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Wut, Trauer, Frust und Ohnmacht - Gefühle, mit denen man rechnen muss, wenn man dieses Buch liest. "Covens können Geschwisterschalten und Solidargemeinschaften sein, in denen sich Menschen aufgehoben fühlen und politischen Aktivismus als Kollektiv betreiben. Und, die Erfahrung habe ich in den vergangenen Monaten gemacht: Vor nichts haben patriachale Mächte mehr Angst als vor dem feministischen Kollektiv!" (S. 264)
Ich muss ehrlich sagen: Dieses Buch hat mich wütend gemacht. Aber nicht auf die Autorin oder den Inhalt, sondern auf das System, in dem wir leben. Ich habe mich schon immer als Feministin identifiziert und dachte, ich sei in Sachen Gleichberechtigung und Medienkompetenz super aufgeklärt. Dieses Buch hat mir jedoch den Spiegel vorgehalten und aufgezeigt, dass auch ich nicht immun gegen patriarchale Denkmuster bin. Besonders die Analysen zu den großen Medienskandalen rund um prominente Frauen haben mich umgehauen. Die Autorin legt offen, wie sehr wir alle Opfer einer gezielten Berichterstattung werden. Meine wichtigste Erkenntnis: Wie oft habe ich in der Vergangenheit Männer in Schutz genommen oder die Glaubwürdigkeit von Frauen angezweifelt, die sexuelle Übergriffe öffentlich gemacht haben (Beispiel: Jonny Depp und Amber Heard sowie die Skandale rund um Till Lindemann). Diese Erkenntnis tut wirklich weh, ist aber so wichtig. Das Buch analysiert messerscharf die Dynamiken hinter diesen Skandalen. Es geht nicht nur um Individuen, sondern darum, wie die Medien uns dazu bringen, Täter-Opfer-Umkehr zu betreiben. Wir müssen uns alle kritisch hinterfragen: Warum glauben wir einer Schlagzeile eher als der betroffenen Person? Trotz der Begeisterung gibt es einen Punktabzug, weshalb ich keine 5 Sterne vergeben kann. Das Kapitel zum Thema Polizeigewalt empfand ich als schwierig. Meiner Meinung nach wurde hier teilweise mit fragwürdigen Interpretationen gearbeitet und die Quellenlage wirkte subjektiv als im Rest des Buches. Wenn man sich die Bundeskriminalstatistik oder Berichte des Statistischen Bundesamtes anschaut, wird deutlich, dass auch die Gewalt gegen Beamte zunimmt... eine gesellschaftliche Spaltung, die im Buch für mein Empfinden etwas zu einseitig oder mit fragwürdigen Rückschlüssen dargestellt wurde. Hier hätte ich mir mehr Nuancen und eine fundiertere Auseinandersetzung gewünscht. Was dieses Buch so wertvoll macht, ist der Fokus: Es werden nicht „die Männer“ als Individuen an den Pranger gestellt, sondern das Patriarchat als System. Es erklärt, wie wir alle (unabhängig vom Geschlecht) darin gefangen sind. Warum man es lesen sollte: Es rüttelt am eigenen Weltbild. Es deckt die Mechanismen hinter „It-Girl“-Skandalen und Hexenjagden auf. Es ist ein dringender Appell zur Selbstreflexion. Eigentlich müssten viel mehr Männer dieses Buch lesen. Es ist ein hervorragender Diskussionsstoff, auch wenn man nicht in jedem Punkt mit der Autorin übereinstimmen muss. "Hoffnung ist eine Praxis. Man bildet sie wie ein Muskel. Am Anfang ist es anstrengend, und es tut weh - aber dann wird es einfacher, und du beginnst, Dinge auf eine Art zu bewegen, die du dir nie hättest träumen lassen." (Laurie Penny, S. 372)
2. Apr. 2026
Wut, Trauer, Frust und Ohnmacht - Gefühle, mit denen man rechnen muss, wenn man dieses Buch liest. "Covens können Geschwisterschalten und Solidargemeinschaften sein, in denen sich Menschen aufgehoben fühlen und politischen Aktivismus als Kollektiv betreiben. Und, die Erfahrung habe ich in den vergangenen Monaten gemacht: Vor nichts haben patriachale Mächte mehr Angst als vor dem feministischen Kollektiv!" (S. 264)
Ich muss ehrlich sagen: Dieses Buch hat mich wütend gemacht. Aber nicht auf die Autorin oder den Inhalt, sondern auf das System, in dem wir leben. Ich habe mich schon immer als Feministin identifiziert und dachte, ich sei in Sachen Gleichberechtigung und Medienkompetenz super aufgeklärt. Dieses Buch hat mir jedoch den Spiegel vorgehalten und aufgezeigt, dass auch ich nicht immun gegen patriarchale Denkmuster bin. Besonders die Analysen zu den großen Medienskandalen rund um prominente Frauen haben mich umgehauen. Die Autorin legt offen, wie sehr wir alle Opfer einer gezielten Berichterstattung werden. Meine wichtigste Erkenntnis: Wie oft habe ich in der Vergangenheit Männer in Schutz genommen oder die Glaubwürdigkeit von Frauen angezweifelt, die sexuelle Übergriffe öffentlich gemacht haben (Beispiel: Jonny Depp und Amber Heard sowie die Skandale rund um Till Lindemann). Diese Erkenntnis tut wirklich weh, ist aber so wichtig. Das Buch analysiert messerscharf die Dynamiken hinter diesen Skandalen. Es geht nicht nur um Individuen, sondern darum, wie die Medien uns dazu bringen, Täter-Opfer-Umkehr zu betreiben. Wir müssen uns alle kritisch hinterfragen: Warum glauben wir einer Schlagzeile eher als der betroffenen Person? Trotz der Begeisterung gibt es einen Punktabzug, weshalb ich keine 5 Sterne vergeben kann. Das Kapitel zum Thema Polizeigewalt empfand ich als schwierig. Meiner Meinung nach wurde hier teilweise mit fragwürdigen Interpretationen gearbeitet und die Quellenlage wirkte subjektiv als im Rest des Buches. Wenn man sich die Bundeskriminalstatistik oder Berichte des Statistischen Bundesamtes anschaut, wird deutlich, dass auch die Gewalt gegen Beamte zunimmt... eine gesellschaftliche Spaltung, die im Buch für mein Empfinden etwas zu einseitig oder mit fragwürdigen Rückschlüssen dargestellt wurde. Hier hätte ich mir mehr Nuancen und eine fundiertere Auseinandersetzung gewünscht. Was dieses Buch so wertvoll macht, ist der Fokus: Es werden nicht „die Männer“ als Individuen an den Pranger gestellt, sondern das Patriarchat als System. Es erklärt, wie wir alle (unabhängig vom Geschlecht) darin gefangen sind. Warum man es lesen sollte: Es rüttelt am eigenen Weltbild. Es deckt die Mechanismen hinter „It-Girl“-Skandalen und Hexenjagden auf. Es ist ein dringender Appell zur Selbstreflexion. Eigentlich müssten viel mehr Männer dieses Buch lesen. Es ist ein hervorragender Diskussionsstoff, auch wenn man nicht in jedem Punkt mit der Autorin übereinstimmen muss. "Hoffnung ist eine Praxis. Man bildet sie wie ein Muskel. Am Anfang ist es anstrengend, und es tut weh - aber dann wird es einfacher, und du beginnst, Dinge auf eine Art zu bewegen, die du dir nie hättest träumen lassen." (Laurie Penny, S. 372)
2. Apr. 2026







