amjahid mit der Frage auseinander, ob Polizeigewalt tatsächlich aus individuellem Fehlverhalten entsteht oder ob sie strukturell im System verankert ist. Er zeigt nachvollziehbar auf, wie institutionelle Mechanismen, fehlende Kontrolle und gesellschaftliche Machtverhältnisse dazu beitragen, dass Gewalt durch Polizei immer wieder als Ausnahme dargestellt wird. Das Buch bietet einen gut verständlichen Überblick über die Strukturen hinter Polizeigewalt und ordnet aktuelle wie historische Fälle ein. Besonders überzeugend ist die Analyse der institutionellen Logiken, die Aufarbeitung erschweren und Verantwortlichkeiten verschleiern. Amjahid macht deutlich, dass es sich nicht um Einzelfälle handelt, sondern um ein systemisches Problem. Ergänzt wird diese Perspektive durch die Kapitel zur Popkultur, in denen er zeigt, wie Filme, Serien und mediale Erzählungen das Bild der Polizei prägen und Gewalt normalisieren oder legitimieren. Diese Verbindung von institutioneller Analyse und kultureller Einordnung eröffnet neue Zugänge zum Thema. Weniger gelungen ist der Schlussteil mit den Reformansätzen. Diese bleiben eher konventionell und wirken umso schwächer, da der Autor selbst einordnet, dass viele dieser Maßnahmen kaum nachhaltige Wirkung entfalten. Hier hätte der Text zugunsten einer vertieften Auseinandersetzung mit radikaleren Perspektiven gekürzt werden können. Insbesondere das Kapitel zur Abschaffung der Polizei hätte deutlich mehr Raum verdient. Insgesamt ist „Alles nur Einzelfälle?” ein solides und informatives Buch, das einen wichtigen Beitrag zur Debatte um Polizeigewalt und institutionelle Verantwortung leistet. Mit einer Bewertung von 4/5 überzeugt es vor allem durch seine klare Analyse, auch wenn es an einigen Stellen hinter seinen eigenen Möglichkeiten zurückbleibt.
Dec 19, 2025








