Wenn wir lächeln
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Book Information
Author Description
MASCHA UNTERLEHBERG, geboren in Mülheim an der Ruhr, hat Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte in Freiburg und Paris studiert sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie hat an Theatern in Deutschland und der Schweiz gearbeitet, war Finalistin des 27. open mike und nahm mit ›Wenn wir lächeln‹ 2023 am Literaturkurs in Klagenfurt teil. Mascha Unterlehberg wurde für ›Wenn wir lächeln‹ mit der Alfred-Döblin-Medaille ausgezeichnet.
Characteristics
7 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Das war nichts für mich.
Puh wo soll ich anfangen? Der Schreibstil war für mich ganz schlimm zu ertragen. Die Autorin hat so viel stehen gelassen, und nicht ausführlich zuende geschrieben, immer sofort mit einem neuen Kapitel bei einem ganz anderen Stand weiter gemacht, das man nichts verstehen konnte, und auch kein Draht zu den protas bekommen konnte. Ich mag beide nicht. Und ja die Kapitel sind extrem kurz. Vielleicht war das auch ein Grund , weshalb man der Geschichte nicht folgen kann. Ich kann nicht mal 2 Sterne geben. Es liest sich für mich so, als hätte man das an 2 Tagen runter geschrieben. Ohne sich Gedanken zu machen.
Wenn wir lächeln ist keine leichte Lektüre, doch gerade darin liegt seine Stärke. Es fordert, erschüttert und lässt einen mit drängenden Fragen zurück: Wie gehen wir mit unserer eigenen Wut um? Und was passiert, wenn die Kontrolle endgültig verloren geht?
Selten hat ein Buch so nachdrücklich auf mich gewirkt wie dieses. Mascha Unterlehbergs Debüt ist ein kraftvolles, beinahe beängstigend intensives Porträt von Wut, Verletzlichkeit und einer Freundschaft, die in ihrer rohen, ungestümen Schönheit unter die Haut geht. Gewalt als literarisches Thema ist bekannt – doch Gewalt, die von jungen Frauen ausgeht, bleibt ein Tabubruch, der hier in all seiner Komplexität ausgelotet wird. Jara und Anto stehen im Mittelpunkt einer Geschichte, die ebenso poetisch wie kompromisslos erzählt wird. Unterlehbergs Sprache ist präzise, schneidend und doch von einer seltsamen Zartheit durchzogen, die wie ein Flüstern im Sturm wirkt. Die Freundschaft der beiden Protagonistinnen ist keine gewöhnliche. Sie teilen mehr als nur Geheimnisse und gemeinsame Nächte – sie teilen eine Wut, die größer ist als sie selbst, und eine Verbindung, die sie gegen eine Welt der Kontrolle und Machtlosigkeit auflehnt. Doch was bleibt, wenn der Drang, zurückzuschlagen, die Oberhand gewinnt? Mascha Unterlehberg hat ein Debüt geschaffen, das gleichermaßen provoziert und berührt. Es ist ein Buch, das nicht nur gelesen, sondern gespürt werden muss – ein Meisterwerk der Ambivalenz zwischen Härte und Zerbrechlichkeit. 📚 Triggerwarnung: Gewalt, Verlust. 🌟 Bewertung: 5/5 – Eine literarische Wucht, die nachhallt.
Eine Jugendfreundschaft, der Wunsch nach Zuneigung und Zugehörigkeit und Gedanken sowie Erfahrungen als heranwachsende junge Frau.
Anto und Jara - so unterschiedlich und doch so ähnlich. Als Jugendliche:r will man dazu gehören, definiert sich über eine Gruppe und Freundschaften, will erwachsen sein und ist zugleich noch nicht… Mascha Unterlehberg gelingt es eine ungleiche, wenngleich eher typische mädelsfreundschaft aufzuzeigen die gleichermassen von gegenseitiger Abhängigkeit wie z.T. Abneigung und Eifersucht geprägt ist. Jara wünscht sich nichts sehnlicher als die Aufmerksamkeit von Anto. Sie soll genau(er) zuhören und hinsehen, Rückfragen stellen und Jara Halt geben. Doch sie tut es selten. Anto ist für mich ein Alpha- Tier. Vorantreibend, egoistisch auftretend, laut, wenngleich sie lediglich so ist, weil sie nicht anders kann. Die Mutter ständig unterwegs, Anto viel auf sich gestellt. Jara ist introvertiert. Will dazugehören. Ist zu allen lieb und nett - manchmal zu nett, wie Jungs finden. So macht sie leider auch eher negative Erfahrung und erlebt übergriffiges Verhalten auf vielfältige Weise. Dann gibt es da diesen einen Moment, der alles verändert. Das Buch besitzt einen angenehmen, kaum vorhersagbaren Spannungsbogen und Geschehnisse, die einen den Atem anhalten lassen. Leider hat mich der unvergleichbare Stil des Buches zwischendurch echt genervt. Gedanken von Jara (ziemlich viel Vorstellungskraft, welche sie mitbringt) sind teils kaum von der Realität zu unterscheiden. Es sind viele Absätze vorhanden, die wörtliche Rede nicht gekennzeichnet, viele Kommasetzungen und Grosschreibungen, wo keine sein sollten. Dies hat mich zwischendurch eine Lesepause einlegen lassen. Die kurzen Kapitel und der Sprachstil insgesamt sorg für ein schnelles Lesevergnügen und man fliegt nur so durch… Wenige Inhalte erschliessen mich aufgrund der Schreibart bis zum Ende nicht ganz und ich bleibe mit kleinen Fragen und der Ungewissheit zurück was nun wirklich wahr war…
Intensiv und prägnant
Jara und Anto lernen sich in den frühen 2000er Jahren auf einem Fußballplatz kennen. Jara ist sofort von Antos Kraft und Stärke begeistert. Eine Macherin. Die Freundschaft zwischen den beiden Teenagern ist geprägt von Alkohol, Wut, Drogen, Partys und tiefer Liebe zueinander. Sie teilen alles, Lipgloss, Cherry Cola, Klamotten, Baseballschläger und einen Schlagring. Aufwachsen in einem weiblichen Körper ist in einer von Männern dominierten Welt alles andere als einfach und sie versuchen sich gegenseitig Halt zu geben. Aber ist das möglich? Können sie gemeinsam ihre Schatten vertreiben? Mascha Unterlehberg beginnt ihren intensiven Roman direkt mit einer bedrückenden Szene. Jara steht an einer Brücke, Anto ist in den Fluss darunter gesprungen und taucht nicht mehr auf. Dort, auf dieser Brücke lässt Jara ihre Gedanken schweifen und erinnert sich an viele Ereignisse zurück welche zu dieser Situation geführt haben. In kurzen, nicht chronologisch geordneten Kapiteln wird man in einen Sog gerissen, empfindet Jaras Wut, ihre Hilflosigkeit in unterschiedlichen Situationen mit Männern, ihr Drang dazuzugehören. Ihre anfänglich riesengroße Liebe zu Anto und ihr Wunsch genauso zu sein wie sie berührt mich tief. Ich habe das Gefühl, dass Jara sich immer als unzureichend gefühlt hat. Nie gut genug. Zu arm, nicht dünn genug. Im Schatten von Anto, welche in einem Raum nur durch ihre Präsenz alle Augen auf sich zog. Die patriarchale Gesellschaft hat jedoch beide auf ihre Art und Weise geprägt. Die Wut, das sich wehren wollen. Anto als Anführerin bis zu dem Zeitpunkt als Jara eine neue Schule besucht und sich ein Stück weit aus Antos Schatten heraus traut. Ich bin restlos begeistert von dem Roman und habe die Seiten nur so verschlungen. Ich war in den Nuller Jahren auch ein Teenager und konnte mich gut in Jara und Anto hinein fühlen. Sich beweisen wollen, den Männern die Stirn bieten, nicht weglaufen. Alles Gefühle welche mir bekannt sind. Der Schreibstil der Autorin hat mich auch nachhaltig beeindruckt. Kurze, prägnante Sätze, die sich ins Hirn einbrennen. Gefühle, auf den Punkt gebracht, jedoch auch genug Interpretationsspielraum gelassen. Zwischen den Zeilen lesen ist oft die Devise und hat trotz des doch sehr ernsten Themas viel Spaß gemacht. Ein Jahreshighlight welches nachhallt und zum Nachdenken anregt.
„Wenn wir lächeln“ von Mascha Unterlehberg ist nicht nur äußerlich eine 10/10 sondern hat auch echt verdammt viel Inhalt und heftig gut geschriebene Sätze, die mich sehr beeindruckt haben und ich so schnell nicht vergessen werde. In ihrem Debüt-Roman schreibt sie von Jara und Anto, zwei Teenagerinnen, die sich auf dem Fußballplatz kennenlernen und schnell unzertrennlich werden. Für sie steht fest- ihre Freundinnenschaft (was ein tolles Wort, werde ich so in meinen Wortschatz übernehmen!) ist tief. So tief, dass sie sich eigentlich sogar schwesterlich verbunden fühlen. Sie sind Schwestern. „Zusammenhalt ist der Deal, das ist es, woran wir glauben, und deshalb ist alles, was wir machen, für mich vor allem eins: die Möglichkeit, unsere Freundschaft noch ein bisschen größer werden zu lassen, noch ein bisschen glänzender.“ Bei all den Dingen, die die zwei so tun und unternehmen vergisst man manchmal als Leserin, dass die beiden noch minderjährig sind und ist schockiert, dass sie all diese Eindrücke und Erfahrungen schon in so jungem Alter erleben. Ich möchte hier nicht zu viel spoilern, aber es wird sehr eindrucksvoll und sprachlich stark (sexualisierter) Gewalt behandelt. Auch dass die Freundschaft einen schmalen Grad zwischen einer Schwesternschaft mit tiefer Verbundenheit und einer toxischen Abhängigkeit fährt, fand ich wahnsinnig interessant. „Anto ist nicht gut darin, sich zu entschuldigen, und wenn ich nicht gleich einlenke, wird es für uns beide schwierig, da wieder rauszukommen.“ „Wenn wir lächeln“ macht wütend, ist relatable und irgendwo auch ein wenig traurig, weil Jara in so jungen Jahren schon so eine Hoffnungslosigkeit fühlt, die leider die Realität von weiblich gelesenen Personen treffend beschreibt. Vor allem sprachlich hat mich der Roman komplett abgeholt und ich habe wahnsinnig viel markiert. Klare Empfehlung! „(…) und ich denke, dass ich aufhören muss, immer alles von außen zu betrachten, vor allem mich selbst.“

WENN WIR LÄCHELN Mascha Unterlehberg Mitten in der Nacht springt Anto von einer Brücke über die Ruhr. Jara steht hilflos daneben, unsicher, ob sie die Polizei oder den Notarzt rufen soll - vor allem nicht jetzt, nach dem, was sie gerade getan haben. Sie könnte sich genauso gut direkt für Sozialstunden melden. Doch sie beruhigt sich: Anto wird gleich wieder auftauchen. Bestimmt übertreibt sie nur … Während Jara wartet, ziehen gemeinsame Erinnerungen an ihr vorbei. Ihr erstes Treffen auf dem Fußballplatz - damals war sie sich nicht sicher, ob sie mit Anto überhaupt befreundet sein wollte. Doch dann folgten heimliche Treffen in der Nacht, Zigaretten, Alkoholexzesse, Mutproben auf Bahngleisen und Ladendiebstähle. Aus zwei Jugendlichen wurden beste Freundinnen, fast Schwestern. Ihre Leben könnten dabei kaum unterschiedlicher sein: Jaras Mutter ist alleinerziehend, arbeitet hart und bemüht sich trotz allem, für ihre Tochter da zu sein. Antos Mutter hingegen reist ständig und verdient gut - doch das bedeutet, dass Anto meist auf sich allein gestellt ist. Mit bildreicher Sprache zeichnet Mascha Unterlehberg das intensive Porträt einer Freundschaft zwischen zwei jungen Frauen, die noch nicht wissen, wo sie im Leben stehen. Wut, Übermut und Überforderung prägen ihren Alltag. Der Rückblick auf die Nullerjahre hat mir besonders gefallen, und ich konnte mich mühelos in die beiden Protagonistinnen hineinversetzen. Der Schreibstil ist einzigartig: eine rohe, ungeschönte Sprache, große Zeitsprünge, keine wörtliche Rede - all das verstärkt die Intensität der Geschichte, anstatt sie zu stören. Die kurzen Kapitel ließen mich nur so durch das Buch fliegen und der Plot hätte nicht besser sein können. Fazit: Ein schmerzhafter, mitreißender Roman über zwei Freundinnen, die inmitten des Chaos des Erwachsenwerdens ihren Weg suchen. 4/5 Bücher-Bingo Dumont: Ein Buch mit Gesicht auf dem Cover. #lesechallenge

Jara und Anto sind beste Freundinnen. Sie lernen sich auf dem Fußballplatz kennen und verbringen viel Zeit miteinander. Die Freundschaft der Teenager wird bestimmt von Alkohol, Partys und Drogen. Alles wird geteilt, Klamotten, Cola, Lippenstift und irgendwann auch Gewaltphantasien. Ihre Wut auf die Männer nimmt immer weiter zu als sie immer wieder schlechte Erfahrungen machen müssen. Irgendwann eskaliert es und alles wird anders. Ich bin begeistert von diesem Buch. Die Freundinnen sind so unterschiedlich und doch verbindet sie eine so tiefe Freundschaft. Jara möchte gern sein wie Anto, sie bewundert sie, vor allem ihr Selbstbewusstsein,. Einfach ist es nicht, Neid und Zweifel stehen oft zwischen den Beiden. Trotzdem halten sie zusammen, sind fast aufeinander angewiesen. Anto ist meistens alleine zu Hause, die Mutter ist kaum da. Vielleicht klammert sie sich dadurch auch so an Jara. Hatte immer das Gefühl hier haben sich zwei verlorene Seelen gefunden, die zusammen erwachsen spielen wollen. Anto ist nach außen das coole Mädchen, alle bewundern sie. Doch sieht es in ihr anders aus. Die Sprache im Buch fand ich toll, passt absolut in diese Zeit und hat nichts beschönigt. Direkt und auf den Punkt. Die Kapitel sind kurz und man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Anfang ist schon krass. Da ist man sofort dabei und möchte immer wissen wie es weitergeht. Es gab immer wieder Rückblicke und auch die waren gut mit eingebaut. Manchmal musste ich kurz überlegen um welche Zeit es jetzt gerade geht aber auch das war schnell stimmig. Hab das Buch innerhalb sehr kurzer Zeit gelesen und hätte gern noch weiter gelesen. Große Empfehlung
Brutal und zart zugleich
Als ich dieses Buch zugeschlagen habe, hatte ich ganz viele Ausrufe- und ebenso viele Fragezeichen In meinem Kopf. Wie kann etwas so brutal und gleichzeitig so zart sein wie dieser Text!? Ich bin geplättet von dieser Sprachgewalt. Was ist hier passiert? Und wie geht es weiter? Jara erzählt uns die Geschichte ihrer Freundschaft zu Anto. Die beiden werden im Ruhrgebiet groß und obwohl sie finanziell unterschiedliche Stati haben, eint sie eine große Anziehung und eine ebenso große große Wut! Die 15-Jährigen führen ein Leben in dem Lipgloss genauso wichtig ist wie Baseballschläger. Sie hängen ab, trinken, und ab und zu lassen sie alles raus, was sich so angestaut hat. Das Ganze muss noch nicht mal anlassbezogen sein. Man könnte jetzt meinen, die beiden sind wie Pech und Schwefel und es passt kein Blatt zwischen Anto und Jara. Doch was wäre die Pubertät ohne Zweifel und Zwiespalt? Sie stellen sich immer wieder gegenseitig auf die Probe, trauen sich meist nicht für 5 Cent über den Weg, halten dann wieder zusammen und kämmen sich gegenseitig die Haare. Als Jungs, die auch das gemeinsame Feindbild sind, Begehrlichkeiten wecken, von denen sie nicht wissen, ob sie die überhaupt wollen oder nicht, verändert sich die Freundschaft Dieses Buch hat eine Wucht, die durch Leerstellen entsteht, denn dieser Text ist auf jeden Fall eines: Fragmentarisch! Er bewegt sich nicht linear, springt vor & zurück in den Zeiten und Emotionen. Ich habe innerlich gejubelt aufgrund der prägnanten Sprache, die sich aufs Wesentliche bezieht und dann aber ihre Spuren verwischt. Die Ursache der großen Wut ist für mich nicht endgültig geklärt. Die große Liebe der beiden zueinander, rührt meinem empfinden nach daher, dass sie begehren, wie die jeweils andere zu sein, das Misstrauen eventuell auch. Die gewaltvollen Szenen scheinen aus dem Nichts zu kommen und lassen sehr viel Raum für die eigene Interpretation. Ich tue mich manchmal schwer mit solchen „unfertigen“ Texten – hier nicht! Die Sprache hat mich begeistert. Die Lückenhaftigkeit hat mich angeregt meinen Gedanken mehr Raum zu geben. Vieles ist hier möglich, wenig ist klar und trotzdem ist es wunderbar. Das Ende hat mich umgehauen. Es wartet kein großer Twist auf uns. Es hat mich lediglich zerstört. Was haben wir also gelesen? Eine Freundinnengeschichte? Vielleicht! Zerrissenheit und Versuchung der Pubertät? Abgrenzung und Anziehung? Eventuell! Ein gelungenes Debüt? Auf jeden Fall! Ich empfehle es allen die Texte nicht zwangsläufig auserzählt haben müssen und denen „Die schönste Version“ gefallen hat.
Feministisches Coming-of-age
'Wenn wir lächeln' ist ein Buch, dass sich nicht einfach nebenher lesen lässt. Im Alltagstrubel mit Kindern, um mich herum, die stændig Fragen stellen oder in der Bahn, in der Menschen lautstark ihre Krankenakte diskutieren, fiel es mir schwer mich darauf einzulassen. Dabei hat es dieses Buch verdient sich voll und ganz einzulassen. Mit Jara und Anto lernen wir zwei komplexe und vielschichtige Charaktere kennen. Beide sind in dieser oft schwierigen Schwebephase zwischen Jugendbund Erwachsenwerden. Aus Jaras Perspektive lesen wir von dem finden ihrer Freundschaft aber auch dem verlieren. Mascha Unterlehberg beschreibt dabei so gekonnt diesen Wunsch nach exklusiver Zugehörigkeit auf der einen Seite, aber auch dem orientieren außerhalb einer engen Bubble andererseits. Was als Freundschafts- und Coming-of-age Roman beginnt, wird im Laufe der Geschichte immer mehr zu einer feministischen Auseinandersetzung mit dem Patriarchat. Anfangs wird vieles einfach hingenommen, eben weil es sich seit Jahrzehnten, Jahrhunderten in uns Frauen so eingefressen hat. Doch die Wut dringt nach und nach an die Oberfläche. Dabei sind die Konsequenzen viel subtiler und leiser als zum Beispiel in Mareike Fallwickls Romanen, aber nicht weniger gut. Ich fühlte mich an manchen Stellen zurück versetzt in meine eigene Jugend und die damit verbundene Unsicherheit. Wie oft habe ich auch nachts auf dem Heimweg meine Schlüssel zwischen die einzelnen Finger gesteckt, als mögliche Waffe, die glücklicherweise nie zum Einsatz kam. Und auch jetzt male ich mir manchmal wie Jara furchtbare Dinge aus, wenn meine große Tochter nicht wie verabredet zu Hause oder nicht erreichbar ist. Mascha Unterlehberg hat hier einen beeindruckenden Debütroman vorgelegt, dem ich nicht die genügende Aufmerksamkeit schenken konnte. Ein ReRead ist daher unerlässlich.
Das hier gilt es erst einmal zu verdauen. Was als durchzechte und berauschende Coming-of-Age Geschichte beginnt, wird schnell zu einer Tragik. Ohne viel vorweg nehmen zu wollen: Freundschaft, Egoismus, Unsicherheit und die Ungerechtigkeit der Welt dominieren Jaras Leben, und nach einer Jugend der Unbesiegbarkeit, an der Seite ihrer überlegenen besten Freundin, trifft sie auf eine Welt der widerlichen Ausbeutung, Unterdrückung und Verlogenheit. Vor allem im letzten Viertel habe ich nahezu in schockierter Trance umgeblättert, auch wenn ich mir schon vorstellen konnte, wohin die Reise geht. Die atemlose Art und Weise, auf die sich Jara in diesen Wendungen aber verheddert, zieht dich in einen Sog, dem du nicht mehr entkommst. Besonders zu empfehlen jenen Menschen, die von den Problemen einer Frau keine Ahnung haben, oder von deren Nicht-Existenz überzeugt sind. Harter Tobak, schöner Tobak, grausamer Tobak
Ein Buch über Freundschaft und Female Rage. Leider hat es mich nicht richtig gepackt und ich konnte nicht wirklich eine Verbindung zu den Charakteren aufbauen. Die Erzählweise war mir häufig zu oberflächlich und die Zeitsprünge haben mich immer wieder rausgerissen. Stellenweise hat es mich aber doch berührt. Kann man aufgrund der Kürze gut mal zwischenschieben, aber war kein Highlight
Das war intensiv muss ich sagen. In Ihrem Debütroman 'Wenn wir lächeln' hat Mascha Unterlehberg eine Menge an Herausforderungen die Mädchen beim Erwachsenwerden meistern müssen gepackt. Jara und Anto sind Freundinnen. Gemeinsam stehen sie auf einer Brücke und plötzlich ist Anto weg, ist gesprungen und die innerlich zerrissene Jara bleibt zurück. Nach und nach erzählt uns der Roman die Geschichte der zwei, eine Geschichte wie sie einige aus ihrer Jugend sicherlich kennen. Über Freundschaft, bewundern und bewundert werden wollen, sich zeigen wollen und verstecken müssen, den Spagat schaffen zwischen dazugehörigen aber nicht um jeden Preis und viel Wut. Wut auf sich selbst, auf andere, auf den eigenen Körper, auf die fehlende Distanz anderer. Und was passiert wenn diese Wut plötzlich überhand nimmt?! Anfangs kam ich schwer rein in den Lesefluss und bis zum Ende haben mir die fehlenden Anführungszeichen der wörtlichen Rede und die Zeitsprünge es mir nicht leicht gemacht. Man gewöhnt sich ein Stück weit daran, aber ich bin mir sicher das mir so einiges durch die Lappen gegangen ist. Auch was uns das Buch vermitteln will erschloss sich mir erst nach und nach. Allerdings hadere ich etwas mit dem Ende und Antos Verhalten, da bin ich mir nicht sicher ob ich es mir richtig zusammengereimt habe. Die Autorin legt den Finger in die Wunde und berichtet wie es gerade in letzter Zeit sehr viele Autorinnen tun über die Wut der Frauen. Finde ich gut, manchmal muss es weh tun um zu verdeutlichen was schief läuft. Etwas mehr Struktur hätte mir besser gefallen, aber ansonsten ein guter Roman mit wichtiger Botschaft.

Schwesternschaft
"Sie grinst mich an, und alles, was sie davor gesagt hat, hat auf einmal keine Bedeutung mehr. Es ist die Art, wie sie mich ansieht. Als wäre ich insgeheim für sie das Beste auf der ganzen Welt, und in diesem Moment weiß ich, dass es genau so ist, auch wenn sie das nicht so gut zeigen kann." (S.130) Jara und Anto sind beste Freundinnen, Schwestern. Sie leben im Düsseldorf der 2000er Jahre. Jara wohnt mit ihrer Mutter alleine, während Antos Mutter erfolgreich und ständig unterwegs ist. Sie teilen alles miteinander, erleben alles gemeinsam, sind zusammen wütend. Mascha Unterlehbergs Schreibstil hat mir den Einstieg ins Buch nicht leicht gemacht. Sie schreibt ihre Dialoge ohne Anführungszeichen und es gibt viele Zeitsprünge innerhalb der Kapitel. Man braucht eine Weile, um sich zurechtzufinden, aber wenn man sich darauf einlässt, ist es kein Problem mehr. Erst am Ende versteht man richtig, was vor sich geht. Ihre Sprache ist sehr hart und klar, aber auch voller Gefühl und Wärme. Ich habe viele Stellen markiert, die ich mir am liebsten ins Gedächtnis brennen würde, so gut fand ich sie. Im Zentrum des Buches stehen Schwesternschaft, Freundschaft und das Erwachsenwerden. Es werden auch viele harte Themen wie beispielsweise (patriarchale) Gewalt behandelt. Inhaltswarnungen gibt es am Ende des Buches, falls ihr sie braucht. Wenn man sich darauf einlassen kann, wird man mit einem ganz besonderen Buch belohnt. Es ist schonungslos, schmerzhaft und spannungsgeladen, aber auch empowernd und voller tiefer Gefühle. 5/5 Sterne

Lange hatte kein Buch so eine Sogwirkung auf mich.
Ich hatte erst die ersten 20 Seiten gelesen und gewusst jetzt ist nicht die Zeit für das Buch. Dieses Buch will ich in einem Stück lesen. Als ich in den Schreibstil gefunden hatte, bekam die Geschichte ein Sogwirkung so das ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Mein Tipp Lies es an einem Freien Tag ohne Ablenkung.

Toller Schreibstil!
"Es ist die Art, wie sie mich ansieht. Als wäre ich insgeheim für sie das Beste auf der ganzen Welt, und in diesem Moment weiß ich, dass es genauso ist, auch wenn sie das nicht so gut zeigen kann." S.130 Mascha Unterlehbergs Debütroman handelt von eines besonderen Freundinnenschaft in den frühen 2000er Jahren. Sie erzählt von Anto und Jara, die sich beim Fußballspielen kennenlernen und eine wilde, aber starke Freundinnenschaft entwickeln. Sie teilen sich Klamotten, ziehen gemeinsam um die Häuser und halten fest zusammen. Doch eines Tages springt Anto in den Fluss, und alles ändert sich. Während Jara in's eiskalte Wasser starrt, gleiten ihre Gedanken zurück auf die gemeinsamen Zeit und das Bild der starken Freundinnenschaft beginnt zu bröckeln. "Wenn wir lächeln" ist die Geschichte einer Freundinnenschaft in einem Ungleichgewicht, in der sich leise eine Distanz zwischen den beiden jungen Frauen ausbreitet, und vieles scheinbar ungesagt bleibt. Es ist aber auch die Geschichte zweier Frauen, die täglicher Sexualisierung ausgesetzt sind und Gewalt erleben. Wut staut sich an, Wut, die ihren Weg nach außen sucht. Aufgrund des besonderen Sprachstils bin ich durch die Seiten geradezu durchgerauscht, was mich überrascht hat, denn ich erinnere mich an andere Titel, bei denen ich diese ständige indirekte Rede nicht mochte. Doch das hier erzeugte Tempo hat irgendwie zur Geschichte gepasst und gerade die erste Hälfte des Buches fand ich sehr spannend. Es bleibt meiner Meinung nach vieles zwischen den beiden Protagonistinnen ungesagt, gerade was die Gefühle der beiden angeht, doch das machte die Geschichte für mich authentischer. Auch wenn mir die Geschichte von Jara und Anto, sowie der Sprachstils der Autorin gut gefallen haben, hat für mich am Ende etwas in der Story gefehlt. Ein Funke, der die Geschichte noch ein bisschen länger in meinem Kopf festhält. Ich hatte ein bisschen auf eine Aussprache zwischen den beiden gehofft, die mehr Gefühle offenbaren. So ist es für mich zwar ein gutes Buch, aber keineswegs ein Highlight gewesen.
90er Vibes
Wenn wir lächeln - Rezension Werbung #dumont ET: 11.02.2025 Seiten: 256 Verlag: DuMont Um mal einige Punkte zu nennen die, der Geschichte die richtige Atmosphäre verpasst: - Senfgläser die ausgespült werden, um daraus zu trinken - I‘m Like a Bird von Nelly Futado - Glätteisen-Experimente - Große Eistee Packungen - Schlecker - Kino.to - MTV Cribs Na habt ihr euch wiedergefunden? Ich mich auf jedenfall. Genau das mochte ich unglaublich gerne. Auch die Struktur des Buches, gab dem ganzen einen jugendlichen Anstrich. Die kurzen Kapitel sorgen für eine rasante Erzählweise. Nun aber meine Meinung zum Inhalt: Dieses Buch begleitet 2 junge Frauen durch die spannende Zeit der Pubertät. Sie machen gemeinsame Erfahrungen und jeder auch für sich. Wer kennt es als Frau nicht. Erst versucht man sich zu verbünden, verliebt sich dann in eine Idee und zack sind die Versprechen dahin. Aber genau das macht das Leben ja auch so lebenswert oder? Auch das man sich wie Schwestern verbunden fühlt, obwohl man „nur“ befreundet ist, kenne ich sehr gut. Ich möchte die zarten Worte in der Geschichte. Es ist dennoch bei weitem nicht ein literarisches hochwertiges Buch. Das muss es aber auch gar nicht sein. Dennoch habe ich an einer Stelle etwas zu kritisieren. Ich finde, dieses Buch müsste mehr von Männern gelesen werden. Denn ich bin der Meinung, dass Frauen solche Situationen schon zu Hauf kennen. Vielleicht war es das gleiche Problem was ich bei „Der schönsten Version“ von Ruth-Maria Thomas hatte. Ich hätte mir außerdem auch hier wieder eine Trigger-Warnung gewünscht. Nichts desto trotz hat mir das Buch wirklich eine schöne Lesezeit bereitet und deshalb bekommt das Buch von mir 4 Sterne. ⭐️ ⭐️⭐️⭐️

Ein Buch über intensive Freundschaft und Erwachsenwerden
Oh Mann, was für ein Buch! Ich bin immer noch sprachlos. Meine Erwartungen sind absolut übertroffen. Und ebenso ich bin immer noch schockiert. Gewalt, Missbrauch, Raum für viele Spekulationen. Am Ende dann doch nichts für schwache Nerven. Ich hätte nicht gedacht, dass sich Geschichte von Jara und Anto in so eine Richtung entwickelt. Eine Freundschaft, die so intensiv ist, dass man fast schon von Liebe sprechen kann. Eine Freundschaft, die Risse bekommt und die Situation zu eskalieren droht. "Der Fluss ist eine glatte schwarze Fläche, ist das Geräusch eines Körpers, der eintaucht, ein Klatschen. Ringe, die im Licht der wenigen Laternen größer werden. Der Fluss ist: Unsichtbare Strudel und Hochwasser im Herbst und ein Mann, der ertrunken ist, als er seinen Hund retten wollte. Der Fluss verschluckt Anto, lässt sie verschwinden, und der Schläger treibt immer noch oben, nur wenige Meter von der Stelle entfernt, in die ihre Körper eingeschlagen ist." Zwei Freundinnen, Jara und Anto. Jara steht auf der Eisenbahnbrücke, von der ihre Freundin Anto eben erst hinuntergesprungen ist. Die unterschiedlichsten Szenarien gehen Jara durch den Kopf. Was tun? Die Angst lähmt sie, von ihrer Freundin fehlt jede Spur! Jara lernt Anto als 13-jährige kennen, als einer ihrer Freunde sie zum Fußballspielen mitbringt. Fortan werden die beiden Mädchen zu besten Freundinnen. Sind untrennbar, teilen sich alles, Lipgloss, Kleidung, ziehen zusammen um die Häuser. Die Welt um sie herum schein nicht vorhanden zu sein. Eltern und andere Jugendliche spielen lediglich eine Nebenrolle. Sie lehnen sich gegen die Gesellschaft auf, schlagen mit Baseballschlägern Autoscheiben ein. Jara bewundert Anto, sie bewundert ihren Mut, ihr Aussehen, einfach alles an ihr. Anto bringt Jara das Klauen bei, hilft ihr die innere Unsicherheit zu überwinden. Die Beziehung der beiden „Schwestern“ steht im Mittelpunkt der Geschichte. Die zeitlichen Perspektiven wechseln sehr schnell. Jara springt zwischen Realität und Phantasie sehr oft hin und her. Während die selbstbewusste Anto sehr genau weiß, was sie will und was sie nicht will, gerne im Mittelpunkt steht und die Grenzen austestet, frisst Jara die Dinge in sich hinein, trägt viel Wut in sich, die gelegentlich explosionsartige Gewalttätigkeit zur Folge hat. Manche Dinge lässt die Autorin im Unklaren, der Interpretationsspielraum ist sehr groß. Wenn man für jede Situation Klarheit erwartet, ist man hier fehl am Platz. Auch für mich blieben am Ende einige Fragen offen…
Ein wunderbarer Roman über Freundschaft, Female Rage und Coming-of-Age
Den Schreibstil fand ich ehrlich gesagt sehr gewöhnungsbedürftig, da die Dialoge nicht richtig gekennzeichnet sind. Sobald man aber ein paar Seiten drin war, liest es sich ganz flüssig. Auch die kurzen Kapitel fand ich sehr angenehm.

Das Buch konnte mich gar nicht überzeugen. Die kurzen Kapitel äußern sich auch in nicht ganz erzählten Storys. Manches endet einfach mittendrin und man fragt sich, was nun wurde, was nun ist etc. Oft weiß man nicht, passiert das Geschriebene nun gerade, erzählt sie von früher, total verwirrend. Durch dieses abgehakte und Kurze kann man in die Geschichte überhaupt nicht eintauchen und findet auch gar keine Verbindung zu den beiden Mädchen. Ich habe mit denen gar nichts gefühlt und mich immer gefragt, warum sind sie eigentlich wütend. Auch ihre angeblichen Gewaltphantasien, kamen für mich gar nicht so durch, daß es besorgniserregend wäre. Auch die Freundschaft der Beiden, fühlte sich so an, als könnte jede auf die jeweils Andere verzichten. Durch diesen Schreibtstil hab ich mich ständig gefragt, gehen sie nun wirklich mit einem Baseballschläger raus oder stellen sie sich das vor. Hauen sie die Scheiben der Autos wirklich ein oder stellen sie sich das vor. Mich hat das überhaupt nicht mitgenommen oder abgeholt. Irgendwie wird ja Anto als die dargestellt, die Jara mitreißt. Aber für mich ist eigentlich Jara mindestens genauso schlimm, wenn nicht noch schlimmer. Ich weiß nicht, das ist alles einfach nur verwirrend und daher baut sich da auch nichts auf. Man versteht das Buch besser, wenn man sich die Zusammenfassungen der Rezensionen liest, als das Buch selbst. Es geht um Anto und Jara. Anto wächst in reichen Haus mit abwesender Mutter auf, Jara in gut bürgerlichen Verhältnissen mit einer alleinerziehenden Mutter. Mit 13 Jahren lernen sie sich auf dem Fußballplatz kennen. Sie klauen, ziehen Männer ab ziehen auch schon mal mit dem Baseballschläger durch die Stadt. Als es dann zum Äußersten kommt, wird die Freundschaft auf eine harte Probe gestellt.
Ein sehr atmosphärisches und besonderes Buch!
"Wenn wir lächeln" handelt von den Freundinnen Jara und Anto, beide in ihren Jugendjahren. Sie sind ständig wütend, ständig unterwegs und immer betrunken mit dem Baseball-Schläger in der Hand. Zu dem Zeitpunkt, wo die Handlung einsetzt, steht Jara auf einer Brücke über dem Rhein, in den Anto soeben gesprungen ist. Die ganze Geschichte spielt sich in diesem Moment in Jaras Kopf ab und ist ein einziger, teilweise zusammenhangsloser Bewusstseinsstrom, der ihr durch den Kopf geht. Sie denkt an unzählige Situationen, springt gedanklich hin und her. Was soll sie jetzt tun, wie haben sie und Anto sich kennengelernt, was haben sie gemeinsam erlebt, was hat zu diesem Moment geführt? Das alles ist sehr chaotisch und in Jaras Subjektivität. Dementsprechend ist sie in diesem Moment der Panik eine unzuverlässige Erzählerin und es gibt vieles, was nicht wirklich zusammenpasst, nicht real ist, unlogisch wirkt oder in der falschen Reihenfolge erzählt wird. Und genau das macht dieses Buch aus, denn beim Lesen entwickelt man ein Gefühl für diese Nuancen! Ich habe es komplett geliebt! Es ist mir zu Anfang etwas schwergefallen, in diesen Gedankenstrom reinzukommen, aber sobald er mich einmal eingesogen hatte, bin ich nicht mehr rausgekommen und habe das Buch in nur einer Nacht komplett beendet. Beim Lesen habe ich alle Emotionen durchlebt, weil mich Jaras Gedanken so sehr mitreißen konnten. Ich habe geweint und war mit ihr unglaublich wütend auf die Welt. Darum geht es in diesem Buch vor allem: um die Wut von jungen aufwachsenden Frauen. Der Schreibstil ist einfach unglaublich! Ich liebe dieses stilistische Mittel des Bewusstseinsstroms, weil es für eine gewisse Poetik und Nahbarkeit sorgt. Es muss nicht alles passen und glatt sein, sondern ist genau auf den Punkt und sagt dabei so viel aus. Jara und Anto sind als Figuren schwer greifbar. Ich kann nicht wirklich sagen, ob ich sie mag, da ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, einen genauen Blick auf sie zu bekommen. Jaras Gedanken sind so sprunghaft und die beiden so viel in Bewegung, dass das einfach schwer ist. Zumal wir Anto nur aus Jaras Perspektive kennenlerne, die nicht zuverlässig ist und Jara selbst auch nur durch ihre Gedanken kennenlernen. Dadurch bleibt viel offen, worüber ich immer noch nachdenke und das macht die beiden für mich so besonders. Über das ganze Buch werde ich definitiv noch länger nachdenken! Ein großes Highlight und eins meiner neuen Lieblingsbücher!
Leider konnte mich dieses Buch so gar nicht erreichen. Ich könnte nicht einmal den Inhalt konkret wiedergeben. Es passiert vieles und gleichzeitig gar nichts und währenddessen bleiben die Protagonistinnen verschwommen und undeutlich und dabei total unsympathisch. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch von der Stimmung ähnlich gedacht war wie 22 Bahnen. Davon ist die Atmosphäre allerdings leider weit entfernt. Vielleicht gebe ich dem Buch zu einem späteren Zeitpunkt nochmal eine Chance.
Mascha Unterlehbergs Debüt „Wenn wir lächeln“ ist ein intensiver, schonungsloser Roman über Freundschaft, Wut und die Grenzen, die man bereit ist zu überschreiten, um dazuzugehören. Mit einem fragmentarischen, rasanten Erzählstil zieht die Autorin ihre Leser*innen mitten hinein in die komplexe Beziehung zwischen Jara und Anto – zwei Mädchen, die sich mit dreizehn auf dem Fußballplatz kennenlernen und fortan unzertrennlich sind. Jara, Tochter einer hart arbeitenden, alleinerziehenden Mutter, ist zunächst fasziniert von Antos Selbstbewusstsein und Rebellion. Anto hingegen, die aus wohlhabenden Verhältnissen stammt, aber emotional vernachlässigt wird, sucht in Jara Halt. Doch ihre Freundschaft ist mehr als bloß eine enge Bindung – sie wird zum Sog, der beide in eine Welt aus Alkoholexzessen, Diebstählen und Gewaltfantasien zieht. Gemeinsam testen sie Grenzen aus, bis schließlich eine scheinbar harmlose Situation eskaliert und alles verändert. Unterlehbergs Sprache ist direkt, roh und treibend. Dialoge kommen ohne Anführungszeichen aus, Zeitsprünge durchbrechen die Erzählstruktur, Erinnerungen und Gegenwart verschwimmen. Diese ungewöhnliche Erzählweise verstärkt die Unmittelbarkeit der Geschichte, verlangt aber auch Konzentration von den Leser*innen. Gerade dieser Stil macht das Buch zu einem einzigartigen Leseerlebnis, das tief unter die Haut geht. Zentrale Themen wie patriarchale Gewalt, Klassenunterschiede und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit werden auf eindrucksvolle Weise verhandelt. Dabei bleibt das Buch schmerzhaft ehrlich: Keine der Figuren ist moralisch perfekt, und genau das macht sie so glaubwürdig. Besonders Jara ist eine komplexe Erzählerin – sie ist nicht nur Opfer, sondern auch Täterin, voller Unsicherheiten, Wut und widersprüchlicher Gefühle. „Wenn wir lächeln“ ist kein leichtes Buch, sondern eines, das aufwühlt, verstört und zum Nachdenken zwingt. Es erzählt von jugendlicher Freundschaft als Rettungsanker und Abgrund zugleich – und davon, dass Schwesternschaft nicht immer ausreicht, um sich selbst nicht zu verlieren. Ein herausragendes Debüt, ich bin sehr gespannt, was von Mascha Unterlehberg als nächstes zu lesen sein wird.

Female Rage in Romanform, temporeich und roh. ❤️🩹
„Wir haben alle Angst. Es ist unmöglich, keine Angst zu haben. Aber das darf dich nicht einschränken. Es darf nicht dazu führen, dass du Umwege machst, Orte meidest, den Blick senkst, wenn sie an dir vorbeilaufen. Verstehst du das? Lass sie deine Angst nicht spüren. Das ist wichtig.“ (S. 158) 💭 Um wen geht’s? Um Jara und Anto. Es sind die frühen 2000er, als die beiden Mädchen aufeinandertreffen, Freundinnen werden, Zigaretten und Wodka und Traumata teilen. Sie sind jung, sie sind schön, sie sind wütend. Sie glauben, alles im Blick und alles im Griff zu haben - solange, bis ihnen die Kontrolle entgleitet und Jara auf der alten Eisenbahnbrücke steht, von der Anto gerade gesprungen ist. Anto, die nicht wieder aus dem Wasser auftaucht. 💭 Meine Meinung „Wenn wir lächeln“ glich einem Sprint durch die Nacht, berauscht vom Jungsein, die beste Freundin an der Seite - kurze Kapitel, schnelles Tempo, fast atemlos ließ die Geschichte mich zurück. Sprünge in den Zeitebenen, schnell wechselnde direkte Reden. „Hart und weich“ nannte Ruth-Maria Thomas das Buch und ich glaube, das trifft es gut. Es war modern, es war eindringlich, manchmal war es auch verwirrend. Konnte die Gedanken nicht immer den Protagonistinnen zuordnen. Fragezeichen blieben zurück und der Impuls: War das vielleicht genau so gewollt? 💭 Fazit Zwei wütende Heldinnen. Zwei junge Frauen, die sich mit allem, was sie haben, gegen männliche Gewalt behaupten. Female Rage in Romanform, temporeich und roh. Berührend, geprägt von kleinen Schwachstellen, doch am Ende schnell und gern gelesen und noch eine Weile darüber nachgedacht.

»Dafür machen wir das doch alles, oder, Jara? Oder hast du dich nicht, als du neun warst, beim Fußball angemeldet, damit dich ein paar Jahre später irgendwelche Typen mit Flaumbart sexy finden? Das ist doch das schönste Kompliment. Dass jetzt irgendein Moritz darüber nachdenkt, wie du in Fußballschuhen aussiehst.« (S. 125) »WENN WIR LÄCHELN« ist der Debütroman von Mascha Unterlehberg und was ist das bitte für ein krasser Page Turner 🔥Die kurzen Abschnitte, fragmentarische Erzählweise und Zeitsprünge/Rückblicke/Gedanken haben mich komplett in den Strudel dieser intensiven Sisterhood gezogen und nicht mehr losgelassen. Schwestern so nennen sich Anto und Jara, die sich mit 13 Jahren kennenlernen und schnell so close werden. Anto lebt das Leben in den Vollen: Geht bis an ihre Grenzen (oder eher darüber hinaus?), ist extrem selbstbewusst, abgeklärt, sarkastisch, feministisch und weiß, was ganz genau, was sie will und viel wichtiger: Was sie NICHT will. Damit ist sie einerseits ein krasses Vorbild für Jara, auf der anderen Seite steht der Klassismus deutlich zwischen ihnen. Das macht sich in vielen Details bemerkbar, auch wenn Jara versucht, darüber hinweg zu sehen. Zusammen machen sie ihre ersten Erfahrungen mit dem Patriarchat, toxischer Männlichkeit, Alkohol und Boys. ›Us against the world‹ und ›Hoes before Bros‹ ist das Motto dieser immer intensiveren und alles verschlingenden Sisterhood zwischen Jara und Anto. Als Jara auf das Gymnasium wechselt und Anto in der Eisdiele nebenan jobbt, weil sie sich diese Auszeit leisten kann, ändert sich dennoch nach und nach alles für die beiden. Warum — lest es selbst. »musst du nachsitzen, schreibt Anto, weil dann respekt und sonst wo steckst du.« (S. 125) Am Anfang des Romans steht bereits die Frage: Ist das für Anto alles nur ein Scheiß-Spiel? Für Jara, aus deren Sicht wir diese intensive Story lesen, ist es das auf jeden Fall nicht. Nach und nach erfahren wir, wieso Jara auf einer Brücke steht und Anto in der dunklen Ruhr sucht. »Irgendwann, das nehme ich mir fest vor, werde ich auch so eine Frau sein, die Ansagen macht, und niemand wird sich trauen, mir zu widersprechen.« (S. 111) Der Roman wirft einen in die eigene Teenie-Zeit zurück: Girlhood (und silberne BFF-Ketten 🩶); als Longchamp-Taschen cool waren; die Struggle, um Coolness in der Schule; Partys; Unsicherheiten als Teenie und so vieles mehr. Diese Gefühle werden extrem gut transportiert und besonders der Erzählstil machen diesen Roman aus. Dennoch sind am Ende viele offene Fragen geblieben, die sicherlich teilweise gewollt sind, aber schon auch unbefriedigend sind. ALL IN ALL: Ein sehr guter Read, der für mich die jüngere Schwester von »Die schönste Version« sein könnte. [3.5/5 ☆] CN: Alkoholmissbrauch, sexueller Übergriff, Gewalt

Ein sehr aufwühlender und intensiver Roman
Anto und Jara sind beste Freundinnen. Unterschiedlicher können die beide nicht sein aber trotzdem gehen sie durch dick und dünn. Sie teilen sich alles und ihnen ist es egal wo der andere her kommt. Durch die Zeitsprünge erfährt man vieles über die intensive “Freundinnenschaft” und wie diese letztendlich zerfällt. Die Autorin verwendet in diesem Buch einen Schreibstil, den ich so noch nie gelesen habe. Sie benutzt unter andern in den Gesprächen keine Gänsefüßchen. Das ist am Anfang sehr ungewohnt aber ich finde, dass es gut zu der Story passt. Für viele mag der Roman zu langatmig erscheinen, obwohl er “nur” 236 Seiten hat. Die Autorin beschreibt in dem Buch die Gedanken und Emotionen sehr ausführlich. Ich finde das aber sehr wichtig, weil man sonst der Geschichte nicht genau folgen kann. Die Autorin beschreibt einfach sehr gut wie sich Mädchen/Frauen in der pubertären Phase verhalten/fühlen. Ich konnte mit einigen Dingen die Jara & Anto erlebt haben realten. Das Buch regt auch zum Nachdenken an, da es sehr fragmentarisch geschrieben ist und viel Interpretationsspielraum gibt. Ich empfehle es jedem, der mal etwas anderes lesen möchte. *Rezensionsexemplar
Mit "Wenn wir lächeln" legt Mascha Unterlehberg einen Debütroman vor, der auf den ersten Blick eine kraftvolle Geschichte über Freundschaft, Wut und den Druck von außen verspricht. Doch während das Buch inhaltlich viele wichtige Themen wie toxische Freundschaften und patriarchale Strukturen anspricht, konnte es mich stilistisch nicht völlig überzeugen. 📚🤔 Die Geschichte dreht sich um Jara und Anto, zwei Mädchen, die sich in ihrer Jugend in einer intensiven, beinahe unauflöslichen Freundschaft verbinden. Ihr Leben ist geprägt von Rebellion, Alkohol, toxischer Männlichkeit und einer stetig wachsenden Wut, die sie schließlich nicht mehr kontrollieren können. Der Roman beginnt mit einer dramatischen Szene: Jara steht auf einer Brücke und blickt in die Dunkelheit, während Anto – ihre beste Freundin – in den Fluss gesprungen ist und nicht wieder auftaucht. Dieser Moment ist der Ausgangspunkt einer Rückblende auf ihre gemeinsame Zeit, die von Zärtlichkeit, Wut und Verdrängung gleichermaßen geprägt ist. 🌉💔 Die Autorin schafft es, die Unbeständigkeit und die zerbrechliche Natur von Jugendfreundschaften spürbar zu machen. Die Charaktere sind widersprüchlich und leben in einer Welt, die von sozialen und persönlichen Unsicherheiten durchzogen ist. Besonders die Dynamik zwischen den beiden Protagonistinnen ist spannend und bietet Raum für Reflexion über die eigenen Jugendjahre. Die Geschichte lässt uns über die Frage nachdenken, wie viel wir bereit sind zu opfern, um Teil einer Freundschaft zu sein, und wann diese Freundschaft zu einem gefährlichen Konstrukt wird. 👫💭 Was den Schreibstil betrifft, so fand ich die Erzählweise zu Beginn schwierig. Die fragmentarische Struktur und die häufigen Zeitsprünge machten es mir schwer, mich in die Geschichte einzufühlen (und ich bin mir sehr sicher, dass das nicht am Hörbuch lag). Zwar ist diese Erzählweise an sich interessant, um die chaotische Natur von Jaras und Antos Welt zu spiegeln, doch sie war für mich oft verwirrend und hinderlich, um wirklich in die Emotionen der Charaktere einzutauchen. Die fehlenden Anführungszeichen für die wörtliche Rede haben den Lesefluss zusätzlich erschwert, und trotz der gewollten Authentizität des Stils verlor ich manchmal den Überblick. 🌀📖 Die Sprache ist roh und direkt, was grundsätzlich zu der aufgeladenen Atmosphäre des Romans passt. Doch trotz der direkten Sprache blieb vieles an oberflächlicher Beschreibung hängen. Die Wut der Protagonistinnen kam nie so richtig bei mir an, sie wurde nicht tiefgründig genug dargestellt, um den emotionalen Impact zu erzeugen, den ich mir gewünscht hätte. 😤✋ Der Plot von "Wenn wir lächeln" ist von der ersten Seite an spannend, aber er leidet unter der fragmentarischen Erzählweise. Die Geschichte bleibt über weite Strecken eher skizzenhaft und verzichtet darauf, die komplexen Gefühle der Figuren in ihrer vollen Tiefe zu schildern. Die Konflikte zwischen den Charakteren, vor allem zwischen Jara und Anto, sind nachvollziehbar, aber leider werden sie nicht immer greifbar. Besonders das Ende hat mich ratlos zurückgelassen. Ich hatte das Gefühl, dass Mascha Unterlehberg viel andeutet, aber zu wenig ausführt, was die tiefere Wirkung der Geschichte mindert. Der Versuch, Armut durch die bloße Nennung von Markennamen wie Longchamp-Taschen oder bestimmten Marken zu thematisieren, hat für mich den Eindruck erweckt, dass hier eher ein Bild vermittelt werden soll, anstatt wirklich tief in die Problematik einzutauchen. Es fühlte sich ein wenig an, als ob die Autorin versuchte, eine soziale Realität darzustellen, ohne jedoch den nötigen Raum für die tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema zu schaffen. 🏷️💭 Trotz der strukturellen Schwächen ist das ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Die Themen von Wut, Selbstfindung und den Herausforderungen des Erwachsenwerdens in einer von patriarchalen Strukturen geprägten Gesellschaft sind relevant und wichtig. Ich konnte mich in vielen Momenten der Geschichte wiederfinden, besonders in Bezug auf die Unsicherheiten und das Streben nach Bestätigung, das die Jugend prägt. Auch die Darstellung der toxischen Freundschaft zwischen Jara und Anto, in der gegenseitige Bewunderung und Missverständnisse aufeinandertreffen, fand ich nachvollziehbar. 💡🔄 Fazit: Für Leser:innen, die sich mit den Themen Wut, Freundschaft und dem Erwachsenwerden auseinandersetzen wollen, bietet der Roman viel Stoff zum Nachdenken. Wer jedoch eine klare und tiefgehende Erzählung sucht, wird hier vielleicht enttäuscht. ⭐⭐⭐
Jara lernt Anto auf dem Fußballplatz kennen. Und obwohl sie definitiv die schlechteste Spielerin ist, die Jara je gesehen hat, wird Anto zu ihrer Freundin, ja fast wie zu einer Schwester. Fortan teilen die Mädchen Klamotten und Lipgloss, schmieden Pläne, was abends so geht. Zusammen trinken sie Alkohol, lassen im Supermarkt mal was mitgehen und zertrümmern mit einem Baseballschlager ein Auto. Und auch wenn Jara Anto mag und immer ein bisschen aufschaut, zu dem Mädchen, das so mutig ist und von allen gemocht wird, wächst in Jara auch Neid heran. Und Wut. Wut auf Antos genervten Blick, auf die Übergriffigkeiten von Männern und auf die Meinungen und Vorgaben anderer. Anto geht oft an ihre Grenzen, aber nie darüber hinaus. Jara hingegen droht irgendwann alles zu entgleiten. Sie kann die Wut, die in ihr heranwächst, nicht mehr kontrollieren. Und so verprügelt sie Jungs, die ihr zu weit gehen. Doch wie weit geht Notwehr und was, wenn sie längst darüber hinaus geht? In ihren Gedanken spielt sie immer wieder Szenerien durch, fragt sich, wie sie auf die Dinge reagieren oder wie sie zu den Dingen stehen soll. Und was ist eigentlich mit Anto, die ihr so nah und gleichzeitig so fern zu sein scheint? Mascha Unterlehberg ist ein Debüt mit unglaublich coolem Sound gelungen. Eine raue, ja mitunter sehr gewaltintensive Geschichte von Freundinnenschaft, vom Aufwachsen in einer patriarchalen Gesellschaft, vom Aufbegehren und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. So ist ein irre Coming-of-Age Roman entstanden, der mich nicht nur unglaublich gut unterhalten hat, sondern mir auch noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Sprecherin Bineta Hansen trifft den rauen rebellischen Ton, den Jugendslang der beiden Mädchen perfekt, lässt Jara und Anto sehr authentisch rüberkommen. "Immer wieder trainieren wir uns darin, Schmerzen auszuhalten. Alle Schmerzen, die in uns drinstecken. Alle, die mit großer Wahrscheinlichkeit noch vor uns liegen."
Jara und Anto, zwei junge Frauen, keine 18 Jahre alt, gehen mit Baseballschlägern und Schlagringen durch die Welt. Treffen Männer, die sie schlecht behandeln, behandeln wie Ware, wie Gegenstände. Die ihnen Angst machen sollten und es doch nicht können, weil Jara und Anto sich wehren. Sie sind wütend und sie sind wie Schwestern. Bis etwas die engen Bande der beiden erschüttert. Die beiden Frauen sind sehr unterschiedlich und irgendwie hatte ich beim Lesen immer das Gefühl, dass sie sich zwar Halt geben, aber nicht wirklich uneingeschränkt gut tun. Anto hat eine sehr wohlhabende Mutter, Jara kommt aus einfachen Verhältnissen. Jara wechselt aufs Elite-Gymnasium, Anto schmeißt die Schule und jobt in der Eisdiele. Es hakt immer wieder zwischen den beiden und sie scheinen sich schleichend voneinander zu distanzieren. Auch weil Anto immer etwas extremer ist, in allem was sie tut. Jara scheint jedoch ohne Anto nicht zu können und sucht immer wieder deren Nähe. Neben der Gewalt, ist auch der Alkoholkonsum ein großes Thema im Buch, was mich irgendwie geschmerzt hat beim Lesen - die Wut und der Kummer sind scheinbar für die beiden schon in so jungen Jahren anders nicht auszuhalten. Die Mädchen teilen eine sehr intensive Lebensphase miteinander, was sie unglaublich eng zusammenschweißt. Diese große Nähe birgt jedoch auch eine sehr große Fallhöhe - jede Enttäuschung durch die andere bringt großen Schmerz mit sich. Dieser Schmerz war für mich immer wieder sehr präsent beim Lesen und ich fand es überraschend, wie so junge Protagonistinnen mich so catchen konnten, mich so mitfühlen haben lassen. Die Geschichte spielt überdies in den frühen 2000er-Jahren. Dieser Aspekt hat mir besonders gut gefallen, da dies auch meine Jugendjahre waren und ich so mit Mode, Musik, etc. gut vertraut war und mich zumindest ganz punktuell zurückversetzt fühlen konnte. Mascha Unterlehbergs Schreibstil ist speziell, hat für mich aber voll ins Schwarze getroffen. Kurze Kapitel. Kurze Sätze. Und doch so viel drin. Einzig die Zeitsprünge waren nicht immer leicht greifbar für mich. Eine super intensive Lektüre, die mich viel mehr gepackt hat, als ich anfangs erwartet hätte.

Der Schreibstil dieses Buches und die bruchstückhafte Erzählweise machen das Buch zu einem ganz besonderen Leseerlebnis. Ich gebe zu, dass ich am Anfang einen Moment brauchte mich darauf einzulassen, aber dann war ich gefangen. Sehr eindringliche Geschichte über Freundschaft, Jugend und auch Grenzüberschreitungen. Krass und gleichzeitig nebenbei dargestellt. Kann es gar nicht so genau beschreiben. Muss man gelesen haben. 😅 Allerdings lässt mich das Ende etwas ratlos und enttäuscht zurück.
Jara und Anto treffen sich zum ersten Mal auf dem Fußballplatz, auf dem Anto zwar nicht mit ihren fußballerischen Fähigkeiten glänzt, dafür aber eine Krähe von ihrem Leid erlöst. Jara ist sofort fasziniert von Anto, sie werden zu besten Freundinnen und verbringen viel Zeit miteinander. Sie denken, dass diese Schwesternschaft nichts zerstören kann - doch das Aufwachsen in den 00er Jahren ist für zwei Teenagerinnen nicht einfach und am Ende findet sich Jara auf einer Eisenbahnbrücke wieder und sucht mit den Augen den Fluss nach Anto ab, die nicht mehr auftaucht, nur ihr Baseballschläger ist noch zu sehen, der einfach nicht untergehen will. In Mascha Unterlehbergs Debütroman "Wenn wir lächeln" geht es um Jara und Anto, erstere wächst in eher ärmlichen Verhältnissen, aber behütet von ihrer alleinerziehenden Mutter auf, letztere lebt in einem großen Haus mit Garten, aber ohne anwesende Erziehungsberechtigte. Durch einen Zufall treffen die beiden Mädchen aufeinander, werden zu Freundinnen und stellen gemeinsam an, doch in dieser Freundschaft sind die Machtverhältnisse nicht ausgeglichen und die Solidarität nicht unbedingt. Immer wieder sind beide mit der Misogynie der 00er Jahre konfrontiert, sexualisierte Gewalt wird nicht als solche (an)erkannt, Frauen stehen eher in Konkurrenz, als zusammen. Das alles beschreibt die Autorin in stakkatohaftem Stil und sehr kurzen Kapiteln, was mir den Zugang zu ihrem Text erschwert hat. Auch habe ich das Gefühl, diese Story so oder so ähnlich in den letzten Jahren (zu) oft gelesen zu haben - ich erkenne aber an, dass das Thema wichtig ist und deshalb immer wieder literarisch verarbeitet werden muss. Diese Kombination aus einem Schreibstil, der mir persönlich nicht getaugt hat, und dem wenig innovativen Thema lassen dieses Debüt für mich leider nur mittelmäßig werden - da habe ich mir vom Klappentext, vom Teilen von "Lipgloss, Cherry Cola und Gewaltfantasien" doch etwas mehr erwartet.

"Wir haben alle Angst. Es ist unmöglich, keine Angst zu haben. Aber das darf dich nicht einschränken. Es darf nicht dazu führen, dass du Umwege machst, Orte meidest, den Blick senkst, wenn sie an dir vorbeilaufen. Verstehst du das? Lass sie deine Angst nicht spüren. Das ist wichtig." (S. 158) Anto ist mutig und stark, doch ihre Unterarme verraten ihre Verletzlichkeit. Auf Jara übt sie sofort eine Faszination aus, als sie sich zum ersten Mal beim Fußballtraining begegnen. Die beiden Mädchen verbringen fortan jede freie Minute miteinander. Anto gibt den Ton an. Sie ist es gewohnt, auf sich allein gestellt zu sein, da ihre Mutter permanent durch die Welt jettet. Aber ist das der alleinige Grund dafür, dass sie sich ein (vermeintlich) dickes Fell und einen Baseballschläger zugelegt hat? Es ist diese Zeit, in der sich das Gefühl von Freiheit breit macht. Erwachsen werden mit dem Gefühl von "Das Leben ist ne Party". Doch mit den Nächten in Clubs und auf dunklen Straßen kommen auch die Schritte, die einem folgen, Sprüche - ey, lächel doch mal. Berührungen, die zufällig wirken sollen, aber sofort Unwohlsein erzeugen. Langsam schleicht es sich an - dieses Gefühl, dass irgendwas nicht richtig ist und die Erkenntnis, dass wir nicht okay sein müssen damit. Aber wie laut müssen wir werden? Mit welchen Mitteln können wir uns wehren? Mascha Unterlehberg beschreibt in ihrem Debüt, wie wir in eine Rolle gedrängt werden, die uns nicht passt. Sie lässt Wut aufsteigen, die nicht weiß, wie und wohin sie sich Luft machen soll. Zwar stimme ich Ruth-Maria Thomas' Blurb zu: "Dieser Roman beschleunigt den Puls und lässt den Atem stocken." Dies geschah jedoch hauptsächlich durch schnelle Szenen- und Zeitwechsel, denen ich nur mühsam folgen konnte, um sie zu einem vollständigen Bild aneinander zu puzzlen. Vieles in diesem Roman blieb knapp unter der Oberfläche stecken. Nur andeutungsweise, kurz mal angekratzt. Das hat der Geschichte die Kraft und den Tiefgang genommen. Er hat starke Momente und wichtige Ansätze, doch ihm fehlt der Mut, diese voll auszuloten – und gerade das hätte "Wenn wir lächeln" zu einem richtig guten Coming-of-age Roman machen können.
Konnte mich leider nicht ganz überzeugen
Ein Buch über Freundschaft, über Female Rage, über eine besondere Beziehung zwischen zwei besonderen Frauen. "Wenn wir lächeln" ist hart und zart zugleich, es ist wütend und roh, es ist ungeschönt und legt den Finger in die Wunde. Und trotzdem bleibt es für mich die ganze Zeit über leider irgendwie zu sehr an der Oberfläche. Viele Themen werden nur angerissen oder angedeutet, es gibt ständig Zeitsprünge (gegen die ich per se nichts habe, aber hier waren sie doch eher anstrengend). Alles in allem konnte ich einfach keine wirkliche Verbindung zu den beiden Protagonistinnen aufbauen. Was sehr schade ist, denn auf den einzelnen Seiten stecken teilweise sehr, sehr starke Passagen, die absolut auf den Punkt sind. Und auch das Hörbuch war toll gelesen. Das reicht für mich aber leider trotzdem nicht, um mir von diesem Buch wirklich etwas mitzunehmen oder etwas zu fühlen.
Super tolle Geschichte über eine tiefgreifende Schwesternschaft
Der Roman „Wenn wir lächeln“ von Mascha Unterlehberg erzählt von der Freundschaft zwischen Jara und Anto und deren Erwachsenwerden. Die beiden lernen sich als teenies beim Fußball kennen und freuen sich an. Verschiedene Handlungsstränge werden collagenartig miteinander verwoben und man hat so eine Vorstellung davon wie sich die Schwesternschaft weiterentwickelt. Anto nimmt aus meiner Sicht eine bestimmende, dominante Rolle ein, während ich den Eindruck hatte, dass Jara eine gewisse Abhängigkeit von Anto entwickelt. Zum Ende gerät diese Schwesternschaft ins Wanken. Ich finde, dass Mascha Unterlehberg die Darstellungen dieser extrem sensiblen Entwicklungsphase der Jugend und Pubertät aus Sicht junger Mädchen/Frauen richtig großartig gelungen ist. Ich hab an vielen Stellen eine Mitwut für Jara/Anto empfunden. Sehr emotional, intensiv und manchmal auch explosiv. Spannend finde ich, dass man nicht immer gleich alle Gefühlsregungen bzw. deren Gründe kennt und es einen großen Spielraum für eigene Hypothesen und Gedanken gibt. Außerdem hat mich der lyrische Stil total begeistert. Erschienen beim @dumont
Was macht eine Freundschaft aus? Wie weit kann man gehen? Wohin mit den eigenen Gefühlen? Was sollen wir in dieser Welt und am wichtigsten: wohin gehören wir?
„Jara steht auf der alten Eisenbahnbrücke über der Ruhr und starrt ins tiefdunkle Gewässer. Anto, die gerade noch neben ihr saß, ist in den Fluss gesprungen und taucht nicht wieder auf. Das Einzige, was Jara von hier oben erkennen kann, ist der Baseballschläger, mit dem sie in dieser Nacht ein Autofenster eingeschlagen haben und der jetzt nicht sinken will.“ So lauten die ersten Zeilen der Inhaltsangabe. Kraftvoll, hart und auch ein wenig verstörend. Jara und Anto, zwei Freundinnen, eng miteinander verbunden und doch auch irgendwie meilenweit voneinander entfernt. „Wenn wir zusammenhalten, kann uns nichts passieren. Wie oft haben wir uns das versichert.“ Zwei junge Mädchen an der Schwelle zum Frau sein, Zigaretten, Alkohol, gemeinsam rumhängen. Niemand soll sich zwischen sie drängen, denn sie brauchen, ja sie haben nur sich. Ist das so? Besteht die Welt nur aus ihnen beiden? Immer wieder schaukeln sie sich gegenseitig hoch. Immer mehr, immer verrückter, bis eine von ihnen im Krankenhaus landet und die andere die Welt außerhalb der Freundinnen-Blase entdeckt. Aber können sie wirklich ohne einander? Schwestern wollten sie sein, immer zusammen halten, zusammen gegen den Rest der Welt. Aber: Was macht eine Freundschaft aus? Wie weit kann man gehen? Wohin mit den eigenen Gefühlen? Was sollen wir in dieser Welt und am wichtigsten: wohin gehören wir? Diese Geschichte hat mich vollkommen vereinnahmt, gefesselt und tief berührt. Der Schreibstil, so reduziert, so unaufgeregt und doch so eindringlich. Dieses Buch ist nun voll mit kleinen Post-its, es ist voll mit Textstellen, die ich bewegend, die ich großartig, oder die ich irgendwie auch erschütternd finde. „Wenn wir lächeln“ ist, auch wenn wir gerade einmal Februar haben, für mich jetzt schon ein Highlight 2025.
Cover, Schreibstil, Inhalt und Fazit Ich finde das Cover ist richtig gut, es passt für mich gut zur Story. Beim Schreibstil habe ich Zeit gebraucht um in die Geschichte einzutauchen. Hier geht es um Java und Anto, sie sind junge Mädchen bzw werden zu Jugendlichen und dabei erleben sie viel. Ich habe gebraucht um bei den kurzen Kapitel reinzukommen und zu wissen wo die beiden sind. Da heißt die Autorin springt zwischen mehreren Zeitebenen hin und her. Es trennen sie aber nur wenige Jahre. Die Kapitellänge fand ich eigentlich gut aber manchmal doch etwas sehr gut. Aber die Emotionen in den Kapitel hallen dafür umso mehr nach. Die beiden auf ihrem Weg zu begleiten hat echt weh getan weil ihre Freundschaft auseinander geht. Wir erfahren alles aus Jaras Sicht und es wird hier auch echt schwierig. Es s geht um Gewalt und nicht nur das, ich bitte euch schaut ob ihr euch dazu in der Lage seht. Ich kann das Buch empfehlen vorallem weil es so nachhallt aber es geht schon sehr unter die Haut. Ich danke dem Verlag für das Rezi Exemplar welches meine Meinung nicht beeinflusst hat.
Thematisch ansprechend, sprachlich anstrengend
Wenn der Roman nicht kurzweilig gewesen wäre, hätte ich ihn wahrscheinlich nicht beendet. Stilistisch ist es mir wirklich schwer gefallen, der Handlung zu folgen, dabei hat mich der Klappentext sehr angesprochen. Am Ende war es in Ordnung, aber empfehlen kann ich diesen Roman nicht.
Ein Coming-of-Age Roman, der tief berührt und wütend macht.
𝗪𝗼𝗿𝘂𝗺 𝗴𝗲𝗵𝘁'𝘀? Jara verbringt den Sommer fast nur mit ihrer Freundin Anto. Ihre gemeinsame Zeit verbringen sie mit Alkohol, Partys und Baseballschlägern. Denn neben ihrer tiefen Freundschaft füreinander empfinden sie eine tiefgreifende Wut. Gerade Anto durchschaut die Machtstrukturen und die Ungerechtigkeiten um sie herum viel früher, als es gut für sie ist und ist Jaras treibende Kraft. Ein Buch über Freundinnenschaft, das Aufwachsen und die Kraft der eigenen Wut. 𝗪𝗶𝗲 𝘄𝗮𝗿'𝘀? Ooh Leute, das war ein intensives Buch, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Ich hatte erst ein paar Anlaufschwierigkeiten, denn Mascha Unterlehberg verwendet keine Kennzeichnung für die wörtliche Rede. Wenn man sich daran erstmal gewöhnt hat und es zulässt, dass wörtliche Rede und Gedanken ineinander übergehen, fühlt sich der ganze Schreibstil so echt und lebendig an. Dazu kommen die nostalgischen 2000er Vibes. Ich war wieder 16. Und so schön sich das anfangs vielleicht anfühlt, ist dieses Buch alles andere als romantisierend. Es ist erschreckend real. Mascha Unterlehberg schildert die Situationen sehr intensiv, sodass Jaras Wut schmerzhaft deutlich wird. Ich saß beim Lesen da und war zeitweise einfach nur wütend. 😤 Wütend darüber, wie Mädchen in Rollen gedrängt werden und wie schwer es ist, daraus auszubrechen. Generell fand ich Jaras Gefühle von Unzulänglichkeit und Unsicherheit gegenüber Anto und in der patriarchialen Gesellschaft so nachvollziehbar und wie wichtig für sie der Halt durch Anto. Ihre Freundinnenschaft ist tief und prägend, gleichzeitig auch immer wieder toxisch. Das war ein Buch über Freundschaft, das Aufwachsen und die Kraft der eigenen Wut. Ein Buch, das wehtut und eindringlich schildert, warum wir manchmal eben nicht einfach nur lächeln wollen.
Ein atmosphärisches Buch über weibliche Freundschaft und Wut, das mich berührt hat, aber durch oberflächlich angerissene Figuren und ein offenes, verwirrendes Ende etwas unbefriedigt zurückließ.
Wenn wir lächeln“ erzählt eine eindringliche, atmosphärisch dichte Geschichte über weibliche Freundschaft, Wut und Selbstbehauptung. Ich mochte den Schreibstil und den Vibe total, gerade das Setting mit Schule, Lipgloss und Cherry Cola hat gut eingefangen, wie intensiv Freundschaft in der Jugend sein kann. Gleichzeitig blieb vieles für mich zu oberflächlich, neue Figuren und Konflikte wurden nur angerissen, ohne Tiefe. Besonders das offene Ende hat mich verwirrt zurückgelassen, weil ich nicht genau verstanden habe, was wirklich passiert ist. Trotzdem ein besonderes Buch, das starke Emotionen weckt und die weibliche Wut authentisch darstellt.

Ein Buch, welches man nicht nur liest, sondern erlebt.
„Wenn wir lächeln“ erzählt die Geschichte von Jara und Anto, zwei Mädchen, deren Freundschaft zwischen Zuneigung, Abhängigkeit und dem schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens schwankt. Es ist ein leises, zugleich kraftvolles Buch über Nähe, Grenzen und das Ringen um sich selbst – erzählt in einer Sprache, die manchmal mehr fühlt als beschreibt. 🤍 Ich habe dieses Buch innerhalb weniger Tage gelesen – oder besser gesagt: erlebt. ✨ Es hat mich von der ersten Seite an mitgenommen, tief hinein in Jaras Gedankenwelt. Der ungewöhnliche Erzählstil ließ mich spüren, als würde ich durch ihre Augen sehen, als würde ich ihre Geschichte selbst durchleben. Jede Emotion, jede Unsicherheit, jede kleine Hoffnung kam mir erstaunlich vertraut vor. 💞 Für mich ist „Wenn wir lächeln“ ein persönliches Highlight – eines dieser seltenen Bücher, die nicht nur gelesen, sondern erlebt werden. Es bleibt still nach dem letzten Satz, aber es wirkt lange nach. 💭
wortgewaltig-aufwühlend-intensiv
Wir begleiten Anto und Jara, beide teilen eine Freundschaft die ebenso toxisch wie mitreißend und berührend, teils aber auch schockierend ist. Ebenso werden Themen zur Auseinandersetzung der Weiblichkeit behandelt, wie die beiden damit spielen und sich dennoch in gewissen Situationen belästigt fühlen. Hat mich in Teilen an „Die schönste Version“ erinnert.
Ein Hin und ein Her
„Wenn ich bei ihr bin, denke ich manchmal, dass es mir egal wäre, wenn rundherum alles in Flammen aufginge. Wir würden nichts davon mitbekommen, weil Anto Samtvorhänge vor ihren Fenstern hat, mit denen wir die Welt ausblenden können.“ (Pos. 1089) „Wenn wir lächeln“ ist das Portrait einer intensiven Freundschaft zweier junger Mädchen, die sich im Alter von 13 Jahren begegnen.. Jaras Stimme übernimmt in Mascha Unterlehbergs Debut den Part der Erzählerin. Sprunghaft erzählt, wie die Pubertät selbst, mit all ihrer Wut, ihrer Rebellion und dem unverkennbaren Gefühl der Unsterblichkeit, wird die Beziehung der beiden heranwachsenden Mädchen zunehmend von Gewaltfantasien überschattet, die sie mit Filmmaterial und YouTube Videos füttern. Nur wohin mit all diesem Zorn? „Wenn wir lächeln“ erzählt von den Herausforderungen des Erwachsenwerdens, dem Ausloten der Grenzen und zeigt, wie das eigene Leben in unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten die persönliche Entwicklung beeinflusst. Der Schreibstil ist flüssig und eingängig, die Kapitel kurz und meine persönlichen Schwierigkeiten bestanden darin, der Geschichte von Anto und Jara zu folgen, da der Roman in kurzen Episoden aufgebaut war, welche in Zeiten und Themen sehr flexibel wechselten und es mir nicht leicht gemacht haben, die Timeline der Story im Blick zu behalten. Sie erzählen vom Ausloten eigener Grenzen, dem (besser) gesetzten Limit zueinander, bishin zur wachsenden Schwesternschaft, zwischen der kein störendes Blatt passte. Auch wenn das Zuordnen der Erzählstränge herausfordernd war und mir dadurch die Tiefe und Intensität zu den Protagonistinnen verloren ging, so habe ich das Buch gerne und mit einem Schmunzeln gelesen, da ich die emotionale Seite der Pubertät sehr gut nachspüren konnte, auch wenn diese Ära gefühlt zu einem ganz anderen Leben gehört 🖤
Characteristics
7 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Book Information
Author Description
MASCHA UNTERLEHBERG, geboren in Mülheim an der Ruhr, hat Literaturwissenschaften und Kunstgeschichte in Freiburg und Paris studiert sowie am Deutschen Literaturinstitut in Leipzig. Sie hat an Theatern in Deutschland und der Schweiz gearbeitet, war Finalistin des 27. open mike und nahm mit ›Wenn wir lächeln‹ 2023 am Literaturkurs in Klagenfurt teil. Mascha Unterlehberg wurde für ›Wenn wir lächeln‹ mit der Alfred-Döblin-Medaille ausgezeichnet.
Posts
Das war nichts für mich.
Puh wo soll ich anfangen? Der Schreibstil war für mich ganz schlimm zu ertragen. Die Autorin hat so viel stehen gelassen, und nicht ausführlich zuende geschrieben, immer sofort mit einem neuen Kapitel bei einem ganz anderen Stand weiter gemacht, das man nichts verstehen konnte, und auch kein Draht zu den protas bekommen konnte. Ich mag beide nicht. Und ja die Kapitel sind extrem kurz. Vielleicht war das auch ein Grund , weshalb man der Geschichte nicht folgen kann. Ich kann nicht mal 2 Sterne geben. Es liest sich für mich so, als hätte man das an 2 Tagen runter geschrieben. Ohne sich Gedanken zu machen.
Wenn wir lächeln ist keine leichte Lektüre, doch gerade darin liegt seine Stärke. Es fordert, erschüttert und lässt einen mit drängenden Fragen zurück: Wie gehen wir mit unserer eigenen Wut um? Und was passiert, wenn die Kontrolle endgültig verloren geht?
Selten hat ein Buch so nachdrücklich auf mich gewirkt wie dieses. Mascha Unterlehbergs Debüt ist ein kraftvolles, beinahe beängstigend intensives Porträt von Wut, Verletzlichkeit und einer Freundschaft, die in ihrer rohen, ungestümen Schönheit unter die Haut geht. Gewalt als literarisches Thema ist bekannt – doch Gewalt, die von jungen Frauen ausgeht, bleibt ein Tabubruch, der hier in all seiner Komplexität ausgelotet wird. Jara und Anto stehen im Mittelpunkt einer Geschichte, die ebenso poetisch wie kompromisslos erzählt wird. Unterlehbergs Sprache ist präzise, schneidend und doch von einer seltsamen Zartheit durchzogen, die wie ein Flüstern im Sturm wirkt. Die Freundschaft der beiden Protagonistinnen ist keine gewöhnliche. Sie teilen mehr als nur Geheimnisse und gemeinsame Nächte – sie teilen eine Wut, die größer ist als sie selbst, und eine Verbindung, die sie gegen eine Welt der Kontrolle und Machtlosigkeit auflehnt. Doch was bleibt, wenn der Drang, zurückzuschlagen, die Oberhand gewinnt? Mascha Unterlehberg hat ein Debüt geschaffen, das gleichermaßen provoziert und berührt. Es ist ein Buch, das nicht nur gelesen, sondern gespürt werden muss – ein Meisterwerk der Ambivalenz zwischen Härte und Zerbrechlichkeit. 📚 Triggerwarnung: Gewalt, Verlust. 🌟 Bewertung: 5/5 – Eine literarische Wucht, die nachhallt.
Eine Jugendfreundschaft, der Wunsch nach Zuneigung und Zugehörigkeit und Gedanken sowie Erfahrungen als heranwachsende junge Frau.
Anto und Jara - so unterschiedlich und doch so ähnlich. Als Jugendliche:r will man dazu gehören, definiert sich über eine Gruppe und Freundschaften, will erwachsen sein und ist zugleich noch nicht… Mascha Unterlehberg gelingt es eine ungleiche, wenngleich eher typische mädelsfreundschaft aufzuzeigen die gleichermassen von gegenseitiger Abhängigkeit wie z.T. Abneigung und Eifersucht geprägt ist. Jara wünscht sich nichts sehnlicher als die Aufmerksamkeit von Anto. Sie soll genau(er) zuhören und hinsehen, Rückfragen stellen und Jara Halt geben. Doch sie tut es selten. Anto ist für mich ein Alpha- Tier. Vorantreibend, egoistisch auftretend, laut, wenngleich sie lediglich so ist, weil sie nicht anders kann. Die Mutter ständig unterwegs, Anto viel auf sich gestellt. Jara ist introvertiert. Will dazugehören. Ist zu allen lieb und nett - manchmal zu nett, wie Jungs finden. So macht sie leider auch eher negative Erfahrung und erlebt übergriffiges Verhalten auf vielfältige Weise. Dann gibt es da diesen einen Moment, der alles verändert. Das Buch besitzt einen angenehmen, kaum vorhersagbaren Spannungsbogen und Geschehnisse, die einen den Atem anhalten lassen. Leider hat mich der unvergleichbare Stil des Buches zwischendurch echt genervt. Gedanken von Jara (ziemlich viel Vorstellungskraft, welche sie mitbringt) sind teils kaum von der Realität zu unterscheiden. Es sind viele Absätze vorhanden, die wörtliche Rede nicht gekennzeichnet, viele Kommasetzungen und Grosschreibungen, wo keine sein sollten. Dies hat mich zwischendurch eine Lesepause einlegen lassen. Die kurzen Kapitel und der Sprachstil insgesamt sorg für ein schnelles Lesevergnügen und man fliegt nur so durch… Wenige Inhalte erschliessen mich aufgrund der Schreibart bis zum Ende nicht ganz und ich bleibe mit kleinen Fragen und der Ungewissheit zurück was nun wirklich wahr war…
Intensiv und prägnant
Jara und Anto lernen sich in den frühen 2000er Jahren auf einem Fußballplatz kennen. Jara ist sofort von Antos Kraft und Stärke begeistert. Eine Macherin. Die Freundschaft zwischen den beiden Teenagern ist geprägt von Alkohol, Wut, Drogen, Partys und tiefer Liebe zueinander. Sie teilen alles, Lipgloss, Cherry Cola, Klamotten, Baseballschläger und einen Schlagring. Aufwachsen in einem weiblichen Körper ist in einer von Männern dominierten Welt alles andere als einfach und sie versuchen sich gegenseitig Halt zu geben. Aber ist das möglich? Können sie gemeinsam ihre Schatten vertreiben? Mascha Unterlehberg beginnt ihren intensiven Roman direkt mit einer bedrückenden Szene. Jara steht an einer Brücke, Anto ist in den Fluss darunter gesprungen und taucht nicht mehr auf. Dort, auf dieser Brücke lässt Jara ihre Gedanken schweifen und erinnert sich an viele Ereignisse zurück welche zu dieser Situation geführt haben. In kurzen, nicht chronologisch geordneten Kapiteln wird man in einen Sog gerissen, empfindet Jaras Wut, ihre Hilflosigkeit in unterschiedlichen Situationen mit Männern, ihr Drang dazuzugehören. Ihre anfänglich riesengroße Liebe zu Anto und ihr Wunsch genauso zu sein wie sie berührt mich tief. Ich habe das Gefühl, dass Jara sich immer als unzureichend gefühlt hat. Nie gut genug. Zu arm, nicht dünn genug. Im Schatten von Anto, welche in einem Raum nur durch ihre Präsenz alle Augen auf sich zog. Die patriarchale Gesellschaft hat jedoch beide auf ihre Art und Weise geprägt. Die Wut, das sich wehren wollen. Anto als Anführerin bis zu dem Zeitpunkt als Jara eine neue Schule besucht und sich ein Stück weit aus Antos Schatten heraus traut. Ich bin restlos begeistert von dem Roman und habe die Seiten nur so verschlungen. Ich war in den Nuller Jahren auch ein Teenager und konnte mich gut in Jara und Anto hinein fühlen. Sich beweisen wollen, den Männern die Stirn bieten, nicht weglaufen. Alles Gefühle welche mir bekannt sind. Der Schreibstil der Autorin hat mich auch nachhaltig beeindruckt. Kurze, prägnante Sätze, die sich ins Hirn einbrennen. Gefühle, auf den Punkt gebracht, jedoch auch genug Interpretationsspielraum gelassen. Zwischen den Zeilen lesen ist oft die Devise und hat trotz des doch sehr ernsten Themas viel Spaß gemacht. Ein Jahreshighlight welches nachhallt und zum Nachdenken anregt.
„Wenn wir lächeln“ von Mascha Unterlehberg ist nicht nur äußerlich eine 10/10 sondern hat auch echt verdammt viel Inhalt und heftig gut geschriebene Sätze, die mich sehr beeindruckt haben und ich so schnell nicht vergessen werde. In ihrem Debüt-Roman schreibt sie von Jara und Anto, zwei Teenagerinnen, die sich auf dem Fußballplatz kennenlernen und schnell unzertrennlich werden. Für sie steht fest- ihre Freundinnenschaft (was ein tolles Wort, werde ich so in meinen Wortschatz übernehmen!) ist tief. So tief, dass sie sich eigentlich sogar schwesterlich verbunden fühlen. Sie sind Schwestern. „Zusammenhalt ist der Deal, das ist es, woran wir glauben, und deshalb ist alles, was wir machen, für mich vor allem eins: die Möglichkeit, unsere Freundschaft noch ein bisschen größer werden zu lassen, noch ein bisschen glänzender.“ Bei all den Dingen, die die zwei so tun und unternehmen vergisst man manchmal als Leserin, dass die beiden noch minderjährig sind und ist schockiert, dass sie all diese Eindrücke und Erfahrungen schon in so jungem Alter erleben. Ich möchte hier nicht zu viel spoilern, aber es wird sehr eindrucksvoll und sprachlich stark (sexualisierter) Gewalt behandelt. Auch dass die Freundschaft einen schmalen Grad zwischen einer Schwesternschaft mit tiefer Verbundenheit und einer toxischen Abhängigkeit fährt, fand ich wahnsinnig interessant. „Anto ist nicht gut darin, sich zu entschuldigen, und wenn ich nicht gleich einlenke, wird es für uns beide schwierig, da wieder rauszukommen.“ „Wenn wir lächeln“ macht wütend, ist relatable und irgendwo auch ein wenig traurig, weil Jara in so jungen Jahren schon so eine Hoffnungslosigkeit fühlt, die leider die Realität von weiblich gelesenen Personen treffend beschreibt. Vor allem sprachlich hat mich der Roman komplett abgeholt und ich habe wahnsinnig viel markiert. Klare Empfehlung! „(…) und ich denke, dass ich aufhören muss, immer alles von außen zu betrachten, vor allem mich selbst.“

WENN WIR LÄCHELN Mascha Unterlehberg Mitten in der Nacht springt Anto von einer Brücke über die Ruhr. Jara steht hilflos daneben, unsicher, ob sie die Polizei oder den Notarzt rufen soll - vor allem nicht jetzt, nach dem, was sie gerade getan haben. Sie könnte sich genauso gut direkt für Sozialstunden melden. Doch sie beruhigt sich: Anto wird gleich wieder auftauchen. Bestimmt übertreibt sie nur … Während Jara wartet, ziehen gemeinsame Erinnerungen an ihr vorbei. Ihr erstes Treffen auf dem Fußballplatz - damals war sie sich nicht sicher, ob sie mit Anto überhaupt befreundet sein wollte. Doch dann folgten heimliche Treffen in der Nacht, Zigaretten, Alkoholexzesse, Mutproben auf Bahngleisen und Ladendiebstähle. Aus zwei Jugendlichen wurden beste Freundinnen, fast Schwestern. Ihre Leben könnten dabei kaum unterschiedlicher sein: Jaras Mutter ist alleinerziehend, arbeitet hart und bemüht sich trotz allem, für ihre Tochter da zu sein. Antos Mutter hingegen reist ständig und verdient gut - doch das bedeutet, dass Anto meist auf sich allein gestellt ist. Mit bildreicher Sprache zeichnet Mascha Unterlehberg das intensive Porträt einer Freundschaft zwischen zwei jungen Frauen, die noch nicht wissen, wo sie im Leben stehen. Wut, Übermut und Überforderung prägen ihren Alltag. Der Rückblick auf die Nullerjahre hat mir besonders gefallen, und ich konnte mich mühelos in die beiden Protagonistinnen hineinversetzen. Der Schreibstil ist einzigartig: eine rohe, ungeschönte Sprache, große Zeitsprünge, keine wörtliche Rede - all das verstärkt die Intensität der Geschichte, anstatt sie zu stören. Die kurzen Kapitel ließen mich nur so durch das Buch fliegen und der Plot hätte nicht besser sein können. Fazit: Ein schmerzhafter, mitreißender Roman über zwei Freundinnen, die inmitten des Chaos des Erwachsenwerdens ihren Weg suchen. 4/5 Bücher-Bingo Dumont: Ein Buch mit Gesicht auf dem Cover. #lesechallenge

Jara und Anto sind beste Freundinnen. Sie lernen sich auf dem Fußballplatz kennen und verbringen viel Zeit miteinander. Die Freundschaft der Teenager wird bestimmt von Alkohol, Partys und Drogen. Alles wird geteilt, Klamotten, Cola, Lippenstift und irgendwann auch Gewaltphantasien. Ihre Wut auf die Männer nimmt immer weiter zu als sie immer wieder schlechte Erfahrungen machen müssen. Irgendwann eskaliert es und alles wird anders. Ich bin begeistert von diesem Buch. Die Freundinnen sind so unterschiedlich und doch verbindet sie eine so tiefe Freundschaft. Jara möchte gern sein wie Anto, sie bewundert sie, vor allem ihr Selbstbewusstsein,. Einfach ist es nicht, Neid und Zweifel stehen oft zwischen den Beiden. Trotzdem halten sie zusammen, sind fast aufeinander angewiesen. Anto ist meistens alleine zu Hause, die Mutter ist kaum da. Vielleicht klammert sie sich dadurch auch so an Jara. Hatte immer das Gefühl hier haben sich zwei verlorene Seelen gefunden, die zusammen erwachsen spielen wollen. Anto ist nach außen das coole Mädchen, alle bewundern sie. Doch sieht es in ihr anders aus. Die Sprache im Buch fand ich toll, passt absolut in diese Zeit und hat nichts beschönigt. Direkt und auf den Punkt. Die Kapitel sind kurz und man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Anfang ist schon krass. Da ist man sofort dabei und möchte immer wissen wie es weitergeht. Es gab immer wieder Rückblicke und auch die waren gut mit eingebaut. Manchmal musste ich kurz überlegen um welche Zeit es jetzt gerade geht aber auch das war schnell stimmig. Hab das Buch innerhalb sehr kurzer Zeit gelesen und hätte gern noch weiter gelesen. Große Empfehlung
Brutal und zart zugleich
Als ich dieses Buch zugeschlagen habe, hatte ich ganz viele Ausrufe- und ebenso viele Fragezeichen In meinem Kopf. Wie kann etwas so brutal und gleichzeitig so zart sein wie dieser Text!? Ich bin geplättet von dieser Sprachgewalt. Was ist hier passiert? Und wie geht es weiter? Jara erzählt uns die Geschichte ihrer Freundschaft zu Anto. Die beiden werden im Ruhrgebiet groß und obwohl sie finanziell unterschiedliche Stati haben, eint sie eine große Anziehung und eine ebenso große große Wut! Die 15-Jährigen führen ein Leben in dem Lipgloss genauso wichtig ist wie Baseballschläger. Sie hängen ab, trinken, und ab und zu lassen sie alles raus, was sich so angestaut hat. Das Ganze muss noch nicht mal anlassbezogen sein. Man könnte jetzt meinen, die beiden sind wie Pech und Schwefel und es passt kein Blatt zwischen Anto und Jara. Doch was wäre die Pubertät ohne Zweifel und Zwiespalt? Sie stellen sich immer wieder gegenseitig auf die Probe, trauen sich meist nicht für 5 Cent über den Weg, halten dann wieder zusammen und kämmen sich gegenseitig die Haare. Als Jungs, die auch das gemeinsame Feindbild sind, Begehrlichkeiten wecken, von denen sie nicht wissen, ob sie die überhaupt wollen oder nicht, verändert sich die Freundschaft Dieses Buch hat eine Wucht, die durch Leerstellen entsteht, denn dieser Text ist auf jeden Fall eines: Fragmentarisch! Er bewegt sich nicht linear, springt vor & zurück in den Zeiten und Emotionen. Ich habe innerlich gejubelt aufgrund der prägnanten Sprache, die sich aufs Wesentliche bezieht und dann aber ihre Spuren verwischt. Die Ursache der großen Wut ist für mich nicht endgültig geklärt. Die große Liebe der beiden zueinander, rührt meinem empfinden nach daher, dass sie begehren, wie die jeweils andere zu sein, das Misstrauen eventuell auch. Die gewaltvollen Szenen scheinen aus dem Nichts zu kommen und lassen sehr viel Raum für die eigene Interpretation. Ich tue mich manchmal schwer mit solchen „unfertigen“ Texten – hier nicht! Die Sprache hat mich begeistert. Die Lückenhaftigkeit hat mich angeregt meinen Gedanken mehr Raum zu geben. Vieles ist hier möglich, wenig ist klar und trotzdem ist es wunderbar. Das Ende hat mich umgehauen. Es wartet kein großer Twist auf uns. Es hat mich lediglich zerstört. Was haben wir also gelesen? Eine Freundinnengeschichte? Vielleicht! Zerrissenheit und Versuchung der Pubertät? Abgrenzung und Anziehung? Eventuell! Ein gelungenes Debüt? Auf jeden Fall! Ich empfehle es allen die Texte nicht zwangsläufig auserzählt haben müssen und denen „Die schönste Version“ gefallen hat.
Feministisches Coming-of-age
'Wenn wir lächeln' ist ein Buch, dass sich nicht einfach nebenher lesen lässt. Im Alltagstrubel mit Kindern, um mich herum, die stændig Fragen stellen oder in der Bahn, in der Menschen lautstark ihre Krankenakte diskutieren, fiel es mir schwer mich darauf einzulassen. Dabei hat es dieses Buch verdient sich voll und ganz einzulassen. Mit Jara und Anto lernen wir zwei komplexe und vielschichtige Charaktere kennen. Beide sind in dieser oft schwierigen Schwebephase zwischen Jugendbund Erwachsenwerden. Aus Jaras Perspektive lesen wir von dem finden ihrer Freundschaft aber auch dem verlieren. Mascha Unterlehberg beschreibt dabei so gekonnt diesen Wunsch nach exklusiver Zugehörigkeit auf der einen Seite, aber auch dem orientieren außerhalb einer engen Bubble andererseits. Was als Freundschafts- und Coming-of-age Roman beginnt, wird im Laufe der Geschichte immer mehr zu einer feministischen Auseinandersetzung mit dem Patriarchat. Anfangs wird vieles einfach hingenommen, eben weil es sich seit Jahrzehnten, Jahrhunderten in uns Frauen so eingefressen hat. Doch die Wut dringt nach und nach an die Oberfläche. Dabei sind die Konsequenzen viel subtiler und leiser als zum Beispiel in Mareike Fallwickls Romanen, aber nicht weniger gut. Ich fühlte mich an manchen Stellen zurück versetzt in meine eigene Jugend und die damit verbundene Unsicherheit. Wie oft habe ich auch nachts auf dem Heimweg meine Schlüssel zwischen die einzelnen Finger gesteckt, als mögliche Waffe, die glücklicherweise nie zum Einsatz kam. Und auch jetzt male ich mir manchmal wie Jara furchtbare Dinge aus, wenn meine große Tochter nicht wie verabredet zu Hause oder nicht erreichbar ist. Mascha Unterlehberg hat hier einen beeindruckenden Debütroman vorgelegt, dem ich nicht die genügende Aufmerksamkeit schenken konnte. Ein ReRead ist daher unerlässlich.
Das hier gilt es erst einmal zu verdauen. Was als durchzechte und berauschende Coming-of-Age Geschichte beginnt, wird schnell zu einer Tragik. Ohne viel vorweg nehmen zu wollen: Freundschaft, Egoismus, Unsicherheit und die Ungerechtigkeit der Welt dominieren Jaras Leben, und nach einer Jugend der Unbesiegbarkeit, an der Seite ihrer überlegenen besten Freundin, trifft sie auf eine Welt der widerlichen Ausbeutung, Unterdrückung und Verlogenheit. Vor allem im letzten Viertel habe ich nahezu in schockierter Trance umgeblättert, auch wenn ich mir schon vorstellen konnte, wohin die Reise geht. Die atemlose Art und Weise, auf die sich Jara in diesen Wendungen aber verheddert, zieht dich in einen Sog, dem du nicht mehr entkommst. Besonders zu empfehlen jenen Menschen, die von den Problemen einer Frau keine Ahnung haben, oder von deren Nicht-Existenz überzeugt sind. Harter Tobak, schöner Tobak, grausamer Tobak
Ein Buch über Freundschaft und Female Rage. Leider hat es mich nicht richtig gepackt und ich konnte nicht wirklich eine Verbindung zu den Charakteren aufbauen. Die Erzählweise war mir häufig zu oberflächlich und die Zeitsprünge haben mich immer wieder rausgerissen. Stellenweise hat es mich aber doch berührt. Kann man aufgrund der Kürze gut mal zwischenschieben, aber war kein Highlight
Das war intensiv muss ich sagen. In Ihrem Debütroman 'Wenn wir lächeln' hat Mascha Unterlehberg eine Menge an Herausforderungen die Mädchen beim Erwachsenwerden meistern müssen gepackt. Jara und Anto sind Freundinnen. Gemeinsam stehen sie auf einer Brücke und plötzlich ist Anto weg, ist gesprungen und die innerlich zerrissene Jara bleibt zurück. Nach und nach erzählt uns der Roman die Geschichte der zwei, eine Geschichte wie sie einige aus ihrer Jugend sicherlich kennen. Über Freundschaft, bewundern und bewundert werden wollen, sich zeigen wollen und verstecken müssen, den Spagat schaffen zwischen dazugehörigen aber nicht um jeden Preis und viel Wut. Wut auf sich selbst, auf andere, auf den eigenen Körper, auf die fehlende Distanz anderer. Und was passiert wenn diese Wut plötzlich überhand nimmt?! Anfangs kam ich schwer rein in den Lesefluss und bis zum Ende haben mir die fehlenden Anführungszeichen der wörtlichen Rede und die Zeitsprünge es mir nicht leicht gemacht. Man gewöhnt sich ein Stück weit daran, aber ich bin mir sicher das mir so einiges durch die Lappen gegangen ist. Auch was uns das Buch vermitteln will erschloss sich mir erst nach und nach. Allerdings hadere ich etwas mit dem Ende und Antos Verhalten, da bin ich mir nicht sicher ob ich es mir richtig zusammengereimt habe. Die Autorin legt den Finger in die Wunde und berichtet wie es gerade in letzter Zeit sehr viele Autorinnen tun über die Wut der Frauen. Finde ich gut, manchmal muss es weh tun um zu verdeutlichen was schief läuft. Etwas mehr Struktur hätte mir besser gefallen, aber ansonsten ein guter Roman mit wichtiger Botschaft.

Schwesternschaft
"Sie grinst mich an, und alles, was sie davor gesagt hat, hat auf einmal keine Bedeutung mehr. Es ist die Art, wie sie mich ansieht. Als wäre ich insgeheim für sie das Beste auf der ganzen Welt, und in diesem Moment weiß ich, dass es genau so ist, auch wenn sie das nicht so gut zeigen kann." (S.130) Jara und Anto sind beste Freundinnen, Schwestern. Sie leben im Düsseldorf der 2000er Jahre. Jara wohnt mit ihrer Mutter alleine, während Antos Mutter erfolgreich und ständig unterwegs ist. Sie teilen alles miteinander, erleben alles gemeinsam, sind zusammen wütend. Mascha Unterlehbergs Schreibstil hat mir den Einstieg ins Buch nicht leicht gemacht. Sie schreibt ihre Dialoge ohne Anführungszeichen und es gibt viele Zeitsprünge innerhalb der Kapitel. Man braucht eine Weile, um sich zurechtzufinden, aber wenn man sich darauf einlässt, ist es kein Problem mehr. Erst am Ende versteht man richtig, was vor sich geht. Ihre Sprache ist sehr hart und klar, aber auch voller Gefühl und Wärme. Ich habe viele Stellen markiert, die ich mir am liebsten ins Gedächtnis brennen würde, so gut fand ich sie. Im Zentrum des Buches stehen Schwesternschaft, Freundschaft und das Erwachsenwerden. Es werden auch viele harte Themen wie beispielsweise (patriarchale) Gewalt behandelt. Inhaltswarnungen gibt es am Ende des Buches, falls ihr sie braucht. Wenn man sich darauf einlassen kann, wird man mit einem ganz besonderen Buch belohnt. Es ist schonungslos, schmerzhaft und spannungsgeladen, aber auch empowernd und voller tiefer Gefühle. 5/5 Sterne

Lange hatte kein Buch so eine Sogwirkung auf mich.
Ich hatte erst die ersten 20 Seiten gelesen und gewusst jetzt ist nicht die Zeit für das Buch. Dieses Buch will ich in einem Stück lesen. Als ich in den Schreibstil gefunden hatte, bekam die Geschichte ein Sogwirkung so das ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen konnte. Mein Tipp Lies es an einem Freien Tag ohne Ablenkung.

Toller Schreibstil!
"Es ist die Art, wie sie mich ansieht. Als wäre ich insgeheim für sie das Beste auf der ganzen Welt, und in diesem Moment weiß ich, dass es genauso ist, auch wenn sie das nicht so gut zeigen kann." S.130 Mascha Unterlehbergs Debütroman handelt von eines besonderen Freundinnenschaft in den frühen 2000er Jahren. Sie erzählt von Anto und Jara, die sich beim Fußballspielen kennenlernen und eine wilde, aber starke Freundinnenschaft entwickeln. Sie teilen sich Klamotten, ziehen gemeinsam um die Häuser und halten fest zusammen. Doch eines Tages springt Anto in den Fluss, und alles ändert sich. Während Jara in's eiskalte Wasser starrt, gleiten ihre Gedanken zurück auf die gemeinsamen Zeit und das Bild der starken Freundinnenschaft beginnt zu bröckeln. "Wenn wir lächeln" ist die Geschichte einer Freundinnenschaft in einem Ungleichgewicht, in der sich leise eine Distanz zwischen den beiden jungen Frauen ausbreitet, und vieles scheinbar ungesagt bleibt. Es ist aber auch die Geschichte zweier Frauen, die täglicher Sexualisierung ausgesetzt sind und Gewalt erleben. Wut staut sich an, Wut, die ihren Weg nach außen sucht. Aufgrund des besonderen Sprachstils bin ich durch die Seiten geradezu durchgerauscht, was mich überrascht hat, denn ich erinnere mich an andere Titel, bei denen ich diese ständige indirekte Rede nicht mochte. Doch das hier erzeugte Tempo hat irgendwie zur Geschichte gepasst und gerade die erste Hälfte des Buches fand ich sehr spannend. Es bleibt meiner Meinung nach vieles zwischen den beiden Protagonistinnen ungesagt, gerade was die Gefühle der beiden angeht, doch das machte die Geschichte für mich authentischer. Auch wenn mir die Geschichte von Jara und Anto, sowie der Sprachstils der Autorin gut gefallen haben, hat für mich am Ende etwas in der Story gefehlt. Ein Funke, der die Geschichte noch ein bisschen länger in meinem Kopf festhält. Ich hatte ein bisschen auf eine Aussprache zwischen den beiden gehofft, die mehr Gefühle offenbaren. So ist es für mich zwar ein gutes Buch, aber keineswegs ein Highlight gewesen.
90er Vibes
Wenn wir lächeln - Rezension Werbung #dumont ET: 11.02.2025 Seiten: 256 Verlag: DuMont Um mal einige Punkte zu nennen die, der Geschichte die richtige Atmosphäre verpasst: - Senfgläser die ausgespült werden, um daraus zu trinken - I‘m Like a Bird von Nelly Futado - Glätteisen-Experimente - Große Eistee Packungen - Schlecker - Kino.to - MTV Cribs Na habt ihr euch wiedergefunden? Ich mich auf jedenfall. Genau das mochte ich unglaublich gerne. Auch die Struktur des Buches, gab dem ganzen einen jugendlichen Anstrich. Die kurzen Kapitel sorgen für eine rasante Erzählweise. Nun aber meine Meinung zum Inhalt: Dieses Buch begleitet 2 junge Frauen durch die spannende Zeit der Pubertät. Sie machen gemeinsame Erfahrungen und jeder auch für sich. Wer kennt es als Frau nicht. Erst versucht man sich zu verbünden, verliebt sich dann in eine Idee und zack sind die Versprechen dahin. Aber genau das macht das Leben ja auch so lebenswert oder? Auch das man sich wie Schwestern verbunden fühlt, obwohl man „nur“ befreundet ist, kenne ich sehr gut. Ich möchte die zarten Worte in der Geschichte. Es ist dennoch bei weitem nicht ein literarisches hochwertiges Buch. Das muss es aber auch gar nicht sein. Dennoch habe ich an einer Stelle etwas zu kritisieren. Ich finde, dieses Buch müsste mehr von Männern gelesen werden. Denn ich bin der Meinung, dass Frauen solche Situationen schon zu Hauf kennen. Vielleicht war es das gleiche Problem was ich bei „Der schönsten Version“ von Ruth-Maria Thomas hatte. Ich hätte mir außerdem auch hier wieder eine Trigger-Warnung gewünscht. Nichts desto trotz hat mir das Buch wirklich eine schöne Lesezeit bereitet und deshalb bekommt das Buch von mir 4 Sterne. ⭐️ ⭐️⭐️⭐️

Ein Buch über intensive Freundschaft und Erwachsenwerden
Oh Mann, was für ein Buch! Ich bin immer noch sprachlos. Meine Erwartungen sind absolut übertroffen. Und ebenso ich bin immer noch schockiert. Gewalt, Missbrauch, Raum für viele Spekulationen. Am Ende dann doch nichts für schwache Nerven. Ich hätte nicht gedacht, dass sich Geschichte von Jara und Anto in so eine Richtung entwickelt. Eine Freundschaft, die so intensiv ist, dass man fast schon von Liebe sprechen kann. Eine Freundschaft, die Risse bekommt und die Situation zu eskalieren droht. "Der Fluss ist eine glatte schwarze Fläche, ist das Geräusch eines Körpers, der eintaucht, ein Klatschen. Ringe, die im Licht der wenigen Laternen größer werden. Der Fluss ist: Unsichtbare Strudel und Hochwasser im Herbst und ein Mann, der ertrunken ist, als er seinen Hund retten wollte. Der Fluss verschluckt Anto, lässt sie verschwinden, und der Schläger treibt immer noch oben, nur wenige Meter von der Stelle entfernt, in die ihre Körper eingeschlagen ist." Zwei Freundinnen, Jara und Anto. Jara steht auf der Eisenbahnbrücke, von der ihre Freundin Anto eben erst hinuntergesprungen ist. Die unterschiedlichsten Szenarien gehen Jara durch den Kopf. Was tun? Die Angst lähmt sie, von ihrer Freundin fehlt jede Spur! Jara lernt Anto als 13-jährige kennen, als einer ihrer Freunde sie zum Fußballspielen mitbringt. Fortan werden die beiden Mädchen zu besten Freundinnen. Sind untrennbar, teilen sich alles, Lipgloss, Kleidung, ziehen zusammen um die Häuser. Die Welt um sie herum schein nicht vorhanden zu sein. Eltern und andere Jugendliche spielen lediglich eine Nebenrolle. Sie lehnen sich gegen die Gesellschaft auf, schlagen mit Baseballschlägern Autoscheiben ein. Jara bewundert Anto, sie bewundert ihren Mut, ihr Aussehen, einfach alles an ihr. Anto bringt Jara das Klauen bei, hilft ihr die innere Unsicherheit zu überwinden. Die Beziehung der beiden „Schwestern“ steht im Mittelpunkt der Geschichte. Die zeitlichen Perspektiven wechseln sehr schnell. Jara springt zwischen Realität und Phantasie sehr oft hin und her. Während die selbstbewusste Anto sehr genau weiß, was sie will und was sie nicht will, gerne im Mittelpunkt steht und die Grenzen austestet, frisst Jara die Dinge in sich hinein, trägt viel Wut in sich, die gelegentlich explosionsartige Gewalttätigkeit zur Folge hat. Manche Dinge lässt die Autorin im Unklaren, der Interpretationsspielraum ist sehr groß. Wenn man für jede Situation Klarheit erwartet, ist man hier fehl am Platz. Auch für mich blieben am Ende einige Fragen offen…
Ein wunderbarer Roman über Freundschaft, Female Rage und Coming-of-Age
Den Schreibstil fand ich ehrlich gesagt sehr gewöhnungsbedürftig, da die Dialoge nicht richtig gekennzeichnet sind. Sobald man aber ein paar Seiten drin war, liest es sich ganz flüssig. Auch die kurzen Kapitel fand ich sehr angenehm.

Das Buch konnte mich gar nicht überzeugen. Die kurzen Kapitel äußern sich auch in nicht ganz erzählten Storys. Manches endet einfach mittendrin und man fragt sich, was nun wurde, was nun ist etc. Oft weiß man nicht, passiert das Geschriebene nun gerade, erzählt sie von früher, total verwirrend. Durch dieses abgehakte und Kurze kann man in die Geschichte überhaupt nicht eintauchen und findet auch gar keine Verbindung zu den beiden Mädchen. Ich habe mit denen gar nichts gefühlt und mich immer gefragt, warum sind sie eigentlich wütend. Auch ihre angeblichen Gewaltphantasien, kamen für mich gar nicht so durch, daß es besorgniserregend wäre. Auch die Freundschaft der Beiden, fühlte sich so an, als könnte jede auf die jeweils Andere verzichten. Durch diesen Schreibtstil hab ich mich ständig gefragt, gehen sie nun wirklich mit einem Baseballschläger raus oder stellen sie sich das vor. Hauen sie die Scheiben der Autos wirklich ein oder stellen sie sich das vor. Mich hat das überhaupt nicht mitgenommen oder abgeholt. Irgendwie wird ja Anto als die dargestellt, die Jara mitreißt. Aber für mich ist eigentlich Jara mindestens genauso schlimm, wenn nicht noch schlimmer. Ich weiß nicht, das ist alles einfach nur verwirrend und daher baut sich da auch nichts auf. Man versteht das Buch besser, wenn man sich die Zusammenfassungen der Rezensionen liest, als das Buch selbst. Es geht um Anto und Jara. Anto wächst in reichen Haus mit abwesender Mutter auf, Jara in gut bürgerlichen Verhältnissen mit einer alleinerziehenden Mutter. Mit 13 Jahren lernen sie sich auf dem Fußballplatz kennen. Sie klauen, ziehen Männer ab ziehen auch schon mal mit dem Baseballschläger durch die Stadt. Als es dann zum Äußersten kommt, wird die Freundschaft auf eine harte Probe gestellt.
Ein sehr atmosphärisches und besonderes Buch!
"Wenn wir lächeln" handelt von den Freundinnen Jara und Anto, beide in ihren Jugendjahren. Sie sind ständig wütend, ständig unterwegs und immer betrunken mit dem Baseball-Schläger in der Hand. Zu dem Zeitpunkt, wo die Handlung einsetzt, steht Jara auf einer Brücke über dem Rhein, in den Anto soeben gesprungen ist. Die ganze Geschichte spielt sich in diesem Moment in Jaras Kopf ab und ist ein einziger, teilweise zusammenhangsloser Bewusstseinsstrom, der ihr durch den Kopf geht. Sie denkt an unzählige Situationen, springt gedanklich hin und her. Was soll sie jetzt tun, wie haben sie und Anto sich kennengelernt, was haben sie gemeinsam erlebt, was hat zu diesem Moment geführt? Das alles ist sehr chaotisch und in Jaras Subjektivität. Dementsprechend ist sie in diesem Moment der Panik eine unzuverlässige Erzählerin und es gibt vieles, was nicht wirklich zusammenpasst, nicht real ist, unlogisch wirkt oder in der falschen Reihenfolge erzählt wird. Und genau das macht dieses Buch aus, denn beim Lesen entwickelt man ein Gefühl für diese Nuancen! Ich habe es komplett geliebt! Es ist mir zu Anfang etwas schwergefallen, in diesen Gedankenstrom reinzukommen, aber sobald er mich einmal eingesogen hatte, bin ich nicht mehr rausgekommen und habe das Buch in nur einer Nacht komplett beendet. Beim Lesen habe ich alle Emotionen durchlebt, weil mich Jaras Gedanken so sehr mitreißen konnten. Ich habe geweint und war mit ihr unglaublich wütend auf die Welt. Darum geht es in diesem Buch vor allem: um die Wut von jungen aufwachsenden Frauen. Der Schreibstil ist einfach unglaublich! Ich liebe dieses stilistische Mittel des Bewusstseinsstroms, weil es für eine gewisse Poetik und Nahbarkeit sorgt. Es muss nicht alles passen und glatt sein, sondern ist genau auf den Punkt und sagt dabei so viel aus. Jara und Anto sind als Figuren schwer greifbar. Ich kann nicht wirklich sagen, ob ich sie mag, da ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl hatte, einen genauen Blick auf sie zu bekommen. Jaras Gedanken sind so sprunghaft und die beiden so viel in Bewegung, dass das einfach schwer ist. Zumal wir Anto nur aus Jaras Perspektive kennenlerne, die nicht zuverlässig ist und Jara selbst auch nur durch ihre Gedanken kennenlernen. Dadurch bleibt viel offen, worüber ich immer noch nachdenke und das macht die beiden für mich so besonders. Über das ganze Buch werde ich definitiv noch länger nachdenken! Ein großes Highlight und eins meiner neuen Lieblingsbücher!
Leider konnte mich dieses Buch so gar nicht erreichen. Ich könnte nicht einmal den Inhalt konkret wiedergeben. Es passiert vieles und gleichzeitig gar nichts und währenddessen bleiben die Protagonistinnen verschwommen und undeutlich und dabei total unsympathisch. Ich könnte mir vorstellen, dass dieses Buch von der Stimmung ähnlich gedacht war wie 22 Bahnen. Davon ist die Atmosphäre allerdings leider weit entfernt. Vielleicht gebe ich dem Buch zu einem späteren Zeitpunkt nochmal eine Chance.
Mascha Unterlehbergs Debüt „Wenn wir lächeln“ ist ein intensiver, schonungsloser Roman über Freundschaft, Wut und die Grenzen, die man bereit ist zu überschreiten, um dazuzugehören. Mit einem fragmentarischen, rasanten Erzählstil zieht die Autorin ihre Leser*innen mitten hinein in die komplexe Beziehung zwischen Jara und Anto – zwei Mädchen, die sich mit dreizehn auf dem Fußballplatz kennenlernen und fortan unzertrennlich sind. Jara, Tochter einer hart arbeitenden, alleinerziehenden Mutter, ist zunächst fasziniert von Antos Selbstbewusstsein und Rebellion. Anto hingegen, die aus wohlhabenden Verhältnissen stammt, aber emotional vernachlässigt wird, sucht in Jara Halt. Doch ihre Freundschaft ist mehr als bloß eine enge Bindung – sie wird zum Sog, der beide in eine Welt aus Alkoholexzessen, Diebstählen und Gewaltfantasien zieht. Gemeinsam testen sie Grenzen aus, bis schließlich eine scheinbar harmlose Situation eskaliert und alles verändert. Unterlehbergs Sprache ist direkt, roh und treibend. Dialoge kommen ohne Anführungszeichen aus, Zeitsprünge durchbrechen die Erzählstruktur, Erinnerungen und Gegenwart verschwimmen. Diese ungewöhnliche Erzählweise verstärkt die Unmittelbarkeit der Geschichte, verlangt aber auch Konzentration von den Leser*innen. Gerade dieser Stil macht das Buch zu einem einzigartigen Leseerlebnis, das tief unter die Haut geht. Zentrale Themen wie patriarchale Gewalt, Klassenunterschiede und die Sehnsucht nach Zugehörigkeit werden auf eindrucksvolle Weise verhandelt. Dabei bleibt das Buch schmerzhaft ehrlich: Keine der Figuren ist moralisch perfekt, und genau das macht sie so glaubwürdig. Besonders Jara ist eine komplexe Erzählerin – sie ist nicht nur Opfer, sondern auch Täterin, voller Unsicherheiten, Wut und widersprüchlicher Gefühle. „Wenn wir lächeln“ ist kein leichtes Buch, sondern eines, das aufwühlt, verstört und zum Nachdenken zwingt. Es erzählt von jugendlicher Freundschaft als Rettungsanker und Abgrund zugleich – und davon, dass Schwesternschaft nicht immer ausreicht, um sich selbst nicht zu verlieren. Ein herausragendes Debüt, ich bin sehr gespannt, was von Mascha Unterlehberg als nächstes zu lesen sein wird.

Female Rage in Romanform, temporeich und roh. ❤️🩹
„Wir haben alle Angst. Es ist unmöglich, keine Angst zu haben. Aber das darf dich nicht einschränken. Es darf nicht dazu führen, dass du Umwege machst, Orte meidest, den Blick senkst, wenn sie an dir vorbeilaufen. Verstehst du das? Lass sie deine Angst nicht spüren. Das ist wichtig.“ (S. 158) 💭 Um wen geht’s? Um Jara und Anto. Es sind die frühen 2000er, als die beiden Mädchen aufeinandertreffen, Freundinnen werden, Zigaretten und Wodka und Traumata teilen. Sie sind jung, sie sind schön, sie sind wütend. Sie glauben, alles im Blick und alles im Griff zu haben - solange, bis ihnen die Kontrolle entgleitet und Jara auf der alten Eisenbahnbrücke steht, von der Anto gerade gesprungen ist. Anto, die nicht wieder aus dem Wasser auftaucht. 💭 Meine Meinung „Wenn wir lächeln“ glich einem Sprint durch die Nacht, berauscht vom Jungsein, die beste Freundin an der Seite - kurze Kapitel, schnelles Tempo, fast atemlos ließ die Geschichte mich zurück. Sprünge in den Zeitebenen, schnell wechselnde direkte Reden. „Hart und weich“ nannte Ruth-Maria Thomas das Buch und ich glaube, das trifft es gut. Es war modern, es war eindringlich, manchmal war es auch verwirrend. Konnte die Gedanken nicht immer den Protagonistinnen zuordnen. Fragezeichen blieben zurück und der Impuls: War das vielleicht genau so gewollt? 💭 Fazit Zwei wütende Heldinnen. Zwei junge Frauen, die sich mit allem, was sie haben, gegen männliche Gewalt behaupten. Female Rage in Romanform, temporeich und roh. Berührend, geprägt von kleinen Schwachstellen, doch am Ende schnell und gern gelesen und noch eine Weile darüber nachgedacht.

»Dafür machen wir das doch alles, oder, Jara? Oder hast du dich nicht, als du neun warst, beim Fußball angemeldet, damit dich ein paar Jahre später irgendwelche Typen mit Flaumbart sexy finden? Das ist doch das schönste Kompliment. Dass jetzt irgendein Moritz darüber nachdenkt, wie du in Fußballschuhen aussiehst.« (S. 125) »WENN WIR LÄCHELN« ist der Debütroman von Mascha Unterlehberg und was ist das bitte für ein krasser Page Turner 🔥Die kurzen Abschnitte, fragmentarische Erzählweise und Zeitsprünge/Rückblicke/Gedanken haben mich komplett in den Strudel dieser intensiven Sisterhood gezogen und nicht mehr losgelassen. Schwestern so nennen sich Anto und Jara, die sich mit 13 Jahren kennenlernen und schnell so close werden. Anto lebt das Leben in den Vollen: Geht bis an ihre Grenzen (oder eher darüber hinaus?), ist extrem selbstbewusst, abgeklärt, sarkastisch, feministisch und weiß, was ganz genau, was sie will und viel wichtiger: Was sie NICHT will. Damit ist sie einerseits ein krasses Vorbild für Jara, auf der anderen Seite steht der Klassismus deutlich zwischen ihnen. Das macht sich in vielen Details bemerkbar, auch wenn Jara versucht, darüber hinweg zu sehen. Zusammen machen sie ihre ersten Erfahrungen mit dem Patriarchat, toxischer Männlichkeit, Alkohol und Boys. ›Us against the world‹ und ›Hoes before Bros‹ ist das Motto dieser immer intensiveren und alles verschlingenden Sisterhood zwischen Jara und Anto. Als Jara auf das Gymnasium wechselt und Anto in der Eisdiele nebenan jobbt, weil sie sich diese Auszeit leisten kann, ändert sich dennoch nach und nach alles für die beiden. Warum — lest es selbst. »musst du nachsitzen, schreibt Anto, weil dann respekt und sonst wo steckst du.« (S. 125) Am Anfang des Romans steht bereits die Frage: Ist das für Anto alles nur ein Scheiß-Spiel? Für Jara, aus deren Sicht wir diese intensive Story lesen, ist es das auf jeden Fall nicht. Nach und nach erfahren wir, wieso Jara auf einer Brücke steht und Anto in der dunklen Ruhr sucht. »Irgendwann, das nehme ich mir fest vor, werde ich auch so eine Frau sein, die Ansagen macht, und niemand wird sich trauen, mir zu widersprechen.« (S. 111) Der Roman wirft einen in die eigene Teenie-Zeit zurück: Girlhood (und silberne BFF-Ketten 🩶); als Longchamp-Taschen cool waren; die Struggle, um Coolness in der Schule; Partys; Unsicherheiten als Teenie und so vieles mehr. Diese Gefühle werden extrem gut transportiert und besonders der Erzählstil machen diesen Roman aus. Dennoch sind am Ende viele offene Fragen geblieben, die sicherlich teilweise gewollt sind, aber schon auch unbefriedigend sind. ALL IN ALL: Ein sehr guter Read, der für mich die jüngere Schwester von »Die schönste Version« sein könnte. [3.5/5 ☆] CN: Alkoholmissbrauch, sexueller Übergriff, Gewalt

Ein sehr aufwühlender und intensiver Roman
Anto und Jara sind beste Freundinnen. Unterschiedlicher können die beide nicht sein aber trotzdem gehen sie durch dick und dünn. Sie teilen sich alles und ihnen ist es egal wo der andere her kommt. Durch die Zeitsprünge erfährt man vieles über die intensive “Freundinnenschaft” und wie diese letztendlich zerfällt. Die Autorin verwendet in diesem Buch einen Schreibstil, den ich so noch nie gelesen habe. Sie benutzt unter andern in den Gesprächen keine Gänsefüßchen. Das ist am Anfang sehr ungewohnt aber ich finde, dass es gut zu der Story passt. Für viele mag der Roman zu langatmig erscheinen, obwohl er “nur” 236 Seiten hat. Die Autorin beschreibt in dem Buch die Gedanken und Emotionen sehr ausführlich. Ich finde das aber sehr wichtig, weil man sonst der Geschichte nicht genau folgen kann. Die Autorin beschreibt einfach sehr gut wie sich Mädchen/Frauen in der pubertären Phase verhalten/fühlen. Ich konnte mit einigen Dingen die Jara & Anto erlebt haben realten. Das Buch regt auch zum Nachdenken an, da es sehr fragmentarisch geschrieben ist und viel Interpretationsspielraum gibt. Ich empfehle es jedem, der mal etwas anderes lesen möchte. *Rezensionsexemplar
Mit "Wenn wir lächeln" legt Mascha Unterlehberg einen Debütroman vor, der auf den ersten Blick eine kraftvolle Geschichte über Freundschaft, Wut und den Druck von außen verspricht. Doch während das Buch inhaltlich viele wichtige Themen wie toxische Freundschaften und patriarchale Strukturen anspricht, konnte es mich stilistisch nicht völlig überzeugen. 📚🤔 Die Geschichte dreht sich um Jara und Anto, zwei Mädchen, die sich in ihrer Jugend in einer intensiven, beinahe unauflöslichen Freundschaft verbinden. Ihr Leben ist geprägt von Rebellion, Alkohol, toxischer Männlichkeit und einer stetig wachsenden Wut, die sie schließlich nicht mehr kontrollieren können. Der Roman beginnt mit einer dramatischen Szene: Jara steht auf einer Brücke und blickt in die Dunkelheit, während Anto – ihre beste Freundin – in den Fluss gesprungen ist und nicht wieder auftaucht. Dieser Moment ist der Ausgangspunkt einer Rückblende auf ihre gemeinsame Zeit, die von Zärtlichkeit, Wut und Verdrängung gleichermaßen geprägt ist. 🌉💔 Die Autorin schafft es, die Unbeständigkeit und die zerbrechliche Natur von Jugendfreundschaften spürbar zu machen. Die Charaktere sind widersprüchlich und leben in einer Welt, die von sozialen und persönlichen Unsicherheiten durchzogen ist. Besonders die Dynamik zwischen den beiden Protagonistinnen ist spannend und bietet Raum für Reflexion über die eigenen Jugendjahre. Die Geschichte lässt uns über die Frage nachdenken, wie viel wir bereit sind zu opfern, um Teil einer Freundschaft zu sein, und wann diese Freundschaft zu einem gefährlichen Konstrukt wird. 👫💭 Was den Schreibstil betrifft, so fand ich die Erzählweise zu Beginn schwierig. Die fragmentarische Struktur und die häufigen Zeitsprünge machten es mir schwer, mich in die Geschichte einzufühlen (und ich bin mir sehr sicher, dass das nicht am Hörbuch lag). Zwar ist diese Erzählweise an sich interessant, um die chaotische Natur von Jaras und Antos Welt zu spiegeln, doch sie war für mich oft verwirrend und hinderlich, um wirklich in die Emotionen der Charaktere einzutauchen. Die fehlenden Anführungszeichen für die wörtliche Rede haben den Lesefluss zusätzlich erschwert, und trotz der gewollten Authentizität des Stils verlor ich manchmal den Überblick. 🌀📖 Die Sprache ist roh und direkt, was grundsätzlich zu der aufgeladenen Atmosphäre des Romans passt. Doch trotz der direkten Sprache blieb vieles an oberflächlicher Beschreibung hängen. Die Wut der Protagonistinnen kam nie so richtig bei mir an, sie wurde nicht tiefgründig genug dargestellt, um den emotionalen Impact zu erzeugen, den ich mir gewünscht hätte. 😤✋ Der Plot von "Wenn wir lächeln" ist von der ersten Seite an spannend, aber er leidet unter der fragmentarischen Erzählweise. Die Geschichte bleibt über weite Strecken eher skizzenhaft und verzichtet darauf, die komplexen Gefühle der Figuren in ihrer vollen Tiefe zu schildern. Die Konflikte zwischen den Charakteren, vor allem zwischen Jara und Anto, sind nachvollziehbar, aber leider werden sie nicht immer greifbar. Besonders das Ende hat mich ratlos zurückgelassen. Ich hatte das Gefühl, dass Mascha Unterlehberg viel andeutet, aber zu wenig ausführt, was die tiefere Wirkung der Geschichte mindert. Der Versuch, Armut durch die bloße Nennung von Markennamen wie Longchamp-Taschen oder bestimmten Marken zu thematisieren, hat für mich den Eindruck erweckt, dass hier eher ein Bild vermittelt werden soll, anstatt wirklich tief in die Problematik einzutauchen. Es fühlte sich ein wenig an, als ob die Autorin versuchte, eine soziale Realität darzustellen, ohne jedoch den nötigen Raum für die tiefere Auseinandersetzung mit dem Thema zu schaffen. 🏷️💭 Trotz der strukturellen Schwächen ist das ein Buch, das zum Nachdenken anregt. Die Themen von Wut, Selbstfindung und den Herausforderungen des Erwachsenwerdens in einer von patriarchalen Strukturen geprägten Gesellschaft sind relevant und wichtig. Ich konnte mich in vielen Momenten der Geschichte wiederfinden, besonders in Bezug auf die Unsicherheiten und das Streben nach Bestätigung, das die Jugend prägt. Auch die Darstellung der toxischen Freundschaft zwischen Jara und Anto, in der gegenseitige Bewunderung und Missverständnisse aufeinandertreffen, fand ich nachvollziehbar. 💡🔄 Fazit: Für Leser:innen, die sich mit den Themen Wut, Freundschaft und dem Erwachsenwerden auseinandersetzen wollen, bietet der Roman viel Stoff zum Nachdenken. Wer jedoch eine klare und tiefgehende Erzählung sucht, wird hier vielleicht enttäuscht. ⭐⭐⭐
Jara lernt Anto auf dem Fußballplatz kennen. Und obwohl sie definitiv die schlechteste Spielerin ist, die Jara je gesehen hat, wird Anto zu ihrer Freundin, ja fast wie zu einer Schwester. Fortan teilen die Mädchen Klamotten und Lipgloss, schmieden Pläne, was abends so geht. Zusammen trinken sie Alkohol, lassen im Supermarkt mal was mitgehen und zertrümmern mit einem Baseballschlager ein Auto. Und auch wenn Jara Anto mag und immer ein bisschen aufschaut, zu dem Mädchen, das so mutig ist und von allen gemocht wird, wächst in Jara auch Neid heran. Und Wut. Wut auf Antos genervten Blick, auf die Übergriffigkeiten von Männern und auf die Meinungen und Vorgaben anderer. Anto geht oft an ihre Grenzen, aber nie darüber hinaus. Jara hingegen droht irgendwann alles zu entgleiten. Sie kann die Wut, die in ihr heranwächst, nicht mehr kontrollieren. Und so verprügelt sie Jungs, die ihr zu weit gehen. Doch wie weit geht Notwehr und was, wenn sie längst darüber hinaus geht? In ihren Gedanken spielt sie immer wieder Szenerien durch, fragt sich, wie sie auf die Dinge reagieren oder wie sie zu den Dingen stehen soll. Und was ist eigentlich mit Anto, die ihr so nah und gleichzeitig so fern zu sein scheint? Mascha Unterlehberg ist ein Debüt mit unglaublich coolem Sound gelungen. Eine raue, ja mitunter sehr gewaltintensive Geschichte von Freundinnenschaft, vom Aufwachsen in einer patriarchalen Gesellschaft, vom Aufbegehren und dem Wunsch nach Selbstbestimmung. So ist ein irre Coming-of-Age Roman entstanden, der mich nicht nur unglaublich gut unterhalten hat, sondern mir auch noch lange im Gedächtnis bleiben wird. Sprecherin Bineta Hansen trifft den rauen rebellischen Ton, den Jugendslang der beiden Mädchen perfekt, lässt Jara und Anto sehr authentisch rüberkommen. "Immer wieder trainieren wir uns darin, Schmerzen auszuhalten. Alle Schmerzen, die in uns drinstecken. Alle, die mit großer Wahrscheinlichkeit noch vor uns liegen."
Jara und Anto, zwei junge Frauen, keine 18 Jahre alt, gehen mit Baseballschlägern und Schlagringen durch die Welt. Treffen Männer, die sie schlecht behandeln, behandeln wie Ware, wie Gegenstände. Die ihnen Angst machen sollten und es doch nicht können, weil Jara und Anto sich wehren. Sie sind wütend und sie sind wie Schwestern. Bis etwas die engen Bande der beiden erschüttert. Die beiden Frauen sind sehr unterschiedlich und irgendwie hatte ich beim Lesen immer das Gefühl, dass sie sich zwar Halt geben, aber nicht wirklich uneingeschränkt gut tun. Anto hat eine sehr wohlhabende Mutter, Jara kommt aus einfachen Verhältnissen. Jara wechselt aufs Elite-Gymnasium, Anto schmeißt die Schule und jobt in der Eisdiele. Es hakt immer wieder zwischen den beiden und sie scheinen sich schleichend voneinander zu distanzieren. Auch weil Anto immer etwas extremer ist, in allem was sie tut. Jara scheint jedoch ohne Anto nicht zu können und sucht immer wieder deren Nähe. Neben der Gewalt, ist auch der Alkoholkonsum ein großes Thema im Buch, was mich irgendwie geschmerzt hat beim Lesen - die Wut und der Kummer sind scheinbar für die beiden schon in so jungen Jahren anders nicht auszuhalten. Die Mädchen teilen eine sehr intensive Lebensphase miteinander, was sie unglaublich eng zusammenschweißt. Diese große Nähe birgt jedoch auch eine sehr große Fallhöhe - jede Enttäuschung durch die andere bringt großen Schmerz mit sich. Dieser Schmerz war für mich immer wieder sehr präsent beim Lesen und ich fand es überraschend, wie so junge Protagonistinnen mich so catchen konnten, mich so mitfühlen haben lassen. Die Geschichte spielt überdies in den frühen 2000er-Jahren. Dieser Aspekt hat mir besonders gut gefallen, da dies auch meine Jugendjahre waren und ich so mit Mode, Musik, etc. gut vertraut war und mich zumindest ganz punktuell zurückversetzt fühlen konnte. Mascha Unterlehbergs Schreibstil ist speziell, hat für mich aber voll ins Schwarze getroffen. Kurze Kapitel. Kurze Sätze. Und doch so viel drin. Einzig die Zeitsprünge waren nicht immer leicht greifbar für mich. Eine super intensive Lektüre, die mich viel mehr gepackt hat, als ich anfangs erwartet hätte.

Der Schreibstil dieses Buches und die bruchstückhafte Erzählweise machen das Buch zu einem ganz besonderen Leseerlebnis. Ich gebe zu, dass ich am Anfang einen Moment brauchte mich darauf einzulassen, aber dann war ich gefangen. Sehr eindringliche Geschichte über Freundschaft, Jugend und auch Grenzüberschreitungen. Krass und gleichzeitig nebenbei dargestellt. Kann es gar nicht so genau beschreiben. Muss man gelesen haben. 😅 Allerdings lässt mich das Ende etwas ratlos und enttäuscht zurück.
Jara und Anto treffen sich zum ersten Mal auf dem Fußballplatz, auf dem Anto zwar nicht mit ihren fußballerischen Fähigkeiten glänzt, dafür aber eine Krähe von ihrem Leid erlöst. Jara ist sofort fasziniert von Anto, sie werden zu besten Freundinnen und verbringen viel Zeit miteinander. Sie denken, dass diese Schwesternschaft nichts zerstören kann - doch das Aufwachsen in den 00er Jahren ist für zwei Teenagerinnen nicht einfach und am Ende findet sich Jara auf einer Eisenbahnbrücke wieder und sucht mit den Augen den Fluss nach Anto ab, die nicht mehr auftaucht, nur ihr Baseballschläger ist noch zu sehen, der einfach nicht untergehen will. In Mascha Unterlehbergs Debütroman "Wenn wir lächeln" geht es um Jara und Anto, erstere wächst in eher ärmlichen Verhältnissen, aber behütet von ihrer alleinerziehenden Mutter auf, letztere lebt in einem großen Haus mit Garten, aber ohne anwesende Erziehungsberechtigte. Durch einen Zufall treffen die beiden Mädchen aufeinander, werden zu Freundinnen und stellen gemeinsam an, doch in dieser Freundschaft sind die Machtverhältnisse nicht ausgeglichen und die Solidarität nicht unbedingt. Immer wieder sind beide mit der Misogynie der 00er Jahre konfrontiert, sexualisierte Gewalt wird nicht als solche (an)erkannt, Frauen stehen eher in Konkurrenz, als zusammen. Das alles beschreibt die Autorin in stakkatohaftem Stil und sehr kurzen Kapiteln, was mir den Zugang zu ihrem Text erschwert hat. Auch habe ich das Gefühl, diese Story so oder so ähnlich in den letzten Jahren (zu) oft gelesen zu haben - ich erkenne aber an, dass das Thema wichtig ist und deshalb immer wieder literarisch verarbeitet werden muss. Diese Kombination aus einem Schreibstil, der mir persönlich nicht getaugt hat, und dem wenig innovativen Thema lassen dieses Debüt für mich leider nur mittelmäßig werden - da habe ich mir vom Klappentext, vom Teilen von "Lipgloss, Cherry Cola und Gewaltfantasien" doch etwas mehr erwartet.

"Wir haben alle Angst. Es ist unmöglich, keine Angst zu haben. Aber das darf dich nicht einschränken. Es darf nicht dazu führen, dass du Umwege machst, Orte meidest, den Blick senkst, wenn sie an dir vorbeilaufen. Verstehst du das? Lass sie deine Angst nicht spüren. Das ist wichtig." (S. 158) Anto ist mutig und stark, doch ihre Unterarme verraten ihre Verletzlichkeit. Auf Jara übt sie sofort eine Faszination aus, als sie sich zum ersten Mal beim Fußballtraining begegnen. Die beiden Mädchen verbringen fortan jede freie Minute miteinander. Anto gibt den Ton an. Sie ist es gewohnt, auf sich allein gestellt zu sein, da ihre Mutter permanent durch die Welt jettet. Aber ist das der alleinige Grund dafür, dass sie sich ein (vermeintlich) dickes Fell und einen Baseballschläger zugelegt hat? Es ist diese Zeit, in der sich das Gefühl von Freiheit breit macht. Erwachsen werden mit dem Gefühl von "Das Leben ist ne Party". Doch mit den Nächten in Clubs und auf dunklen Straßen kommen auch die Schritte, die einem folgen, Sprüche - ey, lächel doch mal. Berührungen, die zufällig wirken sollen, aber sofort Unwohlsein erzeugen. Langsam schleicht es sich an - dieses Gefühl, dass irgendwas nicht richtig ist und die Erkenntnis, dass wir nicht okay sein müssen damit. Aber wie laut müssen wir werden? Mit welchen Mitteln können wir uns wehren? Mascha Unterlehberg beschreibt in ihrem Debüt, wie wir in eine Rolle gedrängt werden, die uns nicht passt. Sie lässt Wut aufsteigen, die nicht weiß, wie und wohin sie sich Luft machen soll. Zwar stimme ich Ruth-Maria Thomas' Blurb zu: "Dieser Roman beschleunigt den Puls und lässt den Atem stocken." Dies geschah jedoch hauptsächlich durch schnelle Szenen- und Zeitwechsel, denen ich nur mühsam folgen konnte, um sie zu einem vollständigen Bild aneinander zu puzzlen. Vieles in diesem Roman blieb knapp unter der Oberfläche stecken. Nur andeutungsweise, kurz mal angekratzt. Das hat der Geschichte die Kraft und den Tiefgang genommen. Er hat starke Momente und wichtige Ansätze, doch ihm fehlt der Mut, diese voll auszuloten – und gerade das hätte "Wenn wir lächeln" zu einem richtig guten Coming-of-age Roman machen können.
Konnte mich leider nicht ganz überzeugen
Ein Buch über Freundschaft, über Female Rage, über eine besondere Beziehung zwischen zwei besonderen Frauen. "Wenn wir lächeln" ist hart und zart zugleich, es ist wütend und roh, es ist ungeschönt und legt den Finger in die Wunde. Und trotzdem bleibt es für mich die ganze Zeit über leider irgendwie zu sehr an der Oberfläche. Viele Themen werden nur angerissen oder angedeutet, es gibt ständig Zeitsprünge (gegen die ich per se nichts habe, aber hier waren sie doch eher anstrengend). Alles in allem konnte ich einfach keine wirkliche Verbindung zu den beiden Protagonistinnen aufbauen. Was sehr schade ist, denn auf den einzelnen Seiten stecken teilweise sehr, sehr starke Passagen, die absolut auf den Punkt sind. Und auch das Hörbuch war toll gelesen. Das reicht für mich aber leider trotzdem nicht, um mir von diesem Buch wirklich etwas mitzunehmen oder etwas zu fühlen.
Super tolle Geschichte über eine tiefgreifende Schwesternschaft
Der Roman „Wenn wir lächeln“ von Mascha Unterlehberg erzählt von der Freundschaft zwischen Jara und Anto und deren Erwachsenwerden. Die beiden lernen sich als teenies beim Fußball kennen und freuen sich an. Verschiedene Handlungsstränge werden collagenartig miteinander verwoben und man hat so eine Vorstellung davon wie sich die Schwesternschaft weiterentwickelt. Anto nimmt aus meiner Sicht eine bestimmende, dominante Rolle ein, während ich den Eindruck hatte, dass Jara eine gewisse Abhängigkeit von Anto entwickelt. Zum Ende gerät diese Schwesternschaft ins Wanken. Ich finde, dass Mascha Unterlehberg die Darstellungen dieser extrem sensiblen Entwicklungsphase der Jugend und Pubertät aus Sicht junger Mädchen/Frauen richtig großartig gelungen ist. Ich hab an vielen Stellen eine Mitwut für Jara/Anto empfunden. Sehr emotional, intensiv und manchmal auch explosiv. Spannend finde ich, dass man nicht immer gleich alle Gefühlsregungen bzw. deren Gründe kennt und es einen großen Spielraum für eigene Hypothesen und Gedanken gibt. Außerdem hat mich der lyrische Stil total begeistert. Erschienen beim @dumont
Was macht eine Freundschaft aus? Wie weit kann man gehen? Wohin mit den eigenen Gefühlen? Was sollen wir in dieser Welt und am wichtigsten: wohin gehören wir?
„Jara steht auf der alten Eisenbahnbrücke über der Ruhr und starrt ins tiefdunkle Gewässer. Anto, die gerade noch neben ihr saß, ist in den Fluss gesprungen und taucht nicht wieder auf. Das Einzige, was Jara von hier oben erkennen kann, ist der Baseballschläger, mit dem sie in dieser Nacht ein Autofenster eingeschlagen haben und der jetzt nicht sinken will.“ So lauten die ersten Zeilen der Inhaltsangabe. Kraftvoll, hart und auch ein wenig verstörend. Jara und Anto, zwei Freundinnen, eng miteinander verbunden und doch auch irgendwie meilenweit voneinander entfernt. „Wenn wir zusammenhalten, kann uns nichts passieren. Wie oft haben wir uns das versichert.“ Zwei junge Mädchen an der Schwelle zum Frau sein, Zigaretten, Alkohol, gemeinsam rumhängen. Niemand soll sich zwischen sie drängen, denn sie brauchen, ja sie haben nur sich. Ist das so? Besteht die Welt nur aus ihnen beiden? Immer wieder schaukeln sie sich gegenseitig hoch. Immer mehr, immer verrückter, bis eine von ihnen im Krankenhaus landet und die andere die Welt außerhalb der Freundinnen-Blase entdeckt. Aber können sie wirklich ohne einander? Schwestern wollten sie sein, immer zusammen halten, zusammen gegen den Rest der Welt. Aber: Was macht eine Freundschaft aus? Wie weit kann man gehen? Wohin mit den eigenen Gefühlen? Was sollen wir in dieser Welt und am wichtigsten: wohin gehören wir? Diese Geschichte hat mich vollkommen vereinnahmt, gefesselt und tief berührt. Der Schreibstil, so reduziert, so unaufgeregt und doch so eindringlich. Dieses Buch ist nun voll mit kleinen Post-its, es ist voll mit Textstellen, die ich bewegend, die ich großartig, oder die ich irgendwie auch erschütternd finde. „Wenn wir lächeln“ ist, auch wenn wir gerade einmal Februar haben, für mich jetzt schon ein Highlight 2025.
Cover, Schreibstil, Inhalt und Fazit Ich finde das Cover ist richtig gut, es passt für mich gut zur Story. Beim Schreibstil habe ich Zeit gebraucht um in die Geschichte einzutauchen. Hier geht es um Java und Anto, sie sind junge Mädchen bzw werden zu Jugendlichen und dabei erleben sie viel. Ich habe gebraucht um bei den kurzen Kapitel reinzukommen und zu wissen wo die beiden sind. Da heißt die Autorin springt zwischen mehreren Zeitebenen hin und her. Es trennen sie aber nur wenige Jahre. Die Kapitellänge fand ich eigentlich gut aber manchmal doch etwas sehr gut. Aber die Emotionen in den Kapitel hallen dafür umso mehr nach. Die beiden auf ihrem Weg zu begleiten hat echt weh getan weil ihre Freundschaft auseinander geht. Wir erfahren alles aus Jaras Sicht und es wird hier auch echt schwierig. Es s geht um Gewalt und nicht nur das, ich bitte euch schaut ob ihr euch dazu in der Lage seht. Ich kann das Buch empfehlen vorallem weil es so nachhallt aber es geht schon sehr unter die Haut. Ich danke dem Verlag für das Rezi Exemplar welches meine Meinung nicht beeinflusst hat.
Thematisch ansprechend, sprachlich anstrengend
Wenn der Roman nicht kurzweilig gewesen wäre, hätte ich ihn wahrscheinlich nicht beendet. Stilistisch ist es mir wirklich schwer gefallen, der Handlung zu folgen, dabei hat mich der Klappentext sehr angesprochen. Am Ende war es in Ordnung, aber empfehlen kann ich diesen Roman nicht.
Ein Coming-of-Age Roman, der tief berührt und wütend macht.
𝗪𝗼𝗿𝘂𝗺 𝗴𝗲𝗵𝘁'𝘀? Jara verbringt den Sommer fast nur mit ihrer Freundin Anto. Ihre gemeinsame Zeit verbringen sie mit Alkohol, Partys und Baseballschlägern. Denn neben ihrer tiefen Freundschaft füreinander empfinden sie eine tiefgreifende Wut. Gerade Anto durchschaut die Machtstrukturen und die Ungerechtigkeiten um sie herum viel früher, als es gut für sie ist und ist Jaras treibende Kraft. Ein Buch über Freundinnenschaft, das Aufwachsen und die Kraft der eigenen Wut. 𝗪𝗶𝗲 𝘄𝗮𝗿'𝘀? Ooh Leute, das war ein intensives Buch, damit hatte ich überhaupt nicht gerechnet. Ich hatte erst ein paar Anlaufschwierigkeiten, denn Mascha Unterlehberg verwendet keine Kennzeichnung für die wörtliche Rede. Wenn man sich daran erstmal gewöhnt hat und es zulässt, dass wörtliche Rede und Gedanken ineinander übergehen, fühlt sich der ganze Schreibstil so echt und lebendig an. Dazu kommen die nostalgischen 2000er Vibes. Ich war wieder 16. Und so schön sich das anfangs vielleicht anfühlt, ist dieses Buch alles andere als romantisierend. Es ist erschreckend real. Mascha Unterlehberg schildert die Situationen sehr intensiv, sodass Jaras Wut schmerzhaft deutlich wird. Ich saß beim Lesen da und war zeitweise einfach nur wütend. 😤 Wütend darüber, wie Mädchen in Rollen gedrängt werden und wie schwer es ist, daraus auszubrechen. Generell fand ich Jaras Gefühle von Unzulänglichkeit und Unsicherheit gegenüber Anto und in der patriarchialen Gesellschaft so nachvollziehbar und wie wichtig für sie der Halt durch Anto. Ihre Freundinnenschaft ist tief und prägend, gleichzeitig auch immer wieder toxisch. Das war ein Buch über Freundschaft, das Aufwachsen und die Kraft der eigenen Wut. Ein Buch, das wehtut und eindringlich schildert, warum wir manchmal eben nicht einfach nur lächeln wollen.
Ein atmosphärisches Buch über weibliche Freundschaft und Wut, das mich berührt hat, aber durch oberflächlich angerissene Figuren und ein offenes, verwirrendes Ende etwas unbefriedigt zurückließ.
Wenn wir lächeln“ erzählt eine eindringliche, atmosphärisch dichte Geschichte über weibliche Freundschaft, Wut und Selbstbehauptung. Ich mochte den Schreibstil und den Vibe total, gerade das Setting mit Schule, Lipgloss und Cherry Cola hat gut eingefangen, wie intensiv Freundschaft in der Jugend sein kann. Gleichzeitig blieb vieles für mich zu oberflächlich, neue Figuren und Konflikte wurden nur angerissen, ohne Tiefe. Besonders das offene Ende hat mich verwirrt zurückgelassen, weil ich nicht genau verstanden habe, was wirklich passiert ist. Trotzdem ein besonderes Buch, das starke Emotionen weckt und die weibliche Wut authentisch darstellt.

Ein Buch, welches man nicht nur liest, sondern erlebt.
„Wenn wir lächeln“ erzählt die Geschichte von Jara und Anto, zwei Mädchen, deren Freundschaft zwischen Zuneigung, Abhängigkeit und dem schmerzhaften Prozess des Erwachsenwerdens schwankt. Es ist ein leises, zugleich kraftvolles Buch über Nähe, Grenzen und das Ringen um sich selbst – erzählt in einer Sprache, die manchmal mehr fühlt als beschreibt. 🤍 Ich habe dieses Buch innerhalb weniger Tage gelesen – oder besser gesagt: erlebt. ✨ Es hat mich von der ersten Seite an mitgenommen, tief hinein in Jaras Gedankenwelt. Der ungewöhnliche Erzählstil ließ mich spüren, als würde ich durch ihre Augen sehen, als würde ich ihre Geschichte selbst durchleben. Jede Emotion, jede Unsicherheit, jede kleine Hoffnung kam mir erstaunlich vertraut vor. 💞 Für mich ist „Wenn wir lächeln“ ein persönliches Highlight – eines dieser seltenen Bücher, die nicht nur gelesen, sondern erlebt werden. Es bleibt still nach dem letzten Satz, aber es wirkt lange nach. 💭
wortgewaltig-aufwühlend-intensiv
Wir begleiten Anto und Jara, beide teilen eine Freundschaft die ebenso toxisch wie mitreißend und berührend, teils aber auch schockierend ist. Ebenso werden Themen zur Auseinandersetzung der Weiblichkeit behandelt, wie die beiden damit spielen und sich dennoch in gewissen Situationen belästigt fühlen. Hat mich in Teilen an „Die schönste Version“ erinnert.
Ein Hin und ein Her
„Wenn ich bei ihr bin, denke ich manchmal, dass es mir egal wäre, wenn rundherum alles in Flammen aufginge. Wir würden nichts davon mitbekommen, weil Anto Samtvorhänge vor ihren Fenstern hat, mit denen wir die Welt ausblenden können.“ (Pos. 1089) „Wenn wir lächeln“ ist das Portrait einer intensiven Freundschaft zweier junger Mädchen, die sich im Alter von 13 Jahren begegnen.. Jaras Stimme übernimmt in Mascha Unterlehbergs Debut den Part der Erzählerin. Sprunghaft erzählt, wie die Pubertät selbst, mit all ihrer Wut, ihrer Rebellion und dem unverkennbaren Gefühl der Unsterblichkeit, wird die Beziehung der beiden heranwachsenden Mädchen zunehmend von Gewaltfantasien überschattet, die sie mit Filmmaterial und YouTube Videos füttern. Nur wohin mit all diesem Zorn? „Wenn wir lächeln“ erzählt von den Herausforderungen des Erwachsenwerdens, dem Ausloten der Grenzen und zeigt, wie das eigene Leben in unterschiedlichen gesellschaftlichen Schichten die persönliche Entwicklung beeinflusst. Der Schreibstil ist flüssig und eingängig, die Kapitel kurz und meine persönlichen Schwierigkeiten bestanden darin, der Geschichte von Anto und Jara zu folgen, da der Roman in kurzen Episoden aufgebaut war, welche in Zeiten und Themen sehr flexibel wechselten und es mir nicht leicht gemacht haben, die Timeline der Story im Blick zu behalten. Sie erzählen vom Ausloten eigener Grenzen, dem (besser) gesetzten Limit zueinander, bishin zur wachsenden Schwesternschaft, zwischen der kein störendes Blatt passte. Auch wenn das Zuordnen der Erzählstränge herausfordernd war und mir dadurch die Tiefe und Intensität zu den Protagonistinnen verloren ging, so habe ich das Buch gerne und mit einem Schmunzeln gelesen, da ich die emotionale Seite der Pubertät sehr gut nachspüren konnte, auch wenn diese Ära gefühlt zu einem ganz anderen Leben gehört 🖤






















































