L' Etranger

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Über das Buch

Editionen (7)

ISBN9782070393718
VerlagGALLIMARD
Erscheinungsdatum01.06.00
Seitenzahl176

Rezensionen & Bewertungen

1,4k Bewertungen

172 Rezensionen

3,8

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  • luzifer
    luzifer

    370 Follower

    3,5

    „Abends hat Marie mich abgeholt und hat mich gefragt, ob ich sie heiraten wollte. Ich habe gesagt, das wäre mir egal, und wir könnten es tun, wenn sie es wollte.“

    Albert Camus „Der Fremde“ ist ein Roman, bei dem man schnell merkt, warum er so oft gelesen und diskutiert wird – auch wenn ich am Ende eher zwiegespalten zurückbleibe. Die philosophischen Fragen rund um Sinn, Schuld und die Absurdität des Lebens werden sehr deutlich, vor allem durch die Erkenntnis ganz am Schluss. Dieses Ende verleiht der Geschichte im Nachhinein viel Gewicht und macht deutlich, worauf Camus eigentlich hinauswill. Der extrem trockene, nüchterne und fast schon stumpfsinnig deprimierende Schreibstil passt zwar perfekt zur Hauptfigur Meursault und bringt seinen Charakter sehr gut rüber, kann aber auch anstrengend sein. Gleichzeitig hat genau diese Trockenheit etwas Unterhaltsames, weil sie so konsequent durchgezogen ist und stellenweise fast absurd wirkt. Trotz der Kürze hatte der Roman für mich einige Längen. Manche Passagen ziehen sich, ohne wirklich Neues beizutragen, was das Lesen stellenweise zäh macht. Gerade deshalb war ich etwas enttäuscht, denn von einem so gefeierten Klassiker hatte ich mir insgesamt mehr erhofft. Unterm Strich ist „Der Fremde“ ein wichtiges Buch mit starken philosophischen Gedanken und einem einprägsamen Ende, das meinen Erwartungen aber nur teilweise gerecht wurde.

    „Abends hat Marie mich abgeholt und hat mich gefragt, ob ich sie heiraten wollte. Ich habe gesagt, das wäre mir egal, und wir könnten es tun, wenn sie es wollte.“

    12. Jan. 2026

  • shantia
    shantia

    4 Follower

    4,0

    Kein Wohlfühlroman

    Der Fremde ist kein Wohlfühlroman und sicher nicht für jeden, regt aber zum Nachdenken an und dabei hat es nur 160 Seiten. So emotionslos der Hauptcharakter ist, so emotionlos bin ich selbst ihm gegenüber beim Lesen gewesen. Vielleicht so gewollt vom Autor? Die beiden Kapitel über die Verhandlung haben mich dann gefesselt, denn hier stellt sich einem als Leser dann die Frage ob der Hauptcharakter wegen seines Verbrechens oder seines Wesens/Verhalten vor Gericht steht. Eine schöne Gesellschaftskritik. Wie mit dem Thema Tod umgegangen wird fand ich auch anhaltend: „weil jeder sterben muss, spielt es keine Rolle, wann oder wie“ Zurecht ein Klassiker der auch heute noch viel gelesen wird. Man ist schnell in der Geschichte drin, kann das Buch in einer Sitzung lesen, und lässt viel Spielraum zur Interpretation.

    4. Juli 2026

  • _.silent_pages._
    _.silent_pages._

    70 Follower

    3,5

    Die Leere des Anderen: Camus’ Blick auf das fremde Ich?

    Das Werk bietet einen leicht verständlichen Zugang zu komplexen psychologischen Themen; die Kritik am Justizsystem ist zudem ein wertvoller Diskussionspunkt. Obwohl das Buch kurz und in einer klaren Sprache geschrieben ist, hinterlässt es einen tiefen Eindruck. Besonders aktuell wirkt Meursault, den man heute fast als jemanden mit anhedonischen oder schizoiden Zügen beschreiben könnte. Seine extreme Empfindlichkeit gegenüber Licht, Lärm und Hitze deutet zudem auf ein überreiztes Nervensystem hin – ein unbewusster Abwehrmechanismus, der emotionale Taubheit erzeugt. Aus dieser Sicht könnte seine Tat als plötzliche Entladung einer lang angestauten inneren Spannung interpretiert werden. Es ist faszinierend, wie der ehrgeizige und erfolgreiche Albert Camus einen Charakter schuf, der das exakte Gegenteil seiner eigenen Vitalität verkörpert. Er scheint die Frage zu stellen: Wie ist es möglich, so passiv durch das Leben zu gehen? Camus nutzt den anschließenden Prozess, um die Unfähigkeit eines Gerichts aufzuzeigen, einen Menschen wirklich zu richten. Da Geschworene nicht in das Herz eines Mannes blicken können, lassen sie sich von rhetorischen Spielen und Vorurteilen leiten. Dies führt vor Augen, warum die Todesstrafe keine Entscheidung sein sollte, die Menschen über ihre Mitmenschen fällen dürfen. Die Geschichte führt konsequent zum Thema Tod. Dort liegt für mich der Kern. Stellt sich der Autor die Frage: Erkennen Menschen, die so „leer“ gelebt haben, im letzten Moment, dass sie ihre Zeit verschwendet haben? Erlangen sie doch noch ein Bewusstsein? Ein tiefgründiges Werk, das mich sehr beeindruckt hat und mich dazu bewegt, weitere Bücher dieses Autors zu lesen.

    13. Apr. 2026

3 von 172 Rezensionen

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