Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019

Mädchen, Frau etc. - Booker Prize 2019

Ebook
4.2687
ThatcherObamaEmanzipationBlackness

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Description

Booker Prize 2019 »Ein beeindruckender, leidenschaftlicher Roman über das Leben schwarzer britischer Familien, ihre Kämpfe, Schmerzen, ihr Lachen, ihre Sehnsüchte und Lieben.« Jury des Booker-Preises In »Mädchen, Frau etc.« verwebt Bernardine Evaristo die Geschichten schwarzer Frauen über ein Jahrhundert zu einem einzigartigen und vielstimmigen Panorama unserer Zeit. Ein beeindruckender Roman über Herkunft und Identität, der daran erinnert, was uns zusammenhält. Die Dramatikerin Amma steht kurz vor dem Durchbruch. In ihrer ersten Inszenierung am Londoner National Theatre setzt sie sich mit ihrer Identität als schwarze, lesbische Frau auseinander. Ihre gute Freundin Shirley hingegen ist nach jahrzehntelanger Arbeit an unterfinanzierten Londoner Schulen ausgebrannt. Carole hat Shirley, ihrer ehemaligen Lehrerin, viel zu verdanken, sie arbeitet inzwischen als erfolgreiche Investmentbankerin. Caroles Mutter Bummi will ebenfalls auf eigenen Füßen stehen und gründet eine Reinigungsfirma. Sie ist in Nigeria in armen Verhältnissen aufgewachsen und hat ihrer Tochter Carole aus guten Gründen einen englischen Vornamen gegeben. Auch wenn die Frauen, ihre Rollen und Lebensgeschichten in Bernardine Evaristos Mädchen, Frau etc. sehr unterschiedlich sind, ihre Entscheidungen, ihre Kämpfe, ihre Fragen stehen niemals nur für sich, sie alle erzählen von dem Wunsch, einen Platz in dieser Welt zu finden. Stimmen zum Buch: »Evaristo hat die Gabe, von ihren Figuren mit Sympathie und Anmut zu erzählen und dabei deren Anspruchshaltung sanft aufs Korn zu nehmen. Der lockere Ton und der Humor geben diesem Roman seinen Auftrieb.« The New York Times »Komplex, scharfsinnig, schmerzhaft, witzig, aufschlussreich und vor allem unterhaltsam.« The Boston Globe »Evaristos Fähigkeit, zwischen den Stimmen, Orten und Stimmungen zu wechseln, erinnert an eine außergewöhnliche Dirigentin und ihr Orchester.« The Paris Review »Bernardine Evaristo gehört zu den Autorinnen, die von jedem gelesen werden sollten, überall.« Elif Shafak »Bernardine Evaristo hat einen halben Booker-Preis bekommen, aber sie verdient den ganzen Ruhm.« The Washington Post »Sprüht vor Vitalität« Financial Times »Der Roman des Jahres.« Washington Review of Books

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Ebook
Pages
512
Price
11.99 €

Author Description

Bernardine Evaristo, geboren 1959, wuchs als viertes von acht Kindern in London auf. Sie ist Professorin für Kreatives Schreiben an der Brunel University London und Präsidentin der Royal Society of Literature. Sie gewann als erste Schwarze Autorin den Booker-Preis für ihren Bestsellerroman Mädchen, Frau etc. (2021). Außerdem bei Tropen erschienen: Manifesto. Warum ich niemals aufgebe (2022), Mr. Loverman (2023) und Zuleika (2024).

Posts

85
All
5

Sehr gutes Buch über intersektionalen Feminismus!

Mein erstes Buch von Bernadine Everisto und doch direkt so ein Banger! Es braucht eine Weile er man in das Buch rein kommt, da der Schreibstil recht kompliziert und komplex ist. Aber sobald man die ersten 80 gelesen hat, ist man voll in der Geschichte drin. Wir folgen und begleiten hier 12 ganz unterschiedliche Frauen in ihrem Leben im Zusammenhang mit Rassismus, LGBTQIA+, Feminismus und den Zusammenhalt unter Frauen. Wie lernen kennen, wie diese Frauen generations übergreifend leben. Es ist ein emotional tiefer Roman der gleichzeitig do hiel Realität mit sich bringt, dass ich gar nicht gut in Worte fassen kann wie toll das Buch ist. Eine absolute Lese Empfehlung und meiner Meinung nach eine Pflichtlektüre im Bezug auf Rassismus und intersektionalem Feminismus!

4

Girl, Woman, Other (dt. Mädchen, Frau, etc.) ist ein echt cooles Buch. Bernardine Evaristo hat einen vielstimmigen und modernen Roman über Identität, Herkunft und das Leben schwarzer Frauen in Großbritannien geschaffen. In miteinander verwobenen Erzählungen zeichnet sie dabei ein breites gesellschaftliches Panorama, wobei man die Charaktere schnell ins Herz schließt. Ich hab das Buch schon vor einiger Zeit gelesen und es hat mich sehr beeindruckt. Besonders der mitunter poetische Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen. Auch die Geschichten der Frauen fand ich sehr bewegend. Der Roman ist insgesamt ein sehr wunderbares, nachhaltiges Leseerlebnis. Und das as schöne Cover rundet das Ganze noch perfekt ab.

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5

❓ Welche banned books habt ihr bereits gelesen und könnt ihr diese empfehlen? [Rezension] "Mädchen, Frau, etc" von Bernardine Evaristo wurde 2026 aus einer Schulbibliothek in UK verbannt und das hat mich neugierig gemacht. Es geht in dem Buch um 12 schwarze britische Frauen und ihr Leben über mehr als ein Jahrhundert verteilt. Meiner Meinung nach ein Buch, das möglichst viele lesen sollten. Ich hab mich anfangs etwas schwer getan, aber je weiter ich gelesen habe, umso besser gefiel es mir. Es sind so viele Themen enthalten, wie z. B. Rassismus, Feminismus, LGBTQIA* und noch vieles mehr. Gerade die Ambivalenzen, die in diesem Buch eine Rolle spielen haben mir sehr gefallen. Dieses Buch zeigt, dass es nicht nur einen richtigen Weg gibt. Es zeigt, dass jede Zeit seine eigenen Herausforderungen hat. Ja, die Sprache ist teilweise vulgär und ich würde es 12 jährigen eher nicht zum Lesen geben, aber die Perspektive von 15/16jährigen auf diesen Text würde mich sehr interessieren.

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5

12 Schicksale die alle irgendwie miteinander verwoben sind! Rassismus, Feminismus verpackt in einem sehr besonderen Schreibstil. Richtig tolles Buch- ganz große Leseempfehlung! 📖🫶🏻✨

5

komplex, facettenreich, menschlich

"[...] ist doch verrückt, dass die Leute so dumm sind zu glauben, mehr als anderthalb Milliarden Muslime würden alle genau gleich denken und handeln (S. 79);" Oder schwarze Frauen, Black People, People of Color oder oder oder ... Bernardine Evaristo (geb. 1959) erzählt in ihrem Buch die Geschichten und Lebenswege von 12 Mädchen oder Frauen verschiedenen Alters mit dunkler Hautfarbe in London oder England lebend. Jede dieser Geschichten ist so individuell wie die Frau selbst verdichtet sich immer weiter und weiter zu einer tiefen Komplexität, getragen von den Wünschen, Träumen, Vorurteilen und Ängsten der jeweiligen Frau und ergänzt durch die Wahrnehmung ihrer Person durch die anderen Frauen in diesem Buch. Eine Komplexität, die im krassen Gegensätz zu den Erfahrungen von Diskriminierung, Rassismus und Ausgrenzung aufgrund ihrer Hautfarbe, ihres Geschlechts, ihrer Sexualität oder Religion steht, der Reduzierung und Vereinfachung von Frauen/Menschen auf einfache Merkmale, die alle diese Frauen gemacht haben und die sie verbinden. Das Buch selbst ist in fünf Kapitel unterteilt. Die ersten vier Kapitel bestehen jeweils aus drei Unterkapiteln, von denen jedes die Geschichte einer Frau erzählt, wobei die drei Geschichten eines jeden Kapitels insofern zusammenhängen, als dass die jeweiligen Protagonistinnen miteinander verwandt (Mutter, Tochter etc.) oder befreundet sind oder in einer anderen Beziehung zueinander stehen. Das fünfte Kapitel ist eine Art Abschlusskapitel, in dem die verschiedenen Frauen sich im London des Hier und Jetzt zum Teil wieder begegnen. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Es ist von der Sprache einfach zu lesen und transportiert so viel Tiefe, aber auch Wut , Fassungslosigkeit und Witz. Je weiter ich gelesen haben, desto begeisterter wurde ich von der klugen Art der Autorin aufzuzeigen, wie menschlich eine jede Person letztendlich doch ist und das hinter jeder schwarzen Frau, was eigentlich selbstverständlich sein sollte, doch so viel mehr steckt als ihre Hautfarbe.

komplex, facettenreich, menschlich
5

Das ist ohne Zweifel der beste Roman, den ich jemals gelesen habe. Bernardine Evaristo erzählt aus 12 unterschiedlichen Perspektiven von 11 Frauen und einer nicht-binären Person, denen jeweils ein Kapitel gewidmet wurde. Diese sind mal mehr, mal weniger, miteinander vertlochten. Intelligent und nuanciert werden einem die unterschiedlichsten Persönlichkeiten und Ansichten präsentiert. Dabei geht es thematisch hauptsächlich um die Erlebnisse als farbige Frau in England, um Schicksalsschläge, Rassismus, Sexismus. Aber auch Widerstand, Feminismus, internalisierte Misogynie, starke weibliche Freundschaften, Liebe. Oft fühlte ich mich beim Lesen in meiner Meinung bestätigt, oft war aber auch das Gegenteil der Fall und manchmal hat eine mir völlig neue Sichtweise dazu geführt, dass ich meine Haltung zu einem Thema geändert habe. Und genau das macht dieses Buch so unglaublich wertvoll.

3.5

Durch die ersten 80 Seiten musste ich mich echt durchkämpfen. Der Schreibstil störte mich und die Handlung war mir zu chaotisch. Doch danach habe ich mich eingelesen und fand es von Kapitel zu Kapitel besser. Wer etwas Durchhaltevermögen besitzt, wird am Ende mit interessanten Lebensläufen, die ineinander fließen belohnt….

5

Ein schillerndes Panorama unterschiedlicher Frauen

Zu Beginn war ich aufgrund des Schreibstils etwas verwirrt (Satzanfänge werden nicht großgeschrieben, es gibt keine Punkte am Ende und die Sätze sind versartig aneinander gereiht), aber daran habe ich mich schnell gewöhnt. Mir haben die vielen unterschiedlichen (Familien-) Geschichten, die alle irgendwie miteinander verwoben sind gut gefallen. Der Autorin gelingt es, teilweise innerhalb weniger Seiten, komplexe Charaktere und Lebenswege zu erschaffen. Von Freundschaften, Verletzungen, toxischen Beziehungen, Sexualität, Rassismus, Liebe und Verantwortung zu erzählen und ein schillerndes Panorama von Identitäten zu gestalten. Große Empfehlung meinerseits!

Ein schillerndes Panorama unterschiedlicher Frauen
4

Interessanter Schreibstil, viele Perspektiven durch zahlreiche, verschiedene Charaktere, was z.T. etwas überfordert

4

Mein Dritter Anlauf für dieses Buch und jetzt war der richtige Zeitpunkt.

Ich hatte keine Probleme mehr in diesen besonderen Schreibstil zu finden und fand auch die einzelnen Charaktere interessant. Mir viel es nur oft schwer die Personen in Verbindung zu setzen, aber das Problem habe ich häufig wenn es mehrere sind😉. Insgesamt ein wunderbares Buch das mehrere Generationen umspannt. Der Epilog hat mich dann noch sehr gerührt. Dieses Buch hat mir mal wieder gezeigt das man nicht immer jedes Buch zu jedem Zeitpunkt in seinem Leben lesen kann und ein zweiter Versuch lohnt sich "fast " immer.

5

Lest dieses Buch!

Was für ein geniales Buch! Von Anfang an hat es mich gefesselt und bis zum Ende nicht mehr losgelassen. Es sind Erzählungen aus dem Leben von verschiedenen Menschen, die zum Teil nur sehr lose zusammenhängen. Was sie verbindet ist ihr Feminismus, unterschiedlich ausgeprägt durch verschiedene Lebenssituationen beeinflusst, aber immer vorhanden.

5

Ein Buch, dass jeder und jede lesen sollte: es geht um Vorurteile, Privilegien und das Zusammenleben von Menschen - insbesondere um farbige Menschen in Großbritannien. Sehr vielschichtig, regt zum beobachten und Nachdenken an und ist interessant geschrieben, wenn man sich erst mal an den Stil gewöhnt hat. Absolute Empfehlung!

4

Insgesamt ist „Girl, Woman, Other“ ein starkes, bewegendes und poetisch geschriebenes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der sich für Geschichten über Vielfalt, Feminismus und Menschlichkeit interessiert.

Girl, Woman, Other“ von Bernardine Evaristo hat mich wirklich beeindruckt. Das Buch bietet einen faszinierenden Einblick in die vielfältigen Lebensgeschichten schwarzer Frauen in Großbritannien. Es fühlt sich an, als würde man mehrere Bücher in einem lesen – jede Geschichte ist einzigartig, und doch sind alle Figuren und ihre Erfahrungen kunstvoll miteinander verknüpft. Besonders beeindruckt hat mich, wie Evaristo die unterschiedlichen Perspektiven, Generationen und Lebensrealitäten miteinander verwebt, ohne dass dabei eine Stimme an Bedeutung verliert. Die Themen Identität, Herkunft, Liebe und Selbstbestimmung werden mit viel Empathie und Tiefe behandelt. Am Ende hat mich das Buch emotional sehr berührt – ich musste sogar ein paar Tränen vergießen.

Insgesamt ist „Girl, Woman, Other“ ein starkes, bewegendes und poetisch geschriebenes Buch, das ich jedem empfehlen kann, der sich für Geschichten über Vielfalt, Feminismus und Menschlichkeit interessiert.
5

„kleine Kinder interessieren sich nicht für die Hautfarbe Rachel, das kommt erst mit der Gehirnwäsche durch die Eltern“ ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️

TW! In dem Buch wird die Geschichte von 12 Frauen erzählt. Es geht um intersektionalenFeminismus, sexualisierte Gewalt an Frauen, Rassismus, Familienkonstrukte, LQBTQI+… Wir bekommen einen Einblick in das Leben dieser 12 Frauen jeweils 3 hängen in ihrem Leben zusammen und wir erfahren auch viel Generationsübergreifend. Es hat mich sehr geflasht, auch wenn mich der Schreibstil anfangs etwas angestrengt hat beim Lesen. Aber wenn man reinkommt ist es einfach atemberaubend. Diese vielen schweren, schönen und harten Geschichten dieser Frauen werden mir immer im Kopf und Herzen bleiben 🫶🏻👏🏻🥹

„kleine Kinder interessieren sich nicht für die Hautfarbe Rachel, das kommt erst mit der Gehirnwäsche durch die Eltern“ ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️
4.5

Mädchen, Frau ETC. Bernadine Evaristo, aus dem Englischen von Tanja Handels Da war ich wohl die Letzte, die dieses Buch gelesen hat, oder? Es lag lange auf meinem #stapelungelesenerbücher und ich ahne auch warum - ich mag ja gar keine Kurzgeschichten. Zu wenig Inhalt und kaum hat es begonnen, so endet es auch schon wieder. Vielleicht werde ich aber überrascht?! Evaristo lässt viele, meist schwarze Frauen zu Wort kommen. Alle erzählen ihre Geschichten: Von ihren Vorfahren, deren Flucht, Umsiedlung, vom Rassismus und ihrem jetzigen Leben mit allen Höhen und Tiefen. Das besondere an diesem Buch ist, dass die meisten Frauen sich kennen oder verwandt sind. Deshalb erzählt auch mal eine Frau in einem anderen Kapitel das Geheimnis einer vorherigen Protagonistin. Mir gefiel das Buch sehr! Es hat überhaupt nicht diesen typischen Kurzgeschichten-Charakter. Lediglich die ersten zwei Geschichten konnten mich nicht überzeugen. Der ungewöhnliche Schreibstil ohne Punkt und Großbuchstabe zu Beginn eines Satzes, hat mich überhaupt nicht gestört. Ein sehr gutes bis hervorragendes Buch! 4½ Sterne und eine klare Leseempfehlung von mir.

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5

In diesem Buch werden unterschiedliche Leben von schwarzen Frauen in Großbritannien erzählt, von verschiedenen Seiten geht es um Themen wie Sexismus, Rassismus, Klassismus. Dabei hängen alle Personen irgendwie zusammen, die Geschichte treibt zu einem fulminanten - und teilweise überraschenden - Ende. Der Stil ist eigen, mit wenig Interpunktion, dennoch eingängig zu lesen.

5

Wow, dass sich über 500 Seiten so schnell lesen lassen!

Dieses Buch hat aufgrund seiner Dicke lange am SuB gewartet. Hätte ich es doch nur früher aus dem Regal genommen, denn die einzelnen Portraits sind wunderbar gezeichnet und beschrieben. Gemocht hab ich auch, wie sich alles in ein großes ganzes zusammenfügt.

Wow, dass sich über 500 Seiten so schnell lesen lassen!
5

Einblicke in das Leben schwarzer britischer Familien. Ein Buch das man lesen sollte um deren Leben besser zu verstehen und ihnen näher zu kommen, die Lücke zu schließen. Ein mitreißender Schreibstil bis zur letzten Seite . Sehr lesenswert! Übersetzt von Tanja Handels

4

Ein gutes Buch, um sich mit dem Thema Rassismus auseinderzusetzen. Jedoch kein absolutes Muss

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, in das Buch reinzukommen. Sowohl thematisch als auch aufgrund des Schreibstils. Evaristo verwendet nämlich kaum Punkte, die Sätze gehen oft fließend ineinander über. Mit der Zeit gewöhnt man sich aber daran. Inhaltlich war es für mich anfangs auch etwas zäh, aber mit jedem weiteren Kapitel hat mich das Buch immer mehr gefesselt. Die unterschiedlichen Themen wie Rassismus, Sexismus, Diskriminierung, Generationenkonflikte etc. haben mich sehr angesprochen. Gerade als „weiße“ Leserin wird man sich seiner eigenen Privilegien wieder einmal sehr bewusst. Spannend fand ich, wie die Autorin immer mehr Bezug zwischen den erzählenden Charakteren zueinander herstellt, wobei es irgendwann echt unübersichtlich wurde mit den vielen weiteren Nebencharakteren… Im Großen und Ganzen hat mir das Buch gut gefallen, nach ca einem Drittel wollte ich es kaum mehr weglegen. Die „Verse“, die die Autorin verwendet haben für mich nur teilweise funktioniert, um gewisse Aussagen nochmal zu verstärken, aber generell fand ich deren Einsatz nicht sonderlich gelungen.

4

Zwölf Lebensgeschichten von zwölf überwiegend schwarzen, überwiegend weiblichen Personen in Großbritannien: Eine Bandbreite an Erfahrungen, die von Klassismus, Sexismus und Rassismus erzählen, über verschiedene Generationen in verschiedenen Milieus mit unterschiedlichen Identitätsfragen. Man hat fast das Gefühl, es wurde jeder Struggle, den man als Frau im letzten Jahrhundert durchlaufen kann, einmal angesprochen. Dass zu den 12 Charakteren nochmals unzählige Nebencharaktere - Ehemänner, Freundinnen, Enkel*innen, Kinder, dazukommen, trug nicht unbedingt zur Übersichtlichkeit dabei. Das war mir zeitweise zu überladen und in dieser Fülle dann jeweils zu wenig aufgearbeitet. Interessanterweise hat mich das Buch nach und nach dann doch in seinen Bann gezogen und schlussendlich überzeug: Mit jedem neuen Charakter fing ich an Parallelen zu ziehen, Unterschiede festzustellen, Nuancen zu entdecken, die klug untergeschoben wurden und die eigenen Vorurteile und Annahmen auf die Probe stellten. Die unterschiedlichen Geschichten sind teils eng, teils lose miteinander verwoben und fließen ineinander - ein Fließen, was auch die textliche Form wiederspiegelt: Evaristo verwendet kaum Punkte und lässt die einzelnen Sätze in jeweils neuen Zeilen als Verse anmuten ohne dabei Lyrik zu schaffen In einem Interview mit Waterstones erklärt Evaristo, dass es ihr um die Darstellung von verschiedenen Erfahrungswelten, insbesondere schwarzer Frauen, geht, die auch in der aktuellen Literatur noch zu wenig abgebildet wird. Sie wollte ein Buch schreiben, das sie gebraucht hätte, als sie jünger war. Ob ihr dies gelungen ist, kann ich leider nicht beurteilen - für mich jedoch war es, nachdem ich meine Erwartungen beiseitegeschoben habe, ein aufschlussreiches und fesselndes Leseerlebnis.

5

Die Autorin schafft es gesellschaftskritische Themen gekonnt unterzubringen ohne dabei zu belehren. Die Charaktere wurden so nahbar beschrieben, dass ich das Gefühl hatte, sie schon ewig zu kennen. Außerdem habe ich die zusammenhängenden Geschichten geliebt - ich bin nämlich kein Fan von Kurzgeschichten. Was das Buch mit mir gemacht hat? Es hat definitiv gegensätzliche Gefühle ausgelöst. Alles von Leichtigkeit bis Schwere. Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, das mich so mitgerissen hat. Ich habe es richtig gefühlt.

4

viele kleine einblicke in das leben von überwiegend schwarzen frauen und nicht-binären personen. das buch von bernardine evaristo zeigt mit einem unverwechselbaren schreibstil die situationen und lebensabschnitte ihrer protagonist*innen. diese haben unterschiedliche hintergründe, sind verschiedenen alters, haben ganz individuelle interessen und doch fügen sich die einzelnen personen, je weiter man liest, zu einem gesamtbild zusammen, das viele der protagonist*innen miteinander verbindet. sie schafft es, die vielschichtigkeit von identität darzustellen und schreibt über soziale aufstiege, neuanfänge, sich in einer gesellschaft zurechtzufinden. aber auch über missstände, gewalt in beziehungen, den wunsch dazuzugehören und einen platz in der gesellschaft zu finden.   die vielfalt des buches macht beim lesen unheimlich viel spaß und lässt einen durch die seiten fliegen. und das, obwohl auf einige satzzeichen komplett verzichtet wurde. hat man die anfängliche überwindung überwunden, merkt man, wie dieses stilmittel das geschriebene unterstreicht und dem buch einen eigenen charakter verleiht. ich konnte mich mal mehr, mal weniger mit den protagonist*innen identifizieren, habe neues gelernt und die zeit mit dem buch sowie den anschließenden austausch im buchclub sehr genossen. von mir gibt es eine klare leseempfehlung. 💛

5

Ausdrückliche Leseempfehlung, aber nichts für Nebenbei. Man muss sich auf das Buch einlassen.

Anfangs musste ich mich an den ungewöhnlichen Schreibstil gewöhnen, doch mit der Zeit konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Jede einzelne Geschichte konnte mich mitreißen. Das Buch bietet so viele unterschiedliche Blickwinkel auf BIPoC; Vorurteile, Alltag, Schule, Beruf, Rassismen, Sexismen etc. Es werden Menschen aus unterschiedlichen Lebensabschnitten in den verschiedensten Altersgruppen vorgestellt. Auch die Verflechtungen sind so gut durchdacht, sodass sich der Kreis am Ende schließt. Sehr interessant und spannend. Man fühlt sich einfach so viel schlauer nach diesem Buch! Wow!

3.5

Ein interessanter Roman über Rassismus, Diskriminierung und Frauenfeindlichkeit. Der außergewöhnliche Schreibstil war etwas gewöhnungsbedürftig am Anfang. Auch die vielen Charaktere wirken etwas überfordernd, aber passend, dass alle irgendeine Verbindung zueinander haben. Das Buch sollte man gelesen haben.

4

ehrlich, nahbar und so vielfältig

Mädchen, Frau etc. hat mich von Anfang an gefesselt. Die Geschichten der unterschiedlichen Frauen sind eindringlich, lebendig und voller Tiefe. Bernardine Evaristo gelingt es auf beeindruckende Weise, jede Figur mit einer solchen Authentizität zu zeichnen, dass man vollkommen in ihre Welt eintaucht und sich ihnen sehr nah fühlt. Besonders schön fand ich, wie die einzelnen Lebenswege miteinander verknüpft sind. Obwohl jede Geschichte für sich steht, ergibt sich am Ende ein vielschichtiges Gesamtbild – facettenreich, bewegend und mitreißend. Die Erzählweise hat mir großen Spaß gemacht, und ich habe es regelrecht verschlungen. Das Ende war dann das i-Tüpfelchen – völlig unerwartet, kraftvoll und emotional. Ein absoluter Knaller, der das ganze Werk noch einmal auf ein neues Level hebt.

3.5

Ein Buch, das ich mir wahrscheinlich selbst nicht ausgesucht hätte, das mich auf die ein oder andere Weise herausgefordert hat und trotzdem (oder gerade deshalb) irgendwie nachhallt.

4.5

Tolle Portraits! Großartige Sprache! Wichtige Einblicke. Einzig das Ende fand ich bei einigen Figuren etwas lahm.

5

Ich wusste von anderen Leser*innen, dass "Mädchen, Frau etc." von Bernardine Evaristo nicht nur Geschichten von Menschen erzählt, die so vielfältig sind, wie Menschen nun mal sind. Ich wusste auch, dass mich ein besonderer Erzählstil erwartet, der gänzlich auf Interpunktion verzichtet. Und trotzdem hatte ich auf den ersten Seiten meine Probleme mit dem Nichtvorhandensein von Satzzeichen. Denn bis auf Kommas wird kein Punkt verwendet, kein Fragezeichen, nichts. Nur Absätze markieren das Ende eines Satzes indirekt. Aber das Gehirn lernt schnell und nach ein paar Seiten kam ich mit dem Stil nicht nur zurecht, ich mochte ihn sogar sehr. Er transportiert eine gewisse Eindringlichkeit und poetische Rauheit, die mir sehr gefiel. "Mädchen, Frau etc." erzählt in 12 Kapitel die Lebensgeschichten von 12 schwarzen Menschen, die über die Jahrzehnte, über Ländergrenzen und Sprachbarrieren hinweg alle miteinander verbunden sind. Familiär, freundschaftlich, kollegial. Und diese Verbundenheit drückt ihre Verschiedenheit umso mehr aus. Unterschiede in Charakter, Herkunft, Umwelt, Erziehung, Zukunft und sexueller Orientierung bilden eine Gesellschaft ab, wie sie interessanter nicht sein könnte. Denn in einer Welt, die schon immer von Rassismus und Vorurteilen geprägt ist, war es zu jeder Zeit schwierig für PoC. Egal, ob jung oder alt, egal ob wohlhabend oder arm. Und werden sie nicht wegen ihrer Hautfarbe diskriminiert, dann weil sie Frauen sind. Oder Frauen lieben. Oder in anderer Art und Weise von der Norm abweichen, nach der manche Menschen leben. Dabei ist die Autorin nicht mit erhobenem Zeigefinger unterwegs, vielmehr zeigt sie, dass auch PoC durchaus nicht vor Vorurteilen gefeit sind. Warum auch, wir sind alle nur Menschen. Neben Rassismus spielt Feminismus eine große Rolle, die Suche nach der eigenen Identität, Diskriminierung. Es hat mir viele neue Sichtweisen eröffnet und meinen Horizont erweitert. Und genau dafür liebe ich Literatur. Und so ernst und schwer wie das Buch klingen mag, so einfach ist es zu lesen, stellenweise gar humorvoll. Evaristos Schreibstil ist sehr bodenständig und sie schafft es, schwierige Themen oder auch grausame Ereignisse so zu präsentieren, dass sie mich kurzzeitig geschockt haben, aber die Geschichte dann so weitergeführt wurde, dass es den Anschein hat wie: "Ja, Rassismus und Gewalt und Diskriminierung ist der größte Scheiß überhaupt, aber das ist unser Leben, schon immer. Also komm drüber weg". Und das ist das traurigste daran: Dass solche Taten alltäglich sind. 5 Sterne.

Mädchen, Frau, etc. von Bernardine Evaristo Inhaltlich ein sehr starkes Buch. Wundervolle Frauen, mit ihrer ganz eigenen Geschichte. Auf den ersten Blick hat niemand etwas mit einander zu tun. Wenn man herauszoomt, gehören sie doch alle zusammen. Ich bin nach kurzer Zeit vom reinen lesen des Prints, aufs hörlesen, umgestiegen. Ich hielt das Buch auf der jeweiligen Seite in der Hand und hab das Hörbuch dazu zeitgleich verfolgt. Denn die Geschichten welche dieses Buch mir präsentierte waren ehrlich, emotional und aufrüttelnd. Jede der Damen, egal wo sie herkamen, hatte ihr Päckchen zu tragen. Egal ob es die Lehrerin war, welche nach dem perfekten Partner suchte, aber was ganz anderes fand. Die Theaterregisseurin, welche einfach nur ihren queeren Lebenswandel genießen wollte. Die Freundin welche sich aus einer toxischen Beziehung befreien musste (mein Lieblingskapitel. Da hier so viel Stärke gezeigt wurde). Oder die Oma welche auf ihre Liebe zurück blickt. Alles miteinander und jede einzeln für sich haben unglaubliches erlebt und überlebt. Sind starke und selbstbewusste Menschen. Nur die Art überzeugte mich nicht. Sie erweckte für mich einen anderen Eindruck. Richtige Zeichensetzung sucht man vergebens. Groß- und Kleinschreibung ist quasi nicht vorhanden. Ein Stilmittel welches mir zuvor bei der Autorin schon aufgefallen ist. Es ist also kein Übersetzungsfehler. Dieses Stilmittel wurde ganz bewusst genutzt. Es erweckte in mir nur leider einen, sooooorry für die Wortwahl, einen dümmlichen Eindruck. Die Personen erzählten mit ihren eigenen Worten ihre Geschichte und ich konnte sie nicht greifen, da ich ständig überlegen musste wo jetzt überall ein Komma fehlte. Und ich bin unfassbar schlecht in Grammatik. Meine 6er Noten in Deutsch können das bezeugen. Im Hörbuch waren merkwürdige Absätze immer noch zu hören, aber alles andere konnte ich ausblenden. Und somit die Geschichten dieser unglaublichen Ladys sehr genießen.

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3

First off, this book is beautifully written and Evaristo‘s style of writing is unique unlike any other novel I have read. To be fair it took me a minute to get used to the style, there are no quotation marks for dialogue which threw me off in the beginning… The book is sectioned into twelve seemingly independent stories following twelve characters. Along the lines you will learn how some of them are connected, related or have crossed paths in the past. There is so much attention to detail when describing the character’s lives, their relationships, their struggles and personal challenges, the things that move them and matter most to them. It is a shame that we don’t get the chance to get to know the characters better the book moves too fast in some stages and a few stories end abruptly. Just an excerpt, a glimpse into their lives. The book allows you to immerse yourself in the different perspectives of those characters, that come from different backgrounds and have a wide array of experiences. The novel also touches on societal issues, discrimination, racism, and stereotypical thinking patterns. A lot of the characters embody feminist values. You see the book is very densely packed combining heavy societal issues condensed in twelve stories on only 450 pages. Most encounters with the characters are too brief to form an emotional connection to them. Since for me that connection is the most engaging part of a fiction novel I can’t give the book more than three stars. Let me tell you tho the story telling is exquisite. For me the ending is not quite satisfying as it doesn’t tie all stories into a neat little bow which I was yearning for at that point. But I guess that’s also part of life so the book is cohesive in that way. It is definitely worth the read.

5

Die ersten Seiten sind mir so schwer gefallen, aber dann hat es mich gepackt und nicht mehr losgelassen! Dieses Buch MUSS man lesen!

5

+ So viele verschiedene Geschichten, wirklich jede für sich wertvoll, ich glaub viele davon werden mir noch im Kopf bleiben. Verschiedene Generationen, verschiedene struggles, aber alles fügt sich irgendwie perfekt zusammen - damit meine ich gar nicht die Erzählung an sich, auch da treffen natürlich Charaktere aufeinander. Aber es ergibt einfach alles zusammen ein sehr vielseitiges Bild von dem Leben schwarzer Flint-Personen in England, ein Einblick, den ich ohne dieses Buch niemals gehabt hätte und der zudem noch richtig gut erzählt ist. - Habe ein wenig gebraucht, um reinzukommen, weil die vielen Charaktere anfangs noch sehr lose verbunden sind und ich mir auch einfach nicht gut Namen merken kann. Versteh nicht, warum dieser Ständig-Absätze-setzen-Stil. Man liest dadurch schneller, aber das Buch ist auch einfach dicker und schwerer und verbraucht mehr Papier. Das Ende fand ich unrealistisch und ein bisschen überzogen - Spoiler: Ein Charakter, eine ältere, rassistische, vermeintlich weiße Frau, findet heraus, dass sie schwarze Vorfahren hat. Anstatt das zu thematisieren, endet das Buch aber ein wenig kitschig mit so einer "found my long lost mother"-Szene, und der Rassismus ist plötzlich vergessen?

4

Bernardine Evaristo ist die erste schwarze Frau die den Booker Prize in seiner 50 Jährigen Geschichte gewonnen hat. Als ich dann auch noch den Klappentext gelesen habe, musste ich dieses Buch einfach haben und lesen. Meine Erwartungen waren sehr hoch. Bernardine Evaristo schreibt dabei recht seltsam. Ihre Texte enden nicht mit einem Punkt. Nur am Ende eines Kapitels findet man einen. Anfangs fand ich es recht verwirrend, aber schnell überliest man es einfach, denn die Texte sind einfach sehr flott geschrieben. Man wird mit Feminismus, Diskriminierung, Sexismus und Rassismus konfrontiert. Ich habe am Anfang gar nicht gemerkt, dass ich von einer schwarzen Frau gelesen habe. Das wurde mir erst später klar. Dabei habe ich mich selbst dabei ertappt, wie sehr ich doch in Schubladen denke. Selber Weiß, kann ich mich bestimmt nicht in die Frauen hineindenken, die mit einer anderen Hautfarbe in der weißen Gesellschaft lebt. Doch Bernardine Evaristo bringt es mir bei und zeigt dabei sehr viel ihrer Protagonistinnen. Ihre zwölf Frauen lassen den Leser in ihre Welt blicken. Ihre Herkunft, ihre Wut und Liebe, ihren Lebenswandel. Jede Einzelne hat mich irgendwie in ihren Bann gezogen. Es wird kein Blatt vor den Mund genommen, denn sie zeigen ihre Gefühle und breiten auch ihr Sexleben vor dem Leser aus. Es geht dabei aber mehr darum zu zeigen, wie bunt die Welt eigentlich ist. Nicht zu (ver-)urteilen, bevor man die ganze Geschichte kennt. Nicht jede Frau ist die schöne, selbstständige Geschäftsfrau, die ihren „Mann“ steht. Evaristo beschreibt auch die Frau, die sich ihrer Geliebten beugt, sich abhängig macht, genauso wie das Findelkind, das sich seinen Platz in der Gesellschaft erkämpfen muss. Oftmals sind Evaristos Figuren maßlos überzeichnet, was irgendwie wieder bezaubernd ist. 12 Mädchen Frau etc Bernardine Evaristo stellt 12 Frauen/Mädchen in ihrem Buch vor. Dabei sind alle Geschichten irgendwie miteinander verbunden. Sie schieben sich ineinander, wie ihre Texte ohne Punkte. Den Anfang macht Amma, eine frauenverschlingende Frau der 60er Jahre. Sie ist eine fast wütende Person, die ständig gegen alles und jeden meckert und protestiert. Sie geht mit ihrer besten Freundin

4

Mädchen, Frau ETC. Bernadine Evaristo, aus dem Englischen von Tanja Handels Da war ich wohl die Letzte, die dieses Buch gelesen hat, oder? Es lag lange auf meinem #stapelungelesenerbücher und ich ahne auch warum - ich mag ja gar keine Kurzgeschichten. Zu wenig Inhalt und kaum hat es begonnen, so endet es auch schon wieder. Vielleicht werde ich aber überrascht?! Evaristo lässt viele, meist schwarze Frauen zu Wort kommen. Alle erzählen ihre Geschichten: Von ihren Vorfahren, deren Flucht, Umsiedlung, vom Rassismus und ihrem jetzigen Leben mit allen Höhen und Tiefen. Das besondere an diesem Buch ist, dass die meisten Frauen sich kennen oder verwandt sind. Deshalb erzählt auch mal eine Frau in einem anderen Kapitel das Geheimnis einer vorherigen Protagonistin. Mir gefiel das Buch sehr! Es hat überhaupt nicht diesen typischen Kurzgeschichten-Charakter. Lediglich die ersten zwei Geschichten konnten mich nicht überzeugen. Der ungewöhnliche Schreibstil ohne Punkt und Großbuchstabe zu Beginn eines Satzes, hat mich überhaupt nicht gestört. Ein sehr gutes bis hervorragendes Buch! 4½ Sterne und eine klare Leseempfehlung von mir.

3.5

Das Schreiben einer Bewertung war für mich selten so schwer...

"Mädchen, Frau etc." ist ein Buch, das es mir nicht leicht macht eine Bewertung zu formulieren. Das liegt daran, dass ich unterschiedliche Aspekte des Buchs so gegensätzlich wahrgenommen habe. Einerseits ist da die Struktur und der beinah vollständige Verzicht auf Interpunktion. Das hat mir den Start des Lesens sehr erschwert - zu Beginn war ich sehr damit beschäftigt zu verstehen, wo ein Satz aufhört und der nächste beginnt und mich nicht hetzen zu lassen. Das war nämlich die Wirkung dieses Stilmittels auf mich und ich habe mich darüber geärgert, da ich mich eigentlich in die verschiedenen Chataktere einfühlen wollte. Nach einer gewissen Zeit habe ich gemerkt, dass es mir hilft, mehr am Stück zu lesen, um den Stil anzunehmen. Das war aber für mich nicht immer möglich (Bahnfahrt, Wartezeiten etc.), sodass ich mich immer wieder auf den Stil einlassen musste. Das Einfühlen in die Charaktere hat dann bei mir leider auch nicht so gut funktioniert. Vielleicht lag es an der Vielzahl der Protagonist*innen, aber ich hatte stets das Gefühl von außen auf die Szenerie zu schauen und wenn ich gerade in die Lebenswelt einer Person eingetaucht war, das Kapitel über sie auch schon wieder endete. Da sind mir Bücher wie Issa etwas lieber, die weniger Charaktere umfassen, aber soch dafür etwas mehr Zeit für diese nehmen. Das ist aber eine persönliche Präferenz. Nach diesen für mich eher negativen Punkten kommt dann aber der riesen Pluspunkt des Buches und zwar die tollen, unterschiedlichen Geschichten, die ganz natürlich ineinander greifen und uns so viele unterschiedliche Perspektiven, Lebensrealitäten und Lebensthemen zeigen. Davon bin ich wirklich beeindruckt und bin froh, dass ich die tollen Protagonist*innen über eine kurze aber intensive Zeit begleiten durfte. Ich hatte das Gefühl durch ganze viele Fenster zu schauen und dadurch wieder viele Aspekte von Menschen nachvollziehen und verstehen zu können, die eine oder mehrere Diskriminierungsebenen abdecken.

5

Dieses Buch muss man lesen..... großartig!

3

Dieses Buch handelt von 12 verschiedenen Frauen (und non-binären Personen) und ihren Geschichten. Jedes Kapitel beschreibt einen Zeitabschnitt im Leben einer dieser Frauen. Wenn man sich an den Schreibstil mit möglichst wenig Satzzeichen gewöhnt hat, liest es sich doch sehr flüssig. Fast alle Geschichten haben mich gefesselt, da jede ihre ganz eigene Dramatik mit sich bringt. Es werden viele Themen behandelt wie Feminismus, Rassismus, Herkunft, Kultur, Familie, Freundschaft und vieles mehr. Leider blieben mir (wahrscheinlich aufgrund der Anzahl) nur wenige einzelne Geschichten im Kopf. Das ist eigentlich ziemlich schade. Ich hätte es schöner gefunden, wenn die Geschichten viel früher und mehr ineinander gegriffen hätten.

3

Dieses Buch zu bewerten fällt mir wirklich sehr schwer, da es mir als Person die keinen PoC Hintergrund hat gar nicht zusteht eine Lebensweise oder Kultur von PoC Personen / Frauen zu bewerten. Meiner Meinung nach. Beim Lesen des Buches ist mir bewusst geworden wie unterschiedlich Kulturen und Lebensweisen nicht nur in der heutigen Zeit sein können. Bis auf das Geschlecht und einige zwischenmenschliche Beziehungen und Verhaltensweisen konnte ich kaum eine Gemeinsamkeit feststellen. Des Weiteren ist mir bewusst geworden wie wenig Hintergrundwissen ich in Bezeug auf die vorkommenden Kulturen habe. Das hat mich fast ein wenig erschreckt. Nur weil eine Person eine PoC Person ist oder den Hintergrund hat, sind nicht alle gleich. (das war mir vorher selbstverständlich auch schon klar) Dieses Buch macht entschieden auf diese Unterschiede aufmerksam. Ich habe sehr viel gelernt und ich wurde sehr zum Nachdenken gebracht um mich mit verschiedenen Kulturen auseinander zu setzen. Dennoch konnte ich zu den einzelnen Charakteren wenig Bindung aufbauen.

5

Ein sehr berührendes, spannendes und einzigartiges Buch.

Ein sehr berührendes, spannendes und einzigartiges Buch.
5

Es gibt ein paar Dinge, die mir normalerweise bei Büchern nicht gefallen. Dazu gehören Geschichten, die episodenhaft und aus der Perspektive von zu vielen Personen erzählt werden. Und wenn Sätze nicht mit Großbuchstaben beginnen und am Ende keinen Punkt haben. Das Ersteres bei Mädchen, Frau etc. der Fall war, wusste ich aus der Beschreibung des Buches, wollte ihm aber doch eine Chance geben. Letzteres stellte ich gleich auf der ersten Seite fest. Eigentlich wollte ich das Buch gleich wieder aus der Hand legen. Aber schon nach den ersten Sätzen war ich wie gefesselt. Das Buch ist toll geschrieben, nach ein paar Seiten sah ich auch über fehlende Großbuchstaben und Punkte hinweg. Auch die unterschiedlichen Episoden und Personen störten mich nicht. Im Gegenteil, ich war fasziniert von der vielseitigen Erzählweise, mal chronologisch, mal nicht. Am Beginn einer neuen Handlung dauerte es immer ein wenig, bis klar war, wie diese Person im Verhältnis zu den vorherigen stand. Es gab keine einzige (Haupt-)Figur, die unsympathisch war und es war einfach nur schön zu lesen, wie die Schicksale miteinander verflochten waren. Nach dem Epilog standen mir die Tränen in den Augen. Das Buch ist sehr feministisch, aber nicht auf ein unangenehme oder aufdringliche Art. Ich bin oft bei Büchern skeptisch, in denen es um "Starke Frauen" geht, zu oft sind mir dort äußerst triviale Geschichten untergekommen. Hier gibt es aber ausschließlich wirklich starke Frauen und jede einzelne von ihnen ist eine faszinierende Persönlichkeit. Ich kann Mädchen, Frau etc. nur uneingeschränkt empfehlen, absolut lesenswert.

4

Amma, Shirley, Bummi, Penelope, Jazz... Bernardine Evaristo versammelt in ihrem Roman die Geschichten von Frauen. Frauen, die ihren Platz in der Gesellschaft erkämpfen müssen, die ihre Identitäten finden und verteidigen müssen, Rassismus- und Diskriminierungserfahrungen machen und sind die Stimmen des Feminismus - heute und früher. Denn die Wege dieser Frauen werden nicht nur in der aktuellen Zeit verfolgt, sondern zeigen auch, wo sie herkommen - und wie weit (oder wenig weit) sie gekommen sind. Amma beispielsweise schreibt Theaterstücke und erhofft sich ihren Durchbruch mit einem Stück, mit dem sie als schwarze Frau und als lesbische Frau ihre Stimme erheben will. Ihre Tochter Jazz sucht an der Universität ihren Weg - zwischen Privilegien und Kämpfen. Mit jeder neuen Figur, die Evaristo einführt, spinnt sie das Netz weiter, denn über die eine oder andere Ecke sind ihre Schicksale und Wege alle miteinander verbunden, was die Neugier auf die neuen Figuren nur steigert. In dieses Buch musste ich mich ein wenig hineinkämpfen, da bin ich ganz ehrlich. Die unkonventionelle Schreibweise, ohne Punkte, ohne wörtliche Rede, mutet beinahe lyrisch an und so hat es einige Kapitel gebraucht, bis ich den Ton des Buchs fühlen konnte und plötzlich feststellte, wie sehr es mich in seinen Bann gezogen hat. Mich faszinieren Geschichten, in denen Figuren auf so unterschiedliche Weisen zusammengehören. Außerdem erzählt die Autorin mit viel Macht über den Kampf der Feministinnen, der Schwarzen Frauen, derjenigen Frauen, die nicht dem heteronormativen, weißen Weg folgen (können und wollen) und damit die Gesellschaft wieder und wieder herausfordern - und damit eine Geschichte schwarzer Frau (in England) nachzeichnet. Ich konnte wieder einmal viel lernen und bin dafür sehr dankbar. Viele Situationen haben mich tief getroffen, sowohl aus einem Mitgefühl heraus als auch wegen einer gewissen Schuld, die ich empfinde wegen meines so leichten Weges. Dieses Buch trägt seine Preise zurecht und sollte von so viel mehr Menschen gelesen werden.

4

Bernadine Evaristo erzählt in Mädchen, Frau etc. die Geschichte von 12 schwarzen, britischen Frauen. Die Charakteren sind vielschichtig und sehr verschieden, aber ihre Leben sind auf unterschiedliche Weise miteinander verbunden. Die ersten 50 Seiten vielen mir sehr schwer. Was unter anderem daran liegt, dass es keine Punkte gibt. Ich habe mich im Lesen wie getrieben gefühlt und brauchte eine Weile um mich daran zu gewöhnen. Auch wenn die Protagonistinnen sehr gut gut beschrieben waren, so fehlte es mir doch an Zeit um mich wirklich einfühlen zu können. Auf 500 Seiten werden 12 Geschichten erzählt. Ich begleite meine Lesegefährtinnen gerne länger…

5

Sehr cooles Buch! Es zeigt fiktionale Geschichten von unterschiedlichen Frauen, die alle auf verschiedene Arten miteinander verbunden sind, welches teilweise erst am Ende klar wird. Vor allem auf die Themen Rassismus & Homophobie sowie Chancengleichheit wird eingegangen - anhand der Charaktere verschiedener Generationen sieht man die Entwicklung der Gesellschaft diesbezüglich und wie unterschiedlich die Auswirkungen davon auf Einzelpersonen sein können, obwohl das System das gleiche ist. Ich fand auch interessant wie sich der Feminismus entwickelt hat sowie vorhandene Machtgefälle. Das klingt jetzt alles sehr "sachbuchartig" und vielleicht auch belehrend, aber alle diese Fakten wurden in die berührenden Geschichten eingebaut zwischen Familien & Freundinnen, Müttern & Töchtern und Lehrerinnen & Schülerinnen. Ein kleiner Kritikpunkt wäre trotzdem, dass man sehr aufmerksam lesen muss, um sich alle vorhandenen Namen und die Personen und Beziehungen dahinter merken zu können. Man kann es aber relativ schnell nachschauen, durch den Aufbau des Buchs in viele kleine Kapitel :)

4

Gibt tiefe Einblicke in die Geschichte von ganz verschiedenen, meist weiblichen People of Color.

Ich war zunächst enttäuscht, da ich einen Roman mit durchgehender Handlung erwartete. Es ist allerdings eher wie eine Sammlung der Geschichten unterschiedlicher Menschen, deren Leben oft irgendwie zusammenhängen. Als solches ist das Buch dann wieder ausgesprochen spannend und sehr abwechslungsreich, da die Geschichten mit den Figuren auch sehr variiert. Besonders gut hat mir z.B. der Teil gefallen, in dem eine Person sich als nonbinär definiert und damit die Schreibform für die Person in die xier-Perspektive wechselt. Das gibt es (leider) noch eher selten.

3

Die fehlenden Satzschlusszeichen und die Kleinschreibung der Satzanfänge ist sehr ungewohnt und man muss sich erst dran gewöhnen. Inhaltlich ein spannendes Buch.

3.5

„be a person with knowledge not just opinions“

Zwölf Frauen, zwölf Perspektiven, zwölf Identitäten. Bernadine Evaristo erzählt hier zwölf Geschichten von fast ausschließlich schwarzen Frauen, die so ineinander verwoben sind, dass es mich wirklich fasziniert hat. Die einzelnen Lebensrealitäten sind so unterschiedlich und doch hängen sie alle auf die eine oder andere Art zusammen. Und die Diskriminierungserfahrungen, die diese Frauen machen müssen, lassen mich fassungslos zurück. Anfangs hatte ich große Probleme, mich in den Stil der Autorin hineinzufinden. Viel Interpunktion ist hier nämlich nicht zu finden. Spätestens beim zweiten Kapitel war ich aber beeindruck, vor allem vom Aufbau des Buches. Es ist wie eine Komposition. Jedes Kapitel der ersten vier behandelt dabei drei Frauen aus verschiedenen Generationen, deren Beziehung untereinander auch häufig von Unverständnis geprägt ist. Und am Ende wird alles zusammengeführt. Durch die Breite der Perspektiven verbringen wir leider nur wenige Seiten mit den einzelnen Figuren. Dieses kurzgeschichtenhafte hat mir den Zugang etwas erschwert, aber dennoch schafft Evaristo es, Tiefe zu erreichen und Empathie zu erschaffen. Ich habe viel gelernt und bin froh, mir das Buch erarbeitet zu haben. Das hier ist kein leichtes Buch für zwischendurch. Empfehlen würde ich es aber definitiv - mit ein bisschen Zeit und Muße.

4

Meine Meinung Bernadine Evaristo gewann mit ihrem Roman »Mädchen, Frau etc.« 2019 als erste schwarze Autorin den Booker Prize und erhielt auch hierzulande mit der deutschen Erstveröffentlichung im Tropen Verlag große Aufmerksamkeit, die ihre Geschichte über zwölf schwarze Frauen auch mehr als verdient. In fünf Kapiteln taucht man in die Lebensgeschichte von den Protagonistinnen ein, die alle lose miteinander verknüpft sind, durch Verwandtschaft, Freundschaft und Liebe. Die Rahmenhandlung stellt die Premiere von Ammas Theaterstück am National Theatre dar, bei der die meisten der Frauen anwesend sind und die losen Fäden zusammengefasst werden. Bernardine Evaristo setzt bei ihren Erzählungen auf ein ungewöhnliches Stilmittel, indem sie fast vollkommen auf Interpunktion verzichtet und ihrem Text damit einen eigenwilligen Rhythmus aufdrückt. Im Lesefluss hat mich das nur zu Beginn etwas gestört und stolpern lassen, einmal daran gewöhnt entfaltet sich die soghafte Wirkung der Geschichte allerdings ungehindert und brilliert vor allen Dingen durch die wechselnde Sprache, die sich immer der jeweiligen Frau anpasst, über die gerade erzählt wird, sodass man das Gefühl hat, diese spricht einen direkt an. Die Frauen über die Bernardine Evaristo berichtet befinden sich in den unterschiedlichsten Lebensabschnitten, von der neunzehnjährigen Yazz bis hin zur dreiundneunzigjährigen Grace, und so spiegelt sich die Veränderungen durch die Jahrzehnte aber auch die Parallelen in den Schicksalen dieser schwarzen Frauen wider. Eine Präsenz, die sich durch alle Lebensläufe zieht, sind Themen wie Rassismus, Feminismus, sexuelle Orientierung und Identität. Aber auch die Betrachtung von Gewalt, patriarchale Unterdrückung, Migration, Integration, familiäre Gefüge und althergebrachte Regelungen und Traditionen, die junge Menschen in ihrer Entfaltung hemmen und sie in ein Korsett stecken, werden verpackt in bewegenden Erzählungen aufgetischt. Besonders spannend zu lesen war für mich die Geschichte über Megan, die sich gegen alle Versuche ihrer Mutter sie in ihr Modell einer femininen Tochter zu zwängen behauptet und schließlich in einer nicht-binären Rolle als Morgen aufblüht und eine glückliche Beziehung zu einer Transfrau eingeht. Durch Evaristos abwechslungsreiche und diverse Darsteller*innenauswahl kann man seinen eigenen Horizont ungemein erweitern. Bisher hatte ich zwar schon Bücher über lesbische, schwule oder transsexuelle Protagonist*innen in der Hand, mit der nicht-binären Geschlechtsidentität, die sich weder dem weiblichen noch dem männlichen Spektrum zuordnen lässt, allerdings nur durch Tillie Waldens Comic »Auf einem Sonnenstrahl« kurzen Kontakt. Fazit »Mädchen, Frau etc.« ist ein bewegender und augenöffnender Roman über die wichtigen Themen unserer Zeit. Unbedingt lesen! -------------------------------- © Bellas Wonderworld; Rezension vom 20.04.2021

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