Der Mythos von Sisyphos
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Book Information
Author Description
Albert Camus wurde am 7. November 1913 in ärmlichen Verhältnissen als Sohn einer Spanierin und eines Elsässers in Mondovi, Algerien, geboren. Von 1933 bis 1936 studierte er an der Universität Algier Philosophie. 1934 trat er der Kommunistischen Partei Algeriens bei und gründete im Jahr darauf das «Theater der Arbeit». 1937 brach er mit der KP. 1938 entstand sein erstes Drama «Caligula», das 1945 uraufgeführt wurde. Camus zog 1940 nach Paris. Neben seinen Dramen begründeten der Roman «Der Fremde» und der Essay «Der Mythos von Sisyphos» sein literarisches Ansehen. 1957 erhielt Albert Camus den Nobelpreis für Literatur. Am 4. Januar 1960 starb er bei einem Autounfall.Das Gesamtwerk von Albert Camus liegt im Rowohlt Verlag vor.
Posts
Achtung Spoiler
Dies war mein erster Essay generell und der erster Roma von Albert Camus. Seine Schreibweise ist sehr eigen und erfordert höchste Konzentration. Auch Kenntnisse über erwähnte Autoren sind von Vorteil, weshalb mir das Verständnis an manchen Stellen gefehlt hat. Umso verständnisvoller waren die Abschnitte von Dostojewski und Kafka, da mir diese Verfasser schon bekannt sind. Es ist für jeden Empfehlenswert, der Camus und seine Gedankengänge verstehen, aber auch frühere Autoren besser deuten will.
Der Mensch lebt in einer sinnlosen Welt – und genau daraus folgt nicht Verzweiflung, sondern Freiheit. Camus geht von der nüchternen Einsicht aus, dass es keinen vorgegebenen Sinn, keine höhere Ordnung und keine endgültige Wahrheit gibt, die das menschliche Leiden rechtfertigt. Diese Erkenntnis erzeugt das Absurde: den unauflösbaren Konflikt zwischen dem menschlichen Bedürfnis nach Sinn und der Gleichgültigkeit der Welt. Die zentrale Frage des Buches lautet deshalb nicht abstrakt philosophisch, sondern existenziell: Ist das Leben unter diesen Bedingungen überhaupt lebenswert? Camus’ Antwort ist ein entschiedenes Ja – allerdings ohne Trost, ohne Hoffnung auf ein Jenseits und ohne Selbsttäuschung. Die Quintessenz liegt in der Revolte gegen die Sinnlosigkeit. Diese Revolte ist kein Aufstand mit Waffen, sondern eine innere Haltung: das bewusste Weiterleben, das klare Denken und das ständige Verweigern falscher Antworten. Wer das Absurde akzeptiert, darf weder fliehen noch kapitulieren. Stattdessen lebt er intensiv im Hier und Jetzt, übernimmt Verantwortung für sein Handeln und schöpft seine Freiheit gerade aus dem Fehlen eines höheren Ziels. Sisyphos steht am Ende als Sinnbild dieser Haltung. Obwohl seine Aufgabe zwecklos ist, gehört sein Schicksal ihm selbst. Indem er die Absurdität seines Daseins anerkennt und bejaht, verwandelt er Strafe in Selbstbestimmung. Die Quintessenz des Buches ist daher: Nicht der Sinn macht das Leben lebenswert, sondern das bewusste Leben selbst. Der Mensch wird nicht durch Hoffnung gerettet, sondern durch Klarheit, Trotz und die Entscheidung, trotz allem weiterzugehen.
“Man muss sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen”. Einfach ein krasser Satz.
Puh wie beschreibt man das Buch denn. Ich beziehe mich als aufbauend auf “Der Fremde” ebenfalls von Camus, welches ich vorher gelesen habe. Der Mythos des Sisyphos gefiel mir deutlich besser als “Der Fremde”. Dieser trockene und “langweilige” Schreibstil, den ich hatte, den hatte ich hier nicht. Die Sprache war sehr klar, die Gedanken allerdings echt komplex. Das Prinzip des Absurden, also die Spannung zwischen dem Sinn suchenden Wesen und seiner sinnlosen Umgebung ist sehr faszinierend. Ich finde den Bezug zu vergangen Philosophen sehr spannend und zeigt nochmal deutlich, wieso dieses Buch als Klassiker des Existenzialismus gilt. “Man muss ich sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen”. Am Anfang nicht verstanden, jetzt schon und es hat mich berührt und hat mir nochmal klar gezeigt, dass ich der Herr meines Lebens bin. Ich bin der, der sagt was für mich richtig ist. Ich gebe nur 4 Sterne, da ich nicht alles verstanden habe und manche Passagen durchaus komplex waren gerade mit diesen nachträglichen Ergänzungen. Insgesamt aber ein super Buch, was ich durchaus empfehlen kann.
Der Mythos des Sisyphos — ein Versuch
Die meisten Bücher versprechen Antworten. Camus nicht. Der Mythos des Sisyphos war mein erster Essay — und ich werde nicht lügen: es war mühsam. Dicht geschrieben, kein roter Faden der einen trägt. Man muss aktiv mitdenken, Seite für Seite. Aber genau das hat es wert gemacht. Camus stellt eine Frage, die die meisten lieber meiden: Wenn das Leben keinen Sinn hat, warum weitermachen? Seine Antwort ist kein Trost, kein Glaube, keine Ablenkung — sondern Revolte. Das Leben annehmen, genau so wie es ist. Sisyphos rollt seinen Stein. Der Stein fällt zurück. Und auf dem Weg nach unten — da ist er frei.
"I feel like getting married, or committing suicide, or subscribing to L'Illustration."
Letzten Sommer saß ich mit einem Verwandten, der sich mit Musik beschäftigt und gerne einmal vom Songwriting leben würde, nach Mitternacht am Strand. Schöner Nachthimmel, die Wellen sorgten für eine wunderbare Geräuschkulisse. Er erzählte mir davon, wie sehr er seinen Brotjob satt habe und er voller Hoffnung seine Musik mache, um mal ein ganz anderes Leben zu führen. Ich, auf der anderen Seite, der beabsichtigt, irgendwann einmal Romane zu veröffentlichen, sagte: "In meinem Leben wird sich nichts ändern. Zwischen mir, der noch nie etwas veröffentlicht hat, und mir, der Texte veröffentlicht haben wird, wird es absolut keinen Unterschied geben. Das weiß ich." Das vermieste ihm die Laune, zog ihn runter. "Wieso denn?", fragte ich. "Ist doch alles halb so wild. Ich will es ja trotzdem." Ich bin niemand, der Bücher mehrfach liest. Aber mit dem Mythos des Sisyphos habe ich meine für immer Bettlektüre gefunden.
Das Absurde - das sinnlose Leben?
Ich habe von diesem Buch was anderes erwartet, ich dachte es wird nur die Geschichte des Mythos erzählt. Man muss dazusagen, mein Cover sieht anderes aus: ich habe eine Enzyklopädie gelesen über den Existenzialismus verschiedener Philosophen. Das war ansatzweise ganz interessant, aber unzureichend erklärt, sodass ich nicht alles verstanden habe. Trotzdem hat mir der Ansatz von Camus gefallen und ich werde noch weitere Bücher lesen. Ich hätte jetzt auch Lust was von Sartre zu lesen.
Ganz ehrlich, Camus schreibt wirklich stark und seine Texte haben Stil, aber philosophisch überzeugt mich das Ganze nicht so richtig. Er redet viel über das Absurde, geht aber kaum in die Tiefe der Theorie. Wenn man schon über das Sein im Absurden spricht, dann sollte da auch eine klarere ontologische Grundlage erkennbar sein. Stattdessen bleibt vieles bei stimmungsvollen Bildern und emotionalen Beschreibungen hängen. Als Schriftsteller ist Camus auf jeden Fall beeindruckend, als Philosoph wirkt er dagegen eher ungenau und unfertig.

Mein Lieblingsbuch! Darum kann ich nicht objektiv bewerten! 😂
Ich finde den Ansatz des Existenzialismus wirklich spannend. Camus wirft dabei noch seine Perspektive des Absurden dazu und Zack: erhält man eine erstaunlich nüchterne als auch humorvolle Betrachtung auf das Leben. Seine Philosophie hat viel Tiefe und dabei dennoch eine gewisse Leichtigkeit, auch wenn man das vom Exsitenzialismus sicher nicht erwartet. Das Buch ist sicher kein easy-read und es setzt ein großes Grundverständnis voraus von anderen Philosophischen Strömungen, die vor dem Existenzialismus dominierten. Auch die geschichtliche Einordnung hilft das besser zu verstehen. Camus schreibt mit einer Leichtigkeit über Komplexität, die ich wirklich bewundere. Ich empfehle dieses Buch jeder Person, die sich gerne mit out-of-the-box thinking befasst und mal eine Art von philosophischen Texten lesen möchte. Aber wie gesagt, es ist sehr anspruchsvoll.
Seltsam, in gewisser Weise habe ich mich von Camus' Logik des Absuden faszinieren lassen, und habe mich auch ein gutes Stück darin wiedergefunden. Und doch muss ich am Ende sagen, dass seine Theorie in meinen Augen und mit meinen Erfahrungen hakt. Dass das Leben absurd ist, wenn man den großen Zusammenhang sieht, verstehe ich. Auch ich hadere damit, dass ich meinen Leben nicht den Sinn geben kann, den ich möchte. Demnach würde mir nur der philosophische Selbstmord übrig bleiben. Aber das sollen wir nicht machen als nach dem Sinn fragende Menschen. Vielmehr sollen wir eine Revolte starten, die Absurdität nicht die Oberhand gewinnen lassen durch unseren Freitod, sondern unsere verbleibende Lebenszeit mit dem andauernden Streben nach dem Sinn des Lebens füllen. Gilt übrigens nur für Agnosiker. Gläubige an eine göttliche Macht kennen die Absurdität ja nicht, da ihre Religion sie von diesem Spannungsfeld befreit. Da gibt ewiges Leben und noch vielmehr, wenn man auf andere Weltreligionen schaut. Aber letztlich ist das auch nur ein Lamentieren aus dem philsophischen Elfenbeinturm, ohne die Realität zu beachten. Denn es gibt ausreichende Menschen, die ihrem Leben einen Sinn geben können und der muss nicht mehr metaphysisch sein, sondern ganz simpel in einfacher Nächstenliebe sich äußern. Oder einem Kunstgewerbe nachgehen. Oder seinen SuB zu Lebzeiten noch vollständig abbauen. Was auch immer. Es sind nur wenige, die dieses Spannungsfeld spüren, die Camus beschreibt. Depressive stehen dem bestimmt näher. Aber Antworten auf die großen Fragen des Lebens kann Camus in meinen Augen damit auch nicht bieten.
Seltsam, in gewisser Weise habe ich mich von Camus' Logik des Absuden faszinieren lassen, und habe mich auch ein gutes Stück darin wiedergefunden. Und doch muss ich am Ende sagen, dass seine Theorie in meinen Augen und mit meinen Erfahrungen hakt. Dass das Leben absurd ist, wenn man den großen Zusammenhang sieht, verstehe ich. Auch ich hadere damit, dass ich meinen Leben nicht den Sinn geben kann, den ich möchte. Demnach würde mir nur der philosophische Selbstmord übrig bleiben. Aber das sollen wir nicht machen als nach dem Sinn fragende Menschen. Vielmehr sollen wir eine Revolte starten, die Absurdität nicht die Oberhand gewinnen lassen durch unseren Freitod, sondern unsere verbleibende Lebenszeit mit dem andauernden Streben nach dem Sinn des Lebens füllen. Gilt übrigens nur für Agnosiker. Gläubige an eine göttliche Macht kennen die Absurdität ja nicht, da ihre Religion sie von diesem Spannungsfeld befreit. Da gibt ewiges Leben und noch vielmehr, wenn man auf andere Weltreligionen schaut. Aber letztlich ist das auch nur ein Lamentieren aus dem philsophischen Elfenbeinturm, ohne die Realität zu beachten. Denn es gibt ausreichende Menschen, die ihrem Leben einen Sinn geben können und der muss nicht mehr metaphysisch sein, sondern ganz simpel in einfacher Nächstenliebe sich äußern. Oder einem Kunstgewerbe nachgehen. Oder seinen SuB zu Lebzeiten noch vollständig abbauen. Was auch immer. Es sind nur wenige, die dieses Spannungsfeld spüren, die Camus beschreibt. Depressive stehen dem bestimmt näher. Aber Antworten auf die großen Fragen des Lebens kann Camus in meinen Augen damit auch nicht bieten.
Book Information
Author Description
Albert Camus wurde am 7. November 1913 in ärmlichen Verhältnissen als Sohn einer Spanierin und eines Elsässers in Mondovi, Algerien, geboren. Von 1933 bis 1936 studierte er an der Universität Algier Philosophie. 1934 trat er der Kommunistischen Partei Algeriens bei und gründete im Jahr darauf das «Theater der Arbeit». 1937 brach er mit der KP. 1938 entstand sein erstes Drama «Caligula», das 1945 uraufgeführt wurde. Camus zog 1940 nach Paris. Neben seinen Dramen begründeten der Roman «Der Fremde» und der Essay «Der Mythos von Sisyphos» sein literarisches Ansehen. 1957 erhielt Albert Camus den Nobelpreis für Literatur. Am 4. Januar 1960 starb er bei einem Autounfall.Das Gesamtwerk von Albert Camus liegt im Rowohlt Verlag vor.
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Achtung Spoiler
Dies war mein erster Essay generell und der erster Roma von Albert Camus. Seine Schreibweise ist sehr eigen und erfordert höchste Konzentration. Auch Kenntnisse über erwähnte Autoren sind von Vorteil, weshalb mir das Verständnis an manchen Stellen gefehlt hat. Umso verständnisvoller waren die Abschnitte von Dostojewski und Kafka, da mir diese Verfasser schon bekannt sind. Es ist für jeden Empfehlenswert, der Camus und seine Gedankengänge verstehen, aber auch frühere Autoren besser deuten will.
Der Mensch lebt in einer sinnlosen Welt – und genau daraus folgt nicht Verzweiflung, sondern Freiheit. Camus geht von der nüchternen Einsicht aus, dass es keinen vorgegebenen Sinn, keine höhere Ordnung und keine endgültige Wahrheit gibt, die das menschliche Leiden rechtfertigt. Diese Erkenntnis erzeugt das Absurde: den unauflösbaren Konflikt zwischen dem menschlichen Bedürfnis nach Sinn und der Gleichgültigkeit der Welt. Die zentrale Frage des Buches lautet deshalb nicht abstrakt philosophisch, sondern existenziell: Ist das Leben unter diesen Bedingungen überhaupt lebenswert? Camus’ Antwort ist ein entschiedenes Ja – allerdings ohne Trost, ohne Hoffnung auf ein Jenseits und ohne Selbsttäuschung. Die Quintessenz liegt in der Revolte gegen die Sinnlosigkeit. Diese Revolte ist kein Aufstand mit Waffen, sondern eine innere Haltung: das bewusste Weiterleben, das klare Denken und das ständige Verweigern falscher Antworten. Wer das Absurde akzeptiert, darf weder fliehen noch kapitulieren. Stattdessen lebt er intensiv im Hier und Jetzt, übernimmt Verantwortung für sein Handeln und schöpft seine Freiheit gerade aus dem Fehlen eines höheren Ziels. Sisyphos steht am Ende als Sinnbild dieser Haltung. Obwohl seine Aufgabe zwecklos ist, gehört sein Schicksal ihm selbst. Indem er die Absurdität seines Daseins anerkennt und bejaht, verwandelt er Strafe in Selbstbestimmung. Die Quintessenz des Buches ist daher: Nicht der Sinn macht das Leben lebenswert, sondern das bewusste Leben selbst. Der Mensch wird nicht durch Hoffnung gerettet, sondern durch Klarheit, Trotz und die Entscheidung, trotz allem weiterzugehen.
“Man muss sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen”. Einfach ein krasser Satz.
Puh wie beschreibt man das Buch denn. Ich beziehe mich als aufbauend auf “Der Fremde” ebenfalls von Camus, welches ich vorher gelesen habe. Der Mythos des Sisyphos gefiel mir deutlich besser als “Der Fremde”. Dieser trockene und “langweilige” Schreibstil, den ich hatte, den hatte ich hier nicht. Die Sprache war sehr klar, die Gedanken allerdings echt komplex. Das Prinzip des Absurden, also die Spannung zwischen dem Sinn suchenden Wesen und seiner sinnlosen Umgebung ist sehr faszinierend. Ich finde den Bezug zu vergangen Philosophen sehr spannend und zeigt nochmal deutlich, wieso dieses Buch als Klassiker des Existenzialismus gilt. “Man muss ich sich Sisyphos als einen glücklichen Menschen vorstellen”. Am Anfang nicht verstanden, jetzt schon und es hat mich berührt und hat mir nochmal klar gezeigt, dass ich der Herr meines Lebens bin. Ich bin der, der sagt was für mich richtig ist. Ich gebe nur 4 Sterne, da ich nicht alles verstanden habe und manche Passagen durchaus komplex waren gerade mit diesen nachträglichen Ergänzungen. Insgesamt aber ein super Buch, was ich durchaus empfehlen kann.
Der Mythos des Sisyphos — ein Versuch
Die meisten Bücher versprechen Antworten. Camus nicht. Der Mythos des Sisyphos war mein erster Essay — und ich werde nicht lügen: es war mühsam. Dicht geschrieben, kein roter Faden der einen trägt. Man muss aktiv mitdenken, Seite für Seite. Aber genau das hat es wert gemacht. Camus stellt eine Frage, die die meisten lieber meiden: Wenn das Leben keinen Sinn hat, warum weitermachen? Seine Antwort ist kein Trost, kein Glaube, keine Ablenkung — sondern Revolte. Das Leben annehmen, genau so wie es ist. Sisyphos rollt seinen Stein. Der Stein fällt zurück. Und auf dem Weg nach unten — da ist er frei.
"I feel like getting married, or committing suicide, or subscribing to L'Illustration."
Letzten Sommer saß ich mit einem Verwandten, der sich mit Musik beschäftigt und gerne einmal vom Songwriting leben würde, nach Mitternacht am Strand. Schöner Nachthimmel, die Wellen sorgten für eine wunderbare Geräuschkulisse. Er erzählte mir davon, wie sehr er seinen Brotjob satt habe und er voller Hoffnung seine Musik mache, um mal ein ganz anderes Leben zu führen. Ich, auf der anderen Seite, der beabsichtigt, irgendwann einmal Romane zu veröffentlichen, sagte: "In meinem Leben wird sich nichts ändern. Zwischen mir, der noch nie etwas veröffentlicht hat, und mir, der Texte veröffentlicht haben wird, wird es absolut keinen Unterschied geben. Das weiß ich." Das vermieste ihm die Laune, zog ihn runter. "Wieso denn?", fragte ich. "Ist doch alles halb so wild. Ich will es ja trotzdem." Ich bin niemand, der Bücher mehrfach liest. Aber mit dem Mythos des Sisyphos habe ich meine für immer Bettlektüre gefunden.
Das Absurde - das sinnlose Leben?
Ich habe von diesem Buch was anderes erwartet, ich dachte es wird nur die Geschichte des Mythos erzählt. Man muss dazusagen, mein Cover sieht anderes aus: ich habe eine Enzyklopädie gelesen über den Existenzialismus verschiedener Philosophen. Das war ansatzweise ganz interessant, aber unzureichend erklärt, sodass ich nicht alles verstanden habe. Trotzdem hat mir der Ansatz von Camus gefallen und ich werde noch weitere Bücher lesen. Ich hätte jetzt auch Lust was von Sartre zu lesen.
Ganz ehrlich, Camus schreibt wirklich stark und seine Texte haben Stil, aber philosophisch überzeugt mich das Ganze nicht so richtig. Er redet viel über das Absurde, geht aber kaum in die Tiefe der Theorie. Wenn man schon über das Sein im Absurden spricht, dann sollte da auch eine klarere ontologische Grundlage erkennbar sein. Stattdessen bleibt vieles bei stimmungsvollen Bildern und emotionalen Beschreibungen hängen. Als Schriftsteller ist Camus auf jeden Fall beeindruckend, als Philosoph wirkt er dagegen eher ungenau und unfertig.

Mein Lieblingsbuch! Darum kann ich nicht objektiv bewerten! 😂
Ich finde den Ansatz des Existenzialismus wirklich spannend. Camus wirft dabei noch seine Perspektive des Absurden dazu und Zack: erhält man eine erstaunlich nüchterne als auch humorvolle Betrachtung auf das Leben. Seine Philosophie hat viel Tiefe und dabei dennoch eine gewisse Leichtigkeit, auch wenn man das vom Exsitenzialismus sicher nicht erwartet. Das Buch ist sicher kein easy-read und es setzt ein großes Grundverständnis voraus von anderen Philosophischen Strömungen, die vor dem Existenzialismus dominierten. Auch die geschichtliche Einordnung hilft das besser zu verstehen. Camus schreibt mit einer Leichtigkeit über Komplexität, die ich wirklich bewundere. Ich empfehle dieses Buch jeder Person, die sich gerne mit out-of-the-box thinking befasst und mal eine Art von philosophischen Texten lesen möchte. Aber wie gesagt, es ist sehr anspruchsvoll.
Seltsam, in gewisser Weise habe ich mich von Camus' Logik des Absuden faszinieren lassen, und habe mich auch ein gutes Stück darin wiedergefunden. Und doch muss ich am Ende sagen, dass seine Theorie in meinen Augen und mit meinen Erfahrungen hakt. Dass das Leben absurd ist, wenn man den großen Zusammenhang sieht, verstehe ich. Auch ich hadere damit, dass ich meinen Leben nicht den Sinn geben kann, den ich möchte. Demnach würde mir nur der philosophische Selbstmord übrig bleiben. Aber das sollen wir nicht machen als nach dem Sinn fragende Menschen. Vielmehr sollen wir eine Revolte starten, die Absurdität nicht die Oberhand gewinnen lassen durch unseren Freitod, sondern unsere verbleibende Lebenszeit mit dem andauernden Streben nach dem Sinn des Lebens füllen. Gilt übrigens nur für Agnosiker. Gläubige an eine göttliche Macht kennen die Absurdität ja nicht, da ihre Religion sie von diesem Spannungsfeld befreit. Da gibt ewiges Leben und noch vielmehr, wenn man auf andere Weltreligionen schaut. Aber letztlich ist das auch nur ein Lamentieren aus dem philsophischen Elfenbeinturm, ohne die Realität zu beachten. Denn es gibt ausreichende Menschen, die ihrem Leben einen Sinn geben können und der muss nicht mehr metaphysisch sein, sondern ganz simpel in einfacher Nächstenliebe sich äußern. Oder einem Kunstgewerbe nachgehen. Oder seinen SuB zu Lebzeiten noch vollständig abbauen. Was auch immer. Es sind nur wenige, die dieses Spannungsfeld spüren, die Camus beschreibt. Depressive stehen dem bestimmt näher. Aber Antworten auf die großen Fragen des Lebens kann Camus in meinen Augen damit auch nicht bieten.
Seltsam, in gewisser Weise habe ich mich von Camus' Logik des Absuden faszinieren lassen, und habe mich auch ein gutes Stück darin wiedergefunden. Und doch muss ich am Ende sagen, dass seine Theorie in meinen Augen und mit meinen Erfahrungen hakt. Dass das Leben absurd ist, wenn man den großen Zusammenhang sieht, verstehe ich. Auch ich hadere damit, dass ich meinen Leben nicht den Sinn geben kann, den ich möchte. Demnach würde mir nur der philosophische Selbstmord übrig bleiben. Aber das sollen wir nicht machen als nach dem Sinn fragende Menschen. Vielmehr sollen wir eine Revolte starten, die Absurdität nicht die Oberhand gewinnen lassen durch unseren Freitod, sondern unsere verbleibende Lebenszeit mit dem andauernden Streben nach dem Sinn des Lebens füllen. Gilt übrigens nur für Agnosiker. Gläubige an eine göttliche Macht kennen die Absurdität ja nicht, da ihre Religion sie von diesem Spannungsfeld befreit. Da gibt ewiges Leben und noch vielmehr, wenn man auf andere Weltreligionen schaut. Aber letztlich ist das auch nur ein Lamentieren aus dem philsophischen Elfenbeinturm, ohne die Realität zu beachten. Denn es gibt ausreichende Menschen, die ihrem Leben einen Sinn geben können und der muss nicht mehr metaphysisch sein, sondern ganz simpel in einfacher Nächstenliebe sich äußern. Oder einem Kunstgewerbe nachgehen. Oder seinen SuB zu Lebzeiten noch vollständig abbauen. Was auch immer. Es sind nur wenige, die dieses Spannungsfeld spüren, die Camus beschreibt. Depressive stehen dem bestimmt näher. Aber Antworten auf die großen Fragen des Lebens kann Camus in meinen Augen damit auch nicht bieten.



















