Der ewige Faschismus
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Description
Book Information
Author Description
Umberto Eco wurde am 5. Januar 1932 in Alessandria (Piemont) geboren und starb am 19. Februar 2016 in Mailand. Er zählte zu den bedeutendsten Schriftstellern und Wissenschaftlern der Gegenwart. Sein Werk erscheint bei Hanser, zuletzt u.a. der Roman »Nullnummer« (2015), »Pape Satàn« (Chroniken einer flüssigen Gesellschaft oder Die Kunst, die Welt zu verstehen, 2017), »Auf den Schultern von Riesen« (Das Schöne, die Lüge und das Geheimnis, 2019), »Der ewige Faschismus« (2020) und »Der Name der Rose« (Jubiläumsausgabe, 2022).
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Dieser schmale Band vereint fünf Texte Umberto Ecos zu Themen, die mehr oder weniger eng mit dem Thema Faschismus in Beziehung stehen: Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus. Es geht aber auch um das, was wir dagegen tun können: Durch Bildung, Erziehung und gegenseitiges Kennenlernen(wollen) der Angehörigen unterschiedlicher Kulturen. Auch wenn die Texte von unterschiedlicher Intensität sind, so haben sie mir dennoch alle Anstöße zu weiterem Nachdenken über unsere aktuellen Problemlagen gegeben.
Ich wünschte, ich könnte in dieser Rezension irgendwas über ein historisches Phänomen quatschen, das uns alle nichts mehr angeht, da es schon weit in der Vergangenheit liegt und eigentlich keinen mehr so richtig interessiert. Doch so ist das leider nicht, wie wir wohl hoffentlich alle wissen. Daher hab ich beschlossen, wiedermal was zum Thema zu lesen. Zeit hab ich ja im Moment genug und dieses Buch ist eh so kurz. Das sind ja bloß 80 Seiten oder so! Dieses Büchlein besteht aus fünf Essays von Umberto Eco, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit dem Thema "Faschismus" beschäftigen. Eco rattert da aber nicht einfach die Fakten runter und wirkt auch nicht wirklich belehrend. Er lässt den Leser eher an seiner persönlichen Perspektive teilhaben. Wie hat er beispielsweise den Faschismus in seiner Kindheit wahrgenommen? Was war eine der größten Veränderungen, die er in der Zeit danach wahrgenommen hat? Und was hat er aus seiner Vergangenheit mitgenommen? Ein Ding, das mir sofort aufgefallen ist, ist, dass sich seine Definition von Faschismus schon viel früher anfängt, als bei vielen anderen. Ihm geht es wirklich auch schon um die ersten Anzeichen von Faschismus und die zeigt er auch so auf, dass mir sofort haufenweise Beispiele dafür eingefallen sind. Das fand ich einen spannenden Ansatz, denn wenn man über Faschismus spricht, bekommt man gerade im Internet oft gesagt, dass das "ja noch gar kein Faschismus ist". Denn anscheinend ist Faschismus ja erst dann wirklich da, wenn wir schon in einer Diktatur stecken. Biiiep! Falsch! Eco zeigt genau auf, wie sich Faschismus langsam und unbemerkt in unser Leben einschleicht und dort ziemlich gut wachsen kann, wenn man ihn nicht sofort vernichtet. Für alle, die sich schon immer mal über Faschismus informieren wollten, aber Angst haben, dass dieses Buch doch noch zu trocken oder zu schwer für sie ist: Nein, ist es nicht. Eco hat einen unglaublich angenehmen Schreibstil, bei dem selbst Politik total spannend scheint. (Ist sie ja zumindest meiner Meinung nach auch, doch ich stimme euch zu, wenn ihr sagt, dass viele Texte einfach total fad sind.) Mein Fazit also? Super tolles Büchlein, das auch als schnelle Lektüre zwischendurch geeignet ist.
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Umberto Eco wurde am 5. Januar 1932 in Alessandria (Piemont) geboren und starb am 19. Februar 2016 in Mailand. Er zählte zu den bedeutendsten Schriftstellern und Wissenschaftlern der Gegenwart. Sein Werk erscheint bei Hanser, zuletzt u.a. der Roman »Nullnummer« (2015), »Pape Satàn« (Chroniken einer flüssigen Gesellschaft oder Die Kunst, die Welt zu verstehen, 2017), »Auf den Schultern von Riesen« (Das Schöne, die Lüge und das Geheimnis, 2019), »Der ewige Faschismus« (2020) und »Der Name der Rose« (Jubiläumsausgabe, 2022).
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Dieser schmale Band vereint fünf Texte Umberto Ecos zu Themen, die mehr oder weniger eng mit dem Thema Faschismus in Beziehung stehen: Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus. Es geht aber auch um das, was wir dagegen tun können: Durch Bildung, Erziehung und gegenseitiges Kennenlernen(wollen) der Angehörigen unterschiedlicher Kulturen. Auch wenn die Texte von unterschiedlicher Intensität sind, so haben sie mir dennoch alle Anstöße zu weiterem Nachdenken über unsere aktuellen Problemlagen gegeben.
Ich wünschte, ich könnte in dieser Rezension irgendwas über ein historisches Phänomen quatschen, das uns alle nichts mehr angeht, da es schon weit in der Vergangenheit liegt und eigentlich keinen mehr so richtig interessiert. Doch so ist das leider nicht, wie wir wohl hoffentlich alle wissen. Daher hab ich beschlossen, wiedermal was zum Thema zu lesen. Zeit hab ich ja im Moment genug und dieses Buch ist eh so kurz. Das sind ja bloß 80 Seiten oder so! Dieses Büchlein besteht aus fünf Essays von Umberto Eco, die sich aus verschiedenen Blickwinkeln mit dem Thema "Faschismus" beschäftigen. Eco rattert da aber nicht einfach die Fakten runter und wirkt auch nicht wirklich belehrend. Er lässt den Leser eher an seiner persönlichen Perspektive teilhaben. Wie hat er beispielsweise den Faschismus in seiner Kindheit wahrgenommen? Was war eine der größten Veränderungen, die er in der Zeit danach wahrgenommen hat? Und was hat er aus seiner Vergangenheit mitgenommen? Ein Ding, das mir sofort aufgefallen ist, ist, dass sich seine Definition von Faschismus schon viel früher anfängt, als bei vielen anderen. Ihm geht es wirklich auch schon um die ersten Anzeichen von Faschismus und die zeigt er auch so auf, dass mir sofort haufenweise Beispiele dafür eingefallen sind. Das fand ich einen spannenden Ansatz, denn wenn man über Faschismus spricht, bekommt man gerade im Internet oft gesagt, dass das "ja noch gar kein Faschismus ist". Denn anscheinend ist Faschismus ja erst dann wirklich da, wenn wir schon in einer Diktatur stecken. Biiiep! Falsch! Eco zeigt genau auf, wie sich Faschismus langsam und unbemerkt in unser Leben einschleicht und dort ziemlich gut wachsen kann, wenn man ihn nicht sofort vernichtet. Für alle, die sich schon immer mal über Faschismus informieren wollten, aber Angst haben, dass dieses Buch doch noch zu trocken oder zu schwer für sie ist: Nein, ist es nicht. Eco hat einen unglaublich angenehmen Schreibstil, bei dem selbst Politik total spannend scheint. (Ist sie ja zumindest meiner Meinung nach auch, doch ich stimme euch zu, wenn ihr sagt, dass viele Texte einfach total fad sind.) Mein Fazit also? Super tolles Büchlein, das auch als schnelle Lektüre zwischendurch geeignet ist.








