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Bei "Heimat" handelt es sich nicht um ein Graphic Novel, es ist eher eine Collage aus Erinnerungen, Zeichnungen, historischen Dokumenten und der Spurensuche der Autorin nach der eigenen Vergangenheit. Sie nimmt die Lesenden dabei mit auf eine sehr emotionale Reise, die auch mich selbst in sehr unterschiedliche Stimmungen versetzt hat. Zuerst war ich skeptisch, konnte nicht sofort Zugang finden und war mir nicht sicher, worauf das Ganze hinauslaufen soll. Mit dem Begriff "Heimat" werde ich nicht warm und finde problematisch, wie die Familie der Autorin auf ihre Heirat mit einem jüdischen Mann reagiert hat. Doch als es persönlicher wurde und Nora Krug tief eingetaucht ist in ihre eigene Familiengeschichte, hat sie mich abgeholt. Ohne Zensur erforscht sie die Geschichte ihrer Verwandten zur NS-Zeit. Sehr offen spricht sie über ihren eigenen Zwiespalt zwischen der Hoffnung, dass ihre Verwandten sich widersetzt haben könnten, und den Zweifeln daran. Sie setzt sich mit der Frage auseinander, ob man trauern darf um das Leid derer, die sich mitschuldig gemacht haben. Zeitweise fand ich den Sprung zwischen den besprochenen Personen verwirrend und habe etwas gebraucht, bis ich zuordnen konnte, welcher Opa jetzt zu wem gehört. Auch hätte ich mir gewünscht, dass die Großmütter noch mehr Aufmerksamkeit bekommen hätten - vermutlich gab es zu ihnen weniger Dokumentation. "Heimat" stellt keine neuen, aber immer noch sehr ungemütliche Fragen und macht das auf eine innovative, kreative Art und Weise. Ich halte das für einen sehr spannenden Umgang mit dem Thema, worum manche ja lieber einen Bogen machen. Vielleicht helfen Ansätze wie diese, eine Brücke zu bauen.
12. Dez. 2023
Bei "Heimat" handelt es sich nicht um ein Graphic Novel, es ist eher eine Collage aus Erinnerungen, Zeichnungen, historischen Dokumenten und der Spurensuche der Autorin nach der eigenen Vergangenheit. Sie nimmt die Lesenden dabei mit auf eine sehr emotionale Reise, die auch mich selbst in sehr unterschiedliche Stimmungen versetzt hat. Zuerst war ich skeptisch, konnte nicht sofort Zugang finden und war mir nicht sicher, worauf das Ganze hinauslaufen soll. Mit dem Begriff "Heimat" werde ich nicht warm und finde problematisch, wie die Familie der Autorin auf ihre Heirat mit einem jüdischen Mann reagiert hat. Doch als es persönlicher wurde und Nora Krug tief eingetaucht ist in ihre eigene Familiengeschichte, hat sie mich abgeholt. Ohne Zensur erforscht sie die Geschichte ihrer Verwandten zur NS-Zeit. Sehr offen spricht sie über ihren eigenen Zwiespalt zwischen der Hoffnung, dass ihre Verwandten sich widersetzt haben könnten, und den Zweifeln daran. Sie setzt sich mit der Frage auseinander, ob man trauern darf um das Leid derer, die sich mitschuldig gemacht haben. Zeitweise fand ich den Sprung zwischen den besprochenen Personen verwirrend und habe etwas gebraucht, bis ich zuordnen konnte, welcher Opa jetzt zu wem gehört. Auch hätte ich mir gewünscht, dass die Großmütter noch mehr Aufmerksamkeit bekommen hätten - vermutlich gab es zu ihnen weniger Dokumentation. "Heimat" stellt keine neuen, aber immer noch sehr ungemütliche Fragen und macht das auf eine innovative, kreative Art und Weise. Ich halte das für einen sehr spannenden Umgang mit dem Thema, worum manche ja lieber einen Bogen machen. Vielleicht helfen Ansätze wie diese, eine Brücke zu bauen.
12. Dez. 2023






