Jugendbücher

L’étranger

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Über das Buch

Diese Klett-Ausgabe enthält den vollständigen Text des Romans mit Worterklärungen sowie einigen Zusatztexten.

Editionen (7)

ISBN9783125974609
VerlagKlett Sprachen GmbH
Erscheinungsdatum28.02.05
Seitenzahl97

Rezensionen & Bewertungen

1368 Bewertungen

171 Rezensionen

3,8

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  • luzifer
    luzifer

    368 Follower

    3,5

    „Abends hat Marie mich abgeholt und hat mich gefragt, ob ich sie heiraten wollte. Ich habe gesagt, das wäre mir egal, und wir könnten es tun, wenn sie es wollte.“

    Albert Camus „Der Fremde“ ist ein Roman, bei dem man schnell merkt, warum er so oft gelesen und diskutiert wird – auch wenn ich am Ende eher zwiegespalten zurückbleibe. Die philosophischen Fragen rund um Sinn, Schuld und die Absurdität des Lebens werden sehr deutlich, vor allem durch die Erkenntnis ganz am Schluss. Dieses Ende verleiht der Geschichte im Nachhinein viel Gewicht und macht deutlich, worauf Camus eigentlich hinauswill. Der extrem trockene, nüchterne und fast schon stumpfsinnig deprimierende Schreibstil passt zwar perfekt zur Hauptfigur Meursault und bringt seinen Charakter sehr gut rüber, kann aber auch anstrengend sein. Gleichzeitig hat genau diese Trockenheit etwas Unterhaltsames, weil sie so konsequent durchgezogen ist und stellenweise fast absurd wirkt. Trotz der Kürze hatte der Roman für mich einige Längen. Manche Passagen ziehen sich, ohne wirklich Neues beizutragen, was das Lesen stellenweise zäh macht. Gerade deshalb war ich etwas enttäuscht, denn von einem so gefeierten Klassiker hatte ich mir insgesamt mehr erhofft. Unterm Strich ist „Der Fremde“ ein wichtiges Buch mit starken philosophischen Gedanken und einem einprägsamen Ende, das meinen Erwartungen aber nur teilweise gerecht wurde.

    „Abends hat Marie mich abgeholt und hat mich gefragt, ob ich sie heiraten wollte. Ich habe gesagt, das wäre mir egal, und wir könnten es tun, wenn sie es wollte.“

    12. Jan. 2026

  • shantia
    shantia

    4 Follower

    4,0

    Kein Wohlfühlroman

    Der Fremde ist kein Wohlfühlroman und sicher nicht für jeden, regt aber zum Nachdenken an und dabei hat es nur 160 Seiten. So emotionslos der Hauptcharakter ist, so emotionlos bin ich selbst ihm gegenüber beim Lesen gewesen. Vielleicht so gewollt vom Autor? Die beiden Kapitel über die Verhandlung haben mich dann gefesselt, denn hier stellt sich einem als Leser dann die Frage ob der Hauptcharakter wegen seines Verbrechens oder seines Wesens/Verhalten vor Gericht steht. Eine schöne Gesellschaftskritik. Wie mit dem Thema Tod umgegangen wird fand ich auch anhaltend: „weil jeder sterben muss, spielt es keine Rolle, wann oder wie“ Zurecht ein Klassiker der auch heute noch viel gelesen wird. Man ist schnell in der Geschichte drin, kann das Buch in einer Sitzung lesen, und lässt viel Spielraum zur Interpretation.

    4. Juli 2026

  • _.silent_pages._
    _.silent_pages._

    70 Follower

    3,5

    Die Leere des Anderen: Camus’ Blick auf das fremde Ich?

    Das Werk bietet einen leicht verständlichen Zugang zu komplexen psychologischen Themen; die Kritik am Justizsystem ist zudem ein wertvoller Diskussionspunkt. Obwohl das Buch kurz und in einer klaren Sprache geschrieben ist, hinterlässt es einen tiefen Eindruck. Besonders aktuell wirkt Meursault, den man heute fast als jemanden mit anhedonischen oder schizoiden Zügen beschreiben könnte. Seine extreme Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Hitze deutet zudem auf ein überreiztes Nervensystem hin – ein unbewusster Abwehrmechanismus, der emotionale Taubheit erzeugt. Aus dieser Sicht könnte seine Tat als plötzliche Entladung einer lang angestauten inneren Spannung interpretiert werden. Es ist faszinierend, wie der ehrgeizige und erfolgreiche Albert Camus einen Charakter schuf, der das exakte Gegenteil seiner eigenen Vitalität verkörpert. Er scheint die Frage zu stellen: Wie ist es möglich, so passiv durch das Leben zu gehen? Camus nutzt den anschließenden Prozess, um die Unfähigkeit eines Gerichts aufzuzeigen, einen Menschen wirklich zu richten. Da Geschworene nicht in das Herz eines Mannes blicken können, lassen sie sich von rhetorischen Spielen und Vorurteilen leiten. Dies führt vor Augen, warum die Todesstrafe keine Entscheidung sein sollte, die Menschen über ihre Mitmenschen fällen dürfen. Die Geschichte führt konsequent zum Thema Tod. Dort liegt für mich der Kern. Stellt sich der Autor die Frage: Erkennen Menschen, die so „leer“ gelebt haben, im letzten Moment, dass sie ihre Zeit verschwendet haben? Erlangen sie doch noch ein Bewusstsein? Ein tiefgründiges Werk, das mich sehr beeindruckt hat und mich dazu bewegt, weitere Bücher dieses Autors zu lesen.

    13. Apr. 2026

3 von 171 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Albert Camus

Albert Camus wurde am 7. November 1913 in Mondovi, Französisch-Nordafrika (heute Algerien) geboren und starb am 4. Januar 1960 nahe Villeblevin in Frankreich. Er war ein französischer Schriftsteller und Philosoph. Camus wurde in Algerien auf einem Weingut geboren, wo sein Vater als Kellermeister arbeitete. Als er ein Jahr alt war, fiel sein Vater im Ersten Weltkrieg. Seine Mutter zog mit ihm und dem älteren Bruder nach Algier, wo sie in einer Fabrik und später als Putzfrau arbeitete. Camus konnte aufgrund eines Stipendiums mit zehn Jahren aufs Gymnasium wechseln. Nachdem Camus eine Tuberkuloseerkrankung über- und sein Abitur bestanden hatte, studierte er in Algier Philosophie. 1934 heiratete er, doch das ausschweifende Leben seiner Frau und ihre Drogensucht veranlassten ihn zwei Jahre später zur Trennung. 1935 wurde er Mitglied der Kommunistischen Partei, 1936 gründete er mit anderen Linken ein Theater. 1938 lernte er seine zweite Ehefrau kennen und wurde Reporter bei einer linken algerischen Zeitung, wobei er jedoch kein KP-Mitglied mehr war. Nach dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs wanderte Camus mit seiner zweiten Frau nach Paris aus, da sein Arbeitgeber aufgrund der Zensur Pleite ging. Die wirtschaftliche Abhängigkeit von seiner Frau konnte er mit der Anstellung bei einer Pariser Zeitung beenden. Während des Krieges und danach verfasste Camus, den mit dem Existenzialisten Sartre eine kurze Freundschaft verbunden hatte, einige seiner bekanntesten Werke wie „L’Étranger“, 'L'Hôte', „Le Malentendu“ und „Les Justes“. Seine Philosophie gründete auf der Absurdität und Sinnlosigkeit des Lebens. Ab 1950 engagierte er sich vornehmlich politisch, wenn auch überparteilich, und war aufgrund seiner Tuberkulose weniger in der Lage zu schreiben. 1957 erhielt er den Literaturnobelpreis. Am 4. Januar 1960 kam Albert Camus bei einem Verkehrsunfall ums Leben.

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