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Die Gezeiten gehören uns

3,7(73)
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Deutsch
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Über das Buch

Vendela Vida erzählt ein subtiles Drama über Freundschaft und Verrat, Sexualität und Lügen im San Francisco der 80er Jahre. "Scharfsinnig, traurig, überraschend und fesselnd. Und außerdem lustig." Nick Hornby Eulabee und ihrer charismatischen Freundin Maria Fabiola gehören die Straßen von Sea Cliff, wo die Häuser prachtvoll und die Strände wild sind. Morgens gehen sie im Faltenrock zur Mädchenschule, nachmittags spüren sie ihre Macht, wenn sie frei und furchtlos über die Klippen rennen. Eines Morgens werden sie von einem Mann in einem weißen Auto angehalten. Er fragt nach der Uhrzeit, Eulabee schaut auf ihre Swatch. Doch was danach passiert, darin sind sich die Mädchen uneinig. Angefasst habe der Mann sich, erzählt Maria Fabiola der Polizei. Eulabee widerspricht ihr – und wird plötzlich zur Ausgestoßenen. Vor der Kulisse der sich verändernden Landschaft von San Francisco erzählt Vendela Vida von der Grausamkeit der Jugend, von verlorener Unschuld, Lügen und Verrat.

Editionen (2)

ISBN9783446272262
VerlagHanser Berlin in Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG
Erscheinungsdatum14.02.22
Seitenzahl288

Rezensionen & Bewertungen

73 Bewertungen

20 Rezensionen

3,7

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  • marielle_liest
    marielle_liest

    148 Follower

    4,5

    Toller Roman über die Jugend, über Werte und über Freundschaft

    Vier Freundinnen leben Anfang der 80er-Jahre in San Francisco. Sie sind 13-14 Jahre alt, gehen auf eine private Mädchenschule und befinden sich in der Phase zwischen Kindsein und Erwachsenwerden. Bei den einen verläuft die Entwicklung schneller als bei den anderen - so wie die Pubertät eben ist. In dieser Zeit befinden sich die Mädchen mehrfach an einer Weggabelung, wo sie sich entscheiden müssen für eine Richtung und für die Werte, die ihr Leben bestimmt sollen: Aufrichtigkeit oder Selbstsucht, Authentizität oder Heuchelei, Bescheidenheit oder Überheblichkeit? 🌊👙⛅️ Der Roman wird aus der Perspektive von Eulabee erzählt, die mir mit ihrem grandiosen Humor, mit ihrem Scharfsinn, ihrem pfiffigen Verstand und einem beeindruckenden Gerechtigkeitsgefühl sofort gefallen hat. Sie ist in vielen Aspekten ihrem tatsächlichen Alter weit voraus, auch wenn sie sich körperlich nicht so schnell entwickelt wie ihre beste Freundin Maria Fabiola. Es war für mich eine große Lesefreude, die vier Mädchen mit ihren so detailliert beschriebenen Charakterzügen kennenzulernen. Dass ich mich mit Eulabee am besten identifizieren konnte, hat sich bis zum Schluss nicht geändert. Sie hat mich so oft an meine eigenen Jugend erinnert mit all den Schwierigkeiten und Hürden und mit den Entscheidungen, die getroffen werden müssen und häufig lebensprägend sind. Das Ende des Romans verdeutlicht den Standpunkt der Persönlichkeitsentwicklung erneut auf unglaublich spannende Weise. Denn gerade die Selbstfindung in der Pubertät wirkt manchmal ein Leben lang nach. Vendela Vida beschreibt die Zeit in Eulabees Leben in einem authentischen, gefühlsgeladenen und ausdrucksstarken Sprachstil, sodass ich den Roman ohne viele Pausen durchgelesen habe. Große Leseempfehlung für eine spannende Zeitreise mit Charme und Witz und mit einer sympathischen und bezaubernden Protagonistin!

    Toller Roman über die Jugend, über Werte und über Freundschaft

    12. Mai 2024

  • 4,0

    Sea Cliff, ein gehobener Stadtteil von San Francicso, in den frühen 80er Jahren. Hier wächst die 13jährige Eulabee auf, an der Schwelle vom Kindsein zur ersten erblühenden Weiblichkeit. Voll Bewunderung für ihre wunderschöne Freundin Maria Fabiola, eingebettet in eine Mädchenclique, deren Zusammenhalt sie für unabänderlich hält. Bis eines Tages der Vorfall mit dem weißen Mercedes geschieht … ‚Die Gezeiten gehören uns‘ ist ein kurzer, aber sehr intensiver Roman dessen Handlung größtenteils ein Jahr in Eulabees Leben abdeckt. Man kann Vendela Vidas Sea Cliff nicht nur vor sich sehen, sondern nahezu schmecken und riechen, das Salz in der Luft, den Nebel, der die Golden Gate Bridge einhüllt. Die Mädchen, die tagsüber brav Schuluniform tragen, während sie nachmittags über wilde Klippen klettern, sich versuchen zu finden, auszuprobieren, als werdende Frauen und sexuelle Wesen. Aber Eulabee erlebt auch die Ausgrenzung, das Alleinsein, als sie nicht hundertprozentig loyal zu Maria Fabiola steht, verstrickt sich in ein Lügengespinst, weil sie so unbedingt wieder dazugehören möchte. Es sind die Schwierigkeiten der frühen Teenagerjahre und in wem klingen die nicht hinterher? Schade nur, dass der Schluß für mich nicht ganz passend wirkt, den Blick auf die fast fünfzigjährige Eulabee und ihr Wiedersehen mit Maria Fabiola hätte es meines Erachtens nicht gebraucht. Er stört ein wenig den tollen Gesamteindruck und hinterlässt mehr Fragen als der Hauptteil des Romans.

    14. Feb. 2025

  • gretaviet
    gretaviet

    38 Follower

    3,0

    Eine Geschichte die so dahinplätschert.

    „We Run The Tides“ ist die Geschichte einer toxischen Freundschaft zwischen zwei Mädchen, die unterschiedlicher nicht sein können. Eulabee ist smart und unscheinbar, Maria Fabiola zieht alle Blicke auf sich – und das um jeden Preis. Das Buch startet zu dem Zeitpunkt in Eulabees Leben, an den jedes Mädchen irgendwann kommt: Man wird von der Außenwelt nichtmehr als Kind sondern als Frau wahrgenommen und ab dem Moment sexualisiert. Catcalling, Slutshaming, Blicke in den Ausschnitt einer 13-Jährigen und sexuelle Übergriffe die von Vida so neutral beschrieben werden, dass man sich selbst für eine Sekunde fragt, ob es vielleicht nicht doch einvernehmlich war. Und genau da liegt der Punkt: Eulabee wächst in den 80ern auf. Eine Zeit in der der Fehler immer das Verhalten der Frau war und patriarchale Strukturen die unangefochtene erste Instanz. Vida schreibt von einem endlosen Kreislauf des Vergleichens und des Wettkampf zwischen jungen Mädchen. Sie erzählt von der internalisierten Misogynie, die uns von Beginn unseres Leben eingetrichtert wird und wie Frauen, heute und damals, von der Gesellschaft alleine gelassen werden, sobald sie nicht dem klassischen Bild einer Frau entsprechen. (Gentle) Während der Hauptfokus der Geschichte auf Lügen und den Schaden den Lügen anrichten können liegt, hat mich das Bild der Frau und vor allem das Bild von „Mädchen“ im Amerika der 80er besonders frustriert zurückgelassen.

    19. Feb. 2024

3 von 20 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Vendela Vida

Vendela Vida ist die mehrfach ausgezeichnete Autorin von sechs Romanen, darunter "Des Tauchers leere Kleider" (2016) und "Liebende" (2012). Sie ist Gründerin und Herausgeberin von "The Believer" und war Gründungsmitglied von 826 Valencia, einem Schreibzentrum für Jugendliche in San Francisco. Vendela Vida lebt mit ihrer Familie in der San Francisco Bay Area.

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