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Kleine Grausamkeiten

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Über das Buch

Drei Brüder bei einer Beerdigung, einer von ihnen liegt im Sarg, betrauert von seinen Geschwistern. Aber welcher? Und warum? Nur jeweils ein Jahr sind die Drumm-Brüder William, Brian und Luke auseinander und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein. William hat als Filmproduzent Karriere gemacht und glaubt, ihm stehe einfach alles zu, Brian, der mittlere Bruder, Lehrer und Künstleragent betätigt sich als wenig selbstloser Friedensstifter, Luke, psychisch instabiles Nesthäkchen, ist ein international gefeierter, sehr einsamer Popstar. Aber keiner von ihnen ist der, der er zu sein scheint. Vom Tag ihrer Geburt an hat ihre narzisstische, ziemlich abgefeimte Mutter die Brüder darauf abgerichtet, um ihre Aufmerksamkeit zu buhlen. Sie spielen Spielchen, doch im Laufe der Jahre werden diese Spiele – die kleinen Grausamkeiten – immer unheimlicher, gnadenloser und gefährlicher. Toxisch geradezu, denn nur zwei der Brüder werden überleben.

Editionen (3)

ISBN9783958299740
VerlagSteidl Verlag
Erscheinungsdatum15.11.21
Seitenzahl400

Merkmale

2 Bewertungen

LangsamEinfachAnschaulichUngewöhnlichVielschichtigTraurig

Rezensionen & Bewertungen

156 Bewertungen

37 Rezensionen

3,9

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  • anja86
    anja86

    659 Follower

    4,0

    DIE WOHL TOXISCHSTE FAMILIE EVER! Es sind nicht immer Fremde, die den größten Schaden anrichten. Manchmal sind es die Menschen, die einem am nächsten stehen. Genau das macht Liz Nugent mit Kleine Grausamkeiten auf eindrucksvolle Weise deutlich. Schon der erste Satz macht sofort neugierig: Drei Brüder besuchen eine Beerdigung, doch einer von ihnen liegt im Sarg. Wer gestorben ist, wer dafür verantwortlich ist und wie es überhaupt so weit kommen konnte, bleibt lange offen. Genau diese Ausgangslage sorgt von Anfang an für eine unterschwellige Spannung, die sich durch den gesamten Roman zieht. Im Mittelpunkt stehen die Brüder William, Brian und Luke, deren Leben über mehrere Jahrzehnte begleitet wird. Erzählt wird chronologisch und aus den Perspektiven der drei Brüder. So erlebt man dieselben Ereignisse aus unterschiedlichen Blickwinkeln und versteht nach und nach ihre Beweggründe. Im Laufe der Handlung wird deutlich, wie eng ihre Schicksale miteinander verknüpft sind und welchen zerstörerischen Einfluss ihre Kindheit auf ihr Leben hat. Statt Liebe und Geborgenheit zu erfahren, wachsen Misstrauen, Neid und Rivalität, mit Folgen, die bis ins Erwachsenenalter nachwirken. Der Fokus liegt klar auf den Charakteren. Gerade dadurch entwickelt die Geschichte ihre besondere Stärke. Die Beweggründe der Figuren sind psychologisch tief ausgearbeitet und zeigen, wie sehr die Vergangenheit ihr heutiges Handeln prägt. Durch die wechselnden Perspektiven und Zeitsprünge fügt sich das Gesamtbild nach und nach zusammen. Dabei wird deutlich, wie tief die Wunden dieser Familie tatsächlich reichen und wie sehr die Erlebnisse aus der Kindheit das Leben der Brüder bis in die Gegenwart prägen. Der Schreibstil ist direkt, flüssig und liest sich trotz der ernsten Thematik sehr angenehm. Die Autorin nimmt sich viel Zeit für ihre Figuren und verdeutlicht auf eindringliche Weise, wie aus scheinbar kleinen Grausamkeiten über Jahre hinweg tiefe Abgründe entstehen. Die Geschichte lebt vor allem von ihren emotionalen Konflikten, der psychologischen Tiefe und der zerstörerischen Dynamik innerhalb der Familie. Das Geschehen wirkt erschreckend authentisch und bleibt auch lange nach dem Lesen im Gedächtnis. Es gibt jedoch auch einige Punkte, die den Gesamteindruck etwas schmälern. Über den gesamten Verlauf gibt es kaum eine Figur, mit der man wirklich mitfühlen oder mitfiebern kann. William, Brian und Luke entwickeln sich immer weiter zu egoistischen, manipulativen und rücksichtslosen Menschen. Das sorgt für eine gewisse emotionale Distanz, wodurch es stellenweise schwerfällt, eine enge Bindung zu den Figuren aufzubauen. Auch die durchgehend bedrückende Atmosphäre ist nicht für jeden etwas. Hoffnung oder wirklich schöne Momente gibt es kaum. Das passt zwar hervorragend zur Handlung, zwischendurch hätte sich der Geschichte aber der eine oder andere kleine Lichtblick gutgetan. Kleine Grausamkeiten ist kein klassischer Thriller, sondern ein intensives Familiendrama über Manipulation, verletzten Stolz und die zerstörerischen Folgen einer toxischen Kindheit.

    15 Stunden vor

  • readingisdreaming
    readingisdreaming

    357 Follower

    Abgebrochen nach 10%

    Sorry, kann mir so n sexistischen und frauenverachtenden Mist nicht geben. Vielleicht wird‘s in den POVs der anderen beiden Brüder besser, aber das hat mir schon gereicht mit William 😂

    25. Apr. 2026

  • sevdee
    sevdee

    88 Follower

    3,5

    „Alle drei Drumm-Brüder waren auf der Beerdigung, einer von uns allerdings im Sarg.“

    Mit diesem Satz beginnt eine Geschichte über drei Brüder, die schon als Kinder um die Liebe ihrer Mutter konkurrieren mussten. Als Erwachsene setzt sich dieser Konkurrenzkampf um Erfolg, Geld, Ruhm und Beziehungen immer weiter fort, bis einer von ihnen stirbt. Doch wer ist das Opfer und wer der Täter? Nachdem ich „Die seltsame Sally Diamond“ gelesen habe, wollte ich unbedingt noch ein weiteres Buch von Liz Nugent lesen und habe mich für „Kleine Grausamkeiten“ entschieden. Die Geschichte wird aus den Perspektiven aller drei Brüder erzählt. Dadurch versteht man ihre Beweggründe immer besser, obwohl keiner von ihnen wirklich sympathisch ist. Die Dynamik innerhalb der Familie, der Neid und die psychologischen Spielchen waren spannend dargestellt. Bis zum Ende wollte ich unbedingt wissen, wer im Sarg liegt und wie es zu diesem Punkt gekommen ist. Was mich allerdings etwas gestört hat, war das Erzähltempo. An einigen Stellen zieht sich die Geschichte etwas und die vielen Zeitsprünge waren teilweise verwirrend, sodass ich öfter zurückblättern musste, um den Überblick zu behalten. Insgesamt würde ich das Buch weniger als klassischen Kriminalroman, sondern vielmehr als düsteres psychologisches Familiendrama bezeichnen.

    „Alle drei Drumm-Brüder waren auf der Beerdigung, einer von uns allerdings im Sarg.“

    28. Juni 2026

3 von 37 Rezensionen

SocialReads

Seitenbasierte Kommentare

Seite 338%
marina_pie85
marina_pie8512. Jan. 2026

Von Seite 1 spannend! Ich liebe einfach die Bücher von Liz Nugent! Die Art zu schreiben und Bücher zu gestalten, gefällt mir einfach.

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1 Kommentar verdeckt

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Autorin / Autor

Über Liz Nugent

Liz Nugent, geboren 1967 in Dublin, hat für irische Radio- und Fernsehsender und für das Theater geschrieben. Bereits ihr erster Roman Unravelling Oliver (dt. »Die Sünden meiner Väter«), erschienen 2014, wurde ein großer Erfolg und Crime Novel of the Year bei den Irish Book Awards. Auch ihre folgenden Bücher Lying in Wait und Skin Deep wurden mit Preisen ausgezeichnet und landeten auf den irischen Bestsellerlisten. Nugents Romane erscheinen in fünfzehn Sprachen. Kleine Grausamkeiten erschien 2020 in Irland, England und den USA und wurde von der New York Times sofort als einer von sieben Most Recommended Thrillers of 2020 gelistet.

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