Die Schwestern
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Description
"Ein mächtiger Roman, den man mit denen von Jonathan Franzen vergleichen darf."
Der Spiegel
In seinem weltenumspannenden, lebensprallen Roman erzählt Jonas Hassen Khemiri über drei Schwestern und einen Mann, Jonas, dessen Leben mit ihnen eng verflochten ist – über Herkunft, Zugehörigkeit, Erinnerung und über den Fluch der Zeit.
Für Jonas ändert sich alles, als Ina, Evelyn und Anastasia in seine Nachbarschaft ziehen. Ihre Mutter kommt aus Tunesien, wer ihr Vater ist, weiß niemand. Die ernsthafte Ina, die verträumte Evelyn und die chaotische Anastasia faszinieren den Erzähler, nichts will er mehr, als in ihrer Nähe zu sein. Ihm wird klar, dass die Schwestern mit seiner Familie und der Vergangenheit seines Vaters eng verflochten sind. Über dreißig Jahre kreuzen sich ihre Leben immer wieder, in Tunesien, Schweden, den USA, sie erleben Liebesgeschichten und Lebenskrisen. Vor allem aber verbindet sie ein Fluch: dass man alles, was man liebt, verlieren wird.
«Ich bin Jonas so oft schon an unglaublichsten Orten zufällig begegnet. Saß mit ihm Rücken an Rücken in der New York Public Library. Lief ihm in einem Techno-Club in Berlin auf der Tanzfläche in die Arme. Verfolgte ihn unbemerkt eine halbe Stunde lang in Stockholm, warf mit ihm einen Stein in einen Vulkan auf Island. Und jedes Mal sagte ich zu ihm: ‹Jonas, Mann, du bist der Größte!› Und genau das beweist er auch mit den ‹Schwestern›. Bis auf bald, lieber Jonas, du bist der Größte!» Saša Stanišić
Book Information
Author Description
Jonas Hassen Khemiri, geb. 1978 in Stockholm, ist einer der renommiertesten Autoren Skandinaviens. Seine sechs Romane wurden in über dreißig Sprachen übersetzt, und seine Dramen werden in der ganzen Welt inszeniert. Er wurde mit zahlreichen schwedischen und internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Per-Olov-Enquist-Preis, der Augustpreis und der Prix Médicis Étranger. Sein Roman Die Vaterklausel war für den National Book Award nominiert. Seit 2021 lebt Khemiri in New York, wo er Kreatives Schreiben unterrichtet.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Ein Familienroman über Herkunft, Zugehörigkeit, anders sein, Migration, Rassismus, Identität und Erinnerung. Manche kritisieren die unnötige Länge des Buches (714 Seiten). Mir gefiel der leichte Ton, die assoziative Erzählweise und die langen, fließenden Sätze und ich habe es genossen, das Buch zu lesen. Gerade gegen Ende flogen die Kapitel dahin. Aus dem Klappentext: Der schwedisch-tunesische Autor Jonas Hassen Khemiri erzählt die Geschichte von drei Schwestern, den Mikkola-Schwestern, sowie einen Mann, Jonas, dessen Leben mit ihnen eng verflochten ist. Sie wachsen in den Neunzigern in Schweden auf. Für Jonas ändert sich alles, als Ina, Evelyn und Anastasia in seine Nachbarschaft ziehen. Ihre Mutter kommt ebenso wie sein Vater aus Tunesien. Nichts will Jonas mehr, als in ihrer Nähe zu sein. Ihm wird klar, dass die Schwestern mit seiner Familie und der Vergangenheit seines Vaters eng verflochten sind. Über dreißig Jahre kreuzen sich ihre Leben immer wieder, in Tunesien, Schweden, den USA, sie erleben Liebesgeschichten und Lebenskrisen. Vor allem aber verbindet sie ein starker Fluch, der auf ihnen lastet und besagt, dass ihnen alles genommen wird, was sie lieben.
DIE SCHWESTERN Jonas Hassen Khemiri ET: 15.5.25 Schweden, Anfang der 90er Jahre: Als die drei Mikkola-Schwestern – Ina, Evelyn und Anastasia – in Jonas’ Nachbarschaft ziehen, ist er sofort von ihnen fasziniert. Ob es an den gemeinsamen tunesischen Wurzeln liegt oder an den vielen Gerüchten, die über die geheimnisvolle Familie kursieren, weiß er selbst nicht genau. Die Mädchen leben weitgehend auf sich gestellt, da ihre Mutter selten zu Hause ist. Über ihren Beruf gibt es nur Spekulationen – mal heißt es, sie sei Handelsreisende, mal wird sie als Prostituierte bezeichnet. Sicher ist nur, dass Jonas’ Vater sie noch aus Tunesien kennt. Besonders die mittlere Schwester Evelyn zieht Jonas in ihren Bann. Er verbringt jede freie Minute mit ihr, doch eines Tages ist die Familie spurlos verschwunden. Damit ist die Geschichte aber nicht zu Ende – ihre Wege werden sich über die Jahre immer wieder kreuzen. Khemiri entwirft in Die Schwestern ein vielschichtiges Porträt von Verlust, Sehnsucht und der Suche nach Zugehörigkeit. Über 736 Seiten spannt er den Bogen von Schweden über Tunesien bis in die USA und erzählt eine Geschichte, die mehr als 35 Jahre umspannt. Während mich die erste Hälfte des Romans vollkommen fesselte, verlor die zweite für mich deutlich an Intensität. Ganz beiseitelegen wollte ich das Buch nach über 350 Seiten jedoch nicht – zu groß war die Neugier, wie Khemiri diese weit ausgreifende Erzählung schließlich zu Ende führt. Fazit: Ein kraftvoller, sprachlich fein gearbeiteter Roman, der jedoch nicht durchgehend überzeugen konnte. Für mich ein Buch, das man lesen kann – aber nicht unbedingt muss. 3/5

A little (a lot) weird fiction sollte man schon mögen
Give me a minute: Ich denke, ich muss darüber nachdenken. 😃🙃 ... Ich habe nun darüber nachgedacht: Es ist ein gutes und vor allem ein einzigartiges Buch. Wenn man versteht, wie sehr die eigene Geschichte des Autors dieses Werk beeinflusst (und auch in der Metaebene immer wieder eingebaut wird), versteht man diesen Roman besser. Man muss ihm Zeit geben. Ich habe das Gefühl, dass es ein großes Werk ist, welches sich mir nicht gleich erschlossen hat. Ich habe mir einige Interviews des Autors angeschaut und es wird mir vieles immer klarer. Wahrscheinlich sollte ich das Buch noch einmal lesen. But who has the time? 😃 Eine Leseempfehlung für diejenigen, die eine Familiensaga lesen möchten, die Geduld haben, sich einer Geschichte hinzugeben, die aus mehreren Perspektiven und auf vielen Zeiteben erzählt wird und 35 Jahre umfasst. Für alle, die Weirdness mögen. Für alle, die sich mit Migrationserfahrungen beschäftigen. Für alle, die besondere Schreibstile feiern - ich spreche hier von endlos langen Sätzen (seitenlang!), Aufzählungen, Aufzählungen, Aufzählungen. Von englischen Passagen und Mehrsprachigkeit. Etc etc.
Ein sprachgewaltiges Familienportrait mit Längen
Jonas steht schon seit er ein kleines Kind ist im Bann der drei Mikkola-Schwestern. Vielleicht weil sie – genau wie er – trotz ihrer tunesischen Wurzeln in Schweden leben. Vielleicht, weil Ina, Evelyn und Anastasia so ungewöhnlich und anders sind. Die drei werden ihn sein Leben lang nicht loslassen, besonders Evelyn, während sie selbst auch ihre ganz eigenen Wege gehen und trotzdem immer wieder zusammenfinden. Ein ganz besonderer Roman, der fast schon mit rhythmisch fließenden Sätzen daherkommt, teilweise ohne Satzzeichen. Das fühlt sich atemlos an, irgendwie zieht es einen als Leser aber auch noch mehr in eine Geschichte hinein, die mit unfassbar vielen Zeitdimensionen und Perspektiven aufwartet. Rückblickend frage ich mich, ob das Buch kürzer hätte sein sollen oder ob noch mehr hätte passieren sollen. So oder so eine Geschichte, die irgendwie an “Hallo du Schöne” und “Blue Sisters” erinnert. Wenn auch sehr viel wilder und teilweise ausufernder.

Ich kann für dieses Buch keine Sternebewertung abgeben, obwohl ich es gerne gelesen habe, froh war, viel Zeit (über 700 Seiten) mit den drei Schwestern und Jonas verbringen zu können und mich abends darauf gefreut habe, weiter zu lesen. Dennoch würde ich das Buch nur mit Vorbehalt weiter empfehlen, kann aber gar nicht sagen weshalb.
Nach der Leseprobe hatte ich große Erwartungen (so à la Lydia Sandgren oder Nino Haratischwili-groß) die sich für mich letztendlich nicht komplett erfüllt haben. Ich fand die Geschichte um Jonas und die Mikkola-Schwestern schon spannend, ich bin den einzelnen Personen auch gerne durch die Welt gefolgt. Aber irgendwas hat mir zu meinem Leseglück gefehlt, ich kann es noch nicht richtig benennen. Großartig ins Deutsche übersetzt von Ursel Allenstein.
» und immer, wenn eine von uns zusammensackte und wimmerte, waren die anderen beiden da und zogen sie hoch, um sie wieder in ihren eigenen Körper hineinzuumarmen, um vorsichtig zu flüstern, dass alles okay werden würde, alles wird gut, wobei, nein, nichts wird gut, es wird nie okay werden, aber was auch passiert, wir sind da, wir sind füreinander da «
Jonas Hassen Khemiri schreibt einen wunderbaren Roman über das Leben von drei Schwestern und wie dieses mit seiner eigenen Geschichte zusammenhängt. Ich konnte so richtig eintauchen in „die Schwestern“ und hatte bis zum Ende der über 700 Seiten Freude am Lesen. Khemiri schreibt poetisch, humorvoll, mitreißend und berührend. Große Leseempfehlung!

Über den Wunsch, die eigene Geschichte selbst zu schreiben
Im Mittelpunkt des Romans stehen die drei Mikkola-Schwestern Ina, Evelyne und Anastasia. Die Mutter ist Tunesierin, der Vater schwedische Vater ist früh verstorben; als sie nach Drakenberg ziehen, in die gleiche Siedlung, in der auch Jonas wohnt, ist er sofort von ihnen fasziniert, denn sie sind die einzigen anderen Halbtunesier in Schweden, die er kennt. Obwohl die Bekanntschaft nur von kurzer Dauer ist, bleibt die Faszination, die die Schwestern auf ihn ausüben bestehen. Und es entspannt sich eine Erzählung von über 30 Jahren bis ins Jahr 2035, bei der abwechselnd aus den Leben der Schwestern und aus Jonas Leben erzählt wird. Aufgrund diverser Rückblenden und mitunter verschiedener Perspektiven auf ein und dieselbe Szene ist der Aufbau des Romans durchaus komplex, aber insgesamt trotzdem gut nachvollziehbar. Neben Schweden sind auch Tunesien, Deutschland und New York als Handlungsorte präsent. Was den Roman für mich aber so besonders gemacht hat, ist, dass das Verfassen der Geschichte im Buch selbst reflektiert wird. Was ist Fiktion und was Realität? Wie subjektiv sind Erinnerungen? Diese Fragen tauchen immer wieder auf und schaffen Distanz zu dem Text, der es so mühelos geschafft hat, mich in seinen Bann zu ziehen. Der Stil ist recht schlicht und alltagsnah, nur Schlusspunkte mag Jonas Hassen Khemiri nicht so gerne. Die Sätze ziehen sich oft über viele Zeilen hinweg, was meinen Lesefluss jedoch keineswegs beeinträchtigt hat – Ursel Allenstein hat sehr elegant und strukturiert übersetzt. Der Wunsch, die eigne Geschichte selbst zu gestalten, treibt alle Figuren im Roman voran; doch sie werden immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt und schaffen es nicht, diese ganz hinter sich zu lassen – wird es ihnen gelingen ihren Frieden damit zu machen? Obwohl das Buch nicht spannend im eigentlichen Sinne ist, habe ich mit allen Personen mitgefiebert und war fast enttäuscht, als das Buch schließlich zu Ende war und ich mich von den drei Schwestern und Jonas verabschieden musste. Wenn dich komplexe Familiengeschichten über nationale Grenzen hinweg interessieren, ist dieses Buch ganz bestimmt etwas für dich!
Zwei Monate habe ich für das Buch gebraucht. Nicht weil ich keine Zeit zum lesen hatte sondern weil mich die Geschichte und die Personen nicht so wirklich gepackt hat. Ich hatte kein Bild von den Schwestern in meinem Kopf - konnte sie mir überhaupt nicht vorstellen so wie das bei anderen Romanfiguren der Fall ist. Irgendwie war immer alles auf Distanz bei mir und der Lesefluss dadurch sehr zäh. Irgendwie hab ich mir nach dem recht interessanten Klappentext mehr erhofft.
Ich glaube das Buch hätte für mich viel besser sein können, wenn der Autor ein paar andere Entscheidungen getroffen hätte. Zuerst muss ich leider sagen, dass ich durch seine Perspektive, die in jedem zweiten Kapitel reingeworfen wurde oft total aus dem Fluss der Geschichte rausgeworfen wurde. Ich kann nachvollziehen, dass seine Geschichte wichtig für das Buch ist, um am Ende alles sinnig miteinander zu verknüpfen, jedoch hat sich vieles dadurch „zu lang“ angefühlt und so als könnte der Autor nicht auf den Punkt kommen. Trotzdem hatte ich immer wieder mit Passagen eine gute Zeit, musste öfters mal schmunzeln, weil Charaktere wie Evelyn oder auch Anastasia oft unberechenbar und urkomisch waren ich jedoch meisten verstehen konnte, warum sie so handeln wie sie handeln. Für mich persönlich hätte der Schreibstil roher und ungefilterter sein können, da ich das Gefühl hatte, dass der Autor sowieso ein unverblümtes Bild von den Charakteren zeigen wollte. War ein solides Buch würde ich aber nicht nochmal lesen wollen.
Characteristics
1 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
"Ein mächtiger Roman, den man mit denen von Jonathan Franzen vergleichen darf."
Der Spiegel
In seinem weltenumspannenden, lebensprallen Roman erzählt Jonas Hassen Khemiri über drei Schwestern und einen Mann, Jonas, dessen Leben mit ihnen eng verflochten ist – über Herkunft, Zugehörigkeit, Erinnerung und über den Fluch der Zeit.
Für Jonas ändert sich alles, als Ina, Evelyn und Anastasia in seine Nachbarschaft ziehen. Ihre Mutter kommt aus Tunesien, wer ihr Vater ist, weiß niemand. Die ernsthafte Ina, die verträumte Evelyn und die chaotische Anastasia faszinieren den Erzähler, nichts will er mehr, als in ihrer Nähe zu sein. Ihm wird klar, dass die Schwestern mit seiner Familie und der Vergangenheit seines Vaters eng verflochten sind. Über dreißig Jahre kreuzen sich ihre Leben immer wieder, in Tunesien, Schweden, den USA, sie erleben Liebesgeschichten und Lebenskrisen. Vor allem aber verbindet sie ein Fluch: dass man alles, was man liebt, verlieren wird.
«Ich bin Jonas so oft schon an unglaublichsten Orten zufällig begegnet. Saß mit ihm Rücken an Rücken in der New York Public Library. Lief ihm in einem Techno-Club in Berlin auf der Tanzfläche in die Arme. Verfolgte ihn unbemerkt eine halbe Stunde lang in Stockholm, warf mit ihm einen Stein in einen Vulkan auf Island. Und jedes Mal sagte ich zu ihm: ‹Jonas, Mann, du bist der Größte!› Und genau das beweist er auch mit den ‹Schwestern›. Bis auf bald, lieber Jonas, du bist der Größte!» Saša Stanišić
Book Information
Author Description
Jonas Hassen Khemiri, geb. 1978 in Stockholm, ist einer der renommiertesten Autoren Skandinaviens. Seine sechs Romane wurden in über dreißig Sprachen übersetzt, und seine Dramen werden in der ganzen Welt inszeniert. Er wurde mit zahlreichen schwedischen und internationalen Preisen ausgezeichnet, darunter der Per-Olov-Enquist-Preis, der Augustpreis und der Prix Médicis Étranger. Sein Roman Die Vaterklausel war für den National Book Award nominiert. Seit 2021 lebt Khemiri in New York, wo er Kreatives Schreiben unterrichtet.
Posts
Ein Familienroman über Herkunft, Zugehörigkeit, anders sein, Migration, Rassismus, Identität und Erinnerung. Manche kritisieren die unnötige Länge des Buches (714 Seiten). Mir gefiel der leichte Ton, die assoziative Erzählweise und die langen, fließenden Sätze und ich habe es genossen, das Buch zu lesen. Gerade gegen Ende flogen die Kapitel dahin. Aus dem Klappentext: Der schwedisch-tunesische Autor Jonas Hassen Khemiri erzählt die Geschichte von drei Schwestern, den Mikkola-Schwestern, sowie einen Mann, Jonas, dessen Leben mit ihnen eng verflochten ist. Sie wachsen in den Neunzigern in Schweden auf. Für Jonas ändert sich alles, als Ina, Evelyn und Anastasia in seine Nachbarschaft ziehen. Ihre Mutter kommt ebenso wie sein Vater aus Tunesien. Nichts will Jonas mehr, als in ihrer Nähe zu sein. Ihm wird klar, dass die Schwestern mit seiner Familie und der Vergangenheit seines Vaters eng verflochten sind. Über dreißig Jahre kreuzen sich ihre Leben immer wieder, in Tunesien, Schweden, den USA, sie erleben Liebesgeschichten und Lebenskrisen. Vor allem aber verbindet sie ein starker Fluch, der auf ihnen lastet und besagt, dass ihnen alles genommen wird, was sie lieben.
DIE SCHWESTERN Jonas Hassen Khemiri ET: 15.5.25 Schweden, Anfang der 90er Jahre: Als die drei Mikkola-Schwestern – Ina, Evelyn und Anastasia – in Jonas’ Nachbarschaft ziehen, ist er sofort von ihnen fasziniert. Ob es an den gemeinsamen tunesischen Wurzeln liegt oder an den vielen Gerüchten, die über die geheimnisvolle Familie kursieren, weiß er selbst nicht genau. Die Mädchen leben weitgehend auf sich gestellt, da ihre Mutter selten zu Hause ist. Über ihren Beruf gibt es nur Spekulationen – mal heißt es, sie sei Handelsreisende, mal wird sie als Prostituierte bezeichnet. Sicher ist nur, dass Jonas’ Vater sie noch aus Tunesien kennt. Besonders die mittlere Schwester Evelyn zieht Jonas in ihren Bann. Er verbringt jede freie Minute mit ihr, doch eines Tages ist die Familie spurlos verschwunden. Damit ist die Geschichte aber nicht zu Ende – ihre Wege werden sich über die Jahre immer wieder kreuzen. Khemiri entwirft in Die Schwestern ein vielschichtiges Porträt von Verlust, Sehnsucht und der Suche nach Zugehörigkeit. Über 736 Seiten spannt er den Bogen von Schweden über Tunesien bis in die USA und erzählt eine Geschichte, die mehr als 35 Jahre umspannt. Während mich die erste Hälfte des Romans vollkommen fesselte, verlor die zweite für mich deutlich an Intensität. Ganz beiseitelegen wollte ich das Buch nach über 350 Seiten jedoch nicht – zu groß war die Neugier, wie Khemiri diese weit ausgreifende Erzählung schließlich zu Ende führt. Fazit: Ein kraftvoller, sprachlich fein gearbeiteter Roman, der jedoch nicht durchgehend überzeugen konnte. Für mich ein Buch, das man lesen kann – aber nicht unbedingt muss. 3/5

A little (a lot) weird fiction sollte man schon mögen
Give me a minute: Ich denke, ich muss darüber nachdenken. 😃🙃 ... Ich habe nun darüber nachgedacht: Es ist ein gutes und vor allem ein einzigartiges Buch. Wenn man versteht, wie sehr die eigene Geschichte des Autors dieses Werk beeinflusst (und auch in der Metaebene immer wieder eingebaut wird), versteht man diesen Roman besser. Man muss ihm Zeit geben. Ich habe das Gefühl, dass es ein großes Werk ist, welches sich mir nicht gleich erschlossen hat. Ich habe mir einige Interviews des Autors angeschaut und es wird mir vieles immer klarer. Wahrscheinlich sollte ich das Buch noch einmal lesen. But who has the time? 😃 Eine Leseempfehlung für diejenigen, die eine Familiensaga lesen möchten, die Geduld haben, sich einer Geschichte hinzugeben, die aus mehreren Perspektiven und auf vielen Zeiteben erzählt wird und 35 Jahre umfasst. Für alle, die Weirdness mögen. Für alle, die sich mit Migrationserfahrungen beschäftigen. Für alle, die besondere Schreibstile feiern - ich spreche hier von endlos langen Sätzen (seitenlang!), Aufzählungen, Aufzählungen, Aufzählungen. Von englischen Passagen und Mehrsprachigkeit. Etc etc.
Ein sprachgewaltiges Familienportrait mit Längen
Jonas steht schon seit er ein kleines Kind ist im Bann der drei Mikkola-Schwestern. Vielleicht weil sie – genau wie er – trotz ihrer tunesischen Wurzeln in Schweden leben. Vielleicht, weil Ina, Evelyn und Anastasia so ungewöhnlich und anders sind. Die drei werden ihn sein Leben lang nicht loslassen, besonders Evelyn, während sie selbst auch ihre ganz eigenen Wege gehen und trotzdem immer wieder zusammenfinden. Ein ganz besonderer Roman, der fast schon mit rhythmisch fließenden Sätzen daherkommt, teilweise ohne Satzzeichen. Das fühlt sich atemlos an, irgendwie zieht es einen als Leser aber auch noch mehr in eine Geschichte hinein, die mit unfassbar vielen Zeitdimensionen und Perspektiven aufwartet. Rückblickend frage ich mich, ob das Buch kürzer hätte sein sollen oder ob noch mehr hätte passieren sollen. So oder so eine Geschichte, die irgendwie an “Hallo du Schöne” und “Blue Sisters” erinnert. Wenn auch sehr viel wilder und teilweise ausufernder.

Ich kann für dieses Buch keine Sternebewertung abgeben, obwohl ich es gerne gelesen habe, froh war, viel Zeit (über 700 Seiten) mit den drei Schwestern und Jonas verbringen zu können und mich abends darauf gefreut habe, weiter zu lesen. Dennoch würde ich das Buch nur mit Vorbehalt weiter empfehlen, kann aber gar nicht sagen weshalb.
Nach der Leseprobe hatte ich große Erwartungen (so à la Lydia Sandgren oder Nino Haratischwili-groß) die sich für mich letztendlich nicht komplett erfüllt haben. Ich fand die Geschichte um Jonas und die Mikkola-Schwestern schon spannend, ich bin den einzelnen Personen auch gerne durch die Welt gefolgt. Aber irgendwas hat mir zu meinem Leseglück gefehlt, ich kann es noch nicht richtig benennen. Großartig ins Deutsche übersetzt von Ursel Allenstein.
» und immer, wenn eine von uns zusammensackte und wimmerte, waren die anderen beiden da und zogen sie hoch, um sie wieder in ihren eigenen Körper hineinzuumarmen, um vorsichtig zu flüstern, dass alles okay werden würde, alles wird gut, wobei, nein, nichts wird gut, es wird nie okay werden, aber was auch passiert, wir sind da, wir sind füreinander da «
Jonas Hassen Khemiri schreibt einen wunderbaren Roman über das Leben von drei Schwestern und wie dieses mit seiner eigenen Geschichte zusammenhängt. Ich konnte so richtig eintauchen in „die Schwestern“ und hatte bis zum Ende der über 700 Seiten Freude am Lesen. Khemiri schreibt poetisch, humorvoll, mitreißend und berührend. Große Leseempfehlung!

Über den Wunsch, die eigene Geschichte selbst zu schreiben
Im Mittelpunkt des Romans stehen die drei Mikkola-Schwestern Ina, Evelyne und Anastasia. Die Mutter ist Tunesierin, der Vater schwedische Vater ist früh verstorben; als sie nach Drakenberg ziehen, in die gleiche Siedlung, in der auch Jonas wohnt, ist er sofort von ihnen fasziniert, denn sie sind die einzigen anderen Halbtunesier in Schweden, die er kennt. Obwohl die Bekanntschaft nur von kurzer Dauer ist, bleibt die Faszination, die die Schwestern auf ihn ausüben bestehen. Und es entspannt sich eine Erzählung von über 30 Jahren bis ins Jahr 2035, bei der abwechselnd aus den Leben der Schwestern und aus Jonas Leben erzählt wird. Aufgrund diverser Rückblenden und mitunter verschiedener Perspektiven auf ein und dieselbe Szene ist der Aufbau des Romans durchaus komplex, aber insgesamt trotzdem gut nachvollziehbar. Neben Schweden sind auch Tunesien, Deutschland und New York als Handlungsorte präsent. Was den Roman für mich aber so besonders gemacht hat, ist, dass das Verfassen der Geschichte im Buch selbst reflektiert wird. Was ist Fiktion und was Realität? Wie subjektiv sind Erinnerungen? Diese Fragen tauchen immer wieder auf und schaffen Distanz zu dem Text, der es so mühelos geschafft hat, mich in seinen Bann zu ziehen. Der Stil ist recht schlicht und alltagsnah, nur Schlusspunkte mag Jonas Hassen Khemiri nicht so gerne. Die Sätze ziehen sich oft über viele Zeilen hinweg, was meinen Lesefluss jedoch keineswegs beeinträchtigt hat – Ursel Allenstein hat sehr elegant und strukturiert übersetzt. Der Wunsch, die eigne Geschichte selbst zu gestalten, treibt alle Figuren im Roman voran; doch sie werden immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt und schaffen es nicht, diese ganz hinter sich zu lassen – wird es ihnen gelingen ihren Frieden damit zu machen? Obwohl das Buch nicht spannend im eigentlichen Sinne ist, habe ich mit allen Personen mitgefiebert und war fast enttäuscht, als das Buch schließlich zu Ende war und ich mich von den drei Schwestern und Jonas verabschieden musste. Wenn dich komplexe Familiengeschichten über nationale Grenzen hinweg interessieren, ist dieses Buch ganz bestimmt etwas für dich!
Zwei Monate habe ich für das Buch gebraucht. Nicht weil ich keine Zeit zum lesen hatte sondern weil mich die Geschichte und die Personen nicht so wirklich gepackt hat. Ich hatte kein Bild von den Schwestern in meinem Kopf - konnte sie mir überhaupt nicht vorstellen so wie das bei anderen Romanfiguren der Fall ist. Irgendwie war immer alles auf Distanz bei mir und der Lesefluss dadurch sehr zäh. Irgendwie hab ich mir nach dem recht interessanten Klappentext mehr erhofft.
Ich glaube das Buch hätte für mich viel besser sein können, wenn der Autor ein paar andere Entscheidungen getroffen hätte. Zuerst muss ich leider sagen, dass ich durch seine Perspektive, die in jedem zweiten Kapitel reingeworfen wurde oft total aus dem Fluss der Geschichte rausgeworfen wurde. Ich kann nachvollziehen, dass seine Geschichte wichtig für das Buch ist, um am Ende alles sinnig miteinander zu verknüpfen, jedoch hat sich vieles dadurch „zu lang“ angefühlt und so als könnte der Autor nicht auf den Punkt kommen. Trotzdem hatte ich immer wieder mit Passagen eine gute Zeit, musste öfters mal schmunzeln, weil Charaktere wie Evelyn oder auch Anastasia oft unberechenbar und urkomisch waren ich jedoch meisten verstehen konnte, warum sie so handeln wie sie handeln. Für mich persönlich hätte der Schreibstil roher und ungefilterter sein können, da ich das Gefühl hatte, dass der Autor sowieso ein unverblümtes Bild von den Charakteren zeigen wollte. War ein solides Buch würde ich aber nicht nochmal lesen wollen.
















