Nochmal von vorne

Nochmal von vorne

Ebook
3.4108

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Description

Was hält eine Familie zusammen, in der es nur Fliehkräfte zu geben scheint und alles darauf hinausläuft, dass etwas zu Bruch geht? Am Ende nur die eigene Geschichte. Dana von Suffrin hat einen virtuosen Roman über modernes jüdisches Leben zwischen München und Tel Aviv geschrieben. Der Tod ihres Vaters und die Auflösung seiner Wohnung bringt für Rosa vieles in Bewegung, bei dem sie eigentlich froh war, dass es geruht hatte. Denn die Geschichte der Familie Jeruscher ist ein einziges Durcheinander aus Streitereien, versuchten oder gelungenen Fluchten, aus Sehnsüchten und enttäuschten Hoffnungen und dem vergeblichen Wunsch, irgendwo heimisch zu werden. Nun ist alles wieder da: die Erinnerungen an ihre irrwitzige Kindheit in den 90ern, an das Scheitern der Ehe der Eltern und die Verwandtschaft in Israel, aber auch ihre verschwundene ältere Schwester, mit der sie aus gutem Grund gebrochen hatte. Kraftvoll und mit großartigem schwarzen Humor erzählt Dana von Suffrin von einer deutsch-jüdischen Familie, in der ein ganzes Jahrhundert voller Gewalt und Vertreibung nachwirkt – und von zwei Schwestern, die sich entzweien und wieder versöhnen, weil es etwas gibt, das nur sie aneinander verstehen.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Ebook
Pages
240
Price
10.99 €

Author Description

Dana von Suffrin wurde 1985 in München geboren. Studium in München, Neapel und Jerusalem. 2017 Promotion mit einer Arbeit zur Rolle von Wissenschaft und Ideologie im frühen Zionismus. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Klaus-Michael-Kühne-Preis (2019), dem Ernst-Hoferichter-Preis (2020), dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises (2020), dem Tukan-Preis (2024) und dem Chamisso-Preis (2025). Sie lebt in München.

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24
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Mein Favoritenbuch für den Deutschen Buchpreis! 🤩

Kann man eine die Geschichte einer deutsch-jüdischen Familie in der die Nachwirkungen eines ganzen Jahrhunderts voller Gewalt und Vertreibung zu spüren sind, humoristisch erzählen?! Dana von Suffrin beweist uns mit „Nochmal von vorne“: Man kann! Mordechai Jeruscher hatte ein ereignisreiches Leben. Geboren als Sohn rumänischer Juden in Israel, ist er Überlebender des Holocaust und wurde doch durch den Securitate-Terror aus seiner Heimat vertrieben. Nahezu sein ganzes Erwachsenenleben hat er in München gelebt und dort eine Familie gegründet mit einer bayrischen Frau christlichen Glaubens, eine Ehe aus der zwei Töchter entstanden sind: Nadja und Rosa. Eine Familie in der der jeder allein vor sich hin lebt. Die Mutter sitzt gerne vorm Fernseher und schaut Reportagen über den Holocaust, die die deutsche Schuldfrage erörtern. Vater Mordechai möchte davon nichts wissen, macht Dinge am liebsten mit sich selbst aus, auch seine seelischen Narben, die wahrscheinlich eher auf den Jom-Kippur-Krieg zurückzuführen sind, als auf den Nationalsozialismus. Die im Pflegeheim lebende Großmutter hält nicht viel von der Ignoranz der transgenerationellen Traumata des Holocausts und versucht sich an einer Konfrontation: „Ich beginne noch einmal von Anfang, nochmal von vorne, sagte sie, und dann trug sie Nadja, die an der Kommode saß, auf, in der Schublade nach Bildern zu suchen. Wisst Ihr, wie meine Eltern ausgesehen haben?“ Leider macht ihr ihre Demenz einen Strich durch die Rechnung, bzw. durch die Erzählung. Was Dana von Suffrin gekonnt durch Situationskomik aufgreift. Das Lachen ist auch ein ambivalentes Bindemittel für die zwei ungleichen Schwestern: Der Vater Mordechai ist verstorben und Mamakind Nadja hat sich von der Familie abgewandt, mimt die Unerreichbare. Somit ist die jüngere Rosa, Papakind, nun auf sich allein gestellt. ist nun ganz allein. Rosa versucht sich an einer gedanklichen Neuordnung der Geschehnisse um zu Verstehen und dadurch für sich selbst Versöhnen, „Nochmal von vorne“ wie der Romantitel schon so schön sagt. Sie sitzt in der Wohnung des verstorbenen Vaters, wartet auf die Entrümpler, und ergibt sich den sie einholenden Erinnerungen, die sie in Form von konzentrischen Kreisen heimsuchen. Rotatorisch ringt sie um Nähe und ist doch in ihrer gedanklichen Gegenwart gefangen. Stets bewunderte Rosa ihre Schwester und so ungleich wie sie auch waren, hielt der Humor sie zusammen: „Viel öfter aber als diese Momente, in denen uns unser Spott für die Welt und die Menschen zusammenhielt, waren andere, in denen ein schmerzhaftes Ungleichgewicht herrschte und ich immer um Nadjas Aufmerksamkeit und Gunst werben musste, denn nichts war mir kostbarer, und am liebsten wollte ich so sein wie sie (während sie selbst ganz anders sein wollte).“ Ich bewundere die Figur Rosa für ihre unglaubliche Empathie, trotz ihres schimpfenden Vaters, ihrer peinlichen Mutter und ihrer abtrünnigen Schwester, begegnet sie ihnen mit einem überbordenden Verständnis, das ich selbst wahrscheinlich in der Form nicht aufbringen könnte. Was für eine außerordentlich authentische Familiengeschichte! Der Romantitel „Nochmal von vorne“ deutet schon auf die ambivalenten Vorhaben Dana von Suffrins’ hin. Denn in ihm stecken widersprüchliche Intentionen, zum einen ein Korrekturwunsch und zum anderen das Versprechen einer Neuordnung. Dana von Suffrin ist es auf eine humoristische Art gelungen, aus vehementen Lücken und melancholischen Erinnerungen eine kohärente deutsch-jüdische Familiengeschichte zu stricken, trotz des omnipräsenten Schweigens innerhalb des Familienkonstrukts. Sie ist mit dieser Geschichte zu meinem absoluten Favoriten für den Deutschen Buchpreis geworden und ich drücke ihr alle Daumen dafür, sie hätte es mehr als verdient. Wenn ihr nur ein Buch der Longlist lesen wollt, lest dieses hier, ich verspreche: Es lohnt sich!

3.5

Es hat etwas gedauert, bis ich mich an den Sprachstil gewöhnt habe, dann haben die langen Sätze aber eine regelrechte Sogwirkung gehabt. Die Autorin erzählt die Geschichte einer deutsch-jüdischen Familie zwischen München und Tel Aviv, vom Scheitern einer Ehe, von zwei Schwestern, die den Kontakt verloren haben und sich wieder finden, von Tod, Abschied und Vergebung.

5

Man nehme eine dysfunktionale deutsch/ jüdische Familie, 2 Eltern im Dauerstreit, 2 Schwestern, die sich komplett voneinander entfernt haben - und eine Autorin, die die Geschichte mit Humor, feiner Beobachtungsgabe und Liebe aufgeschrieben hat. Ich hatte sehr viel Lesefreude mit diesem Buch, das ich gerne empfehle

3

Ein grünes Sofa für Ründiger

Israel/ Deutschland Eine Familiengeschichte Beobachtungen Streit Wer mag hier eigentlich wen? Viele lange Sätze Ungewollt komisch

Dana von Suffrins neuer Roman „Nochmal von vorn“ setzt da an, wo ihr gefeierter Debütroman „Otto“ aufgehört hat – bei der Erzählung über eine komplexe deutsch-jüdische Familie, die von Vergangenheit, Schuld und Kommunikation geprägt ist. Diesmal erzählt die promovierte Historikerin die Geschichte von Rosa Jeruscher, die nach dem Tod ihres Vaters Mordechai die komplizierte Familiengeschichte und ihre eigenen emotionalen Verstrickungen aufzuarbeiten versucht. Das Buch bewegt sich zwischen autobiografischen Elementen, jüdischer Identität, den Lasten der Shoah und der Frage, wie man sich dem familiären Erbe stellt oder ihm entkommt. Der Roman beginnt mit einer absurd anmutenden historischen Episode aus dem Jahr 1940, in der die Grenzziehung zwischen Ungarn und Rumänien von einem stumpfen Stift des Führers entschieden wird. Diese Episode setzt den Ton für das Buch, in dem große historische Ereignisse immer wieder wie Schachfiguren in das private Drama der Familie Jeruscher einfließen. Der Roman lebt von diesen Brüchen zwischen Vergangenheit und Gegenwart, von persönlichen Traumata, die vor dem Hintergrund der großen Weltgeschichte erzählt werden. Rosa, die Ich-Erzählerin, durchlebt den Verlust ihres Vaters als Zäsur, die sie mit den ungeklärten familiären Verhältnissen konfrontiert. Ihr Vater, ein an Krebs verstorbener Holocaust-Überlebender, war in Israel geboren, kam jedoch nach Deutschland, um eine Karriere als Chemiker anzustreben – eine Karriere, die nie in Erfüllung ging. Mit seiner deutschen Frau Veronika, die selbst mit der Schuld ihrer Herkunft kämpfte, führte er eine zerrüttete Ehe, die sich auch auf die Beziehung zu den Töchtern Rosa und Nadja auswirkte. Von Suffrin gelingt es meisterhaft, die Unfähigkeit zur Kommunikation und die erdrückenden Erwartungen, die auf den Familienmitgliedern lasten, auf sehr einfühlsame Weise zu erzählen. Gleichzeitig verliert der Roman nie seine Leichtigkeit. „Nochmal von vorn“ ist durchzogen von einem feinen, oft schwarzen Humor, der die Schwere des Themas auflockert, ohne es zu banalisieren. Rosa erzählt ihre Geschichte mit einer Mischung aus Spott, Ironie und Melancholie. Besonders berührend ist, wie von Suffrin die Entfremdung der beiden Schwestern Rosa und Nadja beschreibt, die nach Jahren wieder aufeinandertreffen müssen, um das Erbe des Vaters zu regeln. Die Verknüpfung von historischer Tragik mit persönlichen Anekdoten verleiht dem Roman eine universelle Dimension. Rosa erinnert sich nicht nur an die Geschichten ihrer Eltern und Großeltern, sondern reflektiert auch über das Erbe der Shoah, des Judentums und der Diaspora. Dies geschieht jedoch nie pathetisch, sondern in einem feinen, distanzierten Ton, der die Schwere der Themen durch den Blick auf das Alltägliche abmildert. Dieser Roman ist nicht nur eine Familiengeschichte, sondern auch ein Roman über die Last der Geschichte und die Schwierigkeit, mit der eigenen Identität ins Reine zu kommen. Suffrin schafft es, trotz des Themas eine Leichtigkeit zu bewahren, die der Lektüre eine besondere Qualität verleiht. Der Titel selbst impliziert den Versuch eines Neuanfangs – ein Versuch, der bei Rosa und ihrer Familie immer wieder scheitert, weil sie in einem Netz aus Vorwürfen, Schuld und Missverständnissen gefangen sind. Doch gerade diese Zerrissenheit macht den Roman so authentisch und berührend. Ein beeindruckender Roman, der durch seine tiefen Einblicke in die inneren Konflikte der Figuren und die geschickte Verknüpfung von Historie und Gegenwart besticht. Dana von Suffrin beweist erneut, dass sie zu den wichtigsten neuen Stimmen der deutschsprachigen Literatur gehört. Ihr Humor und ihr Gespür für die feinen Zwischentöne menschlicher Beziehungen machen den Roman zu einer ebenso tiefgründigen wie unterhaltsamen Lektüre.

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2

Ich weiß nicht so richtig.

Das Buch hat schöne Passagen, aber mir drängte sich immer mehr die Frage auf, was mir überhaupt erzählt werden soll. Ich hab den roten Faden nicht gefunden. Und das letzte Kapitel hat mich dann komplett verwirrt.

4

Mehrfach bin ich in meinem Lieblingsbuchladen um dieses Buch geschlichen. Der eindringliche Blick der Figur auf dem Cover hat mich regelrecht aufgefordert, etwas zu unternehmen. Der hohe SuB und die wenige Zeit, die der Alltag zum Lesen erlaubt, haben es dann aber doch noch etwas hinausgezögert. Im Haus des Buches Leipzig bot sich dann die Gelegenheit, einfach direkt einer Lesung von Dana von Suffrin zu „Nochmal von vorne“ beizuwohnen. Sie begann zu lesen, und nach zwei Minuten war es eigentlich schon um mich geschehen. Im Mittelpunkt des Romans stehen zwei Schwestern, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Und doch verbindet sie die Prägung durch das gemeinsame Aufwachsen – trotz Kontaktabbrüchen, jahrelanger Funkstille und Differenzen. Besonders berührt hat mich, wie Dana von Suffrin diese Dynamik zeichnet: mit einer Mischung aus Humor, Schärfe und einer beeindruckenden Beobachtungsgabe. Insbesondere dieser humorvolle Einblick in eine jüdische Perspektive, die sich als – oh Wunder – gewöhnlich und unaufgeregt entpuppt, hat mir gefallen. Die Autorin erzählt in langen, verschachtelten Sätzen, die sich über eine ganze Seite erstrecken können. Aber anstatt zu ermüden, ziehen sie einen in den Bann, voller feiner Details und pointierter Abschweifungen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir die Figur des Vaters mit „seine(n) weißen Finger(n), auf denen kleine Wollberge wuchsen“ (S. 44) und der tragisch und ängstlich bis zuletzt gezeichnet wird. „Nochmal von vorne“ erzählt von Familie, von Bindungen, die bleiben, und davon, wie schwer es sein kann, sich aus alten Mustern zu lösen. Eine klare Empfehlung für alle, die sich für kluge und intensive Familiengeschichten interessieren – und für diejenigen, die mehr über jüdisch Perspektiven erfahren möchten.

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3.5

Rosas Vater stirbt und bei der Auflösung der Wohnung, ihrer alten Familienwohnung, kommen ihr einige Erinnerungen der Familie hoch. „Ich brachte meinen Vater damals nach Hause, in die Wohnung, in der ich jetzt bin, und in diesen Zimmern ist alles voll mit Erinnerungen, die hereingeflutet sind, als ich das Fenster geöffnet habe, um den Alte-Leute-Geruch meines Vaters zu vertreiben, Erinnerungen, die so klein und wertlos sind wie jene an meine zornige Mutter, an Nadjas Flittchen-Bikini und Onkel Aries beruhigende Stimme.“ S.79 Diese Familie scheint wirklich ziemlich kaputt zu sein. Irgendwie haben alle einige Macken und doch scheinen sie auf eine skurrile Art zusammen zu funktionieren. Und dann doch irgendwie nicht. Der Vater ziemlich bescheidener Jude, die Mutter Deutsche aus gutem Hause, finden zusammen, kriegen zwei Kinder und ich frag mich immer wieder, warum sie überhaupt so lange zusammenbleiben. Der Vater scheint Wasser und die Mutter Feuer. Die Schwestern sind so verschieden wie ihre Eltern und so kommt es öfter mal zum Bruch. Jüdischsein in Deutschland und eine deutsche Schwiegertochter, das sind Tatsachen, die schwer zu vereinbaren sind und das Leben der Familie bestimmt. Besuche in Israel sind nicht einfach und sonderbar. „Wirklich, Verena (meine Mutter hieß Veronika), sagte Zsazsa, wie kann man ein Kind im Januar auf die Welt bringen. Meine Mutter lachte erst nur, und dann sagte sie, Veronika, und dann ergänzte sie, dass der April ein wunderbarer Monat sei, um Kinder zu zeugen, aber als sie merkte, dass Zsazsa es erst meinte, wurde auch sie wütend, und sagte zu Zsazsa, dass es für ein Kind wohl sehr viel wichtiger sei, in einem liebevollen und warmen Zuhause aufzuwachsen, und das war natürlich eine Anspielung auf das, was mein Vater ihr über seine Eltern erzählt hatte, nämlich, dass Zsazsa ihm mehr als einmal eins auf die Rübe gegeben, ihn tagelang in seinem Zimmer eingesperrt […]“ S.167 Ich hab in dem Buch viel Sarkasmus rausgelesen. So viel Defekte in einer Familie, das kann ich nicht ernst nehmen. Und doch könnte ich auch in meinem Umfeld so einige Familien wie Familie Jeruscher finden. Auch wenn das Buch nur 232 Seiten hat, habe ich es nicht kurz nebenher lesen können. Manche Sätze gingen über eineinhalb Seiten, da brauch ich etwas mehr Zeit um zu erfassen. Es war eine ruhige dahinplätschernde Geschichte und doch wollt ich wissen, was die Familie ausmacht. Zwischendrin kamen immer wieder historische Erzählungen, deren Sinn ich nicht immer verstanden habe, vor allem zum Schluss.

2

Leider nicht reingekommen

Zu Beginn ok, aber im Verlauf ging es nicht mehr… ich konnte nichts damit anfangen, es langweilte mich. Daher dann bei nicht ganz der Hälfte abgebrochen

3

„Der Familienvater ist zu einem Efeuvater geworden, denke ich, meine Mutter wird jetzt durch eine Monstera repräsentiert und meine Schwester und ich sind zwei kleinere Buntnesselableger. Wir stehen in Gläsern auf dem Fensterbrett und sind ganz brav, wir wachsen langsam und machen keinen Lärm, wir bilden Wurzeln aus und beschweren uns nicht.“ Viele schöne sprachliche Bilder, aber die Geschichte ging mir nicht nahe.

5

„[…] UNSER KLEINER; GROTESKER; SICHERLICH EINER VIELZAHL PSYCHOANALYTISCHER STUDIEN WÜRDIGER FAMILIENKOSMOS […]“ (S. 14) Wahrscheinlich hätte ich Dana von Suffrins zweiten Roman „Nochmal von vorne“ nicht so bald gelesen, wenn er es nicht auf die Longlist des @buchpreis geschafft hätte und dann auch noch per Los zu meinem Patenbuch des #buchpreisbloggen geworden wäre, denn nachdem ihr Debut „Otto“ nahezu durchweg positiv besprochen wurde, waren die ersten Stimmen zum Nachfolger eher verhalten bis kritisch. Zu widerspenstig die Figuren, zu fragmentarisch der Plot, zu sperrig die Themen. Was für ein Versäumnis das auf verschiedenen Ebenen in meinen Augen gewesen wäre und warum ich eine möglich Nominierung von „Nochmal von vorne“ für die Shortlist für mutig und sachlogisch gleichermaßen halte, darum soll es nachfolgende gehen. Von Suffrins Ich-Erzählerin Rosa wurde von allen verlassen. Ihr Freund ging für einen Job in die USA, zu ihrer Schwester Nadja hat sie schon Jahre keinen Kontakt mehr, ihre Mutter verschwand nach einem Yoga Retreat mit ihrem neuen Lebensgefährten und zuletzt starb ihr Vater an Krebs, sodass sie sich zu Beginn des Romans der Aufgabe gegenübersieht, den Nachlass und die Beisetzung zu organisieren und zugleich ihre Schwester ausfindig zu machen. Die Auseinandersetzung mit den Hinterlassenschaften des Vaters wird für Rosa zum Anlass, in nicht linear geordneten Rückblenden und Reflexionen die Geschichte ihrer Familie zu rekonstruieren. So erfahren wir von der bayrischen Mutter, Veronika, die sich von der Ehe mit einem Israeli die Möglichkeit zur Flucht aus der deutschen Post-Faschismus-Piefigkeit erhofft und am liebsten Holocaust-Dokus im Fernsehen schaut. Wir lernen Mordechai Jeruscher kennen, eben jenen Israeli, dessen Vorfahren in Auschwitz ermordet wurden; dessen Mutter Zsazsa aus Rumänien vor dem Securitate-Terror nach Israel flüchtete, dort in einem Altenheim lebt, die Ehe ihres Sohnes mit der deutschen Christin für einen großen Fehler hielt und damit Recht behalten sollte, denn Rosa und Nadja kennen ihre Eltern eigentlich nicht anders als streitend. Von Suffrin zeichnet mit den Jeruschers eine Familie, deren Glück durch die Gewaltgeschichten des 20. Jahrhunderts überlagert wird, deren Mitglieder nur um sich selbst kreisen und deren Bande daher geprägt ist von Abneigung, Schweigen und Sprachlosigkeit. Das Bemerkenswerte daran ist, dass die Shoa zwar für die Figur der Mutter eine nahezu obsessive Bedeutung hat, die jüdischen Figuren im Roman, Mordechai und sein verstorbener Bruder Arie, zumindest andeutungsweise anderen historischen Fixpunkten anhängen. So stammt die Verschlossen- und Abgewandtheit des Vaters von Rosa wohl eher aus Traumata, die mit der Kriegsgeschichte des bereits gegründeten Israels zusammenhängen und der eigentlich banal geschilderte Unfalltod seines Bruders wird durch dessen Lokalisierung in Fürstenfeldbruck in dem Kontext des antisemitischen Olympia-Attentats 1972 verortet. Diese Perspektive auf die Geschichte und der Umgang mit ihr im Roman liest sich wie eine literaturgewordene Umsetzung der Forderungen, die Judith Coffey und Vivien Laumann in ihrem unbedingt lesenswerten Sachbuch „Gojnormativität“ @verbrecherverlag, im Sammelband „Sicher sind wir nicht geblieben“ @eslauritaa und @max_czollek in seinen Essaybänden zur deutschen Erinnerungskultur formulieren. So sei der deutsche Blick auf Jüdischsein zumeist eine radikale Verkürzung tatsächlicher jüdischer Pluralität, da die Mehrheitsgesellschaft jüdische Menschen vornehmlich vor einem schablonenartigen Narrativ bestehend aus den Versatzstücken Auschwitz/Holocaust/Opfer, Orthodoxer Glaubensausübung und Nah-Ost-Konflikt verorte. Von Suffrins Roman verweigert den deutschen Leser*innen, die sich in der Tradition des kollektiven Täter*innengedächtnisses befinden, indem diese Versatzstücke kaum oder nur andeutungsweise bedient werden und damit einen Graben zwischen der Rezeptionserwartungen und der Erzählung geschaffen wird, der sicher auch dafür verantwortlich ist, dass so viele Stimmen, mit diesem Text nicht warm geworden sind. Vor dem Hintergrund dieses Arguments wäre eine Nominierung dieses Romans für die Shortlist sicher kein Crowd pleaser, aber ein Beitrag zur Sichtbarmachung jüdischer Lebensrealitäten in Deutschland, die weit komplexer und vielfältiger sind als Opfergeschichten und Nah-Ost-Expertentum, so würde die Jury ein Zeichen dafür setzen, dass jüdische Themen im deutschen Literaturbetrieb auch dann Relevanz haben, wenn sie nicht in „Versöhnungstheater“-manier (Czollek) vom Holocaust erzählen und so dafür instrumentalisiert werden können, die deutsche „Wiedergutwerdung“ (Geisel) zu bezeugen. Was nun wie eine düster-traurige Lektüre scheint, ist keineswegs eine solche. Von Suffrin erzählt mit düsterem Humor und großartiger Sprache, etwa, wenn sie den Roman damit beginnen lässt, die Nazi-Außenminister Ribbentrop beim zweiten Wiener Schiedsspruch 1940 das nördliche Siebenbürgen Ungarn zuspricht und dabei durch gekonntes Foreshadowing auf den Tod der beteiligten, diese der Lächerlichkeit preisgibt. Dabei ist das hier angeschlagene Verhältnis zwischen satirischem Erzählen und inhaltlichem Grauen in Form der Folgen dieser Grenzänderung für die Jeruschers exemplarisch für den gesamten Roman. Von Suffrin schreibt gekonnt von schlimmen Dingen und das mit großer Leichtigkeit und Witz, erzählt dabei vieles nicht aus, sondern verbleibt in Andeutungen und vieldeutigen Nebensätzen, die sicher neben der fehlenden Linearität in der zweiten Zeitebene dazu führen können, dass man als Leser*in mit dem Text fremdelt – mich haben diese eher begeistert. Mit der komplexen und vielschichtigen Erzählanlage unterläuft der Roman damit auch das, was der Literaturwissenschaftler Moritz Basler als „Mid Cult“ in der deutschen Gegenwartsliteratur bemängelt, wonach diese sich häufig schwerer Themen annehme, ohne dass die künstlerische Umsetzung dem inhaltlichen Gewicht gerecht werde. „Nochmal von vorne“ ist auf inhaltlicher, sprachlicher und erzählerischer Ebene fein aufeinander abgestimmt und driftet dabei mit seinen skurrilen und wunderbar ausgearbeitet Figuren doch nie in artifizielle Langweiligkeit ab. Für mich ein gehört Dana von Suffrin und ihr Zweitling auf die Shortlist und es wäre ein echtes Statement, aber ein nachvollziehbares, ihr am Ende den Pries zuzusprechen, auch wenn das sicher einige empören würde. Deal with it! Danke für den wie immer großartigen Austausch mit @not_without_my_books.

3

Irgendwie weder besonders gut noch besonders schlecht. Plätscherte so vor sich hin. Trotzdem wollte ich wissen wie es ausgeht. Eine Familiengeschichte, die stark durch das jüdische Sein beeinflusst wird. Und eine komplizierte Schwesterngeschichte, die großen Einfluss auf die Protagonistin auswirkt.

3

Sprachlich raffiniert, aber inhaltlich ermüdend

#danavonsuffrin legt mit #nochmalvonvorne einen sprachlich herausragenden Roman vor, der die Geschichte von Rosa Jeruscher und ihrer Familie erzählt. Nach dem Tod ihres Vaters steht Rosa vor der Aufgabe, dessen Wohnung auszuräumen. Während sie dies tut, entfaltet sich ein vielschichtiges Bild ihrer jüdischen Familie. Die sprachliche Gestaltung gehört zweifellos zu den Stärken des für den #deutscherbuchpreis nominierten Buches: typisch jüdisch schwarzhumorig und Schachtelsätze, die mit Raffinesse und Präzision einen ganz eigenen Sog entwickeln. So kraftvoll und präzise diese Beobachtungen jedoch auch sein mögen, je weiter die Erzählung voranschreitet, desto mehr verliert sie an Dynamik. Was anfangs als tiefgründige Reflexion beginnt, dreht sich zunehmend im Kreis wiederkehrender Motive, ohne eine klare Entwicklung voranzutreiben. Zwar bringt die Autorin immer wieder scharfsinnige und kluge Beobachtungen ein, doch der Eindruck einer düsteren, sich in ihrer Zwanghaftigkeit wiederholenden Darstellung einer dysfunktionalen jüdischen Familie bleibt dominierend und führt zu einer gewissen Ermüdung beim Lesen. So hinterlässt das Buch letztlich ein Gefühl der Ratlosigkeit – ein vielversprechender Anfang, der leider nicht konsequent überzeugt und auf halbem Weg in seiner thematischen Schwere steckenbleibt. [Rezensionsexemplar]

Sprachlich raffiniert, aber inhaltlich ermüdend
3

Rosa Jeruscher ist gerade bei der Arbeit, als sie den Anruf erhält, dass ihr Vater gestorben ist. Sie macht sich auf zu seiner Wohnung und während sie auf den Entrümpler wartet, lässt sie die Geschichte ihrer Familie Revue passieren: Die Geschichte ihres Vaters Mordechai, Sohn rumänischer Juden, die erst den Holocaust überlebt und dann unter dem Securitate-Terror ihre Heimat verlassen hatten, seiner bayrische Frau christlichen Glaubens Veronika und ihrer beider Töchter. In der Familie Jeruscher herrscht viel Streit, es gibt ununterbrochen Reibungen, auch zwischen den so ungleichen Schwestern Rosa und Nadja. Um die Angelegenheiten der Beerdigung zu regeln, versucht Rosa auch wieder Kontakt zu ihrer Schwester aufzunehmen - wird es ihr gelingen? In "Nochmal von vorne" verpackt Dana von Suffrin eine eigentlich eher traurige Geschichte mit viel Humor in einen unterhaltsamen Familienroman, der für meinen Geschmack etwas zu durcheinander erzählt wird. Wie der Titel des Buchs schon vermuten lässt, mäandert die Erzählung, die Autorin lässt Rosas Gedanken oft nochmal von vorne beginnen. Dabei webt sie in die familiären Ereignisse immer wieder reale historische Hintergründe ein, die mir oft gar nicht bekannt waren. Ich habe das Buch größtenteils als Hörbuch gehört, toll eingelesen von Xenia Tilling und kostenfrei in der ARD-Audiothek verfügbar, allerdings konnte ich den Erzählsträngen so nicht immer folgen, häufig musste ich beim Wiedereinstieg überlegen, an welchem Punkt das Hörbuch zuvor endete. "Nochmal von vorne" ist ein Roman über Einsamkeit in der eigenen Familie, über jüngere jüdische Geschichte abseits des Holocaust und trotz eher bedrückender Themen humoristisch erzählt. Ich bin nicht ganz warm geworden mit dem Buch, würde es aber trotzdem empfehlen!

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2.5

» […], dass es für mich vielleicht entsetzlich war, für sie aber unerträglich, und ich schreie zurück, dass wir in keinem Wettbewerb stehen, aus dem als Sieger hervorgeht, wer mehr unter unseren Eltern gelitten hat, […] « 👯‍♀️💔 (S. 228) In ihrem neuen Roman »NOCHMAL VON VORNE« schreibt die Autorin Dana von Suffrin — ähnlich wie bereits in ihrem Debütroman »OTTO« — erneut über modernes jüdisches Familienleben zwischen München und Tel Aviv. Der Tod ihres jüdischen Vaters ,Mordechai Jeruscher, die damit verbundene Wohnungsauflösung und Organisation lösen bei Rosa viel aus: Sie durchlebt viele verdrängte Kindheitserinnerungen noch einmal - quasi n o c h m a l v o n v o r n e : Wie bspw. Familienstreits, Verwandschaftsbesuche in Israel, Familiengeschichte, dem Ringen um elterliche Liebe, gemeinsame Abendessen, das Scheitern der elterlichen Ehe, die Depression des Vaters, die frühe Flucht & Entzug der Schwester verbunden mit Schwestern-Liebe. Parallel dazu werden Ereignisse aus der Shoah, dem 2. Weltkrieg, der Vertreibung / Ermordung von Menschen aus Rumänien sowie dem Weiterleben nach der Shoah dargestellt. Grandios gelingt es der Autorin mit diesem Kniff zu zeigen, wie unterschwellig Vergangenheit und transgenerationale Traumata wirken. »Meine Mutter hat uns früh zu erklären versucht, dass die eigentliche Antriebskraft im Leben unseres Vaters die Angst sei, eine Angst, die ihn von den behaarten Zehen bis zu seiner Schädeldecke ausfülle.« (S. 196) Auch der zweite Roman von Dana von Suffrin lebt von ihrem schwarzen Humor & Sarkasmus 🖤, vom alltäglichen Familiendrama (Wie dysfunktional ist diese Familie?), der Auseinandersetzung mit transgenerationalen Traumata sowie dem Einfluss von Migration auf Familien. Die Autorin schreibt sehr verdichtet, teilweise in wahnsinnig langen Sätzen (diese erstrecken sich z. T. über mehr als eine Seite) und gleichzeitig schreibt sie so vage, dass Lesende zwischen den Zeilen interpretieren sollten, um aus dem vordergründigen unreflektierten Gedankenchaos der Protagonistin Rosa und der vermeintlichen Aneinanderreihung von larmoyanten Kindheitserinnerungen die Tragik und Ernsthaftigkeit herauszulesen. Tbh: Ich hätte mir sehr eine reflektierte Auseinandersetzung der Protagonistin mit ihren Erinnerungen gewünscht, aber verstehe den oben beschrieben Kniff der Autorin sehr gut. Fazit: Beim Lesen muss mensch sich auf den Roman und eine larmoyante Rosa einlassen, viel zwischen den Zeilen herauslesen, und akzeptieren, wie unbewusst der Familie die Auswirkungen der Shoah auf ihre eigene Situation ist. N E V E R F O R G E T 🕊️ Diese eindrückliche und wichtige Messsage wird auch in diesem Roman der Autorin mehr als deutlich. Und ganz nebenbei wird deutlich, was für eine großartige Erzählerin Dana von Sufferin ist. 🖤🩷

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3

"Ich sitze schon wieder auf dem hässlichen grünen Sofa im Wohnzimmer meines Vaters und denke: Vom Tod aus betrachtet ist das Leben eine Aneinanderreihung letzter Male." (S. 99) Ihr Vater ist verstorben und Rosa sitzt inmitten seines Nachlasses in der Wohnung, die sie nun auflösen muss. Sie sucht nach etwas Bargeld und lässt ihr Leben und das ihrer Familie Revue passieren. Waren sie überhaupt eine Familie? In Rosas Erinnerung gab es nur Zwietracht und böses Blut zwischen ihnen. Und letzteres war ganz sicher nicht dicker als Wasser, sonst müsste sie jetzt nicht ohne ihre Schwester Nadja die Nachlassverwalterin spielen. Im Rückblick scheint ihr jeder Tag ein Kraftakt gewesen zu sein, den alle in mühsamer Harmonie begannen, bis schließlich doch Geschrei und Streit die Oberhand gewannen. Nun, da beide Eltern fort sind, sucht Rosa nach einer letzten möglichen Verbindung zu ihrer Schwester. Es ist eine Familiengeschichte, die Dana von Suffrin uns erzählt. Eine Geschichte über Vertreibung, Zerrissenheit und darüber, wie die Lebensumstände verschiedener Generationen eine Familie prägen und manchmal auch zerklüften können. "[...] und außerdem seien wir gar nicht so bundesrepublikanisch, nur sie, wenn man es genau nimmt, denn sie war in Landshut geboren und unser Vater in Haifa und wir Töchter in München, aber eben als Kinder eines Israelis, der sich weigerte, die deutsche Staatsangehörigkeit anzunehmen, [...]" (S. 132) Suffrins Text wirkt locker, manchmal zynisch. Dabei bräuchte es Tiefgang, um die individuellen Traumata herauszuarbeiten. Der Stil hat etwas Gehetztes, Genervtes - Sätze, teilweise so lang, dass sie über zwei Seiten reichen - ein "und" an das andere gereiht. In einem Fall sind es siebenundzwanzig (s. Bild 2). Dadurch habe ich oft den Faden verloren und das Erzählte wurde in meinem Kopf zu Brei. Schade, dass die historischen Passagen nicht straffer in die gegenwärtige Geschichte eingeflochten wurden. Gerade wurde "Nochmal von vorne" für den Buchpreis nominiert. Für mich nicht unbedingt preisverdächtig.

3

stark geschrieben, inhaltlich eher dünn

eine biografische Skizze eines modern gezeichneten Familienbildes - inhaltlich fehlt allerdings ein bisschen Dichte und der Bezug zu Erinnerungskultur verschwimmt zwischendurch leider ein wenig „Vielleicht war mein Vater das Traurigste von uns allen, vielleicht ist seine Geschichte sogar die traurigste Geschichte der Welt, nämlich die Geschichte eines Menschen, dessen Pupillen am Ende im Wartezimmer wie kleine aufgescheuchte Vögel umherflatterten und der immer schneller verschwand, aber natürlich war das alles keine Überraschung, denn schon als Kind hatte Nadja dafür gesorgt, dass ich in diesen Dingen besser Bescheid wusste als die Erwachsenen.“

stark geschrieben, inhaltlich eher dünn
3.5

Zu Beginn war die Geschichte fesselnd und ich wollte wissen, die die Familie funktioniert und die unterschiedlichen Charaktere kennenlernen. Allerdings hat mich das Buch dann verloren und ich habe die Seiten mehr überflogen als aufmerksam gelesen. Die Sätze waren mir einfach teilweise zu lang und verschachtelt, das sich mir der Inhalt teilweise nicht erschloss.

2

Ich werde es zu einem späteren Zeitpunkt nocheinmal versuchen zu lesen...

Als ich den Klappentext von "Nochmal von vorne" gelesen habe, wollte ich es unbedingt lesen. Doch schon zu Beginn des Buches hatte ich irgendwie Schwierigkeiten. Ich weiß, dass das Thema kein leichtes ist...Genau das war ja auch der Grund, warum ich dieses Buch lesen wollte. Aber leider kam ich mit dem Schreibstil nicht zurecht. Dazu kam, dass ich einfach nicht in die Geschichte gefunden habe. Daher musste ich das Buch leider abbrechen. Vielleicht versuche ich es zu einem späteren Zeitpunkt nocheinmal. Denn ich muss sagen, dass es mich nach wie vor sehr interessiert.

Ich werde es zu einem späteren Zeitpunkt nocheinmal versuchen zu lesen...
2.5

Puh, hier ist es mir sehr schwergefallen durchzuhalten. Vielleicht muss ich es nochmals lesen....

2

Also noch aggressiver hätte mir Instagram einen Roman ja kaum aufdrücken können - dieser Werbecampagne war nicht zu entkommen. "Gut" hab ich mir da während einer ruhigen, abendlichen Kassenschicht im Buchladen gedacht, "lesen wir doch mal rein." Auf den ersten Blick war alles schick. Ich fand, das habe doch Potenzial - deutsch-israelische Familiengeschichte, jüdisches Leben in Deutschland, das sind ja nun beides Themen, mit denen ich durchaus was anfangen kann. Also habe ich durchgezogen. Und mich am Ende leider gefragt, wofür eigentlich. Ich wollte das Buch so gerne mögen. Leider haben mich die überlangen Sätze irgendwann wirklich angestrengt, und auch der Inhalt hat mich mit mehr Fragen als Antworten zurückgelassen. Vielleicht ist das einfach einer dieser Romane, die ich nicht verstehe. Ich bin mir sicher, dass man in einem Gespräch mit der Autorin viel darüber herausfinden kann, was wie gemeint war; dass das Buch voller Anspielungen steckt, die man aber - leider - als Otto Normalleser*in einfach nicht schnallt. Für mich wirkte der Roman halbgar - wie eine Geschichte, die nicht weiß, wo sie hinwill und sich ihrer eigenen Aussage nicht ganz bewusst ist. Was ja auf der Metaebene auch schon wieder spannend ist… Aber egal. Nicht mein Buch Freunde, nicht mein Buch! Wer hat's noch gelesen? Gibt's hier Fans? Ich würd's gern wissen

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