Das Hotel New Hampshire
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Book Information
Author Description
John Irving, geboren 1942 in Exeter, New Hampshire, lebt in Toronto und ist einer der begnadetsten Autoren Nordamerikas. Seine bisher 16 Romane wurden alle Weltbestseller, vier davon verfilmt. 2000 erhielt er einen Oscar für die beste Drehbuchadaption für die Verfilmung seines Romans ›Gottes Werk und Teufels Beitrag‹.
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Ich habe alles erwartet aber nicht das.
Dieses Buch war so gut und witzig und traurig und alles was ich mir gewünscht habe. Die Gesichte dieser Familie die so absurd ist in ihrer Tragik. An manches Stellen war es mir etwas zu langatmig aber ich haben in diesen Buch wirklich alles gehabt, was ich haben will in einem guten Buch. So toll!
Die Geschichte der Familie Berry beginnt im Hotel Arbuthnot, in welchem sich Win und seine Frau Mary Berry verlieben; trotz ihrer schon vorherrschenden Bekanntschaft, finden sie nun erst richtig zusammen. Eine wichtige Rolle spielt dabei Freud, ein Mann, der in die USA geflohen ist, um dort seinen Durchbruch mit dem Bären State 'o Maine zu wagen. Als Freud schließlich nach Europa zurückgeht, müssen die beiden ihm versprechen, zu heiraten und kurz nach ihrer Hochzeit bekommen sie ihr erstes Kind und gründen ihr erstes Hotel New Hampshire. Dort beginnt dann ihr großes Abenteuer und zieht sich mit Irving-typischen Themen durch das gesamte Werk: Bären; ein zweites Hotel New Hampshire in Österreich; Geschwisterliebe; eine Tochter, welche Schriftstellerin wird, jedoch dem Druck nicht gerecht werden kann; Prostituierte, die in den Hotels arbeiten; einige sexuelle Abenteuer (und Träume); ... Der Roman ist wirklich toll erzählt, mit einigen Weisheiten ("Bleib immer weg von offenen Fenstern"). Die Charaktere sind wahrlich skurril, doch keinesfalls nicht liebenswert. Sämtliche Vorurteile und Klischees werden zusammengemischt, mit Humor getoppt und als Ergebnis hat man diesen empfehlenswerten Roman. Ein Roman, der mich wirklich überrascht hat. Fazit: Auch wenn der Schreibstil zu Beginn und an manchen weiteren Stellen etwas langatmig war und mich somit nicht gepackt hat, ging es wirklich bergauf. Ein sehr lesenswerter Roman, wenn man auf eine stürmische Reise mit Irving gehen möchte.
Ein traumhaftes Buch! Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich meine dies also nicht schwärmerisch, sondern vielmehr wortgetreu. Ich kam mir beim Lesen der Geschichte der Familie Berry oft so vor, als würde ich nach einem wilden Traum am Morgen aufwachen. Es gibt Träume, die spielen ja in realistischen Umgebungen mit bekannten Personen, doch plötzlich tauchen andere Menschen oder Wesen auf, die eigentlich gar nicht hier hingehören und der eigene Traum wird skurril und surreal. Wie anders soll es einem denn vorkommen, wenn sprechende Bären, abgehalfterte Prostituierte, Terroristen, zwergenhafte Gestalten, sexbessene Menschen und die eigene Familie plötzlich in einem Haus wohnen. Und dies mit einer völligen Selbstverständlichkeit erzähl wird. Die Familie Berry betreibt in diesem Rückblick auf mehrere Dekaden insgesamt vier Hotels New Hampshire. Man kann somit jedes Hotel als eine Lebensstufe des Ich-Erzählers John sehen, der das mittlere der fünf Kinder ist. Das Buch ist voll geladenen mit Symboliken, Anspielungen, aber auch Kopien aus anderen Büchern. Es ist wunderbar erzählt, vor allem äußerst liebe- und humorvoll, aber halt auch an vielen Stellen sehr derbe und vulgär. Das muss man sicher mögen, denn ansonsten stößt einen das Buch ab. Am Hotel New Hampshire kann man gut erkennen, warum man sagt: Irving hast man oder liebt man. An manchen Stellen war mir das Wiener Hotel New Hampshire auch zu grotesk und ich hatte mich an das idyllische Familienleben im ersten Hotel NH in der ausgedienten Mädchenschule in New England zurück gesehnt. Das lag wohl aber daran, dass ich die Erzählung in dieser Phase zu verkopft aufnahm und mich daher am fehlenden Realismus störte. Erst als mir der Zusammenhang mit dem Träumen bewusst wurde, gerade weil auch Siegmund Freud aus der Traumdeutung oft zitiert wird, habe ich meine Sichtweise geändert, habe das Buch eher als Märchen anstatt als Biografie gesehen und fand auf diese Weise auch wieder die Faszination am Buch zurück. Biografisch ist allenfalls der Bezug zu Irvings Leben, der Ringer (John ist fanatischer Gewichteheber), der Wiener (wo Irving lange lebte) oder der Literaturwissenschaftler (es gibt unzählige Parallelen zu anderen Büchern und Autoren, die er vereehrt, z.B. Der Große Gatsby oder auch die Blechtrommel (gerade die vielen Zwerge im Buch)). Das Leitmotiv bleibt aber die Liebe zum Leben und die Bessenheit zu einer persönlichen Sache. Die hat wohl jedes Familienmitglied. Der Vater will das beste Hotel, Frank das beste ausgestopfte Tier erstellen, Franny den besten Sex, John ist bessesen von Franny (ganz heftige Inzuchtsszene) und die kleinwüchsige Lilly bessesen vom Wachsen. Aber alles soll mit Vorsicht betrieben werden. Auch das ist ein Leitmotiv der Familie, vorallem durch Opa Iowa Bob ständig ausgerufen: Just keep passing the open windows. Ein Titel eines Queen-Songs, der für den Film geschrieben wurde (hab ich auch erst dadurch erfahren). Es hat mir auf jeden Fall sehr große Freude bereitet, die Familie Berry zu begleiten und ich werde sie vermissen. Schon alleine dieses Gefühl des Verlusts nach dem Lesen der letzen Seite sagt mir, dass alles andere als 5 Sterne für mich nicht gerechtfertigt wären.
Ein traumhaftes Buch! Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich meine dies also nicht schwärmerisch, sondern vielmehr wortgetreu. Ich kam mir beim Lesen der Geschichte der Familie Berry oft so vor, als würde ich nach einem wilden Traum am Morgen aufwachen. Es gibt Träume, die spielen ja in realistischen Umgebungen mit bekannten Personen, doch plötzlich tauchen andere Menschen oder Wesen auf, die eigentlich gar nicht hier hingehören und der eigene Traum wird skurril und surreal. Wie anders soll es einem denn vorkommen, wenn sprechende Bären, abgehalfterte Prostituierte, Terroristen, zwergenhafte Gestalten, sexbessene Menschen und die eigene Familie plötzlich in einem Haus wohnen. Und dies mit einer völligen Selbstverständlichkeit erzähl wird. Die Familie Berry betreibt in diesem Rückblick auf mehrere Dekaden insgesamt vier Hotels New Hampshire. Man kann somit jedes Hotel als eine Lebensstufe des Ich-Erzählers John sehen, der das mittlere der fünf Kinder ist. Das Buch ist voll geladenen mit Symboliken, Anspielungen, aber auch Kopien aus anderen Büchern. Es ist wunderbar erzählt, vor allem äußerst liebe- und humorvoll, aber halt auch an vielen Stellen sehr derbe und vulgär. Das muss man sicher mögen, denn ansonsten stößt einen das Buch ab. Am Hotel New Hampshire kann man gut erkennen, warum man sagt: Irving hast man oder liebt man. An manchen Stellen war mir das Wiener Hotel New Hampshire auch zu grotesk und ich hatte mich an das idyllische Familienleben im ersten Hotel NH in der ausgedienten Mädchenschule in New England zurück gesehnt. Das lag wohl aber daran, dass ich die Erzählung in dieser Phase zu verkopft aufnahm und mich daher am fehlenden Realismus störte. Erst als mir der Zusammenhang mit dem Träumen bewusst wurde, gerade weil auch Siegmund Freud aus der Traumdeutung oft zitiert wird, habe ich meine Sichtweise geändert, habe das Buch eher als Märchen anstatt als Biografie gesehen und fand auf diese Weise auch wieder die Faszination am Buch zurück. Biografisch ist allenfalls der Bezug zu Irvings Leben, der Ringer (John ist fanatischer Gewichteheber), der Wiener (wo Irving lange lebte) oder der Literaturwissenschaftler (es gibt unzählige Parallelen zu anderen Büchern und Autoren, die er vereehrt, z.B. Der Große Gatsby oder auch die Blechtrommel (gerade die vielen Zwerge im Buch)). Das Leitmotiv bleibt aber die Liebe zum Leben und die Bessenheit zu einer persönlichen Sache. Die hat wohl jedes Familienmitglied. Der Vater will das beste Hotel, Frank das beste ausgestopfte Tier erstellen, Franny den besten Sex, John ist bessesen von Franny (ganz heftige Inzuchtsszene) und die kleinwüchsige Lilly bessesen vom Wachsen. Aber alles soll mit Vorsicht betrieben werden. Auch das ist ein Leitmotiv der Familie, vorallem durch Opa Iowa Bob ständig ausgerufen: Just keep passing the open windows. Ein Titel eines Queen-Songs, der für den Film geschrieben wurde (hab ich auch erst dadurch erfahren). Es hat mir auf jeden Fall sehr große Freude bereitet, die Familie Berry zu begleiten und ich werde sie vermissen. Schon alleine dieses Gefühl des Verlusts nach dem Lesen der letzen Seite sagt mir, dass alles andere als 5 Sterne für mich nicht gerechtfertigt wären.
“You take every opportunity given you in this world, even if you have too many opportunities. One day, the opportunities stop, you know.” This was my first book by John Irving and I fell in love. It's definitely one of the most beautiful (and grotesque) novels I have ever read. Irving has a very unique way to write his stories, and every time I came back to this novel, it felt like coming home. One chapter was better than the other, every single character was adorable in its own way (well, maybe not every character). Now, I do understand why it's so many people's favourite author. The Berry family owns my heart, I guess. It's been over half a year since I finished this book, but not a week passes where I don't think about the characters. <3
Mit fast 600 Seiten gehört es zu einem der eher längeren Bücher, die ich bisher gelesen habe. Dadurch das man das Buch ständig wieder in die Hand nimmt und an verschiedenen Orten liest, fühlt es sich irgendwann wie nach Hause kommen an, wenn man es aufschlägt. Hotel New Hampshire oder besser gesagt die drei Hotel New Hampshires und genau so fühlen sie sich auch an: wie mehrere Bücher in einem, aber wundervoll verknüpft und verwoben durch immer wiederkehende Sinnbilder und natürlich die Hauptcharaktere. Auch wenn ich es genossen habe, alle Phasen der Familie zu begleiten, trauere ich doch dem ersten Hotel, der Mädchenschule, hinterher. Als Kummer, Egg und die Mutter noch lebten und man über die Eigenarten aller erfuhr und man sich in jeden Charakter und seine dazugehörige Sonderbarkeit etwas verlieben konnte. Der Verlust den die Familie beim Flugzeugabsturz erleiden, zieht sich durch ganze Buch. So wie die Liebe zwischen Franny und John, wird sie doch schon seit Beginn angedeutet. Und doch kam es für mich überraschend, als sie sich letztendlich entfaltete. Genau so unerwartet, wie die Beziehung mit John zu Susie. Ich hätte John immer mit einem anderen Typ Mädchen gesehen, ein Mädchen ähnlich wie Franny, aber im Endeffekt wurde wohl die Möglichkeit dafür auch in der einen Nacht ausgelöscht. Die Entwicklung von Frank und Lilly finde ich im Nachhinein am spannendsten, wie Lillys Wachstumsversuche und die Liebe zur Literatur die Familie finanziell durch die Verhandlungskünste von Frank retten, und diese Rettung doch nicht reicht um Lilly zu halten.
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John Irving, geboren 1942 in Exeter, New Hampshire, lebt in Toronto und ist einer der begnadetsten Autoren Nordamerikas. Seine bisher 16 Romane wurden alle Weltbestseller, vier davon verfilmt. 2000 erhielt er einen Oscar für die beste Drehbuchadaption für die Verfilmung seines Romans ›Gottes Werk und Teufels Beitrag‹.
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Ich habe alles erwartet aber nicht das.
Dieses Buch war so gut und witzig und traurig und alles was ich mir gewünscht habe. Die Gesichte dieser Familie die so absurd ist in ihrer Tragik. An manches Stellen war es mir etwas zu langatmig aber ich haben in diesen Buch wirklich alles gehabt, was ich haben will in einem guten Buch. So toll!
Die Geschichte der Familie Berry beginnt im Hotel Arbuthnot, in welchem sich Win und seine Frau Mary Berry verlieben; trotz ihrer schon vorherrschenden Bekanntschaft, finden sie nun erst richtig zusammen. Eine wichtige Rolle spielt dabei Freud, ein Mann, der in die USA geflohen ist, um dort seinen Durchbruch mit dem Bären State 'o Maine zu wagen. Als Freud schließlich nach Europa zurückgeht, müssen die beiden ihm versprechen, zu heiraten und kurz nach ihrer Hochzeit bekommen sie ihr erstes Kind und gründen ihr erstes Hotel New Hampshire. Dort beginnt dann ihr großes Abenteuer und zieht sich mit Irving-typischen Themen durch das gesamte Werk: Bären; ein zweites Hotel New Hampshire in Österreich; Geschwisterliebe; eine Tochter, welche Schriftstellerin wird, jedoch dem Druck nicht gerecht werden kann; Prostituierte, die in den Hotels arbeiten; einige sexuelle Abenteuer (und Träume); ... Der Roman ist wirklich toll erzählt, mit einigen Weisheiten ("Bleib immer weg von offenen Fenstern"). Die Charaktere sind wahrlich skurril, doch keinesfalls nicht liebenswert. Sämtliche Vorurteile und Klischees werden zusammengemischt, mit Humor getoppt und als Ergebnis hat man diesen empfehlenswerten Roman. Ein Roman, der mich wirklich überrascht hat. Fazit: Auch wenn der Schreibstil zu Beginn und an manchen weiteren Stellen etwas langatmig war und mich somit nicht gepackt hat, ging es wirklich bergauf. Ein sehr lesenswerter Roman, wenn man auf eine stürmische Reise mit Irving gehen möchte.
Ein traumhaftes Buch! Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich meine dies also nicht schwärmerisch, sondern vielmehr wortgetreu. Ich kam mir beim Lesen der Geschichte der Familie Berry oft so vor, als würde ich nach einem wilden Traum am Morgen aufwachen. Es gibt Träume, die spielen ja in realistischen Umgebungen mit bekannten Personen, doch plötzlich tauchen andere Menschen oder Wesen auf, die eigentlich gar nicht hier hingehören und der eigene Traum wird skurril und surreal. Wie anders soll es einem denn vorkommen, wenn sprechende Bären, abgehalfterte Prostituierte, Terroristen, zwergenhafte Gestalten, sexbessene Menschen und die eigene Familie plötzlich in einem Haus wohnen. Und dies mit einer völligen Selbstverständlichkeit erzähl wird. Die Familie Berry betreibt in diesem Rückblick auf mehrere Dekaden insgesamt vier Hotels New Hampshire. Man kann somit jedes Hotel als eine Lebensstufe des Ich-Erzählers John sehen, der das mittlere der fünf Kinder ist. Das Buch ist voll geladenen mit Symboliken, Anspielungen, aber auch Kopien aus anderen Büchern. Es ist wunderbar erzählt, vor allem äußerst liebe- und humorvoll, aber halt auch an vielen Stellen sehr derbe und vulgär. Das muss man sicher mögen, denn ansonsten stößt einen das Buch ab. Am Hotel New Hampshire kann man gut erkennen, warum man sagt: Irving hast man oder liebt man. An manchen Stellen war mir das Wiener Hotel New Hampshire auch zu grotesk und ich hatte mich an das idyllische Familienleben im ersten Hotel NH in der ausgedienten Mädchenschule in New England zurück gesehnt. Das lag wohl aber daran, dass ich die Erzählung in dieser Phase zu verkopft aufnahm und mich daher am fehlenden Realismus störte. Erst als mir der Zusammenhang mit dem Träumen bewusst wurde, gerade weil auch Siegmund Freud aus der Traumdeutung oft zitiert wird, habe ich meine Sichtweise geändert, habe das Buch eher als Märchen anstatt als Biografie gesehen und fand auf diese Weise auch wieder die Faszination am Buch zurück. Biografisch ist allenfalls der Bezug zu Irvings Leben, der Ringer (John ist fanatischer Gewichteheber), der Wiener (wo Irving lange lebte) oder der Literaturwissenschaftler (es gibt unzählige Parallelen zu anderen Büchern und Autoren, die er vereehrt, z.B. Der Große Gatsby oder auch die Blechtrommel (gerade die vielen Zwerge im Buch)). Das Leitmotiv bleibt aber die Liebe zum Leben und die Bessenheit zu einer persönlichen Sache. Die hat wohl jedes Familienmitglied. Der Vater will das beste Hotel, Frank das beste ausgestopfte Tier erstellen, Franny den besten Sex, John ist bessesen von Franny (ganz heftige Inzuchtsszene) und die kleinwüchsige Lilly bessesen vom Wachsen. Aber alles soll mit Vorsicht betrieben werden. Auch das ist ein Leitmotiv der Familie, vorallem durch Opa Iowa Bob ständig ausgerufen: Just keep passing the open windows. Ein Titel eines Queen-Songs, der für den Film geschrieben wurde (hab ich auch erst dadurch erfahren). Es hat mir auf jeden Fall sehr große Freude bereitet, die Familie Berry zu begleiten und ich werde sie vermissen. Schon alleine dieses Gefühl des Verlusts nach dem Lesen der letzen Seite sagt mir, dass alles andere als 5 Sterne für mich nicht gerechtfertigt wären.
Ein traumhaftes Buch! Im wahrsten Sinne des Wortes. Ich meine dies also nicht schwärmerisch, sondern vielmehr wortgetreu. Ich kam mir beim Lesen der Geschichte der Familie Berry oft so vor, als würde ich nach einem wilden Traum am Morgen aufwachen. Es gibt Träume, die spielen ja in realistischen Umgebungen mit bekannten Personen, doch plötzlich tauchen andere Menschen oder Wesen auf, die eigentlich gar nicht hier hingehören und der eigene Traum wird skurril und surreal. Wie anders soll es einem denn vorkommen, wenn sprechende Bären, abgehalfterte Prostituierte, Terroristen, zwergenhafte Gestalten, sexbessene Menschen und die eigene Familie plötzlich in einem Haus wohnen. Und dies mit einer völligen Selbstverständlichkeit erzähl wird. Die Familie Berry betreibt in diesem Rückblick auf mehrere Dekaden insgesamt vier Hotels New Hampshire. Man kann somit jedes Hotel als eine Lebensstufe des Ich-Erzählers John sehen, der das mittlere der fünf Kinder ist. Das Buch ist voll geladenen mit Symboliken, Anspielungen, aber auch Kopien aus anderen Büchern. Es ist wunderbar erzählt, vor allem äußerst liebe- und humorvoll, aber halt auch an vielen Stellen sehr derbe und vulgär. Das muss man sicher mögen, denn ansonsten stößt einen das Buch ab. Am Hotel New Hampshire kann man gut erkennen, warum man sagt: Irving hast man oder liebt man. An manchen Stellen war mir das Wiener Hotel New Hampshire auch zu grotesk und ich hatte mich an das idyllische Familienleben im ersten Hotel NH in der ausgedienten Mädchenschule in New England zurück gesehnt. Das lag wohl aber daran, dass ich die Erzählung in dieser Phase zu verkopft aufnahm und mich daher am fehlenden Realismus störte. Erst als mir der Zusammenhang mit dem Träumen bewusst wurde, gerade weil auch Siegmund Freud aus der Traumdeutung oft zitiert wird, habe ich meine Sichtweise geändert, habe das Buch eher als Märchen anstatt als Biografie gesehen und fand auf diese Weise auch wieder die Faszination am Buch zurück. Biografisch ist allenfalls der Bezug zu Irvings Leben, der Ringer (John ist fanatischer Gewichteheber), der Wiener (wo Irving lange lebte) oder der Literaturwissenschaftler (es gibt unzählige Parallelen zu anderen Büchern und Autoren, die er vereehrt, z.B. Der Große Gatsby oder auch die Blechtrommel (gerade die vielen Zwerge im Buch)). Das Leitmotiv bleibt aber die Liebe zum Leben und die Bessenheit zu einer persönlichen Sache. Die hat wohl jedes Familienmitglied. Der Vater will das beste Hotel, Frank das beste ausgestopfte Tier erstellen, Franny den besten Sex, John ist bessesen von Franny (ganz heftige Inzuchtsszene) und die kleinwüchsige Lilly bessesen vom Wachsen. Aber alles soll mit Vorsicht betrieben werden. Auch das ist ein Leitmotiv der Familie, vorallem durch Opa Iowa Bob ständig ausgerufen: Just keep passing the open windows. Ein Titel eines Queen-Songs, der für den Film geschrieben wurde (hab ich auch erst dadurch erfahren). Es hat mir auf jeden Fall sehr große Freude bereitet, die Familie Berry zu begleiten und ich werde sie vermissen. Schon alleine dieses Gefühl des Verlusts nach dem Lesen der letzen Seite sagt mir, dass alles andere als 5 Sterne für mich nicht gerechtfertigt wären.
“You take every opportunity given you in this world, even if you have too many opportunities. One day, the opportunities stop, you know.” This was my first book by John Irving and I fell in love. It's definitely one of the most beautiful (and grotesque) novels I have ever read. Irving has a very unique way to write his stories, and every time I came back to this novel, it felt like coming home. One chapter was better than the other, every single character was adorable in its own way (well, maybe not every character). Now, I do understand why it's so many people's favourite author. The Berry family owns my heart, I guess. It's been over half a year since I finished this book, but not a week passes where I don't think about the characters. <3
Mit fast 600 Seiten gehört es zu einem der eher längeren Bücher, die ich bisher gelesen habe. Dadurch das man das Buch ständig wieder in die Hand nimmt und an verschiedenen Orten liest, fühlt es sich irgendwann wie nach Hause kommen an, wenn man es aufschlägt. Hotel New Hampshire oder besser gesagt die drei Hotel New Hampshires und genau so fühlen sie sich auch an: wie mehrere Bücher in einem, aber wundervoll verknüpft und verwoben durch immer wiederkehende Sinnbilder und natürlich die Hauptcharaktere. Auch wenn ich es genossen habe, alle Phasen der Familie zu begleiten, trauere ich doch dem ersten Hotel, der Mädchenschule, hinterher. Als Kummer, Egg und die Mutter noch lebten und man über die Eigenarten aller erfuhr und man sich in jeden Charakter und seine dazugehörige Sonderbarkeit etwas verlieben konnte. Der Verlust den die Familie beim Flugzeugabsturz erleiden, zieht sich durch ganze Buch. So wie die Liebe zwischen Franny und John, wird sie doch schon seit Beginn angedeutet. Und doch kam es für mich überraschend, als sie sich letztendlich entfaltete. Genau so unerwartet, wie die Beziehung mit John zu Susie. Ich hätte John immer mit einem anderen Typ Mädchen gesehen, ein Mädchen ähnlich wie Franny, aber im Endeffekt wurde wohl die Möglichkeit dafür auch in der einen Nacht ausgelöscht. Die Entwicklung von Frank und Lilly finde ich im Nachhinein am spannendsten, wie Lillys Wachstumsversuche und die Liebe zur Literatur die Familie finanziell durch die Verhandlungskünste von Frank retten, und diese Rettung doch nicht reicht um Lilly zu halten.



















