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Heimat

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Über das Buch

Erneut nominiert für den Deutschen Jugendbuchpreis – Evangelischer Buchpreis – Förderpreis der Stadt Aalen – SWR-Bestenliste – Tagesspiegel-Bestenliste Comics – Silbermedaille der »Society of Illustrators« – Goldmedaille des Art Director Clubs USA – NBCC Award – Nominiert für den Grand-Prix des Comicfestivals Angouleme

Sie lebt seit fast zwanzig Jahren in New York, ist verheiratet mit einem amerikanischen Juden und fühlt sich deutscher als jemals zuvor. Woher kommt das? Und wer ist sie eigentlich? Die preisgekrönte, 1977 in Karlsruhe geborene Autorin und Illustratorin Nora Krug fragt sich, was Heimat für sie bedeutet, und unternimmt eine literarisch-grafische Spurensuche in der Vergangenheit ihrer Familie: Was hatte Großvaters Fahrschule mit dem jüdischen Unternehmer zu tun, dessen Chauffeur er vor dem Krieg gewesen war? Was sagen die mit Hakenkreuzen dekorierten Schulaufsätze über ihren Onkel, der mit 18 Jahren im Zweiten Weltkrieg fiel? Wie kann man verstehen, wer man ist, wenn man nicht weiß, woher man kommt? Ihre gezeichneten und handgeschriebenen Bildergeschichten fügt Krug mit Fotografien, Archiv- und Flohmarktfunden zu einem völlig neuen Ganzen zusammen. »Heimat« ist ein einzigartiges Erinnerungskunstwerk, in dem Familiengeschichte auf Zeitgeschichte trifft. Ein Graphic Memoir, lebendig, wahr und poetisch erzählt.

Ausstattung: mit Abb., durchgehend 4c

Editionen (2)

ISBN9783328600053
VerlagPenguin
Erscheinungsdatum27.08.18
Seitenzahl288

Rezensionen & Bewertungen

59 Bewertungen

16 Rezensionen

4,4

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  • cheap.and.cheerful
    cheap.and.cheerful

    148 Follower

    3,0

    Bei "Heimat" handelt es sich nicht um ein Graphic Novel, es ist eher eine Collage aus Erinnerungen, Zeichnungen, historischen Dokumenten und der Spurensuche der Autorin nach der eigenen Vergangenheit. Sie nimmt die Lesenden dabei mit auf eine sehr emotionale Reise, die auch mich selbst in sehr unterschiedliche Stimmungen versetzt hat. Zuerst war ich skeptisch, konnte nicht sofort Zugang finden und war mir nicht sicher, worauf das Ganze hinauslaufen soll. Mit dem Begriff "Heimat" werde ich nicht warm und finde problematisch, wie die Familie der Autorin auf ihre Heirat mit einem jüdischen Mann reagiert hat. Doch als es persönlicher wurde und Nora Krug tief eingetaucht ist in ihre eigene Familiengeschichte, hat sie mich abgeholt. Ohne Zensur erforscht sie die Geschichte ihrer Verwandten zur NS-Zeit. Sehr offen spricht sie über ihren eigenen Zwiespalt zwischen der Hoffnung, dass ihre Verwandten sich widersetzt haben könnten, und den Zweifeln daran. Sie setzt sich mit der Frage auseinander, ob man trauern darf um das Leid derer, die sich mitschuldig gemacht haben. Zeitweise fand ich den Sprung zwischen den besprochenen Personen verwirrend und habe etwas gebraucht, bis ich zuordnen konnte, welcher Opa jetzt zu wem gehört. Auch hätte ich mir gewünscht, dass die Großmütter noch mehr Aufmerksamkeit bekommen hätten - vermutlich gab es zu ihnen weniger Dokumentation. "Heimat" stellt keine neuen, aber immer noch sehr ungemütliche Fragen und macht das auf eine innovative, kreative Art und Weise. Ich halte das für einen sehr spannenden Umgang mit dem Thema, worum manche ja lieber einen Bogen machen. Vielleicht helfen Ansätze wie diese, eine Brücke zu bauen.

    12. Dez. 2023

  • nellypirelli
    nellypirelli

    33 Follower

    3,5

    Eine sehr gelungene Aufarbeitung und Darstellung der Familiengeschichte. An der ein oder anderen Stelle kam ich mit den Namen nicht hinterher und am Anfang brauchte ich etwas, um reinzukommen.

    23. März 2025

  • dunkelgefunkel
    dunkelgefunkel

    102 Follower

    5,0

    Nina Krug hat sich auf die Suche und Recherche ihrer eigenen Familiengeschichte begeben. Diese ist geprägt von vielen ungesagten und ungefragten Dingen. Im Fokus stehen ihre Großeltern und Eltern und deren Positionen und Handlungen im zweiten Weltkrieg. Sie selbst ist mit starken Schuldgefühlen als Deutsche aufgewachsen und seit sie ihr Leben in den USA lebt pendelt sie zwischen Heimweh und Scham. Sie berichtet von der Geschichte Deutschlands, den Städten Kühlsheim und Karlsruhe und besonders den menschlichen Schicksalen die ihre Familie begleitet haben. Viele Familienmitglieder hat sie erst durch diese Recherchen kennengelernt, manche blieben ein Mysterium von Fotos und Erzählungen. Sie begleitet dabei der Zwiespalt zwischen Neugier und dem Drang alles zu erfahren, aber auch der Angst davor, welche Informationen damit ans Licht kommen könnten. Waren ihre Vorfahren Opfer oder Täter? Aufbereitet hat die Illustratorin diese Geschichten sehr ansprechend und abwechslungsreich mit Hilfe von Fotografien, Collagen, alten Dokumenten, Briefen, Comics und Illustrationen. Dies lässt das Ganze weniger als Sachbuch voller bitterer Fakten wirken, sondern mehr als eine spannende Entdeckungsreise. Nicht nur für Deutsche eine absolute Empfehlung zur Auseinandersetzung mit unserer Geschichte und Schuldfrage, sondern auch visuell ein Erlebnis.

    29. Nov. 2022

3 von 16 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Nora Krug

Nora Krug, geboren 1977 in Karlsruhe, studierte Bühnenbild, Dokumentarfilm und Illustration in Liverpool, Berlin und New York. Ihre Zeichnungen und Bildergeschichten erscheinen regelmäßig in großen Tageszeitungen und Magazinen (u.a. »The New York Times«, »The Guardian«, »Le Monde diplomatique«). Sie ist Fulbright-Stipendiatin und erhielt zahlreiche Preise und Förderungen, u.a. der John Simon Guggenheim Memorial Foundation, der Pollock-Krasner Foundation und der Maurice Sendak Foundation, außerdem verlieh ihr das Victoria and Albert Museum in London den Titel »Illustrator of the Year«. Ihr Debüt »Heimat. Ein deutsches Familienalbum« feierte als internationales Buchereignis einzigartige Erfolge, in den USA wurde es mit dem National Book Critics Award ausgezeichnet und in Deutschland 2022 zur Schullektüre ernannt. Krug ist Professorin für Illustration an der »Parsons School of Design« in New York und lebt in Brooklyn.

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