Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde
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Description
Ein starkes Plädoyer gegen den Kriegseinsatz – fern von naiver Friedensbewegtheit und weltfremdem Pazifismus.
Die Verteidigungsfähigkeit wird zur «Kriegstüchtigkeit» umerklärt, die Bundeswehr mit 100 Milliarden Euro aufgerüstet, die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert: Die Zeichen stehen auf Mobilmachung, auch mental. Die Nation wird dabei zur großen Solidargemeinschaft verklärt, der ein jeder glücklich zu dienen hat. Und das nach Jahrzehnten der Entsolidarisierung, in denen die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten von neoliberalen Politikern für alternativlos erklärt wurde.
Ole Nymoen erhebt Einspruch: Die Behauptung, das Sicherheitsinteresse eines Staates falle notwendig mit dem seiner Untertanen zusammen, erscheint geradezu absurd. Immerhin sind es junge Männer wie er, die im Kriegsfall gezwungen sind, im Land zu bleiben und ihr Leben zu riskieren, ob sie wollen oder nicht. Ganz zu schweigen davon, dass der «Dienst an der Waffe» auch beinhaltet, mit dieser Waffe andere zu töten. Und wer bestimmt eigentlich über den «Waffengang»? Ist es wirklich der
demos
, das Volk?
Nicht kämpfen zu wollen für einen Staat, das ist vor diesem Hintergrund mehr als nur eine individuelle Verweigerung – nämlich ein Akt der Humanität und des Protests für mehr kollektive Selbstbestimmung.
Book Information
Author Description
Ole Nymoen ist freier Journalist, Podcaster und Buchautor. In dem Podcast Wohlstand für Alle spricht er mit Wolfgang M. Schmitt seit 2019 über Geld sowie über ökonomische Ideengeschichte und politische Ökonomie. 2021 veröffentlichte er gemeinsam mit Schmitt das Buch Influencer. Die Ideologie der Werbekörper, das ein großes Presseecho hervorrief und zum SPIEGEL-Bestseller wurde.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
da hab ich mir mehr tiefe und weniger akademischen sprech erhofft
das buch ist selbstverständlich zweifellos hochaktuell, allerdings frage ich mich regelmäßig, weshalb derartig öffentlichkeitswirksame autor:innen derartig anspruchsvolle sprache verwenden. mir persönlich macht dieser faktor keine schmerzen aber bei einem buch das hoffentlich momentan möglichst viele menschen zum nachdenken bringen möchte, halte ich es für sinnvoller, den text auch so zu formulieren, dass möglichst viele menschen ihn problemlos verstehen können. anstelle des uni-sprechs hätte für meinen geschmack die inhaltliche auseinandersetzung viele seiten und einige argumente länger sein dürfen, da ich die thematik für wahnsinnig wichtig halte.
Krieg, Moral und die Verantwortung des Einzelnen
In „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde” setzt sich Ole Nymoen mit der Frage auseinander, was „Kriegstüchtigkeit“ in unserer Zeit bedeutet und warum wir sie kritisch hinterfragen sollten. Er argumentiert gegen die wachsende gesellschaftliche und politische Bereitschaft, militärisches Denken wieder salonfähig zu machen, und plädiert für eine Haltung, die Menschlichkeit über nationale Loyalität stellt. Nymoen gelingt es, ein hochaktuelles komplexes Thema zugänglich zu vermitteln. Das Buch bietet einen guten Einstieg in die Debatte um Militarisierung, bleibt jedoch an einigen Stellen etwas vage. Die Argumentation ist klar, doch Nymoen geht nicht immer in die Tiefe, wenn es um konkrete Zusammenhänge geht. Gerade Leser:innen, die eine detailliertere Analyse erwarten, könnten sich mehr Substanz wünschen. Trotzdem überzeugt „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde - Gegen die Kriegstüchtigkeit” durch seine Relevanz und seinen reflektierten Ton. Nymoen schreibt verständlich, provokant und zugleich nachdenklich. Mit einer Bewertung von 4/5 ist es ein wichtiger und zugänglicher Beitrag zur aktuellen Diskussion über Krieg, Moral und Verantwortung.
Gute Lektüre
Das Buch ist ein sehr guter Einstieg, wenn mensch linke Fundamentalkritik an Krieg und Militär verstehen möchte. In der Zeit in der wir Leben ist jeder wohl gezwungen sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Nicht alle Positionen überzeugen und dennoch finde ich es extrem wichtig, dass solche Haltungen mehr gehör finden. Das Aufrüstungsnarrativ ist im Moment doch erschreckend hegemonial. Dabei wird leicht vergessen, dass es die Jungen (Männer) sind, welche im Zweifel Kämpfen und sterben müssen und nicht die Alten, die im Moment aufgrund ihrer numerischen Überlegenheit demokratisch alle Entscheidungen treffen.
Das Buch geht nicht besonders tief ins Detail, aber das muss es meiner Meinung nach auch garnicht. Ole führt in diesen 144 Seiten nachvollziehbar aus warum er nicht andere Menschen, mit denen er friedlich nebeneinander leben könnte wenn da nicht diese Herrscher wären, töten möchte. Außerdem entlarvt er Propaganda wie "für die Demokratie" oder "die Freiheit" und "die Heimat" lohnt es sich zu sterben oder zu morden.
Dieses Werk überzeugt durch seinen mutigen Ansatz, eine tief verwurzelte gesellschaftliche Debatte aus einer warum auch immer "alternativen" Perspektive zu betrachten. Besonders gelungen ist die Balance zwischen theoretischer Reflexion und praktischen Beispielen, die das Thema greifbar machen. Hier geht Ole ebenso sensibel und aufrichtig auf die ständigen Gegenargumente und Kommentare ein. In einer Zeit, in der nationale Identität und Pflichtbewusstsein oft unhinterfragt als Werte gelten, eröffnet das Buch eine kritische, aber fundierte Diskussion über persönliche Moral und staatliche Erwartungen. 9/10 (Sachbuchwertung, sollte klar sein.)
Ole Nymoen nutzt die Debatte um Wehrpflicht und ,,Kriegstüchtigkeit" um vor allem eine fundamentale Staatskritik zu üben. Sein Buch kam genau zur richtigen Zeit und auch wenn solche Schriften, die stark an aktuelle Diskurse andocken und dazu Beiträge liefern wollen, immer Gefahr laufen schnell überholt zu sein (die gesellschaftlichen Debatten entwickeln sich schließlich weiter), ist die Grundargumentation immer noch treffend. Und die Wichtigkeit des Themas hat sich derzeit nur noch verschärft, wenn von Losverfahren und somit einem Zwang junge Männer für die Bundeswehr zu verpflichten, die Rede ist. ,,Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde" erfüllt dabei insbesondere das selbst gewählte Ziel, diejenigen zu informieren und aufzuklären, die auch von einer Wehrpflicht betroffen wären. Sprachlich ergeht sich Nymoen nicht in wichtigtuerischer Wissenschaftlichkeit, er führt plastische Beispiele an und konkretisiert die Debatte, um aufzuzeigen, was es wirklich heißt für,,sein" Land in den Krieg zu gehen. Negativ gesprochen, liest sich Nymoens Werk allerdings auch wie eine studentische Facharbeit: Am Anfang wird das Thema und dessen Ziel erklärt, dann wird mit klarer Struktur alles ausgeführt. Das ist nichts unbedingt schlechtes, hat definitiv auch etwas verlässliches, man hätte sich bisweilen aber etwas weniger Repetitivität gewünscht, wenn beispielsweise in der Einleitung schon auf den Punkt gebracht wird, was einige Kapitel später nur noch übermäßig ausformuliert wird.
Frage aufgenommen, Frage beantwortet!
Für mich war es gut dieses Buch zu lesen, denn wie man sich dachte ist es ja durchaus eine Frage die man sich mal gestellt hatte, genau deshalb war es überraschend es zu sehen und sich zu denken, ich muss das lesen und ich werde eine andere Antwort als meine Eigene finden. Es zu lesen, war wie eine Unterhaltung zu führen und die Dinge besser nochmals verinnerlicht zu haben. Super geschrieben, klar und Verständlich.👍🏼
Das Buch hat Potenzial, leider wird die Quintessenz (Titel) nur sehr kurz aufgegriffen.
"Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde" ist ein gutes Sachbuch. Es zeigt Verständlich und nachvollziehbar WARUM KRIEG EIN SINN HAT, WARUM KRIEG UNSINNIG IST, und WARUM ER NIE FÜR SEIN LAND KÄMPFEN WÜRDE! Leider besteht das letzte Kapitel nur aus 20 Seiten. Da habe ich mir mehr erhofft. Im Großen und Ganzen wurde immer nur der Krieg an sich bearbeitet. Leider ist das Buch für Jüngere Menschen, nicht so gut zu lesen, da es viele Fachbegriffe mit sich bringt.
Ein kleiner (und kurzer) Lichtblick
Es ist wundervoll zu sehen, dass es in den heutigen Zeiten ein offen antimilitaristisches Buch einigermaßen breit rezeptiert wird. Inhaltlich eine gute Kritik der Staatsmacht und ihrer gegenwärtigen Versuche die Menschen dazu zu bringen für sie zu sterben. Auch wenn der Autor in seinen Antworten etwas zu vage bleibt, um sein Weltbild für mich auf angenehme Weise zu schließen, präsentiert er seine Grundaussage konsequent. Kein Staat kämpft für sein Volk und kein Volk sollte für seinen Staat kämpfen müssen.
Ein hoch relevantes und gutes Buch. Gut nicht unbedingt, weil ich mit allem das Ole Nymoen schreibt übereinstimme (auch wenn dies in weiten Teilen der Fall ist), sondern, weil ein gutes Buch zum nachdenken, zum reflektieren, zum hinterfragen anregen soll. Das ist mit „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde“ mehr als gelungen. Immer wieder habe ich meinen eigenen Pazifismus und Antimilitarismus während des Lesens hinterfragen und neu kalibrieren müssen. So habe ich durch die Lektüre vieles über mich selbst und meinen eigenen Wertekompass lernen können. Trotzdem ist es so, dass viele Gedankengänge und Argumentationsprozesse Nymoens auf starken Abstraktionen und, so wie ich finde, auf einem ebenso stark abstrakten Kriegsbegriff um staatliche Souveränität und Machtansprüche basieren, der m.M.n. nicht so trennscharf von anderen Formen der kriegerischen Auseinandersetzung abgetrennt werden kann, wie es Nymoen tut. So geht es in dem Buch eigentlich um eine Argumentation, die sich gegen die Teilnahme an einem rein ökonomisch und/oder machtpolitischen Krieg handelt, dessen Ziel einzig darin besteht, die Machtpositionen und Produktionsmittel des angegriffenen Staates in die Hand des Angreifers zu überführen. Im Zweifel, so Nymoen, wäre es in einem solchen Fall besser sich zu ergeben anstatt durch einen Verteidigungskrieg horrende Todesopfer und ökonomische Schäden in Kauf zunehmen. Dabei wird scheinbar davon ausgegangen, dass die Bevölkerung des besetzten Staates danach einfach weiter machen könnten wie bisher. Von möglichen Repressionen, Verfolgung, Gewalt, Versklavung und Mord der Besetzten durch die neuen Besatzer nach Eroberung ist nicht die Rede. Ob dies so eintreffen würde, weiß natürlich niemand. Das es ausgeschlossen ist aber ebensowenig. Im späteren Verlauf des Buches macht Nymoen erneut deutlich, dass sich seine Analyse nur auf den von ihm aufgestellten Kriegsbegriff anwendbar ist und explizit nicht auf einen Vernichtungskrieg. Wie die Analyse im Fall eines Vernichtungskrieg ausfallen würde, bleibt allerdings offen. Dennoch, „Warum ich niemals für mein Land in den Krieg ziehen würde“ ist gerade in der heutigen Zeit ein wichtiger Beitrag im Widerstand gegen die erstarkende Welle der scheinbar notwendigen Kriegstüchtigkeit; flammend Ausgerufen von Menschen, die selbst nicht mit dem Gewehr an der Front stehen müssen. In solchen Zeiten ein so polarisierendes Buch zu veröffentlichen bedarf großem Mut.
leider hat mich das buch etwas enttaeuscht. fuer den preis kriegt man erstmal wenige seiten. inhaltlich ein einstieg, jedoch fand ich es teilweise zu wenig ausargumentiert, verschachtelt geschrieben und auch etwas nervig. mitgenommen habe ich leider nicht so viel und obwohl es so duenn ist, habe ich laenger als gedacht dafuer gebraucht - einfach, weil es mich oft gelangweilt hat.
Ein provokanter Titel – mit leider zu wenig Tiefe dahinter
Der Titel hat bei mir sofort Interesse geweckt. Ich habe ein kämpferisches, vielleicht sogar radikales Buch erwartet, mit klarer Haltung gegen Nationalismus, Militarismus und Krieg. Leider konnte der Inhalt diese Erwartung nicht ganz erfüllen. Die Texte bleiben oft zu oberflächlich, zu vorsichtig, teilweise fast zahm. Es gibt einige interessante Gedanken und gute Ansätze, und der Versuch, mit Beispielen aufzuklären, ist definitiv da. Aber insgesamt fehlte mir die Tiefe, die Wut oder zumindest die Entschlossenheit, die der Titel verspricht. Trotzdem ein lesenswerter Beitrag, wenn man erste Einblicke in das Thema sucht aber für Menschen, die sich schon länger mit Antimilitarismus oder kritischem Patriotismus beschäftigen, bietet das Buch wenig Neues. Ein spannender Ansatz mit viel Potenzial, der für mich leider hinter seinem Titel zurückbleibt. Kein schlechtes Buch aber auch kein wirklich radikales.
Der Autor schafft es sehr detailliert seine Meinung rüberzubringen und hat mich wirklich durch viele durchdachte Argumentationen und wundervolle Beispiele von seinem Standpunkt überzeugt, obwohl ich sagen muss, „überzeugen“ musste er mich gar nicht, da ich von vornherein bereits der selben Meinung war wie der Autor. Alleine des Titels wegen, werden das Buch wahrscheinlich ausschließlich Personen lesen, die sich zu diesem Thema schon ähnliche Gedanken gemacht haben. Wünschen würde ich mir allerdings, dass es auch Menschen lesen werden, die noch keine Meinung haben oder eine Meinung zur Wehrpflicht haben, die von der Meinung des Autors abweicht. Für all diese Menschen ist das Buch zu empfehlen, ob einige ihre Meinung ändern werden, bleibt abzuwarten. Das Buch ist eine große Empfehlung von mir!!
Ist halt eine Meinung
Ich fand den Inhalt an sich sehr gut und einleuchten, ich bin selber Pazifist und kann den Standpunkt des Autors daher verstehen und teilen. Ich finde der schrwibstiel ist ein bisschen zu akademisch gewählt. Für mich jetzt weniger ein Problem, aber ich fände das Buch für die breite Masse sehr interessant, glaube aber, daß es einige abschreckt. Vielleicht hat der Autor aber auch genau diesen schriebstil gewählt, um nur eine gewisse Leserschaft an zu sprechen...
Mh mh. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an, darüber, was Krieg für wen bedeutet, wem er nützt und wer darunter leidet. Es stellt in Frage, welche Strukturen und Freiheiten wir eigentlich im Falle eines Krieges verteidigen - und welche nicht. Ich denke, wenn man sich noch nie so richtig mit dem Thema beschäftigt hat (so wie ich) ist es ein ganz guter Einstieg, da auch erklärt wird, was genau ein Staat eigentlich ist und wozu er existiert, es lässt aber ganz viele Fragen offen. Das liegt zum einen daran, dass der Autor selbst nicht viele Antworten hat (was er auch zugibt), etwa welche Alternativen es gibt außer Kämpfen und Kapitulieren. Das Buch hat auch nicht so richtig einen Appell, es ist wirklich, was der Titel verspricht: eine Argumentation warum Nymoen persönlich nicht für sein Land kämpfen würde, er argumentiert, dass es für ihn individuell besser ist, unter feindlicher Herrschaft zu leben, als im Krieg möglicherweise zu sterben. Über dieses Individuelle geht er aber nicht wirklich hinaus. Das bringt mich zum anderen Punkt, warum so viele Fragen offen bleiben: Das Buch ist kurz, auf 133 Seiten kann man nicht alle Formen des Kriegs analysieren, es wird sich auf den Krieg zwischen zwei Staaten beschränkt. Der Vernichtungskrieg (also z.B. der Krieg, den die Nazis geführt haben) wird explizit ausgenommen, dabei ist das doch DAS Argument/Gegenbeispiel, was von Kritiker:innen als erstes kommen würde: Hättest du dann auch nicht gegen die Nazis gekämpft? Diese Frage wird leider nicht wirklich beantwortet. Außerdem wird nicht über Bürgerkriege geredet, was ich sehr interessant gefunden hätte, da die Bürger da ja für ihr eigenes Wohl/ihre Freiheit/... kämpfen und nicht für das eines Staates. Ist es dafür dann wert, zu kämpfen und womöglich zu sterben? Wurde leider nicht beantwortet. Ich hätte gerne auch mehr zu realen Beispielen gehabt, der Ukrainekrieg wird angeschnitten, aber so richtig schlau daraus wurde ich nicht. Auch die Kritik an der NATO und der Außenpolitik Baerbocks war spannend, aber viel zu kurz ausgeführt, Herr Nymoen geben Sie mir mehr Beispiele & Erklärungen, ich verstehe das sonst nicht!! Fazit: Das was ich gelesen hab fand ich durchaus interessant, aber es wirft viel mehr Fragen auf, als dass es beantwortet.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Ein starkes Plädoyer gegen den Kriegseinsatz – fern von naiver Friedensbewegtheit und weltfremdem Pazifismus.
Die Verteidigungsfähigkeit wird zur «Kriegstüchtigkeit» umerklärt, die Bundeswehr mit 100 Milliarden Euro aufgerüstet, die Wiedereinführung der Wehrpflicht diskutiert: Die Zeichen stehen auf Mobilmachung, auch mental. Die Nation wird dabei zur großen Solidargemeinschaft verklärt, der ein jeder glücklich zu dienen hat. Und das nach Jahrzehnten der Entsolidarisierung, in denen die Verarmung breiter Bevölkerungsschichten von neoliberalen Politikern für alternativlos erklärt wurde.
Ole Nymoen erhebt Einspruch: Die Behauptung, das Sicherheitsinteresse eines Staates falle notwendig mit dem seiner Untertanen zusammen, erscheint geradezu absurd. Immerhin sind es junge Männer wie er, die im Kriegsfall gezwungen sind, im Land zu bleiben und ihr Leben zu riskieren, ob sie wollen oder nicht. Ganz zu schweigen davon, dass der «Dienst an der Waffe» auch beinhaltet, mit dieser Waffe andere zu töten. Und wer bestimmt eigentlich über den «Waffengang»? Ist es wirklich der
demos
, das Volk?
Nicht kämpfen zu wollen für einen Staat, das ist vor diesem Hintergrund mehr als nur eine individuelle Verweigerung – nämlich ein Akt der Humanität und des Protests für mehr kollektive Selbstbestimmung.
Book Information
Author Description
Ole Nymoen ist freier Journalist, Podcaster und Buchautor. In dem Podcast Wohlstand für Alle spricht er mit Wolfgang M. Schmitt seit 2019 über Geld sowie über ökonomische Ideengeschichte und politische Ökonomie. 2021 veröffentlichte er gemeinsam mit Schmitt das Buch Influencer. Die Ideologie der Werbekörper, das ein großes Presseecho hervorrief und zum SPIEGEL-Bestseller wurde.
Posts
da hab ich mir mehr tiefe und weniger akademischen sprech erhofft
das buch ist selbstverständlich zweifellos hochaktuell, allerdings frage ich mich regelmäßig, weshalb derartig öffentlichkeitswirksame autor:innen derartig anspruchsvolle sprache verwenden. mir persönlich macht dieser faktor keine schmerzen aber bei einem buch das hoffentlich momentan möglichst viele menschen zum nachdenken bringen möchte, halte ich es für sinnvoller, den text auch so zu formulieren, dass möglichst viele menschen ihn problemlos verstehen können. anstelle des uni-sprechs hätte für meinen geschmack die inhaltliche auseinandersetzung viele seiten und einige argumente länger sein dürfen, da ich die thematik für wahnsinnig wichtig halte.
Krieg, Moral und die Verantwortung des Einzelnen
In „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde” setzt sich Ole Nymoen mit der Frage auseinander, was „Kriegstüchtigkeit“ in unserer Zeit bedeutet und warum wir sie kritisch hinterfragen sollten. Er argumentiert gegen die wachsende gesellschaftliche und politische Bereitschaft, militärisches Denken wieder salonfähig zu machen, und plädiert für eine Haltung, die Menschlichkeit über nationale Loyalität stellt. Nymoen gelingt es, ein hochaktuelles komplexes Thema zugänglich zu vermitteln. Das Buch bietet einen guten Einstieg in die Debatte um Militarisierung, bleibt jedoch an einigen Stellen etwas vage. Die Argumentation ist klar, doch Nymoen geht nicht immer in die Tiefe, wenn es um konkrete Zusammenhänge geht. Gerade Leser:innen, die eine detailliertere Analyse erwarten, könnten sich mehr Substanz wünschen. Trotzdem überzeugt „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde - Gegen die Kriegstüchtigkeit” durch seine Relevanz und seinen reflektierten Ton. Nymoen schreibt verständlich, provokant und zugleich nachdenklich. Mit einer Bewertung von 4/5 ist es ein wichtiger und zugänglicher Beitrag zur aktuellen Diskussion über Krieg, Moral und Verantwortung.
Gute Lektüre
Das Buch ist ein sehr guter Einstieg, wenn mensch linke Fundamentalkritik an Krieg und Militär verstehen möchte. In der Zeit in der wir Leben ist jeder wohl gezwungen sich mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Nicht alle Positionen überzeugen und dennoch finde ich es extrem wichtig, dass solche Haltungen mehr gehör finden. Das Aufrüstungsnarrativ ist im Moment doch erschreckend hegemonial. Dabei wird leicht vergessen, dass es die Jungen (Männer) sind, welche im Zweifel Kämpfen und sterben müssen und nicht die Alten, die im Moment aufgrund ihrer numerischen Überlegenheit demokratisch alle Entscheidungen treffen.
Das Buch geht nicht besonders tief ins Detail, aber das muss es meiner Meinung nach auch garnicht. Ole führt in diesen 144 Seiten nachvollziehbar aus warum er nicht andere Menschen, mit denen er friedlich nebeneinander leben könnte wenn da nicht diese Herrscher wären, töten möchte. Außerdem entlarvt er Propaganda wie "für die Demokratie" oder "die Freiheit" und "die Heimat" lohnt es sich zu sterben oder zu morden.
Dieses Werk überzeugt durch seinen mutigen Ansatz, eine tief verwurzelte gesellschaftliche Debatte aus einer warum auch immer "alternativen" Perspektive zu betrachten. Besonders gelungen ist die Balance zwischen theoretischer Reflexion und praktischen Beispielen, die das Thema greifbar machen. Hier geht Ole ebenso sensibel und aufrichtig auf die ständigen Gegenargumente und Kommentare ein. In einer Zeit, in der nationale Identität und Pflichtbewusstsein oft unhinterfragt als Werte gelten, eröffnet das Buch eine kritische, aber fundierte Diskussion über persönliche Moral und staatliche Erwartungen. 9/10 (Sachbuchwertung, sollte klar sein.)
Ole Nymoen nutzt die Debatte um Wehrpflicht und ,,Kriegstüchtigkeit" um vor allem eine fundamentale Staatskritik zu üben. Sein Buch kam genau zur richtigen Zeit und auch wenn solche Schriften, die stark an aktuelle Diskurse andocken und dazu Beiträge liefern wollen, immer Gefahr laufen schnell überholt zu sein (die gesellschaftlichen Debatten entwickeln sich schließlich weiter), ist die Grundargumentation immer noch treffend. Und die Wichtigkeit des Themas hat sich derzeit nur noch verschärft, wenn von Losverfahren und somit einem Zwang junge Männer für die Bundeswehr zu verpflichten, die Rede ist. ,,Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde" erfüllt dabei insbesondere das selbst gewählte Ziel, diejenigen zu informieren und aufzuklären, die auch von einer Wehrpflicht betroffen wären. Sprachlich ergeht sich Nymoen nicht in wichtigtuerischer Wissenschaftlichkeit, er führt plastische Beispiele an und konkretisiert die Debatte, um aufzuzeigen, was es wirklich heißt für,,sein" Land in den Krieg zu gehen. Negativ gesprochen, liest sich Nymoens Werk allerdings auch wie eine studentische Facharbeit: Am Anfang wird das Thema und dessen Ziel erklärt, dann wird mit klarer Struktur alles ausgeführt. Das ist nichts unbedingt schlechtes, hat definitiv auch etwas verlässliches, man hätte sich bisweilen aber etwas weniger Repetitivität gewünscht, wenn beispielsweise in der Einleitung schon auf den Punkt gebracht wird, was einige Kapitel später nur noch übermäßig ausformuliert wird.
Frage aufgenommen, Frage beantwortet!
Für mich war es gut dieses Buch zu lesen, denn wie man sich dachte ist es ja durchaus eine Frage die man sich mal gestellt hatte, genau deshalb war es überraschend es zu sehen und sich zu denken, ich muss das lesen und ich werde eine andere Antwort als meine Eigene finden. Es zu lesen, war wie eine Unterhaltung zu führen und die Dinge besser nochmals verinnerlicht zu haben. Super geschrieben, klar und Verständlich.👍🏼
Das Buch hat Potenzial, leider wird die Quintessenz (Titel) nur sehr kurz aufgegriffen.
"Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde" ist ein gutes Sachbuch. Es zeigt Verständlich und nachvollziehbar WARUM KRIEG EIN SINN HAT, WARUM KRIEG UNSINNIG IST, und WARUM ER NIE FÜR SEIN LAND KÄMPFEN WÜRDE! Leider besteht das letzte Kapitel nur aus 20 Seiten. Da habe ich mir mehr erhofft. Im Großen und Ganzen wurde immer nur der Krieg an sich bearbeitet. Leider ist das Buch für Jüngere Menschen, nicht so gut zu lesen, da es viele Fachbegriffe mit sich bringt.
Ein kleiner (und kurzer) Lichtblick
Es ist wundervoll zu sehen, dass es in den heutigen Zeiten ein offen antimilitaristisches Buch einigermaßen breit rezeptiert wird. Inhaltlich eine gute Kritik der Staatsmacht und ihrer gegenwärtigen Versuche die Menschen dazu zu bringen für sie zu sterben. Auch wenn der Autor in seinen Antworten etwas zu vage bleibt, um sein Weltbild für mich auf angenehme Weise zu schließen, präsentiert er seine Grundaussage konsequent. Kein Staat kämpft für sein Volk und kein Volk sollte für seinen Staat kämpfen müssen.
Ein hoch relevantes und gutes Buch. Gut nicht unbedingt, weil ich mit allem das Ole Nymoen schreibt übereinstimme (auch wenn dies in weiten Teilen der Fall ist), sondern, weil ein gutes Buch zum nachdenken, zum reflektieren, zum hinterfragen anregen soll. Das ist mit „Warum ich niemals für mein Land kämpfen würde“ mehr als gelungen. Immer wieder habe ich meinen eigenen Pazifismus und Antimilitarismus während des Lesens hinterfragen und neu kalibrieren müssen. So habe ich durch die Lektüre vieles über mich selbst und meinen eigenen Wertekompass lernen können. Trotzdem ist es so, dass viele Gedankengänge und Argumentationsprozesse Nymoens auf starken Abstraktionen und, so wie ich finde, auf einem ebenso stark abstrakten Kriegsbegriff um staatliche Souveränität und Machtansprüche basieren, der m.M.n. nicht so trennscharf von anderen Formen der kriegerischen Auseinandersetzung abgetrennt werden kann, wie es Nymoen tut. So geht es in dem Buch eigentlich um eine Argumentation, die sich gegen die Teilnahme an einem rein ökonomisch und/oder machtpolitischen Krieg handelt, dessen Ziel einzig darin besteht, die Machtpositionen und Produktionsmittel des angegriffenen Staates in die Hand des Angreifers zu überführen. Im Zweifel, so Nymoen, wäre es in einem solchen Fall besser sich zu ergeben anstatt durch einen Verteidigungskrieg horrende Todesopfer und ökonomische Schäden in Kauf zunehmen. Dabei wird scheinbar davon ausgegangen, dass die Bevölkerung des besetzten Staates danach einfach weiter machen könnten wie bisher. Von möglichen Repressionen, Verfolgung, Gewalt, Versklavung und Mord der Besetzten durch die neuen Besatzer nach Eroberung ist nicht die Rede. Ob dies so eintreffen würde, weiß natürlich niemand. Das es ausgeschlossen ist aber ebensowenig. Im späteren Verlauf des Buches macht Nymoen erneut deutlich, dass sich seine Analyse nur auf den von ihm aufgestellten Kriegsbegriff anwendbar ist und explizit nicht auf einen Vernichtungskrieg. Wie die Analyse im Fall eines Vernichtungskrieg ausfallen würde, bleibt allerdings offen. Dennoch, „Warum ich niemals für mein Land in den Krieg ziehen würde“ ist gerade in der heutigen Zeit ein wichtiger Beitrag im Widerstand gegen die erstarkende Welle der scheinbar notwendigen Kriegstüchtigkeit; flammend Ausgerufen von Menschen, die selbst nicht mit dem Gewehr an der Front stehen müssen. In solchen Zeiten ein so polarisierendes Buch zu veröffentlichen bedarf großem Mut.
leider hat mich das buch etwas enttaeuscht. fuer den preis kriegt man erstmal wenige seiten. inhaltlich ein einstieg, jedoch fand ich es teilweise zu wenig ausargumentiert, verschachtelt geschrieben und auch etwas nervig. mitgenommen habe ich leider nicht so viel und obwohl es so duenn ist, habe ich laenger als gedacht dafuer gebraucht - einfach, weil es mich oft gelangweilt hat.
Ein provokanter Titel – mit leider zu wenig Tiefe dahinter
Der Titel hat bei mir sofort Interesse geweckt. Ich habe ein kämpferisches, vielleicht sogar radikales Buch erwartet, mit klarer Haltung gegen Nationalismus, Militarismus und Krieg. Leider konnte der Inhalt diese Erwartung nicht ganz erfüllen. Die Texte bleiben oft zu oberflächlich, zu vorsichtig, teilweise fast zahm. Es gibt einige interessante Gedanken und gute Ansätze, und der Versuch, mit Beispielen aufzuklären, ist definitiv da. Aber insgesamt fehlte mir die Tiefe, die Wut oder zumindest die Entschlossenheit, die der Titel verspricht. Trotzdem ein lesenswerter Beitrag, wenn man erste Einblicke in das Thema sucht aber für Menschen, die sich schon länger mit Antimilitarismus oder kritischem Patriotismus beschäftigen, bietet das Buch wenig Neues. Ein spannender Ansatz mit viel Potenzial, der für mich leider hinter seinem Titel zurückbleibt. Kein schlechtes Buch aber auch kein wirklich radikales.
Der Autor schafft es sehr detailliert seine Meinung rüberzubringen und hat mich wirklich durch viele durchdachte Argumentationen und wundervolle Beispiele von seinem Standpunkt überzeugt, obwohl ich sagen muss, „überzeugen“ musste er mich gar nicht, da ich von vornherein bereits der selben Meinung war wie der Autor. Alleine des Titels wegen, werden das Buch wahrscheinlich ausschließlich Personen lesen, die sich zu diesem Thema schon ähnliche Gedanken gemacht haben. Wünschen würde ich mir allerdings, dass es auch Menschen lesen werden, die noch keine Meinung haben oder eine Meinung zur Wehrpflicht haben, die von der Meinung des Autors abweicht. Für all diese Menschen ist das Buch zu empfehlen, ob einige ihre Meinung ändern werden, bleibt abzuwarten. Das Buch ist eine große Empfehlung von mir!!
Ist halt eine Meinung
Ich fand den Inhalt an sich sehr gut und einleuchten, ich bin selber Pazifist und kann den Standpunkt des Autors daher verstehen und teilen. Ich finde der schrwibstiel ist ein bisschen zu akademisch gewählt. Für mich jetzt weniger ein Problem, aber ich fände das Buch für die breite Masse sehr interessant, glaube aber, daß es einige abschreckt. Vielleicht hat der Autor aber auch genau diesen schriebstil gewählt, um nur eine gewisse Leserschaft an zu sprechen...
Mh mh. Das Buch regt auf jeden Fall zum Nachdenken an, darüber, was Krieg für wen bedeutet, wem er nützt und wer darunter leidet. Es stellt in Frage, welche Strukturen und Freiheiten wir eigentlich im Falle eines Krieges verteidigen - und welche nicht. Ich denke, wenn man sich noch nie so richtig mit dem Thema beschäftigt hat (so wie ich) ist es ein ganz guter Einstieg, da auch erklärt wird, was genau ein Staat eigentlich ist und wozu er existiert, es lässt aber ganz viele Fragen offen. Das liegt zum einen daran, dass der Autor selbst nicht viele Antworten hat (was er auch zugibt), etwa welche Alternativen es gibt außer Kämpfen und Kapitulieren. Das Buch hat auch nicht so richtig einen Appell, es ist wirklich, was der Titel verspricht: eine Argumentation warum Nymoen persönlich nicht für sein Land kämpfen würde, er argumentiert, dass es für ihn individuell besser ist, unter feindlicher Herrschaft zu leben, als im Krieg möglicherweise zu sterben. Über dieses Individuelle geht er aber nicht wirklich hinaus. Das bringt mich zum anderen Punkt, warum so viele Fragen offen bleiben: Das Buch ist kurz, auf 133 Seiten kann man nicht alle Formen des Kriegs analysieren, es wird sich auf den Krieg zwischen zwei Staaten beschränkt. Der Vernichtungskrieg (also z.B. der Krieg, den die Nazis geführt haben) wird explizit ausgenommen, dabei ist das doch DAS Argument/Gegenbeispiel, was von Kritiker:innen als erstes kommen würde: Hättest du dann auch nicht gegen die Nazis gekämpft? Diese Frage wird leider nicht wirklich beantwortet. Außerdem wird nicht über Bürgerkriege geredet, was ich sehr interessant gefunden hätte, da die Bürger da ja für ihr eigenes Wohl/ihre Freiheit/... kämpfen und nicht für das eines Staates. Ist es dafür dann wert, zu kämpfen und womöglich zu sterben? Wurde leider nicht beantwortet. Ich hätte gerne auch mehr zu realen Beispielen gehabt, der Ukrainekrieg wird angeschnitten, aber so richtig schlau daraus wurde ich nicht. Auch die Kritik an der NATO und der Außenpolitik Baerbocks war spannend, aber viel zu kurz ausgeführt, Herr Nymoen geben Sie mir mehr Beispiele & Erklärungen, ich verstehe das sonst nicht!! Fazit: Das was ich gelesen hab fand ich durchaus interessant, aber es wirft viel mehr Fragen auf, als dass es beantwortet.




















