Die Unbußfertigen
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Description
Das Netz als Echokammer, die Sichtbarkeit als Währung, das Schweigen als Strafe.
Zehn Menschen, wie sie das Netz hervorgebracht hat, folgen einer Einladung in ein abgelegenes Herrenhaus. Ein Event? Auf jeden Fall, nur ohne Empfang. Darunter eine Mutter, die ihre Kinder zur Marke gemacht hat. Eine Busfahrerin zwischen Heilstein und Hassrede. Eine Influencerin mit dem berühmtesten Arsch des Landes. Drei Frauen mit Followerzahlen wie Aktienkurse. Sieben Männer im Kommentarbereich. Doch plötzlich ist alles real. Offline. Immer mehr von ihnen verschwinden. Und jemand sieht zu.
»Ein Roman wie eine Kommentarspalte: gnadenlos, laut und schwer wegzulegen." Kathrin Weßling
»Zehn Menschen, die das Internet hervorgebracht hat: Elina Penner bringt sie an ihre Grenzen. Und uns alle gleich mit. Ein Roman wie ein digitaler Autounfall, der nachhallt.« MdB Ricarda Lang
»Elina Penner ist die neue Capote. Lässig kreiert sie eine rauschhafte Erzählung, deren Protagonisten an den Absurditäten unserer egozentrischen Gesellschaft zerbrechen.« Ninia LaGrande
»Elina Penner, die Stimme unserer überforderten Frauen-Generation, hält uns lachend den Spiegel vors Gesicht, bringt uns zum Heulen und zum Verstehen. Das kann nur sie so gut.« Caroline Rosales
»Das Internet ist endlich kein Neuland mehr: Denn Elina Penner hat es verstanden und auch die Menschen, die darin herumgeistern. Und sie erklärt es uns in rasantem Tempo und mit einzigartigem Humor.« Dana Vowinckel
Book Information
Author Description
Elina Penner, 1987 noch gerade so als Sowjet-Bürgerin geboren, erklärt seit über 30 Jahren, wieso sie mennonitisch-plautdietsche Deutsche und nicht Russin ist. Dank ihres 2022 erschienenen Debütromans »Nachtbeeren« wird das mit dem Erklären weniger. Da sie Gegensätzliches liebt, hat sie sowohl in Bayern als auch in Berlin studiert. Sie lebt seit Jahren wieder in der ostwestfälischen Heimat, von wo aus sie das Online-Magazin »Hauptstadtmutti« betreibt. Texte von ihr erschienen bei Der Spiegel, Vogue, 11 Freunde.Im Aufbau Verlag liegen ebenfalls von ihr »Migrantenmutti« und »Die Unbußfertigen« vor.
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Posts
Es gibt eine App , die Haimlik App, die ein Ranking hat, um die Nutzer auf Platz 1-10 zu einer VIP- Veranstaltung einzuladen. Platz 1-10 sind 7 Männer und 3 Frauen. Alle sind Sozial- Media- Größen und in ihrem Betätigungsfeld sehr erfolgreich. Sie werden zu einem Wochenende in einem Herrenhaus eingeladen und versprechen sich Luxus. Alles kommt ganz anders- wie im Trash- TV wird alles rund um die Uhr gefilmt, von einem Publikum bewertet und kommentiert. Nichts bleibt privat oder geheim. Allen wird ein Spiegel ( auch uns Leserinnen und Lesern) vorgehalten und satirisch überspitzt dargestellt. Alles was auf Social Media Plattformen gezeigt, verbreitet, kommentiert wird ( in jeglicher Form &Weise) wird widergespiegelt.
Tolle überspitzte Dialoge, die gerne hätten noch tiefer gehen können. Das Buch ist unterhaltsam und witzig und gar nicht langweilig.
Erstklassige Satire zu Social Media
10 Nutzer (3 Frauen/7 Männer) der Haimlik-App landen auf einem Ranking ganz oben und bekommen eine VIP – Einladung, der sie nur zu gerne folgen, ohne zu wissen, was sie erwartet. Alle sind auf unterschiedliche Weise zu Social Media – Stars geworden und haben auf dem Weg dorthin Schuld auf sich geladen, nicht strafrechtlich verfolgbar, aber durch verwerfliche Vorgehensweisen oder Überzeugungen, durch die andere Menschen zu Schaden kamen. Nun sind alle zusammen in einem völlig abgeschiedenen Herrenhaus eingesperrt, ohne Internet, werden dabei gefilmt und durch provokante Gespräche miteinander, kommen nach und nach ihre jeweils schuldbehafteten hochaktuellen Themen auf den Tisch (seien es Eltern, die ihre Kinder filterlos für Social Media -Zwecke missbrauchen, sei es die Verbreitung von rechtem Gedankengut und mehr, sei es…- ich möchte nicht spoilern). Gnadenlose Dialoge, dabei ein temporeicher, scharfzüngiger und -sichtiger Schreibstil, das ist dermaßen gut auf den Punkt gebrachte Gesellschaftskritik, die uns Lesern die Augen öffnet und zugleich herrlich unterhält, dass ich einige Dialogpassagen nochmals nachlesen werde. Vortreffliche Unterhaltung mit unbedingter Leseempfehlung!
„Die Unbußfertigen“ spielt in einer nahen Zukunft. Elina Penner legt hier eine scharfsinnige gesellschaftliche Satire vor. Die Auflösung ist grandios, jedoch leider - wie es wohl auch realistisch ist - nicht nachhaltig. Empfehlenswert für alle, die daran interessiert sind, sich kritisch und satirisch mit Social Media auseinanderzusetzen.
2026_#32 🍑📺
Ich würde dem Buch gerne deutlich mehr Sterne geben, aber dafür hat mir einfach zu viel gefehlt🥲 die Dialoge, die behandelten, hochaktuellen Themen und die darin enthaltene Gesellschaftskritik waren großartig und absolut auf den Punkt! Wenn ich nur das betrachte, 5 Sterne!🙌🏼 Aber die Geschichte war mir an vielen Stellen nicht ausreichend auserzählt. Die politische Situation im Land konnte man sich nach und nach erschließen. Andere Dinge werden jedoch angesprochen, teilweise sogar als Cliffhanger am Ende eines Kapitels angeteasert und dann einfach nie wieder erwähnt. Das fand ich echt schade.

Ein wichtiges, kluges und sehr ehrliches Buch. Aber keines, das man leicht vergisst
Ich habe „Die Unbußfertigen“ gelesen – und ehrlich gesagt fühlt es sich weniger an wie ein Buch, sondern mehr wie ein Spiegel, in den man manchmal viel zu lange schaut. Elina Penner schreibt keine Geschichte, die man einfach konsumiert und wieder weglegt. Sie baut eine Welt, die erschreckend nah an unserer eigenen ist: laut, digital, gnadenlos beobachtend. Eine Welt, in der Frauen sichtbar sind – aber diese Sichtbarkeit einen Preis hat. Und zwar immer. Was mich am meisten getroffen hat, ist nicht die offensichtliche Misogynie. Nicht die Kommentare, nicht die sexualisierte Bewertung, nicht einmal die Härte der Sprache. Sondern die Normalität davon. Wie alltäglich es ist. Wie sehr man sich beim Lesen dabei ertappt, zu denken: Ja, genau so ist es. Die Frauen in diesem Buch bewegen sich in einem Raum, in dem sie gleichzeitig Subjekt und Objekt sind. Sie inszenieren sich, nutzen ihre Stimme, ihren Körper, ihre Reichweite – und genau das wird gegen sie verwendet. Es gibt keinen richtigen Weg, nur verschiedene Arten, falsch zu sein. Zu viel zeigen? Problem. Zu wenig zeigen? Auch ein Problem. Mutter sein? Wird bewertet. Keine perfekte Mutter sein? Wird zerrissen. Und genau da liegt die Wucht dieses Romans: Er zeigt, dass das kein individuelles Scheitern ist. Es ist ein System. Besonders schmerzhaft fand ich die Darstellung von Mutterschaft. Diese unmögliche Erwartung, gleichzeitig fürsorglich, moralisch unangreifbar und dennoch erfolgreich, sichtbar und unabhängig zu sein. Es ist ein Balanceakt, der nicht zu gewinnen ist – und Penner zwingt uns, genau hinzusehen, wie unfair dieses Spielfeld eigentlich ist. Auch die Männerfiguren bleiben nicht eindimensional. Ihre Wut, ihre Einsamkeit, ihre Frustration – all das wird sichtbar gemacht, ohne es zu entschuldigen. Und das macht es fast noch unangenehmer. Denn es zeigt, dass hinter dem Hass oft Leere steht – aber dass diese Leere trotzdem Schaden anrichtet. Was dieses Buch so stark macht, ist, dass es nicht nur „die anderen“ kritisiert. Es kratzt auch an einem selbst. An der eigenen Rolle als Zuschauer:in. Am eigenen Konsum. An der Frage, wie oft man Teil dieses Systems ist, ohne es zu merken. Ich habe mich beim Lesen nicht wohlgefühlt. Und ich glaube, genau das ist der Punkt. „Die Unbußfertigen“ ist kein Buch, das Antworten liefert oder Trost spendet. Es ist ein Buch, das offenlegt. Das wehtut. Das wütend macht. Und das einen mit der unbequemen Erkenntnis zurücklässt, dass sich etwas ändern muss – aber nicht bei den Frauen, sondern bei den Strukturen, die sie formen und beurteilen.
Black Mirror ohne Substanz
Die Unbußfertigen hat einen starken Ansatz, scheitert aber bei Figuren, Tiefe und Glaubwürdigkeit. Der Einstieg ist überzeugend: schnell, zugänglich, spannend – fast wie eine Folge von Black Mirror. Aber darunter fehlt Substanz. Die Charaktere sind das größte Problem: zu viele, klar als Stereotype angelegt. Dadurch wird alles vorhersehbar und plump. Dialoge wirken konstruiert und eindimensional. Figuren kommen zu schnell zu Einsichten, Konflikte lösen sich sauber nacheinander auf. Psychologisch nicht glaubwürdig, weder einzeln noch in der Gruppendynamik. Inhaltlich will der Roman zu viel gleichzeitig: Social Media, Cancel Culture, Feminismus etc. Jede Figur steht für ein Thema, aber nichts wird wirklich durchdrungen. Es bleibt bei kurzen Abschnitten, dann folgt direkt die nächste Perspektive. Unterm Strich: schnell zu lesen, gute Idee aber inhaltlich flach.

Dieses Buch regt definitiv zum Nachdenken an. Es spiegelt die Schattenseiten der sozialen Medien wider: Likes, Follower, Stalking und die Kommerzialisierung von persönlichen Geschichten, selbst auf Kosten von Kindern. Im Mittelpunkt stehen zehn Personen, die eine Einladung zu einer Reality-Show erhalten haben. Alle sind erfolgreiche Influencer mit Geheimnissen und einem Mangel an Gewissensbissen. Der Anfangsteil war etwas verwirrend als die zehn Personen vorgestellt wurden, danach konnte ich der Handlung aber besser folgen.
10 Menschen, die wir so alle aus dem Internet kennen, versammelt an einem Ort um Buße abzulegen. Sie wissen es nur noch nicht, dass sie in einer Realityshow gelandet sind. Der Roman ist etwas in die Zukunft gerichtet, wenn gewisse Politik das Zepter erlangen sollte. Er zeigt ebenfalls die Folgen des Patriarchats auf. Ich finde : Mega Idee. Hab das Buch sehr gerne gelesen. Es sagt sehr viel über unsere Gesellschaft und unser Verhalten im Internet aus, was einen sehr nachdenklich stimmen lässt, wie achtlos man sein kann ohne Rücksicht auf Verluste.
Ein sehr lesenswertes Buch, auch wenn man kein Trash-TV mag! Wer viel Wert auf liebenswerte und sympathische Charaktere legt, wird bei diesem Buch jedoch nicht auf seine Kosten kommen, denn alle Teilnehmer*innen der TV-Show Haimlik haben in irgendeiner Form Dreck am Stecken. Dieses Buch befasst sich mit Social Media und dem Wirken von Influencer*innen. Auch wenn es auf eine Art Satire und überspitzt ist, ist es trotz des leicht dystopisch wirkenden Settings gar nicht so weit weg von der Realität. Brandaktuell gesellschaftspolitische Themen werden in sehr schlagfertigen Dialogen auf den Tisch gebracht. Auf den letztens 50 Seiten hat mich das Buch ein kleines bisschen verloren. Für meinen Geschmack war das Ende nicht ganz rund bzw. zu offen. Es hätten gern noch 20-30 Seiten mehr sein dürfen.

📺 Black Mirror trifft auf 💥 Reality TV Sämtliche Internet Identitäten werden gezwungen sich und ihren Einfluss auf andere Menschen zureflektieren.
✅️spoilerfreier Beitrag - Die "Unbußfertigen" ist ein gesellschaftskritischer Roman mit der Dynamik einer Reality TV Show. - Darum geht's: Zehn Menschen, die das Internet hervor gebracht hat, werden zu einem Event in Mecklenburg eingeladen. Eingeladen sind verschiedene Influenzer bis hinzu unangenehmen Männern in der Kommentarspalte. Motiviert steigen die geladenen Gäste in den Zug. Sie erwarten von ihrem Aufenthalt z.B. eine Auszeit, mehr Reichweite, Anerkennung, Wertschätzung, Sichtbarkeit. Aber die Protagonisten merken schnell, dass dies ein Event wird, welches sie sich so nicht vorgestellt haben. Damit beginnt ein gesellschaftskritisches Echokammerspiel über ein turbulentes Wochenende voller Diskussionen und Interventionen. - Fazit: Ich mochte die Gesellschaftskritik und die verbalen Schlagabtausche der Protagonisten. Die überspitzten Dialoge machen dieses Buch unterhaltsam. Aber ich hätte mir an gewissen Stellen noch etwas mehr Tiefgang gewünscht, einige Plotstränge wurden hier leider nur angerissen aber für mich nicht ausreichend gut ausgearbeitet und beendet. Desweitern hatte ich zu Beginn Mühe in die Geschichte reinzukommen. Das hat sich aber nach einigen Seiten wieder gelegt. Der Schreibstil ist eher umgangssprachlich. Zudem gab es viele Trend-/Jugendwörtern die sich durch das gesamte Buch ziehen. Wer das alles mag und von einem Roman unterhalten werden möchte, ist hiermit gut beraten. Ich persönlich bereue es nicht "Die Unbußfertigen" gelesen zu haben - höchstwahrscheinlich hatte ich einfach eine ganz andere Erwartung an das Buch, die hier leider nicht erfüllt werden konnte.

Eine perfekte Lupe auf die heutige bizarre (Social-Media)Gesellschaft, wenn auch stellenweise etwas verworren
Hasskommentare, ungerechtfertigte schlechte Bewertungen, Content auf Kosten anderer, etc - Kommt uns allen sicherlich bekannt vor, weil wir es alle teilweise täglich erleben. Elina Penner hat dies unter die Brennlupe genommen und einen Roman geschrieben, der all das Schlechte in all seinen Nuancen aufzeigt. Der Inhalt lässt sich schwer zusammenfassen, ohne zu spoilern, aber man lernt zehn Personen kennen, die alle das schlechte verkörpern, was das Internet hervorbringt. Diese zehn werden in einem Herrenhaus eingesperrt und man lernt sie dann durch die jeweiligen Dialoge besser kennen. Es geht vor allem darum, ob sie ihre Taten bereuen. Und da muss ich sagen, definitiv nein. Die Geschichte erzählt es ein wenig anders, aber in meinen Augen hat vielleicht nur ein Drittel wirklich über seine Handlungen nachgedacht und reflektiert. Zumal man nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben erfährt (da ändert auch der Prolog mit einem Jahr später nichts daran). Da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Ebenso beim Blick in das aktuelle Geschehen in Deutschland/Europa. Da wird zwar immer kurz angerissen, dass die Geschichte in einem Deutschland spielt, welches von einer rechtsextremen Partei regiert wird und im politischen und autokratischen Chaos versinkt. Aber man bekommt immer nur Bruchstücke davon, was es schwierig macht, das alles einzuordnen. Dennoch hat das Buch seinen Reiz - wenn man die ersten langatmigen 40 Seiten durch hat. Denn die Gesellschaftskritik ist authentisch, berührt einen auf vielen Ebenen und regt zum nachdenken an. Die Figuren sind allesamt interessant gestaltet, bis auf Max der ein wenig blass blieb. Ich kann mir gut vorstellen, dass man das Buch verfilmt oder als Schullektüre benutzt. Den Diskussionsstoff hat man hier echt viel - über Moral und Doppelmoral und in was für einer Gesellschaft man leben möchte. Mein Fazit: Ein Buch das zum nachdenken anregt, mit ein paar kleinen Schwächen.

Dieses Buch fühlte sich beim Lesen stellenweise wie ein Fiebertraum an. Vieles wirkte auf mich verstörend und durcheinander, teilweise schwer greifbar. Dabei behandelt es ein hochaktuelles und wichtiges Thema: die Macht der sozialen Medien und ihre oft negativen Auswirkungen. Die Beispiele sind anschaulich und zeigen, wie schnell es in problematische Richtungen kippen kann. Die Botschaft ist definitiv relevant und regt zum Nachdenken an. Gerade weil mich das Thema so interessiert, hatte ich mich sehr auf das Buch gefreut – und mir die Umsetzung etwas amüsanter oder zugänglicher vorgestellt. Leider hat es mich insgesamt nicht abgeholt.
Mega gesellschaftskritisch in unserem Lieblingsformat Trash TV verpackt 🍑
Tja… nicht so angenehm wenn man den Spiegel vorgehalten bekommt und eine Aussicht darauf, wie es aussehen kann, wenn alle weiter machen wie bisher. Es ist eine Mega Geschichte zu allem was im Netz rund um Social Media passiert. Selbstdarstellung, ebenso wie die Beeinflussung durch Medien. Beleuchtet werden in Form von verschiedenen Charakteren Themen wie, Misogynie, Rechtsextremität, Stalking, usw. Spannend, wie diese zu ihren jeweiligen Haltungen gekommen sind, aber ebenso erschreckend gezeigt zu bekommen, was das Internet aus uns machen kann. Wirklich gut und als leichte Kost weglesbar, trotz so wichtiger Massage! Empfehlung und Verbleib im Regal!🍑
Interessanter Querschnitt durch Social Media
Fand die Idee klang spannend und erinnerte ja absichtlich an „und dann gab es keines mehr“ von Agatha Christie. Hat sich auch von Anfang an gut gelesen und die Charaktere sind so nah dran am echten Social Media Querschnitt. Wir haben von Fitnessinfluencerin in knappen Oufits über verrentete Wutbürger und Frauenhasser alles dabei. 10 Menschen, alle anders , doch kennt sie jeder. Und sie alle sollten Buße tun und sich bewusst werden was sie für andere Menschen anrichten. Klasse Spiegel unserer Zeit, könnte etwas tiefer noch in die Gründe der Einzelnen eingehen, aber dann wäre es vermutlich doppelt so dick. Also ganz klare Empfehlung.
Die Unbußfertigen greift ein hochaktuelles und eigentlich sehr relevantes Thema auf: das Internet als Bühne für Selbstdarstellung, Grenzüberschreitungen, Hate-Kommentare, Stalking und den unreflektierten Umgang mit Öffentlichkeit auch im Zusammenhang mit Kindern. Die Geschichte ist dabei wie eine Art Reality-Format aufgebaut, was zunächst neugierig macht und dem Roman zu Beginn eine gewisse Spannung verleiht. Auch die geheimnisvolle Atmosphäre am Anfang wirkt vielversprechend und lässt hoffen, dass sich daraus eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den Schattenseiten der digitalen Welt entwickelt. Leider bleibt genau diese Erwartung unerfüllt. Zwar werden viele problematische Phänomene des Internets angerissen, doch sie stehen eher nebeneinander, als dass sie wirklich vertieft oder sinnvoll miteinander verknüpft werden. Die angekündigte Aufklärung bleibt unklar und schwer nachvollziehbar. Statt Erkenntnis oder Denkanstoß bleibt vor allem Verwirrung zurück. Für ein Thema, das eigentlich enormes gesellschaftliches Gewicht hat, wirkt das Buch letztlich erstaunlich flach und unausgereift. Insgesamt konnte mich Die Unbußfertigen daher leider nicht überzeugen.
Unterhaltsam, aber für mich nicht ganz rund
Ich fand das Buch unterhaltsam, kurzweilig und hatte auch durchgehend Lust, weiterzulesen. Ich muss aber sagen, dass ich zum Ende etwas ratlos zurückgeblieben wurde. Eine andere Person hier schrieb, dass es sich nicht ausgereift angefühlt hat, und für mich fühlt es sich ähnlich an. Oder ich habe die Pointe einfach nicht verstanden, das schließe ich nicht aus. Was bei mir immer ein kleines Störgefühl auslöst, ist, wenn ich das Gefühl habe, die Autor:in spricht zu sehr aus einer Figur und das hatte ich hier sehr stark. Die Geschichte ist insgesamt natürlich gewollt ‚drüber‘ (was es ja auch so unterhaltsam macht). Für mich verliert es dann aber einfach ein bisschen an Glaubhaftigkeit. Ich hoffe, man kann meinen Punkt nachvollziehen?
Gesellschaftskritik verpackt in einen witzigen Unterhaltungsroman, der den Zeitgeist auf den Punkt trifft!
Reality TV trifft auf Social-Media-Kultur 10 Internetgrößen mit Ranking-Faktor 10 auf der Haımlık App werden unter Vortäuschung eines exklusiven Wochenendes in ein abgelegenes Herrenhaus eingeladen. Mit dabei eine Mom-Bloggerin, die aus ihrem Familienleben Geld macht, Natasch, die Fitness-Influencerin mit dem heißesten Hintern des Landes (der Pfirsich ist nicht ohne Grund auf dem Cover) und Lady Wisdom, die ihren Ruhm auf schwurbeligen Ratschlägen aufgebaut hat. Die Herren der Schöpfung sind auch vertreten, alle bis auf Marco, Nataschs Freund und Manager, tun sich in den Kommentarspalten durch Frauenhass, rechte Parolen, Belästigung Minderjähriger, Fremdenhass u. ä. hervor. So weit, so gut. Doch mit Ankunft im Herrenhaus geht es ans Eingemachte, es wird kein Luxus-Wellness-Wochenende, sondern Seelenstriptease. Nach und nach verschwindet ein Mitglied dieser illustren Runde nach dem anderen und es wird den noch im Haus Verbleibenden nicht gesagt wohin. Alles wird live übertragen via Haımlık TV und nach ihrem Ausscheiden müssen sich die Hausinsassen dem Publikum stellen. Elina Penner hat mit "Die Unbußfertigen" einen echten Banger geschrieben, witzig und auf den Punkt beschreibt sie die Internetkultur und die Freude daran, andere beim Leben zu beobachten. Doch geht es weit über Unterhaltung hinaus, sie kritisiert auch unsere Gesellschaft und unseren Umgang mit den aus dieser Kultur entstehenden Problemen. Die einen stellen sich öffentlich zur Schau, die anderen kippen ihre schlechten Gefühle ins Netz und ein Großteil hat aufgegeben und schaut voyeuristisch zu. Eine ganz große Leseempfehlung an alle, die viel im Internet unterwegs sind und auch an alle anderen! Es war eines meiner Lese-Highlights 2025 - allein schon, weil die Autorin den Zeitgeist verbal auf den Punkt bringt!
Hat mich absolut abgeholt und übelst gecatcht! Deutschland in der nahen Zukunft: Internet und KI sind allgegenwärtig, die Regierung wechselt alle sechs Monate, es gibt eine Ausgangssperre für Frauen zu deren Schutz, jeder benutzt eine ganz bestimmte App. Zehn Influencer- vom Fuckboi über die Fitnessqueen bis zur Momfluencerin- treffen ganz "Big Brother"-like in einem alten Herrenhaus aufeinander. Jeder der Netzperformer und Content Creatoren hat ein Geheimnis und dieses wird vor der ganzen Nation in bester Reality-TV- Manier gelüftet. Elina Penner hat einen furiosen, beängstigenden, entlarvenden, superspannenden Roman über die Abgründe des nur scheinbar perfekten Social Media-Lifestyles, den mehr oder weniger offenen Frauenhass im Internet und unserer Gesellschaft, über die Ängste und Abgründe der Menschen nach Corona geschrieben. Wut, Angst, Hass, Lügen, Unsicherheit und wie das Internet diese negativen Gefühle in seiner Anonymität aufsaugen und verstärkt wurde noch nie klarer und bissiger in einem Roman beschrieben. Thrash-TV in Buchform mit Tiefgang und einer nachdrücklichen Botschaft.
Da erwische ich tatsächlich auf den letzten Metern in diesem Jahr noch ein unerwartetes Highlight. Erst dachte ich, es wird eine ganz nette Geschichte im Sinne von Agathe Christie und Big brother. Aber weit gefehlt, da wurde tief hinter die Kulissen geschaut und Hintergründe aufgedeckt. Jede/r der Influencer:innen wurde gnadenlos in Frage gestellt. Am besten hat mir tatsächlich die direkte Art von Natasch gefallen. Absolute Lese bzw. Hörempfehlung!
Moral als Show
An sich behandelt Die Unbußfertigen ein wirklich spannendes und gesellschaftlich relevantes Thema. Das Buch regt zum Nachdenken an insbesondere über moralische Grauzonen individuelle Sünden und darüber was gesellschaftlich verurteilt wird obwohl es rechtlich noch nicht strafbar ist. Allein dafür ist es lesenswert. Zu Beginn hatte ich jedoch Schwierigkeiten mir die vielen Charaktere zu merken. Im Verlauf der Geschichte wurde das zwar deutlich besser dennoch blieb es stellenweise etwas unübersichtlich. Besonders Natasha ist mir dabei positiv aufgefallen. Sie war mir sympathisch und eine der Figuren zu denen ich am ehesten einen Zugang gefunden habe. Allerdings wirkten einige Dialoge vor allem ihre Gespräche mit anderen etwas zu konstruiert. Teilweise fühlten sie sich gehetzt an zu dicht gepackt als würde zu viel Inhalt in zu kurzer Zeit abgehandelt. Auch der zeitliche Rahmen der Show wirkte insgesamt sehr komprimiert. Dadurch verloren manche Szenen an Tiefe und wirkten durch ihre Überspitzung stellenweise sogar unfreiwillig lächerlich. Weniger Tempo und mehr Raum hätten der Wirkung gutgetan. Manchmal hatte ich das Gefühl das Buch wollte mehr sein als es am Ende rüber gebracht hat. Weniger angeschnittene Szenen und Dystopische Elemente hätten gut getan. Oder besser und länger erklärt. Trotz dieser Kritikpunkte ist Die Unbußfertigen ein angenehmes Buch für zwischendurch mit einem interessanten Ansatz der zum Nachdenken anregt auch wenn die Umsetzung nicht immer ganz überzeugt.
Trash TV in Smart und witzig- Highlight!
Wenn ich eines liebe, dann ist es gutes Trash TV. Gib mir verschobene Charaktere, absurde Aussagen und moralische Vorstellungen, die irgendwo zwischen „Äh, was?“ und „Das kann doch nicht euer Ernst sein“ schweben – und ich bin glücklich. Genau deshalb hat mich Die Unbußfertigen komplett abgeholt. Dieses Buch ist nämlich wie ein wirklich gelungenes Trash-TV-Format… nur eben mit Hirn, Herz und richtig viel Tiefgang. Der Roman wirft zehn große Figuren der Social-Media-Welt in ein abgelegenes Haus und sagt quasi: „So, jetzt legt mal eure dunkelsten Geheimnisse auf den Tisch – und bitte ernsthaft Buße tun.“ Klingt nach Realityshow? Ist es irgendwie auch. Nur ohne schlecht ausgeleuchtete Interviewräume und dafür mit literarischem Feingefühl und ordentlich Gesellschaftskritik. Die Teilnehmer*innen könnten direkt aus meinem Guilty-Pleasure-Programm stammen: die Fitness-Maus mit toxischem Optimierungswahn, die pseudo-spirituelle Heilerin, die alles mit „Energie“ erklären möchte, der chronisch überforderte Momfluencer, der Hasskommentator mit dem moralischen Kompass eines nassen Toasts und natürlich der charmante Fuckboi, der Frauen für ein bisschen Zuneigung das Geld aus der Tasche zieht. Jeder von ihnen bekommt sein Fett weg – und das mit einer Freude, die fast unanständig macht. Was Die Unbußfertigen aber von echtem Trash unterscheidet: Der Roman ist clever. Wirklich clever. Hinter dem ganzen Drama, den Grenzüberschreitungen und den Liebschaften lauern feministische Botschaften, gesellschaftliche Abgründe und düstere Zukunftsszenarien, die einem erstaunlich oft den Spiegel vorhalten. Die Autorin bohrt mit sichtbarer Lust in den offenen Wunden unserer digitalen Gegenwart und zeigt, wie schmerzhaft es sein kann, wenn man hinter die inszenierten Filterwelten blickt. Zwischen bissigem Humor und scharfem Kommentar stellt sich immer wieder die Frage: Wer von diesen zehn Menschen ist überhaupt bereit, sich zu ändern – und wer bleibt unrettbar unbußfertig? Die Antwort ist manchmal ernüchternd, oft überraschend und immer ziemlich unterhaltsam. Eine klare Empfehlung für alle, die gerne lachen, denken – und ein bisschen schaudern wollen, weil sie sich minimal ertappt fühlen.
Ich habe selten ein Buch gelesen, das so heftig, so gegenwartsnah und gleichzeitig so unterhaltsam war wie „Die Unbußfertigen“ von Elina Penner. Dieser Roman ist ein wilder Ritt durch die Abgründe des Internets, eine bitterböse Satire auf unsere digitale Gesellschaft – und gleichzeitig ein klug komponiertes Kammerspiel über Schuld, Scham und Macht. Zehn Menschen – drei Influencerinnen und sieben Männer aus ihren Kommentarspalten – folgen einer geheimnisvollen Einladung zu einem „Event“ im abgelegenen Herrenhaus. Sie alle verbindet ihre Mitgliedschaft in der App Haımlık, einer Plattform, auf der man seine dunkelsten Geheimnisse teilt, um im Ranking zu steigen. Klingt nach einem typischen Social-Media-Gag – bis klar wird, dass es bitterer Ernst ist. Im Haus angekommen, ist plötzlich alles offline: kein Netz, kein Empfang, keine Filterblase mehr. Statt Likes gibt es Konfrontation – mit sich selbst, mit den anderen und mit den eigenen Sünden. Einer nach dem anderen verschwindet. Und jemand scheint zuzusehen. Ich bin völlig unvorbereitet in dieses Buch gegangen – und genau das war die beste Entscheidung. „Die Unbußfertigen“ liest sich wie eine Mischung aus Big Brother, Black Mirror und einer literarischen Kommentarspalte, in der endlich jemand auf „Antworten“ klickt. Penner konfrontiert uns mit Typen, die wir alle kennen: den Hasskommentator, den Verschwörungsgläubigen, den Incel, den selbstgerechten Moralapostel, aber auch mit Influencerinnen, die sich im Glanz ihrer Follower*innen verlieren. Sie alle wirken überzeichnet – und doch sind sie erschreckend real. Was mir besonders gefallen hat: Elina Penner urteilt nicht platt. Sie zeigt, warum Menschen sich online so verhalten, wie sie es tun – aus Angst, Einsamkeit, Bedürfnis nach Anerkennung. Selbst die Unsympathischen bekommen Tiefe, und genau das macht diesen Roman so spannend und unbequem zugleich. „Die Unbußfertigen“ ist gnadenlos aktuell. Es geht um Sichtbarkeit als Währung, ums Schweigen als Strafe, um Cancel Culture, Voyeurismus, weibliche Selbstinszenierung, digitale Gewalt, Verantwortung – und darum, was passiert, wenn das Netz plötzlich nicht mehr da ist. Elina Penner hält uns einen Spiegel vor, in dem wir uns alle ein bisschen wiederfinden: den Wunsch nach Bestätigung, die Empörungskultur, das schnelle Urteil. Dabei ist ihr Stil messerscharf, ironisch und oft schmerzhaft ehrlich. Ich habe mehrfach laut aufgelacht – und mich im nächsten Moment unwohl gefühlt, weil ich merkte, dass ich selbst Teil dieses Systems bin. Penners Sprache ist schnell, witzig, pointiert – manchmal grell, manchmal sarkastisch, immer klug. Man merkt, dass sie Social Media nicht nur beobachtet, sondern versteht. Die Dialoge knallen wie Tweets, die innere Leere vieler Figuren klingt in jedem Satz mit. Ein paar Stellen wirken vielleicht etwas überladen: Es gibt viele Figuren, viele Themen, und nicht jede bekommt gleich viel Raum. Aber das passt fast schon zum Thema – unsere überforderte, überladene, dauerlaute Gegenwart. „Die Unbußfertigen“ ist ein bitterböses, hochintelligentes Gesellschaftspanorama, das unser digitales Zeitalter seziert wie kaum ein anderes Buch. Es ist unbequem, provokant, erschreckend aktuell – und zugleich verdammt unterhaltsam. Elina Penner schafft es, das Internet literarisch zu übersetzen – mit all seinen Extremen, Narzissmen, Abgründen und Absurditäten. Am Ende bleibt die Frage: Wer ist hier eigentlich schuld? Die Figuren? Die App? Oder wir, die zuschauen? Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, mit offenem Mund, manchmal wütend, manchmal fasziniert – und oft beides gleichzeitig. Ein rasanter, schmerzlich wahrer Roman über unsere digital enthemmte Gesellschaft.

Ein bisschen Truman Show, ein bisschen Big Brother, gemixt mit Gesellschafts- und social media Kritik, trifft auf Menschlichkeit und Verletzlichkeit. Letztendlich mochte ich sie alle nicht besonders und konnte gleichzeitig ein bisschen Sympathie und Verständnis für alle aufbringen. Voyeuristisch lässt Penner die Lesenden in dieser near-future-Dystopie in 10 verschiedene Leben blicken. Sie lädt mit dieser Geschichte zum Nachdenken, zum Schmunzeln und zum vor der eigenen Tür kehren ein. Alles in allem hatte ich mega viel Spaß am flüssig zu lesenden Stil und dem, für mich sehr untypischen, Buch. Raus aus der Komfortzone, rein ins Leseerlebnis. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und wollte ständig mehr über die Protagonisten wissen. Für mich hätte der Blick allerdings noch einen Tick tiefer gehen dürfen. Zudem bin ich über einiges an Jugendsprache und Denglisch gestolpert, was zwar gut zur Story passte, sich für mich aber nicht immer aus dem Kontext erschloss.
Zeitgenössischer geht fast nicht
Hier rechnet wahrscheinlich niemand damit, dass ich einen indirekten Bezug zum Trash TV habe. Ich kenne nämlich jemanden, der nicht unwesentlich an der Produktion diverser Sendungen beteiligt ist und dort eine führende Rolle hat. So bekomme ich manchmal ganz kleine Einblicke hinter die Kulissen eines Formats, welches ich selber nicht aktiv verfolge. Ich bin immer wieder erstaunt, für was sich die Menschen dort zur Verfügung stellen. In diesem Roman bekommen drei Influencerinnen und sieben ihrer Kommentatoren eine geheimnisvolle Einladung von Haimlik TV sich in eine abgelegene Villa einzufinden. Dort verbringen die Menschen, die sich im realen Leben nicht kennen, nun Zeit miteinander. Die Frauen sehen sich einer Art Täter gegenüber, nämlich Männern, die aus unterschiedlichen Gründen etwas auf dem Kerbholz haben. Während der eine hobbymäßig Kritiken schreibt und damit Existenzen zerstört, schüttet der andere seinen Hass auf Frauen munter in die Kommentarspalten. Wir haben den Stalker, der sich auf die Trikots junger Turnerinnen spezialisiert hat und den INCEL der natürlich den Frauen Schuld an seiner Einsamkeit gibt. Es fehlt auch nicht der Rattenfänger, der für die „Partei für Deutsche“ im Internet auf Stimmenfang geht. Aber auch die Frauen sind nicht unbefleckt. Während Jutta mit esoterischen Phrasen Geld verdient und die Naivität anderer Menschen ausnutzt, beutet Anny ihre Kinder aus. Nur Natasch ist schwer einzuordnen, denn die Fitness Influencerin scheint über allem zu stehen. Wir wohnen nun interessanter Konversation bei, die die Protagonisten meist zu zweit miteinander führen. Dabei drehen sich ihre Gespräche eben oft um die Mysogynie der anwesenden Männern und ihre Unfähigkeit, sich ihrer Gefühle bewusst zu werden beziehungsweise Verantwortung für das daraus resultierende Handeln zu übernehmen. Aber auch Anny und Jutta bekommen ihr Fett weg. Ab und an verschwindet mal ein Villenbewohner und den anderen ist nie so ganz klar wohin. Eines ist aber relativ schnell klar, alles wird gefilmt und aufgenommen. Elina Penner hat einen intelligenten Roman geschaffen, der gegenwärtiger nicht sein kann. Besonders für uns, die wir uns auf Social Media bewegen, haben die Themen eine Brisanz, die manchmal an der Grenze des aushaltbaren ist. Man möchte jubeln, wenn die Kerle in die Mangel genommen werden, ist sich aber schnell bewusst, dass die Komplexität des Miteinanders irgendwo auch Ursachen hat, die uns hier nicht vorenthalten werden. Ich hatte schon die ganze Zeit ein Gefühl in welche Richtung, der Plot sich bewegt, doch der Twist am Ende hat mich trotzdem überraschen können. Penner hat die Epidemie der fehlenden Streitkultur sehr plakativ und trotzdem spannend zu einem in unsere Zeit passenden Plot eingearbeitet. Das ist sehr klug und dass sie uns an den Text fesselt ist ihrer Idee zu verdanken, die anonyme Konflikt(un)fähigkeit nun offen zu legen und die entsprechenden Protagonisten in eine unangenehme Lage zu bringen. Das kitzelt unsere Freude am Voyeurismus sehr. Zum Ende hin wurde es ein bisschen zu rasant und ich musste manche Zeilen zweimal lesen, um sie richtig zu verstehen. Ein wirklich besonderes Lesevergnügen, das weniger Humor beinhaltet, als man meint, dafür aber mit glasklarer Gesellschaftskritik punktet. @endemol und Co. sollten sich gut überlegen, ob man die Idee nicht wirklich mal in die Realität umsetzt. Ich empfehle das Buch allen dir eine Freude am Reality TV literarisch ausleben möchten und sich in die Gespräche rund um Feminismus, Klassismus, Nationalismus reinknieen wollen.
Manchmal frage ich mich, ob es nicht eigentlich viel, viel mehr Beiträge auf Social Media über diesen großartigen Banger „Die Unbußfertigen“ von Elina Penner gibt – Social Media sie mir aber einfach nicht zeigt, weil es sich zwischen Penners Zeilen ertappt fühlt. Denn was ist das bitte für ein grandioses Stück Literatur? Was für eine auf den Punkt gebrachte, pointierte und – das meine ich in diesem Fall wörtlich – exakt dargestellte Spiegelung unserer Gesellschaft, dass dieses Buch in einer rasenden Achterbahnfahrt zwischen unfassbar guter Unterhaltung und unangenehmen Bauchschmerzen hin- und herschwenkt? Elina Penner hat nicht nur ein Buch über den aberwitzigen Umgang mit Social Media geschrieben, gefangen zwischen Hasskommentaren, F*ckboys und Influencer:innen, die abwechselnd sich selbst oder ihre Kinder in die Kamera halten oder anderes, fast schon an Manie Grenzendes kreieren, nur um Inhalte zu posten und dann mal „jetzt endlich das Handy wegzulegen“ – Social Detox nennt man das wohl –, um wenige Stunden später wieder eine Story hochzuladen. Nein, sie hat ein Buch über unsere Gesellschaft geschrieben. Oder vielmehr über das, worauf wir unwiderruflich zusteuern, wenn wir so weitermachen wie bisher: Rechtsruck, Frauenhass, KI, die kaum noch von Wirklichkeit zu unterscheiden ist… Moment – ist das jetzt eigentlich Zukunft, Dystopie oder schon unsere Realität? In „Die Unbußfertigen“ verschwimmt alles miteinander. Aber worum geht’s eigentlich? Zehn Menschen, die das Netz hervorgebracht hat, folgen einer Einladung zu einem Exklusivevent in ein abgelegenes Herrenhaus. Als sie ankommen, ist dort jedoch niemand. Nur eine Stimme, die ihre tiefsten Geheimnisse ans Licht bringt. Gefangen an einem Ort, von dem sie nicht fliehen können, verschwindet einer nach dem anderen – und die Verbliebenen müssen sich fragen, was hier überhaupt noch echt ist und vor allem: Wer ihnen zusieht. Ich weiß nicht, wohin ich zuerst applaudieren will: Penners großartigem Plot oder ihren phänomenalen Charakteren in dieser abgefahrenen Reality-TV-Satire (oder ist es noch Satire, wenn es genauso im Fernsehen laufen könnte?). Alle Charaktere sind so angelegt, dass man sie erst einmal eher unsympathisch findet – wie im echten Reality-TV. Und trotzdem finden Penners Leser:innen ihre Lieblingsfiguren. So auch ich. Alles andere ist grandiose Selbstdarstellung, zunächst wenig Reflexion und gnadenlose Unterhaltung, aber mit genauso viel – wie bereits erwähnt – unangenehmen Bauchschmerzen und Voyeurismus. Denn auch als Leser:in fühlt man sich ein bisschen bloßgestellt. Sicher hinter den Buchdeckeln, aber doch ertappt, vor allem wenn man selbst in einer Social-Media-Blase lebt und der Kommentar „Das Buch habe ich wegen dir gekauft – und ich habe es geliebt“ sich wie eine Love Language anfühlt. Zum Glück gibt es auch gute Seiten im Social-Media-Dschungel. Doch Penner legt mit ihrem ausgezeichneten Buch „Die Unbußfertigen“ den Finger in die sprichwörtliche Wunde und macht den alltäglichen Wahnsinn sichtbar. Dieses Mal sogar zwischen Buchdeckeln gepresst. „Reality TV trifft Endzeit“ steht hinten auf dem Buch. Besser hätte man es wohl nicht ausdrücken können. Unbedingt lesen!

Die Geschichte startet mit einer Reality-TV-Reunion, bei der 10 Menschen vorgestellt werden, die 1 Jahr zuvor über eine App unwissentlich für eine Show gecastet worden sind, bei der die ganze Welt live zusehen konnte. Alle 10 Charaktere hatten online Schuld auf sich geladen, aber eine Schuld, die nicht juristisch sondern lediglich moralisch relevant ist. So hat Sergej zum Beispiel unzählige Hasskommentare gegen Frauen in den sozialen Medien geschrieben, Justin ist ein "Love-Scammer", Jutta hat mit ihrem alternativen Heilerinnen-Content schwerkranke Menschen dazu gebracht ihre lebensnotwendigen medizinischen Behandlungen abzubrechen und Anny hat ihre Kinder für Internercontent benutzt, usw. Die 10 Menschen sind ein Wochenende ohne jeden Kontakt zur Außenwelt auf sich allein gestellt und geraten dadurch in die Situation einander ihre Geschichten zu erzählen und Verfehlungen zu beichten. Nach und nach verschwinden die Charaktere aus dem Format und die Verbleibenden wissen nicht, was mit ihnen geschehen ist - bis zum Schluss nur noch 1 Kandidat*in übrig ist. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, vor allem, weil die Charaktere wirklich spannend waren. Der Roman spielt in der vermutlich nicht allzufernen Zukunft (eine Jahreszahl erfahren wir nicht) und die Autorin extrapoliert gekonnt die heutige Realität (vor allem die Themen Social Media, Reality-TV und KI, aber auch die sich daraus ergebenden juristischen Fallstricke) in die Zukunft. Einen Punkt Abzug gab es für den Mittelteil, der streckenweise etwas langatmig war. Ansonsten: sehr zeitgeistige, und vor allem zeitkritische spannende Lektüre, die ich gerne empfehle.
Zwischen Trash TV und Influencer-Wahn
Das Hörbuch hat mich von der ersten Minute an auf einen unvergleichlich witzigen als auch erschreckenden Trip mitgenommen. Mir wurde auf ungeschönte aber gut verpackte Art und Weise aufgezeigt was mit unserer social Media Welt schief läuft und wie viel schlimmer es noch werden könnte. Dieses Buch ist voller Sozialkritik ohne schwer zu werden. Absolute Empfehlung für alle die gerne den Spiegel vorgehalten bekommen, wichtig finden dass über Missstände geschrieben und gesprochen wird und bei all dem trotzdem nie ihren (Galgen)Humor verlieren.
Irgendwie spannend, irgendwie interessant
Nachdem ich sehr viel Begeisterung für dieses Buch mitbekommen habe, war ich sehr neugierig. Es ist nicht schlecht, es hat mich aber auch nicht komplett überzeugt. Teilweise waren Situationen, Vergehen und dergleichen nicht so gut nachvollziehbar. Das Ende war überraschend, aber da hat mir so ein Quentchen gefehlt. Der Epilog war wieder gut geschrieben und so war es unterm Strich doch gut. Die Sprecherin hat eine angenehme Stimme und Art vorzulesen. Das hat mir sehr gut gefallen.
Very entertaining!
Das Buch hat super viel Spaß gemacht. Das Setting einer Reality TV Show fand ich sehr innovativ und habe ich so noch nicht gelesen. Die Mischung der zehn Charaktere war auch sehr cool. Für 5 ⭐️ hat mir allerdings die Pointe irgendwie gefehlt. Kann das Buch aber jedem empfehlen, der Lust auf einen schnellen und lustigen Read mit gesellschaftlichen Themen hat.
Viel erwartet, wenig bekommen: zu wenig Spannung, zu wenig Spaß.
Gekauft habe ich das Buch, weil mich das Realityshow-Thema total angesprochen hat. Und das Cover fand ich auch mega. Es geht um zehn Leute, teilweise bekannt aus Social Media, teilweise kennt man sie eher aus deren Kommentarspalten (Stichwort: Hater). Sie alle kommen in ein abgelegenes Herrenhaus und nach und nach verschwindet einer nach dem anderen. Klingt eigentlich richtig spannend, oder? Nun ja. In Wirklichkeit war es das für mich leider nicht so. Ich habe einfach etwas ganz anderes erwartet. Es war nicht so unterhaltsam wie erhofft, nicht so spannend und auch nicht so rätselhaft, wie ich gedacht hatte. Und wo wir dabei sind: auch nicht amüsant genug. Die Story ist in zwei Teile gegliedert. In Teil 1 war das alles noch ganz gut so, wie es aufgebaut wurde. Aber in Teil 2 ging mir dann vieles zu schnell. Ich finde, man hat sich für einige Entwicklungen zu wenig Zeit gelassen. Die Charaktere klangen von der Kurzbeschreibung her interessant, wurden im Buch selbst aber größtenteils nicht gut genug ausgearbeitet. An vielen Stellen wirkte die Story für mich nicht auserzählt. Ein paar Sätze – und zack – war die erste Person schon weg. Und ich dachte nur: Das war’s jetzt? Das fühlte sich irgendwie unbefriedigend an. Als ich noch etwa 100 Seiten vor mir hatte, wollte ich das Buch am liebsten zur Seite legen. Aber ich dachte mir, das schaffe ich jetzt auch noch.🙈😄 Den satirischen und gesellschaftlichen Punkt dahinter erkenne ich durchaus. Trotzdem war das Buch für mich eher mäßig. Und eine Kleinigkeit hat mich wirklich genervt: Gedanken wurden immer in Anführungszeichen gesetzt. Teilweise dachte ich dadurch kurz, etwas sei laut gesagt worden, obwohl es nur ein Gedanke war. Fazit: Hm, nein. Das wird wohl auf meinem Stapel zum Weitergeben landen. Und nur weil ich gut drauf bin, gebe ich 2,5/5 ⭐️

Die Unbußfertigen greift ein Thema auf, das in unserer Zeit allgegenwärtig ist: die digital geschaffenen Identitäten, die Bewertungs- und Kommentar-Flut, das ständige Performen im Netz. Zwar ist das nicht neu, aber der Roman setzt es frisch und clever um – mit Influencern, Restauranttestern und all den Figuren, die wir täglich online beobachten, ohne sie wirklich zu kennen. Was mir besonders gefallen hat: Man bekommt einen Blick hinter die glänzenden Fassaden. Hinter jedem Profil steckt ein Mensch, hinter jeder Bewertung eine Motivation, hinter jeder perfekt inszenierten Selbstdarstellung ein Riss. Die Figuren stehen exemplarisch für eine Gesellschaft voller Selbstoptimierung und Oberflächenperfektion – oft mehr Schein als Sein. Trotzdem hätte die Geschichte für mich gerne noch tiefer gehen dürfen. Der psychologische Aspekt bleibt zwar erkennbar, kratzt aber eher an der Oberfläche. Ich hätte mir mehr Intensität und mehr Eindringen in die inneren Abgründe gewünscht – weniger die glatte Darstellung, mehr das Unangenehme, das Unausgesprochene. Man spürt das Potenzial, das Buch hätte an manchen Stellen noch dunkler, analytischer und emotional packender sein können. Insgesamt aber bleibt Die Unbußfertigen ein treffender und gut erzählter Kommentar zur digitalen Selbstdarstellung – unterhaltsam, pointiert und zeitgeistig. Ein Buch, das man gern liest und das nachhallt, auch wenn es nicht jede psychologische Tiefe voll ausschöpft.

Zehn Menschen ziehen vorübergehend in ein abgelegenes Herrenhaus ein, sie alle sind Nutzer*innen der App Haɪmlɪk, in der sie durch das Teilen Ihrer intimsten Geheimnisse bis zu Rank 10 aufgestiegen sind. Worauf sie sich einlassen, wird ihnen erst klar, als sie in der Villa ankommen: Kein Handyempfang, Kameraüberwachung und eine verstellte Stimme, die ihre Geheimnisse den anderen Teilnehmenden und Zuschauer*innen offenbart - und zur Buße aufruft, denn nur so können sie entkommen. Die zehn Figuren, die Elina Penner in ihrem neuen Roman "Die Unbußfertigen" entwirft, spiegeln verschiedene Internet-Phänomene unserer Zeit wieder: Vom Ausstellen der eigenen Kinder auf Social Media über (tödliche) esoterische Heilmethoden, Stalking und Rechtsextremismus bis hin zu Pädophilie ist alles dabei. Die sieben männlichen Teilnehmer eint vor allem ihr Hass auf Frauen, der sich mal mehr, mal weniger offensichtlich zeigt. Durch Gespräche miteinander bereuen tatsächlich viele der Protagonist*innen ihre Taten - doch bleibt unklar, ob diese Reue von Dauer ist. Elina Penner erzählt die Geschichte, die an eine Mischung aus Big Brother und Internet-Dystopie erinnert, aus der Perspektive aller zehn Bewohner*innen des Herrenhauses, was am Anfang - auch thematisch - etwas überladen wirkt, letztlich aber genial unterhält und unserer Gesellschaft den Spiegel vorhält. Ich fand das Buch einerseits sehr, sehr lustig, andererseits bin ich aber auch immer wieder darüber erschrocken, wie realistisch das Szenario erscheint und wie tief Elina Penner den Finger in die gesellschaftliche Social-Media-Wunde legt. Für mich ist "Die Unbußfertigen" ein Must Read!

„Die Unbußfertigen“ von Elina Penner Verlag: Aufbau Audio Dauer: 9 Stunden 39 Minuten Ein hochaktueller Roman, der direkt ins Herz unserer digitalen Gegenwart trifft. Elina Penner nimmt uns mit in eine Welt aus Social Media, in der Aufmerksamkeit und Reichweite über Zugehörigkeit und Bedeutung entscheiden und in der die gnadenlose Ausbeutung von Kindern, von „Opfern“, von allem, was sich online verwerten lässt, längst Alltag geworden ist. Es geht um Glaubwürdigkeit, um die Frage, wer überhaupt Opfer sein darf, und darum, wie schnell Menschen verurteilt, benutzt und fallengelassen werden. Hasskommentare, Frauenfeindlichkeit, Sexismus, all das wird nicht nur angedeutet. Gleichzeitig legt der Roman die Schuld der Verantwortlichen offen: Macht, Geld, Einsamkeit, Hass, Verletzung. Was treibt Menschen an, andere bloßzustellen, auszunutzen, ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen, Existenzen zu zerstören, Menschen zu manipulieren und jede Verantwortung abzustreifen? Wo liegt der Punkt, an dem Schuld und Sühne aufeinandertreffen und wer ist überhaupt bereit zu bereuen? Zehn Menschen, die das Netz hervorgebracht hat, Restaurantbewerter, Influencerinnen, Wahrsagerinnen, Kommentatoren, stille Beobachter und lauernde Stalker folgen einer Einladung von Haimlik. Ohne Handyempfang, ohne Zeitgefühl, landen sie in einem abgelegenen Herrenhaus, in dem niemand die Zeit erkennt und niemand versteht, warum man dort ist. Anfangs wirkt alles wie ein Krimi, doch nach und nach wird deutlich: Sie sind Teil einer Realityshow. Kameras werden entdeckt. Aber wer darf gehen? Wer muss bleiben? Und was bedeutet Reue, wenn die dunkelsten Geheimnisse plötzlich ausgerechnet von jener Plattform gegen einen verwendet werden, der man sie anvertraut hat? Für mich ist das Hörbuch ein unglaublich interessantes, zeitgenössisches Erlebnis. Satirisch, humorvoll und doch bitter ernst führt uns Penner vor Augen, wie real diese Abgründe des Internets sind. Manche Begriffe waren mir nicht geläufig, zu sehr der Jugend und dem Social-Media-Slang geschuldet, aber das tat dem Sog der Geschichte keinen Abbruch. Die Sprecherin Jana Kozewa hat mich sofort abgeholt und durch diese rauschhafte und zugleich brillante Erzählung getragen. Ein einzigartiger Roman im Netz unserer Zeit und ein Hörbuch, das mir lange zu denken gibt.
20/2026 Nette Unterhaltung, aber ich fand es nicht so relevant, wie es viele gerne hätten.
Ja, ist ja immer schön soziale Medien zu kritisieren und ein Augenmerk darauf zu richten, was es mit einem machen kann... Aber verändert "Big Brother" für Influenzer etwas? Wohl kaum. Das ist traurig, aber leider so. Für mich war dieses Buch eher nette Unterhaltung, aber nicht so relevant wie es viele gerne hätten. Vielleicht einfach mal an Löwenzahn denken und es machen wie Peter Lustig... abschalten 😜 Audiobook

Kann ein Reality TV Format die Welt verändern?
Elina Penner hat das mit ihrem Roman Die Unbußfertigen einfach mal versucht. Und zwar in einer turbulenten, stark zugespitzten Gesellschaftskritik für die sensationsgeile Massengesellschaft des 21. Jahrhunderts. Alles natürlich in mundgerechten Happen, denn lange ist die Aufmerksamkeitsspanne in Zeiten von Instagram und Tiktok leider nicht 😉 So fühlt sich dieses Buch zumindest an. Durch eine handvoll Kandidaten einer fiktiven Reality TV Sendung werden in unterhaltsamen Dialogen alle gängigen Phänomene und Problematiken des Patriarchats angeschnitten und mit schnippischen Catchphrases oder smarten Wortgefechten entlarvt. Gespickt ist das ganze mit so einigen Anspielungen auf Pop Culture Moments und Songs aus den 90er und 2000er Jahren. (Da geht meiner Generation natürlich das 💖 auf) Ihr seht das Buch hat sehr viel Unterhaltungspotenzial - und unterhalten tut es absolut. Dennoch ist bei mir schnell der Eindruck entstanden, dass die Autorin sehr viel sagen oder erreichen wollte, aber es durch die Fülle der Kandidaten nicht ganz geschafft hat, in die Tiefe der Konflikte zu gehen. Auch gängige Reality oder Game-Show Mechaniken hätten mehr genutzt werden können um noch mehr Dramatik und vor allem auch spaßige "Reality TV Momente" zu erzeugen. Vielleicht hätte die Autorin nochmal 100 Seiten mehr in Kauf nehmen sollen, um dem spannenden Konzept noch etwas mehr Raum zu geben. (Durch die Dialogform die sehr viele Absätze hervorruft, fliegt man ohnehin sehr schnell durch die Seiten.) Insgesamt eine kurzweilige Lektüre für zwischendurch, welche so manchen Mann vllt zu denken gibt - who knows 😉
Characteristics
2 reviews
Mood
Protagonist(s)
Pace
Writing Style
Description
Das Netz als Echokammer, die Sichtbarkeit als Währung, das Schweigen als Strafe.
Zehn Menschen, wie sie das Netz hervorgebracht hat, folgen einer Einladung in ein abgelegenes Herrenhaus. Ein Event? Auf jeden Fall, nur ohne Empfang. Darunter eine Mutter, die ihre Kinder zur Marke gemacht hat. Eine Busfahrerin zwischen Heilstein und Hassrede. Eine Influencerin mit dem berühmtesten Arsch des Landes. Drei Frauen mit Followerzahlen wie Aktienkurse. Sieben Männer im Kommentarbereich. Doch plötzlich ist alles real. Offline. Immer mehr von ihnen verschwinden. Und jemand sieht zu.
»Ein Roman wie eine Kommentarspalte: gnadenlos, laut und schwer wegzulegen." Kathrin Weßling
»Zehn Menschen, die das Internet hervorgebracht hat: Elina Penner bringt sie an ihre Grenzen. Und uns alle gleich mit. Ein Roman wie ein digitaler Autounfall, der nachhallt.« MdB Ricarda Lang
»Elina Penner ist die neue Capote. Lässig kreiert sie eine rauschhafte Erzählung, deren Protagonisten an den Absurditäten unserer egozentrischen Gesellschaft zerbrechen.« Ninia LaGrande
»Elina Penner, die Stimme unserer überforderten Frauen-Generation, hält uns lachend den Spiegel vors Gesicht, bringt uns zum Heulen und zum Verstehen. Das kann nur sie so gut.« Caroline Rosales
»Das Internet ist endlich kein Neuland mehr: Denn Elina Penner hat es verstanden und auch die Menschen, die darin herumgeistern. Und sie erklärt es uns in rasantem Tempo und mit einzigartigem Humor.« Dana Vowinckel
Book Information
Author Description
Elina Penner, 1987 noch gerade so als Sowjet-Bürgerin geboren, erklärt seit über 30 Jahren, wieso sie mennonitisch-plautdietsche Deutsche und nicht Russin ist. Dank ihres 2022 erschienenen Debütromans »Nachtbeeren« wird das mit dem Erklären weniger. Da sie Gegensätzliches liebt, hat sie sowohl in Bayern als auch in Berlin studiert. Sie lebt seit Jahren wieder in der ostwestfälischen Heimat, von wo aus sie das Online-Magazin »Hauptstadtmutti« betreibt. Texte von ihr erschienen bei Der Spiegel, Vogue, 11 Freunde.Im Aufbau Verlag liegen ebenfalls von ihr »Migrantenmutti« und »Die Unbußfertigen« vor.
Posts
Es gibt eine App , die Haimlik App, die ein Ranking hat, um die Nutzer auf Platz 1-10 zu einer VIP- Veranstaltung einzuladen. Platz 1-10 sind 7 Männer und 3 Frauen. Alle sind Sozial- Media- Größen und in ihrem Betätigungsfeld sehr erfolgreich. Sie werden zu einem Wochenende in einem Herrenhaus eingeladen und versprechen sich Luxus. Alles kommt ganz anders- wie im Trash- TV wird alles rund um die Uhr gefilmt, von einem Publikum bewertet und kommentiert. Nichts bleibt privat oder geheim. Allen wird ein Spiegel ( auch uns Leserinnen und Lesern) vorgehalten und satirisch überspitzt dargestellt. Alles was auf Social Media Plattformen gezeigt, verbreitet, kommentiert wird ( in jeglicher Form &Weise) wird widergespiegelt.
Tolle überspitzte Dialoge, die gerne hätten noch tiefer gehen können. Das Buch ist unterhaltsam und witzig und gar nicht langweilig.
Erstklassige Satire zu Social Media
10 Nutzer (3 Frauen/7 Männer) der Haimlik-App landen auf einem Ranking ganz oben und bekommen eine VIP – Einladung, der sie nur zu gerne folgen, ohne zu wissen, was sie erwartet. Alle sind auf unterschiedliche Weise zu Social Media – Stars geworden und haben auf dem Weg dorthin Schuld auf sich geladen, nicht strafrechtlich verfolgbar, aber durch verwerfliche Vorgehensweisen oder Überzeugungen, durch die andere Menschen zu Schaden kamen. Nun sind alle zusammen in einem völlig abgeschiedenen Herrenhaus eingesperrt, ohne Internet, werden dabei gefilmt und durch provokante Gespräche miteinander, kommen nach und nach ihre jeweils schuldbehafteten hochaktuellen Themen auf den Tisch (seien es Eltern, die ihre Kinder filterlos für Social Media -Zwecke missbrauchen, sei es die Verbreitung von rechtem Gedankengut und mehr, sei es…- ich möchte nicht spoilern). Gnadenlose Dialoge, dabei ein temporeicher, scharfzüngiger und -sichtiger Schreibstil, das ist dermaßen gut auf den Punkt gebrachte Gesellschaftskritik, die uns Lesern die Augen öffnet und zugleich herrlich unterhält, dass ich einige Dialogpassagen nochmals nachlesen werde. Vortreffliche Unterhaltung mit unbedingter Leseempfehlung!
„Die Unbußfertigen“ spielt in einer nahen Zukunft. Elina Penner legt hier eine scharfsinnige gesellschaftliche Satire vor. Die Auflösung ist grandios, jedoch leider - wie es wohl auch realistisch ist - nicht nachhaltig. Empfehlenswert für alle, die daran interessiert sind, sich kritisch und satirisch mit Social Media auseinanderzusetzen.
2026_#32 🍑📺
Ich würde dem Buch gerne deutlich mehr Sterne geben, aber dafür hat mir einfach zu viel gefehlt🥲 die Dialoge, die behandelten, hochaktuellen Themen und die darin enthaltene Gesellschaftskritik waren großartig und absolut auf den Punkt! Wenn ich nur das betrachte, 5 Sterne!🙌🏼 Aber die Geschichte war mir an vielen Stellen nicht ausreichend auserzählt. Die politische Situation im Land konnte man sich nach und nach erschließen. Andere Dinge werden jedoch angesprochen, teilweise sogar als Cliffhanger am Ende eines Kapitels angeteasert und dann einfach nie wieder erwähnt. Das fand ich echt schade.

Ein wichtiges, kluges und sehr ehrliches Buch. Aber keines, das man leicht vergisst
Ich habe „Die Unbußfertigen“ gelesen – und ehrlich gesagt fühlt es sich weniger an wie ein Buch, sondern mehr wie ein Spiegel, in den man manchmal viel zu lange schaut. Elina Penner schreibt keine Geschichte, die man einfach konsumiert und wieder weglegt. Sie baut eine Welt, die erschreckend nah an unserer eigenen ist: laut, digital, gnadenlos beobachtend. Eine Welt, in der Frauen sichtbar sind – aber diese Sichtbarkeit einen Preis hat. Und zwar immer. Was mich am meisten getroffen hat, ist nicht die offensichtliche Misogynie. Nicht die Kommentare, nicht die sexualisierte Bewertung, nicht einmal die Härte der Sprache. Sondern die Normalität davon. Wie alltäglich es ist. Wie sehr man sich beim Lesen dabei ertappt, zu denken: Ja, genau so ist es. Die Frauen in diesem Buch bewegen sich in einem Raum, in dem sie gleichzeitig Subjekt und Objekt sind. Sie inszenieren sich, nutzen ihre Stimme, ihren Körper, ihre Reichweite – und genau das wird gegen sie verwendet. Es gibt keinen richtigen Weg, nur verschiedene Arten, falsch zu sein. Zu viel zeigen? Problem. Zu wenig zeigen? Auch ein Problem. Mutter sein? Wird bewertet. Keine perfekte Mutter sein? Wird zerrissen. Und genau da liegt die Wucht dieses Romans: Er zeigt, dass das kein individuelles Scheitern ist. Es ist ein System. Besonders schmerzhaft fand ich die Darstellung von Mutterschaft. Diese unmögliche Erwartung, gleichzeitig fürsorglich, moralisch unangreifbar und dennoch erfolgreich, sichtbar und unabhängig zu sein. Es ist ein Balanceakt, der nicht zu gewinnen ist – und Penner zwingt uns, genau hinzusehen, wie unfair dieses Spielfeld eigentlich ist. Auch die Männerfiguren bleiben nicht eindimensional. Ihre Wut, ihre Einsamkeit, ihre Frustration – all das wird sichtbar gemacht, ohne es zu entschuldigen. Und das macht es fast noch unangenehmer. Denn es zeigt, dass hinter dem Hass oft Leere steht – aber dass diese Leere trotzdem Schaden anrichtet. Was dieses Buch so stark macht, ist, dass es nicht nur „die anderen“ kritisiert. Es kratzt auch an einem selbst. An der eigenen Rolle als Zuschauer:in. Am eigenen Konsum. An der Frage, wie oft man Teil dieses Systems ist, ohne es zu merken. Ich habe mich beim Lesen nicht wohlgefühlt. Und ich glaube, genau das ist der Punkt. „Die Unbußfertigen“ ist kein Buch, das Antworten liefert oder Trost spendet. Es ist ein Buch, das offenlegt. Das wehtut. Das wütend macht. Und das einen mit der unbequemen Erkenntnis zurücklässt, dass sich etwas ändern muss – aber nicht bei den Frauen, sondern bei den Strukturen, die sie formen und beurteilen.
Black Mirror ohne Substanz
Die Unbußfertigen hat einen starken Ansatz, scheitert aber bei Figuren, Tiefe und Glaubwürdigkeit. Der Einstieg ist überzeugend: schnell, zugänglich, spannend – fast wie eine Folge von Black Mirror. Aber darunter fehlt Substanz. Die Charaktere sind das größte Problem: zu viele, klar als Stereotype angelegt. Dadurch wird alles vorhersehbar und plump. Dialoge wirken konstruiert und eindimensional. Figuren kommen zu schnell zu Einsichten, Konflikte lösen sich sauber nacheinander auf. Psychologisch nicht glaubwürdig, weder einzeln noch in der Gruppendynamik. Inhaltlich will der Roman zu viel gleichzeitig: Social Media, Cancel Culture, Feminismus etc. Jede Figur steht für ein Thema, aber nichts wird wirklich durchdrungen. Es bleibt bei kurzen Abschnitten, dann folgt direkt die nächste Perspektive. Unterm Strich: schnell zu lesen, gute Idee aber inhaltlich flach.

Dieses Buch regt definitiv zum Nachdenken an. Es spiegelt die Schattenseiten der sozialen Medien wider: Likes, Follower, Stalking und die Kommerzialisierung von persönlichen Geschichten, selbst auf Kosten von Kindern. Im Mittelpunkt stehen zehn Personen, die eine Einladung zu einer Reality-Show erhalten haben. Alle sind erfolgreiche Influencer mit Geheimnissen und einem Mangel an Gewissensbissen. Der Anfangsteil war etwas verwirrend als die zehn Personen vorgestellt wurden, danach konnte ich der Handlung aber besser folgen.
10 Menschen, die wir so alle aus dem Internet kennen, versammelt an einem Ort um Buße abzulegen. Sie wissen es nur noch nicht, dass sie in einer Realityshow gelandet sind. Der Roman ist etwas in die Zukunft gerichtet, wenn gewisse Politik das Zepter erlangen sollte. Er zeigt ebenfalls die Folgen des Patriarchats auf. Ich finde : Mega Idee. Hab das Buch sehr gerne gelesen. Es sagt sehr viel über unsere Gesellschaft und unser Verhalten im Internet aus, was einen sehr nachdenklich stimmen lässt, wie achtlos man sein kann ohne Rücksicht auf Verluste.
Ein sehr lesenswertes Buch, auch wenn man kein Trash-TV mag! Wer viel Wert auf liebenswerte und sympathische Charaktere legt, wird bei diesem Buch jedoch nicht auf seine Kosten kommen, denn alle Teilnehmer*innen der TV-Show Haimlik haben in irgendeiner Form Dreck am Stecken. Dieses Buch befasst sich mit Social Media und dem Wirken von Influencer*innen. Auch wenn es auf eine Art Satire und überspitzt ist, ist es trotz des leicht dystopisch wirkenden Settings gar nicht so weit weg von der Realität. Brandaktuell gesellschaftspolitische Themen werden in sehr schlagfertigen Dialogen auf den Tisch gebracht. Auf den letztens 50 Seiten hat mich das Buch ein kleines bisschen verloren. Für meinen Geschmack war das Ende nicht ganz rund bzw. zu offen. Es hätten gern noch 20-30 Seiten mehr sein dürfen.

📺 Black Mirror trifft auf 💥 Reality TV Sämtliche Internet Identitäten werden gezwungen sich und ihren Einfluss auf andere Menschen zureflektieren.
✅️spoilerfreier Beitrag - Die "Unbußfertigen" ist ein gesellschaftskritischer Roman mit der Dynamik einer Reality TV Show. - Darum geht's: Zehn Menschen, die das Internet hervor gebracht hat, werden zu einem Event in Mecklenburg eingeladen. Eingeladen sind verschiedene Influenzer bis hinzu unangenehmen Männern in der Kommentarspalte. Motiviert steigen die geladenen Gäste in den Zug. Sie erwarten von ihrem Aufenthalt z.B. eine Auszeit, mehr Reichweite, Anerkennung, Wertschätzung, Sichtbarkeit. Aber die Protagonisten merken schnell, dass dies ein Event wird, welches sie sich so nicht vorgestellt haben. Damit beginnt ein gesellschaftskritisches Echokammerspiel über ein turbulentes Wochenende voller Diskussionen und Interventionen. - Fazit: Ich mochte die Gesellschaftskritik und die verbalen Schlagabtausche der Protagonisten. Die überspitzten Dialoge machen dieses Buch unterhaltsam. Aber ich hätte mir an gewissen Stellen noch etwas mehr Tiefgang gewünscht, einige Plotstränge wurden hier leider nur angerissen aber für mich nicht ausreichend gut ausgearbeitet und beendet. Desweitern hatte ich zu Beginn Mühe in die Geschichte reinzukommen. Das hat sich aber nach einigen Seiten wieder gelegt. Der Schreibstil ist eher umgangssprachlich. Zudem gab es viele Trend-/Jugendwörtern die sich durch das gesamte Buch ziehen. Wer das alles mag und von einem Roman unterhalten werden möchte, ist hiermit gut beraten. Ich persönlich bereue es nicht "Die Unbußfertigen" gelesen zu haben - höchstwahrscheinlich hatte ich einfach eine ganz andere Erwartung an das Buch, die hier leider nicht erfüllt werden konnte.

Eine perfekte Lupe auf die heutige bizarre (Social-Media)Gesellschaft, wenn auch stellenweise etwas verworren
Hasskommentare, ungerechtfertigte schlechte Bewertungen, Content auf Kosten anderer, etc - Kommt uns allen sicherlich bekannt vor, weil wir es alle teilweise täglich erleben. Elina Penner hat dies unter die Brennlupe genommen und einen Roman geschrieben, der all das Schlechte in all seinen Nuancen aufzeigt. Der Inhalt lässt sich schwer zusammenfassen, ohne zu spoilern, aber man lernt zehn Personen kennen, die alle das schlechte verkörpern, was das Internet hervorbringt. Diese zehn werden in einem Herrenhaus eingesperrt und man lernt sie dann durch die jeweiligen Dialoge besser kennen. Es geht vor allem darum, ob sie ihre Taten bereuen. Und da muss ich sagen, definitiv nein. Die Geschichte erzählt es ein wenig anders, aber in meinen Augen hat vielleicht nur ein Drittel wirklich über seine Handlungen nachgedacht und reflektiert. Zumal man nur einen kleinen Ausschnitt aus dem Leben erfährt (da ändert auch der Prolog mit einem Jahr später nichts daran). Da hätte ich mir mehr Tiefe gewünscht. Ebenso beim Blick in das aktuelle Geschehen in Deutschland/Europa. Da wird zwar immer kurz angerissen, dass die Geschichte in einem Deutschland spielt, welches von einer rechtsextremen Partei regiert wird und im politischen und autokratischen Chaos versinkt. Aber man bekommt immer nur Bruchstücke davon, was es schwierig macht, das alles einzuordnen. Dennoch hat das Buch seinen Reiz - wenn man die ersten langatmigen 40 Seiten durch hat. Denn die Gesellschaftskritik ist authentisch, berührt einen auf vielen Ebenen und regt zum nachdenken an. Die Figuren sind allesamt interessant gestaltet, bis auf Max der ein wenig blass blieb. Ich kann mir gut vorstellen, dass man das Buch verfilmt oder als Schullektüre benutzt. Den Diskussionsstoff hat man hier echt viel - über Moral und Doppelmoral und in was für einer Gesellschaft man leben möchte. Mein Fazit: Ein Buch das zum nachdenken anregt, mit ein paar kleinen Schwächen.

Dieses Buch fühlte sich beim Lesen stellenweise wie ein Fiebertraum an. Vieles wirkte auf mich verstörend und durcheinander, teilweise schwer greifbar. Dabei behandelt es ein hochaktuelles und wichtiges Thema: die Macht der sozialen Medien und ihre oft negativen Auswirkungen. Die Beispiele sind anschaulich und zeigen, wie schnell es in problematische Richtungen kippen kann. Die Botschaft ist definitiv relevant und regt zum Nachdenken an. Gerade weil mich das Thema so interessiert, hatte ich mich sehr auf das Buch gefreut – und mir die Umsetzung etwas amüsanter oder zugänglicher vorgestellt. Leider hat es mich insgesamt nicht abgeholt.
Mega gesellschaftskritisch in unserem Lieblingsformat Trash TV verpackt 🍑
Tja… nicht so angenehm wenn man den Spiegel vorgehalten bekommt und eine Aussicht darauf, wie es aussehen kann, wenn alle weiter machen wie bisher. Es ist eine Mega Geschichte zu allem was im Netz rund um Social Media passiert. Selbstdarstellung, ebenso wie die Beeinflussung durch Medien. Beleuchtet werden in Form von verschiedenen Charakteren Themen wie, Misogynie, Rechtsextremität, Stalking, usw. Spannend, wie diese zu ihren jeweiligen Haltungen gekommen sind, aber ebenso erschreckend gezeigt zu bekommen, was das Internet aus uns machen kann. Wirklich gut und als leichte Kost weglesbar, trotz so wichtiger Massage! Empfehlung und Verbleib im Regal!🍑
Interessanter Querschnitt durch Social Media
Fand die Idee klang spannend und erinnerte ja absichtlich an „und dann gab es keines mehr“ von Agatha Christie. Hat sich auch von Anfang an gut gelesen und die Charaktere sind so nah dran am echten Social Media Querschnitt. Wir haben von Fitnessinfluencerin in knappen Oufits über verrentete Wutbürger und Frauenhasser alles dabei. 10 Menschen, alle anders , doch kennt sie jeder. Und sie alle sollten Buße tun und sich bewusst werden was sie für andere Menschen anrichten. Klasse Spiegel unserer Zeit, könnte etwas tiefer noch in die Gründe der Einzelnen eingehen, aber dann wäre es vermutlich doppelt so dick. Also ganz klare Empfehlung.
Die Unbußfertigen greift ein hochaktuelles und eigentlich sehr relevantes Thema auf: das Internet als Bühne für Selbstdarstellung, Grenzüberschreitungen, Hate-Kommentare, Stalking und den unreflektierten Umgang mit Öffentlichkeit auch im Zusammenhang mit Kindern. Die Geschichte ist dabei wie eine Art Reality-Format aufgebaut, was zunächst neugierig macht und dem Roman zu Beginn eine gewisse Spannung verleiht. Auch die geheimnisvolle Atmosphäre am Anfang wirkt vielversprechend und lässt hoffen, dass sich daraus eine tiefgehende Auseinandersetzung mit den Schattenseiten der digitalen Welt entwickelt. Leider bleibt genau diese Erwartung unerfüllt. Zwar werden viele problematische Phänomene des Internets angerissen, doch sie stehen eher nebeneinander, als dass sie wirklich vertieft oder sinnvoll miteinander verknüpft werden. Die angekündigte Aufklärung bleibt unklar und schwer nachvollziehbar. Statt Erkenntnis oder Denkanstoß bleibt vor allem Verwirrung zurück. Für ein Thema, das eigentlich enormes gesellschaftliches Gewicht hat, wirkt das Buch letztlich erstaunlich flach und unausgereift. Insgesamt konnte mich Die Unbußfertigen daher leider nicht überzeugen.
Unterhaltsam, aber für mich nicht ganz rund
Ich fand das Buch unterhaltsam, kurzweilig und hatte auch durchgehend Lust, weiterzulesen. Ich muss aber sagen, dass ich zum Ende etwas ratlos zurückgeblieben wurde. Eine andere Person hier schrieb, dass es sich nicht ausgereift angefühlt hat, und für mich fühlt es sich ähnlich an. Oder ich habe die Pointe einfach nicht verstanden, das schließe ich nicht aus. Was bei mir immer ein kleines Störgefühl auslöst, ist, wenn ich das Gefühl habe, die Autor:in spricht zu sehr aus einer Figur und das hatte ich hier sehr stark. Die Geschichte ist insgesamt natürlich gewollt ‚drüber‘ (was es ja auch so unterhaltsam macht). Für mich verliert es dann aber einfach ein bisschen an Glaubhaftigkeit. Ich hoffe, man kann meinen Punkt nachvollziehen?
Gesellschaftskritik verpackt in einen witzigen Unterhaltungsroman, der den Zeitgeist auf den Punkt trifft!
Reality TV trifft auf Social-Media-Kultur 10 Internetgrößen mit Ranking-Faktor 10 auf der Haımlık App werden unter Vortäuschung eines exklusiven Wochenendes in ein abgelegenes Herrenhaus eingeladen. Mit dabei eine Mom-Bloggerin, die aus ihrem Familienleben Geld macht, Natasch, die Fitness-Influencerin mit dem heißesten Hintern des Landes (der Pfirsich ist nicht ohne Grund auf dem Cover) und Lady Wisdom, die ihren Ruhm auf schwurbeligen Ratschlägen aufgebaut hat. Die Herren der Schöpfung sind auch vertreten, alle bis auf Marco, Nataschs Freund und Manager, tun sich in den Kommentarspalten durch Frauenhass, rechte Parolen, Belästigung Minderjähriger, Fremdenhass u. ä. hervor. So weit, so gut. Doch mit Ankunft im Herrenhaus geht es ans Eingemachte, es wird kein Luxus-Wellness-Wochenende, sondern Seelenstriptease. Nach und nach verschwindet ein Mitglied dieser illustren Runde nach dem anderen und es wird den noch im Haus Verbleibenden nicht gesagt wohin. Alles wird live übertragen via Haımlık TV und nach ihrem Ausscheiden müssen sich die Hausinsassen dem Publikum stellen. Elina Penner hat mit "Die Unbußfertigen" einen echten Banger geschrieben, witzig und auf den Punkt beschreibt sie die Internetkultur und die Freude daran, andere beim Leben zu beobachten. Doch geht es weit über Unterhaltung hinaus, sie kritisiert auch unsere Gesellschaft und unseren Umgang mit den aus dieser Kultur entstehenden Problemen. Die einen stellen sich öffentlich zur Schau, die anderen kippen ihre schlechten Gefühle ins Netz und ein Großteil hat aufgegeben und schaut voyeuristisch zu. Eine ganz große Leseempfehlung an alle, die viel im Internet unterwegs sind und auch an alle anderen! Es war eines meiner Lese-Highlights 2025 - allein schon, weil die Autorin den Zeitgeist verbal auf den Punkt bringt!
Hat mich absolut abgeholt und übelst gecatcht! Deutschland in der nahen Zukunft: Internet und KI sind allgegenwärtig, die Regierung wechselt alle sechs Monate, es gibt eine Ausgangssperre für Frauen zu deren Schutz, jeder benutzt eine ganz bestimmte App. Zehn Influencer- vom Fuckboi über die Fitnessqueen bis zur Momfluencerin- treffen ganz "Big Brother"-like in einem alten Herrenhaus aufeinander. Jeder der Netzperformer und Content Creatoren hat ein Geheimnis und dieses wird vor der ganzen Nation in bester Reality-TV- Manier gelüftet. Elina Penner hat einen furiosen, beängstigenden, entlarvenden, superspannenden Roman über die Abgründe des nur scheinbar perfekten Social Media-Lifestyles, den mehr oder weniger offenen Frauenhass im Internet und unserer Gesellschaft, über die Ängste und Abgründe der Menschen nach Corona geschrieben. Wut, Angst, Hass, Lügen, Unsicherheit und wie das Internet diese negativen Gefühle in seiner Anonymität aufsaugen und verstärkt wurde noch nie klarer und bissiger in einem Roman beschrieben. Thrash-TV in Buchform mit Tiefgang und einer nachdrücklichen Botschaft.
Da erwische ich tatsächlich auf den letzten Metern in diesem Jahr noch ein unerwartetes Highlight. Erst dachte ich, es wird eine ganz nette Geschichte im Sinne von Agathe Christie und Big brother. Aber weit gefehlt, da wurde tief hinter die Kulissen geschaut und Hintergründe aufgedeckt. Jede/r der Influencer:innen wurde gnadenlos in Frage gestellt. Am besten hat mir tatsächlich die direkte Art von Natasch gefallen. Absolute Lese bzw. Hörempfehlung!
Moral als Show
An sich behandelt Die Unbußfertigen ein wirklich spannendes und gesellschaftlich relevantes Thema. Das Buch regt zum Nachdenken an insbesondere über moralische Grauzonen individuelle Sünden und darüber was gesellschaftlich verurteilt wird obwohl es rechtlich noch nicht strafbar ist. Allein dafür ist es lesenswert. Zu Beginn hatte ich jedoch Schwierigkeiten mir die vielen Charaktere zu merken. Im Verlauf der Geschichte wurde das zwar deutlich besser dennoch blieb es stellenweise etwas unübersichtlich. Besonders Natasha ist mir dabei positiv aufgefallen. Sie war mir sympathisch und eine der Figuren zu denen ich am ehesten einen Zugang gefunden habe. Allerdings wirkten einige Dialoge vor allem ihre Gespräche mit anderen etwas zu konstruiert. Teilweise fühlten sie sich gehetzt an zu dicht gepackt als würde zu viel Inhalt in zu kurzer Zeit abgehandelt. Auch der zeitliche Rahmen der Show wirkte insgesamt sehr komprimiert. Dadurch verloren manche Szenen an Tiefe und wirkten durch ihre Überspitzung stellenweise sogar unfreiwillig lächerlich. Weniger Tempo und mehr Raum hätten der Wirkung gutgetan. Manchmal hatte ich das Gefühl das Buch wollte mehr sein als es am Ende rüber gebracht hat. Weniger angeschnittene Szenen und Dystopische Elemente hätten gut getan. Oder besser und länger erklärt. Trotz dieser Kritikpunkte ist Die Unbußfertigen ein angenehmes Buch für zwischendurch mit einem interessanten Ansatz der zum Nachdenken anregt auch wenn die Umsetzung nicht immer ganz überzeugt.
Trash TV in Smart und witzig- Highlight!
Wenn ich eines liebe, dann ist es gutes Trash TV. Gib mir verschobene Charaktere, absurde Aussagen und moralische Vorstellungen, die irgendwo zwischen „Äh, was?“ und „Das kann doch nicht euer Ernst sein“ schweben – und ich bin glücklich. Genau deshalb hat mich Die Unbußfertigen komplett abgeholt. Dieses Buch ist nämlich wie ein wirklich gelungenes Trash-TV-Format… nur eben mit Hirn, Herz und richtig viel Tiefgang. Der Roman wirft zehn große Figuren der Social-Media-Welt in ein abgelegenes Haus und sagt quasi: „So, jetzt legt mal eure dunkelsten Geheimnisse auf den Tisch – und bitte ernsthaft Buße tun.“ Klingt nach Realityshow? Ist es irgendwie auch. Nur ohne schlecht ausgeleuchtete Interviewräume und dafür mit literarischem Feingefühl und ordentlich Gesellschaftskritik. Die Teilnehmer*innen könnten direkt aus meinem Guilty-Pleasure-Programm stammen: die Fitness-Maus mit toxischem Optimierungswahn, die pseudo-spirituelle Heilerin, die alles mit „Energie“ erklären möchte, der chronisch überforderte Momfluencer, der Hasskommentator mit dem moralischen Kompass eines nassen Toasts und natürlich der charmante Fuckboi, der Frauen für ein bisschen Zuneigung das Geld aus der Tasche zieht. Jeder von ihnen bekommt sein Fett weg – und das mit einer Freude, die fast unanständig macht. Was Die Unbußfertigen aber von echtem Trash unterscheidet: Der Roman ist clever. Wirklich clever. Hinter dem ganzen Drama, den Grenzüberschreitungen und den Liebschaften lauern feministische Botschaften, gesellschaftliche Abgründe und düstere Zukunftsszenarien, die einem erstaunlich oft den Spiegel vorhalten. Die Autorin bohrt mit sichtbarer Lust in den offenen Wunden unserer digitalen Gegenwart und zeigt, wie schmerzhaft es sein kann, wenn man hinter die inszenierten Filterwelten blickt. Zwischen bissigem Humor und scharfem Kommentar stellt sich immer wieder die Frage: Wer von diesen zehn Menschen ist überhaupt bereit, sich zu ändern – und wer bleibt unrettbar unbußfertig? Die Antwort ist manchmal ernüchternd, oft überraschend und immer ziemlich unterhaltsam. Eine klare Empfehlung für alle, die gerne lachen, denken – und ein bisschen schaudern wollen, weil sie sich minimal ertappt fühlen.
Ich habe selten ein Buch gelesen, das so heftig, so gegenwartsnah und gleichzeitig so unterhaltsam war wie „Die Unbußfertigen“ von Elina Penner. Dieser Roman ist ein wilder Ritt durch die Abgründe des Internets, eine bitterböse Satire auf unsere digitale Gesellschaft – und gleichzeitig ein klug komponiertes Kammerspiel über Schuld, Scham und Macht. Zehn Menschen – drei Influencerinnen und sieben Männer aus ihren Kommentarspalten – folgen einer geheimnisvollen Einladung zu einem „Event“ im abgelegenen Herrenhaus. Sie alle verbindet ihre Mitgliedschaft in der App Haımlık, einer Plattform, auf der man seine dunkelsten Geheimnisse teilt, um im Ranking zu steigen. Klingt nach einem typischen Social-Media-Gag – bis klar wird, dass es bitterer Ernst ist. Im Haus angekommen, ist plötzlich alles offline: kein Netz, kein Empfang, keine Filterblase mehr. Statt Likes gibt es Konfrontation – mit sich selbst, mit den anderen und mit den eigenen Sünden. Einer nach dem anderen verschwindet. Und jemand scheint zuzusehen. Ich bin völlig unvorbereitet in dieses Buch gegangen – und genau das war die beste Entscheidung. „Die Unbußfertigen“ liest sich wie eine Mischung aus Big Brother, Black Mirror und einer literarischen Kommentarspalte, in der endlich jemand auf „Antworten“ klickt. Penner konfrontiert uns mit Typen, die wir alle kennen: den Hasskommentator, den Verschwörungsgläubigen, den Incel, den selbstgerechten Moralapostel, aber auch mit Influencerinnen, die sich im Glanz ihrer Follower*innen verlieren. Sie alle wirken überzeichnet – und doch sind sie erschreckend real. Was mir besonders gefallen hat: Elina Penner urteilt nicht platt. Sie zeigt, warum Menschen sich online so verhalten, wie sie es tun – aus Angst, Einsamkeit, Bedürfnis nach Anerkennung. Selbst die Unsympathischen bekommen Tiefe, und genau das macht diesen Roman so spannend und unbequem zugleich. „Die Unbußfertigen“ ist gnadenlos aktuell. Es geht um Sichtbarkeit als Währung, ums Schweigen als Strafe, um Cancel Culture, Voyeurismus, weibliche Selbstinszenierung, digitale Gewalt, Verantwortung – und darum, was passiert, wenn das Netz plötzlich nicht mehr da ist. Elina Penner hält uns einen Spiegel vor, in dem wir uns alle ein bisschen wiederfinden: den Wunsch nach Bestätigung, die Empörungskultur, das schnelle Urteil. Dabei ist ihr Stil messerscharf, ironisch und oft schmerzhaft ehrlich. Ich habe mehrfach laut aufgelacht – und mich im nächsten Moment unwohl gefühlt, weil ich merkte, dass ich selbst Teil dieses Systems bin. Penners Sprache ist schnell, witzig, pointiert – manchmal grell, manchmal sarkastisch, immer klug. Man merkt, dass sie Social Media nicht nur beobachtet, sondern versteht. Die Dialoge knallen wie Tweets, die innere Leere vieler Figuren klingt in jedem Satz mit. Ein paar Stellen wirken vielleicht etwas überladen: Es gibt viele Figuren, viele Themen, und nicht jede bekommt gleich viel Raum. Aber das passt fast schon zum Thema – unsere überforderte, überladene, dauerlaute Gegenwart. „Die Unbußfertigen“ ist ein bitterböses, hochintelligentes Gesellschaftspanorama, das unser digitales Zeitalter seziert wie kaum ein anderes Buch. Es ist unbequem, provokant, erschreckend aktuell – und zugleich verdammt unterhaltsam. Elina Penner schafft es, das Internet literarisch zu übersetzen – mit all seinen Extremen, Narzissmen, Abgründen und Absurditäten. Am Ende bleibt die Frage: Wer ist hier eigentlich schuld? Die Figuren? Die App? Oder wir, die zuschauen? Ich habe das Buch in einem Rutsch gelesen, mit offenem Mund, manchmal wütend, manchmal fasziniert – und oft beides gleichzeitig. Ein rasanter, schmerzlich wahrer Roman über unsere digital enthemmte Gesellschaft.

Ein bisschen Truman Show, ein bisschen Big Brother, gemixt mit Gesellschafts- und social media Kritik, trifft auf Menschlichkeit und Verletzlichkeit. Letztendlich mochte ich sie alle nicht besonders und konnte gleichzeitig ein bisschen Sympathie und Verständnis für alle aufbringen. Voyeuristisch lässt Penner die Lesenden in dieser near-future-Dystopie in 10 verschiedene Leben blicken. Sie lädt mit dieser Geschichte zum Nachdenken, zum Schmunzeln und zum vor der eigenen Tür kehren ein. Alles in allem hatte ich mega viel Spaß am flüssig zu lesenden Stil und dem, für mich sehr untypischen, Buch. Raus aus der Komfortzone, rein ins Leseerlebnis. Ich bin nur so durch die Seiten geflogen und wollte ständig mehr über die Protagonisten wissen. Für mich hätte der Blick allerdings noch einen Tick tiefer gehen dürfen. Zudem bin ich über einiges an Jugendsprache und Denglisch gestolpert, was zwar gut zur Story passte, sich für mich aber nicht immer aus dem Kontext erschloss.
Zeitgenössischer geht fast nicht
Hier rechnet wahrscheinlich niemand damit, dass ich einen indirekten Bezug zum Trash TV habe. Ich kenne nämlich jemanden, der nicht unwesentlich an der Produktion diverser Sendungen beteiligt ist und dort eine führende Rolle hat. So bekomme ich manchmal ganz kleine Einblicke hinter die Kulissen eines Formats, welches ich selber nicht aktiv verfolge. Ich bin immer wieder erstaunt, für was sich die Menschen dort zur Verfügung stellen. In diesem Roman bekommen drei Influencerinnen und sieben ihrer Kommentatoren eine geheimnisvolle Einladung von Haimlik TV sich in eine abgelegene Villa einzufinden. Dort verbringen die Menschen, die sich im realen Leben nicht kennen, nun Zeit miteinander. Die Frauen sehen sich einer Art Täter gegenüber, nämlich Männern, die aus unterschiedlichen Gründen etwas auf dem Kerbholz haben. Während der eine hobbymäßig Kritiken schreibt und damit Existenzen zerstört, schüttet der andere seinen Hass auf Frauen munter in die Kommentarspalten. Wir haben den Stalker, der sich auf die Trikots junger Turnerinnen spezialisiert hat und den INCEL der natürlich den Frauen Schuld an seiner Einsamkeit gibt. Es fehlt auch nicht der Rattenfänger, der für die „Partei für Deutsche“ im Internet auf Stimmenfang geht. Aber auch die Frauen sind nicht unbefleckt. Während Jutta mit esoterischen Phrasen Geld verdient und die Naivität anderer Menschen ausnutzt, beutet Anny ihre Kinder aus. Nur Natasch ist schwer einzuordnen, denn die Fitness Influencerin scheint über allem zu stehen. Wir wohnen nun interessanter Konversation bei, die die Protagonisten meist zu zweit miteinander führen. Dabei drehen sich ihre Gespräche eben oft um die Mysogynie der anwesenden Männern und ihre Unfähigkeit, sich ihrer Gefühle bewusst zu werden beziehungsweise Verantwortung für das daraus resultierende Handeln zu übernehmen. Aber auch Anny und Jutta bekommen ihr Fett weg. Ab und an verschwindet mal ein Villenbewohner und den anderen ist nie so ganz klar wohin. Eines ist aber relativ schnell klar, alles wird gefilmt und aufgenommen. Elina Penner hat einen intelligenten Roman geschaffen, der gegenwärtiger nicht sein kann. Besonders für uns, die wir uns auf Social Media bewegen, haben die Themen eine Brisanz, die manchmal an der Grenze des aushaltbaren ist. Man möchte jubeln, wenn die Kerle in die Mangel genommen werden, ist sich aber schnell bewusst, dass die Komplexität des Miteinanders irgendwo auch Ursachen hat, die uns hier nicht vorenthalten werden. Ich hatte schon die ganze Zeit ein Gefühl in welche Richtung, der Plot sich bewegt, doch der Twist am Ende hat mich trotzdem überraschen können. Penner hat die Epidemie der fehlenden Streitkultur sehr plakativ und trotzdem spannend zu einem in unsere Zeit passenden Plot eingearbeitet. Das ist sehr klug und dass sie uns an den Text fesselt ist ihrer Idee zu verdanken, die anonyme Konflikt(un)fähigkeit nun offen zu legen und die entsprechenden Protagonisten in eine unangenehme Lage zu bringen. Das kitzelt unsere Freude am Voyeurismus sehr. Zum Ende hin wurde es ein bisschen zu rasant und ich musste manche Zeilen zweimal lesen, um sie richtig zu verstehen. Ein wirklich besonderes Lesevergnügen, das weniger Humor beinhaltet, als man meint, dafür aber mit glasklarer Gesellschaftskritik punktet. @endemol und Co. sollten sich gut überlegen, ob man die Idee nicht wirklich mal in die Realität umsetzt. Ich empfehle das Buch allen dir eine Freude am Reality TV literarisch ausleben möchten und sich in die Gespräche rund um Feminismus, Klassismus, Nationalismus reinknieen wollen.
Manchmal frage ich mich, ob es nicht eigentlich viel, viel mehr Beiträge auf Social Media über diesen großartigen Banger „Die Unbußfertigen“ von Elina Penner gibt – Social Media sie mir aber einfach nicht zeigt, weil es sich zwischen Penners Zeilen ertappt fühlt. Denn was ist das bitte für ein grandioses Stück Literatur? Was für eine auf den Punkt gebrachte, pointierte und – das meine ich in diesem Fall wörtlich – exakt dargestellte Spiegelung unserer Gesellschaft, dass dieses Buch in einer rasenden Achterbahnfahrt zwischen unfassbar guter Unterhaltung und unangenehmen Bauchschmerzen hin- und herschwenkt? Elina Penner hat nicht nur ein Buch über den aberwitzigen Umgang mit Social Media geschrieben, gefangen zwischen Hasskommentaren, F*ckboys und Influencer:innen, die abwechselnd sich selbst oder ihre Kinder in die Kamera halten oder anderes, fast schon an Manie Grenzendes kreieren, nur um Inhalte zu posten und dann mal „jetzt endlich das Handy wegzulegen“ – Social Detox nennt man das wohl –, um wenige Stunden später wieder eine Story hochzuladen. Nein, sie hat ein Buch über unsere Gesellschaft geschrieben. Oder vielmehr über das, worauf wir unwiderruflich zusteuern, wenn wir so weitermachen wie bisher: Rechtsruck, Frauenhass, KI, die kaum noch von Wirklichkeit zu unterscheiden ist… Moment – ist das jetzt eigentlich Zukunft, Dystopie oder schon unsere Realität? In „Die Unbußfertigen“ verschwimmt alles miteinander. Aber worum geht’s eigentlich? Zehn Menschen, die das Netz hervorgebracht hat, folgen einer Einladung zu einem Exklusivevent in ein abgelegenes Herrenhaus. Als sie ankommen, ist dort jedoch niemand. Nur eine Stimme, die ihre tiefsten Geheimnisse ans Licht bringt. Gefangen an einem Ort, von dem sie nicht fliehen können, verschwindet einer nach dem anderen – und die Verbliebenen müssen sich fragen, was hier überhaupt noch echt ist und vor allem: Wer ihnen zusieht. Ich weiß nicht, wohin ich zuerst applaudieren will: Penners großartigem Plot oder ihren phänomenalen Charakteren in dieser abgefahrenen Reality-TV-Satire (oder ist es noch Satire, wenn es genauso im Fernsehen laufen könnte?). Alle Charaktere sind so angelegt, dass man sie erst einmal eher unsympathisch findet – wie im echten Reality-TV. Und trotzdem finden Penners Leser:innen ihre Lieblingsfiguren. So auch ich. Alles andere ist grandiose Selbstdarstellung, zunächst wenig Reflexion und gnadenlose Unterhaltung, aber mit genauso viel – wie bereits erwähnt – unangenehmen Bauchschmerzen und Voyeurismus. Denn auch als Leser:in fühlt man sich ein bisschen bloßgestellt. Sicher hinter den Buchdeckeln, aber doch ertappt, vor allem wenn man selbst in einer Social-Media-Blase lebt und der Kommentar „Das Buch habe ich wegen dir gekauft – und ich habe es geliebt“ sich wie eine Love Language anfühlt. Zum Glück gibt es auch gute Seiten im Social-Media-Dschungel. Doch Penner legt mit ihrem ausgezeichneten Buch „Die Unbußfertigen“ den Finger in die sprichwörtliche Wunde und macht den alltäglichen Wahnsinn sichtbar. Dieses Mal sogar zwischen Buchdeckeln gepresst. „Reality TV trifft Endzeit“ steht hinten auf dem Buch. Besser hätte man es wohl nicht ausdrücken können. Unbedingt lesen!

Die Geschichte startet mit einer Reality-TV-Reunion, bei der 10 Menschen vorgestellt werden, die 1 Jahr zuvor über eine App unwissentlich für eine Show gecastet worden sind, bei der die ganze Welt live zusehen konnte. Alle 10 Charaktere hatten online Schuld auf sich geladen, aber eine Schuld, die nicht juristisch sondern lediglich moralisch relevant ist. So hat Sergej zum Beispiel unzählige Hasskommentare gegen Frauen in den sozialen Medien geschrieben, Justin ist ein "Love-Scammer", Jutta hat mit ihrem alternativen Heilerinnen-Content schwerkranke Menschen dazu gebracht ihre lebensnotwendigen medizinischen Behandlungen abzubrechen und Anny hat ihre Kinder für Internercontent benutzt, usw. Die 10 Menschen sind ein Wochenende ohne jeden Kontakt zur Außenwelt auf sich allein gestellt und geraten dadurch in die Situation einander ihre Geschichten zu erzählen und Verfehlungen zu beichten. Nach und nach verschwinden die Charaktere aus dem Format und die Verbleibenden wissen nicht, was mit ihnen geschehen ist - bis zum Schluss nur noch 1 Kandidat*in übrig ist. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, vor allem, weil die Charaktere wirklich spannend waren. Der Roman spielt in der vermutlich nicht allzufernen Zukunft (eine Jahreszahl erfahren wir nicht) und die Autorin extrapoliert gekonnt die heutige Realität (vor allem die Themen Social Media, Reality-TV und KI, aber auch die sich daraus ergebenden juristischen Fallstricke) in die Zukunft. Einen Punkt Abzug gab es für den Mittelteil, der streckenweise etwas langatmig war. Ansonsten: sehr zeitgeistige, und vor allem zeitkritische spannende Lektüre, die ich gerne empfehle.
Zwischen Trash TV und Influencer-Wahn
Das Hörbuch hat mich von der ersten Minute an auf einen unvergleichlich witzigen als auch erschreckenden Trip mitgenommen. Mir wurde auf ungeschönte aber gut verpackte Art und Weise aufgezeigt was mit unserer social Media Welt schief läuft und wie viel schlimmer es noch werden könnte. Dieses Buch ist voller Sozialkritik ohne schwer zu werden. Absolute Empfehlung für alle die gerne den Spiegel vorgehalten bekommen, wichtig finden dass über Missstände geschrieben und gesprochen wird und bei all dem trotzdem nie ihren (Galgen)Humor verlieren.
Irgendwie spannend, irgendwie interessant
Nachdem ich sehr viel Begeisterung für dieses Buch mitbekommen habe, war ich sehr neugierig. Es ist nicht schlecht, es hat mich aber auch nicht komplett überzeugt. Teilweise waren Situationen, Vergehen und dergleichen nicht so gut nachvollziehbar. Das Ende war überraschend, aber da hat mir so ein Quentchen gefehlt. Der Epilog war wieder gut geschrieben und so war es unterm Strich doch gut. Die Sprecherin hat eine angenehme Stimme und Art vorzulesen. Das hat mir sehr gut gefallen.
Very entertaining!
Das Buch hat super viel Spaß gemacht. Das Setting einer Reality TV Show fand ich sehr innovativ und habe ich so noch nicht gelesen. Die Mischung der zehn Charaktere war auch sehr cool. Für 5 ⭐️ hat mir allerdings die Pointe irgendwie gefehlt. Kann das Buch aber jedem empfehlen, der Lust auf einen schnellen und lustigen Read mit gesellschaftlichen Themen hat.
Viel erwartet, wenig bekommen: zu wenig Spannung, zu wenig Spaß.
Gekauft habe ich das Buch, weil mich das Realityshow-Thema total angesprochen hat. Und das Cover fand ich auch mega. Es geht um zehn Leute, teilweise bekannt aus Social Media, teilweise kennt man sie eher aus deren Kommentarspalten (Stichwort: Hater). Sie alle kommen in ein abgelegenes Herrenhaus und nach und nach verschwindet einer nach dem anderen. Klingt eigentlich richtig spannend, oder? Nun ja. In Wirklichkeit war es das für mich leider nicht so. Ich habe einfach etwas ganz anderes erwartet. Es war nicht so unterhaltsam wie erhofft, nicht so spannend und auch nicht so rätselhaft, wie ich gedacht hatte. Und wo wir dabei sind: auch nicht amüsant genug. Die Story ist in zwei Teile gegliedert. In Teil 1 war das alles noch ganz gut so, wie es aufgebaut wurde. Aber in Teil 2 ging mir dann vieles zu schnell. Ich finde, man hat sich für einige Entwicklungen zu wenig Zeit gelassen. Die Charaktere klangen von der Kurzbeschreibung her interessant, wurden im Buch selbst aber größtenteils nicht gut genug ausgearbeitet. An vielen Stellen wirkte die Story für mich nicht auserzählt. Ein paar Sätze – und zack – war die erste Person schon weg. Und ich dachte nur: Das war’s jetzt? Das fühlte sich irgendwie unbefriedigend an. Als ich noch etwa 100 Seiten vor mir hatte, wollte ich das Buch am liebsten zur Seite legen. Aber ich dachte mir, das schaffe ich jetzt auch noch.🙈😄 Den satirischen und gesellschaftlichen Punkt dahinter erkenne ich durchaus. Trotzdem war das Buch für mich eher mäßig. Und eine Kleinigkeit hat mich wirklich genervt: Gedanken wurden immer in Anführungszeichen gesetzt. Teilweise dachte ich dadurch kurz, etwas sei laut gesagt worden, obwohl es nur ein Gedanke war. Fazit: Hm, nein. Das wird wohl auf meinem Stapel zum Weitergeben landen. Und nur weil ich gut drauf bin, gebe ich 2,5/5 ⭐️

Die Unbußfertigen greift ein Thema auf, das in unserer Zeit allgegenwärtig ist: die digital geschaffenen Identitäten, die Bewertungs- und Kommentar-Flut, das ständige Performen im Netz. Zwar ist das nicht neu, aber der Roman setzt es frisch und clever um – mit Influencern, Restauranttestern und all den Figuren, die wir täglich online beobachten, ohne sie wirklich zu kennen. Was mir besonders gefallen hat: Man bekommt einen Blick hinter die glänzenden Fassaden. Hinter jedem Profil steckt ein Mensch, hinter jeder Bewertung eine Motivation, hinter jeder perfekt inszenierten Selbstdarstellung ein Riss. Die Figuren stehen exemplarisch für eine Gesellschaft voller Selbstoptimierung und Oberflächenperfektion – oft mehr Schein als Sein. Trotzdem hätte die Geschichte für mich gerne noch tiefer gehen dürfen. Der psychologische Aspekt bleibt zwar erkennbar, kratzt aber eher an der Oberfläche. Ich hätte mir mehr Intensität und mehr Eindringen in die inneren Abgründe gewünscht – weniger die glatte Darstellung, mehr das Unangenehme, das Unausgesprochene. Man spürt das Potenzial, das Buch hätte an manchen Stellen noch dunkler, analytischer und emotional packender sein können. Insgesamt aber bleibt Die Unbußfertigen ein treffender und gut erzählter Kommentar zur digitalen Selbstdarstellung – unterhaltsam, pointiert und zeitgeistig. Ein Buch, das man gern liest und das nachhallt, auch wenn es nicht jede psychologische Tiefe voll ausschöpft.

Zehn Menschen ziehen vorübergehend in ein abgelegenes Herrenhaus ein, sie alle sind Nutzer*innen der App Haɪmlɪk, in der sie durch das Teilen Ihrer intimsten Geheimnisse bis zu Rank 10 aufgestiegen sind. Worauf sie sich einlassen, wird ihnen erst klar, als sie in der Villa ankommen: Kein Handyempfang, Kameraüberwachung und eine verstellte Stimme, die ihre Geheimnisse den anderen Teilnehmenden und Zuschauer*innen offenbart - und zur Buße aufruft, denn nur so können sie entkommen. Die zehn Figuren, die Elina Penner in ihrem neuen Roman "Die Unbußfertigen" entwirft, spiegeln verschiedene Internet-Phänomene unserer Zeit wieder: Vom Ausstellen der eigenen Kinder auf Social Media über (tödliche) esoterische Heilmethoden, Stalking und Rechtsextremismus bis hin zu Pädophilie ist alles dabei. Die sieben männlichen Teilnehmer eint vor allem ihr Hass auf Frauen, der sich mal mehr, mal weniger offensichtlich zeigt. Durch Gespräche miteinander bereuen tatsächlich viele der Protagonist*innen ihre Taten - doch bleibt unklar, ob diese Reue von Dauer ist. Elina Penner erzählt die Geschichte, die an eine Mischung aus Big Brother und Internet-Dystopie erinnert, aus der Perspektive aller zehn Bewohner*innen des Herrenhauses, was am Anfang - auch thematisch - etwas überladen wirkt, letztlich aber genial unterhält und unserer Gesellschaft den Spiegel vorhält. Ich fand das Buch einerseits sehr, sehr lustig, andererseits bin ich aber auch immer wieder darüber erschrocken, wie realistisch das Szenario erscheint und wie tief Elina Penner den Finger in die gesellschaftliche Social-Media-Wunde legt. Für mich ist "Die Unbußfertigen" ein Must Read!

„Die Unbußfertigen“ von Elina Penner Verlag: Aufbau Audio Dauer: 9 Stunden 39 Minuten Ein hochaktueller Roman, der direkt ins Herz unserer digitalen Gegenwart trifft. Elina Penner nimmt uns mit in eine Welt aus Social Media, in der Aufmerksamkeit und Reichweite über Zugehörigkeit und Bedeutung entscheiden und in der die gnadenlose Ausbeutung von Kindern, von „Opfern“, von allem, was sich online verwerten lässt, längst Alltag geworden ist. Es geht um Glaubwürdigkeit, um die Frage, wer überhaupt Opfer sein darf, und darum, wie schnell Menschen verurteilt, benutzt und fallengelassen werden. Hasskommentare, Frauenfeindlichkeit, Sexismus, all das wird nicht nur angedeutet. Gleichzeitig legt der Roman die Schuld der Verantwortlichen offen: Macht, Geld, Einsamkeit, Hass, Verletzung. Was treibt Menschen an, andere bloßzustellen, auszunutzen, ihnen das Geld aus der Tasche zu ziehen, Existenzen zu zerstören, Menschen zu manipulieren und jede Verantwortung abzustreifen? Wo liegt der Punkt, an dem Schuld und Sühne aufeinandertreffen und wer ist überhaupt bereit zu bereuen? Zehn Menschen, die das Netz hervorgebracht hat, Restaurantbewerter, Influencerinnen, Wahrsagerinnen, Kommentatoren, stille Beobachter und lauernde Stalker folgen einer Einladung von Haimlik. Ohne Handyempfang, ohne Zeitgefühl, landen sie in einem abgelegenen Herrenhaus, in dem niemand die Zeit erkennt und niemand versteht, warum man dort ist. Anfangs wirkt alles wie ein Krimi, doch nach und nach wird deutlich: Sie sind Teil einer Realityshow. Kameras werden entdeckt. Aber wer darf gehen? Wer muss bleiben? Und was bedeutet Reue, wenn die dunkelsten Geheimnisse plötzlich ausgerechnet von jener Plattform gegen einen verwendet werden, der man sie anvertraut hat? Für mich ist das Hörbuch ein unglaublich interessantes, zeitgenössisches Erlebnis. Satirisch, humorvoll und doch bitter ernst führt uns Penner vor Augen, wie real diese Abgründe des Internets sind. Manche Begriffe waren mir nicht geläufig, zu sehr der Jugend und dem Social-Media-Slang geschuldet, aber das tat dem Sog der Geschichte keinen Abbruch. Die Sprecherin Jana Kozewa hat mich sofort abgeholt und durch diese rauschhafte und zugleich brillante Erzählung getragen. Ein einzigartiger Roman im Netz unserer Zeit und ein Hörbuch, das mir lange zu denken gibt.
20/2026 Nette Unterhaltung, aber ich fand es nicht so relevant, wie es viele gerne hätten.
Ja, ist ja immer schön soziale Medien zu kritisieren und ein Augenmerk darauf zu richten, was es mit einem machen kann... Aber verändert "Big Brother" für Influenzer etwas? Wohl kaum. Das ist traurig, aber leider so. Für mich war dieses Buch eher nette Unterhaltung, aber nicht so relevant wie es viele gerne hätten. Vielleicht einfach mal an Löwenzahn denken und es machen wie Peter Lustig... abschalten 😜 Audiobook

Kann ein Reality TV Format die Welt verändern?
Elina Penner hat das mit ihrem Roman Die Unbußfertigen einfach mal versucht. Und zwar in einer turbulenten, stark zugespitzten Gesellschaftskritik für die sensationsgeile Massengesellschaft des 21. Jahrhunderts. Alles natürlich in mundgerechten Happen, denn lange ist die Aufmerksamkeitsspanne in Zeiten von Instagram und Tiktok leider nicht 😉 So fühlt sich dieses Buch zumindest an. Durch eine handvoll Kandidaten einer fiktiven Reality TV Sendung werden in unterhaltsamen Dialogen alle gängigen Phänomene und Problematiken des Patriarchats angeschnitten und mit schnippischen Catchphrases oder smarten Wortgefechten entlarvt. Gespickt ist das ganze mit so einigen Anspielungen auf Pop Culture Moments und Songs aus den 90er und 2000er Jahren. (Da geht meiner Generation natürlich das 💖 auf) Ihr seht das Buch hat sehr viel Unterhaltungspotenzial - und unterhalten tut es absolut. Dennoch ist bei mir schnell der Eindruck entstanden, dass die Autorin sehr viel sagen oder erreichen wollte, aber es durch die Fülle der Kandidaten nicht ganz geschafft hat, in die Tiefe der Konflikte zu gehen. Auch gängige Reality oder Game-Show Mechaniken hätten mehr genutzt werden können um noch mehr Dramatik und vor allem auch spaßige "Reality TV Momente" zu erzeugen. Vielleicht hätte die Autorin nochmal 100 Seiten mehr in Kauf nehmen sollen, um dem spannenden Konzept noch etwas mehr Raum zu geben. (Durch die Dialogform die sehr viele Absätze hervorruft, fliegt man ohnehin sehr schnell durch die Seiten.) Insgesamt eine kurzweilige Lektüre für zwischendurch, welche so manchen Mann vllt zu denken gibt - who knows 😉





















































