Otto
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Description
In ihrem Romandebüt erzählt Dana von Suffrin, was es heißt, wenn ein starrköpfiger jüdischer Familienpatriarch zum Pflegefall wird. Und wie schwer es fällt, von einem Menschen Abschied zu nehmen, den man sein ganzes Leben eigentlich loswerden wollte.
Für sein Umfeld war Otto, der pensionierte Ingenieur, schon immer eine Heimsuchung. Aber als er aus dem Krankenhaus zurückkehrt, ist alles noch viel schlimmer. Nach wie vor ist er aufbrausend, manipulativ, distanzlos und von wahnwitzigen Einfällen beseelt – aber jetzt ist er auch noch pflegebedürftig. Seinen erwachsenen Töchtern macht er unmissverständlich klar: Ich verlange, dass ihr für mich da seid. Und zwar immer! Für Timna und Babi beginnt ein Jahr voller unerwarteter Herausforderungen, aber auch der Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte, die so schräg ist, dass Außenstehende nur den Kopf schütteln können. Klug, liebevoll und mit sehr viel schwarzem Humor erzählt Dana von Suffrin, wie Timna versucht, ihre dysfunktionale Familie zusammenzuhalten, ohne selbst vor die Hunde zu gehen. »Otto« ist Hommage und zugleich eine Abrechnung mit einem Mann, in dessen jüdischer Biografie sämtliche Abgründe des 20. Jahrhunderts aufscheinen.
Book Information
Author Description
Dana von Suffrin wurde 1985 in München geboren. Studium in München, Neapel und Jerusalem. 2017 Promotion mit einer Arbeit zur Rolle von Wissenschaft und Ideologie im frühen Zionismus. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Klaus-Michael-Kühne-Preis (2019), dem Ernst-Hoferichter-Preis (2020), dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises (2020), dem Tukan-Preis (2024) und dem Chamisso-Preis (2025). Sie lebt in München.
Posts
Otto, seine Töchter und ich waren leider kein gutes Match. Ich mochte die Sprache, aber leider nicht den Erzählstil. Ich merke es immer wieder, dass ich einen Plot brauche, der zusammenhängender ist und eine gewisse Spannung aufbaut, damit ich dranbleibe. Und bis in diesem Roman eine Entscheidung getroffen wird, vergeht einige Zeit, in der ich leider zu den Figuren keine Nähe aufbauen konnte. Schade, ich wollte den Roman gerne mögen. Ich habe das Lesen aber abgebrochen.
📌 "Schlaf gut, mein Kind, du kannst mich immer wecken, wenn du dich sorgst um deine Zukunft, egal wie spät es ist." - S. 78 Die Geschichte eines in die Jahre gekommenen rumänischen Juden, der im Alter mehr und mehr auf Hilfe angewiesen ist und diese nun von seinen beiden Töchtern einfordert. Rückblickend erfährt man in einzelnen Episoden Begebenheiten aus der Vergangenheit über ihn und seine zahlreichen Familienmitglieder. Fand ich recht unterhaltsam und amüsant, allerdings mit einigen Längen.

„OTTO“ von Dana von Suffrin ist ein Buch, was mich irgendwie etwas ratlos zurück gelassen hat. Man kann hier nicht von einer Geschichte sprechen, die erzählt wird. Es ist viel mehr ein Samelsurium von Anekdoten die letztlich für mein Empfinden keinen roten Faden aufgreifen, geschweige denn die einzelnen Charaktere in einer besonderen Form greifbar für mich als Leser machen. Ehrlich gesagt fällt es mir auch schwer die passenden Worte zu diesem Buch zu finden und frage mich gerade nach dem letzten Drittel des Buches, was die Autorin mir als Leser mit diesem Buch vermitteln wollte?! Was wollte sie mit „OTTO“ ausdrücken?! Ohne Frage ist der Schreibstil der Autorin wirklich gut, aber die diese kurriose Aneinanderreihung von einzelnen Geschichtchen konnte mir Otto uns seine Familie letztlich nicht näher bringen. Auch der „schwarze Humor“ war für mich hier irgendwie nicht so sichtbar... vielleicht habe ich ihn auch einfach nicht verstanden oder so, aber ich wüsste jetzt nicht was mich besonders belustigt hätte. Fazit: Bei diesem Buch hatte ich wohl zu hohe Erwartungen. Leider ein Leseflopp...
Ein Buch über starrköpfige alte Menschen klingt verdammt amüsant. Ein wenig erinnerte mich Otto an meinen eigenen Opa, der auch so manchen meiner Familienmitglieder das Leben schwer macht. Otto hat viel erlebt, ein schönes Leben hinter sich gebracht und ist aber jetzt von Krankheiten gezeichnet. Nichts funktioniert mehr so wie es soll. Und obwohl seine Töchter sich alle Mühe geben, findet er immer etwas an ihnen zu meckern, gibt nicht Ruhe und nörgelt ununterbrochen. Nach einem Krankenhausaufenthalt wird er zuhause gepflegt, von Villa - einer Osteuropäerin, die es mit ihm nicht leicht hat. Otto setzt ihr ziemlich böse zu und das hat mir manchmal echt wehgetan und mich auch oft wütend gemacht - gleichzeitig kann man den Grund dahinter aber auch irgendwie nachvollziehen. Eine schwierige Situation. Die Autorin erzählt im Laufe des Buches eigentlich zwei verschiedene Geschichten: Die der tragischen Vergangenheit und die der Gegenwart, gezeichnet durch viel schwarzen Humor. Beide Parts haben ihre Reize und waren für mich gut erzählt, jedoch waren die Übergänge manchmal etwas missglückt. Und auch wenn Ottos Verhalten oft etwas befremdlich wirkte, war er für mich extrem gut charakterisiert und hat etwas spannendes an sich. Man kann ihn teilweise echt gut verstehen und das hat die Geschichte echt spannend gemacht. Der Humor in der Geschichte war für mich der größte Pluspunkt, manche etwas faden Szenen konnten so noch sehr gut gerettet werden. Der Schreibstil ist auf Dauer etwas anstrengend und schwer zu lesen, daher haben sich 240 Seiten bei mir doch sehr gezogen. Es war aber eine wirklich abwechslungsreiche Geschichte und ist definitiv einen Versuch wert.
"Das ist das Traurige der Welt, die Momente halten nicht, auch die schönen vergessen wir, und selbst wenn nicht, irgendwann nehmen wir sie mit, und sie lösen sich auf mit uns." "Otto" wird vom Verlag auf der Rückseite des Buches angepriesen als "Klug, liebevoll und mit sehr viel schwarzem Humor" und die ersten Seiten des Romans erfüllen dieses Versprechen scheinbar. Aber wie das manchmal so ist: Der Roman beginnt gut, die ersten sagen wir mal 60 bis 70 Seiten versprechen eine durchaus gelungene Mischung aus jüdisch-schwarzem Humor, interessante und skurrile Charaktere und sind gut genug, den Leser*innen vorzumachen, dass sie ein guter Roman erwarte. Aber dann passiert, was bei einem mittelmäßigen Roman passieren kann: das Niveau bricht ein. Oder - in diesem Fall - besser gesagt: Der Einstieg ist ein Versprechen, das nicht gehalten wird. Denn was ich für die Einleitung hielt und als Versprechen empfand, was den weiteren Verlauf des Romans angeht, entpuppte sich als - nun ja - der Roman. Und der Roman ist: Ein wirres Konstrukt, das über weite Strecken nervt, weil die Autorin es nicht schafft, bei den Leser*innen Empathie für die Charaktere zu wecken. Tatsächlich fehlte mir seitens der Autorin Empathie für ihre eigenen Charaktere - sie straft den vom Verlag voreilig und maßlos übertriebenen verwendeten Begriff "liebevoll" Lügen. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder waren ihr die Charaktere egal oder sie war nicht in der Lage, den Charakteren Leben einzuhauchen. Beide Möglichkeiten sprechen nicht für die Fähigkeiten der Autorin. Was nun den "schwarzen Humor" angeht: Jep, es gibt ihn. Ab und zu - meiner Meinung nach viel zu selten - schimmert er aus dem Wust hervor. Er hätte einiges retten können, aber selbst das ist nicht gegeben. Der Schreibstil, der mich anfangs noch begeisterte, begann wegen der mäßigen Geschichte irgendwann an zu nerven. Oh, Dana von Suffrin liefert im Roman ohne Frage viele tolle Sätze ab. Aber ich hatte oft den Eindruck, dass sie mehr Wert auf den Schreib- und Erzählstil legte als auf die Anekdoten und Charaktere, die das Buch bevölkern. Ganz ehrlich: Es ist eine unterirdische Leistung, unter anderem den Holocaust zu thematisieren und bei mir exakt null Empfindungen auszulösen. Das habe ich vorher noch nie erlebt und ich nehme es Dana von Suffrin ehrlich gesagt tatsächlich übel. Mich nervte das Sprunghafte, die Lieblosigkeit irgendwann spürbar. Ich hatte keine Lust weiterzulesen und tat das im Grunde genommen nur, weil ich die Hoffnung hatte, dass das Ende das Ruder noch einmal herumreißen könnte. Das letzte Kapitel ist dann letztlich auch sehr gelungen, aber das ist mir zu wenig. Zumal mich das letzte Kapitel wesentlich mehr gepackt hätte, wenn der Roman vorher besser gewesen wäre. Wenn den Leser*innen jedoch die Charaktere gleichgültig bleiben, dann kann auch ein halbwegs gutes Ende nichts mehr bewirken. "Otto" ist vor allem: Eine verpasste Chance, ein nicht eingehaltenes Versprechung und vor allem verschenktes Potential. Der Roman hat seine Momente, ohne Frage, aber am Ende, als ich das Buch zuklappte, ging mir nur ein Wort durch den Kopf: "Schade."
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In ihrem Romandebüt erzählt Dana von Suffrin, was es heißt, wenn ein starrköpfiger jüdischer Familienpatriarch zum Pflegefall wird. Und wie schwer es fällt, von einem Menschen Abschied zu nehmen, den man sein ganzes Leben eigentlich loswerden wollte.
Für sein Umfeld war Otto, der pensionierte Ingenieur, schon immer eine Heimsuchung. Aber als er aus dem Krankenhaus zurückkehrt, ist alles noch viel schlimmer. Nach wie vor ist er aufbrausend, manipulativ, distanzlos und von wahnwitzigen Einfällen beseelt – aber jetzt ist er auch noch pflegebedürftig. Seinen erwachsenen Töchtern macht er unmissverständlich klar: Ich verlange, dass ihr für mich da seid. Und zwar immer! Für Timna und Babi beginnt ein Jahr voller unerwarteter Herausforderungen, aber auch der Begegnung mit der eigenen Vergangenheit und Familiengeschichte, die so schräg ist, dass Außenstehende nur den Kopf schütteln können. Klug, liebevoll und mit sehr viel schwarzem Humor erzählt Dana von Suffrin, wie Timna versucht, ihre dysfunktionale Familie zusammenzuhalten, ohne selbst vor die Hunde zu gehen. »Otto« ist Hommage und zugleich eine Abrechnung mit einem Mann, in dessen jüdischer Biografie sämtliche Abgründe des 20. Jahrhunderts aufscheinen.
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Author Description
Dana von Suffrin wurde 1985 in München geboren. Studium in München, Neapel und Jerusalem. 2017 Promotion mit einer Arbeit zur Rolle von Wissenschaft und Ideologie im frühen Zionismus. Sie wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Klaus-Michael-Kühne-Preis (2019), dem Ernst-Hoferichter-Preis (2020), dem Förderpreis des Friedrich-Hölderlin-Preises (2020), dem Tukan-Preis (2024) und dem Chamisso-Preis (2025). Sie lebt in München.
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Otto, seine Töchter und ich waren leider kein gutes Match. Ich mochte die Sprache, aber leider nicht den Erzählstil. Ich merke es immer wieder, dass ich einen Plot brauche, der zusammenhängender ist und eine gewisse Spannung aufbaut, damit ich dranbleibe. Und bis in diesem Roman eine Entscheidung getroffen wird, vergeht einige Zeit, in der ich leider zu den Figuren keine Nähe aufbauen konnte. Schade, ich wollte den Roman gerne mögen. Ich habe das Lesen aber abgebrochen.
📌 "Schlaf gut, mein Kind, du kannst mich immer wecken, wenn du dich sorgst um deine Zukunft, egal wie spät es ist." - S. 78 Die Geschichte eines in die Jahre gekommenen rumänischen Juden, der im Alter mehr und mehr auf Hilfe angewiesen ist und diese nun von seinen beiden Töchtern einfordert. Rückblickend erfährt man in einzelnen Episoden Begebenheiten aus der Vergangenheit über ihn und seine zahlreichen Familienmitglieder. Fand ich recht unterhaltsam und amüsant, allerdings mit einigen Längen.

„OTTO“ von Dana von Suffrin ist ein Buch, was mich irgendwie etwas ratlos zurück gelassen hat. Man kann hier nicht von einer Geschichte sprechen, die erzählt wird. Es ist viel mehr ein Samelsurium von Anekdoten die letztlich für mein Empfinden keinen roten Faden aufgreifen, geschweige denn die einzelnen Charaktere in einer besonderen Form greifbar für mich als Leser machen. Ehrlich gesagt fällt es mir auch schwer die passenden Worte zu diesem Buch zu finden und frage mich gerade nach dem letzten Drittel des Buches, was die Autorin mir als Leser mit diesem Buch vermitteln wollte?! Was wollte sie mit „OTTO“ ausdrücken?! Ohne Frage ist der Schreibstil der Autorin wirklich gut, aber die diese kurriose Aneinanderreihung von einzelnen Geschichtchen konnte mir Otto uns seine Familie letztlich nicht näher bringen. Auch der „schwarze Humor“ war für mich hier irgendwie nicht so sichtbar... vielleicht habe ich ihn auch einfach nicht verstanden oder so, aber ich wüsste jetzt nicht was mich besonders belustigt hätte. Fazit: Bei diesem Buch hatte ich wohl zu hohe Erwartungen. Leider ein Leseflopp...
Ein Buch über starrköpfige alte Menschen klingt verdammt amüsant. Ein wenig erinnerte mich Otto an meinen eigenen Opa, der auch so manchen meiner Familienmitglieder das Leben schwer macht. Otto hat viel erlebt, ein schönes Leben hinter sich gebracht und ist aber jetzt von Krankheiten gezeichnet. Nichts funktioniert mehr so wie es soll. Und obwohl seine Töchter sich alle Mühe geben, findet er immer etwas an ihnen zu meckern, gibt nicht Ruhe und nörgelt ununterbrochen. Nach einem Krankenhausaufenthalt wird er zuhause gepflegt, von Villa - einer Osteuropäerin, die es mit ihm nicht leicht hat. Otto setzt ihr ziemlich böse zu und das hat mir manchmal echt wehgetan und mich auch oft wütend gemacht - gleichzeitig kann man den Grund dahinter aber auch irgendwie nachvollziehen. Eine schwierige Situation. Die Autorin erzählt im Laufe des Buches eigentlich zwei verschiedene Geschichten: Die der tragischen Vergangenheit und die der Gegenwart, gezeichnet durch viel schwarzen Humor. Beide Parts haben ihre Reize und waren für mich gut erzählt, jedoch waren die Übergänge manchmal etwas missglückt. Und auch wenn Ottos Verhalten oft etwas befremdlich wirkte, war er für mich extrem gut charakterisiert und hat etwas spannendes an sich. Man kann ihn teilweise echt gut verstehen und das hat die Geschichte echt spannend gemacht. Der Humor in der Geschichte war für mich der größte Pluspunkt, manche etwas faden Szenen konnten so noch sehr gut gerettet werden. Der Schreibstil ist auf Dauer etwas anstrengend und schwer zu lesen, daher haben sich 240 Seiten bei mir doch sehr gezogen. Es war aber eine wirklich abwechslungsreiche Geschichte und ist definitiv einen Versuch wert.
"Das ist das Traurige der Welt, die Momente halten nicht, auch die schönen vergessen wir, und selbst wenn nicht, irgendwann nehmen wir sie mit, und sie lösen sich auf mit uns." "Otto" wird vom Verlag auf der Rückseite des Buches angepriesen als "Klug, liebevoll und mit sehr viel schwarzem Humor" und die ersten Seiten des Romans erfüllen dieses Versprechen scheinbar. Aber wie das manchmal so ist: Der Roman beginnt gut, die ersten sagen wir mal 60 bis 70 Seiten versprechen eine durchaus gelungene Mischung aus jüdisch-schwarzem Humor, interessante und skurrile Charaktere und sind gut genug, den Leser*innen vorzumachen, dass sie ein guter Roman erwarte. Aber dann passiert, was bei einem mittelmäßigen Roman passieren kann: das Niveau bricht ein. Oder - in diesem Fall - besser gesagt: Der Einstieg ist ein Versprechen, das nicht gehalten wird. Denn was ich für die Einleitung hielt und als Versprechen empfand, was den weiteren Verlauf des Romans angeht, entpuppte sich als - nun ja - der Roman. Und der Roman ist: Ein wirres Konstrukt, das über weite Strecken nervt, weil die Autorin es nicht schafft, bei den Leser*innen Empathie für die Charaktere zu wecken. Tatsächlich fehlte mir seitens der Autorin Empathie für ihre eigenen Charaktere - sie straft den vom Verlag voreilig und maßlos übertriebenen verwendeten Begriff "liebevoll" Lügen. Es gibt zwei Möglichkeiten: Entweder waren ihr die Charaktere egal oder sie war nicht in der Lage, den Charakteren Leben einzuhauchen. Beide Möglichkeiten sprechen nicht für die Fähigkeiten der Autorin. Was nun den "schwarzen Humor" angeht: Jep, es gibt ihn. Ab und zu - meiner Meinung nach viel zu selten - schimmert er aus dem Wust hervor. Er hätte einiges retten können, aber selbst das ist nicht gegeben. Der Schreibstil, der mich anfangs noch begeisterte, begann wegen der mäßigen Geschichte irgendwann an zu nerven. Oh, Dana von Suffrin liefert im Roman ohne Frage viele tolle Sätze ab. Aber ich hatte oft den Eindruck, dass sie mehr Wert auf den Schreib- und Erzählstil legte als auf die Anekdoten und Charaktere, die das Buch bevölkern. Ganz ehrlich: Es ist eine unterirdische Leistung, unter anderem den Holocaust zu thematisieren und bei mir exakt null Empfindungen auszulösen. Das habe ich vorher noch nie erlebt und ich nehme es Dana von Suffrin ehrlich gesagt tatsächlich übel. Mich nervte das Sprunghafte, die Lieblosigkeit irgendwann spürbar. Ich hatte keine Lust weiterzulesen und tat das im Grunde genommen nur, weil ich die Hoffnung hatte, dass das Ende das Ruder noch einmal herumreißen könnte. Das letzte Kapitel ist dann letztlich auch sehr gelungen, aber das ist mir zu wenig. Zumal mich das letzte Kapitel wesentlich mehr gepackt hätte, wenn der Roman vorher besser gewesen wäre. Wenn den Leser*innen jedoch die Charaktere gleichgültig bleiben, dann kann auch ein halbwegs gutes Ende nichts mehr bewirken. "Otto" ist vor allem: Eine verpasste Chance, ein nicht eingehaltenes Versprechung und vor allem verschenktes Potential. Der Roman hat seine Momente, ohne Frage, aber am Ende, als ich das Buch zuklappte, ging mir nur ein Wort durch den Kopf: "Schade."











