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Romane

Die Legende vom heiligen Trinker

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Über das Buch

Roths 1939 entstandene letzte Erzählung vom frommen Tor, der noch an Wunder glaubt und seinen eigenen Tod mit Würde inszeniniert.

Am Ziel seiner Odyssee durch Paris ruft Andreas »Fräulein Therese!«, seufzt ein letztes Mal und stirbt »einen so leichten und so schönen Tod«, wie man ihn sich nur wünschen kann. Der Clochard und Trinker hatte zweihundert Francs von einem eleganten Herrn erhalten, mit der Auflage, die Rückzahlung der Kapelle der »kleinen heiligen Therese von Lisieux« zugute kommen zu lassen.

Scheinbar zufällig und blitzhaft, ist das Zusammentreffen für Andreas willkommener Anlass, seine Wiedergeburt zu feiern - als Tag der Umkehr und Läuterung. Zunächst gönnt er sich aber eine feine Mahlzeit und macht sich eine schöne Zeit. Aus seinem festen Vorhaben, der heiligen Therese zu ihrem Recht zu verhelfen, will vorerst so recht nichts werden ...

Wie stets in seinen Erzähltexten setzt Roth einen mühelos gleitenden, melodiösen Sprachfluss in Gang, dem dennoch das Gepräge eines »Testaments« zu Eigen ist: So charakterisierte der Autor selbst in düsterer Vorahnung seine 1939 entstandene »Legende«. Der eigene Tod mit 45 Jahren wird mit bestürzender Konsequenz und gleichwohl in hoffnungsvollem Tonfall vorweggenommen - sollte dies doch wirklich die letzte Erzählung einer sensiblen Künstlernatur bleiben, für die Poetsein bedeutete, den »Narren, oder Bettler, oder alles zugleich« vorzustellen.

Editionen (27)

ISBN9783423132374
Verlagdtv Verlagsgesellschaft
Erscheinungsdatum01.09.04
Seitenzahl80

Rezensionen & Bewertungen

39 Bewertungen

9 Rezensionen

4,1

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  • arthurzturm
    arthurzturm

    171 Follower

    5,0

    Joseph Roths Novelle Der heilige Trinker ist ein kleines, aber tief berührendes Meisterwerk, das die Geschichte von Andreas Kartak erzählt, einem obdachlosen Trinker in Paris, dem das Schicksal immer wieder unverhofftes Geld zukommen lässt. Doch trotz dieser Chancen bleibt Andreas in seinem Kreislauf gefangen, stets mit einer eigenartigen Würde und einem Ehrenkodex, der ihn von anderen unterscheidet. Roth verzichtet auf moralische Urteile und zeichnet stattdessen ein zutiefst menschliches Porträt eines Mannes, der seine "Heiligkeit" bewahrt, auch im Angesicht des Verfalls. Die prägnante und melancholische Sprache macht diese Parabel über Schicksal, freien Willen und die Würde im Fall zu einer unvergesslichen Leseerfahrung, die noch lange nachklingt.

    26. Juni 2025

  • ecem
    ecem

    194 Follower

    5,0

    Achtung Spoiler

    Die Novelle handelt von Andreas, der ein Obdachloser in Paris ist. Eine flüchtige Begegnung mit einem Herren verschaffte ihm Geld und machte den Anschein, dass sich sein Leben zum besseren entwickelt. Neue Begegnungen verschafften ihm Arbeit und er traf alte Bekannte. Seine einzige Pflicht war es jedoch das erhaltene Geld in der Kirche abzugeben, doch immer wieder wurde er darin unterbrochen bzw. aufgehalten. So vergingen Wochen in denen er immer wieder an Geld gelang und dieses bis an den Sonntag behalten wollte, um es zu spenden. Man verspürte eine Frustration, da Andreas nie etwas ablehnen konnte und durch Bekanntschaften über seine Verhältnisse lebte. Das Ende ist für mich bisher noch schwer zu deuten, da es einerseits ein Zufall oder eine göttliche Berufung sein könnte.

    7. Juni 2026

  • alpinereads
    alpinereads

    83 Follower

    4,5

    Eine wunderbare Kurzgeschichte. Der Protagonist durchlebt etliche Gefühlslagen: vom Glück, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein, über die Euphorie, Geld zurückbezahlen zu können, bis hin zur grausamen Realität, welche Macht Alkohol über einen hat. Sehr empfehlenswert.

    11. Jan. 2026

3 von 9 Rezensionen

Autorin / Autor

Über Joseph Roth

Joseph Roth wurde 1894 in Schwabendorf bei Brody in Ostgalizien geboren und verstarb am 27.05.1939 in Paris. Roth war als Journalist u.a. in Berlin und Wien tätig, ehe er als Korrespondent für die "Frankfurter Zeitung" alle europäischen Großstädte bereiste. Seit 1933 emigrierte Roth schrittweise über Wien nach Marseille, Nizza und schließlich Paris. Dort verfiel er aus Verzweiflung dem Alkoholismus und verstarb in einem Armenhospital.

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