Gnade
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Description
Nordamerikanische Kolonien, Ende des 17. Jahrhunderts: Die kleine Florens, nicht älter als sieben oder acht Jahre, wird zur Begleichung einer Schuld an den Farmer und Geldverleiher Jacob Vaark verkauft. In Florens’ Leben ändert sich dadurch alles. Sie gehört nun zu Vaarks Haushalt, zusammen mit seiner Frau Rebekka, die nicht freiwillig in die Neue Welt gekommen ist, mit der indigenen Hausangestellten Lina, die als eine der wenigen ihres Dorfes die Pocken überlebt hat, und mit der geheimnisvollen Sorrow, die nach einem Schiffbruch gerettet wurde. Als Vaark stirbt, kämpfen die vier Frauen zusammen gegen die harsche Natur und die Rückkehr der Wildnis auf die Farm. Sie alle tragen ihre Geschichte mit sich, sie alle werden von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht.
Book Information
Author Description
Toni Morrison wurde 1931 in Lorain, Ohio, geboren. Sie studierte an der renommierten Cornell University Anglistik und hatte an der Princeton University eine Professur für afroamerikanische Literatur inne. Zu ihren bedeutendsten Werken zählen «Sehr blaue Augen», «Solomons Lied», «Beloved», «Jazz» und ihr essayistisches Schaffen. Sie war Mitglied des National Council on the Arts und der American Academy of Arts and Letters und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem National Book Critics' Circle Award und dem American-Academy-and-Institute-of-Arts-and-Letters Award für Erzählliteratur. 1993 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur, und 2012 zeichnete Barack Obama sie mit der Presidential Medal of Freedom aus. Toni Morrison starb am 5. August 2019.
Posts
Der Roman Gnade von Toni Morrison spielt im 17. Jahrhundert in Nordamerika. Im Mittelpunkt steht das Mädchen Florens, das von seiner Mutter an den Siedler Jacob Vaark gegeben wird. Auf Vaarks Farm leben Menschen unterschiedlicher Herkunft: Sklaven, Dienstboten und eine indigene Frau. Nach Vaarks Tod zerfällt die Gemeinschaft, und Florens macht sich auf eine gefährliche Reise, um Hilfe zu holen.
Ein Roman wie raues Land unter nackten Füßen
Manchmal fühlt sich Lesen an wie durch kalten Schlamm laufen – schwer, langsam, aber unmöglich stehen zu bleiben. Genau dieses Gefühl stellt sich bei Gnade ein. Toni Morrison wirft einen ohne Vorwarnung in die nordamerikanischen Kolonien des 17. Jahrhunderts und lässt einen dort nicht mehr los. Keine Schonung, keine hübsche Historienkulisse, sondern ein Leben, das von Schuld, Abhängigkeit und nacktem Überleben geprägt ist. Florens ist noch ein Kind, als sie verkauft wird. Dieser Moment sitzt wie ein Splitter im Kopf und hört nie auf zu stechen. Um sie herum Frauen, die alle auf ihre Weise verloren gegangen sind: Rebekka, Lina, Sorrow. Keine Heldinnen im klassischen Sinn, sondern Figuren mit Rissen, Wunden und Erinnerungen, die nachts lauter sind als der Wind draußen. Morrison erzählt ihre Geschichten leise, aber mit einer Wucht, die sich erst nach und nach entfaltet. Die Sprache ist dicht, manchmal sperrig, dann wieder erschreckend klar. Hier wird nichts erklärt, nichts entschuldigt. Alles fühlt sich roh an, als hätte jemand den Lack der Geschichte abgekratzt. Beim Lesen ertappt man sich ständig bei dem Gedanken, wie wenig Freiheit ein Menschenleben wert sein kann, wenn Herkunft, Hautfarbe und Zufall darüber entscheiden. Trotz der Härte liegt etwas Zärtliches in diesem Buch. Kleine Gesten, flüchtige Nähe, ein Blick zu viel – das alles zählt plötzlich mehr als große Worte. Gnade ist kein Wohlfühlroman, sondern ein stiller Schlag in die Magengrube, der lange nachwirkt. Eines dieser Bücher, die man zuklappt und erst mal aus dem Fenster schaut, weil man kurz sortieren muss, was da gerade passiert ist.

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Nordamerikanische Kolonien, Ende des 17. Jahrhunderts: Die kleine Florens, nicht älter als sieben oder acht Jahre, wird zur Begleichung einer Schuld an den Farmer und Geldverleiher Jacob Vaark verkauft. In Florens’ Leben ändert sich dadurch alles. Sie gehört nun zu Vaarks Haushalt, zusammen mit seiner Frau Rebekka, die nicht freiwillig in die Neue Welt gekommen ist, mit der indigenen Hausangestellten Lina, die als eine der wenigen ihres Dorfes die Pocken überlebt hat, und mit der geheimnisvollen Sorrow, die nach einem Schiffbruch gerettet wurde. Als Vaark stirbt, kämpfen die vier Frauen zusammen gegen die harsche Natur und die Rückkehr der Wildnis auf die Farm. Sie alle tragen ihre Geschichte mit sich, sie alle werden von den Geistern der Vergangenheit heimgesucht.
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Author Description
Toni Morrison wurde 1931 in Lorain, Ohio, geboren. Sie studierte an der renommierten Cornell University Anglistik und hatte an der Princeton University eine Professur für afroamerikanische Literatur inne. Zu ihren bedeutendsten Werken zählen «Sehr blaue Augen», «Solomons Lied», «Beloved», «Jazz» und ihr essayistisches Schaffen. Sie war Mitglied des National Council on the Arts und der American Academy of Arts and Letters und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u. a. mit dem National Book Critics' Circle Award und dem American-Academy-and-Institute-of-Arts-and-Letters Award für Erzählliteratur. 1993 erhielt sie den Nobelpreis für Literatur, und 2012 zeichnete Barack Obama sie mit der Presidential Medal of Freedom aus. Toni Morrison starb am 5. August 2019.
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Der Roman Gnade von Toni Morrison spielt im 17. Jahrhundert in Nordamerika. Im Mittelpunkt steht das Mädchen Florens, das von seiner Mutter an den Siedler Jacob Vaark gegeben wird. Auf Vaarks Farm leben Menschen unterschiedlicher Herkunft: Sklaven, Dienstboten und eine indigene Frau. Nach Vaarks Tod zerfällt die Gemeinschaft, und Florens macht sich auf eine gefährliche Reise, um Hilfe zu holen.
Ein Roman wie raues Land unter nackten Füßen
Manchmal fühlt sich Lesen an wie durch kalten Schlamm laufen – schwer, langsam, aber unmöglich stehen zu bleiben. Genau dieses Gefühl stellt sich bei Gnade ein. Toni Morrison wirft einen ohne Vorwarnung in die nordamerikanischen Kolonien des 17. Jahrhunderts und lässt einen dort nicht mehr los. Keine Schonung, keine hübsche Historienkulisse, sondern ein Leben, das von Schuld, Abhängigkeit und nacktem Überleben geprägt ist. Florens ist noch ein Kind, als sie verkauft wird. Dieser Moment sitzt wie ein Splitter im Kopf und hört nie auf zu stechen. Um sie herum Frauen, die alle auf ihre Weise verloren gegangen sind: Rebekka, Lina, Sorrow. Keine Heldinnen im klassischen Sinn, sondern Figuren mit Rissen, Wunden und Erinnerungen, die nachts lauter sind als der Wind draußen. Morrison erzählt ihre Geschichten leise, aber mit einer Wucht, die sich erst nach und nach entfaltet. Die Sprache ist dicht, manchmal sperrig, dann wieder erschreckend klar. Hier wird nichts erklärt, nichts entschuldigt. Alles fühlt sich roh an, als hätte jemand den Lack der Geschichte abgekratzt. Beim Lesen ertappt man sich ständig bei dem Gedanken, wie wenig Freiheit ein Menschenleben wert sein kann, wenn Herkunft, Hautfarbe und Zufall darüber entscheiden. Trotz der Härte liegt etwas Zärtliches in diesem Buch. Kleine Gesten, flüchtige Nähe, ein Blick zu viel – das alles zählt plötzlich mehr als große Worte. Gnade ist kein Wohlfühlroman, sondern ein stiller Schlag in die Magengrube, der lange nachwirkt. Eines dieser Bücher, die man zuklappt und erst mal aus dem Fenster schaut, weil man kurz sortieren muss, was da gerade passiert ist.








