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Michael Kohlhaas

3.1(69)
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About the book

"Michael Kohlhaas" is a novella written by famed writer Heinrich von Kleist (1777-1811). The story is based upon the historical figure of Hans Kohlhase, a 16th century merchant who turned violent after being attacked and victimized by the authorities. As a result, he gathered around him a band of criminals and spread terror throughout the whole of Saxony. --- "The novella is a good example of Kleist's excellent narrative art: The action can be summed up in a few words, such as the formula for this story, given expressly on its first page: 'His sense of justice made him a robber and a murderer.' There is no leisurely exposition of time, place, or situation; all the necessary elements are given concisely in the first sentences. The action develops logically, with effective use of retardation and climax, but without disturbing episodes; and the reader is never permitted to forget the central theme. The descriptive element is realistic, with only pertinent details swiftly presented, often in parentheses, while the action moves on. The characterization is skilfully indirect, through unconscious action and speech. The author does not shun the trivial or even the repulsive in detail, nor does he fear the most tragic catastrophes ... The whole work in all its parts is firmly and finely forged by a master workman. --- Kleist has remained a solitary figure in German literature. Owing little to the dominant literary influences of his day, he has also found few imitators. Two generations passed before he began to come into his heritage of legitimate fame. Now ... his place is well assured among the greatest dramatic and narrative authors of Germany." (John S. Nollen)

Editions (3)

ISBN9781595690760
PublisherMondial
Publication Date11/12/07
Pages104

Reviews & Ratings

69 ratings

10 reviews

3.1

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  • fraumarsupilami
    fraumarsupilami

    187 Followers

    3.5

    „Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder“ — Wenn Gerechtigkeit zur Obsession wird 🗯️🔥👨‍⚖️

    Michael Kohlhaas ist so einer, der eigentlich nichts weiter will, als in Ruhe seine Pferde verkaufen. Stattdessen verliert er im Lauf der Geschichte nicht nur seine Pferde, sondern auch seine Frau, seine Würde und am Ende sein Leben – und das alles, weil er nicht loslassen kann. Kleists Novelle erzählt die Geschichte eines Mannes, der aus einem berechtigten Anliegen heraus Stück für Stück jeden moralischen Kompass verliert und sich dabei selbst zur zerstörerischen Kraft macht. Und ja: Das ist so anstrengend wie faszinierend. Der Einstieg? Sprachlich eine Herausforderung – lange, verschachtelte Sätze, altertümliches Vokabular, jede dritte Zeile eine Fußnote wert. Aber wenn man einmal drin ist, entfaltet „Michael Kohlhaas“ eine wuchtige Sogkraft. Der Text liest sich wie ein Moralfall im Ausnahmezustand: Was passiert, wenn ein Mensch sich zu 100 % im Recht fühlt – und alle staatlichen, moralischen und sozialen Schranken ignoriert, weil „das Gesetz“ versagt hat? Und genau da liegt der Reiz: Kohlhaas ist nicht einfach ein Wahnsinniger. Er ist kein brutaler Aufwiegler. Er ist ein Idealist, der das System beim Wort nimmt – und daran zerbricht. Dass er sich dabei mehr und mehr ins Extrem radikalisiert, wird nicht geschönt. Kleist zeigt, wie schmal der Grat zwischen Gerechtigkeit und Selbstgerechtigkeit ist, wie leicht aus Rechtsempfinden Gewalt werden kann. Das ist erschreckend aktuell – ob man will oder nicht. Trotzdem: Der Text ist auch überfrachtet. Der Plot eskaliert mitunter ins Absurde. Dass ausgerechnet ein Pferdehändler plötzlich halb Sachsen niederbrennt und sich mit Martin Luther über Gott und Gerechtigkeit unterhält, wirkt eher wie ein Fiebertraum als ein realitätsnaher Erzählstrang. Aber genau dieser Bruch – zwischen überhöhtem Pathos und messerscharfer Kritik – macht die Novelle eben auch spannend. Und sperrig. Und ein bisschen größenwahnsinnig. Fazit: „Michael Kohlhaas“ ist kein gemütlicher Klassiker zum Weglesen, sondern ein moralischer Stresstest in erzählerischer Höchstform. Wer sich darauf einlässt, wird belohnt mit einem Text, der tief bohrt und unbequeme Fragen stellt. Wie viel Gerechtigkeit darf man fordern? Wann kippt Haltung in Hybris? Und wie sehr darf man ausrasten, bevor man selbst zum Täter wird? Kleist gibt keine Antworten – aber er zwingt dich, deine eigenen zu finden. ⭐️⭐️⭐️

    „Das Rechtgefühl machte ihn zum Räuber und Mörder“ — Wenn Gerechtigkeit zur Obsession wird 🗯️🔥👨‍⚖️

    Jun 14, 2025

  • maddin809
    maddin809

    20 Followers

    4.0

    Kurz & Knackig, historisch mit ein paar Ungenauigkeiten

    Heinrich von Kleist schrieb dieses kleine Büchlein ungefähr 1809/10. er bediente sich dabei einer Chronik aus seiner Zeit über die fast 300 Jahre alten Ereignisse. Den trotzigen Pferdehändler Kohlhaas hat es also wirklich gegeben. Der Stoff ist auch beliebt und es gibt einige Verfilmungen. Zuletzt habe ich die Version mit Mads Mikkelsen als Kohlhaas in Schweizer Bergen gesehen, die nicht wirklich funktioniert. Der Film lässt (vermutlich wegen knappem Budget) fast die Hälfte der Handlung weg. Insbesondere die politischen Ränkespiele im 2. Teil des Buches sind interessant, tauchen aber im Film gar nicht auf. Jedenfalls finde ich es erstaunlich, dass sich in den Konflikt sogar Martin Luther einmischt, der sich womöglich an die Bauernaufstände Jahre zuvor erinnert fühlt. Das Buch wirft auch heute noch aktuelle Fragen von Anpassung, Widerstand und (übertriebenem?) Sinn für Gerechtigkeit auf. Es ist sehr flott erzählt und die knapp 100 Seiten lesen sich sehr schnell weg.

    Mar 16, 2025

  • arthurzturm
    arthurzturm

    171 Followers

    4.0

    Die altertümliche Schrift ist zu Beginn schwierig und zum Ende hin ein wenig mühselig. Dennoch wird das Leben dieses Mannes sehr gut beschrieben. Nüchtern wird das Unrecht betrachtet, welches in Selbstjustiz endet und diesen der unbedingten Gerechtigkeit liebenden Mann auf seinem Weg begleitet. Durch das Leben von Michael Kohlhaas konnte seine Geschichte nur gut werden.

    Nov 21, 2024

3 of 10 reviews

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