Nachtbeeren

Nachtbeeren

Hardback
3.7105
KomikDunkler HumorProvinzDruck

By using these links, you support READO. We receive an affiliate commission without any additional costs to you.

Description

»Mit Sprachwitz und Sinn fürs Absurde erzählt Elina Penner von der Suche einer Russlanddeutschen nach ihren Wurzeln.« Brigitte

»Ein Roman über eine junge Frau, die ihren eigenen Weg geht – schräg, dunkel und so gut.« Laura Karasek

»Immer lustig und gefährlich zugleich. Elina Penner hält uns in stetiger Spannung, was als nächstes passiert, immer zwischen Schock, Lachen und tiefer Rührung. Ein bittersüßes Debüt.« Christian Dittloff

»Elina Penner erzählt unfassbar witzig und klug die spannendste Familiengeschichte, die ich seit langem gelesen habe.« Ninia LaGrande Binias

»Der Roman des Jahres.« Kareen Dannhauer

» In einem umwerfenden Stakkato aus kurzen, klaren Sätzen setzt Erzählerin Nelli ein. Elina Penner erschafft eine starke Frauenfigur, der man gern zuhört und auf unbekanntes Terrain folgt. « Börsenblatt

» Ein ungewöhnliches Debüt. Sie schafft unvergessliche Charaktere und unvergleichliche Szenen, fein austariert zwischen zarter Tragik und dunkler Komik. « Emotion

In ihrem Debütroman erzählt Elina Penner von Nelli, die als kleines Mädchen als Russlanddeutsche nach Minden kommt. Sie spricht Plautdietsch und isst Tweeback und versucht, in der Provinz und dem neuen deutschen Leben anzukommen. Aber die Geschichten über ihr früheres Leben lassen sie nicht los, und als ihre geliebte Oma stirbt, gerät in Nelli etwas durcheinander. Ihr Mann Kornelius eröffnet ihr, sie für eine andere zu verlassen. Und Nelli ist sich am nächsten Morgen nicht sicher, ob sie ihn nicht aus Versehen umgebracht hat...
Elina Penner erzählt mit Komik und dunklem Humor von einer Gemeinschaft von Menschen, die aneinander festhalten, weil sie nichts anderes haben. Mittendrin eine junge Frau, die zusammenbricht – und ihren eigenen Weg sucht.

Book Information

Main Genre
Novels
Sub Genre
Contemporary
Format
Hardback
Pages
248
Price
22.70 €

Author Description

Elina Penner, 1987 noch gerade so als Sowjet-Bürgerin geboren, erklärt seit über 30 Jahren, wieso sie mennonitisch-plautdietsche Deutsche und nicht Russin ist. Dank ihres 2022 erschienenen Debütromans »Nachtbeeren« wird das mit dem Erklären weniger. Da sie Gegensätzliches liebt, hat sie sowohl in Bayern als auch in Berlin studiert. Sie lebt seit Jahren wieder in der ostwestfälischen Heimat, von wo aus sie das Online-Magazin »Hauptstadtmutti« betreibt. Texte von ihr erschienen bei Der Spiegel, Vogue, 11 Freunde.Im Aufbau Verlag liegen ebenfalls von ihr »Migrantenmutti« und »Die Unbußfertigen« vor.

Characteristics

1 reviews

Mood

Sad
Funny
Scary
Erotic
Exciting
Romantic
Disturbing
Thoughtful
Informative
Heartwarming
34%
19%
13%
N/A
74%
N/A
70%
70%
81%
23%

Protagonist(s)

Likable
Credible
Developing
Multifaceted
85%
88%
59%
66%

Pace

Fast0%
Slow0%
Moderate100%
Variable0%

Writing Style

Simple0%
Complex0%
Moderate100%
Außergewöhnlich (100%)

Posts

17
All
5

Ein Frauenleben zwischen Fremdsein und Familie

Nelli ist Teil einer russlanddeutschen Familie und Teil einer Mennoniten-Gemeinde. Fremd in Deutschland gibt ihr die Familie, vor allem ihre Großmutter, den Halt und die Liebe, den sie bei den Eltern vermisst. Denn sie, die Nachzüglerin war und ist ungewollt … Elina Penner hat eine sehr bewegende Geschichte und mit Nelli eine berührende Person geschrieben. Gerade ihre Kindheitserlebnisse und -erinnerungen gingen mir sehr nahe. Die Lieblosigkeit der Eltern, die keinen Hehl daraus machen, dass sie kein Kind mehr wollen und demgegenüber die liebevolle Zugewandtheit ihrer geliebten Öma. Deren Tod und die Totgeburt ihrer Tochter bringen Nelli komplett aus dem Gleichgewicht, schwere Depressionen sind die Folge. ‚Nachtbeeren‘ erfordert aufmerksames Lesen, denn vieles erfährt man zwischen den Zeilen und was Nelli erinnert, wird erst durch die Sichtweise ihres Bruders Eugen oder des Sohnes Jakob klar, bzw. erst richtig ergänzt. Hervorragend wird darin die Lage der Spätaussiedler in Deutschland beschrieben, die sich auch auf andere osteuropäische Länder übertragen lässt, nicht nur auf die Russlanddeutschen. In Russland die Deutschen, in Deutschland die Russen - kein Wunder, dass sich auf die Familie konzentriert wird und man nie jemand von den „Hiesigen“ wird. Weniger Einblick bekommt man dagegen in das mennonitische Leben. Tatsächlich spielt die Religion eher nur eine Nebenrolle, der Großteil der Familie ist weder fromm noch gehört er zur Gemeinde. Und auch für Nelli selber scheint der Glaube selbst weniger wichtig zu sein, als das Eingebundensein in die Gemeinde. Dann gibt es da ja auch noch Kornelius, Nellis Ehemann, der zerstückelt in der Tiefkühltruhe landet und dieser Strang hat durchaus auch seine makabren, schwarzhumorigen Elemente, die aber zum Glück nicht Überhand nehmen und sich gut in die Geschichte einpassen. Für mich war damit das Buch sehr ausgewogen, nachdenklich und interressant zu gleich und hervorragend geschrieben.

3.5

Bin gerade beim Schreiben noch am Tränen wegwischen... Komme selber aus einer russlanddeutschen Familie, deshalb war das Buch zum Teil sehr schmerzhaft für mich, gerade am Ende. Aber ich habe einen Moment gebraucht, um in das Buch reinzukommen und fand es stellenweise etwas zu verallgemeinernd. Dennoch eine Empfehlung...

4

Ach ja, tolles Buch, gut geschrieben. Es nahm mich nicht so richtig mit. Stell dir vor, du bist das jüngste Kind, auch noch eine Tochter, ungeplant, ungewollt, irgendwie nutzlos, auch noch Russland Deutsche. Du versuchst deinen Weg zu finden, du bist nirgends richtig zu Hause. Nur ein Mensch versucht dich vor den Unbill des Lebens zu schützen. Dein Bruder, geht aber nur bedingt. Auch er hat sein eigenes Leben. Nach der Schule beginnst du eine Metzgerlehrer, bestehst sie, arbeitest ein wenig. Du gehst fort, verliebst dich - plötzlich schwanger. Was folgt: Heirat, Kind, zu Hause bleiben und auf das Kind aufpassen. Ist das wirklich der Sinn des Lebens? Die Geborgenheit der Familie bleibt aus. Dann stirbt auch noch die Lieblings Oma, der letzte Halt fällt weg. Noch am Tag der Beerdigung trittst du der mennoitischen Glaubensgemeinschaft bei, Holst Trost aus dem Glauben. Die Erzählung läuft in drei Ebenen: Nelli, ihr Bruder Eugen und ihr Sohn Jakob. Die Erinnerungen der drei ähneln sich sehr, was das Buch länger erscheinen lässt als es tatsächlich ist.

5

Ein tiefer Einblick in die Welt unserer stillen Nachbarn.

Es ist ein Buch über Klischees, Nachtbeeren, Kartoffeln. Das Debüt von Elina Penner beschreibt plautdietsche Mennoniten, die auf der Suche nach ihrer Identität so einiges in Kauf nehmen. Es geht um Liebe, Familie, Religion, Deutschsein und vor allem Russlanddeutschsein. Der Konflikt der Identität, der sich über Generationen zieht und noch lange nicht gelöst wurde. Mit dunklem Humor und einer Prise Spannung, ist "Nachtbeeren" sehr empfehlenswert.

Ein tiefer Einblick in die Welt unserer stillen 
Nachbarn.
3.5

gut und irgendwie auch verstörend

3

''Ich bin eine 35-jährige gläubige, fromme und bekehrte Mennoniten, und mein Mann ist weg. Vielleicht, um bei der Frau zu sein, die er liebt. Ich frage mich, ob einer meiner Brüder ihn töten würde, wenn ich nur den Mund aufkriegen und fragen würde.’’ (Tolino S. 32) Nachtbeeren Elina Penner Die 35-jährige Nelli, ist fromm. Ein Nesthäkchen und Nachzügler, mit vier älteren Brüdern. Sie selbst wurde direkt nach ihrer Metzgerlehre, mit zwanzig Jahren, schwanger und heiratete den Kindesvater. Seitdem sie im Alter von vier Jahren nach Deutschland kam, wohnt sie in Minden und dort spricht sie mit ihrer Familie ‚Plautdietsch‘. Doch vor allem ist sie Tochter von 'Russlanddeutschen‘. ''Ich wusste, wenn ich Leuten erzählte, wo ich herkam und wer ich war, dann würden Hiesige an die russischen Schminktanten denken. Wir waren einfach Russen, die ins Land gekommen waren, Tausende von ihnen. Wir alle tranken Wodka, konnten kein Deutsch, hatten aber deutsche Nachnamen. So stellen sich die Hiesigen das vor. So machte es Sinn. Ich erklärte immer und immer wieder, alles, auch meinen Nachnamen, meine Sprache, doch niemand hörte richtig zu. Sie lächelten verständnisvoll und nickten nur.’’ (Tolino S. 73) Jeden Sonntag trifft sich die Familie bei 'Öma' oder bei den Brüdern, es wird gegessen und viel getrunken. Meistens sind es die selben Themen, über die sie sprechen: Über die Umsiedlung, den Glauben und die Kartoffeln. Einst waren sie froh, nach der Umsiedlung aus Russland, in einer Notunterkunft zu wohnen. In der Notunterkunft waren sie noch mit einer Herdplatte zufrieden gewesen. Hauptsache weg aus Russland! Doch im Laufe der Jahre schimpfen sie immer mehr auf die Deutschen, die Kartoffeln. Nelli, lehnte einst den Glauben ab, aber nach der Totgeburt ihres zweiten Kindes, und dem Tode ihrer geliebten ‚Öma‘ wurde sie depressiv, starrte tagelang ins Leere und fand Trost im Gebet. Als ihr Mann Kornelius ihr beichtet, dass er eine andere liebt, ist sie so verwirrt, dass sie sich am nächsten Tag nicht mehr daran erinnern kann, ob sie ihren Mann vielleicht umgebracht hat - zumindest ist er weg. Der Debütroman von Elina Penner sprach mich mit seinem besonderen Cover sofort an. Die Schreibweise und die kurzen Sätze sind unaufgeregt, passen aber hervorragend zur Geschichte. Besonders gut gefiel mir der Einblick in die Denkweise, ja in die Zerrissenheit der Aussiedler, nach der Flucht. Dies wird sehr gut und glaubwürdig dargestellt. Auch die liebevolle Mutter-Sohn-Beziehung gefiel mir hervorragend. Worüber ich mich jedoch sehr gestört habe, sind die Vorurteile/Verallgemeinerungen über die Deutschen, sowie dass die Deutschen insgesamt 14 Mal als ‚Kartoffeln' bezeichnet wurden. Fazit: Ein interessantes Debüt, mit zartem schwarzem Humor, aber auch nicht mehr. 3/ 5

Post image
3.5

Abgedreht, intensiv mit viel schwarzem Humor

3

Witzige Geschichte, die auch viele Informationen liefert; dennoch fehlte mir irgendwas, um die vielen Klischees auszugleichen

3.5

Ein Stück Identität

Selbst Spätaussiedlerin hat mich das Buch an vielen Stellen sowohl zum Lachen gebracht als auch tief berührt. Viel zu spät habe ich diese Art von Literatur für mich entdeckt – eine, in der ich mich mit all der Zerrissenheit zwischen „deutsch sein“ und „nicht deutsch sein“ wiederfinde. Der Schreibstil ist präzise und forsch - ganz nach meinem Geschmack. Punktabzug gibt es allerdings: Manchmal war für mich nicht sofort klar, aus welcher Perspektive erzählt wurde. So musste ich gelegentlich zum Kapitelanfang zurückblättern, um nachzulesen. Außerdem haben mich die Bücher von Olga Grjasnowa und Lena Gorelik (auf die sich die Autorin auch in der Danksagung bezieht) emotional viel mehr abgeholt.

4

Ich bin froh, hier das Hörbuch gehört zu haben. Die Autorin spricht es so gut! Und die Geschichte war speziell, manchmal makaber und sogar unerwartet witzig an manchen Stellen. Ich bin gespannt, was die Autorin in Zukunft noch so veröffentlicht. CW: häusliche Gewalt, Rassismus, Fettphobie, Homophobie

3

Von der mennonitischen Gemeinschaft der sogenannten Spätaussiedler aus Russland hatte ich zuvor allenfalls flüchtig gehört und war daher sehr auf Elina Penners Debütroman "Nachtbeeren" gespannt, in dem sie uns in genau diesen Background eintauchen lässt. Nelli kommt als Kind mit ihrer mennonitischen Verwandtschaft aus Russland nach Minden und wir erfahren in kurzen Rückblicken und kleinen Details, wie sich das Einleben in die deutsche Gesellschaft von erster Gemeinschaftsunterkunft bis hin in die zweite Generation gestaltete. Aus verschiedenen Perspektiven - mal Nellis selbst, mal ihres Bruders Eugen oder ihres 15-jährigen Sohnes Jakob - werden uns Fenster in die mennonitische Welt und in die Welt der Spätaussiedler geöffnet, einer Welt, in der Heimat und Fremde nicht mehr klar umrissen sind, in der jeder darum kämpft, sich selbst zu definieren und eine Rechtfertigung für die eigene Existenz zu finden. Für Nelli ist der Tod ihrer Öma ein einschneidendes Ereignis - sie bekehrt sich danach zum Glauben und hofft auf Halt und ein Stück Identität. Der Roman hat mich leider nach einiger Zeit verloren, einzig die Einzelheiten zur mennonitischen Gesellschaft und die Migrationserfahrungen haben mich bei Stange gehalten. Insgesamt wurden diese meinem Empfinden nach jedoch recht unorganisch in den - eher absurden - Plot eingefügt, der für mich leider nicht aufging. Die Sprache ist recht einfach gehalten und variiert bei unterschiedlicher Erzählstimme. Knapp und auf den Punkt ist sie durchweg und lässt einen nur bei vereinzelt eingestreuten plautdietschen Begriffen stolpern. Insgesamt ein doch interessantes und kurzweiliges Leseerlebnis, das im #kurzgelesen Buchclub von @emelie.ellen super viel Spaß gemacht hat zu besprechen.

5

"Nelli, wirklich, kann irgendwas an dir normal sein? Einfach normal? Kann irgendwas an dieser Familie normal sein? [...] Ich habe 15 Jahre mit dir gelebt, aber es ist zu anstrengend. Ich will anstrengend nicht mehr. Ich will einfach! Ich will Liebe!" Nelli Neufeld sitzt an einem Sonntag bei der Familie, sie ist körperlich anwesend, aber geistig hängt sie in Erinnerungen verschiedensten Art fest - ob es an ihre Großeltern ist, an ihre Eltern, ihre vier Brüder, ihren Nochehemann Kornelius oder ihr Sohn Jakob. Sie ist nicht hier, nicht da, sie ist irgendwo dazwischen. Nelli kam als Kleinkind mit ihrer ganzen Familie aus Russland nach Deutschland, durchlief das ganze Flüchtlingssonoper. Nelli ist das vierte Kinder, eine sogenanntes Herbstküken - ein Versehen, 10 Jahre nach dem letzten Sohn. Ihre Eltern wirken an vielen Stellen überfordert und Nelli leidet darunter. Sicheren Halt geben ihr nur ihre Großeltern. Kurz vorm Ende ihrer Ausbildung als Metzgerin wird sie schwanger, heiratet, und wird Hausfrau und Mutter. Als ihr geliebte Großmutter stirbt, bricht für sie einen Welt zusammen und sie konvertiert. In den 15 Jahren Ehe, macht sie alles für ihren Mann, aber langsam zeigt sich, dass beide von einander genervt sind. Als Sohn Jakob eines morgens in der Tiefkühltruhe, statt Brot was anderes findet, wird klar, das Trauma von Nelli hat noch mehr ausgelöst. Dies ist der Debütroman von Elina Penner und ich bin echt begeistert. Ich hatte einwenig Bange, dass ich nach "Migrantenmutti" nicht rein komme, aber nach den ersten 20 Seiten, lief es wie geschmiert. Einen Tag später bin ich fertig und kann es jeden nur wärmsten empfehlen.

4

Ich bin froh, hier das Hörbuch gehört zu haben. Die Autorin spricht es so gut! Und die Geschichte war speziell, manchmal makaber und sogar unerwartet witzig an manchen Stellen. Ich bin gespannt, was die Autorin in Zukunft noch so veröffentlicht. CW: häusliche Gewalt, Rassismus, Fettphobie, Homophobie

4

Schreibstil etwas gewöhnungsbedürftig, aber gut. Onkel Eugen eindeutig mein Favorit. Handlung stellenweise wir und mit richtigem Plottwist. Das hab ich nicht kommen sehen, lol. Sehr interessante Einblicke in die Spätaussiedler-Kultur.

An sich nicht schlecht, aber ich hatte wenig Interesse, das Buch in die Hand zu nehmen und habe meistens nach 5 Minuten zum Handy gegriffen.

3

Ich habe das Hörbuch gehört, gelesen von der Autorin. Das hat sie auch sehr gut gemacht. Mir hätten mehrere Vorleser besser gefallen, weil wir mehrere Perspektiven haben. Manchmal war mir nicht klar welche Perspektive das gerade ist. Eigentlich wurde es am Kapitalanfang genannt aber ich war wohl nicht aufmerksam genug. Als Buch hätte es mir vermutlich besser gefallen.

4

Einerseits ein sehr ehrlicher Blick aus der Lebenswelt von Aussiedlerfamilien und der menonitischen Kultur. Andererseits ein Bericht über die Suche nach Liebe & Zuneigung innerhalb der eigenen Familie. Lesenswert!

Create Post