Und ich werde dich nie wieder Papa nennen
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Book Information
Author Description
Caroline Darian ist leitende Angestellte in einem großen Unternehmen. Seit dem Erscheinen ihres Buches hat sie den Verein #MendorsPas: Stop à la soumission chimique gegründet, um sich für eine bessere Betreuung der Opfer von sexueller Gewalt durch medikamentöse Substanzen einzusetzen.
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Was für eine kranke Welt
Vielen Dank an Caroline Darian, dass sie die Kraft und den Mut aufbringt, diese schreckliche Zeit mit der Welt zu teilen, um Opfer von chemischer Unterwerfung auf die Symptome und Anzeichen aufmerksam zu machen, ihnen zu zeigen, dass sie nicht allein sind und auch Missstände im Umgang mit solchen Fällen in Verwaltung, Strafverfolgung, Justiz und Medizin, gerade auch psychischer Betreuung, aufzeigt. Danke auch für ihr Engagement im Rahmen des von ihr gegründeten Vereines zur Betreuung der Betroffenen. Es fällt mir sehr schwer, die Wut gegen die unzähligen Täter, vor allem Männer, welche beim Lesen aufkommt, nicht auf andere zu projizieren. Der Gedanke, dass so viele Frauen und Familien ein ähnliches Schicksal erleiden müssen, wie die Familie rund um Gisèle Pelicot, ist unerträglich und allein die mit Sicherheit sehr hohe Dunkelziffer unfassbar. Die tagebuchähnlichen Kapitel, welche Caroline wohl selbst sehr wichtig für den Umgang mit dem Grauen waren, begleiten nicht nur die Familie von der Festnahme des Vaters an, womit seine Taten tatsächlich das erste Mal zumindest im Ansatz entdeckt werden, während eines Teil des Prozesses, sondern zeigen auch, wie unterschiedlich die einzelnen Familienmitglieder mit der entsetzlichen Situation umgehen, wie sie die ganze Familie zu zerstören droht, zu Streit, schrecklichen Ängsten und natürlich auch psychischen Problemen führt und auch, wie Caroline ihrem kleinen Sohn nahebringen muss, dass sein Opa ein Monster ist und kein toller, lieber Mann seiner Omi, wie es bisher schien. Was sich anhört, wie ein kranker Thriller aus der Feder von Fitzek oder ähnlichen Autoren, ist die traurige Realität für die Betroffenen. Unerträglich bewegend und sehr wichtig.
Puh, ganz schön harte Kost. Es ist kaum zu glauben wozu Menschen in der Lage sind und welche Mittel hierzu ergriffen werden. Es ist mir allerdings doch auch ein wenig ein Rätsel wie eine Frau über Jahre hinweg in bewusstlosem Zustand vergewaltigt werden kann und sie den Grund für ihre "Beschwerden" erfolglos in allem Möglichen sucht.
Die Scham muss die Seite wechseln...
Ich ziehe meinen Hut vor Gisele für diese Einstellung und nach all dem Leid, welches Ihr widerfahren ist. Und vor Caroline, dass sie dieses Buch geschrieben hat, welches NIE hätte geschrieben werden dürfen. Es sind 224 Seiten die es in sich haben und die tiefe Einblicke in einen Albtraum gibt, der eine ganze Familie zerstört hat. Es ist einfach nur unvorstellbar was im Laufe der Ermittlungen herausgekommen ist und wie auf einmal, aus einem Ehemann/Vater/Schwiegervater und Opa auf ein abscheulich Monster wird. Ich war sprachlos, fassungslos und wütend und mag mir gar nicht vorstellen, wie unfassbar stark man sein muss, dass man so einem Martyrium noch die Kraft hat das alles durchzustehen. Und auch wenn ich Biografien nicht gerne bewerten mag, weil mir ein Urteil hier einfach nicht zusteht, ziehe ich einen Stern ab, weil mir an manchen Stellen, eine Nachbetrachtung aus psychologischer Sicht gefehlt hat. An manchen Stellen geht Caroline sehr detailliert auf die Schwächen des Systems in Frankreich ein und auf die fehlende psychologische Betreeung, dass es hier informativ gewesen wäre was ihr und ihrem Sohn genau geholfen hat. Auch die Reaktionen von Behörden und der Richterin, hätten das Buch "runder" gemacht. Alles in allem eine sehr schwere Lektüre, die man nicht mal eben einfach so nebenbei liest.
Die Scham muss die Seite wechseln
Ich finde keine Worte um diesem Buch und dieser Lebensgeschichte gerecht zu werden. Manchmal können Worte auch nicht den Abgrund menschlicher Monstrosität beschreiben. Die Autorin ist die Tochter der Französin Gisèle Pelicot und sie beschreibt in ihrem Buch ihre Erfahrungen und ihren inneren Kampf, nachdem die Familie von dem jahrelangen geheimen Missbrauch des Vaters an der Mutter erfährt. Gisèle Pelicot wurde von ihrem Mann unter Drogen gesetzt und von fremden Männern vergewaltigt, die ihr Ehemann im Internet kontaktierte. Das Schicksal der Familie klingt absonderlich und so ekelerregend, dass es fast schon an Fantasie gleicht. Wie viele Frauen noch immer einem ähnlichen Schicksal ausgeliefert sind, möchte ich mir gar nicht vorstellen.
Ein erschreckender Betricht einer Tochter, die erleben musste, wie das gesamte Familiengefüge durch die Taten des Vaters durcheinander gebracht wurden. Nicht nur, das er seine Frau durch die Gabe von Tabletten betäubt hat um sie anderen Männern zuzuführen, er stellte dieses und andere kompriemierende Bilder mit entwürdigenden Kommentaren ins Internet. Auch andere Frauen aus der Familie waren davon betroffen. Sehr gut ausgearbeitet wurde hier, wie ich finde, wie weitreichend die Auswirkungen der Taten auf alle Familienmitglieder war, auch auf die beiden Söhne. Ein erschütternde Bericht darüber wie eine Vertrauensperson größten Missbrauch, nicht nur in sexueller Hinsicht begeht.
Eine unglaublich starke Familie !
Der Name Caroline Darian wird vielen unbekannt sein, doch der Name ihrer Mutter umso bekannter: Gisèle Pelicot. Spätestens seit letztem Jahr wird es kaum Menschen geben, die diese Frau und ihre Geschichte nicht kennen. Auch mir, war ihre schwierige Geschichte bekannt, aber viele Details kannte ich nicht. Wie z.B. durch ein vergleichsweise kleines Verbrechen von Dominique, zehn Jahre unvorstellbare Grausamkeiten aufgeflogen sind oder dass er seiner Tochter ebenfalls Schaden zugefügt hatte (wobei man nichts beweisen kann und auch nicht nachvollziehen kann, WAS genau geschehen ist). Auch, wenn Caroline am Anfang dachte, dass ihr Vater zu so etwas nicht im Stände wäre, berichtet sie von Ungereimtheiten und Details aus ihrer Vergangenheiten, die jetzt im Nachhinein vieles erklären. Wie z.B. ihre Mutter durch die Betäubung Gedächtnislücken von mehreren Stunden hatte. Das ganze Buch wurde wie Tagebucheinträge verfasst, und es handelt sich um eher kurze Kapitel. Caroline nimmt uns mit von dem Tag, an dem sie von den Taten ihres Vaters erfahren hat, ca. November 2020 bis im Herbst des darauffolgenden Jahres. Sie berichtet, wie sie das alles als Tochter von Opfer, sowieso Täter erlebt hat. Und auch, wie sie das ganze ihrem Sohn beigebracht hat. Man hat erlebt, wie diese Familie verzweifelt versucht hat, zusammenzuhalten, was nicht immer ganz leicht war, weil jeder anders damit umgegangen ist und jeder seinen eigenen Kampf zu kämpfen hatte. Aber durch Verständnis und ganz viel Liebe, haben sie fest zusammengehalten, wofür ist sie stark bewundere ! Das Buch war an manchen Stellen schwer zu lesen, weil es unglaublich traurig, schockierend, aber auch wütend machte. Aber es war auch sehr spannend. Man sollte, wenn Opfern von so einem Verbrechen berichten nicht wegschauen, sondern hinhören, denn Caroline hat vieles am System bemängelt, was es Opfern eines solchen Vebrechen erschwert, rechtliche und auch medizinische Schritte zu gehen. Es ist klar, dass das System sehr zurückhängt. Ich hätte mir vielleicht noch gewünscht, dass Caroline auch noch von der Zeit der Prozesse berichtet, aber bin natürlich glücklich, dass sie überhaupt getraut hat, so offen über ihre Erfahrungen und Emotionen zu reden. Und wer weiß, vielleicht kommt in der Zukunft noch ein Buch. :)
2024 sorgte eine Strafprozess für viel Aufsehen. Dabei geht es um Gisèle Pelicot, welche von ihrem Mann betäubt und anschließend von etwa 80 Männern vergewaltigt wurde im einem Zeitraum von etwa 9 Jahren. So etwas ist unvorstellbar, unfassbar und einfach unsagbar grauenvoll. Wie kann man anderen Männern Tipps geben, was die beste Dosierung ist um die Frau außer Gefecht zu setzen? Wie kann man Witze darüber reißen, dass die Dosierung nicht ausreichend war? Wie kann man einem Menschen, der angeblich die Liebe des Lebens ist, so etwas antun? Und wie kann man damit bitte leben? Dieses Buch ist wirklich nicht so leicht zu ertragen. Es gibt Vieles was einen mitnimmt. Die Konfrontationen der Kinder damit, was der Mutter passiert es. Das Aufdecken weiterer Dinge zum Beispiel dass es auch Fotos von Caroline oder ihren Schwägerinnen gab. Die Frage im Raum, ob Caroline das Schicksal ihrer Mutter teilte. Das Überbringen der Nachricht an die Enkel, welche nicht verstehen warum der liebe Opa im Gefängnis sitzt und niemand mehr Kontakt möchte. Die traurige Gewissheit, dass das Alles wahrscheinlich nie aufgedeckt worden wäre, wenn man ihn nicht bei einer voyeuristischen Tat in einem Supermarkt erwischt hätte?! Und selbst aus dem Gefängnis raus manipuliert der Täter weiter. Er trickst das Justizsystem aus, bettelt um Vergebung für eine Tat die absolut unverzeihlich ist. Während ihre Mutter sich in die Verdrängung als Selbstschutz flüchtet, beginnt Caroline ihre Gedanken und Gefühle nieder zu schreiben. Sie beschreibt auch, wie sie die Einleitung zum Prozess erlebt hat und wie oft sie wieder und wieder mit neuen Dingen konfrontiert wurden. Es brauchte 4 Jahre von der Entdeckung bis zum Urteil. Eine Zeit die nicht nur für die Frauen, sondern für die gesamte Familie eine Belastungsprobe wurde. Fazit Am Ende gilt der Dank damit an die Öffentlichkeit gegangen zu sein diesen beiden mutigen Frauen. Statt selbst Scham zu empfinden sorgen sie dafür, dass es die Täter tun. Das alle Täter bestraft wurden, zumindest jene die identifiziert worden sind, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Das Buch ist wahnsinnig ehrlich was mir sehr gut gefallen hat. Man sollte lernen genauer hinzusehen, auch über den eigenen Tellerrand hinaus schauen und vor allem Opfern auch Glauben schenken. Ich hoffe die Familie findet nach der Urteilsverkündung wieder etwas Frieden. Am Ende 4,5 Sterne von mir
Und ich werde nie wieder dieselbe sein
„Und ich werde dich nie wieder Papa nennen“ erzählt von den Tagen, Wochen und Monaten, in denen Caroline Darian und ihre Familie Stück für Stück begreifen müssen, was ihr Vater ihnen angetan hat: Fast ein Jahrzehnt lang betäubte er seine Frau mit Medikamenten, lieferte sie anderen Männern aus und dokumentierte die Vergewaltigungen. Doch damit nicht genug – Caroline steht vor der quälenden Frage, ob auch sie selbst ein Opfer seines Missbrauchs wurde. Kaum vorstellbar, wie sich eine derart erschütternde Wahrheit anfühlen muss – für die Mutter, für die Geschwister, für Caroline selbst. Eine Familienwirklichkeit, die sich schlagartig als Lüge entpuppt. Beim Lesen fiel mir auf, wie oft bestimmte Gedanken wiederholt werden. Doch diese Wiederholungen wirken nicht störend – sie sind stimmig und notwendig. Denn genau so funktioniert ein traumatisiertes Denken: Es kreist, es hakt sich fest, es wiederholt. Die Texte machen spürbar, wie das Unfassbare sich in den Alltag frisst. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie Caroline zeigt, dass jede*r in der Familie anders mit dem Erlebten umgeht. Es gibt keine „richtige“ Reaktion auf das Grauen – jeder verarbeitet auf seine Weise. Gerade diese Vielstimmigkeit macht das Buch so menschlich, so ehrlich und so wichtig. Außerdem lernen wir mehr über den Begriff der chemischen Unterwerfung. Ich habe es jedenfalls innerhalb von zwei Nachmittagen durchgelesen und war erschüttert über die zwei Seiten des Vaters.
Eines der erschreckendsten Bücher, die ich gelesen habe. Die Tochter erzählt, wie ihre Mutter von fremden Männern ohne es zu wissen vergewaltigt worden ist. Nur durch Zufall erfährt die Familie davon und die ganze Familie steht vor einem Scherbenhaufen. Das Buch gibt Hoffnung für jede Frau, die Missbrauch erlebt hat, denn am Ende gewinnt doch die Gerechtigkeit. Das Buch ist sehr empfehlenswert.
Diese Familie hat unfassbares durchgemacht. Ein Buch, das man gelesen haben muss! Es zeigt die heftigen Auswirkungen auf das Leben der Familie. Nach diesem Buch sollte wirklich jeder verstanden haben, dass sich der Täter nicht als typisches Monster zeigt. Es ist der Partner, Vater, Bruder, ein Mensch dem man vertraut.

Es fiel mir nicht leicht, dieses Buch über die Verbrechen von Dominique Pelicot zu lesen, umso dankbarer bin ich seiner Tochter, Caroline Darian, dass sie diese Geschichte aufgeschrieben hat, denn sie muss erzählt werden. Die Dimension der begangenen Verbrechen ist, wie ich nun nach der Lektüre weiß, noch größer und abscheulicher als mir das bewusst war und so unaushaltbar dieses Thema ist: wir müssen als Gesellschaft über diese Form der Verbrechen (chemische Unterwerfung) innerhalb von Partnerschaften reden. Denn es scheint erschreckend oft zu passieren. Darians Buch tut weh zu lesen. Nicht nur die tatsächlichen Übergriffe und Gewalttaten, sondern auch zu sehen, wie eine ganze Familie von einem Tag auf den anderen einen absoluten Alptraum erlebt und das zeigt nochmal über den eigentlichen Tatbestand hinaus welche schrecklichen Auswirkungen sexualisierte Gewalt auf das gesamte Umfeld hat, nicht nur auf diejenigen, die tatsächlich Opfer geworden sind. Das Buch wird mir noch lange nachgehen.
Ein unglaublicher Einblick hinter die Kulissen
Ich denke jeder hat irgendwie mitbekommen welcher Prozess letztes Jahr in Frankreich stattfand. Gisèle Pelicot, Opfer einer Massenvergewaltigung über 10 Jahre. Aber nicht nur Opfer, sondern auch Mutter und Oma. Ihre Tochter Caroline erzählt hier Tagebuch ähnlich die prägnantesten Tage in dem Verlauf seitdem heraus kam was ihr Erzeuger ihrer Mutter und auch ihr selbst angetan hat. Es war wie sich herausstellte keine Frau in der Familie von anzüglichen Fotographien verschont geblieben. Auch Caroline wird nie wissen ob sie angefasst wurde, denn auch ihr wurden die Betäubungsmittel verabreicht. Ich habe mich mit dem Fall befasst aber hier doch sehr ehrliche und erschütternde Einblicke bekommen. Was diese Tat mit ihrer Mutter und ihr selbst gemacht hat. Diese Familie ist für immer zerrüttet und muss mit den Folgen kämpfen. Unfassbar dass alles durch einen „Zufall“ herauskam, weil dieser Perverse, Frauen unter den Rock fotografiert hat und diese ihn angezeigt haben. Unvorstellbar was nach und nach ans Licht kam und Gisèle auch vom Nachbar nebenan jahrelang missbraucht wurde. Welche Lügen diese Männer aufgetischt haben und was sich für ein Ausmaß auftat, als herauskam dass mehrere Männer ihre Frauen betäubt haben und es mal ringsum ging, wo gerade eine Frau „willig“ war. Diese Vergewaltigungen haben sich manchmal über 10 Stunden gezogen! Ich hatte die ganze Zeit Gänsehaut beim lesen und das Buch macht auf mehreren Ebenen betroffen. Ob es der manipulative Vater war, der ein unglaubliches Konstrukt errichtet hat um seine Lügen zu verdecken. Die Mutter die schon als senil galt weil sie durch den jahrelangen Überkonsum von verschiedenen Schlaf- Betäubungsmitteln total am Ende ihrer Kräfte war. Die Tochter die nicht mehr dort wohnte und sich wegen dem Verfall ihrer Mutter sorgte und für die natürlich nach der Aufdeckung der Taten ihres Vaters alle Puzzleteile zusammen passten. Der Enkelsohn der seinen Opa liebste und nun erkennen muss dass er ein Monster ist. Alle müssen damit leben. Ich bin sprachlos und fassungslos. Auch dass Ärzte natürlich nicht auf Verdacht auf diese Substanzen prüfen. Es ist ja völlig wahnsinnig so etwas anzunehmen! Man hätte es schon Jahre vorher erkennen können. Doch wer sollte es von einem Ehemann und Vater erwarten? Niemand hätte sich diese Taten vorstellen können. Doch waren es Ehemänner, der Nachbar, der Opa die sich an Gisèle vergangen haben. Es sind nicht alle Männer so. Aber es waren alles Männer die dieses Grauen begangen haben. In vollster Klarheit darüber was sie tun. Sie haben sich noch witzige Nachrichten geschickt und sich geärgert wenn man eine Frau nicht so betäubt war. Blöd gelaufen. Nächstes mal bitte mehr Stoff in den Wein. Ekelerregend.

Übersetzt von Michaela Meßner und Grit Weirauch Trauer, Hilflosigkeit, Wut, dieses Gefühl, wenn dir etwas schwer im Magen liegt und dir das Herz schwer macht, Unglauben, Ekel, ein schweres Aufatmen gefühlt nach jedem Absatz, das Buch schließen, es weglegen, dann sofort wieder an sich nehmen, es geht nicht, ich muss diesen Weg weiter gehen, mit ihr, mit Caroline Darian, der Tochter von Gisèle Pelicot. Es gibt nicht vielen menschlichen Wesen auf diesen Planeten, denen man gewillt ist das Menschsein wirklich abzusprechen. Klar, einigen Subjekten historischer Geschichte ohne Ausnahme aber möchte man nicht auf naive Weise glauben, dass bei einigen verbitterten Wesen doch eine Zeit am Tag kommt, an denen sie Masken ablegen, Rollen abstreifen und menschlich werden? Schon bei der Berichterstattung zu Gisèle Pelicot und nach diesem unglaublichen Buch "Und ich werde dich nie wieder Papa nennen" spreche ich Dominique Pelicot, der seine Ehefrau über mehr als ein Jahrzehnt hinweg mit Substanzen immer wieder betäubte, um sie einer nicht greifbaren Zahl an Männern zur Verge***tigung anzubieten, das Menschsein ab. "Und ich werde dich nie wieder Papa nennen" ist mehr als schwer zu ertragen. Es ist so unfassbar nahe dran an den Horror, den die Familie Pelicot nach der Aufdeckung eines nicht verstellbaren Verbrechens der Demütigung, Grausamkeit, Respektlosigkeit vor dem Leben, Manipulationen und Wahnsinns ausgesetzt waren und bis zum heutigen Tag sind. Als ein Akt der Selbsttherapie begann Caroline Darian damit das eigentlich Unsagbare in Worte zu kleiden und bemerkte, dass sie somit zwar einen kleinen aber doch bedeutsamen Teil ihres Leids lindern konnte. Oft wird zwischen ihren Zeilen deutlich, dass sie unsicher war, ob ihre Worte lediglich Selbsttherapie bleiben und nie die Öffentlichkeit erreichen, aber ich bin sehr froh, dass sie es schlussendlich doch getan haben. "Und ich werde dich nie wieder Papa nennen" ist ein unfassbar wichtiges Buch. Schon nach dem ersten Absatz möchte man vielleicht schon aufgeben, weil es so schwer zu ertragen ist aber genauso schnell weiß man auch, dass man diesen Weg mit Caroline Darian bis zum Schluss gehen muss. Sie zeichnet dort das unfassbare Bild eines Mannes, der seine ganze Familie manipuliert und hinters Licht geführt hat. Stück für Stück legt sie Dominique Pelicot frei, der sein Großteil seines Lebens die Rolle als fürsorglicher Familienvater und später Großvater perfekt inszeniert hat, um dann seinen Masken abzulegen und zu dem Monster zu werden, das er anscheinend schon fast immer gewesen ist. Das tut so unfassbar weh aber noch mehr ist da dieser unvorstellbare Schmerz bei ihr, die gleichzeitig die Tochter vom Täter und vom Opfer war und natürlich bei ihrer Mutter, die lange Zeit sich damit auseinander setzen musste eine fast fünfzigjährige Ehe als eine grausame Farce mit unvorstellbaren Leid ihrerseits präsentiert zu bekommen und als psychischen Selbstschutz genau das zu verdrängen versucht hat. Aber einer der wohl wichtigsten Aspekte in Caroline Darians Aufzeichnungen ist die Aufklärungsarbeit, die sie leistet und für die sie sich auch aktiv einsetzt. Genauso unbekannt wie der neue Oberbegriff der "chemischen Unterwerfung", also genau das, was ihrer Mutter passiert ist, ist auch der Umgang mit dieser und leider auch der generelle Umgang mit Opfern se*ueller Gewalt. An ihrem eigenen Beispiel macht sie deutlich, wie wenig Unterstützung die Familie seitens der Behörden nach dieser ungeheuerlichen Tat erhielt. Aber auch, dass die Taten an ihrer Mutter kein Alleinstellungsmerkmal inne haben, denn die Praktik der "chemischen Unterwerfung" ist mittlerweile ein gängiges Tatwerkzeug von Se*ualstraftätern, die in vielen Fällen nicht die maskierten Täter in einem Prakhaus oder einem dunklen Park sind, sondern aus dem direkten oder privaten Umfeld der Opfer kommen. Und es ist so wichtig, dass gerade medizinisches Personal das Muster einer chemischen Unterwerfung erkennt, um Opfer aus diesem Teufelskreis befreien zu können. Also, wenn ihr euch dazu in der Lage fühlen solltet, kauft dieses Buch und lest es. Sprecht darüber, macht aufmerksam, werdet aufmerksamer und nehmt etwas daraus mit. Ich wünsche der verbliebenden Familie Pelicot, dass sie jetzt nach Ende des Prozesses endlich wieder Frieden finden werden und die Möglichkeit bekommen das Leben als etwas Glückliches zu betrachten. Was für unglaubliche Frauen. Ich werde den Mut ihrer Mutter und der der Tochter für die Veröffentlichung dieses Buches für immer bewundern.

Wenn man erkennt, dass der eigene Vater ein Monster ist
Ich habe mich damals sehr mit dem unglaublichen Fall der Gisele Pelicot beschäftigt. Deswegen war dieses Buch für mich interessant. Ich hatte jedoch auch Befürchtungen, es aus der Sicht der Tochter zu lesen, da sie ja nicht die Hauptperson der Anklage war. Das Buch ist in mancherlei Hinsicht eine Ergänzung zu den publizierten Geschichten und rein aus der Sicht und dem Empfinden der Tochter geschrieben. Einer Tochter, die kaum verarbeiten kann, dass das Bild ihres geliebten Vaters bis ins Mark erschüttert und die heile Welt ihrer Familie vollkommen und nachhaltig zerstört wurde. Besonders hat mich die Schilderung über ihre Mutter erschüttert, die nach außen die starke und mutige Persönlichkeit darstellt (die Scham muss die Seite wechseln), die dunkle Seite ihres Ehemannes und Täters jedoch ignoriert und auf diesem Weg versucht, weiter zu leben. Und die gar nicht versteht, wie sie auch nach der Aufdeckung der Fakten aus dem Gefängnis heraus weiterhin von ihm manipuliert wird. Ein starkes Buch, gut zu lesen und kaum zu glauben. Eine klare Empfehlung.
Unfassbar, was diese Frau, ihre Mutter und die gesamte Familie durchmachen mussten. Der Täter hat im Umkreis eines Kaffs in Frankreich mehr als 70 (!) Männer gefunden, die bereit waren, vor der Kamera zu vergewaltigen. Die wenigen, die doch Skrupel hatten, haben das ganze nicht gemeldet. Und während dieser Fall lief, deckt der NDR ein riesiges Vergewaltiger-Netzwerk auch in Deutschland auf. Die abartigen und brutalen Videos werden millionenfach (!) von Männern geklickt. Wollen wir das weiter ignorieren?
Ein Buch welches nicht spurlos an mir vorübergeht. Ich danke der Autorin für ihre Offenheit und den Mut die Grausamkeiten, ausgehend von ihrem Vater, an hauptsächlich der Mutter und u.a. Ihr selber, niederzuschreiben und somit öffentlich zu machen. Ein Buch welches schockiert und betroffen macht und mich noch lange innerlich begleiten wird
Es fühlt sich schlecht an ein solches Buch zu bewerten. Gleichzeitig ist es aber sehr wichtig, dass vor allem Frauen sich diesem Thema bewusst sind, damit es in Zukunft früher gesehen werden kann. Das Buch ist sehr bewegend, teilweise kaum zu ertragen. Es geht nicht in den Kopf wie schlimm es sein muss, so etwas zu erfahren über den eigenen Partner. Ich hätte mir noch gewünscht, dass auch der Prozess etwas erzählt wird aber der wurde wohl bereits genug in den Medien auch ausgeschlachtet. Es ist auch spannend die Geschichte direkt von den Opfern zu hören, da es nochmals komplett ein anderes Bild zeichnet, als das was man aus den Medien usw. alles hört und sieht. Absolute Empfehlung aber Trigger-Warnung, da es wirklich nahe geht.
Uff. Dieses Buch ist ein Tritt in die Magengrube. Es ist wirklich nicht einfach es zu lesen und man sollte es sich gut überlegen. Aber gleichzeitig ist es so stark und berührend. Wie Caroline Darian einen mitnimmt, in diese ersten Tage, in denen erst ihre Mutter Gisèle Pelicot und dann auch ihre Kinder erfahren, was der Mann/Vater ihr/ihnen angetan hat. Sich das Grauen nach und nach zeigt und unvorstellbare Ausmaße annimmt. Schonungslos, nicht nur den Lesenden, sondern vor allem sich selbst und ihrer Familie gegenüber. Es hinterlässt einen sprachlos.
Es ist noch schlimmer als vermutet
Wir alle haben den Prozess um den Ex Ehemann von Giselle Pelicot verfolgt. Das ist das Buch ihrer Tochter. Das Buch startet 2020, als die Fotos und Videos auf dem Laptop gefunden wurden, und endet 2024, als der Prozess endlich losgeht. Ich fand es unheimlich spannend das Aufdecken und Zusammenfallen dieser Familie mitzuverfolgen. Caroline ist natürlich völlig zerrissen, ist sie doch Tochter vom Täter und Opfer zugleich. Das Buch ist sehr gut geschrieben. Es hat mich gefesselt und den Schmerz von Caroline spüren lassen.

Zu tiefst erschüttert lässt einen dieses Buch zurück. Es liest sich wie ein Thriller in Tagebuchform, der einen vor Unerträglichem erschaudern lässt. Unfassbar, dass es sich hierbei um eine wahre Geschichte handelt und zwar in einer Zeit, an die wir uns alle erinnern können. Dies sind nicht die Gräueltaten vergangener Zeiten... das ist die Realität, in der wir leben!
KEINE LEICHTE KOST! 💔
🚨 Triggerwarnung: Dieses Buch behandelt den Fall um Gisèle Pelicot. Bitte informiert euch vorab, worum es in dem Fall geht. GANZ WICHTIG!!🚨 Mir hat der Aufbau des Buches, also die Aufmachung als Tagebuch aus Sicht der Tochter von Gisèle Pelicot super gut gefallen! Für dieses Buch benötigt man definitiv starke Nerven! Das Thema, die Praktiken von ihrem Vater und dessen Ausmaß könnten nicht schlimmer und widerwärtiger sein… Mich hat das Buch auf einer tiefen Ebene berührt, weil ich es so so schrecklich finde, was Gisèle Pelicot über Jahrzente angetan wurde und dass auch ihre Tochter nicht verschont blieb. 💔 Gleichzeitig war es für mich nicht begreifbar, wie die Mutter den Vater immer noch in Schutz nehmen kann… Minuspunkt: Das Buch endet abrupt. Ich hätte mir gewünscht, dass die Tagebucheinträge sogar noch bis in die Gerichtsverhandlungen reichen. Das hätte das Buch und diesen Fall nochmal abgerundet.
Gelesen nach dem Buch von Gisele
"In diesem Augenblick begreife ich, dass Mama und ich niemals die selbe Wahrnehmung seiner Persönlichkeit und seiner Handlungen haben werden" Und genau dieses Zitat war das Ausschlaggebende, warum ich das Buch und das vom Gisele gelesen hab. Caroline beschreibt die grauenhaften Folgen dieser monströsen Ereignisse, wie ich es mir mehr von Gisele erhofft hätte.
Wie viel kann eine Familie ertragen?
Der Fall Gisèle Pelicot ist derzeit in aller Munde. Sie ist zu einer Ikone des Feminismus geworden. In diesem Buch kommt Caroline Darian zu Wort. Die Tochter von Gisèle Pelicot, die ebenfalls den Gräueltaten ihres Vaters zum Opfer gefallen ist. Darian erzählt aus ihrer Perspektive, wie sie von den Taten ihres Vaters erfahren hat, was das mit ihrer Familie gemacht hat und wie sie sich dazu entschieden haben, nicht daran zu zerbrechen. Ein sehr aufwühlendes Buch, das mich viel Wut und Unverständnis hat fühlen lassen. Gleichzeitig ist es aber auch ein Buch voller Hoffnung und Stärke, da sich beide Frauen dazu entschieden haben, auf die schrecklichen Taten etwas Positives folgen zu lassen: unerbittliches Engagement für Opfer sexueller Gewalt.
Die Scham muss die Seite wechseln
Caroline Darian, Tochter von Gisèle Pelicot, berichtet ein Jahr lang tagebuchartig wie sich ihr Leben, aber auch das ihrer Mutter und Brüder, nach der Verhaftung ihres Vaters von einem Tag auf den anderen schlagartig ändert. Das Trauma, das sie erleidet und wie sie es verarbeitet, das angeschlagene Verhältnis zu ihrer Mutter, die ganz anders mit ihrem eigenen Trauma umgeht. Zwei unglaublich starke Frauen! Es ist wirklich schwer zu glauben, welche Taten vor allem Gisèle, aber auch Caroline und andere Frauen erleiden mussten. Sehr emotional und bewegend, aber auch bedrückend. Empfehlenswert, wer sich für den Fall von Gisèle Pelicot interessiert.
"Vergewaltigungen geschehen nicht unbedingt in einer dunklen Ecke einer Hochhaussiedlung oder in einem Parkhaus. Ein Großteil der sexuellen Übergriffe wird von Personen aus dem unmittelbaren Umfeld begangen, dem Vater, dem Bruder, dem Großvater, dem Freund, dem Cousin - und eben auch dem Partner." [S. 166] Kaum zu glauben, zu was manche Menschen in der Lage sind. Hier liest man von einem Ehemann und Familienvater, der seine Ehefrau durch chemische Unterwerfung jahrelang regelmäßig betäubt und anderen Männern zur Vergewaltigung frei gibt, was von ihm in Film- und Bildmaterial festgehalten wird. Geschildert wird das Ganze von seiner Tochter und beruht tatsächlich auf einer wahren Begebenheit. Ich möchte hier nicht das Leid der Personen ver- und beurteilen, aber so manche Aussagen, die z. B. der Enkel des Täters so getätigt haben soll, kommen mir doch fragwürdig vor. Liegt möglicherweise aber an der Übersetzung? Mir persönlich hat das Buch stilistisch auf jeden Fall überhaupt nicht gefallen. Dieser Mix aus Briefen, Tagebucheinträgen und Gesprächen ließ mich überhaupt gar keinen Zugang zum Geschehen finden.
Ein wirklich sehr eindrückliches Buch, aber nichts für Schwache Nerven. Die Grausamkeit eines Menschen, seiner Taten und was dies in den Menschen seines Umfeldes auslöst wird schonungslos offengelegt. Unvorstellbar grausam und doch sehr interessant zu lesen. Eine klare Empfehlung! ( Jedoch mit Vorsicht wenn man selbst mental labil ist.)
Wie soll man damit Leben, wenn der Mensch den man mit am meisten vertraut hat, in Wirklichkeit ein Monster ist? Es ist einfach unvorstellbar. Sowas kann sich selbst Hollywood nicht ausdenken. Den Mann den man liebt, mit dem man 3 Kinder hat, stellt sich am Ende als abscheuliches Monster raus. Über 10 Jahre wurde Carolines Mutter von ihrem eigenen Ehemann unter Drogen gesetzt und hat sie von anderen Männern vergewaltigen lassen. Wie soll man als Tochter von so einem Vater als Monster damit bitte umgehen? Es ist einfach schrecklich, ganz besonders für die Mutter. Aber auch für die ganze Familie. Denn das Bild was man von seinem eigenen Vater hatte, wird zerstört und man kann es einfach nicht begreifen. Ist schon harter Tobak. Caroline erzählt wie sie ihren Vater immer gesehen hat und wie schwer es ist, das Monster auf einmal vor sich zu haben. Sie erzählt offen über ihre Zusammenbrüche, ihre riesen Wut, aber auch von ihrem Unverständnis ihrer Mutter gegenüber. Es ist wirklich ergreifend und auch beeindruckend, wie stark sie am Ende doch versucht aus dieser Geschichte,die nie ein Ende nehmen wird, heraus zu gehen. Ich bin sehr neugierig auf die Geschichte von ihrer Mutter die 2026 raus kommen soll. Ich hoffe für die ganze Familie, dass sie ihren Frieden finden werden.
Die Scham muss die Seite wechseln
Wenn sich das Leben in ein "davor" und ein "danach" aufteilt. Was diese Familie durchmachen musste erschüttert einen unglaublich. Ich finde es sehr bewundernswert, das Caroline Darian nicht nur die Kraft und den Mut aufgebracht hat mit ihren persönlichen Erlebnissen und Emotionen in Form dieses Buches an die Öffentlichkeit gegangen ist, sondern auch anderen Opfern mit ihrem Verein hilft. Leider zeigt ihre Geschichte auch, wie schlecht und wenig Hilfe Opfer von sexueller Gewalt erhalten.
„La honte doit changer de camp.“ - Gisèle Pelicot
Eine Tat, über die zu wenig gesprochen wurde und schon wieder in Vergessenheit gerät: Der Fall Gisèle Pelicot. Caroline Darian, selbst Opfer und Tochter von Gisèle Pelicot und des Täters hat uns einen unfassbar einfühlsamen Einblick in das erste Jahr gegeben, wie das Leben sich von jetzt auf gleich verändern kann. Hilflosigkeit, Scham, Angst, Wut, Verdrängung… Hoffnung und Stärke. Ich selbst habe von dem Fall erst gehört, als das Urteil im Dezember 2024 in den Medien war. So plötzlich wie dr kam, so schnell ist es wieder auf der Medienlandschaft verschwunden. Dabei muss viel mehr darüber gesprochen werden und nicht nur aufgrund eines Falles.

Da es sich um die Persönliche Geschichte von Caroline Darian handelt, werde ich keine Sterne Bewertung abgeben. Ich bin aber zutiefst schockiert, was dieser Mann getan hat. Meine Bewunderung ist bei Caroline vor allem dafür, dass sie auch ihre Familie und Freunde unterstützt, trotz des unglaublichen übergriffs ihres Erzeugers. Ich mag den gar nicht mehr ihren Vater nennen.
Es ist der 1.11.2020 und, ohne dass sie es weiß, der letzte Tag in Caroline Darians altem Leben. Sie ist 42 Jahre alt, glücklich in ihrem Beruf und mit Ehemann Pierre und Sohn Tom – doch am nächsten Tag, genau um 20.25 Uhr, erhält sie einen Anruf ihrer Mutter, Gisèle Pelicot. Ihr Vater Dominique wurde verhaftet, weil er ihre Mutter über etwa 10 Jahre hinweg betäubt, anderen Männern zum Missbrauch angeboten und die Taten ins Internet gestellt hat. Im Laufe der Ermittlungen soll sich herausstellen, dass auch sie auf Fotos ihres Vater zu sehen ist, ebenso wie ihre beiden Schwägerinnen. „Und ich werde dich nie wieder Papa nennen“ wurde von Michaela Meßner und Grit Weirauch ins Deutsche übersetzt und enthält Caroline Darians tagebuchartige Aufzeichnungen vom 1.11.2020 bis zum 28.11.2021. Der Prozess gegen ihren Vater ist also nicht Bestandteil des Buches, wird aber im Vorwort kurz angesprochen. In der Ich-Form versucht die Autorin, das Geschehene zu verarbeiten; vor allem der Gedanke, Tochter des Opfers und des Täters gleichzeitig zu sein, beschäftigt sie. Immer wieder lässt sie in kursiver Schrift Erinnerungen an den Vater einfließen, gute und schlechte, und spricht ihn direkt an. „Warum habe ich nichts von all dem geahnt?“, das fragen sich Caroline und ihre Familie, dabei gab es durchaus Anzeichen. Gisèle Pelicot hatte häufig Erinnerungslücken und gynäkologische Probleme. Der Vater geriet ständig in finanzielle Schwierigkeiten und das Ehepaar war bereits einmal geschieden, heiratete dann aber wieder. Gefasst wurde Dominique Pelicot nur, weil er drei Frauen unter den Rock fotografiert hatte und diese ihn anzeigten – eine mutige Tat, die seiner Ehefrau vermutlich das Leben rettete. Mutter und Tochter reagieren sehr unterschiedlich auf die Geschehnisse: Gisèle versucht, einzelne Dinge zu leugnen und bringt ihrem Peiniger sogar warme Kleidung ins Gefängnis; Caroline wütet und rechnet mit dem Verbrecher ab, der nicht länger ihr Vater ist. Dieser schreibt währenddessen Bittbriefe aus dem Gefängnis, inszeniert sich als Opfer und spricht von seiner Frau ironischerweise als der „Liebe meines Lebens“. Dieses Buch ist nicht einfach zu lesen, aber es ist ein enorm wichtiges. „Die Schuld muss die Seite wechseln“, das sagt die Autorin in ihrem Text und aus diesem Grund wollte ihre Mutter auch, dass der Prozess in der Öffentlichkeit stattfindet. Caroline hat inzwischen einen Verein gegründet, um sich für die Opfer der so genannten „chemischen Unterwerfung“ einzusetzen – die in Deutschland übrigens keinen eigenen Straftatbestand darstellt!
Danke an den @kiwi_verlag für das Rezensionsexemplar und das Vertrauen mir dieses Buch zu schicken Vielleicht haben einige ebenfalls den Fall von Gisèle Pelicot Ende 2024 in den Medien mitbekommen. Das Buch ihrer Tochter hat mich daher sehr interessiert. Es ist immer nochmal etwas anderes so eine Geschichte aus der Sicht der Angehörigen zu lesen. Ich habe hier eine Geschichte gelesen, von einer Frau die von dem einen auf den anderen Moment aus ihrer heilen Welt gerissen wird. Die sich auseinander setzten muss mit der Realität in der ihre Mutter zum Opfer und ihr Vater zum Täter wird. Eine Realität in dem sie ebenfalls noch zum Opfer wird. Ich habe eine Geschichte einer Frau gelesen die zusammenbricht und sich wieder ins Leben kämpft. Die sich nicht zum Opfer machen lassen will sondern versucht ihrem Peiniger und den ganzen anderen Tätern ihrer Mutter die Stirn zu bietet. Die versucht das Thema chemische Unterwerfung mehr in die Medien und das Bewusstsein der Menschen zu bringen, denn es wird viel zu oft übersehen. Ich habe gelesen wie ihre Mutter noch nicht die starke Frau ist, die ich im Fernsehen bei den Prozessen erlebt habe. Das Buch endet allerdings auch bereits früher und nicht Ende 2024. Zwischendrin haben wir immer wieder schöne Erinnerungen von Caroline an ihren Vater, die sie nun in Einklang bringen muss mit den Tatsachen was er über Jahre getan hat. Ich finde sowohl Caroline als auch ihre Mutter Gisèle sind starke Vorbilder, die zeigen: nein wir müssen uns nicht schämen als Opfer, die Menschen die uns das angetan haben, die sollten sich schämen. Auch aus diesem Grund hat Gisèle Pelicot einen öffentlichen Prozess gewählt und hat darauf bestanden das man Bilder und Videos der Taten vor Gericht zeigt. Das Buch bzw. die Geschichte ist schockierend, aufwühlend, lässt einen nachdenklich zurück. Es lässt uns aufhorchen gewisse Symptome (Filmrisse etc.) nicht einfach abzutun, sondern zu hinterfragen - steckt vielleicht mehr dahinter als man denkt. Für jeden der sich mit True Crime oder diesem Fall beschäftigt gebe ich eine klare Leseempfehlung! -Rezensionsexemplar- -unbezahlte Werbung-
Schmerzhaft, Schockierend. Wichtig.
Ein Buch, das schmerzt. Ich bin fast schon Sprachlos. Es wühlt auf, macht wütend und hinterlässt eine beklemmende Stille. Doch gerade weil es keine Fiktion ist, trifft es umso härter. Wer sich an den Fall Pelicot erinnert, weiß, wie tief die Wunden dieser Realität reichen. Diese Biographie der Tochter vom Täter und Opfer zugleich ist eine schmerzhafte Erinnerung daran, dass das Schweigen gebrochen werden muss – dass die Scham auf die Seite der Täter gehört. Meinen vollen Respekt an Caroline. Ich hoffe, dass dieses Buch Betroffenen Mut macht und ihnen ein Stück Heilung bringt. Es ist keine leichte Kost und nichts was als einfache Urlaubs Lektüre gelesen werden kann. Aber trotzdem mehr gelesen werden sollte.
Description
Book Information
Author Description
Caroline Darian ist leitende Angestellte in einem großen Unternehmen. Seit dem Erscheinen ihres Buches hat sie den Verein #MendorsPas: Stop à la soumission chimique gegründet, um sich für eine bessere Betreuung der Opfer von sexueller Gewalt durch medikamentöse Substanzen einzusetzen.
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Was für eine kranke Welt
Vielen Dank an Caroline Darian, dass sie die Kraft und den Mut aufbringt, diese schreckliche Zeit mit der Welt zu teilen, um Opfer von chemischer Unterwerfung auf die Symptome und Anzeichen aufmerksam zu machen, ihnen zu zeigen, dass sie nicht allein sind und auch Missstände im Umgang mit solchen Fällen in Verwaltung, Strafverfolgung, Justiz und Medizin, gerade auch psychischer Betreuung, aufzeigt. Danke auch für ihr Engagement im Rahmen des von ihr gegründeten Vereines zur Betreuung der Betroffenen. Es fällt mir sehr schwer, die Wut gegen die unzähligen Täter, vor allem Männer, welche beim Lesen aufkommt, nicht auf andere zu projizieren. Der Gedanke, dass so viele Frauen und Familien ein ähnliches Schicksal erleiden müssen, wie die Familie rund um Gisèle Pelicot, ist unerträglich und allein die mit Sicherheit sehr hohe Dunkelziffer unfassbar. Die tagebuchähnlichen Kapitel, welche Caroline wohl selbst sehr wichtig für den Umgang mit dem Grauen waren, begleiten nicht nur die Familie von der Festnahme des Vaters an, womit seine Taten tatsächlich das erste Mal zumindest im Ansatz entdeckt werden, während eines Teil des Prozesses, sondern zeigen auch, wie unterschiedlich die einzelnen Familienmitglieder mit der entsetzlichen Situation umgehen, wie sie die ganze Familie zu zerstören droht, zu Streit, schrecklichen Ängsten und natürlich auch psychischen Problemen führt und auch, wie Caroline ihrem kleinen Sohn nahebringen muss, dass sein Opa ein Monster ist und kein toller, lieber Mann seiner Omi, wie es bisher schien. Was sich anhört, wie ein kranker Thriller aus der Feder von Fitzek oder ähnlichen Autoren, ist die traurige Realität für die Betroffenen. Unerträglich bewegend und sehr wichtig.
Puh, ganz schön harte Kost. Es ist kaum zu glauben wozu Menschen in der Lage sind und welche Mittel hierzu ergriffen werden. Es ist mir allerdings doch auch ein wenig ein Rätsel wie eine Frau über Jahre hinweg in bewusstlosem Zustand vergewaltigt werden kann und sie den Grund für ihre "Beschwerden" erfolglos in allem Möglichen sucht.
Die Scham muss die Seite wechseln...
Ich ziehe meinen Hut vor Gisele für diese Einstellung und nach all dem Leid, welches Ihr widerfahren ist. Und vor Caroline, dass sie dieses Buch geschrieben hat, welches NIE hätte geschrieben werden dürfen. Es sind 224 Seiten die es in sich haben und die tiefe Einblicke in einen Albtraum gibt, der eine ganze Familie zerstört hat. Es ist einfach nur unvorstellbar was im Laufe der Ermittlungen herausgekommen ist und wie auf einmal, aus einem Ehemann/Vater/Schwiegervater und Opa auf ein abscheulich Monster wird. Ich war sprachlos, fassungslos und wütend und mag mir gar nicht vorstellen, wie unfassbar stark man sein muss, dass man so einem Martyrium noch die Kraft hat das alles durchzustehen. Und auch wenn ich Biografien nicht gerne bewerten mag, weil mir ein Urteil hier einfach nicht zusteht, ziehe ich einen Stern ab, weil mir an manchen Stellen, eine Nachbetrachtung aus psychologischer Sicht gefehlt hat. An manchen Stellen geht Caroline sehr detailliert auf die Schwächen des Systems in Frankreich ein und auf die fehlende psychologische Betreeung, dass es hier informativ gewesen wäre was ihr und ihrem Sohn genau geholfen hat. Auch die Reaktionen von Behörden und der Richterin, hätten das Buch "runder" gemacht. Alles in allem eine sehr schwere Lektüre, die man nicht mal eben einfach so nebenbei liest.
Die Scham muss die Seite wechseln
Ich finde keine Worte um diesem Buch und dieser Lebensgeschichte gerecht zu werden. Manchmal können Worte auch nicht den Abgrund menschlicher Monstrosität beschreiben. Die Autorin ist die Tochter der Französin Gisèle Pelicot und sie beschreibt in ihrem Buch ihre Erfahrungen und ihren inneren Kampf, nachdem die Familie von dem jahrelangen geheimen Missbrauch des Vaters an der Mutter erfährt. Gisèle Pelicot wurde von ihrem Mann unter Drogen gesetzt und von fremden Männern vergewaltigt, die ihr Ehemann im Internet kontaktierte. Das Schicksal der Familie klingt absonderlich und so ekelerregend, dass es fast schon an Fantasie gleicht. Wie viele Frauen noch immer einem ähnlichen Schicksal ausgeliefert sind, möchte ich mir gar nicht vorstellen.
Ein erschreckender Betricht einer Tochter, die erleben musste, wie das gesamte Familiengefüge durch die Taten des Vaters durcheinander gebracht wurden. Nicht nur, das er seine Frau durch die Gabe von Tabletten betäubt hat um sie anderen Männern zuzuführen, er stellte dieses und andere kompriemierende Bilder mit entwürdigenden Kommentaren ins Internet. Auch andere Frauen aus der Familie waren davon betroffen. Sehr gut ausgearbeitet wurde hier, wie ich finde, wie weitreichend die Auswirkungen der Taten auf alle Familienmitglieder war, auch auf die beiden Söhne. Ein erschütternde Bericht darüber wie eine Vertrauensperson größten Missbrauch, nicht nur in sexueller Hinsicht begeht.
Eine unglaublich starke Familie !
Der Name Caroline Darian wird vielen unbekannt sein, doch der Name ihrer Mutter umso bekannter: Gisèle Pelicot. Spätestens seit letztem Jahr wird es kaum Menschen geben, die diese Frau und ihre Geschichte nicht kennen. Auch mir, war ihre schwierige Geschichte bekannt, aber viele Details kannte ich nicht. Wie z.B. durch ein vergleichsweise kleines Verbrechen von Dominique, zehn Jahre unvorstellbare Grausamkeiten aufgeflogen sind oder dass er seiner Tochter ebenfalls Schaden zugefügt hatte (wobei man nichts beweisen kann und auch nicht nachvollziehen kann, WAS genau geschehen ist). Auch, wenn Caroline am Anfang dachte, dass ihr Vater zu so etwas nicht im Stände wäre, berichtet sie von Ungereimtheiten und Details aus ihrer Vergangenheiten, die jetzt im Nachhinein vieles erklären. Wie z.B. ihre Mutter durch die Betäubung Gedächtnislücken von mehreren Stunden hatte. Das ganze Buch wurde wie Tagebucheinträge verfasst, und es handelt sich um eher kurze Kapitel. Caroline nimmt uns mit von dem Tag, an dem sie von den Taten ihres Vaters erfahren hat, ca. November 2020 bis im Herbst des darauffolgenden Jahres. Sie berichtet, wie sie das alles als Tochter von Opfer, sowieso Täter erlebt hat. Und auch, wie sie das ganze ihrem Sohn beigebracht hat. Man hat erlebt, wie diese Familie verzweifelt versucht hat, zusammenzuhalten, was nicht immer ganz leicht war, weil jeder anders damit umgegangen ist und jeder seinen eigenen Kampf zu kämpfen hatte. Aber durch Verständnis und ganz viel Liebe, haben sie fest zusammengehalten, wofür ist sie stark bewundere ! Das Buch war an manchen Stellen schwer zu lesen, weil es unglaublich traurig, schockierend, aber auch wütend machte. Aber es war auch sehr spannend. Man sollte, wenn Opfern von so einem Verbrechen berichten nicht wegschauen, sondern hinhören, denn Caroline hat vieles am System bemängelt, was es Opfern eines solchen Vebrechen erschwert, rechtliche und auch medizinische Schritte zu gehen. Es ist klar, dass das System sehr zurückhängt. Ich hätte mir vielleicht noch gewünscht, dass Caroline auch noch von der Zeit der Prozesse berichtet, aber bin natürlich glücklich, dass sie überhaupt getraut hat, so offen über ihre Erfahrungen und Emotionen zu reden. Und wer weiß, vielleicht kommt in der Zukunft noch ein Buch. :)
2024 sorgte eine Strafprozess für viel Aufsehen. Dabei geht es um Gisèle Pelicot, welche von ihrem Mann betäubt und anschließend von etwa 80 Männern vergewaltigt wurde im einem Zeitraum von etwa 9 Jahren. So etwas ist unvorstellbar, unfassbar und einfach unsagbar grauenvoll. Wie kann man anderen Männern Tipps geben, was die beste Dosierung ist um die Frau außer Gefecht zu setzen? Wie kann man Witze darüber reißen, dass die Dosierung nicht ausreichend war? Wie kann man einem Menschen, der angeblich die Liebe des Lebens ist, so etwas antun? Und wie kann man damit bitte leben? Dieses Buch ist wirklich nicht so leicht zu ertragen. Es gibt Vieles was einen mitnimmt. Die Konfrontationen der Kinder damit, was der Mutter passiert es. Das Aufdecken weiterer Dinge zum Beispiel dass es auch Fotos von Caroline oder ihren Schwägerinnen gab. Die Frage im Raum, ob Caroline das Schicksal ihrer Mutter teilte. Das Überbringen der Nachricht an die Enkel, welche nicht verstehen warum der liebe Opa im Gefängnis sitzt und niemand mehr Kontakt möchte. Die traurige Gewissheit, dass das Alles wahrscheinlich nie aufgedeckt worden wäre, wenn man ihn nicht bei einer voyeuristischen Tat in einem Supermarkt erwischt hätte?! Und selbst aus dem Gefängnis raus manipuliert der Täter weiter. Er trickst das Justizsystem aus, bettelt um Vergebung für eine Tat die absolut unverzeihlich ist. Während ihre Mutter sich in die Verdrängung als Selbstschutz flüchtet, beginnt Caroline ihre Gedanken und Gefühle nieder zu schreiben. Sie beschreibt auch, wie sie die Einleitung zum Prozess erlebt hat und wie oft sie wieder und wieder mit neuen Dingen konfrontiert wurden. Es brauchte 4 Jahre von der Entdeckung bis zum Urteil. Eine Zeit die nicht nur für die Frauen, sondern für die gesamte Familie eine Belastungsprobe wurde. Fazit Am Ende gilt der Dank damit an die Öffentlichkeit gegangen zu sein diesen beiden mutigen Frauen. Statt selbst Scham zu empfinden sorgen sie dafür, dass es die Täter tun. Das alle Täter bestraft wurden, zumindest jene die identifiziert worden sind, ist ein Schritt in die richtige Richtung. Das Buch ist wahnsinnig ehrlich was mir sehr gut gefallen hat. Man sollte lernen genauer hinzusehen, auch über den eigenen Tellerrand hinaus schauen und vor allem Opfern auch Glauben schenken. Ich hoffe die Familie findet nach der Urteilsverkündung wieder etwas Frieden. Am Ende 4,5 Sterne von mir
Und ich werde nie wieder dieselbe sein
„Und ich werde dich nie wieder Papa nennen“ erzählt von den Tagen, Wochen und Monaten, in denen Caroline Darian und ihre Familie Stück für Stück begreifen müssen, was ihr Vater ihnen angetan hat: Fast ein Jahrzehnt lang betäubte er seine Frau mit Medikamenten, lieferte sie anderen Männern aus und dokumentierte die Vergewaltigungen. Doch damit nicht genug – Caroline steht vor der quälenden Frage, ob auch sie selbst ein Opfer seines Missbrauchs wurde. Kaum vorstellbar, wie sich eine derart erschütternde Wahrheit anfühlen muss – für die Mutter, für die Geschwister, für Caroline selbst. Eine Familienwirklichkeit, die sich schlagartig als Lüge entpuppt. Beim Lesen fiel mir auf, wie oft bestimmte Gedanken wiederholt werden. Doch diese Wiederholungen wirken nicht störend – sie sind stimmig und notwendig. Denn genau so funktioniert ein traumatisiertes Denken: Es kreist, es hakt sich fest, es wiederholt. Die Texte machen spürbar, wie das Unfassbare sich in den Alltag frisst. Besonders eindrucksvoll fand ich, wie Caroline zeigt, dass jede*r in der Familie anders mit dem Erlebten umgeht. Es gibt keine „richtige“ Reaktion auf das Grauen – jeder verarbeitet auf seine Weise. Gerade diese Vielstimmigkeit macht das Buch so menschlich, so ehrlich und so wichtig. Außerdem lernen wir mehr über den Begriff der chemischen Unterwerfung. Ich habe es jedenfalls innerhalb von zwei Nachmittagen durchgelesen und war erschüttert über die zwei Seiten des Vaters.
Eines der erschreckendsten Bücher, die ich gelesen habe. Die Tochter erzählt, wie ihre Mutter von fremden Männern ohne es zu wissen vergewaltigt worden ist. Nur durch Zufall erfährt die Familie davon und die ganze Familie steht vor einem Scherbenhaufen. Das Buch gibt Hoffnung für jede Frau, die Missbrauch erlebt hat, denn am Ende gewinnt doch die Gerechtigkeit. Das Buch ist sehr empfehlenswert.
Diese Familie hat unfassbares durchgemacht. Ein Buch, das man gelesen haben muss! Es zeigt die heftigen Auswirkungen auf das Leben der Familie. Nach diesem Buch sollte wirklich jeder verstanden haben, dass sich der Täter nicht als typisches Monster zeigt. Es ist der Partner, Vater, Bruder, ein Mensch dem man vertraut.

Es fiel mir nicht leicht, dieses Buch über die Verbrechen von Dominique Pelicot zu lesen, umso dankbarer bin ich seiner Tochter, Caroline Darian, dass sie diese Geschichte aufgeschrieben hat, denn sie muss erzählt werden. Die Dimension der begangenen Verbrechen ist, wie ich nun nach der Lektüre weiß, noch größer und abscheulicher als mir das bewusst war und so unaushaltbar dieses Thema ist: wir müssen als Gesellschaft über diese Form der Verbrechen (chemische Unterwerfung) innerhalb von Partnerschaften reden. Denn es scheint erschreckend oft zu passieren. Darians Buch tut weh zu lesen. Nicht nur die tatsächlichen Übergriffe und Gewalttaten, sondern auch zu sehen, wie eine ganze Familie von einem Tag auf den anderen einen absoluten Alptraum erlebt und das zeigt nochmal über den eigentlichen Tatbestand hinaus welche schrecklichen Auswirkungen sexualisierte Gewalt auf das gesamte Umfeld hat, nicht nur auf diejenigen, die tatsächlich Opfer geworden sind. Das Buch wird mir noch lange nachgehen.
Ein unglaublicher Einblick hinter die Kulissen
Ich denke jeder hat irgendwie mitbekommen welcher Prozess letztes Jahr in Frankreich stattfand. Gisèle Pelicot, Opfer einer Massenvergewaltigung über 10 Jahre. Aber nicht nur Opfer, sondern auch Mutter und Oma. Ihre Tochter Caroline erzählt hier Tagebuch ähnlich die prägnantesten Tage in dem Verlauf seitdem heraus kam was ihr Erzeuger ihrer Mutter und auch ihr selbst angetan hat. Es war wie sich herausstellte keine Frau in der Familie von anzüglichen Fotographien verschont geblieben. Auch Caroline wird nie wissen ob sie angefasst wurde, denn auch ihr wurden die Betäubungsmittel verabreicht. Ich habe mich mit dem Fall befasst aber hier doch sehr ehrliche und erschütternde Einblicke bekommen. Was diese Tat mit ihrer Mutter und ihr selbst gemacht hat. Diese Familie ist für immer zerrüttet und muss mit den Folgen kämpfen. Unfassbar dass alles durch einen „Zufall“ herauskam, weil dieser Perverse, Frauen unter den Rock fotografiert hat und diese ihn angezeigt haben. Unvorstellbar was nach und nach ans Licht kam und Gisèle auch vom Nachbar nebenan jahrelang missbraucht wurde. Welche Lügen diese Männer aufgetischt haben und was sich für ein Ausmaß auftat, als herauskam dass mehrere Männer ihre Frauen betäubt haben und es mal ringsum ging, wo gerade eine Frau „willig“ war. Diese Vergewaltigungen haben sich manchmal über 10 Stunden gezogen! Ich hatte die ganze Zeit Gänsehaut beim lesen und das Buch macht auf mehreren Ebenen betroffen. Ob es der manipulative Vater war, der ein unglaubliches Konstrukt errichtet hat um seine Lügen zu verdecken. Die Mutter die schon als senil galt weil sie durch den jahrelangen Überkonsum von verschiedenen Schlaf- Betäubungsmitteln total am Ende ihrer Kräfte war. Die Tochter die nicht mehr dort wohnte und sich wegen dem Verfall ihrer Mutter sorgte und für die natürlich nach der Aufdeckung der Taten ihres Vaters alle Puzzleteile zusammen passten. Der Enkelsohn der seinen Opa liebste und nun erkennen muss dass er ein Monster ist. Alle müssen damit leben. Ich bin sprachlos und fassungslos. Auch dass Ärzte natürlich nicht auf Verdacht auf diese Substanzen prüfen. Es ist ja völlig wahnsinnig so etwas anzunehmen! Man hätte es schon Jahre vorher erkennen können. Doch wer sollte es von einem Ehemann und Vater erwarten? Niemand hätte sich diese Taten vorstellen können. Doch waren es Ehemänner, der Nachbar, der Opa die sich an Gisèle vergangen haben. Es sind nicht alle Männer so. Aber es waren alles Männer die dieses Grauen begangen haben. In vollster Klarheit darüber was sie tun. Sie haben sich noch witzige Nachrichten geschickt und sich geärgert wenn man eine Frau nicht so betäubt war. Blöd gelaufen. Nächstes mal bitte mehr Stoff in den Wein. Ekelerregend.

Übersetzt von Michaela Meßner und Grit Weirauch Trauer, Hilflosigkeit, Wut, dieses Gefühl, wenn dir etwas schwer im Magen liegt und dir das Herz schwer macht, Unglauben, Ekel, ein schweres Aufatmen gefühlt nach jedem Absatz, das Buch schließen, es weglegen, dann sofort wieder an sich nehmen, es geht nicht, ich muss diesen Weg weiter gehen, mit ihr, mit Caroline Darian, der Tochter von Gisèle Pelicot. Es gibt nicht vielen menschlichen Wesen auf diesen Planeten, denen man gewillt ist das Menschsein wirklich abzusprechen. Klar, einigen Subjekten historischer Geschichte ohne Ausnahme aber möchte man nicht auf naive Weise glauben, dass bei einigen verbitterten Wesen doch eine Zeit am Tag kommt, an denen sie Masken ablegen, Rollen abstreifen und menschlich werden? Schon bei der Berichterstattung zu Gisèle Pelicot und nach diesem unglaublichen Buch "Und ich werde dich nie wieder Papa nennen" spreche ich Dominique Pelicot, der seine Ehefrau über mehr als ein Jahrzehnt hinweg mit Substanzen immer wieder betäubte, um sie einer nicht greifbaren Zahl an Männern zur Verge***tigung anzubieten, das Menschsein ab. "Und ich werde dich nie wieder Papa nennen" ist mehr als schwer zu ertragen. Es ist so unfassbar nahe dran an den Horror, den die Familie Pelicot nach der Aufdeckung eines nicht verstellbaren Verbrechens der Demütigung, Grausamkeit, Respektlosigkeit vor dem Leben, Manipulationen und Wahnsinns ausgesetzt waren und bis zum heutigen Tag sind. Als ein Akt der Selbsttherapie begann Caroline Darian damit das eigentlich Unsagbare in Worte zu kleiden und bemerkte, dass sie somit zwar einen kleinen aber doch bedeutsamen Teil ihres Leids lindern konnte. Oft wird zwischen ihren Zeilen deutlich, dass sie unsicher war, ob ihre Worte lediglich Selbsttherapie bleiben und nie die Öffentlichkeit erreichen, aber ich bin sehr froh, dass sie es schlussendlich doch getan haben. "Und ich werde dich nie wieder Papa nennen" ist ein unfassbar wichtiges Buch. Schon nach dem ersten Absatz möchte man vielleicht schon aufgeben, weil es so schwer zu ertragen ist aber genauso schnell weiß man auch, dass man diesen Weg mit Caroline Darian bis zum Schluss gehen muss. Sie zeichnet dort das unfassbare Bild eines Mannes, der seine ganze Familie manipuliert und hinters Licht geführt hat. Stück für Stück legt sie Dominique Pelicot frei, der sein Großteil seines Lebens die Rolle als fürsorglicher Familienvater und später Großvater perfekt inszeniert hat, um dann seinen Masken abzulegen und zu dem Monster zu werden, das er anscheinend schon fast immer gewesen ist. Das tut so unfassbar weh aber noch mehr ist da dieser unvorstellbare Schmerz bei ihr, die gleichzeitig die Tochter vom Täter und vom Opfer war und natürlich bei ihrer Mutter, die lange Zeit sich damit auseinander setzen musste eine fast fünfzigjährige Ehe als eine grausame Farce mit unvorstellbaren Leid ihrerseits präsentiert zu bekommen und als psychischen Selbstschutz genau das zu verdrängen versucht hat. Aber einer der wohl wichtigsten Aspekte in Caroline Darians Aufzeichnungen ist die Aufklärungsarbeit, die sie leistet und für die sie sich auch aktiv einsetzt. Genauso unbekannt wie der neue Oberbegriff der "chemischen Unterwerfung", also genau das, was ihrer Mutter passiert ist, ist auch der Umgang mit dieser und leider auch der generelle Umgang mit Opfern se*ueller Gewalt. An ihrem eigenen Beispiel macht sie deutlich, wie wenig Unterstützung die Familie seitens der Behörden nach dieser ungeheuerlichen Tat erhielt. Aber auch, dass die Taten an ihrer Mutter kein Alleinstellungsmerkmal inne haben, denn die Praktik der "chemischen Unterwerfung" ist mittlerweile ein gängiges Tatwerkzeug von Se*ualstraftätern, die in vielen Fällen nicht die maskierten Täter in einem Prakhaus oder einem dunklen Park sind, sondern aus dem direkten oder privaten Umfeld der Opfer kommen. Und es ist so wichtig, dass gerade medizinisches Personal das Muster einer chemischen Unterwerfung erkennt, um Opfer aus diesem Teufelskreis befreien zu können. Also, wenn ihr euch dazu in der Lage fühlen solltet, kauft dieses Buch und lest es. Sprecht darüber, macht aufmerksam, werdet aufmerksamer und nehmt etwas daraus mit. Ich wünsche der verbliebenden Familie Pelicot, dass sie jetzt nach Ende des Prozesses endlich wieder Frieden finden werden und die Möglichkeit bekommen das Leben als etwas Glückliches zu betrachten. Was für unglaubliche Frauen. Ich werde den Mut ihrer Mutter und der der Tochter für die Veröffentlichung dieses Buches für immer bewundern.

Wenn man erkennt, dass der eigene Vater ein Monster ist
Ich habe mich damals sehr mit dem unglaublichen Fall der Gisele Pelicot beschäftigt. Deswegen war dieses Buch für mich interessant. Ich hatte jedoch auch Befürchtungen, es aus der Sicht der Tochter zu lesen, da sie ja nicht die Hauptperson der Anklage war. Das Buch ist in mancherlei Hinsicht eine Ergänzung zu den publizierten Geschichten und rein aus der Sicht und dem Empfinden der Tochter geschrieben. Einer Tochter, die kaum verarbeiten kann, dass das Bild ihres geliebten Vaters bis ins Mark erschüttert und die heile Welt ihrer Familie vollkommen und nachhaltig zerstört wurde. Besonders hat mich die Schilderung über ihre Mutter erschüttert, die nach außen die starke und mutige Persönlichkeit darstellt (die Scham muss die Seite wechseln), die dunkle Seite ihres Ehemannes und Täters jedoch ignoriert und auf diesem Weg versucht, weiter zu leben. Und die gar nicht versteht, wie sie auch nach der Aufdeckung der Fakten aus dem Gefängnis heraus weiterhin von ihm manipuliert wird. Ein starkes Buch, gut zu lesen und kaum zu glauben. Eine klare Empfehlung.
Unfassbar, was diese Frau, ihre Mutter und die gesamte Familie durchmachen mussten. Der Täter hat im Umkreis eines Kaffs in Frankreich mehr als 70 (!) Männer gefunden, die bereit waren, vor der Kamera zu vergewaltigen. Die wenigen, die doch Skrupel hatten, haben das ganze nicht gemeldet. Und während dieser Fall lief, deckt der NDR ein riesiges Vergewaltiger-Netzwerk auch in Deutschland auf. Die abartigen und brutalen Videos werden millionenfach (!) von Männern geklickt. Wollen wir das weiter ignorieren?
Ein Buch welches nicht spurlos an mir vorübergeht. Ich danke der Autorin für ihre Offenheit und den Mut die Grausamkeiten, ausgehend von ihrem Vater, an hauptsächlich der Mutter und u.a. Ihr selber, niederzuschreiben und somit öffentlich zu machen. Ein Buch welches schockiert und betroffen macht und mich noch lange innerlich begleiten wird
Es fühlt sich schlecht an ein solches Buch zu bewerten. Gleichzeitig ist es aber sehr wichtig, dass vor allem Frauen sich diesem Thema bewusst sind, damit es in Zukunft früher gesehen werden kann. Das Buch ist sehr bewegend, teilweise kaum zu ertragen. Es geht nicht in den Kopf wie schlimm es sein muss, so etwas zu erfahren über den eigenen Partner. Ich hätte mir noch gewünscht, dass auch der Prozess etwas erzählt wird aber der wurde wohl bereits genug in den Medien auch ausgeschlachtet. Es ist auch spannend die Geschichte direkt von den Opfern zu hören, da es nochmals komplett ein anderes Bild zeichnet, als das was man aus den Medien usw. alles hört und sieht. Absolute Empfehlung aber Trigger-Warnung, da es wirklich nahe geht.
Uff. Dieses Buch ist ein Tritt in die Magengrube. Es ist wirklich nicht einfach es zu lesen und man sollte es sich gut überlegen. Aber gleichzeitig ist es so stark und berührend. Wie Caroline Darian einen mitnimmt, in diese ersten Tage, in denen erst ihre Mutter Gisèle Pelicot und dann auch ihre Kinder erfahren, was der Mann/Vater ihr/ihnen angetan hat. Sich das Grauen nach und nach zeigt und unvorstellbare Ausmaße annimmt. Schonungslos, nicht nur den Lesenden, sondern vor allem sich selbst und ihrer Familie gegenüber. Es hinterlässt einen sprachlos.
Es ist noch schlimmer als vermutet
Wir alle haben den Prozess um den Ex Ehemann von Giselle Pelicot verfolgt. Das ist das Buch ihrer Tochter. Das Buch startet 2020, als die Fotos und Videos auf dem Laptop gefunden wurden, und endet 2024, als der Prozess endlich losgeht. Ich fand es unheimlich spannend das Aufdecken und Zusammenfallen dieser Familie mitzuverfolgen. Caroline ist natürlich völlig zerrissen, ist sie doch Tochter vom Täter und Opfer zugleich. Das Buch ist sehr gut geschrieben. Es hat mich gefesselt und den Schmerz von Caroline spüren lassen.

Zu tiefst erschüttert lässt einen dieses Buch zurück. Es liest sich wie ein Thriller in Tagebuchform, der einen vor Unerträglichem erschaudern lässt. Unfassbar, dass es sich hierbei um eine wahre Geschichte handelt und zwar in einer Zeit, an die wir uns alle erinnern können. Dies sind nicht die Gräueltaten vergangener Zeiten... das ist die Realität, in der wir leben!
KEINE LEICHTE KOST! 💔
🚨 Triggerwarnung: Dieses Buch behandelt den Fall um Gisèle Pelicot. Bitte informiert euch vorab, worum es in dem Fall geht. GANZ WICHTIG!!🚨 Mir hat der Aufbau des Buches, also die Aufmachung als Tagebuch aus Sicht der Tochter von Gisèle Pelicot super gut gefallen! Für dieses Buch benötigt man definitiv starke Nerven! Das Thema, die Praktiken von ihrem Vater und dessen Ausmaß könnten nicht schlimmer und widerwärtiger sein… Mich hat das Buch auf einer tiefen Ebene berührt, weil ich es so so schrecklich finde, was Gisèle Pelicot über Jahrzente angetan wurde und dass auch ihre Tochter nicht verschont blieb. 💔 Gleichzeitig war es für mich nicht begreifbar, wie die Mutter den Vater immer noch in Schutz nehmen kann… Minuspunkt: Das Buch endet abrupt. Ich hätte mir gewünscht, dass die Tagebucheinträge sogar noch bis in die Gerichtsverhandlungen reichen. Das hätte das Buch und diesen Fall nochmal abgerundet.
Gelesen nach dem Buch von Gisele
"In diesem Augenblick begreife ich, dass Mama und ich niemals die selbe Wahrnehmung seiner Persönlichkeit und seiner Handlungen haben werden" Und genau dieses Zitat war das Ausschlaggebende, warum ich das Buch und das vom Gisele gelesen hab. Caroline beschreibt die grauenhaften Folgen dieser monströsen Ereignisse, wie ich es mir mehr von Gisele erhofft hätte.
Wie viel kann eine Familie ertragen?
Der Fall Gisèle Pelicot ist derzeit in aller Munde. Sie ist zu einer Ikone des Feminismus geworden. In diesem Buch kommt Caroline Darian zu Wort. Die Tochter von Gisèle Pelicot, die ebenfalls den Gräueltaten ihres Vaters zum Opfer gefallen ist. Darian erzählt aus ihrer Perspektive, wie sie von den Taten ihres Vaters erfahren hat, was das mit ihrer Familie gemacht hat und wie sie sich dazu entschieden haben, nicht daran zu zerbrechen. Ein sehr aufwühlendes Buch, das mich viel Wut und Unverständnis hat fühlen lassen. Gleichzeitig ist es aber auch ein Buch voller Hoffnung und Stärke, da sich beide Frauen dazu entschieden haben, auf die schrecklichen Taten etwas Positives folgen zu lassen: unerbittliches Engagement für Opfer sexueller Gewalt.
Die Scham muss die Seite wechseln
Caroline Darian, Tochter von Gisèle Pelicot, berichtet ein Jahr lang tagebuchartig wie sich ihr Leben, aber auch das ihrer Mutter und Brüder, nach der Verhaftung ihres Vaters von einem Tag auf den anderen schlagartig ändert. Das Trauma, das sie erleidet und wie sie es verarbeitet, das angeschlagene Verhältnis zu ihrer Mutter, die ganz anders mit ihrem eigenen Trauma umgeht. Zwei unglaublich starke Frauen! Es ist wirklich schwer zu glauben, welche Taten vor allem Gisèle, aber auch Caroline und andere Frauen erleiden mussten. Sehr emotional und bewegend, aber auch bedrückend. Empfehlenswert, wer sich für den Fall von Gisèle Pelicot interessiert.
"Vergewaltigungen geschehen nicht unbedingt in einer dunklen Ecke einer Hochhaussiedlung oder in einem Parkhaus. Ein Großteil der sexuellen Übergriffe wird von Personen aus dem unmittelbaren Umfeld begangen, dem Vater, dem Bruder, dem Großvater, dem Freund, dem Cousin - und eben auch dem Partner." [S. 166] Kaum zu glauben, zu was manche Menschen in der Lage sind. Hier liest man von einem Ehemann und Familienvater, der seine Ehefrau durch chemische Unterwerfung jahrelang regelmäßig betäubt und anderen Männern zur Vergewaltigung frei gibt, was von ihm in Film- und Bildmaterial festgehalten wird. Geschildert wird das Ganze von seiner Tochter und beruht tatsächlich auf einer wahren Begebenheit. Ich möchte hier nicht das Leid der Personen ver- und beurteilen, aber so manche Aussagen, die z. B. der Enkel des Täters so getätigt haben soll, kommen mir doch fragwürdig vor. Liegt möglicherweise aber an der Übersetzung? Mir persönlich hat das Buch stilistisch auf jeden Fall überhaupt nicht gefallen. Dieser Mix aus Briefen, Tagebucheinträgen und Gesprächen ließ mich überhaupt gar keinen Zugang zum Geschehen finden.
Ein wirklich sehr eindrückliches Buch, aber nichts für Schwache Nerven. Die Grausamkeit eines Menschen, seiner Taten und was dies in den Menschen seines Umfeldes auslöst wird schonungslos offengelegt. Unvorstellbar grausam und doch sehr interessant zu lesen. Eine klare Empfehlung! ( Jedoch mit Vorsicht wenn man selbst mental labil ist.)
Wie soll man damit Leben, wenn der Mensch den man mit am meisten vertraut hat, in Wirklichkeit ein Monster ist? Es ist einfach unvorstellbar. Sowas kann sich selbst Hollywood nicht ausdenken. Den Mann den man liebt, mit dem man 3 Kinder hat, stellt sich am Ende als abscheuliches Monster raus. Über 10 Jahre wurde Carolines Mutter von ihrem eigenen Ehemann unter Drogen gesetzt und hat sie von anderen Männern vergewaltigen lassen. Wie soll man als Tochter von so einem Vater als Monster damit bitte umgehen? Es ist einfach schrecklich, ganz besonders für die Mutter. Aber auch für die ganze Familie. Denn das Bild was man von seinem eigenen Vater hatte, wird zerstört und man kann es einfach nicht begreifen. Ist schon harter Tobak. Caroline erzählt wie sie ihren Vater immer gesehen hat und wie schwer es ist, das Monster auf einmal vor sich zu haben. Sie erzählt offen über ihre Zusammenbrüche, ihre riesen Wut, aber auch von ihrem Unverständnis ihrer Mutter gegenüber. Es ist wirklich ergreifend und auch beeindruckend, wie stark sie am Ende doch versucht aus dieser Geschichte,die nie ein Ende nehmen wird, heraus zu gehen. Ich bin sehr neugierig auf die Geschichte von ihrer Mutter die 2026 raus kommen soll. Ich hoffe für die ganze Familie, dass sie ihren Frieden finden werden.
Die Scham muss die Seite wechseln
Wenn sich das Leben in ein "davor" und ein "danach" aufteilt. Was diese Familie durchmachen musste erschüttert einen unglaublich. Ich finde es sehr bewundernswert, das Caroline Darian nicht nur die Kraft und den Mut aufgebracht hat mit ihren persönlichen Erlebnissen und Emotionen in Form dieses Buches an die Öffentlichkeit gegangen ist, sondern auch anderen Opfern mit ihrem Verein hilft. Leider zeigt ihre Geschichte auch, wie schlecht und wenig Hilfe Opfer von sexueller Gewalt erhalten.
„La honte doit changer de camp.“ - Gisèle Pelicot
Eine Tat, über die zu wenig gesprochen wurde und schon wieder in Vergessenheit gerät: Der Fall Gisèle Pelicot. Caroline Darian, selbst Opfer und Tochter von Gisèle Pelicot und des Täters hat uns einen unfassbar einfühlsamen Einblick in das erste Jahr gegeben, wie das Leben sich von jetzt auf gleich verändern kann. Hilflosigkeit, Scham, Angst, Wut, Verdrängung… Hoffnung und Stärke. Ich selbst habe von dem Fall erst gehört, als das Urteil im Dezember 2024 in den Medien war. So plötzlich wie dr kam, so schnell ist es wieder auf der Medienlandschaft verschwunden. Dabei muss viel mehr darüber gesprochen werden und nicht nur aufgrund eines Falles.

Da es sich um die Persönliche Geschichte von Caroline Darian handelt, werde ich keine Sterne Bewertung abgeben. Ich bin aber zutiefst schockiert, was dieser Mann getan hat. Meine Bewunderung ist bei Caroline vor allem dafür, dass sie auch ihre Familie und Freunde unterstützt, trotz des unglaublichen übergriffs ihres Erzeugers. Ich mag den gar nicht mehr ihren Vater nennen.
Es ist der 1.11.2020 und, ohne dass sie es weiß, der letzte Tag in Caroline Darians altem Leben. Sie ist 42 Jahre alt, glücklich in ihrem Beruf und mit Ehemann Pierre und Sohn Tom – doch am nächsten Tag, genau um 20.25 Uhr, erhält sie einen Anruf ihrer Mutter, Gisèle Pelicot. Ihr Vater Dominique wurde verhaftet, weil er ihre Mutter über etwa 10 Jahre hinweg betäubt, anderen Männern zum Missbrauch angeboten und die Taten ins Internet gestellt hat. Im Laufe der Ermittlungen soll sich herausstellen, dass auch sie auf Fotos ihres Vater zu sehen ist, ebenso wie ihre beiden Schwägerinnen. „Und ich werde dich nie wieder Papa nennen“ wurde von Michaela Meßner und Grit Weirauch ins Deutsche übersetzt und enthält Caroline Darians tagebuchartige Aufzeichnungen vom 1.11.2020 bis zum 28.11.2021. Der Prozess gegen ihren Vater ist also nicht Bestandteil des Buches, wird aber im Vorwort kurz angesprochen. In der Ich-Form versucht die Autorin, das Geschehene zu verarbeiten; vor allem der Gedanke, Tochter des Opfers und des Täters gleichzeitig zu sein, beschäftigt sie. Immer wieder lässt sie in kursiver Schrift Erinnerungen an den Vater einfließen, gute und schlechte, und spricht ihn direkt an. „Warum habe ich nichts von all dem geahnt?“, das fragen sich Caroline und ihre Familie, dabei gab es durchaus Anzeichen. Gisèle Pelicot hatte häufig Erinnerungslücken und gynäkologische Probleme. Der Vater geriet ständig in finanzielle Schwierigkeiten und das Ehepaar war bereits einmal geschieden, heiratete dann aber wieder. Gefasst wurde Dominique Pelicot nur, weil er drei Frauen unter den Rock fotografiert hatte und diese ihn anzeigten – eine mutige Tat, die seiner Ehefrau vermutlich das Leben rettete. Mutter und Tochter reagieren sehr unterschiedlich auf die Geschehnisse: Gisèle versucht, einzelne Dinge zu leugnen und bringt ihrem Peiniger sogar warme Kleidung ins Gefängnis; Caroline wütet und rechnet mit dem Verbrecher ab, der nicht länger ihr Vater ist. Dieser schreibt währenddessen Bittbriefe aus dem Gefängnis, inszeniert sich als Opfer und spricht von seiner Frau ironischerweise als der „Liebe meines Lebens“. Dieses Buch ist nicht einfach zu lesen, aber es ist ein enorm wichtiges. „Die Schuld muss die Seite wechseln“, das sagt die Autorin in ihrem Text und aus diesem Grund wollte ihre Mutter auch, dass der Prozess in der Öffentlichkeit stattfindet. Caroline hat inzwischen einen Verein gegründet, um sich für die Opfer der so genannten „chemischen Unterwerfung“ einzusetzen – die in Deutschland übrigens keinen eigenen Straftatbestand darstellt!
Danke an den @kiwi_verlag für das Rezensionsexemplar und das Vertrauen mir dieses Buch zu schicken Vielleicht haben einige ebenfalls den Fall von Gisèle Pelicot Ende 2024 in den Medien mitbekommen. Das Buch ihrer Tochter hat mich daher sehr interessiert. Es ist immer nochmal etwas anderes so eine Geschichte aus der Sicht der Angehörigen zu lesen. Ich habe hier eine Geschichte gelesen, von einer Frau die von dem einen auf den anderen Moment aus ihrer heilen Welt gerissen wird. Die sich auseinander setzten muss mit der Realität in der ihre Mutter zum Opfer und ihr Vater zum Täter wird. Eine Realität in dem sie ebenfalls noch zum Opfer wird. Ich habe eine Geschichte einer Frau gelesen die zusammenbricht und sich wieder ins Leben kämpft. Die sich nicht zum Opfer machen lassen will sondern versucht ihrem Peiniger und den ganzen anderen Tätern ihrer Mutter die Stirn zu bietet. Die versucht das Thema chemische Unterwerfung mehr in die Medien und das Bewusstsein der Menschen zu bringen, denn es wird viel zu oft übersehen. Ich habe gelesen wie ihre Mutter noch nicht die starke Frau ist, die ich im Fernsehen bei den Prozessen erlebt habe. Das Buch endet allerdings auch bereits früher und nicht Ende 2024. Zwischendrin haben wir immer wieder schöne Erinnerungen von Caroline an ihren Vater, die sie nun in Einklang bringen muss mit den Tatsachen was er über Jahre getan hat. Ich finde sowohl Caroline als auch ihre Mutter Gisèle sind starke Vorbilder, die zeigen: nein wir müssen uns nicht schämen als Opfer, die Menschen die uns das angetan haben, die sollten sich schämen. Auch aus diesem Grund hat Gisèle Pelicot einen öffentlichen Prozess gewählt und hat darauf bestanden das man Bilder und Videos der Taten vor Gericht zeigt. Das Buch bzw. die Geschichte ist schockierend, aufwühlend, lässt einen nachdenklich zurück. Es lässt uns aufhorchen gewisse Symptome (Filmrisse etc.) nicht einfach abzutun, sondern zu hinterfragen - steckt vielleicht mehr dahinter als man denkt. Für jeden der sich mit True Crime oder diesem Fall beschäftigt gebe ich eine klare Leseempfehlung! -Rezensionsexemplar- -unbezahlte Werbung-
Schmerzhaft, Schockierend. Wichtig.
Ein Buch, das schmerzt. Ich bin fast schon Sprachlos. Es wühlt auf, macht wütend und hinterlässt eine beklemmende Stille. Doch gerade weil es keine Fiktion ist, trifft es umso härter. Wer sich an den Fall Pelicot erinnert, weiß, wie tief die Wunden dieser Realität reichen. Diese Biographie der Tochter vom Täter und Opfer zugleich ist eine schmerzhafte Erinnerung daran, dass das Schweigen gebrochen werden muss – dass die Scham auf die Seite der Täter gehört. Meinen vollen Respekt an Caroline. Ich hoffe, dass dieses Buch Betroffenen Mut macht und ihnen ein Stück Heilung bringt. Es ist keine leichte Kost und nichts was als einfache Urlaubs Lektüre gelesen werden kann. Aber trotzdem mehr gelesen werden sollte.
























































