Nelka

Nelka

Ebook
4.5102

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Description

Lemberg, 1941. Die sechzehnjährige Nelka wird von Soldaten aufgegriffen und mit zahlreichen Mädchen und Frauen nach Westen verschleppt. Auf einem norddeutschen Gutshof werden sie zu schwerer Arbeit gezwungen. Ihr Vater hatte Nelka früh im Obstbau unterrichtet, und schon als Kind hatte sie ihm beim Veredeln der Apfelbäume geholfen. Dank dieses Wissens kann sie sich anfänglich der Zudringlichkeit des Gutsverwalters erwehren. Sie plant den Apfelanbau für ihn, und die Plantagen bescheren ihm nach dem Krieg ein Vermögen. Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort ihres Leidens zurück. Sie will, dass Marten sich an das erinnert, wovon sie selbst sich endlich befreien muss.

Welche Spuren die gewaltvolle Geschichte des 20. Jahrhunderts und Zwangsarbeit hinterlassen haben, bis in die Gegenwart und Landschaften hinein, das macht Svenja Leiber in ihrem neuen Roman sichtbar. Sie erzählt von Frauen, deren Wissen und Körper ausgebeutet wurden, die sich in Freundschaft verbanden und sich so gegen Erniedrigung und Brutalität stemmten. Nelka beleuchtet ihre Schicksale hellwach und sensibel – und bewahrt die Erinnerung an sie.

Book Information

Main Genre
Historical Novels
Sub Genre
N/A
Format
Ebook
Pages
200
Price
19.99 €

Author Description

Svenja Leiber, 1975 in Hamburg geboren, wuchs in Norddeutschland auf und verbrachte als Kind einige Zeit in Saudi-Arabien. Sie studierte Philosophie, Literaturwissenschaft, Geschichte und Kunstgeschichte, debütierte 2005 mit dem Erzählungsband Büchsenlicht, 2010 folgte der Roman Schipino. Im Suhrkamp Verlag erschien 2014 Das letzte Land, 2018 Staub und 2021 Kazimira. Svenja Leiber lebt und arbeitet in Berlin und Schleswig-Holstein.

Characteristics

3 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
70%
2%
10%
N/A
72%
9%
92%
85%
72%
47%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
96%
98%
79%
85%

Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate100%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex33%
Moderate67%
Bildhaft (100%)Poetisch (33%)Außergewöhnlich (100%)

Posts

18
All
5

Ein sprachlich hervorragender Roman über die Zwangsarbeit im 2. Weltkrieg und ihre Folgen. Auf zwei Zeitebenen werden Perspektiven der verschleppten Nelka und des Gutsverwalters verwoben. Der Ton ist direkt, schnörkellos und in vielen Passagen reichen Andeutungen aus, um ein komplettes Bild zu erzeugen. Das ist alles nicht sooo lange her. Ganz große Empfehlung.

4

"Über das Wichtigste hatte sie nie gesprochen. Über das, was war und was nicht hätte sein sollen, nie ein Wort." Wie Svenja Leiber mit Nelka den vielen verschleppten und zu Zwangsarbeit verdammten Frauen eine Stimme gibt, hat mich tief berührt und meinen geschichtlichen Horizont erweitert. Den Rahmen der Geschichte bildet der Tag, an dem Nelka beschließt zurückzukehren an den Ort, an dem sie so viel Unmenschliches erleben musste. Ein Gutshof in Norddeutschland und sein Verwalter. Sie will ihm in die Augen sehen, will, dass auch er sich erinnert. Nelka ist 16 Jahre alt, als sie 1941 aus ihrer Heimatstadt Lemberg nach Norddeutschland verschleppt wird. Zwangsarbeit, menschenunwürdige Behausung, Hunger, Gewalt und Missbrauch sind der Alltag vieler Menschen, die das gleiche Schicksal teilen, die die Bewirtschaftung der Höfe durch ihre harte Arbeit überhaupt möglich machen, während an der Front der Krieg tobt. Einzig Nelkas Wissen über die Apfelzucht, das sie vom geliebten Vater früh erlangt hat, räumt ihr eine besondere Rolle am Hof ein. Ein Wissen, das dem Verwalter nach Kriegsende zu Ruhm und Reichtum verhelfen wird. Den Preis dafür, das Trauma, den Schmerz, trägt Nelka bis ins hohe Alter in sich. "Ich bin, denkt sie, seit damals nie wieder ganz zu Kräften gekommen. Ich habe nur weitergelebt." Eine erschütternde Geschichte, die unbedingt erzählt werden musste. Vielen Dank dafür,

5

Ganz besonders!

Sprachlich besonders, poetisch und manchmal geheimnisvoll. Eine starke, schmerzhafte Geschichte über Vertreibung, Zwangsarbeit, Zusammenhalt und eine starke Frauenfigur. Große Empfehlung.

5

Berührende, aufwühlende Geschichte großartig erzählt

Nelka kehrt zurück an diesen Ort, der ihr ganzes Leben bestimmt hat, auch noch nachdem sie ihm zum Ende des Zweiten Weltkrieges entfliehen kann. Sie will abschließen und die Dämonen endgültig vertreiben. In Rückblenden wird erzählt, wie Nelka als junges Mädchen aus dem besetzten Lemberg/Lwow auf einen norddeutschen Gutshof verschleppt wird und dort mit anderen Frauen harte Arbeit verrichten muss. Die Sprache der Autorin ist außergewöhnlich, sie berührt, fesselt und lässt den Leser immer wieder innehalten. Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, innerlich durchgehend angespannt, stellte sich keine Müdigkeit ein. Ich bin begeistert von diesem wichtigen, großartig erzählten Buch und spreche eine unbedingte Leseempfehlung aus!

4

„Alles beginnt mit Sprache“

Ein tief berührender Roman, über Zwangsarbeit im zweiten Weltkrieg. Viele Menschen wurden verschleppt - waren hilflos ausgeliefert und wussten nicht was mit ihnen passiert. Ein aussergewöhnliches Buch über ein Mädchen das ihr Wissen mit anderen teilte. Ich persönlich finde den Schreibstil berührend irgendwie poetisch und ergreifend. Danke für dieses wunderbare Buch

„Alles beginnt mit Sprache“
5

Große Leseempfehlung! Ein Buch über Zwangsarbeit im deutschen Reich während des Zweiten Weltkrieges. Man nimmt an, dass es 20 Millionen Menschen - vor allem aus Polen und der Ukraine, Frankreich und Russland - waren zu der Zeit, die verschleppt wurden und unter unmenschlichen Bedingungen für die Deutschen schwere landwirtschaftliche Arbeit verrichten mussten als quasi Leibeigene und ohne Rechte. Nelka in diesem Roman ist eine von ihnen. Sie wird auf offener Straße aufgegriffen und in den Norden Deutschlands auf einen Gutshof gebracht. Nur ihr Wissen über den Apfelanbai schützt sie eine Zeit lang ... Jahrzehnte später kehrt sie auf den Hof zurück, der soviel Leid über sie gebracht hat und will den Gutshofbesitzer von damals zur Rechenschaft ziehen! Ein ganz besonderes Buch, das einen vielleicht auch einen ganz neuen Blick auf Apfelanbaugebiete und Menschen werfen lässt, die für uns aus dem Osten kommen und bei der Ernte helfen ...

5

Eine unglaubliche Tiefe!

Auch wenn das Thema nicht neu ist, geht der Text so nah. Dieses Buch hallt sicher lange nach.

4.5

Literatur vom allerfeinsten

Geschätzte 20 Millionen Zwangsarbeiter wurden während des dritten Reich in Deutschland als Arbeitskräfte missbraucht. Wie Sklaven wurden sie gehalten und behandelt. Gelesen habe ich darüber in der Vergangenheit nur peripher. Svenja Leiber widmet sich diesem dunklen Fleck unserer gemeinsamen Geschichte. Nelka reist zurück an den Ort, der sie körperlich und psychisch viel Kraft gekostet hat. Als 15-jährige wird sie aus Lemberg verschleppt und landet auf einem Gutshof in Norddeutschland. Dort muss sie mit anderen Menschen schwerste Arbeiten verrichten und trägt somit unfreiwillig dazu bei, dass das deutsche Volk gut mit Lebensmitteln versorgt wird. Ein engerer Kontakt zu den „Herrenmenschen“ ist nicht erlaubt. Das schert besonders die Männer in höheren Positionen nicht. Sie missbrauchen die Frauen für einen Becher Sahne. Lehnt sich jemand gegen die schwere Arbeit oder die übergriffigen Handlungen auf, so wird man hart bestraft. Nelka wechselt in das Haus des Verwalters und übernimmt Dienstbotentätigkeiten. Als sie eine Schale mit Äpfeln sieht, ruft das ihre Erinnerungen an zu Hause wach, denn ihr Vater war ein Bekannter Experte für die Veredelung von Sorten. Als Marten dies bekannt wird, verpflichtet er sie, ihr Know-how an ihn weiterzugeben. Auf diesem Wissen fußt sein späterer Reichtum. Jahrzehnte später stehen sich die beiden wieder gegenüber. Svenja Leiber hat dieses Buch mit einer ganz besondere Stimmung ausgestattet. Es wirkt in seiner Grausamkeit ruhig und sanft erzählt. Dabei wühlte es mich ziemlich auf, denn die Willkür mit der Menschen hier benutzt wurden ist nur schwer auszuhalten. Um diese Intensität herzustellen, muss nicht alles ausgeschrieben werden. Svenja Leiber hat es hervorragend geschafft Worte wegzulassen und trotzdem alles zu sagen. Das betrifft insbesondere die Gefühle der Protagonisten. Nelkas Blick auf die Vergangenheit bekommt mit ihrer Reise eine andere Kraft. Besonders gut, finde ich dargestellt, wie sie sich gegen die Erinnerung wehrt und sie gleichzeitig zum Überleben braucht. Einmal mehr wird deutlich, dass es hier nicht ausschließlich um das verbrecherische Regime der Nationalsozialisten und deren Auswirkungen geht, sondern um die Macht von Männern, die sich nehmen, was sie wollen. Die Beschreibung von Apfelsorten, deren Aussehen und Geruch hat etwas sehr sinnliches. Der Roman berührt literarisch nicht nur meinen Kopf und mein Herz, sondern spricht auch meine fünf Sinne an. Die literarisch hochwertige Arbeit von Svenja Leiber ist in all dem schrecklichen voll Poesie und trotzdem leicht zugänglich. Ein stilles und gleichzeitig kraftvolles Buch, das zeigt, wie man Menschen bricht und gleichzeitig überlebt. Ich empfehle es allen, die auf der Suche nach Literatur sind, die eine Zeit widerspiegelt, die niemals wiederkommen darf und die gleichzeitig in dieser eine neue Perspektive verfolgen möchten.

4

44/2026 "Wer sich vor den Spinnen fürchtet, Nelk, muss zu den Spinnen gehen"

Nelka ist 16 Jahre alt, als sie 1941 aus Lemberg/ einer kleinen Stadt in Deutschland/Polen/Ukraine/Russland (wer weiß das schon so genau) zur Zwangsarbeit in Norddeutschland verschleppt wird. Anfang der 90er -nach dem Zusammenbruch der UdSSR kehrt sie dorthin zurück, um ihre Vergangenheit aufzuarbeiten. Eine eindringliche Geschichte, die auf sehr ruhige Weise erzählt wird. Und gerade in dieser stillen Erzählweise liegt das dramatische greifbar unter der Oberfläche. Empfehlung! eBook (Onleihe)

44/2026 "Wer sich vor den Spinnen fürchtet, Nelk, muss zu den Spinnen gehen"
4

Nelka wird im Jahr 1941 von den Deutschen aus ihrem polnischen Heimatort verschleppt und zur Zwangsarbeiterin auf einem Gutshof in Deutschland gemacht. Auf Grund ihrer Jugend, Schönheit und insbesondere ihrer tiefgehenden Kenntnisse zum Apfelbaumanbau, erregt sie die unerwünschte Aufmerksamkeit des Gutsverwalters. Einige Jahrzehnte später kehrt Nelka an den Ort und zu dem Gutsverwalter zurück, um sich den Dämonen ihrer Vergangenheit zu stellen. Das Buch ist sehr melancholisch, sowohl im Ton als auch im Inhalt. Nelkas Schicksal, als junges 16-Jähriges Mädchen im Krieg, wird sehr eindringlich beschrieben. Die Lesenden bekommen anhand von fiktiven Einzelschicksalen ein umfassendes Bild vom Leid, das vielen, völlig unschuldigen, wehrlosen Menschen widerfahren ist. Insbesondere deprimierend ist das Gefühl von grenzenloser Ungerechtigkeit, das wir bei der Lektüre aushalten müssen. Befriedigend sind ja nun mal Geschichten, in denen die "bösen" am Ende bekommen, was sie verdienen und bestraft werden. Diese Geschichte ist realitätsnah gehalten, so dass das befriedigende Gefühl uns natürlich versagt bleibt. Stattdessen wird uns gezeigt, wie Menschen am Ende von ihren rücksichtslosen, teilweise unmenschlichen Verhaltensweisen, profitieren und immer wieder profitieren. Ein gutes Buch, das ein Schlaglicht auf diesen, nicht oft thematisierten Teil der Geschichte wirft.

5

Tief berührend

Mit „Nelka“ gelingt Svenja Leiber ein zugänglicher und zugleich eindringlicher Beitrag zur Erinnerungskultur. Der Roman lädt dazu ein, Nelkas Geschichte kennenzulernen, ihr zu folgen und mit ihr zu fühlen. Leiber schreibt bedacht und zugleich sogkräftig – poetisch, atmosphärisch dicht und inhaltlich spannend. „Nelka“ schlägt eine kluge Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart und regt dazu an, über die eigene Positionierung im aktuellen Zeitgeschehen nachzudenken.

Tief berührend
4

Zwangsarbeit, Grausamkeit, Begehren

Ein melancholisches Buch über die Vergangenheit und Gegenwart einer Frau, die stark sein muss. Eindringlich und auch auf eine stille Art und Weise werden Geschehnisse während des Krieges aus zwei gegensätzlichen Sichtweisen erzählt. "Nichts habe ich vergessen."

4.5

Nelka ist eine eindringliche und bewegende Geschichte, die als fiktive Erinnerung an die Zwangsarbeiterinnen während der NS-Zeit dient. Das Buch erschüttert durch seine schonungslose Darstellung von Leid, Verlust und Entmenschlichung, ohne dabei die leisen Momente der Hoffnung zu verlieren. Als Leserin wird man unmittelbar in Nelkas Welt hineingezogen und durchlebt ihre schmerzhaften Erfahrungen ebenso intensiv wie die wenigen, aber kostbaren Augenblicke, die ihr Kraft geben. Gerade diese Balance macht die Erzählung so berührend und nachhaltig. Nelka ist ein wichtiges und sehr empfehlenswertes Buch, das lange nachwirkt.

4

Nelka ist 16, als sie 1941 in Lemberg von Soldaten aufgegriffen wird. Sie wird nach Norddeutschland verschleppt, wo sie jahrelang mit anderen Männern und Frauen Zwangsarbeit unter menschenunwürdigen Bedingungen verrichten muss. Einzig ihre Freundschaft zu zwei Mitgefangenen und ihr Wissen über den Apfelanbau, das ihr ihr Vater mitgegeben hat, halten sie über Wasser. Doch Marten, der Gutsherr, nutzt dieses Wissen aus und nähert sich Nelka auf abscheuliche Weise. Jahre später kehrt Nelka auf den Gutshof zurück und trifft ein letztes Mal auf Marten, der zwischenzeitlich durch die Apfelernte reich geworden ist. Sie möchte das Erlebte endlich hinter sich lassen, endlich heilen. Auf zwei Zeitebenen macht Svenja Leiber das Schicksal tausender verschleppter und zu Zwangsarbeit ausgenutzter Frauen in ihrem Roman "Nelka" erfahrbar. Sie schildert, wie die Versorgung in Deutschland nur durch die Zwangsarbeitenden aufrecht erhalten werden konnte - unter den schlimmsten Bedingungen. Missbrauch und Gewalt standen an der Tagesordnung. Nelka erfährt diesen Missbrauch durch den Gutsverwalter, der sie gleich zu Beginn ins Auge fasst und sie letztlich zu sich als Angestellte ins Haus holt. Oft reichen Andeutungen der Autorin aus, um das unfassbare Leid in den Zeilen zu spüren. "Nelka" ist eine Geschichte, die unbedingt erzählt werden musste und mich sehr berührt hat, auch wenn mich der Schreibstil manchmal auf Distanz zur Protagonistin gehalten hat. Von mir gibt es eine Leseempfehlung!

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4.5

Habe das Buch in einem Rutsch gelesen und fand es ausgesprochen spannend und berührend. Nur am Anfang fand ich die eine oder andere Metapher etwas ausgelutscht, fast kitschig. Aber das war schnell vergessen, denn Nelkas Geschichte war einfach zu gut.

4.5

Ein bewegendes Buch, das mich am Ende doch sehr berührt hat.

Das Buch hat mir gut gefallen. Hart, traurig und gleichzeitig sehr menschlich, beim lesen merkt man wie schwer das Leben für viele Menschen damals gewesen sein muss. Viele Schicksale, die kaum Beachtung fanden. Das Buch regt zum Nachdenken an, Empfehlung für alle, die sich für historische Schicksale interessieren.

4

Schwere Kost aber unheimlich gut.

Einen Stern Abzug für fehlende Kapitel. Bei der Wucht dieses Buches aber hinzunehmen… Erwartet habe ich einen historischen Roman - bekommen habe ich eine intensive Geschichte über Zwangsarbeit im Zweiten Weltkrieg mit herzzerreißender Sprache. Definitiv keine „seichte Kost“ aber trotzdem sehr sehr empfehlenswert.

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