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Beeindruckende Geschichte(n)
Die beiden (sich nie begegnenden) Halbschwestern Effia und Esi leben in Westafrika in unterschiedlichen Lebensumständen. Während die eine als Ehefrau eines Briten, der unmittelbar mit dem Sklavenhandel zu tun hat, an der Goldküste (heutiges Ghana) lebt, wird die andere gefangen genommen und als Sklavin nach Amerika verschifft. Diese zwei Stränge der Geschichte werden von Generation zu Generation parallel weitergeführt und umfassen eine Spanne von ca. 1760 bis in die 2000er Jahre. Ein Stammbaum im Anhang erleichtert die Verortung. Der leicht zu lesende Roman konnte einen guten Spannungsbogen halten, da man neugierig war, wie die Geschehnisse der vorangegangenen Episoden sich in der nächsten Generation auflösen werden. Direkt, brutal, aber auch einfühlsam wird anhand der Protagonisten die grausame Geschichte der Sklaverei (in Afrika und Amerika), der Ausbeutung, des Kolonialismus, des alltäglichen Rassismus und Colorismus, später auch der Befreiung eindrucksvoll nacherzählt. Die Autorin macht den Sadismus und die Menschenverachtung spürbar, damals wie auch heute - heftig und schonungslos. Auch Aspekte, die mir nicht so geläufig waren, werden von der Autorin beschrieben: „James wusste, dass die Briten seit Jahren Stammeskriege schürten, da ausnahmslos alle Kriegsgefangenen an sie verkauft wurden.“ (S. 128) Das Buch hat mich dazu gebracht, einzelne Aspekte zu recherchieren und nachzulesen. Trotzdem strahlt die Geschichte auch Hoffnung aus, wenn die Protagonisten sich von Kolonialherren und im Laufe der Erzählung auch von anderen Zwängen befreien können oder für ihre Rechte kämpfen. Nach sieben Generationen mit unterschiedlichen Lebenswegen kommt es am Ende zu einer Verbindung der beiden Stränge, deren Symbolik schön gewählt war: Feuer und Wasser (auf dem Cover der Ausgabe von Dumont zu sehen), die unterschiedliche Traumata darstellen, welche tief in der Historie der beiden Linien vergraben waren.

6 Stunden vor
Beeindruckende Geschichte(n)
Die beiden (sich nie begegnenden) Halbschwestern Effia und Esi leben in Westafrika in unterschiedlichen Lebensumständen. Während die eine als Ehefrau eines Briten, der unmittelbar mit dem Sklavenhandel zu tun hat, an der Goldküste (heutiges Ghana) lebt, wird die andere gefangen genommen und als Sklavin nach Amerika verschifft. Diese zwei Stränge der Geschichte werden von Generation zu Generation parallel weitergeführt und umfassen eine Spanne von ca. 1760 bis in die 2000er Jahre. Ein Stammbaum im Anhang erleichtert die Verortung. Der leicht zu lesende Roman konnte einen guten Spannungsbogen halten, da man neugierig war, wie die Geschehnisse der vorangegangenen Episoden sich in der nächsten Generation auflösen werden. Direkt, brutal, aber auch einfühlsam wird anhand der Protagonisten die grausame Geschichte der Sklaverei (in Afrika und Amerika), der Ausbeutung, des Kolonialismus, des alltäglichen Rassismus und Colorismus, später auch der Befreiung eindrucksvoll nacherzählt. Die Autorin macht den Sadismus und die Menschenverachtung spürbar, damals wie auch heute - heftig und schonungslos. Auch Aspekte, die mir nicht so geläufig waren, werden von der Autorin beschrieben: „James wusste, dass die Briten seit Jahren Stammeskriege schürten, da ausnahmslos alle Kriegsgefangenen an sie verkauft wurden.“ (S. 128) Das Buch hat mich dazu gebracht, einzelne Aspekte zu recherchieren und nachzulesen. Trotzdem strahlt die Geschichte auch Hoffnung aus, wenn die Protagonisten sich von Kolonialherren und im Laufe der Erzählung auch von anderen Zwängen befreien können oder für ihre Rechte kämpfen. Nach sieben Generationen mit unterschiedlichen Lebenswegen kommt es am Ende zu einer Verbindung der beiden Stränge, deren Symbolik schön gewählt war: Feuer und Wasser (auf dem Cover der Ausgabe von Dumont zu sehen), die unterschiedliche Traumata darstellen, welche tief in der Historie der beiden Linien vergraben waren.
6 Stunden vor







