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"In uns allen steckt die Anlage zum Bösen. Und die meisten finden dafür sogar eine mehr oder weniger stichhaltige Rechtfertigung. Also, ich glaube nicht, dass der Mensch böse geboren wird. Am Ende ist Kultur immer stärker als Natur. Allerdings ist das böse Potenzial in uns eine Tatsache, wenngleich unterschiedlich stark ausgeprägt. Das mag genetische Ursachen haben oder soziale, doch im Ergebnis haben wir am Ende trotzdem ein Monster vor uns."
Eigentlich hätte dieses Buch von mir 5 Sterne verdient, denn es wird spannend und gut erzählt, doch ich musste einen Stern abziehen, da der Twist am Ende, mit dem ich nicht gerechnet habe, mit der Erzählperspektive für nicht gut funktioniert. Pfarrerin Jack Brooks, wird nach einem Skandal in ihrer alten Gemeinde, auf ein kleines Dorf versetzt. Zusammen mit ihrer Tochter versucht sie dort einen Neustart, stößt aber auf festgefahrene Strukturen und alte Denkweisen. Ihnen wird Misstrauen entgegen gebracht und irgendwer beginnt die beiden durch Botschaften und unerwünschte Geschenke zu belästigen. Jack und ihre Tochter stoßen auf eine alte historische Geschichte über Märtyrer und brennende Mägdelein. Bei ihren Nachforschungen entdecken sie Geheimnisse, die die Menschen hier lieber weiterhin unter dem Deckmantel der ehrlichen und gläubigen Gemeinde verborgen halten wollen. SPOILER ALERT Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Ich Perspektive der Pfarrerin und der des allwissenden Erzählers, wenn das Buch anderen Personen und ihren Erlebnissen folgt. Soweit, so gut. Diese Erzählweise hat mich nicht gestört und ich konnte den einzelnen Handlungssträngen gut folgen. Doch am Ende gibt es einen Twist, der die Pfarrerin selbst persönlich mit den Ereignissen verbindet und das hat mich gestört, obwohl ich die Auflösung richtig gut fand. Wenn aus der Ich-Perspektive erzählt wird, dann schweifen die Gedanken auch eben zu jenen Momenten, wo die handelnde Person an die Vergangenheit denkt, die ja anscheinend so traumatisierend war, dass die Ereignisse sie heute noch verfolgen. Wenn nun diese Gedanken dem Leser vorenthalten werden, kaufe ich das der Autorin nicht ab. Das funktioniert in meinem Kopf nicht. Warum wird also nicht die ganze Handlung aus der Sicht des Allwissenden-Erzähleres wiedergeben? Die Autorin nutzt sie doch sowieso? Am Ende hätte ich den Prolog aus der Ich- Perspektive erzählen lassen. Ich glaube, dass hätte dem Buch nichts von seiner Tiefe oder Spannung genommen. Denn die Prämisse, die dem Buch zu Grunde liegt, bleibt die gleiche und geht aus dem Zitat ,welches ich an den Anfang gesetzt habe hervor:.Es gibt die Veranlagung zum Bösen, in jedem Menschen, doch was lässt sie hervor treten? Veranlagung, Erziehung, Sozialisation? Das Buch beschäftigt sich auch mit dem Glaubenssystem der Kirche und dem Denkmäntelchen der Vergebung, das gerne benutzt wird, um bestimmte Dinge und Taten zu verschleiern. Themen wie Missbrauch, überirdische Erscheinungen, Exorzismus, Fundamentalismus, Ablass der Sünden oder Homosexualität, finden ebenfalls Erwähnung. Zum Schluss geht es auch um den eigenen Glauben und die Tatsache, dass man selber zum Monster werden kann, um sich und die, die wir lieben zu schützen. Du weißt erst zu was du fähig bist, wenn es dazu kommt.
Nov 9, 2025
"In uns allen steckt die Anlage zum Bösen. Und die meisten finden dafür sogar eine mehr oder weniger stichhaltige Rechtfertigung. Also, ich glaube nicht, dass der Mensch böse geboren wird. Am Ende ist Kultur immer stärker als Natur. Allerdings ist das böse Potenzial in uns eine Tatsache, wenngleich unterschiedlich stark ausgeprägt. Das mag genetische Ursachen haben oder soziale, doch im Ergebnis haben wir am Ende trotzdem ein Monster vor uns."
Eigentlich hätte dieses Buch von mir 5 Sterne verdient, denn es wird spannend und gut erzählt, doch ich musste einen Stern abziehen, da der Twist am Ende, mit dem ich nicht gerechnet habe, mit der Erzählperspektive für nicht gut funktioniert. Pfarrerin Jack Brooks, wird nach einem Skandal in ihrer alten Gemeinde, auf ein kleines Dorf versetzt. Zusammen mit ihrer Tochter versucht sie dort einen Neustart, stößt aber auf festgefahrene Strukturen und alte Denkweisen. Ihnen wird Misstrauen entgegen gebracht und irgendwer beginnt die beiden durch Botschaften und unerwünschte Geschenke zu belästigen. Jack und ihre Tochter stoßen auf eine alte historische Geschichte über Märtyrer und brennende Mägdelein. Bei ihren Nachforschungen entdecken sie Geheimnisse, die die Menschen hier lieber weiterhin unter dem Deckmantel der ehrlichen und gläubigen Gemeinde verborgen halten wollen. SPOILER ALERT Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt. Die Ich Perspektive der Pfarrerin und der des allwissenden Erzählers, wenn das Buch anderen Personen und ihren Erlebnissen folgt. Soweit, so gut. Diese Erzählweise hat mich nicht gestört und ich konnte den einzelnen Handlungssträngen gut folgen. Doch am Ende gibt es einen Twist, der die Pfarrerin selbst persönlich mit den Ereignissen verbindet und das hat mich gestört, obwohl ich die Auflösung richtig gut fand. Wenn aus der Ich-Perspektive erzählt wird, dann schweifen die Gedanken auch eben zu jenen Momenten, wo die handelnde Person an die Vergangenheit denkt, die ja anscheinend so traumatisierend war, dass die Ereignisse sie heute noch verfolgen. Wenn nun diese Gedanken dem Leser vorenthalten werden, kaufe ich das der Autorin nicht ab. Das funktioniert in meinem Kopf nicht. Warum wird also nicht die ganze Handlung aus der Sicht des Allwissenden-Erzähleres wiedergeben? Die Autorin nutzt sie doch sowieso? Am Ende hätte ich den Prolog aus der Ich- Perspektive erzählen lassen. Ich glaube, dass hätte dem Buch nichts von seiner Tiefe oder Spannung genommen. Denn die Prämisse, die dem Buch zu Grunde liegt, bleibt die gleiche und geht aus dem Zitat ,welches ich an den Anfang gesetzt habe hervor:.Es gibt die Veranlagung zum Bösen, in jedem Menschen, doch was lässt sie hervor treten? Veranlagung, Erziehung, Sozialisation? Das Buch beschäftigt sich auch mit dem Glaubenssystem der Kirche und dem Denkmäntelchen der Vergebung, das gerne benutzt wird, um bestimmte Dinge und Taten zu verschleiern. Themen wie Missbrauch, überirdische Erscheinungen, Exorzismus, Fundamentalismus, Ablass der Sünden oder Homosexualität, finden ebenfalls Erwähnung. Zum Schluss geht es auch um den eigenen Glauben und die Tatsache, dass man selber zum Monster werden kann, um sich und die, die wir lieben zu schützen. Du weißt erst zu was du fähig bist, wenn es dazu kommt.
Nov 9, 2025








