Blick ins Buch

Romane

Kein Teil der Welt

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Über das Buch

Vom Aufwachsen in der Glaubensgemeinschaft der Zeugen Jehovas.

Klug, rasant und herzzerreißend: Stefanie de Velascos aufrüttelnder Roman gibt Einblick in eine verborgene Welt und erzählt von einem Emanzipationsprozess, der sämtliche Fundamente zum Einstürzen bringt.

Ein ostdeutsches Dorf kurz nach der Wende. Die junge Esther wurde über Nacht aus ihrem bisherigen Leben gerissen, um hier, am anderen Ende der Republik, in der alten Heimat ihres Vaters, mit der Gemeinschaft einen neuen Königreichssaal zu bauen. Während die Eltern als Sonderpioniere der Wachtturmgesellschaft von Haus zu Haus ziehen, um im vom Mauerfall geprägten Osten zu missionieren, vermisst Esther ihre Freundin Sulamith schmerzlich.

Mit Sulamith hat sie seit der Kindheit in der Siedlung am Rhein alles geteilt: die Fresspakete bei den Sommerkongressen, die Predigtdienstschule, erste große Gefühle und Geheimnisse. Doch Sulamith zweifelt zunehmend an dem Glaubenssystem, in dem die beiden Freundinnen aufgewachsen sind, was in den Tagen vor Esthers Umzug zu verhängnisvollen Entwicklungen führt. Während Esther noch herauszufinden versucht, was mit Sulamith geschehen ist, stößt sie auf einen Teil ihrer Familiengeschichte, der bislang stets vor ihr geheim gehalten wurde.

Poetisch, wortgewandt und mit unwiderstehlicher Kraft führt uns dieser Roman in eine Welt, die mitten in der unsrigen existiert und dennoch kein Teil von ihr ist. Und stellt eine unvergessliche junge Frau ins Zentrum, die alles daran setzt, selbst darüber zu bestimmen, welche Erzählungen ihr Halt geben.

Editionen (2)

ISBN9783462050431
VerlagKiepenheuer & Witsch
Erscheinungsdatum10.10.19
Seitenzahl432

Rezensionen & Bewertungen

38 Bewertungen

6 Rezensionen

4,1

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  • silvilin
    silvilin

    8 Follower

    Sehr beeindruckend! Esther erzählt von ihrem aufwachsen bei den Zeugen Jehovas und mit ihrer Freundin Sulamith. Als Sulamith eine Beziehung mit dem „Weltjungen“ Daniel eingeht nehmen ihre Zweifel überhand und auch Esther fühlt sich in der Gemeinschaft zunehmend unwohl.

    2. Mai 2026

  • majo1312
    majo1312

    60 Follower

    3,5

    Ein Buch was viele Fragen offen lässt

    Ich weiß ja nicht… also es war interessant, aber aus irgendeinem Grund nicht so flüssig zu lesen. Die Zeitsprünge sind manchmal nicht klar erkennbar und so war ich oft verwirrt in welcher Zeit es grade spielt, vorallem weil ich viel zu spät verstanden habe, dass eine Person auch gar nicht real anwesend ist in einer Handlungszeit. In dem Buch geht es für mich primär um eine extrem enge Freundschaft zwischen zwei jungen Frauen die bei den Zeugen Jehovas aufwachsen und sich daraus (teilweise) emanzipieren. Es geht um Zweifel, Verlust, Trauer und Familie sein in einer Sekte. Ich hab aber leider noch viele Fragen, es wurden einige Dinge angeschnitten, die ich wichtig für die Handlung und das Ende gefunden hätte. Es gab auch Personen und Handlungsstänge die ich überflüssig für die Story fand und manchmal auch etwas überzogen. Der innere Konflikt von der Hauptperson Esther wird allerdings sehr deutlich. Ein Mädchen das mit einem starken Glauben an etwas aufwächst und dann irgendwann anfängt zu Zweifeln und alles in Frage zu stellen, die Identitätskrise und der Bruch der dadurch mit der Familie entsteht sind wirklich krass und zu viel für einen so jungen Menschen und dann noch der Verlust der einzigen Verbündeten… ein Buch was wenig Spass gemacht hat beim lesen, weil sich durchweg ein schwarzer Schleier durch die Geschehnisse zieht

    3. Nov. 2025

  • 5,0

    Was macht Familie und Glauben aus?

    Als ich am Ende des Buches gelesen habe, dass die Autorin selbst als Jugendliche die Zeugen Jehovas verlassen hat, ist mir ein kalter Schauer den Rücken entlang gelaufen. Ich fand das Buch gut geschrieben, es gibt zwei Zeitebenen die ineinander verwoben sind und das hat das Lesen für mich nochmal spannender gemacht. Insgesamt habe ich auch faktisch vieles über die Glaubensgemeinschaft bzw die Sekte der Zeugen Jehovas gelernt und bin jetzt so interessiert, dass ich mir noch Dokus angesehen habe. Die Geschichte fand ich sehr berührend erzählt, wobei ich die möglichen wertvollen und die möglichen schrecklichen Seiten des Lebens in der "Welt" und des Lebens in der "Wahrheit" gut dargestellt fand. Am Ende des Buches bleibt in mir ein tiefes Gefühl des traurig berührt Seins, eine Bestärkung den eigenen Weg zu gehen und eine bestärkte Liebe für Found Family Geschichten.

    17. Aug. 2025

3 von 6 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Stefanie de Velasco

Stefanie de Velasco, geboren 1978 im Rheinland, studierte Europäische Ethnologie und Politikwissenschaft. Sie schreibt regelmäßig für das Berliner Stadtmagazin Zitty, für die FAS und ZEIT Online. 2013 erschien ihr Debütroman »Tigermilch«, der in zahlreiche Sprachen übersetzt und für das Kino verfilmt wurde.

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